Maria Einsiedel, Winkelbach und Jägersburger Wald mit Hund und Foto (10,5 km)

31. März 2009

Das ließ sich gut an heute.

Draußen: Strahlender Sonnenschein, aromatische-milde Frühlingsluft, Temperaturen um die 15° C – Königswetter (Für Kaiserwetter hätte es auch noch klar sein müssen, aber leider hing so ein leichter Dunst in der Luft, der die Fernsicht störte und den azurblauen Himmel am Horizont weisslich einfärbte – aber ich will nicht meckern, solang das Wetter irgendwie blaublütig daherkommt, bin ich ja hochzufrieden 😉 ).

Drinnen: Gute Laune, Tatendrang, Lust aufs Laufen.
Und zwar nicht irgendwo, heute war mir nach Flachland. Offene Felder, lichter Wald, weiter Horizont, alles in der herrlichen, prallen, drallen Frühlingsonne – verlockend!
Also schnell eine kleine Tour im großen Jägersburger Wald unten in der Ebene rausgesucht, da war ich schon lange nicht mehr gewesen.
Der Plan: Von Westen über Maria Einsiedel am Ufer des Winkelbachs durch den Wald bis zur Langwadener Fußgängerbrücke (diese Strecke hatte ich schon lange mal erforschen wollen, die Wanderkarte zeigt da einen kleinen Pfad, den ich bisher aber immer verpasst habe), dann auf der Langen Schneise und durch die Felder vor Gernsheim zurück zum Ausgangspunkt.
9 oder 10 angenehme Kilometerchen mit ein bisschen Abenteuer und Entdeckerfeeling, das klang super, da packte ich gleich auch noch den Foto mit ein, einfach so, weil mir danach war.

Oh, und den hier packte ich auch mit ein, der wollte nämlich mit:
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Bild #1: Nemo. Übrigens frisch von seinem Winterpelz befreit, da sieht er gleich mal zwei Jahre jünger aus

Außerdem, angesichts des prächtigen Wetterchens, zum ersten Mal dieses Jahr ganz in kurzen Klamotten.
Positiv: Fühlt sich gut an.
Nicht ganz so positiv: Hmm, irgendwie muss die Hose ein klein bisschen eingegangen sein, während sie den Winter über im Schrank gelegen hat. Zumindest glaube ich mich zu erinnern, dass sie im Herbst etwas weniger gespannt hat… 😀

Start mitten im Feld, an der Abzweigung, wo´s von der neuen B44 vor Gernsheim links auf den Fahrweg nach Maria Einsiedel reingeht.


Kurz das flache, ackrige Riedpanorama zur dunstigen Bergstrasse mitgenommen…
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Bild #2: Blick vom Startpunkt nach Osten über die Äcker. Am linken Bildrand das Wegkreuz vor Maria Einsiedel (da würden wir auf dem Rückweg vorbeikommen). Im Vordergrund das fruchtbare Ackerland der Rheinebene, im Mittelgrund der Rand des Jägersburger Waldes, bläulich im Hintergrund die nördliche Bergstrasse, gekrönt vom mächtigen Melibokus rechts der Bildmitte

…und schon ging´s los. Kurz auf einem namenlosen Feldweg neben der B44 südwestwärts…
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Bild #3: Heute war´s hier draussen im offenen Gelände so gleissend hell, da kriegte der Foto schon leichte Probleme mit der Belichtung, wenn man ihn nur in die ungefähre Richtung unses geschätzten Zentralgestirns deutete

…dann links auf einen schönen, leicht alleeartigen Fußweg..
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Bild #4: Riedlinie in südöstlicher Richtung vor Gernsheim

…und dem blauen Kreismarker der Riedlinie folgend nach Süden, in Richtung Maria Einsiedel.

