Der Weg nach Frankreich, Teil 5: Edenkoben – Albersweiler mit Fotos (26 km)

21. Oktober 2009

Inzwischen ist es zwei Monate her, dass ich die letzte Etappe meines Weges nach Frankreich gelaufen bin.
Eigentlich wollte ich schon längst mal wieder runter in die Pfalz fahren und weitermachen, aber irgendwie ist immer was dazwischen gekommen. Keine Zeit, kein passendes Wetter, keine Lust, Erkältung, Wasauchimmer.
„Nur Geduld“, hab´ ich mir gesagt, „du wartest einfach, bis der perfekte Tag dafür ist, und dann machst du spontan weiter“.

Heute ist dieser perfekte Tag: Draußen scheint eine wunderbare Herbstsonne aus dem milchigblauen Himmel herunter, die Luft ist mild und leicht dunstig, das Laub an den Bäumen erstrahlt ein letztes Mal in warmen, hellen Farben.
Kurzum: Ein wunderschöner Oktobertag, ideal um endlich mein großes Projekt voranzutreiben und weiter nach Süden zu laufen.

Aber soll ich wirklich?

Irgendwie haben zwei Monate ohne Lauf in Richtung Frankreich eine gewisse… Unwilligkeit und eine ganze Menge Abers erzeugt:
Aber das ist doch sooo weit weg.
Aber das ist doch sooo kompliziert.
Aber die Saison ist doch im Prinzip vorbei, eigentlich bin ich ja gar nicht mehr so fit.
Aber wer weiss, wie das Wetter da unten ist, bloß weil´s in Hessen schön ist, muss es in der Pfalz ja noch lange nicht schön sein.
Aberaberaber…

Vor dem Fenster scheint die Vormittagsonne durch den schwachen Dunst, alles strahlt, ist hell, frisch, wunderschön.
Draußen ist goldener Oktober…
…und drinnen macht´s Klick in meinem Kopf:
Scheiss auf die Abers, scheiss auf kompliziert, scheiss auf unfit!
Heute hab´ ich die Zeit, heute ist vielleicht der letzte schöne Herbsttag in diesem Jahr.
Sowas schenkt man nicht her, bloß weil´s ein bisschen umständlich ist.

Eine Stunde später sitze ich im Auto.
Ich fahre nach Süden, in die Pfalz.
Heute lauf´ ich weiter in Richtung Frankreich!
Ohne Wenn und Aber!! 🙂


Große Entdeckungstouren weit weg von zuhause sind in der Übergangszeit und im Winter eine andere Sache als im Sommer, vor allem weil´s deutlich früher dunkel wird und man deshalb weniger Spielraum fürs Unerwartete hat – Verirren oder mal ein Stündchen länger brauchen ist im Juli ok, im Oktober kann einen sowas schlimmstenfalls am Arsch der Welt in der Dunkelheit stranden, entsprechend muss man etwas vorsichtiger bei Timing und Streckenplanung sein.
Deswegen hab´ ich die heutige Etappe dann auch lieber etwas verkürzt. Ursprünglich hatte ich von Edenkoben bis Annweiler am Trifels laufen wollen, aber das wären 30 Bergkilometer gewesen – sowohl konditionell als auch zeitlich ein bisschen viel.
Stattdessen hab´ ich mir das Dörfchen Albersweiler als Ziel ausgesucht, das ein paar Kilometer näher an Edenkoben liegt (und – ganz wichtig – einen eigenen Bahnhaltepunkt hat).
Immer noch über 20 km Strecke über Berg und Tal, das reicht.

Weitere Änderung: Bei den großen Touren im Sommer hab´ ich am Start geparkt, bin zum Ziel gelaufen, und hab´ von da aus die Bahn zurück genommen. Auch das mache ich heute anders, denn ich hab´ keine Lust, zeitlich ungünstig am Ziel anzukommen und dann vielleicht ein Stunde oder länger verschwitzt und ausgepowert auf einem kalten, zugigen Provinzbahnsteig zu warten, bis die lokale Bummelbahn kommt und mich zurück ans Auto bringt.
Stattdessen stelle ich den Wagen heute am Ziel ab und fahre mit der Bahn zum Start, das lässt sich besser timen und ich bin noch nicht ausgepowert und durchgeschwitzt.

