Blogger Team-Up 3: Zimmerer Wald mit Gerd und Foto (16,2 km)

7. März 2009

So!

Heute war´s soweit: Der schon länger geplante dritte gemeinsame Lauf mit Gerd stand an. Nachdem wir die letzten beiden Male respektive die Bergstrasse und den Odenwald durchgenommen hatten, stand heute eine Tour in Gerds Revier (aka „Gerd-Land“ 😀 )
auf dem Programm, nämlich durch den Groß-Zimmerer Wald im mysteriösen und (zumindest von mir… 😉 ) weitgehend unerforschten Nordosten des Landkreises Darmstadt-Dieburg.

Folgerichtig also heute morgen zu nachtschlafender Zeit ziemlich übernächtigt aus den Federn gequält (Laufen mit dem Gerd ist irgendwie immer in aller Hergottsfrühe – 10:00 Morgens und das an einem Samstag. Gnaaaahhh… 😆 ), und gleich mit der ersten positiven Überraschung belohnt worden:


Blick aus dem Fenster – warmer, freundlicher SONNENSCHEIN!
YAAAYYY!
Etwas milchig zwar, und außerdem war´s feucht und kühl draußen, aber nachdem der Wetterbericht noch gestern Abend mit Sturm und Dauerregen gedroht hatte, eine unerwartete und höchst willkommene Überraschung.

Hob die Laune schon mal ungemein und weckte die Lebensgeister.

Fahrt nach Osten, via Mühltal, Ober-Ramstadt, Roßdorf und Gundernhausen durch die sanften, grünen, sonnenbeschienenen Hügel des Dieburger Landes, aufgrund etwas zu grober Ortskenntnis noch schnell ein kleiner, vollkommen unnötiger Umweg durch Groß-Zimmern (das – soweit ich es feststellen konnte – jeweils mindestens eine Kirche, eine Gersprenz, und eine Kartbahn vorzuweisen hat), und schließlich doch noch gut zum Ausgangspunkt auf dem Naturparkplatz „Zum Waldeck“ am Waldrand nördlich von Groß-Zimmern gefunden.

Kurze Begrüssung der DiRos (der autolose Gerd hatte sich von seiner besseren Hälfte herbringen lassen), und schon ging´s los, mittenrein in den wunderschönen Frühlingsmorgen.

Zuerst ganz kurz südwärts, die recht stark befahrene Waldstr. entlang, dann rechts in Laubweg, vorbei am zimmerer (oder zimmerner? Ich weiss es nicht genau) Waldkindergarten, und geradewegs in den Wald rein:
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Bild #1

Dort dann erstmal lange geradeaus. Auf der Langen Schneise. Die offensichtlich so heisst, weil sie furchtbar lang ist.
So einfach ist das manchmal mit Ortsnamen… 😉 :
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Bild #2: Westwärts auf der Laaaaaaangen Schneise

Tempo übrigens herrlich entspannt. Ich neige in letzter Zeit ja dazu, immer etwas zu schnell zu sein, wenn ich alleine Laufe, aber mit Gerd, der gerne einen Tick ruhiger unterwegs ist, war das heute kein Problem. Sehr angenehm, da hatte man gut Luft zum unterhalten, und meinem immer noch irgendwiel leicht angeschlagenen linken Bein kam´s auch sehr entgegen.
Sollte vielleicht auch bei Sololäufen mal wieder etwas mehr das Tempo kontrollieren…

Landschaftlich übrigens sehr reizvoll, gerade natürlich an einem so schönen, freundlichen früh-Frühlingsmorgen wie heute.