Wunderbarer Weg – sehr gepflegt, äußerst bequem zu laufen, voll in der warmen, freundlichen Sonne. Hübsch.
Nach 300 m. passierten wir eine kleine Backsteinkapelle am Wegesrand…
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Bild 5: Kapelle an der Riedlinie. Hier in der Umgebung hat´s überhaupt sehr viele kleine religiöse Stätten, was natürlich an der Nähe von Maria Einsiedel liegt, das ein waschechter katholischer Wallfahrtsort ist. Aber dazu gleich mehr…

…trafen direkt dahinter auf den Winkelbach, dessen Ufer wir für die nächsten vier oder fünf Kilometer folgen wollten…
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Bild #6: Winkelbach zwischen Maria Einsiedel und Gernsheim. Der Winkelbach hat die Besonderheit, dass er zwei Namen besitzt: Sein oberer Teil, der von der Quelle an der Neunkircher Höhe durch den Odenwald bis nach Bensheim fliesst, heisst Lauter. Der untere Teil hingegen, der von Bensheim aus durchs Ried fliesst und bei Gernsheim in den Rhein mündet, heisst Winkelbach. Die Lauter/der Winkelbach ist einer der zwei Odenwaldflüsse, deren Verlauf ich inzwischen fast vollständig von der Quelle bis zur Mündung erlaufen habe (der andere ist die weiter nördlich verlaufende Modau).

…und näherten uns Bald schon Maria Einsiedel, das wie eine kleine grüne Oase zwischen den braunen, platten Äckern herübergrüßte:
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Bild #7: Maria Einsiedel von Norden aus. Links die neue Pilgerhalle, in der Bildmitte der Turm der Wallfahrtskirche zwischen den Bäumen

Eigentlich hätten wir Maria Einsiedel ja links liegen lassen können, aber es ist hübsch, ich hatte den Foto dabei, und ich mag es eigentlich sehr gerne.
Also machten wir einen kleinen Abstecher hinein.

Kurzinfo: Maria Einsiedel ist eine kleinen, schön begrünten Gebäudeansammlung mitten in den weiten Feldern vor Gernsheim, zu der u.a. eine kleine Wallfahrtskirche, eine Pilgerhalle und ein katholisches Jugendhaus gehören. Seit Jahrhunderten ist es ein offizieller Wallfahrtsort für Katholiken, die Hauptwallfahrt findet jedes Jahr im Juli statt. Der Gründungsmythos besagt, dass hier einst eine Marienstatue in einem Holunderbusch gefunden wurde. Als man die in die Gernsheimer Kirche brachte, verschwand sie dort in der nächsten Nacht und tauchte wieder im selben Busch auf. Das ging ein paar mal so, bis man schließlich eine eigene Kirche für die Statue baute und den Ort zur Wallfahrtstätte wurde.
Als heidnischer Nicht-Katholik finde ich den Ort irgendwie immer total faszinierend…

Kurz links von der Riedlinie und dem Winkelbachufer ab…
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Bild #8: Westlicher Zugang von Maria Einsiedel

…Nemo an die Leine, damit er keinen Unfug anstellt…
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Bild #9

…und rein ins kleine, grüne, gepflegte Herz des Wallfahrtsörtchens und dort ein bisschen umgesehen:
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Bild #10: Zentraler Platz von Maria Einsiedel. Mittig rechts der Freiluftaltar für Gottesdienste unter freiem Himmel, rechts die kleine Wallfahrtskirche

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Bild #11: Wallfahrtskirche von schräg…

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Bild #12: …und frontal

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Bild #13: Allee von der Kirche nach Osten

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Bild #14: Bildstock (oder etwas in der Art) hinter dem Freiluftaltar. Offenbar ist Maria Einsiedel nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem speziellen Anlaufpunkt für Heimatvertriebene geworden, von denen viele in diese Gegend gezogen sind

Wie gesagt: Wirklich hübsch und freundlich hier, und gerade weil ich ja von Haus aus wenig Bezug zum Katholizismus im Besonderen und der Religion im Allgemeinen habe immer eine irgendwie interessante Geschichte.