Folgerichtig fahre ich erstmal runter nach Albersweiler, das sich als hübsches kleines Weindörfchen herausstellt, das zwischen dem Hügelland der Vorderpfalz und den hohen Hängen der Haardt am Ausgang des Queichtals sitzt.
Dort parke ich auf dem kleinen Dorfplatz an der Hauptstr…
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Bild #1: Dorfplatz in Albersweiler, samt mobilen Hänchenbraterwagen vom „Hühner-Fred“ (leider nicht zu sehen ist die Aufschrift, derzufolge Grillhähnchen besonders vitaminreich sind… 😀 )

…und folge dann dem Schild mit der Aufschrift „Zum Bahnhaltepunkt“.
Auf einer kleinen Brücke über die Queich…
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Bild #2: Fußbrücke über die friedlich dahinplätschernde Queich

…durch die engen Gassen des Dorfes…
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Bild #3: Kanalstr. (?)

…dann am Queichufer links…
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Bild #4: Nochmal die Queich

…zum Albersweilerer Bahnhaltepunkt:
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Bild #5: Bahnhaltestelle

Natürlich alles gehend, in der schönen, warmen Mittagssonne, schließlich beginnt die heutige Tour ja erst in Edenkoben…

Von hier aus nehme ich dann die Regionalbahn zum Hauptbahnhof der Kreisstadt Landau (Deutschlandweit bekannt für ihre dicken Kinder :D. Was vielleicht ein bisschen ungerecht ist, denn beim Durchfahren fallen mir keine dicken Kinder auf, dafür aber die vielen schönen alten Häuser…), steige um, und erreiche nach zehnminütiger Fahrt durch die sonnigen Rebflächen der Vorderpfalz…
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Bild #6: Blick aus dem Zug auf die Berge, über die ich gleich laufen werde

…am frühen Nachmittag schließlich den Bahnhof von Edenkoben, wo ich vor fast genau zwei Monaten meine letzte Tour durch die Pfalz beendet habe.

Herrliches Wetter hier, vom Himmel strahlt eine warme Mittagssonne auf das weite, weinberebte Hügelland der Vorderpfalz und und die diesigen steilen Hänge des Pfälzerwaldes herab, es ist warm, freundlich, wunderschön.
Perfekte zum Laufen.
Also fang´ ich auch gleich damit an… 🙂

Wie üblich will ich auch heute wieder durchs Bergland des Pfälzerwaldes, und da Edenkoben nicht direkt am Fuß der Berge sondern ein bisschen davor in der Ebene liegt, geht es erstmal ein paar Kilometer durchs fast ebene Flachland.

Zuerst ein halber Kilometer südwärts, am Rand der Staatstr./L516 entlang…
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Bild #7: An der L516

…dann rechts und auf der Blücherstr. (markiert mit dem roten Plus und dem weißen Andreaskreuz des Europäischen Fernwanderwegs 8) zwischen schier unendlichen sonnigen Rebenreihen westwärts…
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Bild #8: Blücherstr. vor Edenkoben

…am Rand von Edenkoben entlang, mit einem atemberaubend schönen Blick über die Weinlagen und den Ort hinweg auf die leicht steil aus der Ebene aufragenden Bergketten der Haardt:
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Bild #9: Blick von der Blücherstr. nach Nordwesten. Im Vordergrund die Türme der beiden Edenkobener Kirchen, rechts neben dem linken Turm kann man den 672 m. hohen Gipfel der Kalmit erkennen, am rechten Bildrand das Hambacher Schloss (mehr zu Kalmit und Hambacher Schloss gibt´s hier

Nach 400 m. laufe ich in Edenkoben ein.
Hübsches Dorf, leicht hügelig gelegen, umgeben von Weinbergen, Luftkurort, mit vielen alten Häusern und kleinen, engen Gassen, alles wunderbar ausgeleuchtet vom hellen Licht der herbstlichen Mittagsonne.
Weiter westwärts, auf die Berge zu, dem roten Plus hinterher.
Noch ein Stück durch die Blücherstr…
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Bild #10: Blücherstr. in Edenkoben

…an deren Ende rechts durch die Tanzstr….
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Bild #11: Tanzstr.