Der Wald hier oben ist ein hübscher, abwechslungsreicher Mischwald mit teils sehr schönem alten Baumbestand. So früh im Jahr ist alles natürlich noch sehr licht, entsprechend konnte die Morgensonne gut bis zu uns vordringen.
Topografisch gesehen ist die Gegend recht flach aber wellig, und wird immer wieder durch Hügel und Erhebungen aufgelockert, die dafür sorgen, dass die langen, geraden Schneisenwege nicht eintönig wirken.
Besonders schön fand ich allerdings das viele Wasser.
Links und rechts der Weges gab es immer wieder kleine Tümpel und schöne, langsam fliessende Bäche, die in der morgensonne glitzerten und gemächlich über den Waldboden mäanderten, bis sie sich irgendwann im Dickicht verloren (einen davon, den Wingertsborn, sieht man z.B. auf Bild #2 links des Weges).
Sehr hübsch, und fast schon ein bischen exotisch, denn solche „Flachlandwaldbäche“ kenne ich von den Wäldern, in denen ich normalerweise unterwegs bin, fast überhaupt nicht (denn im Odenwald und an der Bergstrasse fliesst das Wasser immer hastig und auf dem schnellsten Wege talwärts, und das Ried hat kaum Bäche, weil das Wasser da entweder versickert, oder in künstlichen Gräben oder kleinen Flüssen [Weschnitz, Winkelbach, Modau…] landet).

Ebenfalls faszinierend fand ich übrigens auch den Gedanken daran, wie unglaublich riesig der Wald da oben ist. Also jetzt nicht der zimmererer (zimmerner?) Wald an sich, der ist ja nur ein Bruchteil davon, sondern die gesamte Waldfläche, in der wir gerade unterwegs waren.
Wenn man es wollte und einige Umwege in Kauf nähme, könnte man in ihm nämlich von Darmstadt bis an den Main nach Aschaffenburg, oder bis nach Hanau, oder bis nach Frankfurt, oder bis nach Offenbach oder bis nach Rüsselsheim laufen, ohne jemals das Blätterdach zu verlassen (außer, um die vielen durchführenden Strassen zu überqueren) – das ist eine riesenhafte Waldfläche, die natürlich oft von Orten, Strassen und offenen Flächen aufgebrochen wird, aber immer irgendwie durchgängig ist, und die große Teile des Landkreises Offenbach bedeckt und weit ins Rhein-Main-Gebiet und bis nach Bayern rüberreicht.
One. Freaking. Huge. Forest!

So, aber zurück zum Lauf: Nach etwas über einem km auf der langen Schneise ging´s links, die Forstgartenschneise (gelbes V) runter an den Waldrand nördlichen von Gundernhausen. Vorbei am Naturparkplatz am Messeler Weg, rechts auf die gelbe 3, und durch die hübschen Weiden am Sonnenhof westwärts.

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Bild #3: Tannenkopf-Weg (gelbe 3) am Sonnenhof nördlich von Gundernhausen

Wenig los hier, bloß ein paar Pferde links des Weges, die unser Vorbeilaufen mit equinem Desinteresse verfolgten:
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Bild #4: Pferd am Sonnenhof, das so ein bisschen über diesem riesigen Haufen von Pferdeäpfeln steht, als hätte es gerade das Vielfache seiner eigenen Körpermasse rausgeäpfelt… 😆

300 m. durchs offene Gelände, dann gleich wieder in den Wald, und der gelben 3 weiter westwärts gefolgt.
Natürlich weiterhin alles schön hübsch und sonnig:
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Bild #5: Hübscher, sonniger Wald. Gewöhnt euch lieber dran, von der Sorte kommen nämlich noch ein paar Bilder… 😉

Nach etwas über einem Kilometer wurde es dann erstmals ein bisschen fordernder, denn gaaanz langsam tauchte vor uns eine etwas größere Steigung auf:
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Bild #6: Da, ganz vorne, da geht´s bergauf

Die erklommen wir natürlich. Kein Riesenberg, aber mit vielleicht 40 HM auf 300 oder 400 m. Strecke schon ein netter kleiner Aufstieg für zwischendurch.
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Bild #7: Blick zurück auf den gerade bewältigten Anstieg…

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Bild#8 …und Blick nach vorn auf den Gerd, der sich freut, dass wir oben sind.

