Hardcore Berg- und Crosstour ins/ums/durchs Balkhäuser Tal (11,8 km)

24. Januar 2009

Gestern Sturm und Regen, heute schon wieder Windstille und milder Sonnenschein. Soll einer das Wetter verstehen…

Nicht dass ich mich beschweren würde, im Gegenteil: So ein feines Frühlingswetterchen weckt bei mir – ich hab´s ja neulich schon mal bemerkt – den läuferischen Tatendrang.
Da krieg ich immer spontan Lust, die Beine in die Hand zu nehmen (übrigens eine coole Umschreibung fürs Laufen, oder? 😀 ) und mal wieder eins von den Dingen zu erledigen, die schon länger auf meiner läuferischen To-do-Liste steht.
So auch heute.

Für die großen Wunschprojekte ist es im Moment allerdings aus mehreren Gründen noch zu früh, also suchte ich mir halt was Kurzes, Kleines ganz nahe an zuhause aus.


Nämlich die Lücke, die mein Streckennetz am Westhang des mittleren Balkhäuser Tals aufweist. Da gibt es nämlich einen Riesenplacken Landschaft, durch den ich noch nie durchgelaufen bin, obwohl er gerade mal 2 km Luftlinie von Daheim entfernt ist.
Aber schaut selbst, das sieht doch einfach nicht gut aus:
lucke1
Natürlich hat´s auch einen Grund, warum ich dort noch nie durchgelaufen bin, und sogar einen ziemlich einleuchtenden:
Es gibt dort einfach keine Wege – am ganzen, riesigen Hang, auf einer Länge von ca. einem km, gibt es keine einzige laufbare Verbindung zwischen dem Dorf Balkhausen unten im Talgrund und dem Wald hoch oben am Melibokusmassiv. Ein paar Wege von unten in die steilen Hangweiden und Wiesen, aber die enden alle irgendwo mittendrin, ohne zum Wald zu gelangen (auch wenn die Wanderkarte das Gegenteil behauptet: Wieder mal so ein Fall von „Realität trumpft Karte“ – ich hab´ seit Jahren gesucht, da ist nix).
Tja, und das hat mich bisher immer abgehalten…

Aber heute nicht!
Schließlich ist Frühling (oder so ähnlich…).
Heute würde ich mitten durch die Lücke durchlaufen, auch ohne Wege und Pfade. Einfach von Balkhausen in die steilen Hänge rein, und dann wild über die Wiesen/durch die Wildnis irgendwie nach oben durchschlagen.
So eine richtige, gute, alte mich-kann-nix-aufhalten-cross-und-Abenteuer-Tour geradewegs durch die unwegsame Pampa!
Boo-Yah! 😀

Wo ich schon dabei war, beschloss ich, gleich auch noch ein paar andere Wegabschnitte bei Balkhausen abzulaufen, die ich bisher wegen genereller Unauffindbarkeit/Scheissigkeit/Steilheit wohlweislich gemieden hatte. Wenn schon Mördercrosscountryexpedition in die wilden, ungezähmten Bergwälder, dann auch gleich richtig!!
Ich wiederhole: BOO-YAH!!!
Testosteron ist doch was Feines… 😆

Oh, Nemo nahm ich übrigens auch wieder mit.
Nur zur Sicherheit. Um die Wölfe abzuschrecken, oder um ihn mit einer Nachricht zurück in die Zivilisation zu schicken, falls mir unterwegs was zustossen sollte („Beide Beine gebrochen am Grund der Teufelsklamm. Es geht zu Ende. Weint nicht um mich.“ Oder sowas. Das kommt immer gut. 😆 )

Start am frühen Nachmittag. Zuerst noch ganz zivilisiert. Erster Aufstieg der heutigen Tour (von insgesamt fünf) in den Wald hinterm Haus, kurz auf dem Burgen-/Alemannenweg durchs schmale und eisige Hasselbachtal, dann hoch auf die Anhöhe am Merckschen Wasserturm und weiter bis zum Anfang des Pürschwegs (SJ2). 60 HM, schon recht steil, aber das Stück laufen wir so oft und der Weg ist so gut, das flutscht.

