Hustend ums Dorf (6,2 km)

26. Februar 2009

Na denn…

Nachdem meine Erkältung jetzt wirklich so langsam aus ist UND es gestern die fast einhellige Meinung des geschätzten Publikums war, dass ich unbedingt mal wieder raus müsste, bevor mein Verstand endgültig im wirr-abstrakten Lala-Land hinter meiner Stirn verschütt´ geht, hab´ ich heute halt mal wieder die Laufschnuhe geschnürt und ein Ründchen gedreht.

Nix Weites, nur die Standard-Notstandsroute im Flachland einmal halb um Jugenheim, die ich immer mal wieder Laufe, wenn´s so richtig jämmerlich kurz sein soll.
Und schnell auch nicht. Bin schließlich noch nicht ganz fit, da soll man´s nicht übertreiben.

Dafür aber ziemlich dick eingepackt und mit Nemo im Schlepptau.


Grauer Tag.
Nicht wirklich kalt, aber mit unangenehmen Westwind, außerdem ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit, das machte meinen noch nicht ganz genesenen Bronchien ordentlich zu schaffen – unangenehmer Hustenreiz von Anfang an, na prima.

Zuerst lief´s ganz ordentlich: Ganz gemächlich (nur nicht die Atmung durcheinanderbringen, die war schon unrund genug) auf dem Blütenweg durchs Feld bis Alsbach, dort dann die Pasque-Str. runter und am Ortsrand entlang bis zum Strassenbahnübergang am Beuneweg.
Alles eben oder leicht bergab, schön langsam, mit gelegentlichen Beinheb-Pausen für Nemo, nur hin und wieder mal ein paar Huster… wie gesagt: Gemächlich, wenn auch ein bisschen langweilig und schwerfällig.

Vom Beuneweg aus nordwärts, über die sandigen Feldwege zwischen Alsbach, Bickenbach und Jugenheim. Ein Kilometer nordwärts durchs Buschland, irgendwann über die K145 zwischen Bickenbach und Jugenheim (viele Birken, wenig Verkehr), kurz danach über den Landbach, dann links am Ackerrand rüber bis zur B3 am Rand von Bickenbach.
Alles schon etwas anstrengender (anstrengender! Und das nach gerade mal 3 oder 4 Kilometerchen!) – Kratzen im Hals wurde stetig stärker, Nase ging langsam etwas zu, Schwitzte mehr als nötig, dazu noch ein leichtes Zwicken in der linken Hüften, wo sich offensichtlich der sprichwörtliche Rost vom Rasten festgesetzt hatte. Dazu der trübe, graue Himmel über den drögen, kahlen Äckern – Spass sieht anders aus…

In Bickanbach kurz die Waldstr. nach links (gaaaanz leicht aufwärts, puhahuijedenei…), an der Hanns-Quick-Schule rechts und nordwärts durch den Wald bis auf den Saar-Rhein-Main-Weg,mitten durch durch eine wuselnde ausflugenden Gruppe quengelnder Kindergartenblagen samt genervter Betreuerin, die ihr Bestes taten, um mit dem röchelnden schwitzenden Mann, der da an ihnen vorbeigestampft kam, zu kollidieren (aaaber nicht mit mir, nicht umsonst bin ich wendig wie eine Gazelle [Die Betrunken ist. Und Rheuma hat. Und einen defekten Gleichgweichtssinn. Na gut, vielleicht ist die Gazelle nicht gerade das beste Vergleichstier… 😀 ]).

