Der Weg nach Frankreich, Teil 3: Bad Dürkheim – Neustadt mit Fotos (21,4 km)

8. August 2009

Das Wochende machste mal ruhig„, hab´ ich mir gedacht, „nix Großes, nur so´n bissken was zum Ausklingen lassen„.

Aber dann war Samstag morgen und irgendwie war mir danach, vielleicht doch noch den Weg nach Frankreich voranzutreiben.

Dagegen sprach:
– Schon ein längerer Berglauf am Mittwoch. Zwei in einer Woche? Hmm…
– Schon ein Lauf mit Foto, auch der am Mittwoch. Und mehr als einmal die Woche will ich das eigentlich nicht machen, weil der Aufwand von Fototouren so groß ist. Aber da unten in der szenisch-spannenden Fremde ohne Foto zu laufen geht auch nicht. Hmmm…
– Und dann war da noch eine unangenehme Blessur: Vor ein paar Tagen hab ich mit total ungeschickt ein vorstehendes Geländerende in den Rettungsring gerammt. Dachte erst, es wäre nicht weiter schlimm, aber inzwischen hatte sich an der Aufprallstelle an meiner linken Hüfte ein riesiger, fieser, purpurschwarzroter Blutergruß gebildet, und der mag es überhaupt nicht, wenn er zuviel bewegt wird (dann grummelt er vernehmlich in meiner linken Körperhälfte rum)

Dafür sprach:
– Ich hatte Lust
– Ich wollte mich abends sowieso mit Freunden in Rheinland-Pfalz treffen, und wenn man schon mal in der Gegend ist…
– Das Wetter war interessant. Nach Tagen brütender Backofenhitze und gnadenlos sengender Wüstensonne war´s heute dunstig-trüb, und deutlich kühler, mit viel Feuchtigkeit in der Luft. Eigentlich ja gar nicht mein Lieblingsfotolaufwetter, aber zur Abwechslung fand ich´s dann irgendwie doch ziemlich interessant und laufenswert.

Drei Argumente dafür, drei dagegen, da gilt dann letztendlich “ In dubio pro curso“ (oder so ähnlich… 😉 ), folgerichtig machte ich gegen die Mittagszeit zur zweiten Etappe des Weges nach Frankreich auf, trotz Bluterguß und trübem Wetter.

Heute auf dem Programm: Von Bad Dürkheim (wo ich ja letztes Mal geendet hatte) durch die Berge bis runter nach Neustadt an der Weinstrasse.


Schon bei der Anfahrt wurde klar, dass ich sowas wie Fernsicht heute nicht erwarten durfte: Die Höhenzüge der Haardt (das hab´ ich seit dem letzten Mal gelernt: Der Ostrand des Pfälzerwaldes ist quasi ein Mittelgebirge im Mittelgebirge, und hat deshalb auch einen eigenen Namen – Haardt), die an klaren Tagen schon von weit jenseits des Rheins zu erkennen sind, tauchten heute erst im diesig-trüben Dunst auf, als ich praktisch schon ihren Fuß bei Bad Dürkheim erreicht hatte.
Irgendwie auch imposant, wenn sich plötzlich kurz vor einem so ein Satz wandartiger, mächtiger Berge aus dem Nebel schält…

Start also in Bad Dürkheim, genauer gesagt am Bahnof – da hatte ich vorletzten Montag aufgehört, folgerichtig fing ich heute wieder hier an.
Vom P&R-Parkplatz aus (Verflixt, 70 Cent Parkgebühr pro angefangene Stunde!) an den Gleisen – der Bad Dürkheimer Bahnhof ist ein Kopfbahnhof – und diversen seltsamen Gestalten – der Bad Dürkheimer Bahnhof weist eine große Dichte seltsamer Gestalten auf – vorbei auf den Bahnhofsvorplatz, dort dann links und auf der Leininger Str. (die ich beim letzten Mal in entgegengesetzter Richtung zum Bahnhof gelaufen war – Anschluss ans Streckennetz erfolgt!) nach Westen.

Am Stadtplatz gab´s eine modernkunstige Statue und ein bisschen Blick auf die Berge, da wollte ich schnell mal ein Foto von schiessen.

Aber wo war der Foto?
Rechte Hand?
Nein.
Linke Hand?
Nein.
Getränkegürtel?
Nein.
Hosentasche?
Nein.
Unter der Mütze?
Öööh, nein, kein Foto.

Hmmm.
Wenn er nicht hier war, dann müsste ihn ja im Auto verge…

Krmblwxftgrrr!
Zum Glück war ich ja erst zwei- oder dreihundert m. gelaufen, also machte ich kehrt und rannte zurück:
Nochmal die Leininger Str. runter, über den Bahnhofsvorplatz, vorbei an Gleisen und Gestalten, bis zum Auto.
Wo der Foto lag.
Dick und fett und unübersehbar auf dem Beifahrersitz.
Der Philister!

Nachdem ich ihn mir geschnappt hatte ging´s also schon wieder über den Bahnhofsvorplatz und vorbei an Gleisen und den inzwischen schon etwas verständnislos dreinschauenden Dürkheimer Gestalten.
Immerhin konnte ich jetzt ein Foto davon machen:
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Bild #1: Vom P&R-Parkplatz am Dürkheimer Bahnhof zum Vorplatz. Rechts hinten des Bahnhofsgebäude, davor das Ende der Gleistrasse. Ebenfalls im Bild: Gestalten

Dann wieder die Leininger Str. hoch, zum Stadtplatz, wo ich schnell das Bild schoss, wegen dem mit das Fehlen der Kamera eben erst aufgefallen war…
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Bild #2: Dürkheimer Stadtplatz mit seltsamer Skulptur, im Hintergrund am Hang der römische Steinbruch, auf dessen Besuch ich letztes Mal wegen allgemeiner Ausgedörrtheit verzichtet hatte.

