3-Landkreis-Tour: Erzhausen – Egelsbach – Mörfelden (15,5 km)

9. September 2009

Erst: Vorabendlicher Besuch im großen Möbelhaus in Weiterstadt an der A5 angesagt (das mit der stalinistisch anmutenden furchtbaren Monumentalarchitektur, über die ich mich schon früher mockiert habe – brrrrr…).
Dann: Abendlicher Lauf in der Ecke da oben. Wenn man schon mal da ist, und so…

Start: Irgendwo im großen Wald, an der Landstrasse zwischen Gräfenhausen und Mörfelden (L3113). Hier war ich vor einem Vierteljahr schonmal durchgekommen und konnte mich vage erinnern, dass da am Anfang eines Waldwegs neben der Strasse sowas wie ein kleiner Parkplatz gewesen war.
Den steuere ich also heute abend an.
Ich hab´ Glück, meine Erinnerung trügt nicht – am Ende der Hügelschneise (und damit an der äußerten Kante des erforschten Streckennetzes), direkt neben der L3113, finde ich das Dinge, steige aus, dehne ein bisschen, und renn´ dann gleich los.


Ostwärts, über die L3113 und einfach nur geradeaus, die nicht unpassend benannte Lange Schneise entlang (Markierungen: Radweg 12 sowie das weiße hohle Quadrat des OWK-Wanderwegs HW6).

Flachlandwald, grün, freundlich, vielleicht ein kleines bisschen langweilig. Zwischen den Wipfeln der hohen Bäume lugen hin und wieder mal ein paar rötlich-warme Strahlen der schrägen Sonne hindurch (es ist kurz nach 18:30, genau weiss ich es nicht, hab´ die Uhr vergessen), die Luft ist warm und etwas zu feucht, außer mir ist nichts und niemand hier draußen unterwegs.
Läuft ganz gut, auch wenn meine Beine wie üblich ein bisschen muckern weil sie Flachland momentan einfach nicht so mögen (vor allem wenn´s flach losgeht).
Aber ich mach´ bewusst relativ langsam, da haut das hin…

Immer geradeaus.
Waldwaldwaldwaldwaldwaldwald, mal Buchen, mal Kiefern, mal mit dichtem Bodenbewuchs, mal ohne, mal sonnig-hell, mal schattig kühl immer flach.
Ganz nett, aber immer wollt´ ich in dieser Umgebung nicht laufen (da wirste ja irgendwann rammdösig vor lauter identische aussehenden Schneisen im unspektakulär-uniformen Waldwaldwaldwaldwald).
Bin ja nicht der Gerd… 😀

Irgendwann wird vorne, gaaaanz am Ende der Schneise etwas Bewegung sichtbar, da wo der Waldweg unvermittelt an der A5 endet und Autos und Lastwagen im Sekundentakt durch das schmale Sichtfenster zwischen den Bäumen jagen. Man hört´s auch, die Lautstärke des typischen Autbahnrauschens nimmt zu.

Insgesamt 1,8 km, dann ist Schluss mit der Langen Schneise, kurz vor der Autobahn führt mich der Radweg 12 links die Feldschneise hoch.

Hatte mit einem weiteren Waldweg gerechnet, aber die Schneise ist asphaltiert und wird vom ortsansässigen motorisierten Feierabenderkehr offenbar gerne als Schleichweg auf der Heimfahrt genutzt – ein Verkehr wie auf der Zeil, wie man in Südhessen gerne sagt.
Ist etwas blöd, denn auf dem schmalen Fahrweg ist haarscharf Platz für zwei entgegenkommende Fahrzeuge, aber ein Jogger passt schon nicht mehr drauf, der muss dann ständig in die Pampa neben der Fahrbahn hüpfen.
In die dornige, brennesslige Pampa, wohlgemerkt.
Autsch.

Zum Glück nur 200 m., dann geht´s wieder rechts, hoch auf eine Brücke, auf der ich die Achtspurige A5 überquere.
Das mag ich ja, zum ersten Mal über eine Autobahnbrücke laufen, unter der ich schon Hundertmal durchgefahren bin – vertraute Szenerie aus unvertrauter Perspektive, das ist irgendwie immer interessant.
Und hier ist der Blick gar nicht mal so übel, den 50 m. breiten Autobahnstreifen hoch bis zum diesigen Taunus und der Frankfurter Skyline.

Auf der anderen Seite der Brücke ist dann erstmal Schluss mit Wald, vor mir öffnet sich eine weite Landschaft aus abendlich ausgeleuchteten Feldern, Wiesen und Hecken, die mir – und dieser Gedanke ist sehr spannend – weitgehend unbekannt ist: Wir sind hier direkt nördlich von Darmstadt, hier bin ich selbst mit dem Auto noch nicht so oft durchgekommen, zu Fuß war ich hier noch nie.
Erforschbares fremdes Gebiet, wunderbar anregend und beflügelt, da halten sogar die dauerpikierten Flachlandlaufmuskeln am Schenkel unterm Podex kurz die Schnauze.

Während ich am Strassenrand (immer noch Fahrweg, immer noch viel Verkehr) durch die Felder laufe, puzzle ich die ersten Informationen über das Neuland hier oben zusammen: Also, der Ort da vorne, auf den ich direkt zusteuere, das muss dann wohl Erzhausen sein.
Liegt das eigentlich schon im Kreis Offenbach oder ist das noch Darmstadt-Dieburg?
Hmm, etwas peinlich aber: Keine Ahnung.
Aber ich werd´s ja gleich rausfinden…

Links über den Feldern, da wo ständig Kleinflugzeuge niedergehen, muss der Flugplatz Egelsbach liegen. Und das da rechts hinten, in der Spalte zwischen Wald und Erzhausen, das dürfte Wixhausen sein (ein Ort, dessen Name proportional weniger lustig erscheint je öfter man ihn hört… 😉 ).

Ok, grob orientiert bin ich schon mal, da lässt sich doch mit arbeiten.

So langsam nähere ich mich Erzhausen, die Frage in welchem Landkreis es liegt, klärt sich schon bevor ich das Ortsschild richtig lesen kann: Von den Wahlplakaten am Wegrand grienen dieselben Visagen wie zuhause (wobei das beim Direktkandidaten der lokalen Christdemokraten auch eine ganz besonders unangenehme Form der Gesichtslähmung sein könnte, da bin ich mir nicht sicher – aber der Mann ist ja auch selbsternannter Rentenexperte, da gehört unverkniffenes Lächeln vermutlich einfach nicht ins Anforderungsprofil… 😀 ), wir sind hier also noch in Darmstadt-Dieburg.
Findet übrigens auch das Ortsschild, das ich kurz darauf passiere und an einem kleinen Gewerbegebiet samt Kläranlage vorbei in Erzhausen einlaufe.

Schmale Dorfstrasse (Hauptstr.) mit weissgetünchten Häuschen, dir durch schmale Höfe mit hohen Hoftoren voneinander getrennt werden – Erzhausen macht den Eindruck eines typischen kleinen Bauerndorfes, das im Laufe der Jahrzehnte durch seine Nähe zur Großstadt mehr und mehr zur reinen Wohngemeinde mutiert ist.

Irgendwo hier soll´s links abgehen, aber ob´s die erste oder zweite Strasse ist…?
Während ich – zum ersten Mal in meinem Leben – mit leicht dümmlichen Gesichtsausdruck in Erzhausen stehe und das zerknitterte Plänchen studiere, kommt zum Glück ein lokaler Jogger in Blau vorbei.
Der grüßt nicht nur nett, sondern erklärt mir auch, dass ich genau da wo ich stehe, links ab muss.
Na prima, dann mach´ ich das doch.

Links die Frankfurter Str. hoch und wieder raus aus Erzhausen, nordwärts durch die Felder (Radweg 17).
Schön langsam, denn der Jogger in Blau läuft da auch hoch, und ich will ja kein Wettrennen mit ihm anfangen (wäre auch nicht klug, denn sein Tempo liegt einen halben Schritt über meinem heutigen Komfortbereich…).

Auch das hier ist wieder so eine Art Fahrweg, ohne offizielle Fahrbahnmarkierungen oder eine eigene Nummer (keine L-irgendwas oder K-wasanderes), aber mit relativ vielen Autos, die hier langkommen.
Da ist auch wieder Vorsicht angesagt.
Landbevölkerung rast ja gerne, gerade auf schmalen Strässchen durch die Pampa…

Nach 600 m. geht´s direkt am Rand der Landebahn vom Flugplatz Egelsbach entlang, auf der ein reger Verkehr herrscht. Kein Wunder, denn Egelsbach hat sich in den letzten Jahren mehr und zu einem echten Verkehrsflughafen für Kleinflugzeuge gewandelt, für die auf dem Frankfurter Flughafen kein Platz mehr ist – wer mit dem Learjet ins Rhein-Main-Gebiet fliegt (und das sind gar nicht mal Wenige), der landet inzwischen hier (auch wenn die Anwohner darüber teils nicht so richtig glücklich sind…)

Nach dem Flugplatz geht´s noch ein paar hundert Meter geradeaus bis zum nächsten Waldrand (dabei wiederholt mich der Jogger in Blau von eben ein zweites Mal – keine Ahnung wo der jetzt herkommt – und ruft mir zu, dass ich immer noch richtig sei. Gut zu wissen! 🙂 ), wo der Fahrweg rechts abknickt, während ich geradeaus weiter laufe, über einen Bach in den Wald rein.

Hier empfängt mich gleich mal eine Infotafel des Regionalparkwegs, die mich willkommen heisst („Willkommen auf dem Regionalparkweg Rhein-Main“ – sehr freundlich, dankeschön!) und mich darüber in Kenntnis setzt, dass ich soeben die Grenze zwischen den Landkreisen überquert habe: Ab hier bin ich im Kreis Offenbach, in dem ich noch nie zuvor gelaufen bin (ich war zwar schon IN Offenbach, aber das ist eine Kreisfreie Stadt, die nichts mit dem gleichnahmigen Landkreis zu tun hat)!
Yaaay, Neuland (passenderweise heisst der erste Querweg, an dem ich vorbeilaufe, dann auch „Neulandweg“)!!!!

An der Laufrichtung ändert sich allerdings nichts, es geht weiter nordostwärts, mal durch den Wald, dann wieder am Waldrand entlang, während rechts Felder, ein paar vereinzelte Häuser und etwas, das ein bisschen wie eine Teeplantage aussieht, vorbeiziehen.
Freundliche Gegend, denke ich mir, zumindest bis ich nach 1,5 km die Egelsbacher Kläranlage erreiche, die nicht so wirklich freundlich riecht.
Da heisst es: Luft Anhalten und Vorbei!

Direkt dahinter erreiche ich den Rand des Parkgeländes um Schloss Wolfsgarten, dem letzten Wohnsitz der großherzoglichen Familie von Hessen-Darmstadt.
Das Schloss ist auch heute noch in Privatbesitz der Erben von Hessen-Darmstadt und wird nur an ein paar Wochenenden im Jahr für Besucher geöffnet. Heute ist zufällig keins davon (wie auch, ist ja nicht mal Wochenende… :D), also bleibt mir nichts anderes übrig, als über das hohe Tor bzw. durch die Hecken am Zaun in den Park zu spähen.
Sieht sehr hübsch aus, mit gepflegtem Rasen, hohen Mammutbäumen, Rhododendron-Hecken (für die ist das Anwesen berühmt) und mindestens einem großen Teich mit Brücke – irgendwann muss ich da unbedingt nochmal vorbeischauen, wenn der Park geöffnet ist…

Ich laufe links, am Parkrand entlang. Nach ein paar Metern kommt mir nochmal der freundliche Jogger in blau entgegen und macht grinsend eine „genau richtig“-Geste mit der Hand, scheint also alles zu stimmen.
Dann geht´s links auf die Kalbschneise, der ich nun wieder eeewig lang nach Westen folge.

Wieder Wald, aber sehr hübscher, mit lichten, uralten Buchen (laut einer Infotafel des Regionalparks sind sie ca. 160 Jahre alt) und dichtem Bodenbewuchs. Nett.
Inzwischen haben sich auch meine Beine ans Flachland gewöhnt, es läuft gut, wohl auch wegen des weiterhin moderaten Tempos.

Über zwei Kilometer Kalbschneise und Wald (Markierungen: Regionalparkweg und Radweg 10. Außerdem gibt´s hier einen Haufen Wegmarker mit gegenständlichen Symbolen – Tanne, Rehkopf – die ich überhaupt nicht kenne. Vielleicht vomTaunusklub???), nur manchmal schimmern ein paar Brachwiesen zwischen den Bäumen durch. Irgendwo hier wechsle ich auch wieder den Landkreis, laufe auf Mörfelden-Walldorfer Gemeinegebiet und damit in den Kreis Groß-Gerau ein. Rein äußerlich macht das allerdings keinen Unterschied – der Wald schert sich nicht um Verwaltungsbezirke.

Schließlich geht´s kurz bergauf, auf eine weitere Autobahnbrücke über die A5, ein paar hundert Meter danach erreich ich den Waldrand am Bornbruchsee.
Links zieht ein Kalksandsteinwerk vorbei, wo riesige weiße Quader zu Meterhohen Wänden aufgeschichtet sind, rechts ein Hundeplatz, an dem´s intensiv nach Ziege riecht (huh?), dann bin ich draußen im offenen Gelände am Bornbruch, östlich von Mörfelden.

Wieder mal: Hübsche, abwechslungsreiche Feldlandschaft, in der Ferne von Wald begrenzt, weit vor mir erkenne ich die Häuser Mörfelden und – weiter rechts – Walldorf.
Hier geht´s weiter westwärts, auf dem Egelsbacher Weg/Radweg 10 durch die Felder. Die Sonne steht inzwischen ganz schräg, direkt vor mir lugt sie gelbstrahlend durch die Lücke zwischen Horizont und Schleierwolken.
Sieht schön aus, bedeutet aber auch, dass ich nicht mehr viel Zeit bis zum Sonnenuntergang habe – und bis zum Ziel ist es noch ein ganzes Stück!
Da leg´ ich dann doch mal lieber einen Zahn zu, auch wenn´s den Beinen nicht gefällt.

1,5 km mit schnellem Schritt durch Äcker, Wiesen und schließlich Kleingärten, dann laufe ich in Mörfelden ein, dem südlichen Teil der Zwillingsgemeinde Mörfelden-Walldorf.
Zwischen den Häusern stehen bereits lange Abendschatten, außerdem wird´s so langsam empfindlich kühl, also halte ich mich auch hier nicht lange auf: Bis an die Gerauer Str./B44 (Mischung aus schlichtem Wohn- und älterem Gewerbegiet), an der links, bis zum Kreisel kurz vor dem Ortsausgang.

Dort wieder links, in die Dieselstr., und nun dem Radweg 21 folgend im Zickzack durchs Gewerbegebiet, vorbei an den üblichen Heizungsfirmen und Autohändlern sowie einer hübschen neuen Moschee mit weißem Minarett, aus der gerade Dutzende von Gottesdiensbesuchern strömen.

Dann noch um eine Aldifiliale rum (die Navigation hier unten ist gar nicht so einfach, denn der Radweg 21 ist nur in der Gegenrichtung ausgeschildert – da muss ich mehrmals kreativ raten, zum Glück haut das hin), dann bin ich wieder raus aus Mörfelden und laufen an ein paar letzten Häusern vorbei in den großen Wald hinein, in dem irgendwo mein treuer fahrbarer Untersatz auf mich wartet.

Die Sonne ist inzwischen ganz weg, entsprechend ist es schummrig hier drin, schummrig und empfindlich kalt. Dafür ist die Navigation einfach, zum Glück, denn Plänchen Lesen fällt angesichts der Lichtverhältnisse gar nicht mehr so leicht: Es geht einfach nur geradeaus, schnurstracks nach Süden die Eichenackerschneise runter.
Eine von diesen Geraden, die ich überhaupt nicht mag: Flach und wie mit dem Lineal gezogen, da kann man den gegenüberliegenden Waldrand in fast zwei Kilometer Entfernung erkennen.
Das ziiieeht sich, gerade in der Dämmerung, wenn man zwangsläufig eine Art Tunnelblick entwickelt und das Zeitgefühl wacklig wird.

Da ich nur noch ein paar Minuten Licht habe (und etwas friere), drehe ich hier nochmal voll auf, hetze mit wummerndem Puls und fliegendem Atem durch das graue Halblicht.
Mögen meine semiatrophierten Flachlandlaufmuskeln überhaupt nicht.
Ack!

Nach einer kleinen Ewigkeit (Real wohl nur ein paar Minuten) hab ich´s fast geschafft, atemlos, mit katerigen Beinmuskeln, fast im Dunkeln erreiche ich die letzte Kreuzung vor der Hügelschneise, auf der ich vorhin gestartet bin.
Hier reitet´s mich nochmal, spontan biege ich nach links, nicht auf die Hügelschneise sondern auf eine unmarkierte Parallelschneise.
Wenn ich alles richtig gemacht habe, komme ich hier auch ans Ziel – wenn nicht, dann laufe ich gerade auf einem unbekannten Weg in einem unbekannten Wald in die Nacht (was irgendwie ein bisschen dumm wäre. Aber jetzt ist es zu spät für Zweifel, bin schon abgebogen und umgekehrt wird nicht!).

Zum Glück hab´ ich es richtig gemacht, nach ein paar hundert Metern mit Zweifeln und größer werdenden dunkelheitsbedingten Sichtproblemen finde ich einen Querweg, der mich wohlbehalten auf die Hügelschneise und kurz darauf zum Ausgangspunkt der Tour bringt, passend zum endgültigen Einbruch der Nacht.

3 Landkreise, 15,5 km, ein paar interessante Entdeckungen – ordentlich!
Bloß das hohe Tempo gegen Ende war nicht so gut, das spüre ich hinterher noch länger in den Beinen. Ich glaube, ich müsste eigentlich mal wieder gezielter Flachland üben, da ist meine Muskulatur einfach nicht so sattelfest, wie sie mal war…

Strecke: 15,5 km
Zeit: Uhr vergessen
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 97,03% (15,04 km von 15,5 km)
Karte:
Erzhausen - Egelsbach - Walldorf

M.

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12 Antworten to “3-Landkreis-Tour: Erzhausen – Egelsbach – Mörfelden (15,5 km)”

  1. Kümmel Says:

    Du weißt aber schon, dass Wahlkreise nicht zwangsläufig auch mit den Grenzen der Landkreise übereinstimmen müssen?! So besteht der Wahlkreis 186 („Darmstadt“) nicht aus Darmstadt und dem kompletten LaDaDi (ich denke du weißt was das heißt), sondern die nicht ganz kurze Gemeindeliste „Babenhausen, Dieburg, Fischbachtal, Groß-Bieberau, Groß-Umstadt, Groß-Zimmern, Otzberg, Reinheim, Schaafheim“ gehört zum Wahlkreis 187 („Odenwald“).

    Und ich muss feststellen, dass der Wahlkreis 186 eine noch bescheidenere Direktkandidatensituation hat wie der Wahlkreis 188 („Bergstraße“, hier wirklich einzig und komplett das Kreisgebiet). Eure CDU/SPD Kandidaten haben auf der jeweiligen Landesliste die Plätze 5 und 3 und bei uns die Plätze 7 und 6. Da verliert man ja jede Lust auf die Erststimme, wenn eh beide einziehen werden aber zusammen ca. 70% der Erststimmen abgraben. Aber das soll ja hier nun auch nicht zum politischen Blog werden.

    Und der Flughafen Egelsbach ist wirklich wert nicht komplett ignoriert zu werden. Und nach der Bahnverlängerung scheint er wohl wirklich attraktiver geworden zu sein. Wie ich gerade festgestellt habe, ist die Bahnverlängerung nun auch endlich mal in GE zu sehen. Und ich habe gar nicht mal so schlecht geschätzt. Anhand weniger Luftbilder hatte ich mir mal meine Linie gezeichnet, mit der ich für GE-Flüge die Landebahnen markiere und nun ist das Ende nur ca. 10 Meter zu kurz gezeichnet. Allerdings haben die ganzen kleinen Flughäfen (Egelsbach, Mannheim, Griesheim, Mainbullau, ..) das Problem, dass dort das Höhenprofil nicht glatt genug ist um gescheit landen zu können. Selbst in Frankfurt klafft ein großes Loch, aber wenigstens sind dort die Bahnen glatt und selbst auf dem Gebiet der neuen LBNW (dank den Planfestellungsunterlagen konnte ich Gebiet und Bahn sehr gut einzeichnen) kann man halbwegs gut landen. Na mal schauen was die nächsten Jahre alles schön gebaut wird. LBNW, Terminal 3, die A5 bis Weiterstadt, vielleicht doch mal noch eine ICE-Trasse und mit ganz viel Glück noch die OU Mörlenbach. Äh ja, kleiner Themenschwenk..

    Aber passend zum heutigen Thema Landkreise ist mir durch meine ständige rollerei aufgefallen, dass Straßen gerne mal metergenau bis zu einer Landkreisgrenze saniert sind. So findet man z.B. südlich von Lampertheim einen sichtbaren Übergang (auch wenn es eine Bundesstraße ist und zwar nicht sanierungsbedürftig) und insbesondere die östlichen Straßen von Gaimühle. Kannst ja mal drauf achten, wenn du irgendwann den Katzenbuckel besteigst.

    • matbs Says:

      Ja, aber ich weiss zufällig, dass der westliche Landkreis Darmstadt-Dieburg ein einziger Wahlkreis ist, der nicht über die Kreisgrenzen rausgeht – vielleicht weil´s meiner ist… 😉

      So ganz die Lust auf die Erststimme hab´ ich noch nicht verloren, schließlich gibt´s ja immer die Hoffnung auf ein Überhangmandat für die Partei, die man ein bisschen besser findet – könnte ja klappen…

      An irgendwelche Strässchen bei Gaimühle kann ich mich vom letzten nicht-läuferischen Besuch am Katzenbuckel sogar erinnern, wenn auch nur, dass sie furchtbar schmal und etwas abenteuerlich waren…

      • Kümmel Says:

        Ja klar, da greift eben wieder der Spruch „Erfahrung schlägt alles“ (z.B. Navis). Hat sich nur nicht rausgelesen, dass du Wahlkreis- und Landkreisgrenze nur wegen der speziellen Übereinstimmung gleichgesetzt hast.

        Und weil ich mich meinen beiden Wahlkreisvertretern etwas beschäftigt habe, bin ich auf beide sehr schlecht zu sprechen. Mir ist kein Gesetz zur Demontage unserer Grundrechte bekannt, bei dem nicht beide – wie der größte Rest der GroKa uns teils auch der Opposition – zur Demontage beigetragen haben. Und trotzdem habe ich keine Chance mit meiner Erststimme wenigstens einen von beiden zu verhindern, weil der andere ggf. eine sehr schlechte Listenplatzierung hätte.

        Bei Gaimühle ist insbesondere die K4114 recht ordentlich asphaltiert und sobald sie bei Übertritt zum Neckar-Odenwald-Kreis zur K3921 wird, geht das große Gehuppel los. Fahren kann man da schon noch ganz gut (80 außer in Kurven kein Problem), aber selbst als Zweirad traue ich mich da nicht zu überholen.
        Und bei K4113 und K3925 ist mir das letztens ähnlich aufgefallen.

  2. Gerd Says:

    Du hast halt leider nicht die Gabe, in der Einfachheit der Dinge die Schönheiten der Natur zu entdecken. 😉

    • matbs Says:

      Aba du!

      Wenn ich mich recht erinnere, bin ich bei unseren Läufen immer derjenige, der Frösche, Eidechsen und Aussichten am Wegesrand entdeck, während du die Augen ja immer nur auf dem Ersatz-Hirn am Armgelenk hast! 😀

  3. dauerlaufen Says:

    Das du dich am Ende noch für einen Schlenker in den Wald aufraffen konntest kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe beim Lesen schon geföstelt. Diese Herbst-Abend-Wald-Kälte kam jetzt irgendwie zu schnell. Und dann auch nicht wissen, ob sich er Schlenker ausgeht. Näääh.

    • matbs Says:

      Die Alternative wäre noch mehr von der furchtbar endlos langen Gerade gewesen – und die konnt´ ich einfach nicht mehr sehen (und zwar nicht nur, weil´s dunkel geworden ist). 😉

      Außerdem war ich mir ja relativ sicher, dass der Schlenker hinhaut.
      Na ja, so ein bisschen wenigstens…

  4. Hannes Says:

    Mensch, was für eine abwechslungsreiche Tour. Erst langweilig öde immer gerade aus, immer so’n ödes Zeug, eklige Autobahn … und dann wird es doch noch wieder richtig schön, stinkig, abwechslungsreich eben – einfach schön. Und dabei auch noch drei Landkreise abgearbeitet, ne, das würde ich nie hinkriegen 😀

  5. Heidi Says:

    OK, wie immer nur alles überflogen – sollte ich jemals 4 Wochen Urlaub haben, werde ich mal einen ganzen Beitrag von Dir lesen 😆

    Aber den Anfang habe ich noch geschafft: Was hast`n Du für komische Beine, wenn die mucken, wenn es FLACH losgeht??? Wollen die lieber gleich steil bergauf?
    Normal sind die nicht 😉

    • matbs Says:

      Wenn du für das da oben 4 Wochen brauchst, verstehe ich so langsam, warum du nicht mehr mit den echten Büchern arbeiten darfst sondern nur noch Stundenplänchen machst… 😀

      Klar sind meine Beine nicht normal, als überdurschnittliches fitte Laufinstrumente sind die eben auf anständiges Gelände trainiert. 😉


  6. […] Ecke kommt mir leicht bekannt vor, kein Wunder, denn hier war ich schon mal im September. Verbindung zum restlichen Streckennetz: […]


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