Der segensreiche Einfluss des Mr. Nemo (5 km)

15. Januar 2009

Ok, dass ich gerade nicht so laufen kann, wie ich das gerne möchte, ist hier ja schon verschiedentlich angeklungen: Im Moment bin ich immer noch mit was Anderem beschäftigt, was so unheimlich groß und bedeutsam ist (zumindest für mich…), das es absolute Priorität haben muss.
Entsprechend fehlt´s mir sowohl an der Zeit und als auch an der richtigen Muße für die Lauferei – ich hab´ den Kopf einfach so ein bisschen woanders, und wenn ich doch mal loslaufe, sind´s winzige Touren im eigenen Hinterhof, die sich irgendwie ziemlich piefig anfühlen (gab´s wirklich mal eine Zeit, als 15 – 20 km eine Standardlauflänge für mich war???) und angesichts der schon lange geplanten tollen Laufprojekte, die ich eigentlich gerne angehen würde, nicht so richtig befriedigend sind.
Pft.


Mal unter uns: Da ist die Versuchung schon recht groß, einfach mal richtig auszusetzen und den Sport auf „demnächst, wenn dann wieder Zeit ist“ zu vertagen – und das, obwohl ich eigentlich ganz genau weiss, dass das eine beschissene Idee wäre, denn gerade in Zeiten von erhöhter Belastung und großem Stress tut mir der Ausgleich durch die Bewegung unendlich gut.
Und trotzdem ist da immer diese kleine, unendlich verführerische Stimme im Hinterkopf, die sowas flüstert wie „Ach komm, eine Woche kannst du doch mal verzichten, das Klein-Klein-Gelaufe bringt doch eh nix, da kannst du´s doch einfach mal bleiben lassen und dich den ganzen lieben langen Tag ohne Ablenkung auf die Arbeit konzentrieren“…
Wie gesagt: Ich weiss eigentlich, dass das nie so klappen würde, aber trotzdem hat die Vorstellung etwas seltsam Verführerisches…

Dass ich da nicht nachgebe, hat sicher auch was mit Erfahrung zu tun; mit der Erkenntnis, dass ein völliger Verzicht auf jeglichen Ausgleich letztlich mehr schaden als nützen würde.

Aber der Hauptgrund, warum ich momentan trotzdem noch zumindest ein paar kleine Touren pro Woche hinlege, ist ein anderer:
img_0402a
Nemo.

Nemo muss raus, egal was ist.
Sturm und Hagel? Nemo muss raus.
Gluthitze? Nemo muss raus.
Keine Zeit? Nemo muss raus.
Der Preis der Stubenreinheit… 😉

Tja, und wenn man mittags eh eine halbe Stunde zusammen unterwegs ist, dann kann man die genausogut joggend wie spazierend verbringen – Nemo macht das Spass, mir tut´s gut, und es ist trotzdem keine gefühlte „Zeitverschwendung“, weil es ja ein Zeitfenster beansprucht, das ohnehin für sowas reserviert ist.
Klar, das sind dann jeweils nur piefige, unspektakuläre Winztouren, die eigentlich gar nicht der Rede wert sind, aber immerhin: Wir laufen ein bisschen, trotz knapper Zeit und anderer Sorgen.
Das ist ziemlich gut.

Heute zum Beispiel: 5 kurze Kilometer durch den verschneiten Bergwald hinterm Haus, bei so dichtem Nebel, dass man nicht mal 100 m. Sicht hatte.
Nicht schnell, nicht lang, nicht anstrengend, keine besonderen Erlebnisse – aber es hat trotzdem unheimlich gut getan, ein paar Minuten abzuschalten und beim Lauf durch die stille, wattige Einsamkeit ganz kurz die Seele baumeln zu lassen.

Also, in diesem Sinne: Dankeschön, Nemo! 🙂
(Jetzt musst du nur noch die Sache mit deiner Verdauung in den Griff kriegen oder alternativ lernen, Klopapier zu benutzen, dann können wir uns beim nächsten Mal auch das für alle involvierten Parteien äußerst unangenehme Hundehinternbad nach der Tour sparen, und alles ist perfekt… 😆 )

Strecke: 5 km
Zeit: Nicht gemessen.
Neue Strecke: Natürlich nicht!
Karte:
mittelweg-katharinenberg

M.

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8 Antworten to “Der segensreiche Einfluss des Mr. Nemo (5 km)”

  1. diro1962 Says:

    Zum Glück ist der Hund da.
    Aber „Hundehinternbaden“ is jetzt nich so doll. 😆

  2. matbs Says:

    Na ja, Nemo hat halt verdauungsmässig einen ganz schlechten Tag erwischt, das passiert uns allen mal….
    Zum Glück gibt´s Einweghandschuhe. 😉

  3. Christian Says:

    Hi Matthias, das wird auch wieder anders, ich meine die Sache mit den längeren Läufen. Aber den richtigen Impuls hast Du Dir ja selbst gegeben bzw. Dein Hund: auch Kleinvieh macht Mist.
    Damit meine ich natürlich nicht die Verdauungsprobleme von Nemo, sondern die regelmäßige Bewegung, so bleibt Dein muskuloskelettales System in Schwung.

    Salut

  4. ironschroedi Says:

    Ich habe mir vor knapp 11 Jahren auch aus genau diesem GRund einen Hund zugelegt. Damit ich bei Wind und Wetter meine Runden drehen darf. Balu, seineszeichens ausgemusterter Diensthund beim BGS und sehr lauffreudig.

  5. matbs Says:

    Christian: Darauf hoffe ich – wenn alles gut geht, sind´s nur noch ein paar Tage…
    Wobei es mir ja gar nicht so sehr um die Bewegung an sich geht, sondern vor allem darum, endlich mal wieder ein bisschen rauzukommen und paar interessante Touren ins Unbekannte zu machen – ich war jetzt seit einigen Jahren nicht mehr im Urlaub, und da ist die Lauferei zu einer Art Ersatz geworden, mit der ich meine Neugier und meine Endteckungslust befriedigen konnte (nach dem Motto: „Wenn schon nicht mehr Afrika, Asien, Amerika oder Osteuropa, dann immerhin Südhessen“).
    Aber auch das ist eben in den letzten Monaten auf ein Minimum geschrumpft, und es fehlt mir gerade unheimlich.
    Aber natürlich hast du recht: Lieber ein bisschen was als gar nix.
    Wird schon wieder…

    ironschroedi: Naja, ans Joggen wurde bei Nemos Anschaffung eigentlich überhaupt nicht gedacht, das hat sich eher zufällig ergeben. Aber es macht ihm Spass, und dafür dass er eigentlich nur ein ganz kleiner Kerl mit kurzen Stummelbeinchen ist, ist er ein prima Läufer, der bei passender Witterung (darf auf keinen Fall zu warm sein, deshalb ist im Sommer auch Pause) locker 10 oder 12 zügige Bergkilometer mitläuft (auch wenn er wahrscheinlich nicht ganz das Niveau eines pensionierten BGS-Hundes erreicht, denn das sind ja meistens größere Rassen mit längeren Beinen…).
    Festzuhalten ist auf jeden Fall: Laufen + Hund sind eine gute Kombination! 🙂

  6. Christine Says:

    Laufen muss Spass machen. Freizeitstress darf nicht draus werden. Und da wir alle von irgendwas leben müssen und auch andere Verpflichtungen haben denke ich, das Motto muss sein DASS man läuft, nicht wie schnell und wie weit. Und für die Entdeckungslust gibt es doch das Fahrrad, oder hat Nemo dafür zu kurze Beinchen??

  7. matbs Says:

    Hi Christine,

    stimmt natürlich, das „Wie Weit“ und „Wie Schnell“ ist in der Tat ziemlich nachrangig – aber das „Drumrum“ und „Wohin“ machen zumindest für mich einen wichtigen Teil des Laufens aus, den ich nicht missen möchte (sonst könnte man ja auch einfach nur seine 30 Runden auf der Tartanbahn abreissen oder anderthalb Stunden aus Laufband gehen, oder? 😉 ).

    Und Entdeckungen mit dem Fahrrad machen?
    Was für eine befremdliche Idee… 😉

    Gruß

    Matthias 🙂


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