…und weiter die Leininger Str. entlang, leicht aufwärts und vorbei am wahrscheinlich schmalsten Haus von Bad Dürkheim…
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Bild #3: Das wahrscheinlich schmalste Haus von Bad Dürkheim

…bis an die quer verlaufende Gaustr…
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Bild #4: Blick die Gaustr. runter in Richtung Dürkheimer Innenstadt…

…wo ich dann halbrechts auf die Limburgstr. wechselte, über die ich das erste Sightseeing-Ziel der heutigen Tour zu erreichen gedachte, die Ruine des Klosters Limburg auf einem steilen Bergsporn hoch über dem Dürkheimer Ortsteil Grethen im Isenach-Tal.

Sah gut aus, angesichts der Tatsache, dass das Kloster schon gut erkennbar war, sowohl als Hauswandschmuck mit sinnigem Weinliebhabersprüchlein…
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Bild #5: Hausbemalung in der Limburgstr.

…als auch in Natura, hoch oben über den Dürkheimer Dächern:
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Bild #6: Kloster Limburg

Läuferisch klappte es bisher übrigens ganz gut – angenehme 20°, guter Kopf und gute Beine, so wie´s sein soll. Lediglich die extrem hohe Luftfeuchtigkeit war etwas störend, und so ein bisschen auch der Bluterguß, dank dem es sich anfühlte, als würde ich mit permanentem leichte (aber erträglichen) Seitenstechen laufen.

An der nächsten Kreuzung halbrechts, auf der Str. „In der Fürth“ am Zentralfriedhof entlang abwärts, nunmehr auch mit einem offiziellen Wegmarker, nämlich dem blauen Balken:
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Bild #7: Links: „In der Fürth“. Rechts davon: Zentralfriedhof. Dahinter: Grethen im Isenach Tal. Vom Mammutbaum (?) verdeckt: Das Kloster

„In der Fürth“ endete schließlich, und damit auch Bad Dürkheim: 300 m. auf einem schmalen Weg leicht abwärts durch ein Wäldchen, bis in den Grund des Isenach-Tals, dort dann auch schon die ersten Häuser von Grethen, zwischen die steil aufragenden Talwände und die B37 geklemmt.
Hier ging´s weiter geradeaus, durch die Kastaniengasse, geradewegs auf den immer steiler aufragenden Bergsporn mit dem Kloster Limburg zu:
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Bild #8: Kloster Limburg von der Kastaniengasse aus. Wie üblich kommt es auf dem Bild nicht so richtig raus, aber das sind stolze 100 m. Höhenunterschied

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Bild #9: Und noch mal mit Zoom

Am Ende der Kastaniengasse (und damit am Fuß des Bergspornes mit dem Kloster drauf) erreichte ich die hübsche neogotische Grethener Kirche…
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Bild #10: Kirche in Grethen

…an deren Flanke…
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Bild #11

…ein schmales Weglein zwischen dichten Hecken zum Anfang des eigentlichen Aufstiegs führte:
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Bild #12: Übrigens immer noch mit dem blauen Balken markiert

Wo dann erstmal Schluss mit Joggen war.
Ich hatte es angesichts der extremen Steigung vor mir schon vermutet, jetzt bewahrheitete es sich: Der Weg an der steilen Südwand des Sporns hinauf zum Kloster Limburg besteht zu einem erheblichen Teil aus Treppen, die sich – immer mal wieder durchbrochen von ein paar Metern aufwärts führenden Pfades – in vielen steilen Serpentinen den Berg hinaufschlängeln:
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Bild #13: Treppen,…

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Bild #14: …Treppen,…

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Bild #15: …Treppen,…

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Bild #16: …und noch mehr Treppen. Puuuh!

Und wir reden hier nicht von genormten, modernen, bequemen Standartreppen – diese Stufen waren alt, uneben, durch die Feuchtigkeit etwas rutschig, und teilweise deutlich höher als „normale“
Stufen.

Kann man laufen (das weiss ich spätestens, seitdem ich vorletzten Winter unter größten Anstrengungen den langen Buckel am Heidelberger Schloss hochgejoggt bin), muss man aber nicht (außer man hat den Rest des Tages nichts mehr vor und/oder will sich so richtig dreckig weh tun).

Also ging ich lieber. Schließlich war´s extrem schwül, meine Bluterguß-Seite drückte vor sich hin, und ich hatte es nicht so richtig eilig und noch fast 20 Bergkilometer vor mir – kein Grund, sich 100 HM auf schlechten Treppen anzutun…

War anstrengend genug, sich die vielen Windungen am Steilhang hochzuwendeln.

Aber es lohnte sich: Oben angekommen erstmal eine Rasenfläche unter Bäumen mit ein bisschen Kunst…
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Bild #17: Skulpturen vor dem Kloster

…und dann die mächtige Klosterruine, die mit ihren hohen Mauern und romanischen Fenstern aus der Nähe wesentlich größer wirkte, als ich erwartet hatte:
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Bild #18: Ostflanke des Klosters Limburg

Kurzinfo: Erstmals wird hier oben im 9. Jahrhundert eine Burg erwähnt, die von den Saliern (zu diesem Zeitpunkt noch Generation von der Kaiserkrone entfernt) erbaut wurde. Im 11. Jahrhundert zu einer Benediktinerabtei mit großer Basilika umgewandelt, niedergebrannt 1504, danach langsamer Niedergang und Verfall, bis die Anlage Anfang des 17. Jahrhunderts endgültig aufgegeben wird.