Den Pürschweg dann aber nicht rechts hoch in Richtung Melibokus, sondern links runter, in Richtung Jugenheim und weiter ins Balkhäuser Tal.
Gut bergab.
Da gingense schon wieder flöten, die schönen Höhenmeterchen… (Aber das gehörte ja zum Konzept der heutigen Tour: Immer schön auf halber Höhe an den Talwänden hoch und runter, da klettert man viel mehr, als wenn man geradewegs den höchsten Punkt der Umgebung ansteuert).

Kurz bevor wir die L3103 am Grund des schmalen unteren Balkhäuser Tals erreichten, ging´s rechts ab, auf einen namenlosen (wahrscheinlich hat er einen Namen, aber ich kenn´ ihn nicht), unmarkierten Pfad, der parallel zur Strasse (aber deutlich oberhalb, durch den Wald am steilen Talrand) südostwärts führt.

Erster Vorgeschmack von Abenteuer: Der Pfad ist nicht besonders gut: Schmal, steinig, astig, ein bisschen schlammig, zwischendurch wird er immer mal wieder von umgestürzten Baumstämmen blockiert (wie gesagt: Nebenpfad, keine Markierung und zu schmal und abschüssig, als dass die Forstarbeiter hier mit dem Auto hinkönnten, da bleiben die Bäume auch schon mal ein, zwei Jährchen liegen).
Oh, und ordentlich steil isser auch: Während Strasse unten im Tal mit moderaten 5% oder 6% Steigung bergauf führt, schraubt sich der Pfad nämlich zugleich auch noch seitlich an der Hangwand hoch, was dann eine Steigung von 10% oder 12% ergibt.
Eigentlich auch kein Problem, aber irgendwie war ich wohl von gestern noch ein bisschen im läuferischen Flachlandmodus und liess es ein bisschen zu schnell angehen. Folgerichtig war ich bereits nach einem halben Kilometer etwas ausser Atem und nahm lieber mal einen Gang raus – nur nicht zu früh verausgaben, eine der wichtigsten Regeln beim Berglaufen.

Nach einem knappen km die erste und einzige Abzweigung des Weges, wir liefen geradeaus durch – ein noch kleineres, schmaleres Trampelpfädchen durch den Hangwald, aber immerhin mit Markierung (gelbe 7, Kisselsgrund-Weg) und – nach einem letzten fiesen Kurzanstieg – erst eben, dann abschüssig zurück runter ins Balkhäuser Tal.
Zweite Anstiegsphase beendet. Puha.
Status: Ein bisschen geschwitzt, ein bisschen eingesaut, ein bisschen ausser Atem, aber guter Dinge.
Hund: Perpetual beinhebend, hechelt etwas, will weiter – offensichtlich voll funktionsfähig… 😀
Bestens.

Und wieder abwärts, das abenteuerliche Pfädchen runter bis an den Waldrand im Kisselsgrund, einem hübschen, schmalen Seitenarm des Balkhäuser Tals, dem wir bis runter an die L3103 folgten (mit kurzen Unterbrechungen, denn auch hier liegen grundsätzlich ein oder zwei umgestürzte Bäume im Weg. Sind übrigens jedes Mal andere Bäume, ohne dass der Wald darunter zu leiden scheint. Ein Mysterium… 😉 ).

Unten angekommen ein kleiner Schlenker über den Naturparkplatz am Talhof, dann auf dem Kiesweg am Strassenrand 300 m. aufwärts bis nach Balkhausen rein und kurz die Felsbergstr. hoch.
Aber nicht lange – gleich bei der nächsten Gelegenheit links ab („Im Fasanengarten“), runter in den Talgrund unterhalb des Dorfes.
Zeit für Aufstieg Nr. 3!

