Der Weg nach Frankreich Teil 4: Neustadt – Edenkoben mit Fotos (25,7 km)

22. August 2009

Laut Wetterbericht sollte es heute freundlich werden, mit einem Mix aus Wolken und Sonne und vor allem: Nicht zu heiß!
Gutes Laufwetter.

Genau richtig um in die Pfalz zu fahren und die inoffizielle Königsetappe vom Weg nach Frankreich zu absolvieren: Von Neustadt a.d.Weinstr. bis runter nach Edenkoben.
Sieht auf der Karte erstmal gar nicht so richtig inofiziell königsetappig aus – zwischen Neustadt und Edenkoben liegen gerade mal sieben Kilometerchen mit bequem hügeligen Weinbergen und ein paar Pfalzdörfchen.
Zumindest wenn man den direkten Weg nimmt.

Aber an direkte Wege glauben wir hier beim Laufblog nicht…

Stattdessen war – wie bei den letzten Malen auch – ein Bogen durch die hohe, steile Mittelgebirgslandschaft der Haardt geplant, die über das Hambacher Schloss (ja genau, DAS Hambacher Schloss aus dem Geschichtsunterricht) bis hinauf zur auf die Kalmit führen sollte, und von dort aus dann via Felsenmeer, Altbachtal und die Ostflanke des Hochbergs runter nach Edenkoben.

Warum inoffizielle Königsetappe?
Na ja, vor allem wegen der Kalmit.
Die ist nämlich…
– Der höchste Berg des gesamten Pfälzerwaldes (673 m.ü.NN)
– Der zweithöchste Punkt, zu dem ich jemals gelaufen bin (nur die Donnersbergtour vorletzten Juni ging noch etwas höher, aber damals bin ich auf 400 m.ü.NN gestartet – heute hingegen ging´s auf gerade mal 140 m.ü.NN los)
– Ein richtig harter Brocken, bei dem man kalmiterfahrenen Freunden und Verwandten zufolge selbst beim Hochwandern bös ins Schwitzen kommen kann

Das würde also so richtig schön schlimm anstrengend werden… 😀


Start natürlich da, wo ich vor zwei Wochen aufgehört habe: Am Hauptbahnhof von Neustadt a.d.Weinstr.
IMG_4456
Bild #1: Nicht der neustädter Hauptbahnhof, sondern die Häuser an der Schillerstr. auf der anderen Seite der Gleise

Später Vormittag, Wetter freundlich aber mit einigen Wolken, Temperatur etwas über 20°, Beine gut.
Vielversprechend.

Erstmal über den Bahnhofsplatz, dann links durch die Bahnhofstr. am Saalbau entlang bis an die Landauer Str…
IMG_4458
Bild #2: Landauer Str. An dieser Kreuzung ging´s links

…dort gleich nochmal links (Schillerstr.) und auf einer leicht aufwärts führenden Strassenbrücke über die Gleise.
Selber Eindruck von Neustadt wie beim letzten Mal: Sehr hübsches Städtchen, mit schönen, alten Häusern, eingerahmt von den beeindrucken steilen Hängen der Haardt.

Auf der anderen Gleisseite geradeaus nach Süden, auf dem „Alten Viehweg“ zwischen alten Mauern aus der Talsenke raus, in der Bahnhof und Stadtzentrum liegen.
Gleich mal ´ne ordentliche Steigung, 300 m. mit etwas mehr als 10% Durchschnittsteigung, genau das richtige zum Warm werden…

Oben angekommen dann rechts, die Waldstr. hoch.
Sehr hübsches Wohngebiet, ältere Häuser mit grünenden Gärten, der Bürgersteig links und rechts der ruhigen Strasse gesäumt mit schattigen Bäumen…
IMG_4462
Bild #3: Waldstr.

…an denen regelmäßig die gut lesbaren Wegmarker des Pfälzerwaldvereins angebracht waren:
IMG_4463
Bild #4: Oben die Esskastanie des „Pälzer Keschdewegs“ (auf den wir später nochmal eingehen werden), roter Balken und roter Punkt, und schließlich das Traubensymbol des „Wanderwegs Deutsche Weinstrasse“, das mich für die nächsten Kilometer süwärts bringen sollte

Und im Hintergrund, wie gehabt, die Haardt-Höhen, bei deren Anblick ein kleines, respektvolles Stimmchen in meinem Hinterkopf regelmäßig sowas wie „Scheeeeeiße, ist das steil und hoch!“ vermeldete:
IMG_4464
Bild #5: Hier haben wir z.B. den Weinbiet (554 m.ü.NN), den ich auf der letzten Etappe besucht habe

Etwas mehr als ein halber Kilometer auf der freundlichen Waldstr., dabei so leicht bergauf, dass es kaum auffiel.
Dann links, natürlich dem Traubensymbol hinterher: Frühlingstr., zwischen einem Weinberg und blauweissem Himmel…
IMG_4466
Bild #6: An der Frühlingstr.

…und den obersten Häusern Neustadts nach Süden.

Am Ende der Frühlingstr. eine rechts-links-Kombo weiter den Hang hoch (Dr. Wirth-Str., Limburgerstr., Erschigweg), dann spontan über ein nicht markiertes, dschungelartiges und überraschend steiles Pfädchen namens „Kriegerpfad“ (oder so ähnlich) zwischen den Grundstücken aufwärts auf den höher am Hang gelegenen Römerweg.:
IMG_4471
Bild #7: Kriegerpfad zwischen den Neustädter Gärten. Wie gesagt unmarkiert, aber da ich wusste, dass der Wanderweg dt. Weinstr. weiter hinten sowieso auf den Römerweg führen würde, war das kein Problem

Auf dem Römerweg ging´s dann schon wieder bergab.
„Adé, Höhenmeter, wir sehen uns gleich wieder“:
IMG_4472
Bild #8: Römerweg abwärts. Ob der noch in Neustadt oder schon in Hambach ist – keine Ahnung, die Orte fließen hier irgendwo ineinander…

Ganz schön lang, dieser Römerweg, es ging mehr als 700 m. südwärts, bevor mich der Traubenmarker nach rechts lotste, über „Am Seminargarten“ und „Scharfeneck“ in ein enges Gassengewirr, das nun definitiv schon in Hambach lag:
IMG_4474
Bild #9: Enggasse in Hambach

Heimelig und hübsch, diese alten, eng stehenden Häuschen am Hang.
Dumm nur, dass nirgendwo der Traubenmarker zu sehen war (im Odenwald gäb´s das nicht. Just sayin´)…
Kurze Orientierungspause, während der ich mein Plänchen mit dämlich-verwirrtem Gesichtsausdruck in alle Richtungen drehte („äääh, also wo ist jetzt der Berg?“), und dann schließlich kurzerhand zwei gerade vorbeispazierende ältere Damen fragte, wie ich denn von hier aus via Kirchbergweg aufs Hambacher Schloss käme.
Die Beiden wiesen mich netterweise in die richtige Richtung, wo ich dann unter lauten „Ja, hier ist es richtig“ und „Vielen Dank!“-Rufen, sowie vollkommener Mißachtung des inzwischen wieder aufgetauchten Traubenmarkers, prompt falsch abbog: Anstatt die steile Freiheitsstr. links runter zu nehmen, lief ich sie rechts hoch:
IMG_4475
Bild #10: Freiheitsstr.

