Kleine Bergtour zum Wochenabschluss: Jugenheim – Steigerts (7,5 km)

31. Mai 2009

Kinder, ich sach´ euch: Das is´ vielleicht ´ne Essengeherei dieses Wochenende – gestern erst Mittagessen in Vetters Mühle in Bensheim-Zell, und heute gleich schon wieder, dieses Mal im Talblick im kleinen Bergdörfchen Steigerts auf dem wunderschönen „Dach“ von Seehei-Jugenheim.

Passte mir perfekt in den Kram – einerseits fehlte mir ja noch ein Lauf diese Woche und ich hatte nochmal richtig Lust auf ein paar ordentliche Höhenmeterchen, andererseits wollte ich aber nicht mehr so weit laufen, weil morgen bereits die nächste Tour ansteht (Mainz-Kastel nach Wiesbaden rein), da schien mir ein bisschen Mäßigung angebracht.
Und Steigerts war da perfekt: Über den Heiligenberg, die Kuralpe und die Hutzelstraße sind´s von zuhause aus weniger als 8 Kilometer Strecke, die aber trotzdem mit knapp 400 Höhenmetern samt herrlicher Landschaft aufwarten können.
Genau das Richtige zum Wochenabschluß.


Start von daheim aus gegen 12:00 Uhr, eine knappe Stunde vor der verabredeten Mittagessenzeit (wollte ausnahmsweise mal nicht signifikant zu spät kommen… 😉 ).
Wetter herrlich warm und sonnig, Matthias frisch, ausgeruht und bester Dinge.

Entspanntes Tempo, um den wunderbaren Tag zu genießen und die wie üblich zu Anfang leicht zickigen Waden zu schonen, auf dem Blütenweg (gelbes B) nordwärts durchs Dorf.
Jossastr. und gleich links, durch den schattigen Pauerweg, die Hauptstr. hoch, dann kurz hinter der Krone rechts auf den Fußweg, der neben der Strasse zum Heiligenberg hoch führt.
Der Anfang vom Aufstieg.

Wenn man von Jugenheim über den Heiligenberg, den Vogelherd und die Hutzelstrasse auf den Steigerts laufen möchte, hat man einen Weg vor sich, der ziemlich anstrengend ist.
Aber auch ziemlich ehrlich: Es geht einfach immer nur bergauf.
Man klettert, klettert, klettert, klettert, klettert und irgendwann ist man oben.
Das mag ich… 😉

Links, an der Gedenkstätte für die Jugenheimer Weltkriegstoten vorbei und den verbundgepflasterten Fußweg unterhalb der Bergkirche hoch, an der Kreuzung neben der Kirche dann geradeaus und auf dem Burgenweg (blaues B)/Alemannenweg (rotes S) weiter bergauf, bis zur Fahrstrasse am romantischen Weiher vor dem Schloss, wo gerade ein paar Kinder nach Kaulquappen fischten. Hab´ ich früher auch gemacht…

Bis hierher schon gut steil, das brachte mich gleich mal richtig schön auf Betriebstemperatur. 🙂

Und wieder links, die Strasse zum Schloss hoch (das verlinkte Bild ist aus dem Januar, heute war´s natürlich viel grüner und schattiger), kurz verschnauft und den wie immer herrlichen Anblick von Schloss Heiligenberg gewürdigt, dann um die Anlage herum und auf vor dem Parkplatz scharf rechts, aufwärts (natürlich! Was denn auch sonst?) zum Waldrand, dort halbrechts auf den namenlosen schmalen Weg, der südlich des Gipfels um den Marienberg herum führt.

Abenteuerlich: Schmaler Weg am sonnigen Steilhang, uneben, zugewuchert, zuweilen mit schönen Blicken durchs dichte Blätterdach runter ins Balkhäuser Tal.
Und teilweise ganz schön steil.
Weiter bergauf…

Hinter dem Gipfel des Marienbergs stößt der Weg relativ bald auf den Wanderweg SJ2, auf dem´s dann ein Stück bergab runter zum Hechlersgrund geht – eine kleine Gelegenheit zum Verschnaufen und Treiben lassen, die nutzte ich natürlich.

Runter zum Waldrand an der Kaiserbuche, dann auf dem uralten Asphaltweg über die herrliche offene Anhöhe am Hechlersgrund (sonnenbeschienene Weiden mit freundlichen Pferden, rechts eine wunderbare Aussichte über Balkhausen hinweg zum Melibokus), am Ende des Wiesenstückes dann geradeaus in den dichten, schattigen Wald am Vogelherd.

Von nun an einfach dem Weg SJ2 hinterher, der kurz drauf rechts abbiegt, am versteckten Weiler Hainzenklingen bei Stettbach vorbeiführt, und sich dann stetig aber meist mit erträglicher Steigung (manchmal am oberen Ende der Komfortzone, aber insgesamt noch drin) über einem steilen, langen Bachtal durch den wunderschönen Kiefern-/Laubmischwald windet, irgendwann eine scharfe Kehre vollzieht, und schließlich nach noch ein paar steileren Passagen am oberen Ende des Walds am Vogelherd wieder ins Freie führt.

Runter zur Kuralpe (wieder bergab, nochmal Durchatmen und Genießen), durch unsagbar schöne Sommerwiesen, frisch gemäht und nach Heu riechend, mit zirpenden Grillen und blökenden Schafen. Rechts hinter dem Balkhäuser Tal der mächtige Rücken des Felsbergs, links darunter die Kuralpe, deren Parkplatz wie an einem solchen Sonntagmittag zu erwarten aus allen Nähten platzte.
Gemächlich bergab, an ein paar Reitern vorbei bis zur L3098 bei der Kuralpe, dort dann links die Hutzelstraße hoch (Marker: Weitwanderweg Odenwald-Vogesen/Roter Balken und Europäischer Fernwanderweg 1/Weisses Andreaskreuz).

Eine meiner Lieblingspassagen überhaupt: Die asphaltierte Hutzelstraße führt sanft aufwärts durch unsagbar schöne Bergwiesen, am Wegesrand stehen schattige Bäume, hin und wieder passiert man ein Wäldchen oder ein paar weidende Kühe. Es ist schön still hier oben, und die Aussicht ist traumhaft – rechts blickt man in den Odenwald rein, über das weite, wunderschöne Modautal zur Neunkircher Höhe und weiter nach Norden, am Otzberg vorbei ins Dieburger Land. Links hingegen öffnet sich immer wieder mal der Blick durch die Vorberge des Odenwalds hinunter in die unendlich große Rheinebene, bis er schließlich am Taunus oder dem Berg- und Hügelland in Rheinland-Pfalz hängen bleibt.
Hochgenuß!!

Gemächlich aufwärts, alles im Fluss, Augen je nach Bedarf nach rechts, links oder geradeaus, ein, zweimal machte ich auch ein Aussichtspäuschen (obwohl ich das alles schon oft genug gesehen hab´ – einmal mehr geht immer!!!), dann schließlich das Wäldchen am Steigerts, seines Zeichens mit 440 m. ü. NN der höchste Punkt von Seeheim-Jugenheim.

Hier links in den Wald, dem Weitwanderweg Odenwald-Vogesen folgend um die Kuppe herum, an ziemlich vielen Wanderern und Bikern vorbei, die ebenso glücklich und zufreiden wirkten, wie ich mich fühlte.

Am Ende des Wäldchens dann geradeaus den Asphaltweg runter und die letzten Meter durchs Winzige steigerts auf der Anhöhe bis auf die Außenterasse des Talblicks, wo´s ein leckeres Mittagessen (ausnahmsweise mal kein Kochkässchnitzel, das hatte ich ja erst gestern) und einen grandiosen Blick auf die Frankfurter Skyline jenseits der Ebene gab.

Alles perfekt: 7,5 herrlich entspannte Kilometer, knapp 400 herrlich anspruchsvolle Höhenmeter, und das alles in herrliche pittoresker Landschaft bei herrlicher Sonntagslaune, abgerundet mit überbackenem Schweinelendchen mit Herzoginkartoffeln.
So sollten alle Laufwochen enden!!! 😀

Strecke: 7,5 km
Zeit: Knapp unter einer Stunde, mit allem Drum und Dran
Neue Strecke: Keine
Karte:
Jugenheim-Steigerts

M.

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12 Antworten to “Kleine Bergtour zum Wochenabschluss: Jugenheim – Steigerts (7,5 km)”

  1. Gerd Says:

    Das ist mir eine richtig schöne Strecke. Die gefällt mir.
    Und in Steigerts Essen gehen. Prima Tour!

    • matbs Says:

      Ja, die ist toll.

      Wir wollten doch eh irgendwann mal an der neuen Lufthansa vorbei, da können wir gerne mal die große Seeheim-Jugenheim-Premium-Bergtour machen (= Goldschmidt-Park, Lufthansa, Tannenburg, Ober-Beerbach – Hutzelstr – Steigerts, Staffeler Kreuz – Hechlersgrund – Schloss Heiligenberg – Klosterruine – Goldenes Kreuz – Jugenheim) wenn du wieder fit bist, da ist dieses Stück auch dabei.


  2. […] Kleine Bergtour zum Wochenabschluss: Jugenheim – Steigerts (7,5 km) […]

  3. Christian Says:

    He Matthias, hört sich ja wirklich nach einer schönen Tour an, obwohl ich ja kaum glauben kann, dass Du pünktlich beim Essen warst, ist das ein Novum ?

    Nix für ungut

    Salut

    Christian

    • matbs Says:

      Na ja, irgendwann war´ ich glaub´ ich schon mal pünktlich, auch wenn ich mich gerade nicht mehr genau erinnern kann, wann… 😀

      Das Problem sind einfach diese extrem unberechenbaren Bergstrecken, da kann man im Vorraus nie genau genau berechnen, wie lange man brauchen wird, weil man Wegequalität, Steigungswinkel, Sehenswürdigkeiten und Streckenlänge einfach nicht so akkurat bestimmen kann wie im Flachland.
      Ich nehme dann immer meine konstanten und gut berechenbaren Flachlandwerte als Basis, aber die kommen halt nie so ganz hin…

  4. Hannes Says:

    „Neue Strecke: Keine“ – jetzt bin ich aber fast entsetzt! Ohnehin bin ich etwas überrascht: Tags zuvor erst eine kräftige Tour mit satten Steigungen und nun schon wieder eine kleine Bergtour. Ich wüsste gar nicht, wie ich die ganzen, anstrengenden 400 Höhenmeter auf die knappen, kurzen 7,5 Kilometer Strecke verteilen sollte x)

    Aber solange du glücklich bist und die Wochenenden mit Freude so verbringst, ist ja alles gut 😉

    • matbs Says:

      Geht halt nicht immer neu. Aber wenn die alten Strecken so hübsch sind, tut das überhaupt nicht weh… 😉

      Die 400 HMs verteilen sich eigentlich prima auf die 7,5 km, ein paar am Anfang, viele in der Mitte, und ein paar am Ende – et voilà! 😀

  5. dauerlaufen Says:

    Am Besten gefällt mir an diesem Lauf die „Hutzelstraße“. Die macht die Steigung zu einem niedlichen Unterfangen…

    • matbs Says:

      Na ja, so richtig niedlich ist sie trotz des Namens nicht, aber dafür total schön (Was nicht dasselbe ist… 😉 ).

      Aber zumindest die Steigungen werden relativ niedlich, wenn man´s erst mal auf die Hutzelstrasse geschafft hat…

  6. Torsten Says:

    Anstatt Herzoginkartoffeln hätte ich lieber Bratkartoffeln dazu genommen. Aber richtig, so sollte wirklich ein Laufwochende enden.

    Ich habe mal bei Google nach Kochkässchnitzel gesucht, wenn es schon keine gibt in der Nähe, dann mache ich mir die halt selbst. Beim Google-ranking warst du auf Platz 14. 🙂

    • matbs Says:

      Pfff, gewöhnliche Bratkartoffeln statt der royalen Herzoginkartoffeln, also echt… 😀

      Kochkässchnitzel selbst machen ist eigentlich ganz einfach, du brauchst nur ein paniertes Schnitzel (am besten qualitativ hochwertig) und da kippst du dann den Kochkäse drüber, solange es heiss ist – fertig.

      Und an der Google-Platzierung muss ich noch arbeiten, da ist sicher noch ´ne 12 oder 13 drin… 😆


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