Durch Regen, Sturm und Flachland (10,3 km)

23. Januar 2009

Hrm.

Eigentlich wollte ich ja gestern laufen gehen. Da war´s superschön mit viel Sonne und blauem Himmel.
Hat aber mal wieder zeitlich nicht hingehauen.
Also musste ich stattdessen heute. Da war´s supertrüb mit viel Regen und Sturm.

Bekanntlich nicht so ganz mein Lieblingslaufwetter, aber man kann sich´s halt nicht immer aussuchen (Zumal hin und wieder trüb und regnerisch ja auch nicht wirklich schlimm ist. Nervig wird´s erst, wenn´s wochenlang so bleiben sollte – was ich jetzt einfach mal nicht hoffe…).

Na gut, dann eben mal wieder ´ne Tour bei nicht ganz so guter Witterung.
Wohin?
Hrm.
Wald und Berge fielen a priori aus, weil zu schlammig (das ist im Moment teilweise so extrem, da kann man echt nur noch waten – gerade am Hang macht das keinen Spass) und zu stürmisch (Sturm + exponierter Bergwald = zu hohes Risiko, einen 3-m.-Ast auf den Hirnkasten zu kriegen).

Blieb also noch das gute, alte Flachland.
Hrm (Nur falls ichs noch nicht gesagt haben sollte… :mrgreen: )


Viel Lust auf was Ausgefallenes hatte ich auch nicht, also nahm ich einfach die erstbeste Zehnerstrecke, die mir in den Sinn kam, nämlich die Route, auf der ich letzten Hebrst meinen denkwürdigen Wettlauf gegen die Nacht verloren habe (falls ihr den entsprechenden Laufbericht noch nicht kennt und gerade nix Besseres zu tun habt, könnt ihr ihn euch ja mal anschauen – das ist nämlich einer der besten Beiträge, die ich seit langem geschrieben habe).

Start um Halb vier, dieses Mal ohne Bob und Harry, dafür aber mit Nemo im Schlepptau (denn warum soll ich alleine nass und schlammig werden wenn ich dieses Schicksal auch meinem Hund angedeihen lassen kann? 😉 ).
Erstmal kurz südwärts, auf dem Blütenweg in Richtung Alsbach. Gottseidank kaum noch Regen (die unheimlich niedrig hängenden Wolken waren offenbar zu sehr damit beschäftigt, mit irrwitzigem Tempo vorbeizurasen Vorbeirasen beschäftigt), dafür aber um so mehr Sturm, der nicht nur pisswarm war, sondern zudem auch noch direkt von Süden blies.
GE-GEN-WIND!!!!
Und was für einer. Fast wie steil Bergauflaufen, nur dass dabei auch noch die Frisur flöten ging… 😉
Als Gratis-Dreingabe gab´s dann im Feld auch gleich noch soviel Morast, Morast, Morast und ääh, Morast – der Untergrund war nach Tauwetter und Regenfällen wie ein pfütziger Schwamm, bei dem man mit jedem Schritt entweder knöcheltief einsackte oder schmierseifig vorwärts schlidderte.
Für Spass war also gesorgt… 😉

Nach 250 m. rechts vom Blütenweg ab und abwärts zur L3100.
Wind jetzt von der Seite, dafür ein bisschen Gefälle zum Schlick.
So ähnlich muss „Holiday on Ice“ aussehen, wenn die Protagonisten nicht schlittschulaufen können und besoffen sind… 😆
Immerhin kam Nemo gut klar, vier kurze Beine sind manchmal echt praktischer als zwei lange…

Unten angekommen über die Landstrasse, geradeaus, über die Strassenbahn und weiter durchs Feld bis nach Bickenbach, alles mit hohem Tempo (mieses Wetter macht mich immer schnell) und wesentlich besserem Untergrund (hier unten hat´s Sandboden, der schluckt das Wasser besser, ohne schlüpfrig zu werden).

In Bickenbach angekommen einmal quer durchs Dorf: Kurz die Alsbacher Str. entlang, rechts die Hügelstr. runter, am Spielplatz auf die Mierendorff-Str. gewechselt., der bis zur B3 gefolgt und auf dem Holunderweg wieder aus dem Ort raus und weiter bis an die Umgehungsstr.
Weiterhin: Schnell!
Auch wenn Nemo etwas zickte, weil ihn das Laufen an der kurzen Leine etwas störte, und ich mich schon etwas kurzatmig fühlte.
Aber sowas muss man ignorieren können.