Nachdem wir uns kurz umgetan und ein bisschen die friedliche Atmosphäre und den Schatten genossen hatten, ging´s weiter. Zurück auf die Riedlinie (nun kurz ergänzt durch den Saar-Rhein-Main-Weg/gelbes Plus), und zwischen Winkelbach und der Rückseite von Maria Einsiedel ein hübsches Pfädchen entlang…
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Bild #15

…vorbei an einem weiteren großen Holzkreuz…
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Bild #16: Dieses Mal ein Mahnmal für die Weltkriegsopfer

…und einer wunderschönen alten Weide direkt am Bachufer…
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Bild #17

…bis wir am Ende von Maria Einsiedel wieder läuferisches Neuland erreichten, nämlich den mysteriösen, unmarkierten Weg direkt am Ufer des Winkelbachs, den die Wanderkarte verzeichnet hatte.
Naja…
Also ganz ehrlich, ein Weg war´s nicht. Nicht mal so richtig ein Pfad. Eigentlich nur eine Wiese direkt neben der Uferböschung:
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Bild #18

War aber ok – ein bisschen holprig und uneben, aber insgesamt ganz ordentlich zu laufen.

Und so folgten wir dann also erstmal dem ruhig dahinfliessenden Winkelbach.
Erst ein gutes Stück durch die schier unendlich weiten Äcker, die angesichts des gleissend hellen Sonnenlichts und ihrer vorfrühlingshaften Kahlheit irgendwie was Wüstenartiges hatten (aber auf eine durchaus aparte Art und Weise)…
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Bild #19: Die Bäume am linken Bildrand sind die letzten Ausläufer von Maria Einsiedel. Die rechts am Horziont sind der Jägersburger Wald. Und gaaanz hinten lugt wieder die blauschemenhafte Bergstrasse hervor

…dann an einer buschigen Hecke entlang, die – dem Geräuschpegel nach zu Urteilen – bis zum Bersten mit singenden Vögeln zugepackt war…
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Bild #20: Nicht im Bild: Der wesentlich komfortablere Saar-Rhein-Main-Weg, der jenseits der Hecke in vielleicht 50 m. Entfernung parallel verläuft

…bis der „Pfad“ sich ca. 1 km nach Maria Einsiedel immer mehr dem Rand des Jägersburger Waldes näherte und schließlich in den betonierten Saar-Rhein-Main-Weg überging, der dann doch ein bisschen angenehmer zu laufen war als das holprige Wiesenstück.

Hier draußen in der prallen Sonne herrschte übrigens eine Bullenhitze – ich schwitzte ordentlich, und der arme Nemo, der ja noch gutes Stück hitzeanfälliger ist als ich, war schon ziemlich am Hecheln:
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Bild #21: Hechelnder Nemo auf sonniger Wiese vor betoniertem Saar-Rhein-Main-Weg

Immerhin freuten sich die Schmetterlinge über die Wärme, so wie die hier gleich dutzendweise rumflatterten:
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Bild #22: Im Flug kriegte ich keinen Schmetterling vor die Linse, aber zumindest diesen Gelben (Zitronenfalter???) konnte ich beim Aussaugen irgendeiner Frühlingsblume ablichten

Und weiter, schwitzend, hechelnd und den Frühling geniessend am das Ufer entlang. Nach ein paar hundert Metern knickte der bequeme Saar-Rhein-Main-Weg links nach Norden, und liess uns einmal mehr mit einem einem einsamen Wiesenstreifen samt winzigem Pseudopfädchen zurück, der dem gewundenen Bachlauf tiefer in den Wald hinein folgte:
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Bild #23: In den Jägersburger Wald hinein…

Wir hinterher. Ab hier vollkommenes Neuland, das war natürlich besonders spannend.

Nach ein paar Metern aber erstmal eine kurze Pause. Nemo machte inzwischen einen ziemlich durstigen und hitzigen Eindruck, also lotste ich ihn mal kurz die steile Böschung runter an den Winkelbach.
Eigentlich sollte er ja nur was trinken, aber irgendwie hatte er das falsch verstanden und stürzte sich gleich ganz in die Fluten…
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Bild #24: Rin in die Kartoffeln…

…die sich allerdings als deutlich tiefer herausstellten, als er es erwartet hatten – bevor er sich´s versah, verlor er den Boden unter den Füßen und begann, langsam im Strom abzutreiben.
Davon gibt´s kein Foto, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon drauf und dran war, hinterherzuspringen, um meinen Hund vor einer unfreiwilligen Reise in den Rhein und die Nordsee zu bewahren.
Glücklicherweise werden alle Hunde mit einem Satz verlässlicher Schwimmsoft- und -hardware ausgeliefert, die nun ansprang: Nachdem Nemo die ersten Überraschung überwunden hatte, paddelte er aus eigener Kraft, mit der bedingt souveränen Grazie eines besoffenen Nilpferds, zurück an rettende Ufer…
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Bild #25: …raus aus die Kartoffeln.