Direkt an der kleinen Kuppe dann links, die Schwedischrain-Schneise (gelbe 3) runter, die sich ein bisschen wellig südwärts durch den Wald hügelte und dabei mehrere Kreuzungen, mindestens eine Schutzhütte, und einen netten kleinen Tümpel am Wegesrand passierte.
(übrigens: Das klingt jetzt vielleicht alles schön übersichtlich und nachvollziehbar, aber vor Ort war ich vollkommen unorientiert. Noch nie einen Fuß in diesen Wald gesetzt und außerdem nichts vorausgeplant [sehr ungewohntes Gefühl], da war ich vollkommen auf den Gerd angewiesen. Nur gut, dass der wusste, was er tat… 🙂 ).

Wieder mal über einen Kilometer geradeaus, weiterhin nettester Mischwald,…
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Bild #9: Nettester Mischwald, sonnig.

…bis wir schließlich den Waldrand an der B26 (im lokalen Volksmund auch „Die Autobahn“ genannt) erreichten, rechts abbogen, und ein Stück neben der Schnellstrasse nach Westen liefen…
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Bild #10: Links: B26. Rechts: Howaldweg (gelbe 4)

…bis wir am Naturparkplatz „An der Kubigbrücke“ bei Roßdorf rauskamen.

Dort dann rechts, auf die Große Hauptschneise, deren Name eigentlich schon alles sagt: Breite, exzellent gepflegte Schneise mit schönem, festen Untergrund…
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Bild #11: Große Hauptschneise

…die sich ewig lang…
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Bild #12: Große Hauptschneise

…also wirklich ewig lang…
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Bild #13: Weiterhin Große Hauptschneise

…also jetzt echt total beeindruckend lang…
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Bild #14: Und immer noch: Große Hauptschneise

…geradeaus durch den Wald zieht, und es trotz ihrer Länge souverän schafft, kein bisschen langweilig zu sein.

Zuerstmal herrschte ordentlich viel Verkehr: Alte, verhutzelte und unglaublich zäh wirkende Damen beim Joggen, Waldarbeiter die den süßen Gesang der Motorsägen durch den frühlingshaften Wald schallen liessen (Anmerkung: Könnte vor Ort weit weniger romantisch gewirkt haben, als es die Formulierung jetzt vermuten lässt), und mehr Autos, als man auf einem Forstweg irgendwo im Nichts vermuten würde – „en Verkehr wie uf de Zeil“, wie Gerd ganz treffend bemerkte (Für den auswärtigen Leser: Bei dieser Formulierung handelt es sich übrigens eine typisch hessische Redewendung, die den Vergleich zur belebtesten Frankfurter Einkaufsstrasse, der Zeil, herstellt)

Außerdem ist die große Hauptstrasse zugleich auch die „Geburtstagsallee“ des Landkreises.
Interessante Idee: Als 2002 der fünfundzwanzigjährige Geburtstag des Landkreises Darmstadt-Dieburg anstand, beschloss der zuständige Landrat, das zu feiern, indem er den Wald am Rand der Großen Hauptschneise roden liess, und allen Eltern, die in diesem Jahr im Landkreis Kinder in die Welt setzten, ein Linde schenkte, die dann im Namen ihres Kindes neben den Weg gepflanzt wurde.

Wahrscheinlich hatte der Kreis aus irgendeinem Grund ein paar hundert junge Lindenbäumchen zuviel, die einfach weg mussten… 😉

Entsprechend steht dort heute links und rechts des Weges ein nicht kilometerlanges Spalier junger und teils etwas krüpplig wirkender Lindenbäumchen, von denen jedes eine Plakette mit Namen eines 2002 geborenen Kindes trägt (und was das teilweise für Namen sind – manche Eltern müssen ihre Neugeborenen wirklich abgrundtief hassen, um ihnen sowas anzutun… 😀 ).
An vielen der Bäume hängen zudem Schnuller, oder Plüschtiere (ein verwitterter armer Stoffleopard war so am Hals aufgehängt, dass er wie das Opfer eines Ku-Klux-Klan-Lynchmobs aussah), oder Püppchen, oder Christbaumkugeln, oder Fotos der jeweiligen Baumkinder, oder protzigere selbstgekaufte Plaketten (weil der kleine Marvin-Noah ja was gaaaaanz besonderes ist. „Hier Marvin-Noah, anstatt Playmobil und dem Gameboy-Spiel haben die Mama und der Papa dir eine Schieferplakette für deinen Baum gekauft. Alles Gute zum sechsten Geburtstag!“ :lol:), oder weisdergeierwas.

