Wochenübersicht: 2009 KW 04 (19.01. – 25.01.)

25. Januar 2009

Ordentliche Woche mit überwiegend gutem Wetter und ein paar netten Touren (nämlich denen denen am Dienstag und am Samstag). 
Und dabei sogar ein bisschen neue Strecke war dabei – gut. 🙂

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.

Di. Best of Seeheim-Jugenheim – mit Hund und Foto

??

8,5  km

Mi.

Do.

Fr.

Durch Regen, Sturm und Flachland

0:56 h

10,3 km

Sa.

Hardcore Berg- und Crosstour ins/ums/durchs Balkhäuser Tal

1:21 h

11,8 km

So.

Ungebloggtes Kurzgassilaufen mit Nemo

??

5 km

Wochenlaufleistung 35,6 km

Ansonsten hat diese Woche auch noch eine „Premiere“ gebracht, die mich zwar nicht so richtig freut, aber die zumindest mal kurz erwähnt werden kann: Zum ersten Mal – zumindest soweit ich das einschätzen kann – ist eine der Strecken, die ich in den letzten eineinhalb Jahren hier beschrieben habe – eindeutig obsolet geworden.


Konkret geht es um die Strecke der Tour vom Frankfurter Flughafen nach Kelsterbach und zurück, die ich im Dezember 07 im Rahmen des total spannenden Projekt Nordwärts absolviert habe
Schon damals war klar gewesen, dass eines der Gebiete, durch die ich dabei gekommen bin, wahrscheinlich nicht mehr lange existieren würde – nämlich der Kelsterbacher Stadtwaldt, dessen Gelände für die (in der Gegend höchst umstrittene) Erweiterung des Frankfurter Flughafens vorgesehen war.

Tja, diese Woche war´s soweit: Am Dienstag hat die Fraport AG damit begonnen, den Wald trotz dem erbitterten Widerstand von Naturschützern und umliegenden Gemeinden roden zu lassen.

Zur Sache selbst äußere ich mich jetzt mal nicht, schließlich hatten wir ja gerade erst genug Politik, und außerdem habe ich meine Meinung zum Flughafenausbau bereits im oben verlinkten Laufbericht vom 4.12.07 zum Ausdruck gebracht (und die hat sich seitdem nicht wirklich geändert), deshalb nur soviel:
Irgendwie ist es ein überraschend seltsames Gefühl, zu realisieren, dass so eine Streckenbeschreibung nicht ewig gültig ist – gerade wenn man so wie ich besonders viel Wert darauf legt, Strecken und Umgebung eines Laufes so sorgfältig und genau wie möglich zu dokumentieren.

Klar, vom Kopf her weiss man das natürlich – im Lauf der Zeit ändern sich Wegeführungen, Landschaften und Infrastruktur nun mal, so dass jede Beschreibung von Routen und Umgebungen immer nur eine Momentaufnahme sein kann.
Aber vom Bauch her… Normalerweise passiert dieser Prozess ja so langsam, schleichend, peu à peu, dass man die Veränderung meist nicht mal richtig bemerkt.

Wenn dann aber auf einmal ein ganzer Wald, durch den man vor gar nicht soo langer Zeit noch durgejoggt ist, einfach so verschwindet… na ja, dann ist das doch schon deutlich konkreter und eindringlicher als die nebulös-abstrakte Erkenntnis, dass es irgendwann mal irgendwie anders sein könnte als heute…

Was uns – bevors noch länger und schwafliger wird – zu folgenden Wochenabschlussbemerkungen führt:
1) Philosophisch: Dinge ändern sich, egal ob zum Guten oder zum Schlechten, und egal ob wir´s bemerken oder nicht.
2) Praktisch: Leute, wenn ihr diese Route hier nachlaufen wollt, das geht jetzt nicht mehr (außer ihr seid bereit, euch zwischen Demonstranten und Bundespolizei durch Hessens größte Großbaustelle zu schlagen…).

In diesem Sinne: Adieu, Kelsterbacher Stadtwald.
Wir haben uns zwar nur einmal gesehen, aber ich hab´ dich sehr gerne gemocht…

M.

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2 Antworten to “Wochenübersicht: 2009 KW 04 (19.01. – 25.01.)”

  1. Christian Says:

    Es stimmt einen sehr traurig, wenn in einem Land wie Deutschland, ganze Wälder aus welchen Beweggründen auch immer gerodet werden. Die noch verbliebenen Wälder in Deutschland sollten geschützt werden, denn wo kann man sich denn besser erholen als in einem Wald ? Und vor allem dauert es viele Jahrzehnte bis ein so komplexes Ökosystem wie ein Wald entsteht, das sind nämlich nicht nur einfach ein paar Bäume !
    Ich werde es wahrscheinlich nie verstehen 😦

    Salut

  2. matbs Says:

    Tja, irgendwie ist es schon paradox: Wir leben in einem der erschlossensten und fortschrittlichsten Gebiete der Welt, das zudem noch eine negative demographische Entwicklung aufweist (=Die Bevölkerungszahl schrumpft), aber trotzdem scheint es notwendig zu sein, in diesem bestens erschlossenen Gebiet für die weniger werdenden Bewohner weiterhin allenthalben große, invasive Großprojekte neu hochzuziehen (seien es Autobahnneubauten, noch mehr abgrundtief häßliche Gewerbe- und Einkaufsgebiete an den Ortsrändern, oder eben die Vergrößerung von Deutschlands größtem Flughafen), weil die bisherige Infrastruktur anscheinend nicht ausreicht (man fragt sich zuweilen, wie die Menschen in den Fünfzigern und Sechzigern überhaupt überleben konnten, so ganz ohne sechsspurige Autobahnen und Outlet-Mega-Mall-Einkaufszentren in der Pampa…).

    Bringt halt Geld und (zumindest sagt man das) Arbeit – so „grün“ und „umweltbewusst“ wie unsere Gesellschaft sich seit ein paar Jahren gibt, im Zweifelsfall trumpft Ökonomie doch noch allzuoft Ökologie…
    Und die paar tausend oder zehntausend Leutchen, denen es nicht gefällt, dass ihr Wald abgeholzt wird, oder das jetzt noch mehr Großflugzeuge nachts um Halb Zwölf in 300 m. Höhe über ihre Veranda donnern, die sollen sich mal nicht so haben.
    Ist schließlich „für´s Allgemeinwohl“…

    Hui, jetzt wird´s doch schon wieder politisch.
    Und auch noch sarkastisch…
    Aber was willste machen?


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