…wo er dann stolz und ein bisschen nach nassem Hund stinkend erstmal ein wenig rumposierte:
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Bild 26: Aber erfrischt isser jetzt immerhin

Und weiter ging´s: Einfach immer weiter dem Winkelbach hinterher, auf dem ca. 15 m. breiten Wiesenstreifen neben der Uferböschung durch den Wald:
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Bild #27

Auch hier: Kein richtiger Weg, sondern nur eine Art holpriger Pseudpfad, der immer mal wieder durch Wildschweinspuren oder Unmengen von Maulwurfshügeln zerkratert war. Ein bisschen anstrengend, aber insgesamt gut zu laufen – zumal wir die perfekte Jahreszeit erwischt hatten, und das Gras schön niedrig war – in ein paar Monaten wird hier meterhohes Elefantengras voller Zecken und Brennesseln wuchern, durch das es fast kein Durchkommen geben dürfte.

Jetzt war´s aber noch ein hübsches, einsames Stück fernab der normalen Spazierwege, das sich gut bewältigen liess – rechts konstant der Winkelbach (den ich zugegebenermaßen etwas lieber mag, solange er die noch Lauter ist – oben im Odenwald ist er nämlich ein kleiner aber ungezähmter Bergbach, hier unten ist er kanalisiert und nicht so richtig naturnah, das ist doch ein bisschen weniger spektakulär), links der dichte aber noch kahle Waldrand mit seinen alten, knorrigen Bäumen…
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Bild #28: Kann sein, dass ich mich irre, aber ich hatte den Eindruck, dass die Bäume hier im Vergleich zur wenige Kilometer weiter westlich liegenden Bergstrasse noch nicht ganz so weit sind. Lediglich ein paar vereinzelte Knospen ließen sich hier unten erkennen

…ganz selten mal durchbrochen von einem Querweg tiefer in den Wald:
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Bild #29

Abgesehen davon sah´s eigentlich immer recht ähnlich aus, egal ob nach einem halben Kilometer…
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Bild #30

…oder nach anderthalb Kilometern:
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Bild #31

Aber hübsch.

Lediglich die Geräuschkulisse änderte sich langsam, da sich zum frenetischen Gezwitscher der von Frühlingssonne und Hormonen aufgeheizten Waldvögel zusehends das dröhnen der unsichtbaren aber stetig näherrückenden Autobahn gesellte. Nicht ganz so idyllisch, aber zumindest ein guter Gradmesser dafür, dass wir vorankamen.

Nach insgesamt über vier Kilometern am Ufer war´s schließlich an der Zeit, sich vom Winkelbach zu verabschieden. Auf Höhe der Winkelbachbrücke vor Langwaden…
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Bild #32: Winkelbachbrücke vor Langwaden. Die überquerten wir natürlich nicht, denn sie führt nach Süden, und wir wollten ja zurück nach Nordwesten. Aber fotografiert hab´ ich sie trotzdem. Wenn man schon mal da ist…

…links. Mal wieder ein ordentlicher Waldweg (Nibelungenweg/Gelbes Quadrat und Riedlinie/Blauer Kreis), der nach ein paar Metern die Kreuzung am Anfang der Langwader Fußgängerbrücke über die A67 erreichte…
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Bild #33: Wegweiser kurz vor Langwaden. Im Hintergrund schimmert bereits die Autobahn durch die Bäume

…wo wir dann noch mal links abbogen, und uns auf den Rückweg machten. Radweg 25 im Jägersburger Wald, erst kurz ein Stück an der Wiese neben der A67 entlang…
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Bild #34