Der hatte es in sich: Unmarkierter Weg am Schulberg entlang aufwärts, neben einem kleinen Bachlauf geradewegs den steilen Osthang des Balkhäuser Tals hoch.
Landschaftlich sehr hübsch – Weiden, Streuobstwiesen, rechts des Weges eine Art Minifeuchtbiotop am Bachufer, mit Schilf und schönen, alten knorrigen Bäumen.
Läuferisch hingegen anspruchsvoll. Steil. Etwas uneben. Und furchtbar schlammig. Wohl der Einfluss des Bachs, das war teilweise der reinste Sumpf (etwas weiter oben waren sogar ein paar Meter glibbrigster Eisreste mitten über den Weg gefroren – wenn schon mal versucht hat, ohne Schlittschuhe bergauf Schlittschuh zu laufen, kann sich ungefähr vorstellen, wie wir da rüber gekommen… 😆 ).
Steil und lang und glitschig – das zog ordentlich rein.

Nach ca. einem halben km Aufstieg erreichten wir endlich – respektive schwer schnaufendn bzw. ordentlich hechelnd- den Waldrand oberhalb der Hangwiesen, wo es unverändert weiter bergauf ging.

Aufwärts durch den Wald am Vogelherd, auf den eingangs bereits erwähnten bisher unerlaufenen obskuren Nebenpfädchen, die teils so mies und eingeschlämmt waren, dass man sie nur mit viel gutem Willen und einem vollen Satz Anführungszeichen als „Weg“ bezeichnen konnte.
Echte Hardcore-Cross-Passage am Hang.
Saumässig anstrengend, machte aber einen Riesenspass. 🙂

Nach diversen verworrenen Kurven und Serpentinen um irgendwelche vergessenen Mini-Tälchen erreichten wir schließlich den Lokalwanderweg SJ2 am Vogelherd.
Breiter Weg, fester, trittsicherer Untergrund und bekanntes Terrain, zur Abwechslung auch mal wieder ganz nett.
Weiter bergauf ging´s natürlich trotzdem, noch ein paar hundert Meter bei sehr ordentlicher Steigung (die sich nach den gerade bestandenen Strapazen gleich noch ein bisschen ordentlicher anfühlte) den bequemen SJ2 hoch, bis wir die Wegscheide an der vorletzten Serpentine unterhalb des Gipfels erreichten.

Ende Anstieg Nr. 3, vorerst höchster Punkt der heutigen Tour.
Puha.
Kurze Verschnaufpause, dabei den schönen Blick durch die kahlen Bäume zur anderen Seite des weit unter uns liegenden Balkhäuser Tals genossen, direkt auf den Hangwiesen an der „Lücke“ – also das Stück, das wir nachher noch in Angrif nehmen wollten.
Sah selbst von hier unglaublich steil und hoch aus, wie eine grüne, leicht geschwungene Wand.
Das würde noch ein Spass werden… 🙂

Zuerst mal ging´s aber wieder bergab. Mehr obskure, kaum auffindbare Pseudowegchen, die sich abwechselnd als knietiefer butterweicher Morast und knöchelbrechenes Labyrinth aus Ästen und Stein präsentierten, alles schön tückisch versteckt unter einer dicken, rutschigen Schicht alten Herbstlaubs. Physisch zwar etwas weniger anstrengend, aber dafür brauchte es eine unheimliche Konzentration.
Irgendwann erreichten wir etwas bekanntere Gefilde weiter unten am Hang, wo wir bei einer kleinen Wanderung im Sommer 07 mal die Orientierung und Nemos Hundeleine verloren hatten. Die Orientierung konnten wir damals irgendwann wiederfinden, aber die Leine dürfte auch heute noch irgendwo in der unwegsamen Wildnis vor sich hinmodern…

Noch ein, zwei abfallende Serpentinen, dann waren wir auch schon wieder aus dem Wald raus und liefen durch das idyllische kleine Seitental an den Neuwiesen bis runter in den Talgrund (wieder mal…).