Irgendwie ja schon eine ganz nette Idee (und wenn die Linden erstmal groß sind, wird´s sicher noch hübscher), auch wenn die indiduelle Ausgestaltung zuweilen ein bisschen an den Grenzen des guten Geschmacks rüttelt, und die ganze Sache mit den vielen Plaketten mit Namen und Daten drauf ein bisschen was Friedhofsartiges hat (ich glaube, wenn ich da durch Zufall draufgestossen wäre und der Gerd es mir nicht erklärt hätte, hätte die Allee mich sehr betroffen gemacht, weil ich es für einen Gedenkhain für hunderte von verstorbenen Kindern gehalten hätte)
So sieht so ein Geburtstagsbäumchen übrigens aus:
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Bild #15: Geburtstagsalleebäumchen. Soll noch mal einer sagen, dass der Kreis Darmstadt-Dieburg seine Steuergelder nicht sinnvoll einsetzt… 😀

Und das war ja nicht alles, was die Große Hauptschneise/Geburtstagsallee zu bieten hatte. Da gab´s auch noch ein schönes, welliges Auf und Ab mit netten Schutzhüttchen…
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Bild #16: „Faßmannsrhuhe“. Falls die Familie beim Besuch von Jessica-Dakotas Geburtstagslinde mal vom Regen überrascht wird… 😉

…weißen Birken unter blauem Himmel…
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Bild #17: Direkt gegenüber steht übrigens die Geburtstagslinde von Gerds Tochter. Und zwar mit einem ordentlichen Namen und ohne am Halse aufgehängte Plüschtiere.

…der handgeschnitzten Gemarkungsgrenze zwischen Roßdorf und Groß-Zimmern…
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Bild #18

…noch mehr hübschem und sonnigem Mischwald…
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Bild #19: Ich hab´ euch gewarnt: Heute gibt´s Waldbilder ad nauseam… 😀

…meiner Stirn unter etwas, was wir in Ermangelung eines passenderen Begriffes mal gnädig als „Frisur“ bezeichnen wollen…
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Bild #20: Nicht im Bild: Mein furchtbarer karl-marxiger Vollbart. Wofür wir alle dankbar sein sollten…

…Tümpelchen am Wegesrand…
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Bild #21

…und der Abzweigung zum örtlichen Maschinengewehrschießstand der US-Army, den ich allerdings nicht fotografiert habe (denn unautorisierte Fotos von Militäreinrichtungen, die was mit Maschinengewehren zu tun haben, muss man ja nicht riskieren, wenn´s keinen triftigen Grund gibt.. 😉 ).

Nach insgesamt fast 4 km endete die große Hauptschneise schließlich an einer großen Kreuzung im Wald, an der Gerd erst etwas ratlos tat (wahrscheinlich nur, um die Spannung zu erhöhen)…
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Bild #22

…und uns dann zielstrebig bergauf führte, auf einem schmalen, etwas schlammigen Weg direkt hoch auf seinen „Hausberg“, die Moret.
Nicht so furchtbar hoch (227 m. ü.NN auf dem höchsten Punkt), aber auf ihre Weise durchaus beeindruckend, vor allem wegen dem Steinbruch, der wie ein riesiges, unheimlich tiefes Loch mitten im Berg klafft. Von der Südwestseite, an der wir den Steinbruch erreichten, hatte man einen schönen Blick über die gesamte Grube…
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Bild #23: Whoa! Riesig, und mindestens mal 50 m. vertikal bergab bis zum Grund des Lochs

…bis zum eigentlichen Moret-Gipfel auf der anderen Seite über den schroffen Felsabbrüchen, erkennbar am hoch aufragenden Fernsehturm:
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Bild #24