…dann wieder links, die Rhodter Str. und die Weinstr. hinauf bis zum westlichen Ortsrand, wo es an einem Kreisel vorbei auf die Villastr./K64 geht, die am Rand des kleinen Triefenbachtals durch die Weinlagen bis zum Fuß der Berge führt:
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Bild #12: Kreisel am Anfang der Villastr.

Wun-der-schön!!!
Genauso ein Stück braucht´s, um die trüben, grauen Tage der letzten Wochen vergessen zu machen: Mehr als 1,5 km am Rand der schmalen, kaum befahrenen Strasse entlang, auf einem breiten, bequemen Bürgersteig, der gleichzeitig als Weinlehrweg fungiert. Alle paar Meter hat´s Infotafeln, Lauben, Pavillons, Mandelbäumchen (das hier ist u.a. der „Pfälzer Mandelweg“ – sichter total schön wenn´s im Frühling blüht) alten Weinpressen und sogar das eine oder andere Denkmal (z.B. für einen Herrn Prinzregenten Luitpold. Die Pfalz hat früher zum Königreich Bayern gehört, das erkennt man an den Adeligen, die hier Denkmäler stehen haben). Von links scheint die wohlige Sonne über die weiten, sanft gewellten Weinhügel herab, rechts unten liegt das malerische Tälchen des Triefenbachs, durch das ich beim letzten Mal gelaufen bin, und vor mir erheben sich die beeindruckenden dunkelgrünen Höhenzüge des Pfälzerwaldes.
Alles ist hell, frisch, wunderschön – so sehen Impressionen von einem perfekten Lauf aus:
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Bild #13: „Wenn goldner Wein
im Glase lacht
denkt selten einer dran
wieviele Mühe er uns macht
bis man ihn trinken kann“
Ok, ich versuch´s mir zu merken… 😉

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Bild #14: Westwärts an der Villastr.

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Bild #15: Weinlehrpfad-Infotafel

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Bild #16: Blick nach Norden, übers Tal des Triefenbachs und die westlichsten Häuser Edenkobens hinweg auf die Berge. Nicht zu sehen ist das große Friedensdenkmal, das eigentlich irgendwo an den Hängen des linken Berges sitzen müsste, dafür erkennt man jedoch die Krobsburg (etwas rechts der Bildmitte) und – wenn man ganz genau hinschaut – den Turm auf dem Kalmitgipfel (rechts über der Kropsburg)

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Blick #17: Blick rechts runter ins idyllische Tal des Triefenbachs.
Wieder einmal bestätigt sich: Goldener Oktober + Herbstliche Weinberge = Wunderschön

Wie gesagt: Einfach perfekt.

Na ja, oder fast perfekt, denn ein paar Dinge machen mir schon ein ganz klein wenig Sorgen.

Da sind zum Beispiel meine Beine, die sind etwas schwer und unwillig. Macht aber nichts, heute ist es so schön, das gleicht der Kopf locker aus.
Zumindest bisher. 🙂

Außerdem ist es wirklich ziemlich warm.
Ehrlich gesagt, fast ein bisschen zu warm.
Ich hab´ mich heute extra etwas dicker eingepackt, weil´s zuhause nur 6,5 Grad waren und es immer besser ist, etwas vorsichtiger zu sein (wenn einem auf einer langen Tour zu warm wird, kann man schlimmstenfalls was ausziehen. Wenn man auf einer langen Tour zu frieren anfängt, hat man gelitten).
Das rächt sich jetzt ein bisschen, denn hier im windstillen offenen Gelände hat die Sonne trotz des leichten Dunstes erstaunlich viel Kraft, da gerät man ganz schön ins Schwitzen.