Hier war dann Schluss mit lustig.
Aufstieg Nr. 4.
THE BIG ONE!
So querfeldein wie nötig den Hang auf der anderen Talseite hoch und mitten durch die Lücke.

Zuerst war´s ja noch ganz harmlos. Vom Talgrund aus hoch nach Balkhausen, geradewegs quer durchs Dorf durch (was nicht schwer ist, denn Balkhausen ist ein „Einstrassen-Dorf“, das sich zwar ewig lange das Tal hinauf zieht, aber dabei eben auch ganz schmal ist), und auf der anderen Seite auf einem namenlosen, unmarkierten, noch nie zuvor gelaufenen Wirtschaftsweg hoch in die Wiesen am Osthang (Laut Gemarkungskarte die „Bodenäcker“).
Hübsche Weiden voll verständnislos glotzender Kühe, schöner Blick über Balkhausen, alles eigentlich sehr nett.
Was mir allerdings etwas Sorgen machte, war die Steigung.
Die war einfach nicht groß genug – während sich rechts von uns ein hoher und unglaublich steiler, grasbewachsener Vorberg erhob, auf dem sich gerade ein paar Paraglider startbereit machten (Merke: Wenn der Berg, auf den du gerade willst, so steil und so hoch ist, dass Gleitschirmflieger von dort starten, weisst du, dass du noch Einiges vor dir hast… 😉 ), wendelte sich der Feldweg mit halbwegs moderater Steigung schön bedächtig um den echten Aufstieg herum.
Nett zu laufen, aber es bedeutete auch, dass es später um so steiler werden würde. Uuuhhhhh….

Nach ein paar hundert Metern endete der Feldweg dann.
Nicht unerwartet (denn ich hatte ja gewusst, dass hier kein Weg bis hoch zum Wald führt) aber doch recht abrupt: Kleine Kurve, dahinter dann plötzlich ein Weidezaun mitten über den sich verlierednen Weg, hinter dem eine Herde Kühe stand und glotzte.
Ok. Ab jetzt also Cross-Country.
Optionen:
– Hinter uns das Balkhäuser Tal. Waren wir gerade hochgekommen, wollten wir also nicht.
– Vor uns und links von uns Weidezaun und die Kühe. Zwar ungefähr die richtige Richtung, aber nicht praktikabel. Wenn schon Landfriedensbruch, dann auf einer Weide ohne Kühe, gerade mit dem Hund im Schlepptau.
-Blieb also noch rechts. Der Hügel mit den Paraglidern (laut Flurkarte der Eichelsberg). Kein Weidezaun, offene Wiese, und es ging bergauf.
Nahmen wir.

ACHDULIEBESCHEISSEWARDASVERDAMMICHNOCHMALSTEIL!!!!!!!!!!!!!!!!

Bis auf den Gipfel des Eichelsbergs war´s nicht besonders weit. Vielleicht etwas über 100 m. Strecke.
Aber mit fast 50 Höhenmetern!!!
40% bis 50% Steigung – das ist hart an der Grenze zu dem Punkt, wo man die Hände benutzen muss, um überhaupt noch vorwärts zu kommen.
Nix mit Joggen, den schleppten wir uns gehend und schnaufend hoch.
War anstrengend genug… 🙂

Oben angekommen gab´s zur Belohnung erstmal einen herrlichen Panoramablick über Balkhausen, und direkt danach die Fortsetzung der Frage „Was jetzt“.
Auch hier oben in der Richtung, in die wir wollten: Weidezäune.
Immerhin, direkt vor uns lag die Hangwiese mit den beiden Paraglidern, die wir schon von unten gesehen hatten, und die reichte offensichtlich bis zum Waldrand über dem Tal hoch.

