Hübsche, harte Runde von Frankfurt nach Offenbach und zurück (10,5 km)

20. Mai 2009

Hmm, vielleicht sollte ich die Woche zur „Großstadtlauf-Woche“ erklären – gestern nachmittag und abend Mannheim, heute war Frankfurt dran.
Außerdem schönes Wetter und ich hatte nicht das Gefühl, dass die gestrigen Hochtempostrapazen nennenswerte Spuren hinterlassen hatten, da wollte ich auf einen Lauf da oben natürlich nicht verzichten.

Das letzte Mal war ich ja vor ziemlich genau zwei Monaten in Frankfurt unterwegs gewesen und hatte eine Fototour durch Sachsenhausen, den Frankfurter Stadtwald und am Museumsufer gemacht – einziger Wehrmutstropfen war damals gewesen, dass der riesig hohe Goetheturm am südlichen Stadtrand gesperrt gewesen war und mir deshalb die – zweifellos großartige – Aussicht von der Turmspitze auf Mainhatten verwehrt geblieben war.
Wollte ich natürlich unbedingt nachholen, womit dann auch schon ein Eckpunkt für die heutige Tour feststand. Der Rest kam dann eigentlich von allein – von da unten ist es gar nicht mehr weit bis nach Offenbach, und da ich noch nie in Offenbach gelaufen war (ehrlich gesagt bin ich überhaupt fast noch nie in Offenbach gewesen und hab´ noch viel weniger Ahnung von der Stadt als z.B. von Mannheim), beschloss ich, mir das doch gleich auch mal ein bisschen anzusehen.
Heutige Rute also: Vom Waldspielpark Goetheturm durch Oberrad ans Mainufer, rüber nach Offenbach, dort ein bisschen in die Stadt reinschnuppern und dann südlich durch den Frankfurter Stadtwald zurück.
Total spannend, da freute ich mich richtig drauf.


Mein Termin in Frankfurt gegen abend, also am späten Nachmittag gemütlich alles gepackt und extra ein bisschen früher als nötig aufgebrochen, um alles schön entspannt angehen zu können (mal was anderes).
Ging natürlich total schief.
Vorfeiertägliche Rush Hour im Herzen von Rhein-Main:
Stau auf der A5.
Stau auf der A3.
Stau auf der B44.
Stau in Sachsenhausen.
Und dann auch noch ein bisschen gepflegt verfahren, weil es gar nicht so einfach ist, durch die großzügige Einbahnbestrassung und die winzige halboffiziellen Fahrwege am Sachsenhäuser Stadtrand zu lavieren.
Entsprechend war´s dann auch schon wieder deutlich später als gedacht, als ich endlich am heutigen Startpunkt beim Waldspielpark Goetheturm am Waldrand südlich von Sachsenhausen eintrudelte.
Naja, nicht so schlimm – heute war Pünktlichkeit lange nicht so wichtig wie bei der Verabredung zum Kino gestern in Mannheim, würde schon hinhauen.

Auto abgestellt, ein bisschen gedehnt, und gleich los.

Ach. Du. Scheisse.
Eigentlich hatte ich ja gedacht, den gestrigen Tempolauf prima weggesteckt zu haben.
Ich hatte mich geirrt.
Das passiert, wenn man vergisst, dass man fürs normale Gehen/Sitzen/Stehen nicht dieselben Muskeln braucht wie fürs Joggen – da funktioniert man im Alltag ganz normal und merkt einfach nicht, dass die „Joggingmuskulatur“ ziemlich mitgenommen ist.
Bis man dann wieder losjoggt…
Ganz fies: Vom ersten Schritt an waren meine Waden und Oberschenkel schwer wie Blei und hart wie altes Teakholz.
Und es fühlt esich nicht so an, als ob sich das heute noch rauslaufen würde.
Hrm, das würde offensichtlich einer von den Läufen werden, bei denen man nicht MIT deinem Körper läuft, sondern GEGEN ihn.
Mist!

Aber egal, musste halt irgendwie hinhauen.

Erstmal den Wendelsweg hoch, dann halblinks zum Fuß des riesenhaften Goetheturms, der ein Stück abseits vom Weg im Wald steht.
Zur Erinnerung – der sieht so aus:
img_1340
Goetheturm von unten. Erbaut 1931, 43 m. hoch, ganz aus Holz (eine der höchsten Holzkonstruktionen Deutschlands

Vor zwei Monaten war er geschlossen gewesen, heute hingegen…

hatte er geöffnet.
JA!!!!

Wahnsinn, da waren auch die schweren Beine erstmal vollkommen vergessen!
Aufstieg, die vielen, vielen, vielen Holzstufen hinauf.

Mannoman ist das Teil hoch, will überhaupt kein Ende nehmen – insgesamt fast 200 Stufen, über ein Dutzend Zwischenstockwerke, das schraubt sich immer höher, rum und rum und rum.
Da fängt man irgendwann, so 10, 15 m. über den Baumwipfeln, damit an, sich mit einem leicht mulmigen Gefühl zu fragen, ob dieses alte, ausgetretene Holz, durch dessen Ritzen man nach unten durchschauen kann, auch wirklich das richtige Material für so ein hohes Bauwerk ist…

Augen ständig nach unten auf die Stufen, nicht wegen dem leichten mulmigen Gefühl, sondern weil ich nicht riskieren möchte, schon von den offenen zwischenstockwerken die Aussicht mitzunehmen – die will ich mir für ganz oben aufheben, um es richtig geniessen zu können. Fällt verdammt schwer, angesichts dessen, was ich so aus den Augenwinkeln mitkriege…

Und dann bin ich oben.
Mütze ab (wegen dem leichten, frischen Wind), durchatmen, dann die Augen nach oben richten.
wow

Wow!!

WOW!!!!!!

Aussicht und Weite…
Unglaublich.
Grandios.
Atemberaubend.

Von hier oben sieht man alles. Wirklich alles.
Und es ist wunderschön!

Im Nordwesten ist die City, die herrliche Skyline mit ihren turmhohen Wolkenkratzern scheinbar zum Greifen nahe, davor die Altstadt mit dem gotischen Dom, der Main, und schließlich die kleinstädtischen Stadteile südlich des Mains. Dahinter die mächtige, grüne Wand des Taunusboges, dominiert vom gewaltigen Feldberg-Massiv, auf dessen höchstem Gipfel man glasklar den großen Turm in 880 Metern Höhe erkennen kann.
Weiter rechts verflacht der Taunus zum weiten, unbekannten Hügelland der Wetterau hin, an dessen Ende man ganz schemenhaft den Vogelsberg erkennt, davor die nicht minder unbekannten Stadteile des Frankfurter Ostends, Riederwald, Bergen-Enkhein, und Fechenheim, das sich ein eine weite Schleife des schimmernden Mainbogens schmiegt. Der Main selbst schlängelt sich ostwärts bis nach Hanau (ich war noch nie in Hanau!), wo er langsam nach Süden abknickt und sich nach Franken hineinwindet. Irgendwo dahinter erheben sich Berge, schöne, fremde Berge, das muss der Spessart sein.
Südlich des Mains liegt Offenbach, unscheinbarer als Frankfurt aber genauso nah, und ebenfalls beeindruckend groß, bis es sich dann in den schier endlosen Waldgebieten des Landkreises Offenbach verliert, hinter denen immer noch die fremden Kuppen des Spessarts aufragen.
Weiter südlich dann Darmstadt, leicht verdeckt durch die bewaldeten Buckel bei Langen und Egelsbach, dahinter die Höhenzüge des Odenwaldes und der Bergstrasse aus unbekannter Perspektive. Ich erkenne sie trotzdem, den unverwechselbachen steilen Kegel des Melibokus, den langen Rücken des Felsbergs und links davon, höher als alle anderen, die Neunkircher Höhe.
Danach geht der Blick weiter, verliert sich im Dunst der fernen Riedebene, wandert über den Rhein in die weiten Hügel Rheinhessens mit ihren endlosen Weinbergen und strahlendweissen Windrädern, dann Rheinaufwärts, nach Mainz und Wiesbaden, die leider im Dunst verborgen sind, und über die kleinen Autobahnen und den nahen Flughafen, eine riesenhafte Freifläche in den Wäldern, wo sich täuschend kleine Flugzeuge in den Himmel hinauf oder auf die langen Landebahnen hinabschrauben.
Und dann wieder der hohe, grüne Taunus mit seinen Burgen und Hängen und davor die Frankfurter City, die so prächtig, so faszinierend, so einmalig ist, dass man sich einfach nicht an ihr sattsehen möchte.

Grandios. Allein diese Aussicht war´s schon wert, hierherzukommen, egal wie hart der Lauf noch werden würde (und er würde hart werden, das merkte ich schon).
Hatte ja extra keinen Foto mitgenommen, weil ich ihn ja erst gestern dabei hatte und ein Fotolaufbericht doch immer viel Aufwand ist.
Jetzt bereute ich es ein bisschen….
Sorry, keine Bilder von da oben. Aber zumindest die Skyline-Ansicht gibt´s z.B. bei Wikipedia oder dutzendfach bei Flickr, könnt ja mal da vorbeischauen, wenn ihr eine Ahnung davon haben möchtet, wie die Aussicht von hier oben ist…

Blieb fast zehn Minuten an der Turmspitze, dann riss mich los, bewältigte – mit leicht protestierenden Oberschenkeln – an den langen Abstieg und machte mich auf die Socken.
Ostwärts auf dem alten Sachsenhäuser Landwehrweg durch den Wald. Leicht abfallend und schön schattig, das war sehr willkommen angesichts der sonnigen 28° die heute herrschten.
Nach ein paar Metern ein kleiner Schlenker links über die Goetheruh, einen leicht erhöhten Aussichtspunkt mit liegender Gedenksäule, von dem aus der Dichterfürst der Überlieferung nach gerne auf sein Frankfurt hinabgeschaut hat. Leider zugewuchert, so dass von der Aussicht nichts zu sehen war. War aber nicht schlimm, hatte ja schließlich gerade mehr als genug Aussicht genossen.

Danach weiter den Landwehrweg entlang, den Markern des Grüngürtelradwegs folgend am Rand des schönen, dichten Stadtwalds ostwärts.
Ganz langsam, aber wegen meiner unkooperativen unteren Extremitäten war´s trotzdem ein ganz klein wenig anstrengend, und dass obwohl ich erst ganz kurz unterwegs war und es leicht bergab ging.
Hm…

Nach 700 m. links ab, auf einer schmalen Holzbrücke über den Graben der uralten Sachsenhäuser Landwehr, dann hinaus ins offene Gelände und auf dem Hansenweg nordwärts in Richtung Frankfurt-Oberrad.
Sehr schönes Stück: Kleine Felder, Hecken, Schrebergärten, ein paar Gewächshäuser, eine Reitanlage. Wirkte alles sehr idyllisch und irgendwie überraschend ländlich, das gefiel mir richtig gut – mich faszinierend ja diese Übergangsorte, wo Großstädte aufhören Großstädte zu sein und langsam ins Umland übergehen.

Nach 750 m. lief ich in Oberrad ein, das ebenfalls nicht besonders urban wirkte, eher wie eine ruhige Kleinstadt.
Auch hier weiter auf dem Hansenweg durch ruhiges Wohngebiet, immer weiter sanft bergab, trotzdem jedoch mit schweren, protestierenden Beinen (und die jetzt verlorenen Höhenmeter würde ich ja nachher wieder reinholen müssen, das war heute irgendwie so gar keine verlockende Vorstellung. Wei-o-wei…).

In der Ortsmitte über die Offenbacher Landstr., dann die irgendwie interessant benannte Speckgasse (ob´s da wohl ´ne Geschichte zu gibt?) runter, aus Oberrad raus, vorbei an noch ein paar kleinen Gewächshäusern und noch mehr sonnigen und überraschend ländlich wirkenden Feldern, durch eine Bahnunterführung und schließlich über B43 am Deutschherrenufer an den Main.

Der Main an in der Vorabensonne ist einfach hübsch, das fällt selbst mit schweren, unwilligen Beinen auf. Glitzert, fliesst ruhig westwärts, es geht ein leichter Wind, und selbst die blockigen Hafenanlagen am anderen Ufer sehen irgendwie interessant aus.
Nett.

Rechts, den Uferweg entlang (Neben dem Grüngürtelradweg verläuft hier auch der Mainwanderweg des Odenwaldklub, markiert mit einem blauen M). Links der Fluss, rechts eine parkartige Wiese, mittendrin das Ich-Denkmal, ein leerer Sockel, auf den sich jeder Passant stellen kann, der Lust auf ein paar Sekunden vermeintlichen Ruhm hat.
Hatte ich heute übrigens nicht, ich war genug damit beschäftigt, schwitzend und schnaubend meine lahmen Beine vorwärts zu treiben….

Vorbei am hübschen Biergarten der Gerbermühle (Oh mann, da sitzen und was Kaltes zischen anstatt hier träge rumzurennen, das wär´s doch gerade! Gut dass ich wieder mal kein Geld dabei hatte, sonst wäre ich ernsthaft schwach geworden) und der Mainstaustufe Offenbach (yaaay, damit hatte ich´s wenigstens schon über die Stadtgrenze geschaft), dann unter der breiten Autobahnbrücke der A661 hindurch.

Wie gesagt: Lief arg rzäh und war extrem anstrengend, jeder Schritt kostete ein bisschen Kraft und Überwindung. Noch kein echter Muskelkater, aber nur noch ein Quäntchen davon entfernt – da hatte die Tempotour gestern doch bös reingezogen.

Noch irritierender als meine schweren Beine fand ich allerdings die recht zahlreich auftretenden Großstadtjogger.
Ich hab´s ja schon beim letzten Mal erwähnt und auch heute ging es mir tierisch auf die Nerven:
Diese verdammten Penner grüßen einfach nicht!
Anstatt sich wenigstens mal ein halbes Lächeln oder eine leicht angehobene Hand abzuringen wenn man einem anderen Läufer begegnet (das gehört sich nämlich so!!!), ist hier jeder peinlichst darum bemüht, andere Sportler bloß nicht zur Kenntnis zu nehmen – Blick zwanghaft geradeaus oder auf den Boden, nur mit Scheuklappen unterwegs.
Ehrlich Leute, das ist so unfreundlich, das macht mich jedesmal wieder säuerlich, gerade weil man einfach nur dämlich vorkommt, wenn man zum fünften Mal nett grüßt und zum fünften Mal ignoriert wird, als wäre man nur ein unangenehmes Ärgernis.
Sorry, liebe Frankfurter und Offenbacher Jogger, aber das geht sowas von gar nicht! Besonders weil´s in den anderen Großstädten der Umgebung weit weniger schlimm ist, da hab´ ich in den letzten Monaten nämlich mal bewusst drauf geachtet – in Darmstadt, Mannheim, Mainz oder Wiesbaden wird wesentlich öfter und bereitwilliger gegrüsst als bei euch, und da bricht keinem was ab.
Also, lasst beim nächste Lauf doch einfach mal eure Ipods und Sonnenbrillchen und Designerleibchen zuhause und packt stattdessen eine Grundportion Höflichkeit und Respekt mit ein, das macht die ganze Sache viel netter für alle Beteiligten… 😉

So, aber zurück zum perpetual ungegrüßten Matthias, der gerade mit schweren, harten Beinen zum ersten Mal in seiner Läuferkarriere nach Offenbach reinlief.

Offenbach, das muss man sagen, hat mit seiner Lage so ein bisschen Pech gehabt. In vielen Gegenden von Deutschland wäre so eine Stadt mit 120 000 zumindest mal ein bedeutendes regionales Zentrum, vielleicht sogar das urbane Herz eines Landstrichts, aber hier, mitten im Rhein-Main-Gebiet, ist sie nur die kleine Schwester der schillernden internationalen Finanz- und Wirtschaftsmetropole Frankfurt auf der anderen Rheinseite, oft vergessen und vernachlässigt und selbst vielen Menschen aus der mittelbaren Region (wie mir) kaum bekannt.
Aber gerade das macht die Stadt dann ja auch irgendwie wieder interessant, denn da gibt´s in relativer Nähe viel zu entdecken.
Entsprechend gespannt war ich dann auch auf Offenbach.

Auf den ersten Blick machte es jedoch keinen richtig dollen Eindruck: Der Stadteil Kaiserlei, durch den ich gerade lief, besteht vor allem aus Büro- und Gewerbebauten, die hier in den letzten Jahrzehnten aus dem Boden gestampft worden sind. Die Gebäude sind groß, blockig und meist nicht besonders freundlich, die Strassen breit und viel befahren, aber ohne Fußgänger oder Radfahrer, denn wohnen tut hier kaum jemand.
Na ja…

Eigentlich hatte ich hier noch ein ganzes Stück weiter am Mainufer entlang nach Westen laufen wollen, bis an die Karl-Ulrich-Brücke, und von dort aus dann durch die Innenstadt zurück. Den Plan änderte ich dann allerdings spontan, das war mir heute alles zu zäh und unangenehm, also kürzte ich etwas ab: Kurz hinter der Brücke rechts und am Goethe-Ring südwärts, vorbei Firmenparkplätzen, klotzigen Bürogebäuden und großen Betriebshallen.

Allerdings wurde es bald deutlich netter: Am Ende des Goethe-Rings überquerte ich einen geschäftigen Kreisverkehr und lief dann die breite August-Bebel-Str. hinunter.
Ab hier war Wohngebiet, und zwar ein hübsches: Links und rechts des Weges schöne alte Häuser (teils fast schon Villen) mit großen Gärten, die Strasse selbst war zweigeteilt, mit einem breiten, baumbestandenen Grünstreifen samt Fußweg in der Mitte, den ich gerade runterlief.

Noch netter wurde es dann ein paar hundert Meter später, denn da ging´s in einer großen, schön gepflegten Parkanlage mit viel Wasser, altem Baumbestand und interessanten Kunstwerken weiter. Offenbar der Dreieichpark, spätestens hier begann mir Offenbach richtig zu gefallen.

Am Ende des Parkes geradeaus unter einer Bahnlinie durch, dann rechts durch den Wolfsweg, vorbei an Sportanlagen und Schrebergärten und schließlich auf dem Grüngürtelradweg geradeaus in den Wald (puuh, Schatten, sehr willkommen).

So langsam war Rückweg angesagt, gottseidank denn inzwischen war ich trotz des langsamen Tempos und der moderaten Distanz ziemlich abgekämpft – wenn die Beine nicht wollen, muss man das mit Kraft kompensieren, und das macht sich irgendwann dann einfach bemerkbar…

Netter einsamer Waldweg, führte erst in einem Tunnel unter der B43 durch, dann auf der Brücke am Tellerweg (Ächz, da ging´s aufwärts – waren zwar nur ein paar lächerliche Höhenmeterchen, aber die fühlten sich heute an wie der Mt. Everest) über die A661 zurück in den Frankfurter Stadtwald.
Inzwischen ertappte ich mich dabei, dass ich immer öfter das Plänchen konsultierte, sondern weil es eine probate Ausrede war, um zwischendurch mal ein paar Meter zu gehen (was sehr angenehm und vollkommen unkompliziert war, denn da wurden die abgespannten „Joggingmuskeln“ ja kaum gebraucht).
Pfffhuijuijui…

Zum Glück hatte ich es fast geschafft: Am Waldfriedhoft Oberrad entlang bis ich wieder auf den Sachsenhäuser Landwehrweg am Waldrand stiess, vorbei am Spielpark/Grillplatz Scheerwald (wo eine orientalische Großfamilie irgendwas brutzelte, das roch unheimlich lecker – so langsam kriegte ich auch noch Hunger…), schließlich ein zweites Mal über die kleine Brücke am Landwehrgraben, danach dann den alten Asphaltweg „An der Goetheruh“ entlang (und nochmal leicht aufwärts. Auauauauau!), bis ich dann fix und alle und mit knotigen, bleischweren Beinen endlich endlich endlich wieder beim Auto ankam.

Puuuha!!
Sehr zwispältige Tour.
Positiv: Ein richtig gute, spannende, abwechslungsreiche Strecke mit ganz vielen Highlights, die – bis auf Offenbach-Kaiserlei – unerwartet schön gewesen war.
Negativ: Die unsagbar schweren, verkaterten, holzigen Beine, die das ganze zu einem ziemlich harten Kraftakt gemacht haben. Eine Hochtemporunde nach Monaten des gemächlichen vor-sich-hinzuckelns steckt der Körper eben doch nicht so einfach weg.
Nicht so gut, gerade weil ja am Freitag die extrem harte Bergtour mit Gerd auf dem Nibelungensteig angeht, da sollte meine Beinmuskulatur eigentlich so fit wie möglich sein. Na ja, aber morgen ist ja Pause, vielleicht reicht das ja für ein bisschen Regeneration.

Oh, und die nicht-grüßenden Stadtfrackjogger, die waren auch wieder leicht enervierend. Aber da wird man sich wohl dran gewöhnen müssen… 😉

Insgesamt trotzdem eine interessante Tour, die Lust auf mehr Frankfurt und mehr Offenbach gemacht hat. Und spätestens in ein paar Wochen sind die Strapazen ohnehin vergessen…

Strecke; 10,5 km
Zeit: Gefühlte 20 Jahre
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 96,29% (10,11 km von 10,5 km)
Karte:
Sachsenhausen - Oberrad - Kaiserlei

M.

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9 Antworten to “Hübsche, harte Runde von Frankfurt nach Offenbach und zurück (10,5 km)”

  1. Torsten Says:

    Der Goetheturm war auf und du hattest keine Kamera dabei. Die Aussicht hätte ich jetzt auch gerne gesehen. Archivbilder sind doof. 😉
    Vielleicht hast du nicht laut genug gegrüßt bei den Frankfurtern. Solltest mal versuchen die richtig anzuschreien. Vielleicht bekommst du dann eine Reaktion.

  2. matbs Says:

    Sorry Torsten, tut mir ja auch leid. 😦
    Aber nach der Fototour am Vortag in Mannheim und der geplanten Fototour mit Gerd auf dem Nibelungensteig zwei Tage später (die wir vorhin übrigens gerade beendet haben, die war unheimlich toll) wollte ich nicht auch noch mittendrin den Foto mitnehmen.

    Bei den Frankfurter Joggern hatte ich nach dem fünften oder sechsten mal in der Tat das Bedürfnis, mir einen zu schnappen, ihn mal ordentlich durchzuschütteln und ihn anzubrüllen, was eigentlich mit ihnen los ist.
    Hab´s dann aber gelassen, diese Großstadtjogger haben sicher alle CS-Gas, Pfefferspray oder Klappmesser dabei, und mir ging´s ja auch ohne tränende Augen oder eine Bauchwunde schon mies genug… 😀

  3. Hannes Says:

    Zwei Tage hintereinander sind ja auch nicht gut, hätten wir dir wohl vorher sagen sollen. Aber wenn man gerade mal die Chance hat, soll man sie auch nutzen. Von daher war es richtig.

    Und die Aussicht vom Goetheturm scheint wirklich grandios gewesen zu sein, das glaube ich dir ausnahmsweise auch ohne einen eigenen Bildnachweis, … aber wirklich nur ausnahmsweise!

    • matbs Says:

      Hi Hannes,

      eigentlich hätt´ ich mir das auch selbst sagen können, gerade nach der Tempotour im Käfertaler Wald… 😉
      Aber wie du richtig anmerkst: So oft bin ich auch nicht in Frankfurt, das muss dan eben ausgenutzt werden, auch wenn´s ein bisschen weh tut. 🙂

      Ich schau´ mal, ob ich den Bildnachweis irgendwann nicht doch noch mal bringen kann, schließlich will ich meinen Vertrauensvorschuss ja nicht verspielen.

      Cheerio

      Matthias

  4. Volker Says:

    Betrifft: Speckgasse:
    „Nach meiner Erkenntnis war der Belag der Straße in früheren Zeiten aus Holzbohlen. Diese Holzbohlen nannte man Speckbohlen. Daher wohl der Name. Diese Bohlen, so vermute ich, machten den feucht-schlammigen Boden der Speckgasse, die zum Main führte, begeh- und befahrbar.“
    Quelle: http://www.oberrad.net

  5. matbs Says:

    Hi Volker,

    cool, vielen Dank. 🙂

    Gruß

    Matthias


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