Und dann ist da auch noch mein erstes Etappenziel, der Blättersberg mit der Rietburg.
Auf den will ich gleich rauf, und je näher ich komme, um so steiler und höher wird seine Flanke, bis sie wie eine 400 m. hohe grüne Wand vor mir steht.
Das wird ein hartes Stück Arbeit:
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Bild #18: Au Backe! Da will ich gleich hoch!
Die Schneise an der Bergflanke zeigt den Verlauf der Sesselbahn zur Rietburg an, links in den unteren Regionen erkennt man die Villa Ludwigshöhe.

Aber natürlich halten mich diese Mini- und Pseudoproblemchen nicht auf, dazu ist das hier alles einfach viel zu herrlich.
Etwas schwerbeinig und schwitzend freue ich mich entspannt und glücklich der Steilwand entgegen… 🙂

1,7 km erreicht die Villastr. den Waldrand und führt geradeaus aufwärts, während der Fußweg nach links in den herbstlich-sonnigen Mischwald in Richtung Ludwigshöhe abknickt:
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Bild #19: Links ab

Wunderschöner Weg, dem blaugelben Balken und dem Traubensymbol des Wanderwegs Deutsch Weinstrasse hinterher bergauf, durch bunten Mischwald, ein paar Meter vom Waldrand entfernt, moderate Steigung. Läuft sich gut:
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Bild #20: Wanderweg Deutsche Weinstrasse von der Villastr. zur Ludwigshöhe

Am oberen Ende des kurzen Fußweges bin ich auch schon an der Ludwigshöhe. Eigentlich wollte ich hier durchlaufen, aber bis zur schlossartigen Villa (oder dem Villaartigen Schloss?) sind´s nur ein paar hundert Meter Umweg, also nehme ich die natürlich spontan mit.
Links über den von alten Bäumen und altmodischen Laternen umsäumten Parkplatz…
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Bild #21: An der Ludwigshöhe

…vorbei am langgezogenen alten Cavaliersbau…
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Bild #22: Gegenlichtiger Blick von der Terasse am Cavaliersbau hinauf zur Villa

…dann auf die grüne Hangwiese am Rand der Weinberge und weiter aufwärts zur Villa, die einstmals als Sommerresidenz der Wittelsbacher Monarchen gedient hat und heute eine Galerie mit den Werken des Impressionisten Max Slevogt beherbergt:
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Bild #23: Villa Ludwigshöhe

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Bild #24: Nur so zum Beweis, dass ich auch wirklich da war… 😀

Schöner Bau in toller Lage, bereits deutlich erhöht über der weiten grünen Ebene, auch wenn man dank der diesigen Sichtverhältnisse nicht allzuviel davon erkennen kann:
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Bild #25: Blick von der Villa nach Osten

Und auch das Gebäude selbst macht einiges her, mit seiner klassizistischen Klarheit und der repräsentativen Vorderfront mit den zwei hohen übereinander angeordneten Säulenreihen (unten dorisch, oben ionisch, wenn mich meine kunstgeschichtliche Halbbildung nicht im Stich lässt):
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Bild #26: Villa Ludwigshöhe aus der Nähe

Ich schaue mich noch ein bisschen um und genieße die warme Herbstsonne auf der Terasse, dann mache ich mich wieder auf den Weg, im Uhrzeigersinn um die Villa herum…
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Bild #27: Westseite der Villa Ludwigshöhe

…dann halblinks in den Wald hinein, der Markierung des blaugelben Balkens folgend bis zur Talstation der Rietburgbahn:
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Bild #28: Talstation

Die Seilbahn ist in Betrieb, wenn man wollte, könnte man da also einfach und bequem den Steilhang überwinden und sich direkt hinauf zur Rietburg expedieren lassen.
Aber das geht natürlich nicht, schließlich bin ich hier um zu laufen und nicht um zu sesselliften… 😉

Trotzdem mache ich hier nochmal kurz Pause, denn auch die kioskartige kleine Kneipe im Stationsgebäude („Nobbis Waldcafé“) hat offen. Das muss natürlich ausgenutzt werden, also erstehe ich bei Nobbi, einem freundlichen älteren Herrn mit Batschkappe und starkem Pfälzer Akzent, eine flüssige Stärkung für den bevorstehenden Aufstieg. Das kann ich mir heute leisten, schließlich hab´ ich für die Tour das Mittagessen sausen lassen:
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Bild #29: …auch wenn ich hier, ebenso wie auf Bild 24, irgendwie arg pfannkuchengesichtig und aufgedunsen aussehe.
Das wird doch nicht schon wieder der Winterspeck sein, der hier sein rundliches Haupt erhebt…????

Und dann geht´s los: Aufstieg, unter der Seilbahn hindurch (zügig, denn dank der Herbstferien ist die stark frequentiert, auch von Kindern- und wer weiss, ob die nicht der Versuchung erliegen, dem schwitzenden dicken Mann unter ihnen von oben in den Kragen zu rotzen, während sie gemütlich bergauf gondeln…), dann immer dem blaugelben Balken hinterher die extrem steile Bergflanke hinauf durch den Wald:
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Bild #30: Auf zur Rietburg!

Natürlich geht´s nicht geradedewegs hinauf, das wäre angesichts des beachtlichen Neigungswinkels unmöglich laufbar.
Stattdessen windet sich der Weg in langem Zickzack am Steilhang empor, mal in die eine Richtung, dann wieder in die andere.
Aber natürlich immer bergauf, und das nicht zu knapp.
Puuh!

Zuerst geht´s an den Nordhang des Berges, wo die schräge Herbstsonne nicht hinreicht.
Hier bin ich auf einmal froh, mich etwas dicker angezogenen zu haben, denn plötzlich ist es empfindlich kalt.
Dann wieder nach Süden, ein schmales, steiniges Pfädchen hoch, das nach links mit einem Gefälle talwärts kippt, das deutlich näher an „vertikal“ als an „horizontal“ ist.
Wieder unter fröhlich aufwärts gondelnden Seilbahn hindurch (der das alles überhaupt nichts auszumachen scheint. Im Gegensatz zu mir, ich schnaufe bereits ordentlich).
Das ist nett, denn man kann durch die Schneise talwärts gucken und kriegt so einen schönen Eindruck, wieviel Anstieg man bereits bewältigt hat (mit eingezogem Kopf, die Vorstellung spuckender seilbahnfahrender Kinder lässt mich irgendwie nicht mehr los. Aber zum Glück benehmen die sich in der Realität alle besser als in meiner Fantasie… :D):
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Bild #31: Schon ein bisschen weiter oben

Andererseits ist aber irgendwie auch wieder nicht so nett, denn genauso kann man auch die Schneise hinaufschauen, und feststellen, wieviel noch vor einem liegt:
IMG_6454Bild #32: Urks! Das geht ja noch ewig den Steilhang hoch!!!

Und weiter das Pfädchen am Hang entlang…
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Bild #33: …das für ein kurzes willkommenes Stück mal eben ist…

…bis zur nächsten Kurve an einem Gedenkstein, vor dem ein kleiner Aussichtpavillon auf einer Säule über den Abhang hinausragt:
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Bild #34: Natürlich benutze ich den auch, um Atem zu holen einen Blick hinab in die Ebene zu werden, dazu ist er schließlich da!

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Bild #35: Aussicht vom Pavillon in Richtung Rhodt unter Rietburg

Dort geht´s dann wieder scharf rechts, entgegengesetze Richtung…
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Bild #36: Immer dem blaugelben Balken hinterher

…und zum dritten Mal unter der Seilbahn durch, zurück an die schattigkalte Nordflanke über dem tiefen Edenkobener Tal und bis zur nächsten Haarnadelkurve, aufwärts, aufwärts, immer weiter aufwärts…
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Bild #37: Uijuijui…

…bis die Seilbahn zum vierten Mal in Sicht kommt, und mit ihr endlich auch der erste halbe Blick auf die Mauern der Rietburg:
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Bild #38: (Etappen)Ziel in Sicht!

Hier gönne ich mir noch eine kurze Pause, denn der Blick die steile Schneise hinunter auf das über 300 m. tiefer liegende Edenkoben ist inzwischen schon ziemlich grandios:
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Bild #39: Das diesige Edenkoben von kurz unterhalb der Rietburg.
Sehr schön kann man das Tälchen mit dem Triefenbach erkennen, durch das ich das letzte Mal nach Edenkoben gelaufen bin, rechts davon in Richtung Bildrand ist die Villastr., der ich heute gefolgt bin

Direkt danach geht´s eine kleine, unebene Treppe hoch, dann erreiche ich auch schon die untere Mauer der Rietburg…
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Bild #40: Unteres Ende der Rietburg

…der ich auf einem sonnigen Pfädchen nach rechts an die Nordflanke der Burg folge folge,…
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Bild #41

…wo es dann weiter bergauf geht, begleitet von einem tollen Ausblick über die herbstbunten Wipfel hinweg nach Norden,…
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Bild #42: Aussicht von Pfad an der Nordmauer der Rietburg nach Norden, auf St. Martin und das Hambacher Schloss

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Bild #43: Und gleich nochmal, dieses Mal etwas mehr in die Weite

…und schließlich an der Bergstation der Seilbahn vorbei…
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Bild #44

…zum oberen Ende der Anlage…
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Bild #45: Rietburg von hinten

…wo sich auch der Eingang zur Burg befindet.
Das lass´ ich mir natürlich nicht entgehen…

Die Anfang des 13. Jahrhunderts erbaute Rietburg liegt auf ca. 535 m. ü.NN und ist damit die höchstgelegene Burgruine in der Pfalz (wenn man hier hochgejoggt ist, ist man auch gerne bereit, das zu glauben… :D). Besonders spektakulär wird ihre Lage dadurch, dass sie als abfallende Hangburg an der sehr steilen Nordostflanke des Blätterberges sitzt und dadurch eine dem Vernehmen nach atemberaubende Aussicht über die Rheinebene hinweg bis zum Odenwald, der Bergstrasse und dem Schwarzwald bietet.
Naja, zumindest wenn´s halbwegs klar ist.
An so einem dunstigen Herbsttag wie heute reicht der Blick nicht mal bis rüber an den Rhein nach Speyer.
Aber richtig schön ist es trotzdem!

Über eine paar unebene Stufen gelange ich hinauf in den oberen Teil der Anlage, wo gleich eine Treppe hinauf auf eine kleine Aussichtsplattform führt, die hoch über der größeren Aussichtserrasse und dem gut besuchten Burgrestaurant (hier oben ist richtig was los, so viele Tagesausflügler sind mir schon lange nicht mehr begegnet) thront:
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Bild #46: Zum höchsten Punkt der Rietburg

Die schlechte Nachricht: Anstatt der 80 oder mehr Kilometer Sicht, die man von hier aus an klaren Tagen genießen kann, beträgt die heutige Sichtweite nicht mal zehn Kilometer hinunter in die Ebene (und nach Süden hin, wo sich die schrägen Sonnenstrahlen im Dunst fangen, ist es wahrscheinlich sogar noch etwas weniger).