Am Saar-Rhein-Main-Weg rechts, über die B3, geradeaus weiter durch Wald, Wiesen, Unmengen gassigehender Hunde und ältere Ehepaare beim Spazierengehen, die wirklich allesamt ein paar mitleidige Worte für Nemo parat hatten.
Ihr wisst schon, sowas wie „Och guckemol do, des oarm kloa Kerlsche, des muss sisch mit dem Mann do abstramblele“.
Was wirklich total unfair war, angesichts der Tatsache, dass die Töle frisch und locker und vollkommen entspannt vornewegtrottete, und überhaupt gar keine Probleme hatte.
Ich hingegen schleppte mich schaufend, röchelnd, rotzend, ächzend und schwitzend hinterher, kriegte dafür aber keinerlei Sympathiepunkte („Och guckemal do, der oarme junge Monn, der muss sisch mit dem Hundsche do abstrambele“ oder so…).
Tjaja, ich bin in brutal unrasiertem Zustand wohl einfach nicht niedlich genug, um das Mitleid älterer Herrschaften zu verdienen… 😉

An der Schuldorfbrücke vorbei und neben der L3103 nach Jugenheim rein, und geradewegs durch Dorf wieder nach Hause.
Wobei ich auf dem letzten Kilometer oder so noch mal richtig merkte, wie sehr mich die Erkältung gebeutelt hat: Das war tatsächlich richtig anstrengend, obwohl wir gerade mal fünf km unterwegs gewesen waren. Entsprechend fühlte ich mich dann auch überraschend müde, als wir zuhause waren – dauert wohl noch ein paar Tage, bis ich wieder vollkommen fit bin. Gerade diese Hustenreiz-/Atmungsgeschichte ist einfach noch nicht in Ordnung, da werd´ ich auf anstrengende Bergläufe wohl noch ein bisschen verzichten müssen.

Alles in allem: Pffft. Kein besonders schöner Tag, keine besonders dolle Strecke, keine besonders gute Laune, keine besonders gute Form.
Aber gelaufen, immerhin.

Strecke: 6,2 km
Zeit: Nicht genommen.
Neue Strecke: 0,00%
Karte:

M.

6 Antworten to “Hustend ums Dorf (6,2 km)”

  1. Hannes Says:

    Also raus gezwungen hat dich von uns niemand – da geht die Gesundheit vor 😉 Und du hast es gemerkt, so richtig rund lief es nicht. Ich hoffe, es hat wenigstens dem Kopf etwas gut getan, nun wieder draußen zu sein? Sonst hätte es ja gar nichts gebracht 😉

    Und: „Och guckemal do, der oarme junge Monn“!

  2. Christian Says:

    Vielleicht versuchst Du es erst Mal noch mit spazieren gehen ? 😉

    Nein, kann Dich verstehen, hab es ja heute auch getan, laufen meine ich. Aber Hannes hat nicht unrecht, so richtig doll hört sich das noch nicht an, mach mal lieber noch etwas langsamer 😎
    Meine Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen sind verschwunden, weshalb ich heute dann auch einen richtig langen Arbeitstag mit anschliessendem Regenerationslauf über 10 km abgerissen habe, mal sehen, wie es mir morgen geht 😎

    Also, nochmals, mach langsam und ich lass Dich gewinnen bei unserem Wettbewerb: wer läuft weniger km in dieser Woche 😉

    Salut

  3. matbs Says:

    Ach, ihr wisst doch wie das ist: Anderen Läufern bei Krankheit zu Ruhe und Geduld raten ist immer einfach, es dann aber selbst praktizieren, wenn man auch mal in der Lage ist, allerdings irgendwie nicht so sehr… 😉

    Wobei es heute nun mal auch einfach auch kein schöner Tag war. Ich hab´ ja am liebsten auch ein bisschen Sonne und blauen Himmel, wenn´s dann stattdessen so drückend feuchtkalt und grau ist, dann spürt man den Hustenreiz und die Anstrengung gleich noch ein bisschen mehr.
    Na ja. Am Wochendende werd´ ichs nochmal versuchen, dann dürfte es noch ein Stück besser sein.

    @ Hannes: Dankeschön fürs Fernmitleid.
    Aber wenn du hessisch schreibst, hat das irgendwie so´nen seltsamen Waterkant-Einschlag… 😀

    @ Christian: Nix da, einfach gewinnen lassen ist nicht, da muss drum gekämpft werden, sonst isses nix wert! 🙂

  4. Gerd Says:

    Ich sag mal nix.
    Wenigstens bist Du in echr gelaufen. 😉

  5. matbs Says:

    Na dann halt net… 😀


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