Von hier aus folgten wir der Groß-Zimmerer Grenzschneise am Rand des Loches ostwärts, über einen beeindruckend feuchten, eingeschlämmten Pfad…
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Bild #25: Das war alles nur Gerds Schuld: Der hatte mich vorher gefragt, ob ich einen bequemen, sauberen Umweg vorziehen würde, oder lieber geradeaus durch unsäglichen Morast abkürzen wolle.
Ist ja wohl klar, wie meine Antwort auf so eine Frage ausfällt
:mrgreen:

…vorbei an einem nicht so richtig klug platzierten Steinbruchwarnschild…
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Bild #26: Mal im Ernst: Wenn man das Schild erst ein paar hundert Meter NACH dem Steinbruch sieht, dann ist die ganze Warnwirkung irgendwie nicht mehr so dolle, oder?

…und schließlich links die moderat steile Moret-Schneise hoch bis auf die eigentliche Kuppe.
Hübsch hier oben. Erst das einsame, freundlich wirkende Naturfreundehaus…
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Bild #27: Haus auf der Moret

…dann linkerhand der wunderschöne, offene Rodelhang am Mainzer Berg, von dem aus man eine tolle Aussicht nach Nordwesten in die Ebene hatte (übrigens die erste richtige Aussicht heute)…
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Bild #28: Am Horizont war hier schemenhaft eine Großstadt jenseits der Ebene zu erkennen, die wir nach kurzem Rätselraten vorläufig als Frankfurt identifizierten (weil´s eigentlich fast immer Frankfurt ist, wenn man in unserer Gegend eine Großstadt am Horizont sieht). War allerdings falsch, denn wie eine nachträgliche Google-Earth-Recherche ergeben hat, hat man von hier oben einen direkten Blick nach Nordwesten, auf die stolze, alte Landeshauptstadt Mainz.
Was auch erklären würde, warum die Anhöhe „Mainzer Berg“ heisst

…und schließlich rechts, direkt unter dem Fernsehturm entlang…
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Bild #29

…und wieder bergab, den Herrnweg (gelbe 4) runter.

Nochmal lange geradeaus, nun ostwärts. Immer den Herrenweg entlang – schönes entspanntes Stück, inzwischen alles bestens im Fluss, noch mehr hübscher Wald, hin und wieder mal eine NaBu-Lehrtafel.

Nach ca. 2,3 km schließlich der Waldrand westlich von Dieburg.
Weite Spargeläcker, war man nach dem vielen Wald gar nicht mehr gewöhnt… 🙂 :
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Bild #30

Hier ging´s nur rechts, immer am Waldrand entlang auf dem OWK-Wanderweg HW 8 (gelber Doppelbalken) nach Süden.
Vorbei an der riesigen Dieburger Geflügelfarm (die z.B. bei Google Earth als eigener „Ort“ geführt wird), die im lokalen Volksmund offenbar als das „Hühner-KZ“ bezeichnet wird.
Kein Wunder übrigens, denn eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit lässt sich wirklich nicht leugnen:
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Bild #31: Fehlen eigentlich nur noch die Wachtürme, der Stacheldraht und ein paar deutsche Schäferhunde.

Dazu dann noch ein unerträglich lautes, ständiges Hahnengeschrei vom Tonband (das offenbar gebraucht wird, damit die eingepferchten Legehennen ihre Eier legen) – schien mir kein besonders netter Ort zu sein, eher so eine Art Hühnerpurgatorium…

Kurz danach linkerhand das dieburger Freizeitgelände am Spießfeld, komplett mit Grillwiese, Spielplatz und entenbesetztem kleinen See…
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Bild #32

…und schließlich noch eine offene Wiese, auf der eine große Herde freundlich blökender Schafe weidete…
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Bild #33

…deren ältere Mitglieder uns teils etwas mißtrauisch beäugten…
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Bild #34: „Fremde? Wir mögen hier keine Fremden an unserer Weide.“

…während die jüngeren zu sehr mit fressen beschäftigt waren, um uns überhaupt wahrzunehmen:
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Bild #35: Dabei hätten gerade die eigentlich besonders misstrauisch sein sollen, angesichts der Tatsache, dass Gerds erste Bemerkung bei ihrem Anblick in der Feststellung bestand, dass Lämmer ziemlich gut schmecken…

Und damit waren wir dann auch fast fertig. Noch 800 m. südwärts auf dem HW 8 durch den Wald, kurz unterbrochen durch einen kleinen, abgebrochenen Schlenker in die Pampa, und schon waren wir wieder zurück am Ausgangspunkt auf dem Parkplatz „zum Waldeck“, und der Lauf war zu Ende.