Sah gut aus, wir mussten nur noch hinkommen.
Dummerweise ist so ein Stacheldrahtzaun ein überraschend schwieriges Hindernis – zum Drüberklettern ist er zu wacklig, das geht nicht. Drüberspringen… naa, zu hoch, gerade nach einem anstrengenden Berglauf.
Bleibt noch untendrunter durch robben.
Sieht dumm aus, man macht sich dreckig, aber es ist der beste Weg.
Also machte ich das.

Zuerst versuchte ich noch, den Zaun angesichts der beiden Gleitschirmflieger in Sichtweite ansatzweise nonchalant mit so einer Art Liegestütz-Rolle zu bewältigen.
Natürlich verfing sich meine Laufhose prompt im Stacheldraht.
Schlecht für meine Würde, gut für die beiden Paraglider, die inzwischen mit unverholenem Interesse zu dem dicken Mann mit dem kleinen Hund rüberstarrten, der soeben auf dem Bauch kriechend seinen Arsch in den Weidezaun gewickelt hatte, und sich nun mit pathetischen robb-Bewegungen zu befreien versuchte…
That´s entertainment, folks – Wenn ihr mal jemanden braucht, der die Fähigkeit hat, in jeder Lebenslage eine schlechte Figur zu machen, wendet euch einfach an mich: Ich kenn´ mich da aus… 😆

Beim zweiten Mal kroch ich dann halt wirklich auf dem Bauch drunter durch – ist die Würde ruiniert, kriecht sich´s ziemlich ungeniert.
Oder so ähnlich… 😀

Dann weiter: Mit gerötetem Gesicht (natürlich nur wegen der Anstrengung…) und eingeschlämmter Kehrseite an den Paraglidern vorbei (freundlich gegrüsst und schnell gefragt, ob ich über die Wiese laufen dürfe – sie meinten, es wäre ok und hatten ausserdem den Anstand, mich nicht laut auszulachen. Nette Jungs…) und hoch zum Waldrand, dort mit Hilfe eines Baums etwas eleganter über den Weidezaun geklettert und weiter aufwärts, in den wilden, ungezähmten Wald an der Ostseite des Melibokusmassivs.

Wie gesagt: Hier gibt´s keine Strassen, keine Wege, keine Trampelfpade. Nur unwegsame Wildnis, bestehend steilem Hangwald mit +/- 30%iger Steigung, dichtem Unterholz, umgestürzten Bäumen, rumliegenden Ästen, rutschigem Laub, Dornen, undurchdringlichen Dickichten, losem Geröll… das volle Programm, durch das wir uns nun japsend und im Schneckentempo aufwärts kämpften (an Joggen war hier meist auch nicht zu denken), bis wir schließlich, fix und fertig und nach einer unendlich anstrengenden kleinen Ewigkeit, den einzigen ansatzweise Anständigen Querweg unterhalb des Bergkammes erreichten.
Puuuuuuuuuuuh – solche vollkommenen wilden Cross-Country-Passagen am Berg brauchen einen Unmenge an Kraft und Ausdauer.

Kurze Verschnaufpause, dann weiter, den schlammigen, schmalen Weg nach rechts bis hoch endlich die Kattenberger Schneise auf dem Höhenrücken des Melibokusmassivs erreichten.
Aufstieg #4: Geschafft!!