Als ich den Fehler bemerkte, war ich immerhin schon 200 m. und knapp 30 Höhenmeter bergauf geschnauft. Na ja, so ein bisschen was extra vor dem großen Aufstieg kann ja nicht schaden…

Rumgedreht, wieder abwärts, dann richtig abgebogen, auf den Kirchbergweg, einen wunderschönen Spazierweg, der durch die Weinberge hoch über Hambach um den Heidelberg herum in Richtung Hambacher Schloss führte…
IMG_4477
Bild #11: Kirchbergweg. Das da vorne sind übrigens die beiden freundlichen älteren Damen, die im Gegensatz zu mir alles richtig gemacht hatten, und die ich nun ein zweites Mal überholte.
Netterweise liessen sie mich nicht spüren, dass sie mich wahrscheinlich für einen unorientierten auswärtigen Deppen hielten, sondern erklärten nochmal den Weg, dieses Mal unterstützt durch ihre jeweiligen Ehemänner.
Wenn dir vier ältere Herrschaften auf Pfälzisch den Idiotensicheren Weg zum Hambacher Schloss verklickern, kann eigentlich nix mehr schief gehen. 🙂

…und dabei grandiose Ausblicke bot, sowohl auf die weite und leider wieder mal recht diesige Vorderpfalz…
IMG_4478-82p
Bild #12: Irgendwann erwisch´ ich ihn noch mal, den sagenumwobenen Tag mit guter Fernsicht. Irgendwann…

…und, wenn man so halbwegs um die Bergkurve rum ist, aufs Hambacher Schloss, das in beeindruckender (und beeindruckend hoher!) Position auf dem bewaldeten Schlossberg fast 200 m. über der Ebene thront:
IMG_4483
Bild #13: Hambacher Schloss vom Kirchbergweg aus

IMG_4484
Bild #14: Und noch mal mit Zoom. Ganz schön voll da oben

Nach 1,2 km mündete der Kirchbergweg am Hambacher Ortsausgang in die Fahrstrasse zum Schloss hoch. Schluss mit lustig, jetzt ging´s bergauf:
IMG_4491
Bild #15: Schlossstr.

Richtig steil war´s nicht, aber dafür recht lang: Mehr als 1,5 km auf der Strasse aufwärts durch den Wald, erst durch ein Seitental, dann einmal halb um den Schlossberg rum, weit rechts oben schaute immer mal das Schloss durch die Baumkronen, links gab´s hingegen immer mal ein bisschen Aussicht zwischen den Baumstämmen runter ins Flachland:
IMG_4495-96p
Bild #16: Blick von der Schlossstr. nach Süden die Weinstrasse runter

Irgendwann dann die ersten Autos auf Parkplätzen am Strassenrand (wer hier oben in der Pampa steht muss einen Parkschein ziehen – offenbach sind die Neustädter Stadtväter recht geschäftstüchtig), mit Kennzeichen aus aller Herren Bundesländer, die bezeugten, dass ich mich einer überreriogonalen Sehenswürdigkeit näherte.

Schließlich erreichte ich etwas angeschwitzt aber prinzipiell guter Dinge den Parkplatz unterhalb vom Schloss:
IMG_4499-500p
Bild #17: Reisebusse, Ausflugskneipe, ein Stand zur Verköstigung von Pfälzer Wein und ein häßliches neues Besucherzentrumshäuschen – hier war ich wohl richtig

Jetzt nur noch schnell (oder auch nicht so schnell, das war nämlich doch noch mal ein bissken steil) die letzten 200 m. neben dem frisch hergerichteten Fahrweg aufwärts (hinter Bauzäunen und auf seltsam federnden Bohlen – hier wird offenbar noch ordentlich gebaut), dann hatte ich den Haupteingang vom Hambacher Schloss erreicht:
IMG_4505
Bild #18: Haupteingang

Kurzinfo: Das Hambacher Schloss gilt als eine der Wiegen der demokratischen und bürgerlich-liberalen Bewegung in Deutschland. Im Mai 1832 fand hier das Hambacher Fest statt, bei dem Zehntausende von Menschen aus allen Bevölkerungsschichten zum Schloss pilgerten und dort bürgerliche Freiheiten, nationale Einheit, und ein Europa der souveränen Volksstaaten zu fordern. Das Hambacher Fest gilt als eines der wichtigsten Ereignisse im deutschen Vormärz, auch wenn erstmal nicht allzuviel draus wurde (aber immerhin wurde hier erstmals die schwarzrotgoldene Trikolore verwendet, die heute unsere Staatsfahne ist)

Sehr ansehnlich: Ein großes, kastenartiges Gebäude aus hellem Stein, das in dieser Form erst in den 1840igern (also nach dem Hambacher Fest, als es noch eine mittelalterliche Ruine war) als neogotisch angehauchtes Bauwerk wiederaufgebaut wurde und gerade erst vor ein paar Jahren runderneuert worden ist.

Ich nahm die Treppen durch die terassenartig ansteigende Rasenfläche bis zur Terasse vor dem Gebäude…
IMG_4508
Bild #19: Ostflanke

…und wandte mich dann nach links zur Kasse vor dem Zugang zum Schlossinneren…
IMG_4516
Bild #20: Das „Oktogon“ am Eingang

…und bezahlte.
Und zwar viel zu viel.
Dummerweise ging ich nämlich einfach mal davon aus, dass man, um ins Schlossinnere zu gelangen, bezahlen muss.

Was nicht der Fall ist – wenn man nur mal ins Treppenhaus und den Innenhof und auf die Außenterasse will, ist das gratis.

Nicht gratis ist allerdings die Dauerausstellung im dritten Stock.
Wenn man also zu der netten jungen Dame an der Kasse geht und „Einmal für Erwachsene, bitteschön“ sagt, dann geht die davon aus, dass man die Ausstellung meint, und verkauft einem ´ne Karte dafür.
Das macht dann immerhin 4,50 €, irgendwie verschenktes Geld, wenn man aus Zeitgründen die Ausstellung gar nicht besuchen will…

Zusätzlich zum Eintritt für die Ausstellung, die ich nicht besuchen würde, buchte ich auch gleich noch eine Turmbesichtigung (wenn man schon mal da ist) für 2,50 €, die wollte ich nämlich auch tatsächlich machen*.
Summa Summarum also 7 €, von denen ich 4,50 € einfach mal volkommen umsonst abgedrückt hatte (und, um´s im Nachhinein noch ein bisschen blöder zu machen: Hätte ich meinen noch gültigen Studiausweis dabei gehabt, wären es wenigstens nur 3 € geworden.
Harumph!).

* Bei der Turmbesichtigung musste die freundliche junge Dame an der Kasse übrigens erstmal telefonieren und einen Kollegen fragen, ob „das Ameisenproblem“ gelöst sei – offenbar ist der Turm des Hambacher Schlosses in den letzten Tagen von Horden bissiger fliegender Ameisen heimgesucht worden, die sich gleichermaßen auf Personal und Besucher gestürzt haben.
Aber zum Glück waren die heute schon wieder weg und/oder tot, also klappte das.

Nachdem das alles geklärt war, hatte ich noch eine Viertelstunde Zeit bis zur Turmbesteigung, also sah ich mich erstmal um.
Rein ins Haupgebäude, wo ein modernes Treppenhaus mit integriertem Glaswandlift nach oben in zum Schlossrestaurant und der verflixten Dauerausstellung führt, und dann mal ein bisschen durchs Schloss:
IMG_4519-20p
Bild #21: Innenhof

IMG_4521
Bild #22: Durchblick zum Ausblick

IMG_4523
Bild #23: Hier wird überall noch so ein bisschen gebaut

IMG_4524
Bild #24: Örtchen am Fuß des Schlossberges (Diedesfeld???)

IMG_4526
Bild #25: Freiheitlich-liberaldemokratische Hambacher-Schlosstaube

Gefiel mir hier oben, sehr hübsch und interessant, könnte/sollte/müsste man irgendwann mit mehr Zeit nochmal anschauen…

Um kurz vor Zwölf fand ich mich dann wieder unten vor der Kasse ein und wartete auf meine Turmführung:
IMG_4518
Bild #26: Hier sollte es nämlich um 12 losgehen

Im Vorhinein hatte ich mir angesichts der vielen anderen Besucher, die hier oben rumfielen, noch Sorgen gemacht, ob ich überhaupt noch einen Platz in der auf 20 Personen begrenzten Turmbegehung kriegen würde.
Zu unrecht, denn wie ich herausstellte, war ich der Einzige, der sie überhaupt gebucht hatte – außer mir wollte kein anderer der vielen, vielen Touris hier oben auf den Turm, der eine wahrhaft grandiose Rundumsicht versprach.
Unglaublich!

Immerhin hatte ich dadurch meinen ganz persönlichen Turmführer, einen freundlichen jungen Mann (irgendwie scheint die gesamte Schlossbelegschaft so Anfang zwanzig zu sein…), der mir nicht allzu böse zu sein schien, obwohl ich ihn vermutlich seine verlängerte Mittagspause gekostet hatte.
Mit dem ging´s dann ums Schloss rum und die 120 Stufen des Turmtreppenhauses (das voller toter fliegender Ameisen lag) zur Plattform hinauf (in strammem Tempo, ich hätte vorher vielleicht nicht damit protzen sollen, dass ich heute noch auf die Kalmit laufen wollte… Puuuh! 😀 ).

