Ungezwungene Umrundung des Melibokus (14,7 km)

27. August 2009

So, heute machen wir´s mal kurz:

Obwohl meine Beine gestern an der Knoblochsaue doch schon ziemlich unwillig waren, bin ich heute wieder gestartet (ehrlich gesagt: Ich hab´ letzte Woche festgestellt, dass mein Examensbäuchlein selbst dann noch zu sehen ist, wenn ich es einzuziehen versuche, da muss mit mehr Sport gegengesteuert werden – auch wenn´s ein bisschen weh tut!).

Allerdings mal wieder ohne Vorgaben, Plan, feste Strecke oder Uhr.
Einfach mal los, gegen Abend raus und in die Berge hinterm Haus gelaufen, frei Schnauze.

Auch mal wieder schön, so vollkommen frei durch den eigenen „Hinterhof“ zu laufen, wo man jeden Weg und jedes Pfädchen kennt.

Wunderschöner Abend, sonnig und warm, genau richtig für so eine Tour.

Interessanterweise lief´s überraschend gut. Meine Beine knarzten und ziepten zwar ein bisschen, machten die ersten Anstiegsmeter hoch in den Wald gut mit, also entschied ich mich gleich schon mal für eine etwas längere Variante und lief am Merck´schen Wasserturm vorbei auf den Pürschweg (SJ2), dem ich links abwärts um die Bergflanke herum in Richtung Balkhäuser Tal folgte.

Dort dann rechts hoch und den langen aber moderaten Aufstieg auf dem Melibokusweg in Richtung Darsberghütte angegangen.
Ostseite des Bergmassivs, schön kühl und schattig, Kondition gut, Beine weiterhin in Ordnung, zwar nicht taufrisch aber durchaus leistungswillig (ich hab´s ja schon mehrfach erwähnt, aber paradoxerweise fällt mir Berglaufen im Moment einfach irgendwie leichter als Laufen im Flachland, vor allem wegen der Muskulatur, die mit Anstiegen und Gefällen irgendwie besser klarkommt).

Ganzes Stück bergauf, dann spontan auf den unebenen, zugewucherten, steilen, Kisselsgrund-Weg (gelbe 7), der sich über die lichten Hänge über dem Balkhäuser Tal bis zur Kattenberger Schneise hinter der Darsberghütte windet (Uffa, das letzte Stück war sackanstrengend und voller Brennesseln, aber ich hab´ durchgehalten), dort dann links und schließlich auf den unmarkierten, halbvergessenen Pfad, der der einzig joggbare Waldweg östlich des Bergsattels ist.

Dort dann runter ins Tälchen am Waldrand über Balkhausen (Ack, 20+% steil bergab, das tat dann doch etwas weh) und gleich wieder fast so steil bergauf, bis auf den Nibelungensteig hinter dem Melibokus, genauer gesagt die herrliche Lichtung auf einem vorgelagerten Bergrücken, von der aus man den atemberaubenden Blick nach Süden und Osten hat (die hier, bloß dass der Gerd heute nicht da oben war… ;))

Dann den Nibelungensteig runter zum Waldrand über der „Roten Sohl“ zwischen Balkhäuser Tal und Mühltal, dort rechts und am Waldrand entlang auf den Neun-Krümmweg, dem ich dann weiter nach Süden folgte.
Der vielleicht schönste Weg am Melibokusmassiv, grandiose Ausblicke über das tolle Mühltal und die von der Abendsonne gestreichelten riesigen Bergflanken dahinter, hier zu laufen ist jedesmal ein Erlebnis (einziger Wehrmutstropfen – der Feldhase, der mir sonst fast jedes mal begegnet, wenn ich hier oben vorbeikomme, war heute nicht da. Hoffentlich ist ihm nichts passiert).

Am Ende des Neun-Krümmwegs dann etwas aufwärts zum Alemannenweg und dem bis zum abendlichen Not-Gottes Parkplatz zwischen Melibokus und Auerbacher Schloss gefolgt.

Inzwischen nicht mehr ganz taufrisch, deshalb nahm ich für den Rückweg den Comoder Weg, der zwar etwas länger ist als der darüber verlaufende Herrenweg (und deutlich länger als der Weg geradewegs über den Melibokusgipfel), aber dafür keine Steigung und nur minimales Gefälle hat und deshalb angenehm zu laufen ist.

Dachte ich zumindest. Tatsächlich erwies sich das minimale Gefälle allerdings als so nah an „eben“, dass meine ohnehin schweren Beine doch wieder ordentlich zu protestieren anfingen, zudem zoooog er sich endlos (was aber immer so ist, weil er in den unteren Melibokusregionen um jedes
breite Seitental rummäandern muss, während die höhergelegenen Wege diese Täler mehr oder wenige umgehen).
Gegen Ende baute ich dann richtig ab, allerdings verzeihlich, schließlich war das mein fünfter Lauf in sieben Tagen, und ich hatte in diesem Zeitraum fast 70 km und deutlich über 2000 HM runtergerissen – das ist schon ziemlich viel für einen dicken, trägen alten Sack wie mich…

Zum Glück gab´s auch ein paar entschädigenden Momente, namentlich der herrliche Sonnenuntergang, der sich gerade zwischen den Bäumen im Westen abspielte, und die große Lücke zwischen den Bäumen irgendwo über Auerbach, von der man einen unheimlich klaren Blick über die Ebene nach Südwesten hatte, auf Pfälzerwald und Haardt – schon ein cooles Gefühl, wenn du zum ersten Mal da rüber guckst und die ehemals fremden, unbekannten Berge plötzlich benennen kannst (das hohe da war die Kalmit, also musste das daneben die Hohe Loog sein, und rechts davon dann der Weinbiet, und das da ganz rechts, mit dem hohen Fernsehturm, das war dann wohl der Weilerskopf.
Danke, Weg nach Frankreich! 🙂

Irgendwann, es dämmerte schon stark, endlich das Alsbacher Schloss, fußlahm die Abkürzung über das Freizeitgelände auf den Panoramaweg (gelbe 2) genommen und runter ins Dorf gelaufen, dort von der Hindenburgstr. am Steilhang noch einmal den Post-Sonnenuntergangs-Abendhimmel mit seinen strahlenden Rot- und Orangetönen genossen, und dann über Schlossstr., Lindenstr., Am Katharinenberg und den Blütenweg im Feld zurück nach Hause.

Wunderschön entspannt, und am Ende waren´s fast 15 km, die ich allerdings auch ziemlich schmerzhaft in den Beinen spürte.
Freitag ist dann auf jeden Fall Ruhetag, damit´s am Samstag hoffentlich mit mal wiedert etwas frischeren Beinen weitergehen kann.
Vielleicht mach´ ich da ja mal ein bisschen badischen Odenwald…

Strecke: 14,7 km
Zeit: Keine Ahnung
Neue Strecke: Nada
Karte:
14,7er Melibokusumrundung

M.

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6 Antworten to “Ungezwungene Umrundung des Melibokus (14,7 km)”

  1. Gerd Says:

    Keinen Milimeter neue Strecke???
    Tat es weh? Hast Du irgendwelche Spätfolgen zu erwarten? 😉
    Manchmal muss man einfach so für seinen Bauch laufen. Mach ich ständig! 😉

    • matbs Says:

      Nö, heute hat´s nicht weh getan, hin und wieder mal ist das schon ganz ok.
      Man darf´s halt bloß nicht einreissen lassen… 😀

  2. Evchen Says:

    Not-Gottes-Parkplatz??? Hab ich das richtig gelesen? *rofl*

    Du kannst im Übrigen ziemlich viel von dem, was Du erläufst, beziffern/benennen.
    Bei uns hat sicherlich auch alles einen Namen, aber ich kann mir das nicht merken. „Da hinten auf der Strecke, wo ich ein paar Kilometer am Rhein laufe und dann in die Felder.“ So heißt das bei mir. Und nicht: über die Deichanlage zum Engerser Feld.
    Beneidenswert. 🙂

    Ich komme doch immer mehr zu der Erkenntnis, daß ich für nächstes Jahr mal mehr Hügel laufe. 😉

    Schönes (Rest-)Wochenende.

  3. matbs Says:

    Ja, Not-Gottes.
    Der heisst so, weil er direkt über der Not-Gottes-Kapelle liegt, die in einem schmalen Waldtal versteckt ist (vgl. hier

    Das mit dem Benennen ist gar nicht so schwer, dazu braucht´s eigentlich nur eine Wanderkarte, in der diese Namen drinstehen.
    Sowas gibt´s übrigens auch für Neuwied:
    http://www.lverma.rlp.de/cgi-bin/artikel.cgi?OP=EINZEL&PGR=wk&BNR=wk25rw3

    Damit wird´s auch leichter, mal ein paar neue Wege auszuprobieren… 😉

    Schönes Rest-WE zurück!

  4. Evchen Says:

    Oh cool! Danke! 😀

  5. matbs Says:

    Gern geschehen! 🙂

    Sollten ggf. noch Fragen zur sachgemäßen Bedienung von Wanderkarten aufkommen, nur zu, ich kenn´ mich da inzwischen aus… 😉


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