Der Rest war eigentlich einfach: Die Kattenberger Schneise runter zur Darsberghütte, dort geradeaus noch einen Winzpfad bis auf den Darsberggipfel hoch (Aufstieg #5, aber nur noch 20 oder 30 Höhenmeterchen, nicht mehr der Rede wert).
Dort noch mal kurz die herrliche Aussicht über die Bergstrasse hinweg nach Norden genossen (gibt´s nur im Winter, wenn die Bäume kahl sind), dann den unsäglich schlechten, steilen, halsbrecherischen Pseudopfad am Rand der Darsbergwiese runter bis an den Pürschweg (auch hier: Gaaaaanz langsam und vorsichtig, wenn man hier aus dem Tritt kommt, ist das beste, worauf man hoffen kann, ein Sturz kopfüber in die hier reichhaltig wachsenden Dornenhecken – muss nicht sein).
Den geradewegs überquert und geradeaus weiter steil abwärts bis zur Burgruine Jossa, die wir auch noch schnell mitnahmen (nicht dass es da viel zu sehen gäbe, denn wie ich verschiedentlich schon geschrieben habe, ist die Jossa mit ihren paar Mauerresten auf dem zu kleinen Bergsporn die mit Abstand popligste Ruine an der nördlichen Bergstrasse – aber es ist meine „Hausruine“, also mag ich sie trotzdem).
Kurzer schlenker über den Burghügel (steil, rutschig, mehr schöne Aussicht), dann den steilen, rutschigen, winzigen Trampelfpad runter auf den Jossaweg/Burgenweg (falls hier ein Muster erkennbar wird: Ja, bergab nahmen wir jeweils den kürzesten verfügbaren Weg, und das sind eben immer irgendwelche halsbrecherischen Mini-Pfädchen).
Dem folgte wir dann einfach weiter bergab, durchs untere Darsbergtal bis zurück nach Hause.

Hach, so ein kompromissloser, steiler Berglauf auf den abenteuerlichsten Cross-Strecken, die man finden kann (oder auch mal ganz ohne Strecken) ist einfach eine tolle Sache:
Schön anstrengend, schön spannend, und vom Erleben her unheimlich viel intensiver, als „normale“ Strecken – sowas muss einfach immer mal wieder sein – tut gut, fordert einen mal wieder so richtig, und vor allem durchbricht´s den geschmacksneutralen, bequemen Laufalltagseinheitsbrei, in den man sich sonst angesichts begrenzter Zeit und Muße gerne mal absacken lässt.
Und die Lücke ist auch endlich halbiert.
Das reicht für´s Erste… 😀

Strecke: 11,8 km (und knapp 600 HM)
Zeit: 1:21 h reine Laufzeit, allerdings einige Orientierungs-/Beinheb-/Aussichts-/Verschnaufpausen (= 8,74 km/h bzw. 6:52 min/km)
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 26,61% (3,14 km von 11,8 km)
Karte:
ins-ums-durchs-balkhauser-tal

M.

10 Antworten to “Hardcore Berg- und Crosstour ins/ums/durchs Balkhäuser Tal (11,8 km)”

  1. Gerd Says:

    Ich bin mir nicht sicher ob für Dich eine „normale“ Läufertherapiegruppe ausreichend ist oder ob ich mir für dich was intensiveres Einfallen lassen muss. 😉
    Hast Du´s schon mal mit normalem Laufen probiert?
    Warum meldest Du dich nicht beim StrongMan-Lauf an. Du bist der perfekte Läufer dafür.
    Lass Dir so was nie einfallen wenn wir beide zusammen Laufen! 😉 Ich würde es Dir definitiv übel nehmen. 😆

  2. matbs Says:

    Ach was, die Anonymen Jogger sind sicher noch ganz andere Härtefälle gewohnt.. 😀

    Normales Laufen?
    Ja, das hab´ ich auch schon mal gemacht. 🙂
    Nett, aber man darf´s halt nicht zu sehr einreissen lassen. 😉

    Für eine richtig krasse Strong-Man-Nummer bin ich wohl leider nicht gut genug, aber ich überlege seit einiger Zeit ernsthaft, ob ich es dieses Jahr nicht vielleicht mal mit einem Orientierungslauf versuchen soll – mich heillos ohne Kompass im Wald verirren und Spass dabei haben kann ich ja schon ganz gut, warum soll´s da mit Kompass nicht auch klappen?