WOW-IE!!!
Yep, das war allemal 2,50 € wert!

Grandioses 360°-Panorama, hinten die turmhohen grünen Wände der Haardt, die sich der Weinstrasse folgend von Norden nach Süden ziehen, vorne die weite, wunderschöne Vorderpfalz, ein Kaleidoskop aus Weinbergen, Feldern, Wald, Hügeln und kleineren und größeren Ortschaften. Weil´s dunstig war, konnte man richtig weit weg leider nicht so viel erkennen, Bergstrasse und Odenwald waren verdeckt (schade, bei klarem Wetter kann man von hier sogar das Heidelberger Schloss sehen), ebenso der Schwarzwald, der Taunus, und die Vogesen. Immerhin konnte man noch schemenhaft das Kraichgau erkennen, ebenso wie ein paar Berge im Süden, die laut meinem persönlichen Turmbegehungsführer bereits jenseits der Grenze, im Elsass, liegen.
Trotzdem herrlich:

IMG_4527
Bild #27: Blick vom Turm direkt nach unten zum Fuß der Berge. Der Weg da in der Bildmitte, dass ist der Kirchbergweg über Hambach, den ich vorhin entlanggelaufen war

IMG_4528-43p
Bild #28: Das obligatorische Riesenaussichtspanoramabild, wie üblich komprommitiert durch Dunst, Lichtverhältnisse und meine unruhige Fotografierhand. Aber so eine Ahnung, wie beeindruckend der Blick von hier oben ist, gibt es zumindest mal.

Dazu gab´s dann interessante und ausführliche Erläuterungen meines ortskundigen Begleiters, der nicht nur gut über die Ebene bescheid wusste, sondern auch über die Berge dahinter.
Das erwies sich als besonders wertvoll, weil er mir gleich noch ein paar Routentipps für die weitere Tour geben konnte – eigentlich hatte ich geplant, von hier aus durchs Klausental zur Kalmit weiterzulaufen, doch der persönliche Turmbegehungsführer meinte, dass da der letzte Aufstieg extrem steil wäre.
Besser sei es da, stattdessen den Weg über die Hohe Loog zu nehmen, den hohen Berg direkt hinter dem Schloss.
Da könne man die Höhenmeter etwas besser mitnehmen und dann mit etwas weniger Steigung über einen Bergsattel zwischen den beiden Gipfeln laufen. Unten am Parkplatz vor der Burg gebe es einen Tafel mit Lokalwanderwegen, da könne ich mir das nochmal genauer nachschauen.
Klang sehr vernünftig, deshalb beschloss ich spontan, den guten Rat anzunehmen und die Hohe Loog in die Tour einzubauen.

Nachdem ich mir alles ausgiebig angeschaut hatte, ging´s wieder abwärts. Unten verabschiedete ich mich vom persönlichen Turmbegehungsführer und machte mich auf den Weg – inzwischen hatte ich mehr als eine halbe Stunde auf der Burg verbracht und weil´s ja nicht so warm war, fing ich an, auszukühlen – Zeit zum Weiterlaufen!

Den Abstieg vom Schloßberg absolvierte ich auf dem Siebenpfeifferweg (benannt nach einem der Initiatioren des Hambacher Festes), einem schmalen Fußweg voller Spaziergänger (die alle freundlich Platz machten), der vom Haupteingang aus rechts abging und nochmal halb um den licht bewaldeten Burgberg führte, bevor er schließlich unten am Parkplatz rauskam.

Dort stand tatsächlich eine Tafel mit Lokalwanderwegen…
IMG_4545a
Bild #29: Wanderkarte am Parkplatz vor dem Hambacher Schloss

…mit deren Hilfe ich einen passenden Weg auf die Hohe Loog suchte – der Lokalweg 5 sah vielversprechend aus, also nahm ich den und folgte dem entsprechenden Marker…
IMG_4546
Bild #30: Immer der Fünf hinterher…

…in den Bergwald.
An sich ja sehr hübsch: Der Pfälzerwaldtypische trockene Kiefernwald, relativ licht, steinig, abwechslungsreich, erinnert mich jedesmal wieder ein bisschen an Südfrankreich oder Spanien.

Aber anstrengend.
Richtig, richtig anstrengend!
Bisher war ich ja ganz gut durchgekommen, aber dieser Aufstieg – poaaah, der zog richtig fies rein.

Einerseits fühlte ich mich plötzlich nicht so fit – ob´s daran lag, dass es inzwischen Mittagessenszeit war und mein Körper Brennstoff verlangte, oder ob ich vielleicht einen von diesen versteckt schlechten Tagen erwischt hatte, bei denen alles super erscheint, bis man sich extrem anstrengt und plötzlich feststellt, dass weniger Power als erwartet da ist – keine Ahnung. Auf jeden Fall baute ich ab.
Argh!

Und andererseits war da ja auch noch der Weg selbst, der sich mit respektabel zweistelliger Durchschnittssteigung an der Bergflanke entlang aufwärtsschraubte:
IMG_4548
Bild #31: Lokalweg 5 hinter dem Hambacher Schloss

Die Steigung alleine wäre vielleicht noch gut machbar gewesen, aber dazu war der Weg auch schlecht: Große, unebene Felsklötze, loses Geröll, herausragende Kiefernwurzeln.
Da war nichts mit den kurzen, flachen, schnellen Schrittchen, die ideal fürs Bergauflaufen sind – hier musste man auf jeden Schritt achten und vor allem die Füße richtig hoch heben.
Und Füße richtig hoch heben im Anstieg, das ist Gift, da wird die Steigung gleich noch mal um ein paar virtuelle Prozent steiler!
Fies!

Ich quälte mich den ersten Kilometer hoch, schnaufend, japsend, stolpernd, mit kurzem Atem und laut protestierenden Oberschenkeln.
Zwischendurch ging ich immer mal ein paar Meter, einmal machte ich eine Minute Trink- und Atempause mit einem Fläschchen Isoplörre, die mich wieder etwas erfrischte (seitdem ich letzte Woche endlich die alte, krustige, seit Monaten abgelaufene Dose Isoplörre beendet und eine neue Dose angebrochen habe, schmeckt das Zeug wieder viel besser… 😉 ).

Eijeijei…

Irgendwann mischten sich dann immer mehr Laubbäume zwischen die Kiefern, und der Weg machte ein paar Kurven und Windungen…
IMG_4563
Bild #32: Lokalweg 5, schon deutlich weiter oben

…und verflachte dann endlich, endlich, endlich ein bisschen.
Ich hatte die Hohe-Loog-Ebene erreicht, ein großes Hochplateau, das auf über 550 m. Höhe vor dem eigentlichen Gipfel liegt.

Hier ging es nun bei vorerst herrlich angenehmer Minimalsteigung auf schmalen, pittoresken, angenehm weichen Pfädchen ganz sanft weiter aufwärts. Landschaftlich weiterhin wunderschön: Wieder Kiefernwald, dieses Mal aber mit einem geschlossenen Bodenbewuchs aus dichtem, blühenden Heidekraut:
IMG_4567
Bild #33: Falls das wirklich Heidekraut ist. Normalerweise würde ich das ja eigentlich eher im Flachland erwarten. In der Heide zum Beispiel…

Links, jenseits vom Rand der Hohe-Loog-Ebene der tiefe, unsichtbare Abgrund des Klausentals, dahinter lugte immer mal wieder der gar nicht mehr so ferne Gipfel der Kalmit zwischen den Bäumen hindurch, allerdings dank Gegenlicht und Zweigen unfotografierbar.