…und dann einfach nur noch geradeaus auf der „Langen Schneise“…
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Bild #35

…zurück nach Nordwesten, mittendurch durch den hohen, alten, sonnigen Wald:
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Bild #36: Wenn eine Schneise Wald den Namen „Lange Schneise“ trägt, ist sie meistens ziemlich lang

Schöner Weg. Gut zu laufen. Mit jedem Schritt liess das Rauschen der Autobahn hinter uns wieder etwas nach und die Vögel eroberten sich mehr und mehr ihren Platz an der Spitze des Geräuschpegels zurück.
Hin und wieder mal ein einsamer Radfahrer, ansonsten nix los. Viel helles Sonnenlicht, viele Stimmungsvoll tiefe Schatten.

Nach ca. 1 km mehrten sich am Wegrand die Spuren kürzlich durchgeführter intensiver Baumfällarbeiten: Links und rechts waren gewaltige Stapel frisch geschnittener Baumstämme aufgetürmt, dazwischen immer mal die tiefen Spuren schweren Geräts, die sich Lindwurmartig in den Wald hineinzogen. Der Wald selbst schien davon kaum beeinträchtigt, der ist so groß und dicht, da fielen die gefällten Bäume im Gesamtbild nicht weiter auf.

An der großen Kreuzung mitten im Wald…
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Bild #37: Links geht´s hier wieder runter an den Winkelbach, die Abzweigung rechts führt zur einsamen und halbvergessenen Brücke über die A67 zwischen Hähnlein und Langwaden

…wollte man uns dann umleiten:
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Bild #38: Schildinspekteur Nemo

Allerdings konnte man – weil´s ja die Lange Schneise war – inzwischen bis zum gegenüberliegenden Waldrand gucken, und da gab´s keine Forstarbeiten.
Und die vereinzelten Radfahrer waren auch alle durchgefahren.
Und außerdem sind wir ja total die Draufgänger…
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Bild #39: Ein Blick wie Steve McQueen

…also liefen wir dann doch durch.
Was schwäbische Hippokraten können, können wir schließlich schon lange! 😉

Überhaupt kein Problem, hier gab´s wie vermutet weder Kreissägen, noch Waldarbeiter, noch schweres Gerät, noch fallende Bäume. Nur viele ruhigen Wald, ein paar hübschen Lichtungen…
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Bild #40

…und zwischendurch mal das halbversteckte Häuschen des Gernsheimer Vogelschutzbundes, das mir hier noch nie aufgefallen war, obwohl ich eigentlich schon mal vorbeigekommen sein müsste:
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Bild #41: Nanu? Wo kommt das denn her?

Und dann war der Jägersburger Wald auch schon wieder zu Ende:
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Bild #42: Westlicher Waldrand am Ende der Langen Schneise

Wieder raus ins Freie, in die weiten, strahlend hellen, erdigbraunen Felder vor Gernsheim…
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Bild #43: Wie gesagt – hatte etwas Wüstenartiges. Bei schlechtem Wetter sicher total trübsinnig, heute, unter den ungefilterten, warmen Strahlen der Frühlingssonne, war´s auf seine Weise aber auch irgenwie schön

…und auf holprigen, namenlosen Feldrainpfaden…
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Bild #44: 180°-Ried-Panorama

…weg vom Wald und irgendwie zurück in Richtung des Ausgangspunktes…
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Bild #45

Wüstenartig waren hier draußen übrigens auch wieder die Temperaturen, es war fast schon hochsommerlich warm. Da freute sich manch ein Expeditionsteilnehmer über die häufigen Schlammoasen am Weg:
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Bild #45: Glücklicherweise war´s nur Wasser, anscheinend hatten die Bauern ihre Felder in der Umgebung noch nicht mit Gülle gedüngt…

Irgendwann mal westwärts, dann wieder nordwärts, vorbei an folienbedeckten Feldern, die so sehr in der Sonne gleissten, dass es einen fast blendete…
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Bild #46: Die Bäume im Hintergrund, das ist übrigens schon wieder Maria Einsiedel