    Was unsere geplanten Touren angeht, da brauchst du jetzt wirklich keine Bedenken zu haben – bisher war das doch auch alles sehr gesittet und hat Spass gemacht, also warum was ändern.
    Außerdem werde ich mich hüten, eine von den ganz schlimmen Touren in Begleitung von jemandem zu machen, der immer ein Fotohandy dabei hat – sonst tauchen irgendwann noch Bilder von mir im Netz auf, wie ich mit mit hochrotem Kopf und halbruntergerissener Hose im Stacheldraht hänge.
    Und das hat das arme Internet jetzt wirklich nicht verdient… 😆


  3. Yeah heute war Cross-Tag 🙂

  4. Hannes Says:

    Was du wieder für Sachen machst, da kann man auch nur „BOO-YAH!!!“ sagen.
    So’ne Touren, wo einem egal ist, ob dort ein Weg ist oder nicht, kenne ich. Aber dabei so steil rauf? Ne, du bist verrückt.

  5. Christian Says:

    Matthias, Du bist bzgl. des laufens der extremste den ich kenne 😉 Ich bin zwar einiges gewohnt, aber versuche nie mit Vorsatz Wege zu meiden, insbesondere wenn es bergauf geht.
    Beruhigend ist dann allerdings, dass Du demütig auf dem Bauch robbend so gleich für Deine Tollkühnheit bezahlen musstest 😉
    Schade, das hätte ich zu gern gesehen. Jaja, die Schadenfreude.

    Hauptsache, es hat Spass gemacht.

    Grüße und Salut

    PS: Hat Nemo sich nach so einem Lauf schon mal davon geschlichen und sich ein neues Herrchen gesucht ? Verstehen könnt ich es ja.

  6. matbs Says:

    @ Lutz: In der Tat. 🙂

    @ Hannes: Liess sich nicht vermeiden, der verdammte Hang hat sich stur geweigert, weniger steil zu sein. 😉

    @ Christian: Na ja, also eigentlich mach´ ich sowas ja auch nur sehr selten. Und dann eigentlich fast immer ohne Vorsatz – meistens probiere ich in so einem Fall spontan einen neuen Weg aus (oder biege falsch ab, das passiert mir hin und wieder auch mal), der irgendwann einfach so im Nichts endet – und da ich meist zu stur bin, um umzukehren, verfranse ich mich dann immer mehr und muss mich schließlich durch die Wildnis extrahieren. 😀
    (Übrigens: Falls man sowas doch MIT Vorsatz plant, ist es sogar besser, den unwegsamen Teil bergauf zu laufen – da ist das Verletzungsrisiko viel geringer als bergab).

    Dieses Mal war´s allerdings ein Sonderfall, wegen dieser verflixten Lücke, die mir aufgrund ihrer obstinaten Weglosigkeit einfach keine andere Wahl gelassen hat.
    Also üüüüberhaupt nicht meine Schuld… 😆

    Für meine Tollkühnheit (so man das so nennen will) zahle ich eigentlich fast immer. Man gewöhnt sich dran 😉

    Was den Nemo angeht: Der legt sich hinterher in sein Körbchen, schläft zwei, drei Stunden, und ist dann wieder topfit. Und inzwischen platzt er immer schon fast vor Ungeduld, sobald ich die Laufklamotten auch nur anziehe, also erstmal keine Gefahr, dass er sich absetzt.

  7. Christian Says:

    Bezogen auf Nemo: im schwäbischen sagt man dazu:

    „Wie´s Herrle, so´s G´scherrle“

    Was so viel bedeutet wie: so wie der Herr, so auch das Geschirr 😉

    Ich wünsch Dir noch einen schönen Rest-Sonntag

  8. matbs Says:

    Des saache mir in Hesse aach, awwer mir losse des „-le“ am End wesch: „Wie de Herr, so´s G´scherr“.

    Dito für dich. 🙂


  9. […] Hardcore Berg- und Crosstour ins/ums/durchs Balkhäuser Tal (11,8 km) […]


  10. […] freundlich aus, tatsächlich sind einige dieser Hänge jedoch sacksteil und total unwegsam, wie ich aus eigener Erfahrung bezeugen […]


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