Also schön weiter sanft bergauf, nun wieder etwas stabilisiert, zwischen mediterranen Kiefern…
IMG_4569
Bild #34

…und üppigen lilagrünen Heidekrautteppichen hindurch:
IMG_4571
Bild #35

Zwischendurch ging´s ein paar mal über ein paar breitere Wege oder Schneisen, die die Markierung aber geflissentlich ignorierte, hin und wieder begegneten mir ein paar Wanderer (alle von der freundlich grüßenden Sorte, das war richtig nett!), meine Atmung und meine Waden hatten ihre Proteste aufgegeben und machten wieder gut mit, und sogar die Sonne schaute gelegentlich mal zwischen der inzwischen eigentlich recht dichten Wolkendecke hervor.
Hier oben gefiel´s mir richtig gut! 🙂

Irgendwann, nachdem sich der Pfad gerade durch ein besonders dichtes Stück Nadelwald gewendelt hatte eine T-Kreuzung mit Wegweisern:
IMG_4573
Bild #36

Nur noch 300 m. bis zum Gipfel – fast da, das gab´ nochmal neue Kraft.
Die war auch bitter nötig, denn das letzte Stück war nochmal steiler, und fing zu allem Überfluss auch noch mit weichem, tiefem Sand an:
IMG_4574
Bild #37: Habt ihr schon mal versucht, in tiefem, lockeren Sand bergaufzulaufen? Gar nicht so unanstrengend.

Aber egal, jetzt wo ich es beinahe geschafft hatte, ließ ich mich von sowas nicht aufhalten, im Gegenteil, ich gab mir sogar noch mal die volle Packung, bog kurz danach auf einen besonders steilen Trampelpfad ab, der micht keuchend und mit gefletschten Zähnen geradewegs direkt zum Gipfel führte…
IMG_4576
Bild #38: Höchster Punkt der Hohen Loog, 619 m.ü.NN

…und wo ich da war, machte ich auch gleich ohne Pause weiter, peitschte mich auch noch direktemang die Böschung zu den Felsen da oben hoch (GhhhrgglaaaaAAAARGH!!)…
IMG_4578
Bild #39: Der Felsen auf der Hohen Loog

…und kletterte – mit wummerndem Puls, schweissbrennende Augen und terminal pfeifender Atmung – auch gleich noch auf den höchsten Felsen weit und breit, wo sofort ich ein grimmig-atemlos-triumphal-testosterongeschwängertes Beweisfoto von meinem Sieg über den Berg schoss:
IMG_4579
Bild #40: „OOOOOOOOOOOOOO-BEN!!!!!!!!!

Dann setzte ich mich eine halbe Minute hin, bis die bunten Punkte vor meinen Augen wieder dahin verschwanden, wo sie hergekommen waren… 😉

Der Rest war einfach: 50 m. den Bergrücken entlang…
IMG_4581
Bild #41

…dann tauchte auch schon zwischen den Bäumen voraus…
IMG_4582
Bild #42

…das Hohe-Loog-Haus des Pfälzerwaldvereins auf…
IMG_4627
Bild #43

…auf dessen Terasse sich Dutzende von Ausflüglern und Wanderern an Worscht un Woi labten:
IMG_4626
Bild #44

Gute Idee!
Im Inneren der Hütte erstand ich eine Flasche koffeeinhaltiger Markenbrause und mischte mich für ein paar Minuten pausierend unter´s Volk:
IMG_4628
Bild #45: Sooo gut, und sooo hochverdient…

Beinahe hätte ich mir sogar noch eine Portion Saumagen oder einen Leberknödel mit Sauerkraut bestellt, aber das ist halt doch irgendwie kein so klassisches Läuferessen und außerdem wollte ich ja noch ein ganzes Stück weiter, da wäre ein voller Magen vielleicht doch hinderlich gewesen, also hab´s gelassen…

Übrigens ein schönes Plätzchen hier oben, die Terasse vor der Hütte liegt direkt über dem Klausental, so dass man von hier aus einen prächtigen Blick auf die Kalmit genießen kann:
IMG_4585-625p
Bild #46: Kalmit-Panorama vom Hohe-Loog-Haus aus. Leider etwas unstet gefärbt und belichtet, aber aufgrund der seltsamen Lichtverhältnisse (Sonne hinter dünnen aber durchgehenden Wolken = heller Himmel, trüber Boden = Foto kriegt Probleme) ging´s nicht besser

Lange hielt es mich hier oben allerdings nicht, beim Pausieren kühlte ich schnell wieder aus, also zügig weiter.

Nun wieder abwärts, auf einem schmalen, wurzeligen Weg voller Wanderer runter auf den Höhensattel, der Hohe Loog und Kalmit miteinander verbindet (Markierung: Roter Punkt):
IMG_4630
Bild #47: Der Weg zur Kalmit

Angenehmes Stück, genau das Richtige, um nach dem anstrengenden Aufstieg wieder ein bisschen zu regenerieren: Erst ein knapper halber Kilometer bergab bis zur Kreuzung am Bildbaum…
IMG_4632
Bild #48: Bildbaum, etwas gegenlichtig

…dann wieder etwas aufwärts, auf einem schmalen, abenteuerlichen Fußweg an den oberen Hängen des Zwerchbergs entlang…
IMG_4633
Bild #49: Am Zwerchberg

…und schließlich wieder ein bisschen bergab zum Waldparkplatz Hahnenschritt am Fuß des Kalmit-Kegels:
IMG_4634
Bild #50: Parkplatz Hahnenschritt

Wo dann auch schon wieder Schluss mit Lustig war – noch 600 m. Luftlinie bis zum Gipfel der Kalmit, und das bei einem Höhenunterschied von 120 m.
Kletterzeit!

Zuerst mal noch ganz zivil, am Parkplatz vorbei hoch zur Landstrasse, die sich hier um die Kalmitflanke windet (L515).
Kurze Verwirrung am Strassenrand (der rote Punkt wollte hier rechts hoch, obwohl die Wanderkarte behauptete, er würde links hoch gehen – ich entschied mich dann für die Karte und gegen die Markierung vor Ort), dann ein paar Meter am der Fahrbahn nach links, dann schließlich rechts hoch, auf alten, schiefen Stufen auf den Pfad den Hang hinauf:
IMG_4639
Bild #51: Hier war der rote Punkt dann auch wieder da – seltsam…

Aber eben auch ordentlich steil, und so ganz taufrisch war ich schon nicht mehr. Und dann war auch noch alles voller Wanderer, da konnte ich mir natürlich keine Blöße geben und musste durchjoggen, auch wenn´s schwerfiel…
Gnaaaahrgll…

Nach vielleicht 400 m. (real)/400 km (gefühlt) nochmal über die Fahrstrasse, dahinter dann der wirklich letzte Anstieg, noch ein bisschen mit stetig schwerer werdenden Beinen und stetig kürzer werdenden Atem den Bergwald, zwischen dessen Wipfeln bereits immer mal wieder das scheinbar so nahe Ziel hindurchschaute…
IMG_4641
Bild #52: Gebäude auf dem Kalmitgipfel, so nah und doch so (keuch) fern

…und dann schließlich der krönende, sackfiese Abschluss, nur noch ein paar (paar Dutzend?) Höhenmeter vor dem Gipfel – Schluss mit Bergpfad, jetzt kamen die STUFEN:
IMG_4643
Bild #53: Achduliebesch…

Treppen Joggen ist anstrengend, selbst wenn man frisch ist.
Wenn man schon einige hundert steile Höhenmeter in den Beinen hat, ist es brutal.
Besonders wenn die Stufen nicht flach, gerade und ebenmäßig sind, sondern unebene, ausgetretene, schiefe, alte Dinger, von denen jede zweite viel zu hoch ist…

Das tat richtig, richtig, richtig weh!
Kkkkkhhhhhhhhaaaaaaaargllhl!!!

Zum Glück gab´s auf den final-gemeinen Treppenmetern noch ein, zwei Ausreden zum Anhalten und Keuchen Fotografieren, wie z.B. die Gedenkstätte für die Kriegstoten des Pfälzerwaldvereins Maikammer…
IMG_4645
Bild #54

…oder eine freundliche kleine Waldeidechse,…
IMG_4647
Bild #55: Zootoca Vivipara

…, bevor es dann – mit kreischenden Waden und wimmernden Lungenflügeln – die allerletzen, schiefen, gemeinen Stiegenmeter hoch ging…
IMG_4646
Bild #56: Fast… ggrgllhh… daaaaahhh… Ark!

…und ich mich pfeifend, dampfend, krampfend, ächzend und mehr tot als lebendig (zumindest fühlte es sich so an) auf die Aussichtsterasse auf dem Gipfel hinaufschleifte:
IMG_4648
Bild #57: Geschafft!

Heidenei…

Erstmal ein, zwei Minuten ans Terassengeländer gelehnt, mit hochrotem Kopf die Atmung und den Puls wieder halbwegs unter Kontrolle bringen, während mir die versammelten Wochenendausflügler, die gemütlich an den Biertischen vor dem Kalmithaus ihren Saumagen futterten (und von denen wahrscheindlich drei Viertel bequem mit dem Auto hier hoch gefahren wahren), mit leicht mitleidigen und verständnislosen Blicken aus den Augenwinkeln dabei zu zusahen.

Puuuh.
Das war ganz schön anstrengend gewesen…

Aber ich war oben:
Kalmit, 673 m.ü.NN, mehr als einen halben Kilometer höher als mein heutiger Startpunkt, zweithöchster Berg, auf den ich jemals gelaufen bin.
Das fühlte sich schon so ein bisschen gut an, spätestens nachdem das Brennen in der Lunge und den Beinen sich wieder gelegt hattte… 🙂

Dann: Mal richtig umschauen.
Was gibt´s hier oben?
Wetterstation mit einem Stein samt lateinischer Inschrift davor…
IMG_4649
Bild #58

…das Kalmithaus des Pfälzerwaldvereins
IMG_4650
Bild #59

…in dem ich mir noch eine Cola (aaaah!) und einige Kleinigkeit für in den Magen besorgte…
IMG_4654
Bild #60: Nein, immer noch keinen Leberknödel mit Sauerkraut, aber immerhin einen zuckrigen, süßen Schokoriegel. Sowas macht mobil, bei Arbeit, Sport und Spiel… 😉

…dann noch der Funkturm hinter dem Kalmithaus…
IMG_4665
Bild #61

…und natürlich phänomenale AUSSSICHT auf die 500 m. weiter unten liegende Rheinebene:
IMG_4655
Bild #62: Kalmit-Terasse und Blick über die Vorderpfalz, natürlich wieder stark getrübt vom diesigen Wetter. Aber wenn´s mal richtig klar ist, sieht man hier oben zweifellos alles (Das obligatorische Panoramabild ist wegen Dunst und schlechtem Licht leider völlig verhunzt, deswegen poste ich es mal nicht, sorry. Lauft halt mal selbst auf die Kalmit, es lohnt sich!)

Sehr hübsch hier oben (wenn auch etwas voll), der Aufstieg hatte sich gelohnt!

Noch ein, zwei Minuten am Terassengeländer und in die Weite geschaut, dann ging´s weiter.
Von nun an erstmal bergab, das war sehr angenehm.
Neuer Wegmarker: Der weißgrüne Balken, der führte mich erst ums Kalmithaus herum, dann am eingezäunten Gelände des Funkturms entlang abwärts bis auf den großen Parkplatz unterhalb des Gipfels.
Hier gibt´s noch einen kleinen Nebengipfel, vielleicht 20 HM, den nehm´ ich spontan auch noch mal kurz mit, auch wenn´s ein kleiner Umweg ist…
IMG_4666
Bild #63: Hey, warum nicht, schließlich ist das Schlimmste geschafft. Da oben gibt´s übrigens ein paar große Felsen und eine weitere weitere Gedenkstätte für Weltkriegstote des Pfälzerwaldvereins in Form eines Steinsarkopharges

…bevor´s dann weiter abwärts geht, vom Parkplatz aus auf dem Weg mit dem weißgrünen Balken über den Rücken des Hüttenbergs…
IMG_4671
Bild #64: Weißgrüner Balken unterhalb vom Kalmitparkplatz

…bis zum nächsten Höhepunkt der Tour, dem Felsenmeer an der Kalmit.
IMG_4674
Bild #65: Am Anfang des Felsenmeeres

Spannend: Das Felsenmeer hier sieht ganz anders aus, als „mein“ Felsenmeer im Odenwald über Reichenbach – von der Ausdehnung her viel kleiner, und eigentlich auch kein richties „Meer“, sondern eigentlich eine Ansammlung titanischer, zerklüfteter Buntsandsteinbrocken, die sich über den langen Bergsattel des Hüttenbergs entlangzieht. Wildromantisch und imposant, mit vielen Möglichkeiten zum Klettern und Schauen, sehr, sehr schön (lediglich die quäkende Lautsprecherstimme von der Kalmithütte, die nummerierte Saumägen und Wurstplatten zur Abholung ausrief und bis hier runter schallte, störte den Gesamteindruck ein bisschen, war aber nicht weiter schlimmm)!

Der Weg mit dem grünweißen Balken ging geradewegs zwischen den hohen, verwitterten Felsblöcken hindurch, ich folgte ihm natürlich weiter:
IMG_4678
Bild #66: Auch hier war viel los, aber das verlief sich ganz gut zwischen den Felsen

IMG_4679
Bild #67: Mehr Felsenmeer

IMG_4676
Bild #68: Wenn man nahe beieinander wohnt, arrangiert man sich …

IMG_4681
Bild #69: Wenn man auf einen Felsen klettert, hat man das Recht auf ein Selbstportrait mit leicht debilen Grinsen. Et voilà! 😀

IMG_4685
Bild #70: Im unteren Teil des Felsenmeeres verlagern sich die Felsen…,

IMG_4687
Bild #71: …so dass sie nicht mehr auf dem schmalen Bergrücken liegen, sondern quasi seine steil abfallende Kante bilden

Alles in allem ein tolles Stück, das richtig Spass machte. Zumal zwischenzeitlich auch wieder die Sonne durchkam und den Wald in ein Leopardenmuster aus hellem, herrliche warmen Sonnenlicht und tiefen, kühlen Schatten tauchte, so mag ich das.

Am unteren Ende des Felsenmeers ging es weiter geradeaus und abwärts den Bergrücken runter…
IMG_4689
Bild #72: Schön sanft abwärts

…bis zur Hüttenberg-Hütte…
IMG_4690
Bild #73: Hüttenberg-Hütte (immer noch auf fast 600 m.ü.NN)

…wo es noch einen letzten, sonnigen Ausblick in die Ebene gab…
IMG_4691-93p
Bild #74: Aussicht von der Hüttenberg-Hütte

…bevor der Weg scharf nach links abknickte und auf einem schmalen Hangpfädchen unterhalb des Felsenmeers ins Wolseltal hineinführte, das sich hier wie eine schmale Kerbe die Bergflanke hinaufzieht (Neue Markierung ab der Hüttenberg-Hütte: Weißer Punkt):
IMG_4698
Bild #75: Weg ins Wolseltal

Langes Stück, fast 1 km wunderbar sanft und bequem abwärts – vielleicht hätte ich ja hier hochlaufen sollen?
(aber dann wär´s mir wahrscheinlich gar nicht mehr so sanft und bequem vorgekommen… 😀 )

Schließlich der Grund des Wolseltals samt Kreuzung, links ein sonnenbeschienes Tümpelchen…
IMG_4700-02p
Bild #76

…rechts ein hübscher, efeugesäumter Waldweg, der in der Talmitte weiter bergab führt:
IMG_4704
Bild #77: Weg im oberen Wolseltal

Sieht sehr bequem aus und führt eigentlich auch genau dorthin, wo ich hinwill, aber es ist nicht der Weg, den ich nehme – stattdessen führt mich der weiße Punkt auf ein winziges Waldpfädchen, das parallel zum (und meist in Sichtweite vom) Hauptweg mit ein paar Kurven und kleinen Serpentinen talabwärts führt…
IMG_4706-10p
Bild #78: Markierter Pfad das Wolseltal runter

…den Hauptweg zwischenzeitlich sogar nochmal kreuzt, und dann schließlich auf halber Höhe an der Wolselquelle rauskommt, genau wie der Hauptweg auch – so langsam habe ich den Eindruck, dass eine der Maximen des Pfälzerwaldvereins darin besteht, niemals die bequemen Hauptwaldwege zu markieren, wenn es auch ein schmales Holperpfädchen gibt, das dieselbe Strecke abdeckt.
Das gefällt mir! 🙂

IMG_4712
Bild #79: Die Wolsel-Quelle. Dringend erfrischen musste ich mich eigentlich nicht, war ja heute nicht so warm, aber die Hände hab´ ich trotzdem mal kurz ins eiskalte Wasser gesteckt. Angenehm.

Danach ging´s weiter abwärts. Natürlich wieder auf einem schmalen, wurzeligen Pfädchen direkt am Ufer des fröhlich dahinplätschernden Bächleins („Die Wolsel“? Oder „Der Wolselbach“?), während der Hauptweg 5 meter weiter links ebenfalls talwärts führte.

Im unteren Teil des Tals wurde es dann auf einmal brückig, alle paar wechselte das Pfädchen auf einer schmalen Holzbrücke von einem Bachufer zum anderen…
IMG_4715
Bild #80: Da hatte jemand offensichtlich Spaß am Holzbrückenbauen…
Links oben erkennt man übrigens auch den „normalen“, langweiligen Hauptweg, der sich keinen Deut um Brücken und Windungen schert und einfach geradewegs bergab führt.

…und dann war ich auf einmal aus dem Wald draußen lief über einen kleinen Parkplatz runter an die irgendwie cool benannte Totenkopf-Höhenstrasse (L514) im St. Martiner Tal.

Ich überquerte die Landstrasse (kein Verkehr, da konnte ich geradewegs durchlaufen) und wandte mich auf der anderen Strassenseite nach links, weiter talabwärts in Richtung St. Martin, nun wieder der Markierung des weißgrünen Balkens folgend.

Dasselbe Bild wie im Wolseltal: Ein unmarkierter „ordentlicher“ Waldweg, ein paar Meter daneben ein Pfädchen am Bachufer, das in genau dieselbe Richtung führte.
Aber es ging weiterhin angenehm bergab, das war die Hauptsache, denn inzwischen spürte ich die 15 bis 20 Bergkilometer, die ich seit dem Start zurückgelegt hatte, schon ziemlich deutlich.

Ich passierte ein paar kleinere Brünnchen und Quellen…
IMG_4717
Bild #81: …wie z.B. den „Hollerbrunnen“

…und erreichte schließlich den Waldrand oberhalb von St. Martin, wo sich der Weg an einem hübschen Teich mit Springbrunnen in mehrere Richtungen teilte:
IMG_4718-19p
Bild #82: Wegkreuzung oberhalb der St. Martiner Wappenschmiede

Kurze Pause.
Vorletzte Flasche Isoplörre trinken, nochmal durchatmen und die Beine ausschütteln, denn von hier aus sollte es laut Plan noch mal bergauf gehen.
Und zwar ordentlich, rechts ab und in einem kleinen Seitental auf dem „Pälzer Keschdeweg“ (auf Hochdeutsch: „Pfälzer Esskastanienweg“) die beeindruckend steile Flanke des Hochbergs hinauf.
Dummerweise gab´s da ein kleines Problem: Da führten zwei sacksteile Pfade talaufwärts, und da wo sie sich gabelten, stand zwar ein Baum mit den richtigen Markern…
IMG_4723
Bild #83: …nämlich der hier. Die Plakette unter dem gelben Schild ist der Keschdeweg-Marker

…aber es war nicht eindeutig ersichtlich, ob nun der rechte oder der linke Weg der Keschdeweg war.
Die Wanderkarte half da auch nicht weiter, also entschied ich mich für den linken, weil das Keschdeweg-Symbol eher links am Baum angebracht gewesen war, und schnaufte – mit schwerfälligen Beinen und gallopierendem Puls (andersrum wär´s mir lieber gewesen… 😉 ) die Steigung hoch, einen schmalen Pfad entlang, dann um eine Wiese rum und schließlich in den Hangwald.
Wo´s dann wieder sowas wie ´ne Kreuzung gab, ohne dass irgendeine Markierung zu entdecken gewesen wäre.
Ich war falsch.
Weil der blöde Keschdeweg-Marker nicht eindeutig angebracht gewesen war.
Hgrrrmblsondreck…

IMG_4727
Bild #84: Keschde: Ja. Keschdeweg: Nein

Jetzt hätte ich zurücklaufen können um´s nochmal zu versuchen.
Oder stattdessen dem unmarkierten Pfad folgen und mir einen anderen Weg suchen.
Aber dazu hatte ich keine Lust: Ich war schon ewig unterwegs, meine Beine taten weh, meine Kraft und meine Isoplörre gingen so langsam zur Neige, und ich hatte die Faxen dicke.
Also nahm ich die brutalstmögliche Kurskorrektur vor und kletterte kurzerhand den unwegsamen Steilhang hoch, auf dessen oberen Höhenlagen ich den richtigen Keschdeweg vermutete.

Ach du je!

Geradewegs aufwärts, die wilde Bergflanke hinauf. Kein Weg, kein Steg, dafür altes Laub, lose Äste, wucheriges Waldbodenunkraut, und eine Steigung von mindestens 40% oder 50%.
IMG_4733
Bild #85: Wildnis!

Das strengte noch mal richtig, richtig an!
IMG_4732
Bild #86: Angestrengt im Steilhang

Als ich endlich den nächsthöheren Weg erreichte (Google Earth und die Wanderkarte behaupten nach ca. 150 m., aber das kann nie und nimmer stimmen…), war ich schweissgebadet, zittrig, zerkratzt, eingesaut und terminal außer Atem – aber immerhin auch auf dem verdammten Keschdeweg, dem ich nun (nach einer kleinen Wiederhalbwegsaufdiebeinekommpause) wie geplant am Berghang nach Osten folgen konnte.

Nach ein paar hundert Metern rechts des Weges eine Art Ruine…
IMG_4736
Bild #87

…die sich aus der Nähe als der der Anlage um die St. Martiner Mariengrotte herausstellte, einem kleinen Andachtsort im Wald, der – Nomen est Omen – der Mutter Gottes geweiht ist.
Sehr stimmungsvoll, fast wie in einer Kirche: Mehrere Bankreihen, davor eine kleine Höhle in die Felswand, in der frische Blumen stehen und Kerzen brennen, darüber ein Marienbild, das von einer knienden Figur angebetet wird:
IMG_4741
Bild #88: Mariengrotte. Ich hätte mir ja gerne alles noch etwas genauer angesehen, aber auf einer der Bänke saß eine ältere Dame, die offenbar betete oder meditierte – da wollte ich nicht als ungläubiger, verschwitzter Touri nach vorne trampeln und willkürlich Fotos schießen

Danach ging es weiter abwärts, bis zu einer kleinen Kreuzung, an der sich ein mit Bildstöcken versehener Kreuzweg den Berg- hinauf- und hinabzog:
IMG_4742
Bild #89: An der Kreuzung vor der Mariengrotte

Hier bog ich links ab und folgte dem furchtbar holprigen Kreuzweg abwärts bis zur Strasse am nahen Waldrand an der Kropsburg über Str. Martin, wo eine ganze Batterie von Denkmälern, Gedenksteinen und Bildstöcken aufgestellt ist:
IMG_4751
Bild #90: Waldrand vor der Kropsburg

Die Kropsburg selbst ist von hier aus nur ein paar Meter die Strasse hoch, da schaute ich natürlich noch mal vorbei – war zwar schon etwas müde, aber nicht so sehr, dass ich eine Burg am Wegesrand ausgelassen hätte.

Also kurz geradeaus, die Strasse zur Kropsburg hoch…
IMG_4745
Bild #91: Haupttor der Kropsburg

…und mal schnell rein, zumindest in die Vorburg, wo ein Ausflugslokal und ein oder zwei kleine Wohnhäuschen stehen, bis zum Tor zur Kernburg, das leider geschlossen war:
IMG_4747
Bild #92: Privatbesitz – nicht öffentlich zugänglich.
Schade.

Na gut, dann nicht, Umkehr zum Haupttor…
IMG_4749
Bild #93: Wohntürmchen neben dem Tor.
Sah sehr gemütlich aus

…und zurück die Strasse runter, der ich dann auch gleich weiter folgte, nach Süden in den Wald hinein in Richtung Edenkoben (Markierung: Roter Balken)
IMG_4752
Bild #94: K30 von der Kropsburg nach Edenkoben

Angenehmes Stück, weitgehend eben (auch wenn meine Beine sich inzwischen selbst darüber ein bisschen beschwerten), schön schattig, praktisch kein Verkehr, und ein wenig fester Asphalt unter den Füßen tat zur Abwechslung auch mal gut.
Nach ca. 700 m. knickte die Strasse nach links ab, ich lief geradeaus weiter, dem roten Balken hinterher einen breiten, gekiesten Waldweg hoch, der mich in Richtung des nächsten (und letzten großen) Sightseeing-Hotspots der heutigen Tour führte, nämlich dem Edenkobener Friedensdenkmal auf dem Werderberg.

Hier ging´s nochmal ein bisschen bergauf.
Das fiel inzwischen schon arg schwer.
Uff!

Immerhin nur 300 m., dann erreichte ich die nächste Kreuzung, ließ mir zur Sicherheit von ein paar freundlichen Spaziergängern mit Schnauzer (an der Leine, nicht im Gesicht) den richtigen Weg weisen, und erreichte dann schließlich nach kurzem Ab- (aaahh) und noch kürzerem Aufstieg (uuuhh) den Gipfel des Werderbergs, wo ich die gut besuchte Ausflugskneipe rechts liegen liess…
IMG_4758
Bild #95: Waldgaststätte am Friedensdenkmal

…und gleich zum Friedensdenkmal durchlief, das auf einem großen Platz an der Vorderfront der Kuppe hoch über der Ebene prangt.

Bei „Friedensdenkmal“ denkt man ja irgendwie erstmal an weiße Tauben und Friede, Freude, Eierkuchen für alle.
Aber so war dieses Denkmal ursprünglich nicht gedacht – als man es 1899 baute, war es nämlich eigentlich ein Siegesmal, das an den Sieg über die Franzosen 1870/71 erinnern und zugleich ein bisschen reichsdeutschen Nationalismus zelebrieren sollte.
Das fanden die Edenkobener anläßlich ihrer 1200-Jahr-Feier im Jahr 1969 allerdings nicht mehr zeitgemäß, deswegen benannten sie das Ding in „Friedensdenkmal“ um, nahmen dem großen Reiterstandbild kurzerhand sein Schwert weg und ersetzten es durch einen Palmenzweig.

Sympathische Anekdote, die gefällt mir… 🙂

Nichtsdestotrotz ist das Friedesndenkmal weiterhin ein beeindruckend monumentaler Trümmer…
IMG_4761-63p
Bild #96: Edenkobener Friedensdenkmal

…in dessen Innerem immer noch diverse Preußenkaiser, Bayernkönige, Reichskanzler und Feldmarschälle in Wort und Bild verewigt sind:
IMG_4772-776p
Bild #97: Das Innere des Friedensdenkmals. Schon irgendwie faszinierend, so ein Einblick in die Denke und das befremdlich-übersteigerte Nationalgefühl des Kaiserreichs

Abgesehen davon hat man von hier oben übrigens auch mal wieder einen sehr schönen Blick runter in die Rheinebene…
IMG_4770
Bild #98

…und vor allem auf Edenkoben, das sich hübsch und pittoresk zwischen die Felder und Weinberge am Fuß der Haardt schmiegt:
IMG_4764-66p
Bild #99: Das ZIEL – fast schon zum Greifen nah!

Noch eine letzte Isoplörrepause, dann ging´s mächtig talwärts, nun im Blindflug ohne Plan oder Markierungen – einfach auf verschlungenen, steilen Serpentinenpfaden die bewaldete Ostflanke des Werderbergs runter, bis ich das offene Gelände am Rand der Ebene erreichte:
IMG_4779
Bild #100: Unterm Werderberg

Hier ging´s rechts, auf den überaus charmant benannten „Großen GuggemolWeg“ (übrigens außerdem auch wieder der Wanderweg Deutsche Weinstrasse mit dem Traubensymbol),…
IMG_4780
Bild #101: „Ei guggemol do!

…der bei herrlichstem Sonnenschein zwischen Wald und Weinbergen abwärts führte,…
IMG_4782
Bild #102: Herrlich!

…über eine wie ausgestorben daliegende sonnige Landstrasse…
IMG_4783
Bild #103: Der Berg im Hintergrund ist die Anhöhe mit der Rietburg drauf – da will ich beim nächsten Mal hoch. Sieht ja schon wieder sacksteil aus… 😀

…bis hinab in die flache, weingesäumte Delle des Edenkobener Tals:
IMG_4784
Bild #104: Ins Edenkobener Tal

Am Talgrund angekommen bog ich links ab und folgte dem schattigen Weg am Ufer des Triefenbachs ostwärts in Richtung Edenkoben:
IMG_4785
Bild #105: Weg am Triefenbach nach Edenkoben

Hier ließen mich meine Beine dann unfreundlich aber bestimmt wissen, dass sie endgültig genug hatten und jetzt doch bitte gerne aufhören würden.
Ging aber nicht, ein bisschen hatten wir noch, also wasserte ich eben weiter, langsam, mit schweren Waden und Schenkeln, die von nun an unablässig vor sich hinprotestierten.
Zum Glück war´s hier unten zwische Weinreben, blauem Himmel und schattigen Bäumen wunderschön, das lenkte ein bisschen ab:
IMG_4789
Bild #106: Talimpressionen Teil 1

IMG_4793
Bild #107: Talimpressionen Teil 2, mit dem in dunklen Wolkenschatten gehüllten Friedensdenkmal

IMG_4794-97p
Bild #108: Talimpressionen Teil 3, im Extrabreitwandformat

Nach 1,2 km der Ortsrand von Edenkoben, das sich aus der Nähe als äußerst hübsches und freundliches Städtchen in schöner Lage herausstellte.

Hier ging´s geradeaus, durch eine schöne Parkanlage samt Laubengang und Naturkneippbecken…
IMG_4800
Bild #109: Das hätte meinen schweren bleischweren Beinen jetzt sicher gut getan. Aber wie üblich hab´ ich mich dann doch nicht getraut…

…bis auf die Spitalstr., auf der ich halblinks in den Ort hineinlief, durch ein ruhiges Wohngebiet an Klosterstr., der ich dann wiederum nach rechts folgte…
IMG_4802
Bild #110: Klosterstr.

…bis zur Kreuzung am „Goldenen Eck“ in der Ortsmitte:
IMG_4804
Bild #111: Neogotische Kirche St. Ludwig vom Goldenen Eck aus

Ein kurzer Blick auf die Uhr ergab, dass ich mich nicht beeilen musste – bis zur Abfahrt des nächsten Zuges zurück nach Neustadt war noch fast eine halbe Stunde Zeit, und bis zum Bahnhof hatte ich es nicht mehr weit.
Prima!
Da konnte ich mir ja noch eine kleine Belohnung/Stärkung für die letzten Meter gönnen, zum Beispiel in dem netten Eiscafé direkt an der Strassenecke:
IMG_4808
Bild #112: Aaaah! Guuuut!!

Nachdem ich ausgetrunken und bezahlt hatte, überquerte ich nochmal kurz die Strasse, um mir den Edenkobener Lederstrumpfbrunnen anzusehen…
IMG_4809-10p
Bild #113: Lederstrumpfbrunnen. Der Grund warum der hier steht, liegt darin, dass eines der Vorbilder für Coopers Natty Bumppo (= Lederstrumpf) ein Edenkobener Auswanderer und Waldläufer namens Johann Adam Hartmann gewesen sein soll. War mir neu, und das, obwohl ich beim Studium bei Cooper (den ich sehr gerne habe) eigentlich gut aufgepasst habe…

…dann ging´s rechts die Weinstr. hoch…
IMG_4811
Bild #114: Weinstr.
Ich weiss nicht, ob´s auf dem Foto lesbar ist, aber die Tafel am linken Bildrand verspricht einen Fischteller mit „4 Sorten Fisch – Lachs, Seezunge, Calamaris, Scampis“.
Ich hoffe, die sind beim Kochen besser als in Zoologie… 😀

…dann links über den Ludwigsplatz…
IMG_4814
Bild #115: Ludwigsplatz

…und schließlich geradeaus über einen Fußweg zwischen Stadtgarten, Weinbergen und einem Wohnmobilstellplatz…
IMG_4816
Bild #116: Kirchbergpfad

…runter an die Bahnhofstr., der ich nach links folgte.