Sehr schöne Tour. Wunderbar entspannt, in angenehmer Gesellschaft und sehr hübscher und vollkommen neuer Umgebung bei großartigem Wetter, so gehört sich das.
Lediglich mein Bein hat gegen Ende ein bisschen gezickt, aber das bin ich ja inzwischen schon gewöhnt, und schlimm war´s nicht, also kein großes Problem.
Einziger Nachteil: Die Strecke hat keinen Berührungspunkt mit meinem restlichen Streckennetz (obwohl wir an der B26 bis auf einen km rangekommen sind) – da werd´ ich dann wohl zwangsläufig irgendwann nochmal wiederkommen und die Verbindung herstellen müssen… 😉

Also Gerd: Tolle Tour, hat ganz viel Spass gemacht, demenstprechend noch mal vielen Dank.
Und beim nächsten Mal bin ich dann wieder mit Führen drann, dann gibt´s auch wieder richtige Berge 😀

Gerds Laufbericht gibt´s hier.

Strecke: 16,2 km
Zeit: Ööh… Hab´ ich vergessen, drauf zu achten. Aber angenehm entspanntes Tempo
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 100% (16,2 km von 16,2 km)
Karte:
zimmerner-wald

M.

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12 Antworten to “Blogger Team-Up 3: Zimmerer Wald mit Gerd und Foto (16,2 km)”


  1. […] der Bericht von Matthias fertig ist dann könnt ihr ihn hier lesen. Bis dahin gibt´s ein paar Bilder! Einige von mir und viele von Matthias! […]

  2. Gerd Says:

    Bei uns heißt es einfach Zimmner Wald! 😉
    Aber ob das auch überregional anerkannt wird weiß ich nicht. 😆
    Schöner Bericht und irgendwie viel länger als meiner. Ich kenns ja auch schon. 😉

  3. Hannes Says:

    Mal wieder ein wunderbar bebilderter Bericht von eurem Lauf. Sieht richtig schön aus. Von so extrem viel Wald kann ich hier ja nur träumen.

    So ein Sprengarbeiten-Schild haben wir übrigens auf der Studienfahrt hoch oben in den Alpen auch gesehen – schon verwirrend so etwas 😀

  4. Christian Says:

    Hallo Matthias,

    Dein Bericht macht meinen Neid noch größer 😉 Ihr habt echt richtig großes Glück gehabt, Wetter super, die Wege mit viel Matsch, wie Du es Dir wünschst und dann noch ein paar Höhenmeter. Echt toll, dass ihr Zwei das hingekriegt habt, ich find das eine super Aktion 🙂

    Kurier jetzt aber Dein Bein aus. Wie geht es eigentlich Nemo aka Fiat Panda ?

    Salut

  5. matbs Says:

    @ Gerd: Hm, ob die Ortsnamen von den Leuten aus der namenlosen Gegend valide sind…?
    Ick wees nüsch… 😀

    Und was den umfangreicheren Eintrag angeht: Das ist ja klar, schließlich war ich noch nie in der Gegend, also muss ich das ganze Zeug, dass du in einem Jahr Blog schon abgehandelt hast, in einem Bericht klären – das braucht natürlich seinen Platz… 😉

    @ Hannes: So extrem viel Wald am Stück bin ich wie ja auch nicht gewöhnt. Da kann man gut drin verloren gehen… 😉

    Und das Sprengarbeiten-Schild, also echt: Wer sich nach einem Blick darauf tatsächlich an diese obskuren Signaltöne erinnert und die im Ernstfall auch noch zuordnen kann, der hat ein besseres Gedächtnis als ich.
    Wobei mir immerhin die Kurzform im Hirn geblieben ist, die da lautet: „Wenn´s trötet, bitte weglaufen“. 😆

    @ Christian: Ja, war schön (und wäre sogar ohne Matsch schön gewesen) 😉
    Die Höhenmeter dürften zwar nicht so viele gewesen sein (da sich ja alles im Rahmen zwischen ca. 150 und ca. 220 m. ü. NN bewegt hat), aber waren trotzdem schön belebend – nicht so fordernd, wie in den „richtigen Bergen“, aber anspruchsvoll genug, um das Ganze noch ein bisschen aufzupeppen.

    Dass das mit dem gemeinsamen Laufen ist natürlich auch nicht so schwer für uns, schließlich wohnen wir ja recht nahe beieinander – und die nächsten Tour (Neunkircher Höhe oder Nibelungensteig) sind ja auch schon angedacht.

    Bein Schonen mach´ ich schon, heute ist wieder Ruhetag, morgen auch.
    Und dem Fiat Nemo geht´s schon wieder besser: Er röchelt und schnauft zwar noch etwas, aber er will schon wieder ständig raus und hinter dem Hoftor Wache halten (was er aber natürlich noch nicht darf, bei 5° und Wind und Regen).

    Schönen Restsonntag euch allen

    Matthias

  6. Torsten Says:

    Da braucht man ja ne Stunde um alles zu lesen. Aber wunderschöner Bericht und bestimmt ein noch besserer Lauf. Wenn ich mal die Genehmigung von meiner Regierung bekomme muss ich mit euch auch mal ne Runde drehen. Macht einen schon ein bisschen neidisch wenn ich das hier lese.

  7. matbs Says:

    Hi Torsten

    schön, dass du auch mal wieder vorbeischaust – er geht dir ja hoffentlich wieder etwas besser, oder? 🙂

    Ja, war eine sehr schöne Tour, die übrigens noch länger gedauert hat als das Lesen des Berichts… 😉

    Als RLPer kann man normalerweise ohne Komplikationen nach Hessen einreisen, wenn überhaupt dürfte da unser finsteres, xenophobisches Regime in Wiesbaden Probleme machen, aber selbst das ist da meist recht großzügig, gerade wenn´s um Tagesausflüge geht… 😀

    Entsprechend steht einer gemeinsamen Runde irgendwann im Lauf des Jahres nichts im Wege – zumal ich ja auch unbedingt so in Richtung Sommer ein bisschen den Taunus erforschen will, wenn´s die Zeit zulässt-
    Das wäre ja dann quasi auf halber Strecke zwischen uns, vielleicht geht da ja mal irgendwas (den Gerd kann man dann sicher auch noch irgendwie dazu bringen, mitzukommen).

    Gruß

    Matthias


  8. […] Blogger Team-Up 3: Zimmerer Wald mit Gerd und Foto (16,2 km) […]


  9. […] Waldgebietes zwischen Frankfurt, Rüsselsheim, Aschaffenburg und Darmstadt ist, über das ich neulich schon mal geschrieben habe). Dutzende Kilometer bestens gepflegter Wege, fast jede Schneise mit Namen beschriftet, […]


  10. […] da war man nämlich noch nicht so viel und es gibt noch was Wichtiges zu erledigen, denn seit dem Lauf mit Gerd durch den Zimmerner Wald im März gibt´s da eine Strecke, die nicht an den Rest vom Streckennetz angeschlossen ist: Furchtbar, […]


  11. […] Wenige hundert Meter nach der B38 geht´s links ab, nach Norden, weiterhin durchs Ackerland, auch wenn der ferne Rand des riesigen Zimmerner Waldes, über dem sich die charakteristische Nadel des Fernmeldeturms auf der Moret erhebt… Bild #32: Turm auf der Moret, bekannt und beliebt aus diesem Fotolaufbericht […]


  12. […] Außerdem kenn´ ich sie schon ein bisschen, weil ich hier vor anderthalb Jahren schonmal mit Gerd vorbeigekommen bin. Zuerst führt die am Naturfreundehaus direkt über dem (von hier aus unsichtbaren) Steinbruch in […]


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