Wirklich beeindruckend, nicht nur die imposante Bausubstanz selbst, sondern auch ihre Lage hoch über dem Isenach-Tal:
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Bild #19: Unteres Isenach-Tal nach Bad Dürkheim hin. Da unten, rechts neben der Bundesstrasse, war ich gerade eben entlanggejoggt

Natürlich schaute ich mich hier oben zumindest mal ein bisschen um: Halblinks, den Weg zwischen Steilhang und Ruine entlang…
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Bild #20

…dann durch den Eingang in der südlichen Längsseite ins Innere der alten Mauern…
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Bild #21: Eingang in die Ruine

…und dort ebenfalls ein bisschen umgetan. Nach Westen hin ein langgezogener Hof (wahrscheinlich einstmals das Hauptschiff der Basilika), an dessen Ende sich eine Turmruine erhebt, im Osten die Maurreste eines mehrstöckigen Hauptgebäudes (Vierung und Chor?):
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Bild #22: Ostseite der Ruine von innen. Die Bühne ist für Veranstaltungen – demnächst werden hier oben beispielsweise Orffs Carmina Burana gegeben, das ist sicher sehr eindrucksvoll

Dazu noch ein nett aussehendes Ausflugslokal in der ehemaligen Sakristei, bei dem ich kurz überlegte, ob ich hier schon mal ein Gläschen Flüssigkeit zukaufen sollte (hatte aber dank dem kühlen Wetter noch keinen Durst).

Sehr schön und stimmungsvoll, auf jeden Fall einen Besuch wert!

Danach wieder raus, weiter rechts an der südlichen Längsseite und der Turmruine vorbei zur Westseite der Anlage…
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Bild #23

…dort noch ein kurzer Blick zurück…
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Bild #24: Westseite des Klosters. Sollte eigentlich ein Pano werden, aber das zweite Bild war so schräg belichtet, dass das nicht hingehauen hat…

…und dann war ich auch schon wieder auf dem Weg.

Halbrechts abwärts, auf einem etwas unebenen Weg, bis ich die Fahrstrasse vom/zum Kloster erreichte und dem blauen Balken noch ein bisschen abwärts bis zur ersten Kurve folgte, wo es geradaus weiter ging, ab von der Strasse und rein in den Wald – nun einem neuen Marker hinterher, dem schwarzen Punkt, der mir für die nächsten zehn Kilometer den Weg weisen sollte.

Aufwärts.
Nicht lange, aber anstrengend: Bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit (so wie heute) fallen mir Steigungen eh immer etwas schwerer, zudem schien ich wegen der blutergußig-quengelnden linken Seite offenbar in leichter Schonhaltung zu laufen, was meinem linken Bein nicht so recht gefallen wollte, deshalb quengelte es gleich mal ein bisschen mit.
Nicht dramatisch, aber als ich nach vielleicht 350 m. das Ende des kleinen Anstiegs an der Hammelstalstr. bzw. den Ferienhäusern am Fünfguldenberg erreichte, war ich doch schon recht froh (und endgültig kaltschweissklebrig)…

Ursprünglich hatte ich überlegt, ob ich von hier aus links auf den Ebersberg laufen sollte, wo laut Wanderkarte ein Aussichtstürmchen mit dem charmanten Namen „Die Schneckennudel“ zu finden sein soll, aber dank Dunst und nichtexistenter Fernsicht schien mir das keinen Sinn zu machen.
Also folgte ich weiter dem schwarzen Punkt, scharf rechts und dann gleich wieder links zwischen die Ferienhäuser…
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Bild #25: Hier sieht man ihn mal, den schwarzen Punkt, zur besseren Lesbarkeit zwischen zwei weiße Balken geklemmt.
Das ist übrigens das Stück direkt nach „scharf rechts“ und vor „gleich wieder links“

…wo ein gaaaaanz schmaler Pfad zwischen den Zäunen der Grundstücke nach Südwesten führte, noch ein Stück durch den Hangwald unterhalb der Hammelstalstr. ging (angenehm, dieser schöne weiche Untergrund aus alten Kiefernnadeln) und schließlich noch ein Stück auf der Strasse selbst entlangführte (einziger Verkehr: Ein paar Wanderer), bis er schließlich an der Wegscheide beim Waldparkplatz „Drei Eichen“ rauskam.

Hier wollte der schwarze Punkt auch schon wieder abwärts. auf einem schmalen Pfädchen links runter ins nächste Tal (laut Wanderkarte das Hammelstal).
Na gut, von mir aus, dann eben abwärts, schräg den Hang runter ins Hammelstal:
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Bild #26: Pfad ins Hammelstal

Hier war die Lufteuchtigkeit so hoch, dass selbst die Spitzen der umliegenden Bäume bereits leicht im klebrig-klammen Dunst verschwammen:
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Bild #27: Kurz vor Nebel

Unten im Tal war die Strecke dann mal ganz kurz eben und führte an ein paar einsamen, hübschen Fischweihern vorbei durch den Talgrund…
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Bild #28: Fischteich im Hammelstal

…bevor es gleich wieder bergauf ging, auf einem schmalen, gar nicht mal unsteilen Pfädchen auf der anderen Talseite die Flanke eines Berges hinauf, der laut Wanderkarte den etwas ungewöhnlichen Namen (für einen Berg) „Klaus“ trägt.

Lange bergauf.
Über ein Kilometer, mit einer Durchschnittssteigung von über 10%.
Bei extremer Luftfeuchtigkeit und weiterhin leicht quengelnder linker Seite (vom Schienbein bis zur Hüfte hoch, alles im Chor, leicht verhalten aber deutlich spürbar.).
Das zog ordentlich rein…

Die Strecke an sich war wunderschön: Auf dem schmalen Bergpfädchen zwischen lichten Birken, Kiefern und großen Mengen irgendeines hübschen bodennahen Nadelgestrüpps (Wacholder oder sowas?) schräg und etwas abenteuerlich den Hang hoch, stetig bergauf, dabei immer mal über einen „ordentlichen“ quer verlaufenden Forstweg.
Einziger Nachteil: Der Pfad war total uneben und ausgewaschen, von Wurzeln und großen Steinen überzogen, da musste man ordentlich aufpassen, dass man sich nicht auf die Fresse legte.
Hat aber trotzdem richtig Spass gemacht (zumal ich mir zwischendruch ein paar Fotopausen und eine Isoplörrenpause gönnte, das half beim Durchatmen… 😉 )

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Bild #29: Weg aus dem Hammelstal bergauf

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Bild #30: Und gleich nochmal, weil´s so hübsch ist. Wobei ich hier schon rech froh war, dass heute keine knalligsonnigen 30° im Schatten herrschten, sonst wär´s hier im lichten Wald auf trockenem Sandboden sicher unerträglich heiss geworden…

Und irgendwann war ich dann oben, auf einem angenehm breiten, unwurzelig-steinigen Forstweg, dem ich noch ein paar Meterchen nach rechts folgte, bis er mich zur nächsten großen Kreuzung im Wald brachte…
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Bild #31: So viele Richtungen…

…nämlich der Wegscheide am „Weißen Stein“:
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Bild #32: Links der weiße Stein, rechts das Schild dazu, scheint zu stimmen… 😀

Kurz verharrt, verwirrt von den vielen verschiedenen Wegen irgendwohin (wohin? Keine Ahnung, hier war ich noch NIE!), dann dran erinnert, dass ich einfach nur dem schwarzen Punkt folgen muss und den richtigen Weg gewählt, der – bequem und ohne nennenswerte Höhenunterschiede – grob nach Süden führte, auf halber Höhe an der Westflanke des Wachenheimer Tals entlang.

Angenehm ereignisloses Stück, jetzt war ich so richtig drin, manchmal hörte man ein leichtes Motorengeräusch von der unsichtbaren Landstrasse im Talgrund die steilen Waldhänge heraufbrummen oder konnte einen Blick zwischen den Bäumen hinweg auf die mächtigen (und mächtig steilen) Höhenrücken auf der anderen Talseite erhaschen…
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Bild #33: Weiterhin alles ziemlich dunstig, so ähnlich muss sich äquatorialer Nebelwald anfühlen…

…ansonsten lenkte nichts vom ruhigen dahintraben durch die Waldeinsamkeit ab.

Nach vielleicht 1,7 km die nächste Kreuzung, dieses Mal sogar mit ein paar rastenden Wanderern…
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Bild #34: Kreuzung vorm Rotsteiner Kopf

Hier ging´s halblinks (natürlich schwarzer Punkt), auf einem bequemen Forstweg am Talrand leicht abwärts, und zugleich ein kleines Stück weit in die Vergangenheit…

So langsam entwickelt sich der Weg nach Frankreich irgendwie so ein bisschen Nostalgietrip für mich – letztes Mal waren´s die Käsekroketten im Dürkheimer Kochlöffel, und heute – der Kurpfalzpark.
Das ist ein Wild- und Erlebnispark, der zufällig gerade unten in dem Tal liegt, an dessen Rand ich gerade entlanglief.
Und zwar nicht irgendein Wild- und Erlebnispark, oh nein – vor langer, langer, langer Zeit, als es Deutschland noch zweimal gab und die Menschen fest daran geglaubt haben, dass in der Zukunft (= den Neunziger Jahren) alle mit Raketenautos zur Arbeit auf den Mond fliegen werden (oder so ähnlich… 😀 ), war der Besuch im Kurpfalzpark nämlich ein Höhepunkt jeder Sommerferien!
Da gab´s das Tal am Eingang mit den freilaufenden Häschen und Hirsche und Steinböcke und Mufflons und eine Sommerrodelbahn und eine wackelnde Brücke über den See die manchmal ins Wasser sackte und und und…

Wir reden hier von einem Riesensack voll 1A-glücklicher-Kindheitserinnerungen, Leute, lange Sommertage mit Spaß, Abenteuer, Familie und Freunden, die volle Packung…

Hier war ich seit mindestens 20 Jahren nicht mehr gewesen…
Und jetzt lief ich zumindest schon mal am Rand des Parks vorbei, mit einem warmen, nostalgischen Gefühl im Bauch.

Nicht das viel zu sehen gewesen wäre, dazu waren die Bäume über dem Tal zu dicht, aber zumindest konnte man irgendwann schon mal das Johlen von Kindern hören, und kurz danach gab´s sogar mal einen kurzen Blick auf die gute, alte Sommerrodelbahn zwischen den Bäumen jenseits des Zauns:
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Bild #35: Sommerrodelbahn im Kurpfalzpark

Ein paar Meter weiter ging´s dann rechts vom Hauptweg ab, und auf einem weiteres schmales Hangpfädchen mit steilen Serpentinen bergab, runter, aus dem Wald und geradewegs zum Haupteingang:
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Bild #36: Genauso hab´ ich´s in Erinnerung…

Ganz ehrlich: Ich hab´ ernsthaft überlegt, ob ich nicht reingehen soll.
Aber ich war ja nachher verabredet und schon ziemlich lange unterwegs, und außerdem sind die Eintrittspreise des Parks Freizeitparkpreise, keine Wildparkpreise – und 13 € für einen zwangsläufig überhasteten Kurzbesuch waren mir dann doch etwas zuviel…

Also warf ich etwas schweren Herzens nur mal einen Blick durch den Zaun, den Weg runter, wo früher links die freihoppelnden Häschen waren (heute ist´s offenbar ein Streichelzoo)…
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Bild #37: Hmm, früher war das aber alles irgendwie ein bisschen größer…

…und gönnte mir dann zumindest mal ´ne wohlverdiente Pause auf einer Bank vor den Toren des Parks, mit einer schönen kalten Cola und einem schönen, zuckrigen Twix, die ich am Kiosk im Kassenhäuschen erwarb – zumindest der „Unterwegs Verpflegung zukaufen“-Plan hatte damit schon mal bestens funktioniert:
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Bild #38: Verpflegungspause mit Schokoriegel und Koffeinbrause und Unterhaltung durch eine russische Großfamilie, die lautstark und wild gestikulierend den Erwerb eines Souvenirs am Kiosk betrieb

Als alle Viktualien vertilgt waren ging´s dann weiter, runter zum Hauptparkplatz…
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Bild #39: Was heisst hier „Gute Fahrt“? Allzuviele Läufer scheinen die hier ja nicht zu haben… 😉

… weiter über die Landstrasse (K16), dann – natürlich immer noch dem schwarzen Punkt folgend – über den Nebenparkplatz, nochmal über die Strasse…
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Bild #40: …und zwar hier, rüber auf das Pfädchen auf der anderen Seite

…und dort dann über einen kleinen, anstrengenden Buckel (die Wasserscheide zwischen Wachenheimer Tal und Silbertal) hoch zum Forsthaus Silbertal…
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Bild #41: Forsthaus Silbertal

…das ich rechts liegen liess und weiter aufwärts und südwärts bis zur „Alten Schanze“ lief, die durch einen Ritterstein vom Pfälzerwaldverein markiert wird:
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Bild #42: Was es genauer mit der Lokalität auf sich hat, stand leider nirgendwo. Schade…

Hier dann etwas Verwirrung, bei der mir kurz der schwarze Punkt abhanden kam, bevor ich dann auf der Landstrasse (K16) nach Süden lief – außer zwei Radfahrern kein Verkehr, da störte auch der fehlende Randstreifen nicht weiter:
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Bild #43: K16 nach Lindenberg. Der schwarze Punkt verläuft hier auf einem Parallelweg unterhalb der Strasse, den ich irgendwie übersehen hatte – war aber nicht schlimm, gleich würden wir uns wiedertreffen…

Nach 300 m. war der schwarze Punkt dann wieder da und führte links und rechts der Strasse in den Wald.
Ich versuchte es erstmal kurz mit rechts (faaaalsch, da wäre ich hergekommen, wenn ich nicht auf der Strasse gelaufen wäre), entschied mich dann aber doch richtigerweise für links.

Inzwischen hatte ich schon deutlich über die Hälfte der Strecke geschafft, doch bevor ich zurück runter an die Weinstrasse laufen konnte, war noch mal ein bisschen Abäschern angesagt, denn laut Plan wollte ich vorher noch über den 554 m. hohen Gipfel des Weinbiet, einem der höchsten Haardt-Berge hinter Neustadt.
Und das waren immerhin nochmal deutlich über 200 Höhenmeter auf die nächsten paar Kilometer.

Liess sich zu Anfang relativ gemütlich an: Breiter Forstweg (später dann bequemer Fußweg) mit moderater Steigung (unter 10%) der sich langsam aufwärts durch den freundlichen Kiefern-Mischwald zog, erst ein bisschen an einem Hang hoch, dann zwischen den ersten kleinen Vorgipfeln hoch. Sah z.B. so aus:
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Bild #44: Irgendwo vorm Weinbiet

Wäre fast schon bequem gewesen, wenn da nicht die Radfahrer gewesen wären.
Vielleicht kennt ihr das: Man läuft bergauf, und vor einem sind Radfahrer. Langsame Radfahrer – so langsam, dass man sie prinzipiell überholen könnte, wenn man etwas zügiger läuft.

Aber soll man das?
Wenn man nicht überholt, muss man eventuell etwas langsamer machen, als man am Berg eigentlich möchte (zu langsam ist ja auch nicht gut).
Und wenn man überholt, hat man sie dann die ganze Zeit im Rücken und muss dementsprechend das etwas zu hohe Tempo halten, denn man möchte ja nicht so eine blöde hin- und her-überhol-Situation schaffen, in der man ständig aneinander vorbeioszilliert.

Beides nicht ideal, aber ich entschied mich heute mal fürs Überholen und legte dementsprechend einen Zahn zu, den ich zum Abstand Schaffen dann natürlich auch erstmal beibehalten musste, nachdem ich vorbei war.
Das war anstrengend, in der Steigung, bei weiterhin extrem hoher Luftfeuchtigkeit und mit der quengelnden linken Blutergußseite:
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Bild #45: „HrrrgGKFFAH!!!“

Fast zwei Kilometer aufwärts, beständig ein halbes Schrittchen zu schnell, entsprechend war ich auch ganz schön angeschlaucht, als ich schließlich an einer kleinen Lichtung mit Abzweigung auf vielleicht halber Höhe ankam und mir erst mal ein kurzes Atempäuschen gönnte.
Puuh…

Ein, zwei Minuten Durchatmen, dann weiter, ohne nachzudenken dem schwarzen Punkt hinterher, dem ich inzwischen ja schon eine halbe Ewigkeit gefolgt war.

Seltsamerweise ging´s wieder bergab.
Das wunderte mich so ein bisschen, nachdem ich ja eigentlich noch mindestens 100 HM vor mir haben sollte.
„Na gut“, dachte ich mir, „da vorne nach der nächsten Kurve wird´s schon wieder hochgehen.“

Äääärk!!
Fehlanzeige.
Da ging´s weiter bergab.

Da warf ich dann doch mal einen genaueren Blick auf die Karte, die mich mit einem Blick davon in Kenntnis setzte, dass ich den schwarzen Punkt an der letzten Kreuzung hätte verlassen müssen, um dem weißblauen Balken auf den Gipfel zu folgen.
Na prima!
300 m. in die falsche Richtung gelaufen, und dann auch noch bergab!
Also zurück zur Abzweigung (dabei den inzwischen ebenfalls angekommen Radfahrern ein apologetisches „Falsche Abzweigung“ zugekapst) und dort links, den doch recht steilen, weißblau markierten Pfad in Richtung Weinbiet hoch.

Erstmal um einen Vorberg rum (Hohes Loog, 501,9 m.ü.NN, laut Wanderkarte), dann eben auf einer Art Kamm voller Grenzsteine entlang…
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Bild #46: Davon standen hier allenthalben welche rum, da hatte man Anfang des 19. Jahrhunderts offenbar ein sehr ausgeprägtes Territorialbedürfnis zu befriedigen

…und schließlich auf die Strasse zum Weinbiet…
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Bild #47: Weinbietstrasse

…über die ich mich – keuchend, japsend und schwitzend – die letzten 600 m. und 60 HM aufwärts prügelte, bis ich dann schließlich (endlich!) oben war:
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Bild #48: Weinbiet

Nett hier oben. Es gibt den beinahe schon obligatorischen Sendemast…
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Bild #49: Sender Weinbiet, 136 m. hoch

…eine Wetterstation…
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Bild #50: Fungiert möglicherweise auch als Aussichtsturm, aber da das Gebäude zu aussah, hab´ ich mich nicht genauer mit dieser Frage auseinandergesetzt

…und das fast die ganze Woche über bewirtschaftete Weinbiethaus des Pfälzerwaldvereins:
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Bild #51: Weinbiethaus

Hier gab´s dann nochmal ein kleines Päuschen mit Isoplörre und einem Fruchtriegel…
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Bild #52: Doch schon etwas angeschwitzt…

…bevor ich mich dann recht zügig wieder auf den Weg machte (denn ich war ja heute Abend noch verabredet und hatte eigentlich vorgehabt, mit dem Zug um 17:01 Uhr von Neustadt zurück nach Bad Dürkheim zu fahren, das war inzwischen schon relativ knapp), auf zum letzten Abstieg runter nach Neustadt.

Und was für ein Abstieg!
Ich hab´ ja schon mehrmals erwähnt, dass die Haardt sich wie eine hohe, steile Wand über der Weinstrasse erhebt, entsprechend geht´s da ordentlich abwärts, wenn man runter zum Fuß der Berge will (vom Gipfel des Weinbiet bis runter ins nahe Neustadt sind´s z.B. 400 m. Höhenunterschied, das will erstmal bewältigt sein).

Und dann noch diese Wege – ich folgte dem Blauen Kreis, der sich in einer Serie von steilen, schmalen Serpentinen den Hang hinunter schlängelte und dabei oftmals so uneben war, dass man höllisch aufpassen musste, nicht auf die Schnauze zu fallen:
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Bild #53: Unterhalb vom Weinbiet

Die rücksichtslosen Downhill-Biker, von denen während meines Abstieges ebenfalls einige hier runterbretterten, machten es nicht gerade angenehmer (nicht dass ich pauschal was gegen etwas rücksichtslose Downhill-Biker an sich hätte, solange die schön brav auf Radwegen im Flachland fahren, oder zumindest in Mittelgebirgen, in denen ich nicht unterwegs bin [ja genau, liebe Downhill-Biker: Ihr dürft den ganzen Harz haben, und das Fichtelgebirge, und die Eifel und meinetwegen sogar noch den Schwarzwald, also nichts wie dorthin mit euch! ;)], kann ich die halbwegs tolerieren)…

Und dann quengelte auch noch die Bluterguß-Seite los, der das lange, steile, holprige Bergablaufen üüberhaupt nicht gefiel.
Ack!

Lange abwärts, Serpentine um Serpentine die steinigen, kieferbewachsenen Hänge hinab, dazwischen immer mal ein kurzer Blick runter in die diesige Ebene auf das ständig näherrückende Neustadt…
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Bild #54: Fernsicht? Immer noch außer Betrieb!

…zwischenzeitlich wurde der Pfad immer mal wieder vollkommen unjoggbar…
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Bild #55: Das ist kein Weg, das ist ein Steingarten!

…und schließlich ging´s auf ein paar alten, unebenen, ausgetreten Stufen runter ins schmale, schattige Meisental…
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Bild #56

…zwischen dessen steilen Seiten ich nun weiter talwärts lief (alles immer noch blauer Punkt).

Kurz vor Neustadt passierte ich eine Kneipp-Armbad-Anlage im Talgrund…
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Bild #57: Kneipp-Armbad im Meisental. In Wirklichkeit signifikant schärfer als auf dem Foto… 😉

…und nachdem ich die letzte Gelegenheit zu einem Kneipp-Armbad (im Mai im Zellertal) verpasst hatte, und ohnehin etwas Erfrischung gebrauchen konnte, probierte ich es einfach mal aus, indem ich meine Arme in das klare, eiskalte Wasser tauchte:
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Bild #58: Brrrr, eisig!

Hey, das tat richtig gut! Zwar kribbelten die Arme erst noch ein bisschen, aber als ich sie wieder rausgezogen hatte, waren sie eine ganze Weile angenehm warm und gut durchblutet.

Direkt danach ging´s dann auf einen Asphaltweg, über dem ich kurz darauf schließlich das obere Ende von Neustadt an der Weinstrasse erreichte:
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Bild #59: „Im Meisental“, Neustadt a.d.Weinstr.“

Hmm, schon zehn vor Fünf, wenn ich den 17:01-Zug noch erreichen wollte würde ich mich sputen müssen, um rechtzeitig den Bahnhof irgendwo da unten in der Stadt zu erreichen.

Folgerichtig forsch losgestartet.
Gut Aktion, leider dadurch behindert, dass ich auf vollkommen dämliche und unverständliche Art und Weise die falsche Abzweigung nahm und erstmal 150 m. in die verkehrte Richtung lief (halbrechts bergauf auf dem Wolfsburgweg in den Wald anstatt halblinks bergab das Meisental runter in die Stadt).
Keine Ahnung warum…

Als ich es gemerkt und den Kurs korrigiert hatte, waren es dann nur noch 8 Minuten bis zur Zugabfahrt…

Jetzt aber!
Abwärts, die steile Str. „Im Meisental“ runter, die erste rechts. in die Eckstr….
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Bild #60: Schmale Gasse, hübsche alte Häuschen. Nett.

…dann wieder rechts und auf dem Haardter Treppenweg zwischen den Mauern diverser großer Villengrundstücke…
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Bild #61: Haardter Treppenweg

…weiter abwärts bis Villenstr. bzw. Maximilanstr./B38 am Rand der Innenstadt:
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Bild #62: Fast da…

Blick auf die Uhr: 16:56 und noch ca. 1 Kilometer bis zum Bahnhof (wo ich außerdem ja noch eine Fahrkarte lösen und das richtige Gleis finden musste).
Hm, nee, das war zu wenig Zeit, die Bahn würde ich wohl oder übel verpassen und die nächste in einer halben Stunde nehmen müssen.

Immerhin, das bedeutete zum Abschluss ein bisschen weniger Hetze und etwas mehr Zeit für das Stadtzentrum von Neustadt.

Auch ok.
Schön gemächlich trabte ich also in die City ein, die Hauptstr. runter, vorbei an einer großen Kirche…
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Bild #63: Stiftskirche

…durch die freundliche und samstagnachmittäglich-belebte Fußgängerzone…
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Bild #64.: Fußgängerzone in der Hauptstr.

…zwischendurch noch mal ein kleiner Schlenker über den Marktplatz samt Rathaus…
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Bild #65: Neustädter Rathaus

…dann zurück in die Hauptstr. und weiter in südlicher Richtung durch die Stadt.

Und siehe da, sogar einen Kochlöffel hatte es hier, das nutzte ich natürlich gleich nochmal aus und genehmigte mir noch schnell einen Eimer herrlich erfrischende Pepsi,…
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Bild #66: Aber heute keine Kroketten… 😉

…wenn auch unter den etwas irritierten Blicken der Gäste und der freundlichen kleinen Dame mit dem vietnamesischen Namen hinter der Theke.
Warum guckten die denn so komisch, war da was?
Ich schaute kurz an mir runter, mein Blick blieb sofort an zwei großen roten Blutflecken hängen, die auf Nippelhöhe mein weißes Laufshirt getränkt hatten.
Uuuh, das erklärte auch, warum das seit einer Weile so ein bisschen gebrannt hatte…

Verschämt schnappte ich mir die Pepsi und machte mich wieder auf den Weg, zum Ende der Fußgängerzone an der Landauer Str., dort links die Landauer Str. runter, am repräsentativen Saalbau vorbei…
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Bild #67: Saalbau

…zum Ziel der heutigen Tour, dem Neustädter Hauptbahnhof:
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Bild #68: Hauptbahnhof: Ende!

Da musste ich dann noch eine Viertelstunde am Bahnsteig auf meinen Zug warten:
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Bild #69: Hm, auf den Berg muss ich vermutlich beim nächsten Mal rauf. Sieht bannig steil aus…

Zeit, um noch einen Fruchtriegel zu mümmeln, eine Isoplörre zu suffeln, und die häßlichen Blessuren der heutigen Tour für die Nachwelt festuhalten:
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Bild #70: Vielleicht sollte ich mal wieder ans Pflastern denken…?

Und dann ging´s zurück nach Dürkheim, zum Ausgangspunkt, während links jenseits des Zugfensters langsam die Haardt vorbeizog und ich die heutige Strecke nochmal Revue passieren lassen konnte:
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Bild #71: Diesiger Weinbiet vom Zug aus. Sieht gar nicht so hoch aus, oder?

Und das war´s dann: Schöne, abwechslungsreiche Strecke mit viel zu sehen und zu erleben. Keine großen Probleme, allerdings ein paar kleine, allen voran der Bluterguß, der doch ziemlich genervt hat – hoffentlich geht der bald wieder weg!
Alles in allem: Gelungene Tour, trotz nebligfeuchttrüben Wetter.

Und beim nächsten Mal geht´s dann aufs Hambacher Schloss und die Kalmit. Dann aber wieder bei Sonnenschein! 🙂

Strecke: 21,4 km
Zeit: Viel
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 97,2% (20,8 km von 21,4 km)
Entfernung bis zur Grenze: 36 km Luftlinie
Karte:
Bad Duerkheim - Neustadt

M.

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15 Antworten to “Der Weg nach Frankreich, Teil 3: Bad Dürkheim – Neustadt mit Fotos (21,4 km)”

  1. Chris Says:

    „Geländerende“ ist ein sehr schönes Wort 🙂
    Danke fürs Bloggen, macht immer Spaß zu lesen.

    • matbs Says:

      Hi Christopher,

      „Geländerende“ mag ein schönes Wort sein, aber es gehört definitiv nicht in die Weichteile! 😀

      Danke fürs Lesen, macht immer wieder Spaß zu bloggen… 🙂

  2. dauerlaufen Says:

    Ein KKneipp-Armbad gibt es also. Wieder was gelernt. Trotz Bluterguss und Wunde einen zweiten 20er rausgehauen. Das ist tapfer. Sehr tapfer. Vielen Dank für die Mühe, die du dir immer machst.

    • matbs Says:

      Stimmt.
      Gaaanz tapfer.
      Oder vielleicht ein bisschen dumm, da bin ich mir selbst nicht ganz sicher! 🙂

      Und außerdem: Bitteschön, die Mühe mache ich mir doch gerne!

  3. Christian Says:

    Na Matthias, das wird jetzt noch eine Königsetappe 😉 oder besser zwei mit ordentlich Landschafts-Feeling?

    Danke für den schönen und vor allem auch wieder bebilderten Bericht. Mir hat der Weinbiet gut gefallen und natürlich auch der Weg dorthin, scheint ein schönes Fleckchen zu sein.
    Schade, schon bald wird Dein Weg nach Frankreich Geschichte sein. Machst Du Dich dann gen Osten auf?

    Salut

    Christian

    • matbs Says:

      Na ja, ich schätze es werden eher noch drei oder vier Normaletappen – bisher hab´ ich die Distanz zur Grenze bei jedem Lauf um 10 bis 12 km Luftlinie verkürzt, und so zwischen 20 und 25 km Streckenlänge reichen mir momentan voll und ganz aus, gerade bei dem doch sehr anspruchsvollen und vollkommen unbekannten Gelände.

      Da kann ich dann auch besser genießen und mir schööön viel Zeit lassen… 🙂

      Entsprechend wird der Weg nach Frankreich wohl wahrscheinlich noch mindestens bis in den September reingehen, mal schauen, wie sich das entwickelt.

      Und danach? Keine Ahnung. Aber „Der Weg nach Tschechien“, das klingt schon gut… 😉

      Schön dass es gefallen hat, du weisst ja, das Angebot für eine gemeinsame Tour auf dem Weg nach Frankreich gilt nach wie vor! 🙂

  4. Kümmel Says:

    Nach dem Hambacher Schloss hätte ich noch einen schönen Aussichtspunkt für die nächste Etappe zu bieten:
    49.30307567202016, 8.100977232319572
    Und Edenkoben hat auch ganz schnucklig ausgesehen, ist aber quasi schon wieder im Flachland.

    Wohin solls denn das nächste Mal gehen? Bis nach Landau?

    • matbs Says:

      Das ist am Sportplatz über St. Martin, sehe ich das richtig?
      Hmm, interessant – ich muss vorher ja noch auf den Monsterberg direkt dahinter, aber auf dem Rückweg wäre das vielleicht eine interessante Variante.

      Landau hatte ich ursprünglich als nächstes Ziel eingeplant, aber das ist zu weit, gerade weil man da ja auch noch 6 oder 7 km durchs Flachland muss.
      Entsprechend wird das nächste Etappenziel wohl in der Tat Edenkoben.
      Da soll´s auch ganz schnucklig aussehen, hab´ ich gehört… 🙂

      Vielen Dank für den Tipp!

      • Kümmel Says:

        Der Sportplatz ist zwar direkt davor aber rund 20 Höhenmeter darunter. Das soll das Ende eines Parkplatzes vor einem Hotel sein. Bei klarer Sicht kann man im linken Sichtbereich den Komplex Ludwigshafen/Mannheim sehen, links-mittig das Profil der südlichen Bergstraße und rechts die Ecke Karlsruhe/nördliches Schwarzwaldprofil

  5. Hannes Says:

    Ein Glück, dass ich heute Abend genügend Zeit und auch schnelles Internet für die ganzen Bildermassen hab.

    Eine richtig schöne Runde, diese Erkundungstouren sind immer wieder etwas Phantastisches. Die kleinen Wege sind einfach wunderbar, auch wenn oben die Fernsicht fehlte. Die gibt es das nächste Mal wieder.

    • matbs Says:

      Dabei hab´ ich mich dieses Mal mit gerade mal 70 Bildern doch echt gezügelt… 😉

      Ja, das ist schon richtig schön und interesant da unten, und je weiter ich von zuhause weg komme, um so spannender wird´s.
      Da ist sicher noch Einiges zu erwarten.
      Vielleicht sogar Fernsicht! 😀


  6. […] Der Weg nach Frankreich, Teil 2: Bad Dürkheim – Neustadt mit Fotos (21,4 km) […]

  7. Frodo Says:

    Klasse Tour – Klasse Bericht, nur einen Fehler hast Du darin versteckt.
    Wie kann jemand, der so aktiv unterwegs ist, einen „Rettungsring“ haben.
    — UNMÖGLICH —

  8. matbs Says:

    Wie das mit dem Rettungsring sein kann versteh´ ich ja auch nicht – aber da ist er nun mal (wenn auch gottseidank in moderater Größe), zumindest wenn mein Schlafzimmerspiegel nicht lügt.
    Aber es sind ja noch ein paar Monate Sommersaison, in der man ihn noch loswerden kann… 😉

    Dankeschön! 🙂


  9. […] natürlich da, wo ich vor zwei Wochen aufgehört habe: Am Hauptbahnhof von Neustadt a.d.Weinstr. Bild #1: Nicht der neustädter Hauptbahnhof, sondern […]


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