Der letzte Kilometer, schwerfällig, schwitzend, abgekämpft, mit tonnenschweren, holzigen Beinen, da konnte selbst das ferne Hambacher Schloss nicht mehr beflügeln, das zwischendurch mal zwischen den Häusern einer Seitenstr. herübergrüßte.
IMG_4818
Bild #117: Nochmal das Hambacher Schloss

Endlich dann der Bahnhof, Ticket ziehen, noch fünf Minuten erschöpft am Bahnsteig warten…
IMG_4820
Bild #118

…und dann ging´s zurück nach Neustadt, mit der Bahn durch die Weinberge des wunderschönen Haardtvorlands:
IMG_4823
Bild #119: Ein letzter Gruß des Kalmit-Massivs, aufgenommen aus dem Zug

Hinzus hatte ich mehrere Stunden gebraucht.
Die Rückfahrt dauerte gerade mal neun Minuten…

Puuuh!
In jeder Hinsicht eine Monumentaltour – monumental anstrengend, monumental lang (nicht so sehr von der Distanz, aber von der Gesamtzeit, die ich mit Pausen und Sightseeing unterwegs war), monumental schön.
Tolle Sehenswürdigkeiten, wunderschöne Natur, grandiose Aussichten, hübsche Kleinstädtchen, viel, viel Abwechslung und eine wunderbar fordernde Lauferfahrung – einfach nur ganz, ganz großartig.
Ich glaube, so langsam fange ich an, mich ein bisschen in die Pfalz zu verlieben…

Strecke: 25,7 km
Zeit: Mit allem drum und dran fast ein Tagesausflug
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 99,38% (25,54 km von 25,7 km)
Entfernung bis zur Grenze: 27,5 km Luftlinie
Karte:
Neustadt - Edenkoben

M.

Advertisements

12 Antworten to “Der Weg nach Frankreich Teil 4: Neustadt – Edenkoben mit Fotos (25,7 km)”

  1. Kümmel Says:

    Da ist ja wirklich viel zu sehen gewesen. Kein Wunder, dass du nach Schloss und Kalmit nicht auch noch auf den mikrigen Parkplatz über St. Martin gelaufen bist. Vielleicht werde ich mal die Einladung annehmen und dort oben (also auf dem Kalmit) selbst ein Panorama machen, aber ich werde ganz sicher nicht da hoch laufen, da ich garantiert zu schnell angehen würde und dann spätestens nach 200 Höhenmetern eine wirkliche Nahtoterfahrung hätte und nicht nur eine gefühlte wie bei dir.

    Wie es aussieht bist du aber wirklich den richtigen Weg langgeschickt worden. Das Tal dazwischen scheint so eng zu sein, dass du knapp 300 Höhenmeter (und nicht nur 100) mit dem Endanstieg zu kämpfen gehabt hättest.

    Aber nicht dass du mir morgen noch eine Kletterausrüstung kaufst 😉

  2. matbs Says:

    Das mit St.Martin hat mich ehrlich gesagt schon ein bisschen geärgert, denn eigentlich wollte ich da wirklich vorbei, zumal das Dorf ja auch insgesamt total hübsch sein soll – aber da hätte ich zwischenzeitlich halt noch mal richtig ins Tal runtergemusst, und das war zu diesem Zeitpunkt einfach nicht mehr drin.

    Aber ich glaube, irgendwann mach´ ich nochmal eine richtig schöne, faule, motorisierte Pfalztour, da guck´ ich mir das alles noch mal genauer an, und stopf´ mich dabei nach Herzenslust mit Saumagen und Leberknödeln voll… 😀

    Dass du die Kalmit zu schnell angehen könntest, da würde ich mir keine Sorgen machen, die bremst einen schon von ganz alleine aus! 😉

    Dass ich über die Hohe Loog umgeleitet worden bin war wirklich ein Glücksfall, der Aufstieg aus dem Klausental wäre wahrscheinlich wirklich mörderisch geworden.
    Das war dann fast schon wieder die 4,50 Euro wert, die ich dem Hambacher Schloss umsonst in den Rachen geschmissen hab´.

    Und das mit der Kletterausrüstung ist eigentlich gar keine schlechte Idee.
    Aber vielleicht besorg´ ich mir lieber gleich ein Jetpack, das ist wahrscheinlich noch praktischer… 😆

  3. Gerd Says:

    Da hast Du dich mal wieder selbst übertroffen. Geniese deine freie Zeit. 😉
    Tolle Tour mit Klasse Fotos.
    Aber einmal bin ich nicht dabei, schon kletterst Du wieder irgendwelche, lebensgefährliche Abhänge rauf und runter.
    Wobei ich ehrlicherweise, bei der Tour nicht mitlaufen möchte.
    Wandern ja, Laufen NO!

    Gruß Gerd

    • matbs Says:

      Sorry, tut mir leid, dass wir es irgendwie nie auf irgendwelchen lebensgefährlichen Abhänge schaffen, wenn du dabei bist.
      Aber wir können das ja beim nächsten Mal nachholen… 😀

      Wanderbar ist die Strecke auf jeden Fall auch – versuch´s ruhig mal irgendwann, dann kannst du ja immer noch überlegen, ob du sie nicht auch mal laufen magst… 😉

  4. Christian Says:

    Lieber Matthias,

    eine sehr respektable Tour und vor allem sehr schöne Aussichten trotz des Dunstes. Kalmit habe ich mir bereits notiert, sollte ich mal in der Gegend sein, werde ich die Tour versuchen.
    Die obligatorische Verirrung gab es auch, also fast alles dabei, aber wie gesagt die Höhenmeter sind natürlich ordentlich. Hoffentlich bist Du wieder gut erholt

    Salut

    Christian

    PS: Bei Deinem Kola-Konsum mach ich mir langsam Sorgen um Deine Bauchspeicheldrüsenfunktion 😉

  5. matbs Says:

    An der obligatorischen Verirrung war aber ausnahmsweise nicht ich schuld, sondern eher der Pfälzerwaldverein.
    Nur für´s Protokoll und so… 😀

    Tatsächlich hat´s ein, zwei Tage gedauert, bis die Tour wieder aus den Beinen raus war, aber inzwischen ist alles wieder im grünen Bereich.

    Meiner Bauchspeicheldrüse geht´s (hoffentlich) ganz, außerhalb der Rennerei trink´ ich ja nur Mineralwasser, Tee und schwarzen Kaffee.
    Die Cola ist nur fürs Laufen, und da ist so ein bisschen Zuckerschwemme zwischendrin gar nicht verkehrt… 😉
    Und bis dann die Altersdiabetes einsetzt, ist die Medizin dann weit genug fortgeschritten, um mir ´nen neuen Pankreas zu klonen und einzusetzen… 😀

  6. dieErleberin Says:

    Danke für diesen wirklich tollen Bericht. Nicht nur dank der Fotos bin ich quasi mit dir gelaufen. Und das Gestöhne und Geächze überhören wir dann mal geflissentlich 😉

    • matbs Says:

      Hi!

      Schön dass du hergefunden hast, noch schöner, wenn´s dir ein bisschen gefallen hat! 🙂

      Das Gestöhne und Geächze gehört allerdings dringend dazu, schließlich kann nicht jeder so fit sein wie du… 😉

      Danke zurück für´s Lesen!

      Matthias


  7. […] Der Weg nach Frankreich Teil 4: Neustadt – Edenkoben mit Fotos (25,7 km) […]


  8. […] frühen Nachmittag schließlich den Bahnhof von Edenkoben, wo ich vor fast genau zwei Monaten meine letzte Tour durch die Pfalz beendet […]

  9. Laufhannes Says:

    Danke für die tollen Bilder von da oben! So sieht das da also aus und so ist der Blick, wenn es nicht so diesig ist. Toll! Da muss ich wirklich noch einmal ohne Wettkampf-Gedanken hin!

  10. matbs Says:

    Bitteschön!
    Und ja, das lohnt sich total.
    Wobei´s im Sommer vielleicht etwas besser ist… 😉


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: