Rekonvaleszentes Ründchen durch die Felder (7,8 km)

15. März 2009

Nachdem das vorgestern am Rhein ja eigentlich ganz gut geklappt hat, gab´s heute zum Wochenabschluss noch ein kurzes Schonkostründchen mit dem inzwischen wieder ent-erkälteten Nemo.

Natürlich wieder ganz gemächlich, um mein seltsames linkes Bein zu schonen (ich hab´ den Eindruck, so langsam wird´s von alleine besser) und überhaupt nicht weit: Einfach mal auf dem Blütenweg nach Süden, durch Alsbach und die ersten Weinberge bis Zwingenberg, dort am Ortsrand runter ins Flachand, hinter der B3 unter der Bahn durch, durch die Felder (auf einem bisher unerlaufenen Feldweg) zur Sandwiese, und von dort aus über die L3112 und durch die Felder vor Alsbach zurück nach hause.


Lief eigentlich… na ja, eigentlich ganz ok.
Wettermässig stark bewölkt mit gelegentlichen kurzen Schäuerchen, aber mild und irgendwie doch noch recht freundlich, mit einem sehr angenehmen „Nach dem Regen“-Geruch in der Luft (samt den dazugehörigen „Nach dem Regen“-Vogelgesängen – aus irgendeinem Grund zwitschern die Fedesäcke am meisten, wenn´s gerade etwas geregnet hat).

Nemo: Offenbar wieder fit. Gut.

Matthias und sein Bein: Hmnaja, ordentlich. Immer noch ein leichtes Gefühl, dass es irgendwie nicht ganz so ist, wie es sein soll (ausgeprägter auf Asphalt und bei Steigungen/Gefällen), aber nicht wirklich hinderlich.
So ab der zweiten Hälfte bemerkte ich es ehrlich gesagt nicht mal mehr – was allerdings nicht daran lag, dass es weg gewesen wäre, sondern vielmehr daran, dass ich unfreiwillig eine neue und unangenehme Art entdeckt habe, sich beim Laufen weh zu tun (dafür hab´ ich offenbar ein Talent 😀 ).

Und das kam so: Vor dem Loslaufen festgestellt, dass meine regulären Laufhosen mal wieder alle in der Wäsche und damit nicht verfügbar waren.
Also die einzige genommen, die noch da war: Mein älteste Laufleggins, die an den Oberschenkelinnenseiten schon extrem fadenscheinig und durchgewetzt ist, und die ich eigentlich nur noch aus nostalgischen Gründen im Schrank liegen hab.
„Na ja,“ hab´ ich mir gedacht, „für so´ne kurze Runde wird sie schon noch gehen“.

Falsch gedacht: Ich hab´ sehr kräftige Oberschenkel, die beim Laufen immer schön aneinanderreiben – deswegen wetze ich die Hosen dort auch immer durch. Neue Hosen halten das ´ne ganze Weile aus, aber die alte heute war ja praktisch schon durchgewetzt und gab unterwegs endgültig auf: Innen an meinem linken Oberschenkel bildete sich ein ca. 2-Euro-Stück-großes Loch, aus dem nun meine zarte, rosige Schweinchenhaut ungeschützt nach draußen schaute, und bei jedem Schritt an der Innenseite des rechten Oberschenkels scheuerte – und dort war die Hose extrem aufgeraut.

Das muss so bei km 2 oder 3 passiert sein.
Erst hab´ ich´s gar nicht bemerkt, aber bei km 4 oder 5 fing´s so langsam an, weh zu tun – und zwar richtig. Kurzer Check förderte das Loch samt stark geröteten Hautplacken zutage. Aber wir mussten ja noch nach Hause, und ohne Hose laufen wollte ich irgendwie auch nicht… 😀

Also ging´s eben so weiter.
Eijeijei, das brannte wie Feuer. Autsch!
Als wir´s endlich nach hause geschafft hatten, hatte ich eine richtige, schlimme Schürfwunde an der Stelle, die trotz sofort darübergeklebtem Blasenpflaster bei jedem Schritt ordentlich weh tut. Seitdem stapfe ich o-beinig wie ein Cowboy durch die Wohnung…
Aber immerhin hat´s von den anderen Beinwehwechen abgelenkt, entsprechend war´s insgesamt gar keine soo schlechte Tour… 😉

Danach gab´s dann noch einen schönen Nachmittag/Abend mit totalem Rechnerkollaps, bei dem der PC, auf dem sich u.a. alle meine Laufdaten befinden – wie beispielsweise die .kml-Files meines Streckennetzes -, vollkommen den Geist aufgegeben hat, und trotz stundenlanger frustrierte Bemühungen meinerseits nicht mehr dazu zu bewegen war, wieder anständig hochzufahren (Oh mann, wie ich diese Scheissmaschinen hasse!!! Diese beschissenen Dreckdinger funktionieren zwar mit Logik, aber nicht mit Vernunft, mich mit dieser unnützen Kacke und ihren Wald aus Geek-Speak-Fachidiotisch rumärgern zu müssen macht mich immer rasend!!!! BESONDERS WENN´S NICHT KLAPPT!!! AARRGH!!!!!)

Entsprechend gibt´s erstmal keine Karte, weil ich die gerade nicht erstellen kann. Und wenn´s richtig schlimm wird, sind auch noch alle meine Laufdaten aus dem letzten halben Jahr für immer verloren, weil die letzte Sicherheitskopie so alt ist…

Wer auch immer behauptet hat, dass Computer das Leben erleichtern, gehört mit Mainboards und Mäusen verprügelt, bis er die Wahrheit erkennt…

Strecke: 7,8 km
Zeit: Langsam
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 6,41% (0,5 km von 7,8 km)
Karte:
rekonvaleszentes-rundchen

Frustriert

M.

Werbeanzeigen

12 Antworten to “Rekonvaleszentes Ründchen durch die Felder (7,8 km)”

  1. Hannes Says:

    Die Hose klingt ja fast so schlimm, als hättest du dir die Brustwarzen mit einem Baumwollshirt blutig gelaufen. – Schmerzhaft, solche Schürfungen. Aber du hast hoffentlich gelernt – das nächste Mal wird „gute“ Kleidung genommen oder mit Vaseline vorgebeugt 😉

    Für deinen Rechner wünsche ich dir, dass du zumindest die Festplatte dann noch irgendwie retten kannst. Das wird schon!

  2. Christian Says:

    Hallo Matthias,

    Sorry, kann noch gar nicht schreiben…bin noch am Tränen aus den Augen wischen…natürlich vor Lachen 😀

    Das mit der Hose ist der Brüller ! Ging mir schon mal ähnlich, nur scheuerte bei mir nichts wund, aber die halbe A….backe hing an der frischen Luft, war nicht besonders sexy 🙂

    Das mit Deinem Rechner ist schon ärgerlich, aber warum ist das letzte Backup ein halbes Jahr alt ? Ich weiss, man sollte diese Frage nie in solchen Momenten stellen 😉 Aber ich kann ziemlich unsensibel sein 🙂

    Wünsch Dir, dass die Daten zu retten sind und Du dann regelmäßig – so alle 5-7 Tage – ein Backup hinkriegst.

    Schön, dass ihr zwei wieder auf dem Damm seid.

    Salut

    Christian

  3. Christian Says:

    Ach, und bevor ich es vergesse:

    Computer erleichtern das Leben ungemein 😀

    Meiner auf jeden Fall, ist aber auch ein Mac 😉

  4. matbs Says:

    @ Hannes: Also bevor ich mir jedem Lauf profilaktisch Vaseline in den Schritt schmier´, braucht es wahrscheinlich noch ein paar weitere vergleichbar unangenehme Erlebnisse… 😆

    Und die Festplatte ist wahrscheinlich/hoffentlich rettbar – nicht von mir, aber irgendwer, der auch tatsächlich die Nerven/das Interesse/das Fachwissen für sowas hat, kann sie hoffentlich noch bergen…

    @ Christian: Soso, du findest es also amüsant, wenn sich ein Läuferkollege die Haut vom Bein schmirgelt.
    Da sieht man mal wieder, was bei rauskommt, wenn man die heutigen Medizinier nicht mehr den Eid des Hippokrates schwören lässt, bevor man sie auf den Rest der Menschheit loslässt. Alles Sadisten, die sich am Elend anderer ergötzen. 😉 😀

    Zum Backup: Gnagnagna. Warum kein Backup? Keine Ahnung, frag das doch mal mein dummes, altes Ich von vorgestern
    (die wahrscheinlichste Antwort: Ich bin einfach kein Backup-Macher. Ich denke normalerweise überhaupt nicht über diesen Computermist nach, und solange er funktioniert, vergesse ich die Backuperei dann einfach).

    Zum Mac: Doppel-Gnagnagna.
    Mal wieder typisch – kaum gibt´s irgendwo was über ein winziges Problemchen bei einem Windows-Rechner zu lesen, kommen sie aus den Löchern gekrochen, die versnobbten Café-Latte-saufenden neureichen Macintosh-Yuppies, die Unmengen von ihrem zu reichlich vorhanden Geld für ein weibisches Livestyle-Produkt ausgegeben haben, und damit nun angeben müssen, nur weil dieses besagte weibische Livestyle-Produkt zufällig vollkommen unproblematisch und fehlerfrei funktioniert.
    Pöööh!
    😀

  5. Christian Says:

    Puh, jetzt hast Du mich getroffen 🙂

    Apropos, mein erster Mac wanderte 1989 für sage und schreibe 6.000 DM über die Theke eines elitären kleinen Verkaufsgeschäft.
    Seither bin ich dem Apfel verfallen und glaub mir, ich verfluch ihn oft genug 😉

    PS: Sadist bin ich keiner, denn dann wäre ich Orthopäde geworden, hattest Du nicht vor einen aufzusuchen ?