…bis wir schließlich auf den asphaltierten Feldweg zwischen Maria Einsiedel und den Aussiedlerhöfen am Stockweg gelangten. Noch schnell eine Panoramaaufnahme von der fernen Bergstrasse jenseits der Ebene gemacht…
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Bild #47: Der langgezogene Bergrücken links ist das Frankensteinmassiv samt Ilbeskopf, das sich von Eberstadt bin Seeheim zieht. Wenn man ganz genau hinschaut, kann man relativ weit links, über dem äußersten Wellblechdachunterstand auf der Weide, die Türme der Burg Frankenstein erkennen.
Rechts davon wird´s dann etwas niedriger, dort sind die Wiesen an der Neutscher Höhe zu sehen, gekennzeichnet durch die drei charakteristischen Windräder. Unter dem mittleren Windrad sieht man knapp über dem Waldrand das Lufthansa-Schulungszentrum über Seeheim. Rechts unter dem rechten Windrad kann man den weißen Funkmast an der Alexanderhöhe bei Jugenheim ausmachen, rechts davon (und wieder etwas höher) die Häuser von Steigerts auf der Steigertser Höhe. Rechts davon beginnt sich dann langsam das Melibokusmassiv aufzutürmen, erst zum noch relativ niedrigen Darsberg (über dessen Gipfel der Funkmast des höheren aber weiter hinter liegenden Felsbergs herausragt), direkt rechts darunter und nur knapp über den Gipfeln des Jägersburger Waldes der Turm vom Alsbacher Schloss. Dann der Melibokus selbst, auf dem man den hohen Funkturm und direkt davor den kleineren, leuchtenden Aussichtsturm erkennt (und direkt links unter dem Aussichtsturm die felsige Scharte am Abgrund, an der die Drachenfliegerrampe steht). Dann geht´s wieder abwärts in etwas niedrigere Höhenlagen (hinter denen bereits der mächtige Höhenzüg der Knodener Höhe sichtbar ist), bis zum Auerbacher Schloss, dass am ganz rechten Bildrand gerade noch erkennbar ist

…dann links, den Asphaltweg entlang bis zum Hubertushof ganz knapp vor Maria Einsiedel.
Hier gab´s…

…blühende Forsythien (ein sicheres Zeichen, dass der Frühling da ist)…
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Bild #48

…Ponies und Pferde…
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Bild #49

…kopflose Hühner…
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Bild #50

…sowie die letzte Abzweigung rechts hoch zum Ziel.
Die nahmen wir.

Noch 400 m. nordwärts durch die Felder, vorbei an Horden nordic walkender Damen (von denen die meisten ein paar mitleidige Blicke für den hechelnden Nemo übrig hatten) und einem letzten, hübschen, mit frischen Blumen geschmückten Wegkreuz…
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Bild #51: Übrigens das, das in Bild #2 schon mal zu sehen war

…und dann hatten wir´s auch schon geschafft – Ziel!

Schöne Tour.
Insgesamt schön problemlos, viel Licht und Wärme in ansprechender Umgebung, dazu das mal wieder das hübsche Maria Einsiedel und die Erkundung des bisher unentdeckten Winkelbachufers, so mag´ ich das.
Allerdings auch mit einem Wermutstropfen, denn für Nemo war´s heute schon fast zu warm – denn werde ich bald in seine wohlverdiente Sommerpause schicken, und dann fürs nächste Jahr einsam und hundlos durch die Gegend streifen müssen…

Strecke: 10,5 km
Zeit: Wees ick imma noch nüsch…
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 54,19 % (5,69 km von 10,5 km)
Karte:
maria-einsiedel-und-winkelbach

M.

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14 Antworten to “Maria Einsiedel, Winkelbach und Jägersburger Wald mit Hund und Foto (10,5 km)”

  1. Hannes Says:

    Wie – ihr habt auch flache Gegenden? Das ist ja wunderschön 😀

    So klingt die Tour zumindest. Tolles Wetter, schöne Gegend – gut zu laufen. Hat sich mal wieder gelohnt!

  2. matbs Says:

    Aber hallo!
    Klar haben wir Flachland hier!
    Hinterm Haus die Berge und vor dem Haus die Ebene – so wie sich´s gehört… 😉

  3. Christian Says:

    Hallo Matthias,

    ah, wie mir diese Art von Laufberichte schmecken…vielen lieben Dank, ich muss immer noch etwas schmunzeln ob dieser Passage:
    „mit der bedingt souveränen Grazie eines besoffenen Nilpferds, zurück an rettende Ufer…“

    Wirklich auch sehr schöne Bilder, der Vergleich mit einer Wüste ist gar nicht so abwegig, wenn man die Ackerbilder sieht.

    Ob ich Dir den schwäbischen Hippokraten übel nehmen soll, weiss ich noch nicht so recht, aber dass ihr Zwei vorsätzlich ein Warnschild ignoriert, dass ist schon ein Ding 😉 Bei mir war es ja eher „rücksätzlich“ – gibt es das überhaupt ?

    Freut mich, dass es so gut gelaufen ist und hoffe eigennützig mehr zu lesen 😉

    Lass es Dir gut gehen und Grüße an das Nilpferd

    Salut

  4. Gerd Says:

    Ist schon ne schöne Ecke. Wird Zeit das ich bei dem tollen Wetter endlich wieder raus kann. So langsam kriege ich einen Stubenkoller. 😉
    Aber diese Woche wird´s definitiv noch nichts.
    Lieber ein paar Tage länger, kürzer treten!
    Schöner Satz. 😆

  5. XYZ Says:

    Hi Matthias,
    was für ein schöner, frühlingsfrischer Laufbericht! Flott geschrieben und kurzweilig zu lesen. Weiter so!!!

  6. XYZ Says:

    Noch was, das 180° Ried Panorama (Bild 44)ist ja irre, hab´s erst richtig gemerkt als ich die Richtung der Ackerfurchen verfolgte. Super!!!
    Ob es technisch möglich ist, mit der anderen Hälfte 180° ein 360er Panorama hinzukriegen?

  7. matbs Says:

    @ Christian: Da der Hippokrat im Gegensatz zum Hypokriten ja nichts Despektierliches ist, hoffe ich auf Milde. 😉
    Was das ignorierte Warnschild angeht, da sind wir auf den bekannten psychologischen Effekt reingefallen, bei dem Menschen (und Hunde?) eine höhere Bereitschaft zur Übertretung von Grenzen und Geboten haben, wenn sie Andere bei der Übertretung dieser Grenzen und Gebote beobachten.
    In unserem Fall die Radfahrer im Wald, die sich auch alle nicht an das Schild gehalten haben, ohne dass ihnen gleich der Himmel bzw. eine Rotbuche auf den Kopf gefallen ist…

    Das es langsam wieder besser läuft war eigentlich klar – morgen hab´ ich endlich den Orthopäden-Termin, bis dahin wird wahrscheinlich alles weg sein, denn die Natur ist Gehässig… 😀

    @ Gerd: Ich kenn´ das Gefühl. Aber es hilft ja nix, da da musst du jetzt durch. Also: Stark bleiben, und gute Besserung!

    @ XYZ: Ja, theoretisch ist auch ein 360°-Panorama machbar, allerdings wird´s dann mit der Belichtung schwieriger, denn sobald man halb oder voll ins Gegenlicht fotografiert, ändern sich Farben und Helligkeit der Bilder, was dann beim Zusammensetzen zu unschönen und abrupten Farbwechseln führt.
    Aber grundsätzlich geht´s – man muss halt nur beim Schiessen der Einzelfotos darauf auchten, die Kamera möglichst ruhig und auf konstanter Höhe zu halten.

    Danke euch allen 🙂

    Matthias

  8. dauerlaufen Says:

    Hallo Matthias,
    vielen Dank für diesen Super Lauf – komme mir vor als wäre ich mitgelaufen. Vor allem begeistert mich dein entspannter Hund. Ich laufe auch in vierbeiniger Begleitung und habe ebenfalls schon Angst vor dem Tag an dem ich mir die Laufschuhe anziehe und er nicht mit darf weil es zu heiß und zu lang wird.
    Bis Bald

  9. matbs Says:

    Hi Dauerlaufen!

    Gerne doch, freut mich, wenn´s dir gefallen hat! 🙂

    Für Nemo war´s leider heute schon so weit – über 20° und praller Sonnenschein, da musste er aussetzen, während ich alleine hoch in die Berge gelaufen bin.

    Aber das ist natürlich auch Hundeabhängig – Nemo ist als Abkömmling schottischer Vorfahren mit kurzen Beinen und dichtem dunklen Fell ist einfach nicht für hohe Temperaturen ausgelegt, aber vielleicht ist dein Begleiter ja etwas wärmeresistenter (wobei natürlich irgendwann trotzdem Schluss ist – 20 km bei 30°, das hält wahrscheinlich kein Hund aus)…

    Schön dass du hergefunden hast

    Matthias

  10. Der UTMBler Says:

    Maria-Einsiedel, das kenne ich auch! Schöne Bilder, vor allem die von dem kleinen Hund, der ziemlich nass aussieht. Bietet sich dort ja auch an zum baden… Leute, Leute, ich schreibe gerade auch einen blog, laufe schon länger und ein bischen mehr. Ich bereite mich gerade auf ein extremes Trail-Running-Event vor, den Ultra Trail du Mont Blanc. Vielleicht habt Ihr Lust mal reinzuschauen? Respekt habe ich ürbigens vor jedem der die Füße schwingt, egal wie weit und wie lang. Liebe Grüße und bleibt dran!!

  11. matbs Says:

    Hi Harald,

    vielen Dank, schön dass es dir gefällt.

    Soo viel länger als ich läufst du übrigens nicht, ich hab´ dieses Jahr immerhin auch schon zehnjähriges Laufjubiläum. Aber mit dem „Mehr“ hast du wohl recht, so ein 24-h-Lauf wär´ mir im Moment dann doch ein bissken viel… 😉

    Viel Erfolg am Mont Blanc!

    Matthias


  12. […] Maria Einsiedel, Winkelbach und Jägersburger Wald mit Hund und Foto (10,5 km) […]

  13. Frodo Says:

    Durch Zufall bin ich auf Eure Seite gestoßen und kurz entschlossen, weil ich einfach begeistert war, am Sonntagmorgen (26.04.09) um 5.00 Uhr mit „Frodo“, meinem kleinen spanischen Straßenhund, von Hofgut „Petersau“ losgelaufen. Immer, den Rhein rechts, über Worms, nach Gernsheim. Um 11.00 Uhr sind wir dort — Frühstück — auf die andere Rheinseite, den Weg nach „Maria Einsiedel“ gesucht (die Gegend war mir total unbekannt) den Weg zurück, Rhein rechts, Biblis, (Einkehr am Rande des Steinerwaldes) Worms, über die Römerbrücke zurück zur Petersau. Ankunft 20.00 Uhr. Tolles Wetter, tolle Tour.
    Gruß Wolf u. Frodo

    • matbs Says:

      Hi Wolf (und Frodo)!

      Boah!
      Das ist ja mal ´ne Riesentour, das waren doch sicher 60 oder 70 km. Beeindruckend, das hätten Nemo und ich wohl nicht an einem Tag hingekriegt… 😉 !
      Und richtig schön (wenn man mal von ein paar Ecken wie z.B. den den wormser Industriegebieten absieht), freut mich riesig, wenn ich euch ein Stück weit dazu inspiriert haben sollte.

      Ein paar Stücke eurer Tour fehlen mir auch noch in meinem Streckennetz, die muss ich irgendwann unbedingt auch mal abrennen: Einerseits das linke Rheinufer zwischen Worms und der Gernsheimer Fähre, andererseits das Stück von Worms nach Süden, mal sehen, wann ich das hinkriege und bei der Petersaue vorbeikomme… 🙂

      Vielen Dank für den Kommentar, hab´ mich wirklich riesig drüber gefreut

      Matthias


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