Jugenheim – Hofgut Hohenstein (13,1 km)

20. September 2009

Auch der dritte Lauf diese Woche war gar nix!

Sonntag, Abendessen auf dem Hofgut Hohenstein über Reichenbach, wollte ich hinlaufen.
Immer noch ohne großen Enthusiasmus, letztlich war´s vor allem Gewohnheit und ein Gefühl von „Ach was soll´s“, aus denen ich mir die Schuhe gebunden hab´ und losgelaufen bin.

Furchtbares Wetter.
Nochmal über 20 Grad, dazu eine Luftfeuchtigkeit von über 90%, alles diest und dampft, richtig eklig.
Dazu dann noch die Nachwirkungen der zu schnellen Flachlandtour gestern, die mir nicht wirklich gut getan hat: Alles fühlt sich schwer, krampfig, verkatert, müde an, bereits die ersten Meter aufwärts in den Wald sind unangenehm und anstrengend.


Und auch der Kopf will wieder nicht so richtig mit, fühle mich weiterhin lustlos, desinteressiert, laufe fast schon mechanisch, ohne allzuviel Spaß an der Sache zu haben, bin mit den mahlenden Gedanken ganz woanders.

Geht alles gar nicht.
Bereits beim Aufstieg auf dem Püschweg in Richtung Melibokus, meiner Hausstrecke, lege ich mehrere Gehpausen ein.
Es fehlt an Kraft, aber eben auch am Willen, um auf schweren Beinen und mit einem seltsam zugeschnürten Klumpen irgendwo hinterm Solarplexus (da, wo man normalerweise den Extraberglaufsauerstoff reinatmet) durchzujoggen.

Oben an der Melibokusstr. dann links, steil abwärts, runter auf den Nibelungensteig und den Alemannenweg, irgendwo an der Ostflanke des Melibokus.
Bin unkonzentriert, deshalb verpasse ich die richtige Abzweigung und muss einen Umweg laufen. Ein bisschen doof, denn damit kann ich die Karte vom letzten Mal nicht mehr verwenden.

Schließlich erreiche in den Waldrand über dem Mühltal, laufe steil abwärts durch die geschwungenen Bergwiesen (gelbes V dann gelbe 2) runter nach Hochstädten.
Hübsch hier, aber heute ist es mir irgendwie egal, ich laufe einfach nur bergab. Fällt etwas leichter als bergauf, macht aber auch nicht wirklich Spaß…

In Hochstädten links, die Dorfstrasse rauf, dann rechts auf den Bangertshöhenweg (gelbe 3), der aufwärts durch ein Seitental führt, durch Wiesen und vorbei am alten Hochstädter Steinbruch.
Recht steil, und wieder fehlt es mir an Muskel- und oder Willenskraft um durchzulaufen, also gehe ich auch hier ein ganzes Stück.

Schließlich rechts, hoch zum kleinen, gemauerten Selterswasserhäuschen am Waldrand über Elmshausen, wo ich auf den Nibelungenweg (gelbes Quadrat)/Weitwanderweg Odenwald Vogesen (roter Balken) einbiege und ostwärts an der Flanke des Teufelsbergs entlanglaufe.
Das steilste Stück überhaupt, also gehend.
Pfff, mir doch egal.

Ein Kilometer Ostwärts durch den lichten Wald, dann geht´s rechts runter, am Naturfreundehaus Borstein vorbei und den extrem steilen Asphaltweg am Borstein und dem Reichenbacher Steinbruch entlang runter nach Reichenbach, das idyllisch in den Grund des steilen Lautertals vor/unter mir gefaltet ist, während hoch oben auf der anderen Talseite bereits das Hofgut sichtbar ist.
Gewitterstimmung, die feuchte Luft steht, es ist diesig, über dem Felsberg türmen sich schwarze Wolken, aus denen es blitzt und donnert.
Meine Knie wollen übrigens auch nicht so recht auf dem extrem steilen Gefälle, noch ein Körperteil, der keine Lust auf Laufen hat.

Unten in Reichenbach geht´s dem Nibelungenweg hinterher in den Ortskern: Balkhäuser Str., Beedenkircher Str., dann am Rathaus links die Nibelungenstr./B47 hoch und schließlich rechts über die Knodener Str. auf die Hohensteiner Str.
Ab dem Rathaus geht´s wieder bergauf, das fällt schwer, schwer, schwer.
Außer man geht zwischendurch ein bisschen, was ich auch hier wieder mache. Kann einfach nicht genug Ehrgeiz aufbringen, um mich daran zu stören.

Vorbei am großen Steinmetzbetrieb, dann die fiesen, steilen Serpentinen der Hohensteiner Str. hoch, schließlich am oberen Ortsene den langen, obstbaumgesäumten Fahrweg aufwärts durch die (normalerweise, heute hab´ ich keinen Blick dafür) herrlichen Bergweiden an der Hopfenwiese.
Das Stück ist anstrengend und ich bin´s noch nie durchgelaufen.
Heute natürlich auch nicht, auch hier gehe ich wieder zwischendurch, und schere mich nicht weiter drum, obwohl das Gewitter inzwischen schon bedrohlich nahe gekommen ist.

Und irgendwann bin ich dann oben, verschwitzt, ausgelauft, klebrig, nicht wirklich zufrieden.
Das Hofgut hat übrigens zu, Abendessen hier oben fällt aus.
Passt irgendwie.

Schon komisch: Körperlich bin ich momentan so fit wie schon lange nicht mehr, aber der Kopf will gerade einfach nicht mitmachen.
Wenig Spaß, wenig Enthusiasmus, wenig Konzentration = Wenig guter Lauf.
Wie gehabt eben.

Strecke: 13,1 km
Zeit: Gar nicht schnell
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 1,91% (0,25 km von 13,1 km)
Karte:
Jugenheim-Hohenstein09

M.

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4 Antworten to “Jugenheim – Hofgut Hohenstein (13,1 km)”

  1. Hannes Says:

    Vielleicht siegt ja das nächste Mal der Kopf über die Gewohnheit, damit du kurz pausierst und danach dann wieder mehr Lust hast? 😉

  2. matbs Says:

    Hm, keine Ahnung.
    Solche Durchhänger habe ich ja immer wieder mal, das hat sich bisher immer früher oder später gegeben.
    Und solange das Wetter noch halbwegs schön ist, werde ich wohl auch weiterhin mal starten, wenn mir nicht so danach ist.
    Die unausweichliche Reduktion dank schlechter Laune und Unlust kommt erfahrungsgemäß nämlich von ganz alleine, sobald die Tage kurz und grau und kalt werden…

  3. Jana Says:

    Ja, dass das Hofgut nicht mehr das Restaurant hat, musste ich auch schon feststellen. Schade …
    Aber wenn Du mal ne große Feier hast, kannste es mieten 😉

  4. matbs Says:

    Ganz so schlimm ist es ja gar nicht: Auf dem Hofgut kann man auch was essen gehen, aber nur Sonn- und Feiertags von 11:30 bis 16:00 Uhr.

    Aber das nützt halt nichts, wenn man erst um kurz nach 18:00 oben ist… 😉

    Aber dafür gab´s dann ´ne Pizza bei dem Italiener am Brandauer Rathaus, die war auch gut.


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