Best of Seeheim-Jugenheim – mit Hund und Foto (8,5 km)

20. Januar 2009

Manchmal geht´s ganz schnell.
Noch vor ein paar Tagen: Tiefster Winter.
Schnee, Eis, sibirische Kälte, das volle Paket.
Heute: Sowas wie ein Frühlingstag (oder zumindest ein Vorfrühlingstag, ist ja immer noch Mitte Januar)!
Und dazu noch ein total hübscher, mit relativ warmen Temperaturen (whoa, 7°, da wird´s so langsam Zeit, die Hawaiihemden rauszupacken… 😉 ), singenden Vögeln, wohlriechender milder Lenzluft und – das Beste überhaupt – viel freundlichem Sonnenschein, der sich durch die vereinzelten dünnen Schleierwolken überhaupt nicht aufhalten liess.

Sowas bringt die Lauflaune in Wallung, da muss man einfach raus und was Schönes joggen, selbst wenn´s von wegen „Zeit & Muße, Mangel von“ nicht besonders weit werden kann.
Aber hey, gibt ja auch in de Nähe genug Interessantes.


Zum Beispiel „Die Lufthansa“ (oder korrekter: Das Lufthansa Training and Conference Center Seeheim).
Große, etwas klotzige Anlage im Wald am Hang über Seeheim, wo ein international agierenden Großkonzern (hmm, welcher könnte das bloss sein…? 😉 ) seit den Siebzigern seine Mitarbeiter ausbildet.
Lag früher mitten auf einer meiner Hauptstrecken, bis der Träger vor zwei Jahren alles hat abreissen lassen, um ein größeres, besseres, neueres Trainingszentrum hinzustellen.
Seitdem war da oben gesperrt. Großbaustelle, kein Weg durch, auch wenn ich´s immer mal wieder versucht hab…

Aaaaaber: Seit kurzem ist das Gröbste anscheinend erledigt und die neue, größere Lufthansa ist auch wieder für Durchschnittspassantenjoggerzivilisten geöffnet.
Höchste Zeit, sich das mal aus der Nähe anzusehen.

Und weil so schönes Wetter war, hab´ ich spontan den Foto eingepackt.

Und weil ich den Foto eingepackt hatte, hab´ ich spontan beschlossen, auch gleich ein paar der anderen schönen Sehenswürdigkeiten in der Nähe mitzunehmen: Schloss Heiligenberg samt goldenem Kreuz/Alexanermausoleum/Zentlinde/Klosterruine/Schlossteich, die Ruine der Burg Tannenberg, und den netten Goldschmidt-Park in Seeheim.
Mannomann, wir ham´ aber auch einen Haufen cooles Zeugs hier in der Gegend rumstehen… 😉

Und weil´s ja keine große Tour war, hab´ ich dann auch noch den Nemo mitgenommen.
Der rennt nämlich auch gerne bei schönem Wetter.

Bloß die Stoppuhr musste daheim bleiben.
Mit Hund UND Kamera sind eh keine Bestzeiten drin – da kann man auch einfach mal die Zeitnahme vergessen und die Tour schön entspannt zum Seele Baumeln Lassen nutzen.

Also: Kurze Runde zu einigen der hübschesten Orte von Seeheim-Jugenheim, im Gepäck total viele Dinge, die das Laufen bereichern und mit „O“ aufhören – z.B. Gusto, Foto und Nemo (Wobei Nemo eigentlich kein Ding ist), aber ohne Tempo.
Prima Sache!

Na dann – los:
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Zuerst mal nordwärts nach Jugenheim rein, durch den parkartigen mittleren Pauerweg…
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…am Anfang des Balkhäuser Tals vorbei und auf dem Fußweg neben der Hauptstrasse aufwärts in Richtung des alten Dorfkerns und dem Eingang zum Heiligenberg…
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…dort ganz scharf rechts (ui, die Sonne blendet)…
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…dann auf der steilen, serpentinigen Schlosstrasse aufwärts durch die Parkterrassen…
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…und hoch über den Dächern von Jugenheim…
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…bis zur Abzweigung des Burgenwegs oberhalb der Jugenheimer Bergkirche:
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Dort dann rechts ab und auf dem Burgenweg am Hang (weiterhin toller Blick auf Jugenheim, dank der wintrigkahlen Bäume am Wegesrand) in Richtung Kreuzwiese.

Normalerweise läuft man auf diesem Weg halb um die weiter oben liegende Wiese herum bevor man sie betritt, aber wir nahmen heute mal die Abkürzung, eine steile und dank des Tauwetters unglaublich rutschige Kletterpartie geradwegs die Böschung zur Kreuzwiese hoch:
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Vierbeinantrieb trumpft Zweibeinantrieb…

Der Grund: Auf diese Weise betraten wir die Kreuzwiese von unten, und hatten somit den ganzen Panoramablick bis hoch zum goldenen Kreuz – und der ist wunderschön:
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Cool, wa?

Kurzinfo: Die Kreuzwiese gehört zur Parkanlage des Schlosses Heiligenberg und liegt an der Westseite einer kleinen, vorgelagerten Kuppe, von der aus man einen herrlichen Blick in die Rheinebene hat. Über ihr erhebt sich das goldene Kreuz, das 1866 von im Andenken an die verstorbene Großherzogin Wilhelmine von Hessen-Darmstadt errichtet wurde. Das Kreuz ist überraschend groß (vielleicht 3 oder 4 m. hoch?), mit Blattgold beschlagen und bereits von weit aus der Rheinebene sichtbar (besonders im Sommer, wenn die Abendsonne schräg von Westen auf die Bergstrasse scheint und es strahlt und glitzert). Direkt daneben steht das Mausoleum des Hauses Battenberg (einer Nebenlinie von Hessen-Darmstadt, zu deren direkten Nachkommen u.a. der britische Thronfolger Prinz Charles gehört).

Immer wieder schön hier oben!
Wir liefen geradewegs die steile Wiese hoch bis zum Zaun vor dem Kreuz…
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Rechts das goldene Kreuz, links das Alexandermausoleum

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Und noch mal in groß

…wo wir uns eine kleine Aussichtspause gönnten, um den herrlichen Panoramablick über die Kreuzwiese ins weite Rund der Rheinebene zu geniessen (also zumindest ich, Nemo war zu beschäftigt damit, an alle Bäume, Sträucher und Zaunpfähle zu pinkeln, derer er habhaft werden konnte):
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Zwei Leiders:
1) Das Gegenlicht beim Fotografieren war zu intensiv, deswegen wirkt das Ganze auf dem Bild zu trüb und blass. In Wirklichkeit war´s so richtig herrlich schön sonnig da oben, und der Himmel war eigentlich mehr blau als milchig weiß.
2) Leider war´s mal wieder diesig, so dass keine perfekte Fernsicht herrschte. Der Ort im Vordergrund ist natürlich Jugenheim, direkt dahinter Bickenbach, dahinter dann schemenhaft das Industriegebiet am Gernsheimer Rheinufer in ca. 13 km Entfernung. Wenn´s richtig klar wäre, würde man am rechten Horizont den Rheingau in über 50 km Entfernung sehen, geradeaus und links das Rheinhessische Hügelland zwischen Mainz und Worms.

Dann links, auf dem schmalen Trampelpfad am Zaun entlang…
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…vorbei am Mausoleum…
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…und der uralten Zentlinde, unter der im Mittelalter Gericht gehalten wurde…
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…bis zur Klosterruine am Ende des kleinen Bergrückens:
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Direkt hinter der Klosterruine dann kurz abwärts, runter in die kleine Senke unterhalb vom Schloss, in der der Schlossteich liegt…
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…und dort wieder auf die Schlosstrasse, der wir durch die Allee aus alten, knorrigen Bäumen…
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…und vorbei am Schlossgarten mit dem großen Mammutbaum…
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…bis hinauf zum Schloss folgten:
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Kurzinfo (wirklich nur sehr kurz, hier gäbe es soviel zu erzählen, dass passt einfach nicht…): Schloss Heiligenberg, entstanden im 19. Jahrhundert aus einem Landgut. Traditioneller Stammsitz des Adelshauses Battenberg (wie gesagt: Nebenlinie von Hessen-Darmstadt). Hatte seine Hochphase in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als es zu einer regelmäßigen Urlaubsresidenz für den russischen Zaren Alexander II. und seine Gattin Maria Alexandrowna (die als Prinzessin Marie von Hessen Darmstadt geboren worden war und ihre Jugend hier verbracht hatte) wurde, die oftmals mit dem gesamten Hofstaat anreisten, der dann im Dorf untergebracht werden musste (der Lokalhistoriker Hans Buchmann schreibt sogar, dass das russische Imperium zu diesen Zeiten von Jugenheim aus regiert wurde – welches andere 4000-Einwohner-Dorf in Deutschland kann das von sich behaupten? 😀 ).
Heute im Besitz des Landes Hessen, das hier Lehrer fortbilden lässt und sich lange nicht so gut um die wunderschöne und geschichtsträchtige Anlage kümmert, wie sie es eigentlich verdient hätte.

Noch mal in Extrabreit:
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Das Haupttor war offen, also liefen wir geradwegs durch den schattigen Innenhof…
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…und auf der anderen Seite wieder raus, dann am Parkplatz vorbei (der Parkplatz hinterm Schloss war bis vor wenigen Jahren noch eine wunderschöne Streuobstwiese. Dann hat das Land Hessen entschieden, dass es den fortzubildenden Lehrern nicht zugemutet werden kann, die paar hundert Meter vom Dorf hochzulaufen, und es hat den Parkplatz mitten in das liebliche kleine Tal planieren lassen… 😦 ), auf den Weg SJ1, der am Waldrand entlang um das kleine Tal hinter dem Schloss (das mit dem Parkplatz) führt:
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Nochmal das Schloss von hinten, leider arg gegenlichtig…

Nach ca. 300 m. war dann erstmal Schluss mit Sehenswürdigkeit: Wie verliessen das Schloss und liefen im Wald oberhalb des Stettbacher Tals…
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Nordflanke des Berges, deshalb schattig und frisch

…ostwärts bis zum Brandhof…
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Hotel-Restaurant im Stettbacher Tal. An der Bergflanke an der anderen Talseite kann man schön sehen, wie abrupt der Wechsel zwischen Licht und Schatten heute war

…hinter dem wir eigentlich runter in den Talgrund auf die Fahrstrasse nach Stettbach wechseln wollten.
Uneigentlich war der Weg zur Strasse dummerweise von denen hier versperrt…
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…so dass wir erst noch eine kleine, schlammig-unebene Expedition durchs Gestrüpp neben dem Weg machen mussten, bevor wir endlich die Strasse erreichten und ihr rechts aufwärts durchs mittlere Stettbacher Tal folgen konnten…
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…das dank Sonnenschein, blauem Himmel und seinen sanft gerundeten Wiesenlandschaft einen herrlich idyllischen Anblick bot:
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Nach einem halben Kilometer ging´s links von der Strasse ab, in den Wald rein und über den Naturparkplatz Tannenberg:
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Jetzt kam der etwas anstrengendere Teil.
Weil:
Parkplatz Tannenberg im Stettbacher Tal (unser momentaner Standort): Ca. 200 m. ü. NN
Burgruine Tannenberg auf dem Gipfel des Tannenbergs (unser nächstes Ziel): Ca. 340 m. ü. NN.
Höhenunterschied: 140 m.
Strecke zwischen beiden Punkten: Knapp 1 km.
Durchschnittlich 14% Steigung, das ist schon ganz ordentlich.

Wobei der erste Teil noch relativ gemäßigt war. Am Parkplatz links auf den Weg SJ1 und moderat bergauf durch den hell erleuchteten Bergwald (Südflanke + Kein Laub = Viel schöne Wntersonne)…
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…dann am Ende des nächsten schluchtartigen Seitentals rechts und weiter bergauf…
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…bis zur Kreuzung auf dem Bergsattel zwischen Kniebrecht und Tannenberg:
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Oh Mann, warum ist der Köter eigentlich immer nur am Pissen wenn ich ihn fotografiere? 😆

Soweit so gut. Bisher kein Problem, netter Anstieg, leicht schweisstreibend aber voll im grünen Bereich.

Aber wir waren auch erst auf halber Höhe.
Noch 70 HM bis ganz oben, und dieses letzte Stück ist wirklich sacksteil:
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Auf dem Foto kommt das natürlich wieder mal nicht so raus, aber wenn man davor steht, ist das wie ´ne Wand.
Endlich was zum Reinhängen! So mag ich das! 🙂
Wie man auf dem Bild erkennen kann, teilt sich der Weg an dieser Stelle:
Da gibt´s den rechten Pfad, der von allen Wegmarkern favoritisiert wird. Der windet sich mit einer langen Serpentine etwas gemächlicher aufwärts, ist aber immer noch ziemlich fordernd.
Und dann gibt´s noch den linken Pfad. Der hat keine Serpentine.
Der läuft schnurgerade den Hang hoch, und ist eigentlich so steil, dass er nur von völlig durchgeknallten Hardcore-Offroad-Biker-Deppen mit Todeswunsch benutzt wird (und selbst das nur bergab…).

Wir nahmen den linken. 😀
Frühling, gute Laune, bisher alles super, da hatte ich Lust auf ´ne Herausforderung.
Die kriegten wir auch:
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Uijuijui.
Irgendwas so um die 20% oder 30% Steigung, dazu noch leicht glitschiger Untergrund, das zog richtig gut rein.
Schon faszinierend, wie schnell man vollkommen ausser Atem kommen kann, wenn man´s wirklich drauf anlegt… 😉

Aber es war ja nicht weit: 150 oder 200 m. steil aufwärts durch den Bergwald…
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…dann war das schlimmste Stück geschafft, und ich gönnte uns (na ja, mir zumindest. Nemo hatte das alles eher kalt gelassen, der war mit Pinkeln beschgäftigt… 😀 ) eine kurze aber intensive Japs-Pause…
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Puhaaaa. Ein… aus… ein… aus…
Aber ein Riesenspass war´s trotzdem!
🙂

…bevor wir dann die paar letzten, angenehm unaufgeregten Höhenmeter zurücklegten und auf der pittoresken Burgruine Tannenberg einliefen und uns ein bisschen zwischen den Mauerresten und Trümmern umtaten.
Impressionen:
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Burganlage von Südosten

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War gar nicht so einfach, ihn lange genug zum Stillhalten zu bewegen. Gottseidank gibt´s Bestechungsleckerlis… 😉

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Ehemaliger Zugang zum ehemaligen Bergfried und eine der Kanonenkugeln, die aus der Burg eine Ruine gemacht haben.

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Zentraler Teil der Ruine, mittig die alte Zisterne, links der ansatzweise wiederaufgebaute Bergfried

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Bick vom Plateau mit der Ruine drauf direkt nach Süden, über den (nicht sichtbaren) Heiligenberg hinweg bis zum Gipfel des ca. 4 km Luftlinie entfernten Melibokus.

Und das Beste zum Schluss:
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Panoramablick von der Burg Tannenberg nach Nordwesten. Direkt unterhalb das neue Lufthansa-Gebäude (da wollten wir ja noch hin), darunter Seeheim, dann Pfungstadt (hinter dem Wald). Noch weiter hinten das nördliche Ried bei Griesheim, wenn´s klar wäre könnte man auch den Taunus sehen.

Kurzinfo zur Burg Tannenberg gibt´s keine, obwohl sie Schauplatz eines wichtigen historischen Ereignisses war – aber das hab´ ich an anderer Stelle schon mal alles geschrieben, also schaut einfach dort nach (auch da gibt´s übrigens Fotos😉)

Nachdem wir uns ein bisschen umgesehen (ich) und alle relevanten Ecken liberal mit Duftmarken versehen (Nemo) hatten, ging´s weiter, und zwar auf dem alten Burgweg runter zur Lufthansa.
War gar nicht so einfach, denn erst war die Brücke über den Burggraben nicht begehbar…
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Nicht so richtig im Bild: Der Burggraben, über den diese Brücke führt. Der ist ca. 3 oder 4 m. tief, steil, rutschig, und liegt voller alter Baumstämme und abgebrochener Riesenäste.
Ebenfalls nicht im Bild: Der Matthias, wie er durch diesen Burggraben durchklettern muss und dabei mehrmals fast auf die Schnauze fällt, weil die §#%@$ Brücke außer Betrieb ist.
Weiterhin ebenfalls nicht im Bild: Der Nemo, der feixend zusieht (der Philister!)

…und danach mussten wir den alten Burgweg runter (Markierung: Das gelbe Plus des Saar-Rhein-Main-Wegs), der nicht nur ebenfalls furchtbar steil ist, sondern dank des Tauwetters auch die generelle Konsistenz von Schmierseife hatte und hin und wieder mal von einem umgefallenen Baum versperrt wurde:
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Feuchtes Herbstlauf auf dünnflüssigem Schlick am Steilhang – das sind ja gleich drei Dinge auf einmal. Das geht nun wirklich nicht… 😆

Wohlbehalten unten angekommen dann kurz links und gleich wieder rechts, runter zur Lufthansa.
Da, wo in den letzten zwei Jahren immer ein tückisch postierter Bauzaun den Weg versperrt hat.
Stunde der Wahrheit…

[Trommelwirbel]

Und der Zugang zur Lufthansa waaaaar….

[mehr Trommelwirbel]

…FREI!
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Prima! Da liefen wir doch gleich mal die Strasse runter (wobei wir zwischen Horden von Elektrikern, Gartenbauern und Sanitärarbeitern durchlavieren mussten – die große Bauerei ist anscheinend zu Ende, der Kleinkram allerdings wohl noch nicht) und sahen uns das neue Schulungszentrum Training & Conference Center an.

Hmmnaja. Bisher hab´ ich ja immer nur aus der Ferne gemosert, weil es ein klotziger Kasten ist, der nicht so recht in den Wald oberhalb von Seeheim passen will.
Aber so aus der Nähe muss ich dann doch zugeben, dass es für einen klotzigen Kasten, der nicht so recht in den Wald oberhalb von Seeheim passen will, eigentlich ganz spiffy aussieht. Vielleicht noch ein bisschen aseptisch und unfertig, und vielleicht keine architektonische Meisterleistung (obwohl mir da wohl der Sachverstand fehlt, um das kompetent beurteilen zu können [nicht das mich das jemals davon abgehalten hätte, meinen Senf zu irgendwas dazuzugeben 😀 ] – vielleicht übernimmt das ja der Gerd für uns?) aber insgesamt eigentlich gar nicht so übel.
Dazu dann noch die Traumlage hoch oben am Hang und die Tatsache, dass es aus der offensichtlich bereits in Betrieb genommen Küche des Komplexes verführersich nach gutem Essen duftete, da musste ich mein vorheriges Genörgele doch ein bisschen revidieren.

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Wir sahen uns alles ein bisschen an, verewigten uns an den markantesten Ecken (also jetzt wieder nur der Nemo, ich konnt´s noch einhalten… :mrgreen: ), verirrten uns ein wenig zwischen noch unfertigen Wegen, vestigialen Bauzäunen und fleissigen Landschaftsgärtnern, und schlugen uns schließlich über die Hauptzugangsstrasse runter ins enge Seitental unterhalb der Lufthansa durch, wo wir auf einem ziemlich beschissenen Trampelpfädchen talwärts bis zum Seeheimer Ortsanfang in der Villastr. schlidderten/stolperten:
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Dort gleich noch mal links und durch den kleinen aber feinen Goldschmidtpark, ganz oben am Hang über Seeheim,…
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…den wir auf dem Weg…
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…unterhalb der Villa Goldschmidt…
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…in südlicher Richtung…
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…durchquerten…
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…und auf der anderen Seite am oberen Ende der Kranichstr. auf den Panoramaweg SJ3 wechselten, der am Waldrand oberhalb der letzten Seeheimer Häuser bis zurück nach Jugenheim rüber führt.

Laufrichtung: Südwest. Von vorne teils blendendes Gegenlicht durch die schräg stehende Sonne…
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…das die Umgebung zugleich jedoch in wunderbar warme, rötliche Erdtöne einfärbte:
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Und damit hatten wir´s auch schon fast geschaft. Noch schnell um/durch das schmale Wiesental zwischen Jugenheim und Seeheim…
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…dann noch ein Stückchen weiter den Weg über dem Waldrand entlang (zum Marker SJ3 gesellten sich gegen Ende auch noch das blaue B des Burgen- und das rote S des Alemannenwegs), und schließlich über von Jugenheim rechts ab und auf der steilen Treppe oberhalb der Strasse „Am Tannenberg“ runter ins Dorf:
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Direkt am Fuß der Treppe noch mal kurz Adrenalin: Ortsansässiger Riesenhund kommt aus seinem offenen Hoftor und will Nemo auffressen, Nemo hält dagegen und will ortsansässigen Riesenhund auffressen (Chancen stehen 15:1 für Riesenhund, aber Nemo hat sich noch nie um sowas geschert…), mittendrin ein schreiender Matthias, der versucht, den keifenden Nemo vor den Fängen seines geifernden Widersachers zu bewahren, bis der von der inzwischen dazugekommenen ortsansässigen Riesenhundbesitzerin zurück in seinen Garten geschleift werden kann.
Und hinterher dann auch noch ein vorwurfsvoller Blick von Nemo:
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„Warum hast du mich denn festgehalten? Den Fettsack hätt´ ich fertig gemacht…“

Dogs – sometimes they´re dumb as shit… 😀

Danach durch Jugenheim zurück: Seeheimer Str., Hauptstr., nochmal durch den schattig-hübschen Pauerweg…
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…und schließlich wieder nach Hause.

FIN

Wunderschöne Tour. Irgendwie vergisst ja gerne mal, wie schön es eigentlich im eigenen Hinterhof ist, um so mehr Spass macht es dann, sich das wieder ins Gedächtnis zu rufen.
Läuferisch wunderbar angenehm und entspannt, auch wenn der Spagat zwischen Joggen UND Hund UND Foto doch schon eine gewisse Konzentration erfordert.
Dazu dann noch der erste gebloggte Lauf über die Lufthansa – fast perfekt.
Lediglich mit den Fotos bin ich nicht ganz zufrieden, weil sie aufgrund der Lichtverhältnisse einfach nicht ganz akkurat wiedergeben, wie schön das heute tatsächlich war.
Aber hey – ich hab´s ja live miterlebt und weiss, wie es war – und ihr müsst euch die Farben halt einfach noch etwas intensiver und den Himmel noch etwas blauer vorstellen, dann passt das schon… 😉

Strecke: 8,5 km
Zeit: Was weiss ich? Wir sind ständig rumgestanden und haben Fotos geschossen oder das Beingehoben, so schnell kann´s also nicht gewesen sein… 😀
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 14,17% (1,25 km von 8,5 km)
Karte:
heiligenberg-tannenberg-lufthansa

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26 Antworten to “Best of Seeheim-Jugenheim – mit Hund und Foto (8,5 km)”


  1. einfach schick zu lesen *freu*

    Läuft Nemo ohne Leine mit?


  2. habs schon gesehen, an der Leine 🙄

    War im Reader ohne Foto *grrr*

  3. matbs Says:

    Hi Lutz!

    Mist, da hab´ ich doch heute Mittag, als ich eigentlich wieder zu meinem richtigen Tagwerk übergehen wollte, irgendwie den falschen Button gedrückt und den unfertigen Berichter gepostet, anstatt ihn zu speichern (ist mir auch noch nie passiert).

    Hat außer dir niemand gemerkt, aber du hast deswegen die noch nicht fertige Textruine zu sehen gekriegt, bei der der Großteil gefehlt hat, sorry.
    Am besten nochmal lesen, jetzt ist garantiert alles dabei… 😉

    Außerdem: Noch mal danke für das Kompliment, das hört man doch immer wieder gerne.

    Nemo läuft je nach Umgebung mit oder ohne Leine – in Ortschaften und im Strassenverkehr grundsätzlich mit, weil mir das sonst zu riskant ist.
    Da, wo weniger Verkehr ist, also z.B. im Wald oder in den Feldern, mach´ ich ihn dann aber meistens los, das ist ein bisschen bequemer für uns beide.

    Gruß

    Matthias


  4. gelesen und begeistert. Du machst das so wie ich wenn´s duch die Landschaft geht. Es wird Zeit, dass die Wege wieder frei sind hier oben.

    Mit Nemo laufen macht bestimmt viel Spaß 🙂

  5. Hannes Says:

    Wow – unglaublich viel zum Lesen und Bestaunen. Eine schöne Tour, herrlich anzuschauen!

  6. Christian Says:

    Schöner Bildbericht, der mich mit Neid erfüllt, da ich inzwischen zum permanenten Nachtläufer mutiere. Will auch wieder im Tageslicht laufen…

    Bitte mehr solche Berichte, danke.

    Salut

  7. matbs Says:

    @ Lutz: Ja, meistens macht´s mit Nemo viel Spass. Aber das hängt natürlich auch von der Tagesform ab – wenn Nemo mal quengelig ist oder unruhig oder auch einfach mal so nicht gut drauf, dann kann´s auch schon mal etwas nervig werden. Aber das gilt natürlich andersrum genauso – gemeinsame Läufe von Mensch und Hund verlangen von beiden Parteien ein bisschen mehr Konzentration und Aufmerksamkeit als normales Gassigehen, da muss man sich einfach drauf einlassen.
    Aber wenn das klappt ist es wirklich eine sehr schöne Sache, von der beide Seiten profitieren.

    @ Hannes: War auch herrlich zu laufen und hat richtig gut getan – genau das, was ich im Moment brauche.

    @ Christian: Die Tage werden ja schon wieder länger – noch ein bisschen Geduld, dann kannst du auch wieder ohne Stirnlampe los.
    Was die Berichte angeht: Ich arbeite dran – aber erwarte lieber mal nicht zu viel in der nächsten Zeit… 😉

  8. Jana Says:

    Ich hoffe, Du hast vorher sorgfältig überprüft, dass Dein Hund keine Streichhölzer versteckt hat, als Du ihn hast die Burg besetzen lassen.

  9. Ingo Says:

    Super Bericht!
    Das goldene Kreuz ist laut Wikipedia sogar etwa sieben Meter hoch (http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Heiligenberg_(Jugenheim)).

  10. matbs Says:

    @ Jana: Uh. Ich fürchte, dass mit den Streichhölzern hab´ ich jetzt nicht verstanden…
    Aber nein: Nemo hat weder Taschen noch Daumen, da ist Streichholzschmuggel relativ schwierig… 😉

    @ Ingo: Dankeschön.
    Echt, sieben Meter? Wow!
    Dadurch, dass man nicht direkt ran kann, ist das gar nicht so einfach einzuschätzen.

  11. diro1962 Says:

    Machts Du eigentlich Laufen und Fotografieren oder Fotografieren und Laufen? 😉
    Und was ist den „spiffy“ für ein Ausdruck? Hab ich ja noch nie gehört.
    Und das neue Schulungszentrum Training & Conference Center habe ich zwar noch nicht in nature gesehen, aber auf deinen Bildern sieht es doch ganz gut aus.
    Wenn es mal komplett fertig ist und die Landschaft rundherum sich ein bisschen erholt hat machen wir mal ne Exkursion dahin!

  12. matbs Says:

    Du weisst doch, Gerd, ich mach´ keine halben Sachen – wenn ich schon mal den Foto dabei hab´, dann wird der auch benutzt… 😉

    „Spiffy“ stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „schick“.

    Und die Exkursion können wir gerne mal machen – hab´ gerade heute mal über einen Fünfburgenlauf nachgedacht, bei dem man in einem Rutsch alle Burgen/Ruinen an der nördlichsten Bergstrasse abläuft (Frankenstein, Tannenburg, Ruine Jossa, Alsbacher Schloss, Auerbacher Schloss) – tolle Strecke, und man könnte auch die Lufthansa mitnehmen.
    Allerdings geht´s hin und wieder mal ein paar Schrittchen bergauf… 😀
    Apropos Exkursion: Ich warte übrigens immer noch auf deinen Routenvorschlag fürs Dieburger Land/Messeler Hügelland/Wie Das Da Oben Sonst Noch So Heisst… 🙂

  13. Gerd Says:

    Ist nicht vergessen und kommt bestimmt ins Programm. Ich muss mich im neuen Jahr erst mal wieder sortieren und schauen wie läuft. Aber die Tour kommt auf jeden Fall.
    Ich würde so was halt auch gerne machen wenn das Wetter ein bisschen besser ist. Zur Zeit kriegen mich keine 10Pferde in den Wald. Da bin ich auch mal ein bisschen Weichei. 😉

  14. matbs Says:

    Immer mit der Ruhe, du Weichei. 😉

  15. Martin Says:

    rein vom Bericht und von den Bildern hat man spontan die Eingebung du dokumentierst zumindest einen Halbmarathon 😉 Tatsächlich sind das 8,5 km – ganz schön abwechlungsreich die Strecke…

    schöne Bilder, schöner Bericht und mutiger Hund…

  16. matbs Says:

    Hi Martin,

    ich weiss schon, warum ich die Läufe mit Foto lieber etwas kürzer halte. HM-Distanzen mit der Kamera, da wär´ mein Blogspace wahrscheinlich ruck-zuck aufgebraucht… 😀
    Wobei das allerdings auch wirklich eine besonders „volle“ Strecke war, zumindest was interessante Orte angeht.

    Danke für den netten Kommentar 🙂

    Matthias

  17. Jana Says:

    Naja, ich fand meine Anspielung großartig, aber doof, wenn sie keiner versteht 😉

  18. matbs Says:

    Mach dir nix draus, Jana, sowas passiert mir auch ständig… 😉

    Wobei, kleiner Tipp fürs nächste Mal: Er heisst ja Ne“M“o, da sind Anspielungen auf Clownfische, Kämpfe mit Riesenkraken oder geblendete Zyklopen (lallerdings nur in der lateinischen Version…) vielleicht etwas eindeutiger 😀

    Gruß aus dem sonnigen Südhessen

    Matthias


  19. […] Best of Seeheim-Jugenheim – mit Hund und Foto (8,5 km) […]


  20. […] auf 10 kommen), und nachdem ich in den letzten Wochen bereits zwei davon (Auerbacher Schloss und Burg Tannenberg) mit einem Fotolaufbericht beschrieben habe, wollte ich heute einfach mal die nächsten zwei […]


  21. […] sich – je nach Laufrichtung – entweder die Bergstrasse… Bild #48: Gernsheim, dahinter die Lufthansa über Seeheim, dahinter die fast 20 km entfernte Neutscher Höhe. Mit großem Zoom, deshalb […]


  22. […] nahm ich dann auch den kurzen Weg zum Tannenberg. Um mal zu zitieren, was ich beim letzten Mal, als ich hier vorbeigekommen bin drüber geschrieben habe: Der läuft schnurgerade den Hang hoch, […]


  23. […] Weg am Waldrand entlang nach Norden (SJ3), über den ersten Häusern Seeheims entlang bis zur Kreuzung direkt unterhalb der Lufthansa und am südlichen Eingang zum Goldschmidt-Park, dort links und auf dem Domweg (den bin ich noch nie gelaufen, das fällt mir jetzt erst auf) […]


  24. […] wegen Zwischendenjahrensattundträgeschreibfaulheit (wer mehr über die Ecke wissen will, wird z.B. hier und hier fündig). Stattdessen konzentrieren wir uns heute voll und ganz auf die Fotos – here we […]


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