    Versöhnliche Grüße

    Christian

  6. matbs Says:

    Hmm, für 6000 Mark hättest du damals wahrscheinlich 20 Trabis kriegen können – wär´ ja vielleicht auch eine interessante Investition gewesen… 😉

    Ich glaub´ nicht, dass ich noch zum Orthopäden will – den Torsten haben sie falsch diagnostiziert, und du behauptest, das wären alles Sadisten – da kommt dann so langsam wieder das instinktive Misstrauen durch, dass man als Normalsterblicher gegenüber allen Juristen, Politikern, Zeugen Jehovas und Medizinern hegt… 😉

    Nein, aber im Ernst – das „Problem“ ist einfach, dass es momentan nicht ja nicht wirklich schlimm ist und tendenziell besser zu werden scheint. Entsprechend neige ich halt irgendwie erstmal noch irgendwie weiter zum Abwarten und Schauen. Vielleicht ja noch ein, zwei Tage und ein Lauf…?

    Versöhnte Grüße zurück

    Matthias

  7. Gerd Says:

    Auf Grund deiner aktuellen misslichen lage lasse ich mich heute mal zu keinem Kommentar hinreissen. Obwohl es mir zu beiden Themen, Hose und Computer verdammt schwer fällt.;-)
    Aber ich kann dich wenigstens trösten.
    Ich hatte mal einen Bekannten der sich beim Wandern ganz furchtbar den Wolf gelaufen hatte. Seine treue Gattin hatte Abends in unserem Hotel die Wunden ärztlich versorgt. Leider mit Mobilat Salbe. Ich habe heute och die Schreie in den Ohren. 😆
    Dahingehend bist Du ja noch gut davon gekommen!

  8. matbs Says:

    Mach´ nur – nachdem der Christian ja schon vom Stapel gelassen hat, kann mich nix mehr erschüttern… 😉

    Außerdem haben wir (= jemand, der mehr Ahnung von dem Dreck hat als ich + ich) vorhin rausgefunden, dass es zwar scheinbar vollkommen unmöglich ist, die Kiste wieder zum laufen zu bringen, aber das die Festplatte mit den vitalen Daten noch intakt und vorhanden ist. Besser als nix…

    Und Mobilat auf ´ne Schürfwunde??? Oh mein Gott, nein, so masochistisch bin ich dann doch nicht – ich hab´ mir wie gesagt einfach ein Blasenpflaster drübergekleistert, das hält gut, schützt, und bildet ja irgendsoeinen Heilschleim über der Wunde, der die Haut besonders schnell regeneriert (hoffe ich. Kann natürlich auch einfach Placebo-Schleim sein… 😀 ) – das hat sich bisher ganz gut bewährt.

  9. Laufblog Says:

    […] Rekonvaleszentes Ründchen durch die Felder (7,8 km) […]

  10. Torsten Says:

    Da mit den Oberschenkel kommt mir bekannt vor. Ich hatte mal so eine Laufshort, so ein wo man Angst hat gleich hängt alles raus. Die hat mir auch die Innenseite aufgerubbelt. Jetzt liegt sie im Schrank und verstaubt. Ob ich die nochmals tragen werde glaube ich nicht wirklich.

    Das mit dem Orthopäden bei mir(wegen meiner Erwähnung in deinem Kommentar), war vielleicht die richtige Diagnose „Shin-Splint“, aber das was er mir dazu geraten hat war nicht das Richtige. Nie mehr laufen, weil mein Bewegungsapparat nicht dafür ausgelegt wäre. Im Moment beweise ich ja auch das Gegenteil. Meine Frau hat er eigentlich auch richtig diagnostiziert, allerdings hat er gedacht der Bandscheibenvorfall wäre frisch, dieser war allerdings schon mind, 1,5 Jahre alt. Deswegen auch dort die falsche Behandlung gemacht und die Schmerzen waren danach um einiges schlimmer. Falls ich nochmal zu einem anderen Orthopäden gehen sollte informiere ich mich gründlich vorher wie der so ist.

  11. Jana Says:

    http://mozy.com/
    (damit sich noch jemand um das technische Problem kümmert …)
    Hat mir schon mal meine Daten für die Diss gerettet, kann ich nur empfehlen!

  12. matbs Says:

    @ Torsten: Jaja, die Tücken des Laufsports…
    Schachspieler und Sportschützen haben solche Probleme wahrscheinlich nicht… 😀

    Ich muss zugeben, ich war bei meinem letzten Orthopädenbesuch letztes Jahr beim Bänderriss eigentlich ganz zufrieden. Das „Problem“ ist im Moment halt einfach, dass es sich irgendwie nicht ganz ok anfühlt, aber keinesfalls so schlimm ist, als dass ich das Gefühl hätte, es unbedingt behandeln lassen zu müssen…

    @ Jana: Hmm, das sieht in der Tat sehr nützlich aus. Zum Glück hat sich der Rechnermeltdown allerdings als weniger schlimme als befürchtet erwiesen – wider erwarten sind nicht nur die Daten gerettet, sondern sogar der Rechner läuft jetzt wieder (war aber ein Riesenact, ihn dazu zu bringen).
    Aber für die Zukunft sollte man vieleicht wirklich mal drüber nachdenken…

    Vielen Dank

    Matthias


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: