Hinterm Melibokus nach Zwingenberg ´09 (12,8 km)

10. September 2009

Vor knapp einem Jahr ist meine Cousine zu einer Weltreise aufgebrochen – einmal rund um den Globus, Südamerika, Nordamerika, Pazifikregion, Australien, Asien…
Zum Abschiedsessen auf dem Rebenhof in Zwingenberg bin ich damals gelaufen, eine schöne, abwechslungsreiche Tour von zuhause aus über die Ostflanke des Melibokus, die Not-Gottes-Kapelle und Auerbach.

Jetzt ist sie wieder da, zumindest für ein paar Tage auf „Urlaub vom Urlaub“, bevor sie wieder nach Down Under startet.
Aus diesem Anlass gab´s dann heute Abend ein kleines Familienessen – in ähnlicher Besetzung wie vor einem Jahr, und natürluch wieder im Rebenhof in Zwingenberg (weil meine Cousine nach den ganzen, harten Monaten des Surfens auf Hawaii und am Bondi Beach verständlicherweise mal wieder Lust auf eine Biertischgarnitur, ´nen schlagerlallenden Alleinunterhalter und Kartoffeln mit Quark hatte.
Ok, nicht auf den Alleinunterhalter, der war nur zufällig da… 😀 ).

Also alles irgendwie schon recht symmetrisch, da wollte ich die Symmetrie natürlich komplett machen und bin wieder hingelaufen – genau dieselbe Strecke wie letztes Jahr!


Auf eine genaue Streckenbeschreibung verzichte ich heute mal (kann ja nicht immer lang und ausgiebig sein, gell?), wen´s interessiert, der kann die hier nachlesen.

Aber dazu wie´s lief schreib´ ich was.
Das war nämlich nicht besonders gut.

Einerseits wegen dem Wetter – extrem hohe Luftfeuchtigkeit passt mir beim Berglaufen nie, da komm´ ich immer zu schnell außer Atem und außerdem schwitzt man wie blöde, ohne dass das Zeug verdunstet.
Das gibt dann so eine schöne, gleichmäßige Ganzkörperschicht aus klammem, klebrigem Schweiss, der sich auf der Haut festsetzt und auf kurz oder lang unweigerlich in die Augen läuft und dort brennt wie blöde (bei mir dauert´s zwar immer etwas, weil ich ordentlich dicke Augenbrauen habe – auf einer Skala von 0 [„Haarlos“] bis 10 [„Mit Lykanthropie infizierter Breschnew bei Vollmond“] immerhin eine 6 oder 7 – dauert das immer ein bisschen, aber irgendwann ist es dann soweit. Urks!).
Dieser Schweiss reagierte dann gleich mal mit dem zweiten ungemütlichen Wetterfeature des gestrigen Tages, nämlich einem überraschend starken Nordwind, der mit semiarktischen Temperaturen offenbar direkt vom Polarkreis (das ist irgendwo hinterm Taunus, hab´ ich mir sagen lassen) herunterblies.
Ergebnis: Atemlos, klebrig, kalt.
Gah!

Neben den wetterlichen Unbilden wollten aber auch meine Beine nicht so richtig – das Übliche: Schwer, holzig, unwillig.
Was meine Beobachtungen der letzten Wochen nochmal bestätigt hat:
Was mir momentan zu schaffen macht, sind nicht die Bergläufe, sondern paradoxerweise Touren auf ebenen Strecke.
Gestern 15,5 km Flachland bei Erzhausen und Walldorf – heute sind bestimmte Muskelpartien verkatert und nicht besonders leistungsfähig.

Macht irgendwie sogar Sinn: In den letzten Monaten bin ich entweder kaum gelaufen, oder ich hab mir Strecken ausgesucht, die mir Spass machen, und das waren fast immer nur Hügel oder Berge.
Das hat offensichtlich dazu geführt, dass der Teil meiner Beinmuskulatur, der vor allem beim Flachlandlaufen beansprucht wird, einfach nicht mehr so richtig fit ist, und auf längere Touren auf ebener Strecke mit unangenehmem Muskelkater reagiert (was sich dann auch wieder beim Berglaufen bemerkbar macht, wo diese Muskelpartien zwar weniger, aber eben immer noch ein bisschen, gebraucht werden und dementsprechend schwächeln).

Sprich: In den letzten Monaten hab´ ich etwas zu einseitig trainiert, und jetzt krieg´ ich die Quittung dafür…

Und jetzt sitz´ ich da und frage mich:
Soll ich gezielt wieder mehr Flachland trainieren?
Das wäre erstmal unbequem, und weniger interessant, und eigentlich hab´ ich gar keine Lust drauf – aber dafür könnte ich das entstandene Defizit ausgleichen.

Oder mach´ ich weiter wie bisher, laufe überwiegend angenehme, schöne, abwechslungsreiche Bergstrecken (auf die ich viel mehr Lust habe), und riskiere dabei, dass das Flachlanddefizit bestehen bleibt oder sogar noch stärker wird?

Im Moment weiss ich´s wirklich nicht.
Mal Schauen…

Na ja, wie dem auch sei: Trotz unangenehmen Wetter, unfreiwilliger Marinade in kaltem Schweiss und unwilligen Beinen hab´ ich mich auf jeden Fall um den Melibokus rumgeschafft, bin den wunderschönen Neun-Krümmweg über dem dampfigen Mühltal (hohe Luftfeuchtigkeit, remember?) bis zur Not-Gottes gefolgt, dann auf Schleichwegen nach Auerbach abgestiegen, und von dort aus schließlich gegen den Nordwind durch die flachen Felder (das war hart) nach Zwingenberg zum Rebenhof gelaufen.
Wo´s dann Familie, Cola, Kochkässchnitzel und ein Schöppchen Weisswein gab.
Das war dann gar nicht mehr unangenehm… 😉

So, und wenn ihr jetzt genug habt von meinem Gequengele, und den eintönigen Laufberichten aus der öden ollen Provinz, dann schaut doch einfach mal bei meiner Cousine vorbei – da freut sie sich ein bisschen, und es gibt (spätestens ab nächste Woche wieder) so viel Abenteuer, Sonne, Strand und Meer wie das andere Ende der Welt überhaupt zu bieten hat:
http://www.haihappen-on-tour.de/

Seufz… 😉

Strecke: 12,8 km
Zeit: 1:23 h (= 9,25 km/h bzw. 6:29 min/km(
Neue Strecke: Nee
Karte:
hinterm-melibokus-nach-zwingenberg

M.

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4 Antworten to “Hinterm Melibokus nach Zwingenberg ´09 (12,8 km)”

  1. Kümmel Says:

    Wie wäre es mit einem Mischtraining? Du rennst den Melibokus hoch um schön warm zu werden und machst danach noch 10-15 km Flachland z.B. Zwingenberg, Rodau, Hähnlein, heimwärts. Nach Bedarf auch andersrum, wenn durch einen schlecht laufenden Flachlandabschnitt nicht der Bergabschnitt beeinträchtigt wird. Jedenfalls ist ja quasi die komplette Bergstraße ideal für so ein Mischtraining, weil Berge und Flachland so nah beeinander liegen.

    Schonmal mit einem Stirnband oder ähnlichem versucht? Ich weiß, sieht nicht so stylisch aus wie eine Quelle-Mütze und mag anfangs etwas drücken, aber ich hätte auch nie geglaubt, was das für einen großen Unterschied für die Augen machen kann. Mit dem verbliebenen Rest der offenen Stirn kämen deine Augenbrauen dann problemlos klar.

    Ich glaube man sollte mal untersuchen, ob lange Artikel genetisch bedingt sind. Scheint irgendwie in der Familie zu liegen 😉 Daher auch mal ein Lob für eine angenehme Länge bei passender Gelegenheit.

    • matbs Says:

      Mischtraining…
      Hmjaa, schon gemacht, das hilft am Anfang, aber irgendwann wird´s ein bissken… naja, so ein bissken öde, irgendwie – da wünschst du dir im Flachland ständig, dass jetzt endlich gut ist… 😉
      Außerdem ist das Umschalten von Berg auf Flach meistens relativ anstrengend.
      Und das Umschalten von Flach auf Berg – autsch!!!

      Stirnband: No way, José!!!
      Die Achtziger sind schließlich vorbei, und das ist auch gut so!! 😀
      Außerdem, stell dir nur mal vor, das hülfe tatsächlich – ist so schon schwer genug, immer was zum Meckern zu finden, da darf man sich solche Klassiker wie „Schweiss in den Augen“ nicht absichtlich aus dem Repertoire werfen! 😆

      Danke für das Lob.
      Der nächste Bericht wird wieder EL-LEN-LAAAAAAAANG.
      Versprochen. 🙂

  2. Christian Says:

    Hallo Matthias,

    da der andere Bericht ja noch auf sich warten lässt, lass ich mal ein Kommentar hier. Tu es nicht, auf gar keinen Fall, was willst Du – ausgerechnet Du – mit Flachlandkilometern? Absurd und öde. Du und ich als Initiierte wissen doch, was bergkilometer wert sind und am besten noch ein oder zwei Verirrungskilometer mit brennendem Durst in der Kehle. In der Ebene gibt es das nicht – ausser in der Wüste – denn da kommt ja andauernd ne Tanke oder ein Gasthaus, wo man ohne weiteres seinen Durst stillen könnte oder noch besser ein Taxi rufen kann. Das geht auf dem Berg oder im tiefen Wald nicht, da kommt keine Tanke und schon gar kein Taxi und ein Netz von einem Mobiltelefonanbieter hat man meist auch nicht, warum sollten die auch den Wald abdecken, Autobahn reicht doch. Also, lass es :mrgreen:

    Salut

    Christian

  3. matbs Says:

    Hmm, da sind ein natürlich paar gute Argumente dabei… 😀


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