Der Umgehungsstr./Bertha-Benz-Str. nach rechts gefolgt und unter der Bahn durch. Hässliches Stück, direkt auf der uneinsichtigen Fahrbahn ohne Seitenstreifen oder Fußweg durch die Unterführung, das ist selbst ohne Hund immer ein bisschen haarig.
Mit Hund – na ja, man muss halt sehr gut aufpassen…

Dahinter dann links, an der Großgärtnerei vorbei und auf den Radweg 17 in Richtung Sandwiese.
900 m. durchs offene Feld, geradewegs nach Süden.
Boah, war der Gegenwind brutal (aber wenigstens warm…)!
Ich musste spontan in den Berglaufmodus wechseln (schnelle, kleine Schritte, Oberkörper etwas nach vorne, Kraft statt Tempo), und selbst der wesentlich windschnittigere Nemo hatte etwas zu kämpfen.
Heidenei.

Kurz vor der Sandwiese rechts und auf der Autobahnbrücke kurz vor dem Rasthof Alsbach über die A5.
Oben hätte es uns fast runtergeweht.

Dahinter am Erlenhof/Gestüt Wolf entlang bis kurz vor den Weilerhügel (wo gaaaaaanz früher mal ´ne poplige Burg draufgestanden hat, bis die Herren von Bickenbach genug davon hatten, von den anderen lokalen Rittern ständig dafür ausgelacht zu werden, dass sie im Sumpf wohnen, und lieber aufs Alsbacher Schloss in die Berge gezogen sind), dort rechts auf den Lokalweg H1 und weiter bis zur Kreuzung im Niemandsland an der Hainlache.
Links und rechts des Weges marschige Wiesen und Äcker, nach kurzem der naturbelassene Sumpfwald der Hainlache – überall stand das Wasser.

An der Kreuzung rechts auf den Saar-Rhein-Main-Weg (gelbes Plus) und nordwärts zum Lindenhof. Inzwischen merkte ich die hohe Geschwindigkeit des bisherigen Laufs schon recht deutlich (da war natürlich nur der Gegenwind dran schuld. 😉 ), also nahm ich etwas Tempo raus. Das half auch, ansatzweise trockenen Fußes um die ozeangroßen Pfützen rumzukommen, die sich in den Mulden des unebenen alten Plattenwegs gebildet hatten.

Am Lindenhof links, Brücke hoch, über die A5, Brücke runter, durchs Bickenbacher Gewerbegebiet zum Bahnhof, unter der Bahn durch, geradeaus die Bahnhofstr. hoch (das zooooog sich heute mal wieder – Puuh!), weiter geradeaus durch die Bachgasse (die ihren Namen heute mal nicht verdient hatte, denn trotz der großen Feuchtigkeit allenthalben war das Bett des Landbachs, der normalerweise offen hier durchfliesst, vollkommen ausgetrocknet), dann rechts durch Steingasse an die Darmstädter Str./B3, die links hoch, rechts in die Jugenheimer Str., geradeaus aus Bickenbach raus, und auf dem Radweg neben der K146 zurück nach Jugenheim, wo wir die Bickenbacher und die Hauptstr. hochpowerten (hurrrgh, jetzt auch noch bergauf) und schließlich über die Alsbacher Str. nach Hause liefen.

Hehe, das waren übrigens gerade über vier Kilometer in einem einzigen Satz – Wahrscheinlich ein Rekord für mich… 😀

Und das war´s dann auch schon.
Angesichts des Wetters eine ganz ordentliche Tour (ordentlich schnell, ordentlich anstrengend, und wir waren am Ende beide ordentlich eingesaut) – nicht ganz so fix wie beim letzten Mal, aber da waren natürlich ausschließlich der faule Nemo und der fiese Gegenwind dran schuld… 😆
Insgesamt: Sicherlich kein Highlight, aber ok.

Strecke: 10,3 km
Zeit: 0:56 h (= 11,04 km/h bzw. 5:26 min/km)
Neue Strecke: Niente
Karte:

Und nochmal zur Erinnerung: Matthias vs. Nacht auf derselben Strecke 😉

M.

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12 Antworten to “Durch Regen, Sturm und Flachland (10,3 km)”

  1. Bernd Says:

    Mein Lieblingswetter wäre das auch nicht, aber das Wetter kann man sich beim Laufen nicht aussuchen, es sei denn man läuft nur drinnen auf dem Laufband.
    Ich finde 0:56 h für 10,3 km bei den Bedingungen sehr gut, schon weil ich selber nicht so schnell bin, eine solche Zeit nicht mal unter optimalsten Bedingungen erreiche.

  2. matbs Says:

    Hi Bernd,

    du hast natürlich recht, aussuchen kann man sich´s nicht (und Laufband – brrrrrr, da will ich nicht mal dran denken 😉 ) – aber so ein bisschen gepflegt drüber nörgeln kann man, dazu ist so ein Blog ja schließlich da 😀 😉

    Die Zeit ist auf jeden Fall sehr ordentlich, auch für meine Verhältniss, aber letztlich ja eh nicht so wichtig – Hauptsache, alles hat gut geklappt und war nicht unerträglich schlimm (und das war´s bestimmt nicht).

    Gruß

    Matthias

  3. Christian Says:

    Gestern war wirklich nicht schön mit dem starken Wind. Dafür sieht es jetzt super aus…mal sehen 🙂
    Gegenwind als bergauf-Ersatz ist schon was tolles, sollte man den Flachländern mal ans Herz legen 😉 Trotzdem war Dein Tempo nivht ohne, Du wirst noch zum Flach-Etappen-Läufer, ich muss Dich glaub mal hier bei uns zu einem etwas anspruchsvolleren Halbmarathon mit ordentlich Höhenmeter anmelden 😉

    Schönes Wochenende

  4. diro1962 Says:

    Das Wetter war gestern echt was besonderes. Ich habe bei meiner Heimfahrt den Wind auch „genossen“. 😉
    Dafür werden wir ja heute entschädigt. Im Augenblick geh ich aber nur eine kleine Runde an. Zum regenerieren. 😆
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

  5. matbs Says:

    @ Christian: Keine Angst, ich bleib´ den Bergen und Hügeln schon treu. Aber zwischendurch auch mal ein paar schnellere Runde auf fast ebenem Gelände sind sowohl für den Kopf als auch für die Beine auch mal sehr schön. Außerdem hab´ ich das Flachland ja genauso vor der Haustür wie das Bergland – einer der Vorteile, wenn man direkt am Rand eines Mittelgebirges wohnt – und es wäre doch schade, nur die Hälfte der verfügbaren Umgebung zu nutzen… 😉
    Was natürlich nichts dran ändert, dass so ein schöner entspannter HM mit ein paar hunder Höhenmeterchen schon was Nettes wäre, selbst wenn er weit weg von meinem Streckennetz stattfindet.
    Hattest du da was bestimmtes im Auge?

    @ Gerd: Stimmt, heute is´ schon wieder ziemlich hübsch – Ein Wetter wie im April. Am liebsten würd´ ich da gleich schon wieder was Großes mit viel neuer Strecke angehen, aber die Zeit, die Zeit, die Zeit…
    Also wird´s wohl auch bei mir kurz werden.
    Aber vielleicht quäl´ ich mich ja wenigstens ein bisschen, schließlich muss bei meinem momentanen Lullerpensum nicht regenieren… 😉
    Ebenfalls ein schönes und vor allem entspanntes WE!

  6. Christian Says:

    Hallo Matthias,
    im Auge habe ich einige, meine drei Lieblinge kann ich Dir gerne nennen:
    http://www.lichtenwald-lauf.de.vu/
    http://www.rebenlauf.de/
    http://www2.cityinfonetz.de/nikolauslauf/start.html

    Sind alle wunderschön in die Landschaft gepflanzt, mit mehr als 300 Höhenmeter auch etwas anstrengend, aber sie sind es alle wert. Die ersten beiden sind vom Teilnehmer-Aufkommen familiärer. Gelaufen bin ich sie bereits alle und der schönste ist zweifellos die Nummer 2 😎

    Schau Dir´s mal an, mich wirst Du bei allen finden.

    Salut

  7. matbs Says:

    Sieht alles sehr nett aus, auch wenn´s natürlich weit weg ist.
    Auf jeden Fall ein Grund zur „Todsünde“ (die du ja aber sehr wahrscheinlich auch begangen hast, wenn du da schon mitgelaufen bist, oder 😀 ). 😉
    Aber ich erkunde ja unheimlich gerne neue Laufgründe, also wer weiss… 😀

    Alternativ gibt´s natürlich auch hier in der Gegend genug in der Richtung, z.B. den 20-km Melibokuslauf im Juni – wobei der halt immer ein bisschen frustrierend für mich ist, weil ich da auf meiner Hausstrecke immer von Gott und der Welt abgehängt werde (denn der hat mit seinen 400 bis 500 teils steilen HM auf 20 km den Ruf als ziemlich harter Berglauf, deswegen starten da überdurchschnittlich viele von den richtig toughen Laufmonstern, und mit denen kann ich dann trotz guter Bergfestigkeit einfach nicht mithalten… 🙂 ).

    Mal sehen, ein paar tolle Pläne für das Laufjahr hab´ ich ja ohnehin in der Hinterhand, auch wenn sie erstmal wenig mit offiziellen Laufveranstaltungen, Bestzeiten oder Streckenrekorden zu tun haben…

  8. Christian Says:

    Den Melibokuslauf schau ich mir mal an 😉

    Falls Du ein Jucken verspürst, hier im Süden an einem netten lauf teilzunehmen, funk mich einfach an. Da kann dann schon was organisiert werden 🙂

    Salut

  9. matbs Says:

    Für den nächsten Melibokuslauf gibt´s im Moment leider noch keine richtige Ausschreibung mit Streckenprofil (keine Ahnung, warum sie das nicht einfach vom letzten Mal haben stehen lassen), aber zumindest die Basisinfos findest du hier:
    http://www.sporton.de/cms/turnverein-1898-alsbach/

    Wenn du mal sehen möchtest, wie man überhaupt auf den Melibokus kommt (allerdings auf anderer/kürzerer Strecke), das gibt´s hier mit Fotos:
    https://laufblog.wordpress.com/2008/10/12/kommt-wir-laufen-auf-den-melibokus-101-km/
    😉

    Ansonsten: Gut möglich, dass ich auf die zurückkomme, wenn´s zeitlich/terminlich hinhaut, und ich es übers Herz bringe, mein geschlossenes Streckennetz zu kompromittieren (denn normalerweise laufe ich ja mit der Maßgabe, dass jeder meiner Läufe mit allen anderen verbunden sein muss. Ist keine eherne Regel, aber zumindest eine hölzerne, und wird dementsprechend nicht leichtfertig gebrochen… 🙂 ).
    Das gleiche gilt natürlich auch für dich – meld´ dich, wenn du mal im „Norden“ laufen magst und/oder in der Gegend bist… 🙂


  10. […] Durch Regen, Sturm und Flachland (10,3 km) […]

  11. Markus Jais Says:

    Toller bericht. Da sieht man mal wieder dass es keinen Grund gibt bei schlechtem Wetter zu Hause zu bleiben.
    Auch bei Regen lässt es sich gut laufen.
    Ich persönlich laufe sogar gerne bei regen. Besonders in Frühjahr und Sommer ist die Luft da besser. Bei Regen laufe ich oft sogar mehr als bei Sonne, besonders im Frühjahr oder Sommer.
    Regen und Sturm im Herbst und Winter kosten etwas mehr Überwindung, aber auch da macht laufen Spaß. Bei starkem Wind meide ich den Wald wg. unstürzender Bäume.

    Nur bei Hagel verzichte ich aufs laufen 🙂

  12. matbs Says:

    Hi Markus!

    Bei mir läuft ja immer sehr stark das Auge mit, deshalb hab´ ich´s am allerliebsten schön, sonnig und trocken, das sieht einfach hübscher aus – außerdem ist es nervig, wenn man als Brillenträger bei Regen entweder ständig die Augengläser reinigen oder einen läuferischen Blindflug hinlegen muss… 😉

    Aber natürlich hast du Recht: Raus kann/soll/muss man auch bei „schlechtem“ Wetter, auch wenn´s manchmal etwas schwer fällt.
    (Und Hagel muss wirklich nicht sein…)

    Danke für den netten Kommentar

    Gruß

    Matthias


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