Die gute Nachricht: Selbst das ist schon verflixt schön:
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Bild #47: Blick über untere Terrasse und das Restaurant hinunter in die Ebene, auf die Orte Edenkoben (am linken Bildrand), Rhodt unter Rietburg (mittig) und Edesheim (hinter Rhodt)

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Bild #48: Großes (wenn auch etwas milchiges Panorama).
Ganz links hinten Kirrweiler, rechts davor Edenkoben. Mittig Rhodt unter Rietburg (vorne) und Edesheim (dahinter). Schon relativ weit rechts dann Hainfeld (vorne), Roschbach (dahinter) und schemenhaft Walsheim (?) (dahinter), und ganz rechts dann unten Weyher in der Pfalz

Danach geht´s auch noch mal runter auf die Terrasse…
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Bild #49: Terrasse der Rietburg, links die kleine erhöhte Plattform, von der die Bilder #47 und 48 entstanden sind

…wo ich ein paar Minuten die herrliche Sonne genieße und den Blick über die abfallende untere Burganlage hinweg…
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Bild #50: Der untere Teil der Burg

…in die diesige Weite schweifen lasse:
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Bild #51: Blick von der Terasse nach Süden.
Hier macht sich die Mischung aus schräger Herbstsonne und nebligen Dunstschwaden besonders bemerkbar, denn man kann gerade mal bis zur nahen St. Anna-Kapelle über Burrweiler schauen.
Schon ein bisschen schade, denn wenn´s klarer wäre, könnte man hier vermutlich das knapp 30 km entfernten Wissembourg jenseits der Grenze sehen, wo ich ja schlußendlich hinwill.
Aber andererseits: Soll sich Frankreich ruhig noch ein bisschen zieren, früher oder später werd ich es schon noch zu Gesicht bekommen.
Und diese runden Bergrücken, im Nebel, das hat ja auch irgendwie was… 🙂

Schön hier…

Nach ein paar Minuten fängt mein Magen leicht zu knurren an.
Wahrscheinlich der appetitliche Essensgeruch aus der Burgkneipe, bevor ich richtig Hunger kriege, breche ich da lieber wieder auf…

Vom Platz hinter der Burg folge ich kurz dem roten Punkt, der mich durch ein kurzes, felsiges Hangstück mit ein paar Stufen…
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Bild #52: Westlich hinter der Rietburg

…zu einem Wildgatter mit zutraulichen Damhirschen führt:
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Bild #53: Wildgehege an der Rietburg

Auch ist richtig viel Betrieb…
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Bild #54

…und angesichts der vielen Ausflügler mit Wildfutter sind die Hirsche beschäftigt und haben keine Zeit, mir Hallo zu sagen:
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Bild #55: „Pffft. Bitte, wenn ihr ein paar dicke Kinder (wahrscheinlich aus Landau…) interessanter findet als mich, bloß weil die Futter haben, dann geht doch zu denen, ihr doofen Hirsche.
Aber zur Strafe schreib ich in meinen Blog, dass ihr doof seid!
Doofe Hirsche!!!

Folgerichtig mache ich mich auch wieder auf den Weg, in die deutlich weniger rummeligen Bergwaldgefilde jenseits von Rietburg, Wildgatter und Seilbahn.

Es geht kurz bergab, über einen Parkplatz hinter der Burg, dann geradeaus in den Wald. Markierung der Stunde ist weiterhin der blaugelbe Balken, der mich ja bereits bis hier hoch gebracht hat.

Wieder so ein wunderschönes, richtig angenehmes Stück: Die Strecke folgt ungefähr dem Höhenrücken des Blätterbergs, erst auf einem breiten, bequemen Waldweg…
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Bild #56

…dann auf einem schmalen, steinigen Pfädchen:
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Bild #57

…das dem irgendwann nach Süden abknickt.
Steigung gibt´s nur noch ganz wenig, merkt man kaum.
Stattdessen geht´s eine ganze Weile gaaanz entspannt und zufrieden durch den hellen, abwechslungsreichen, einsamen, wunderschönen Herbstwald, in dem sich Buntes Laub, strahlendes Licht, geheimnisvoller Dunst und kühle Schatten zu einer herrlichen Stimmung vermischen
Hier kann man sich so richtig treiben lassen…

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Bild #58

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Bild #59

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Bild #60

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Bild #61

Knapp 1,5 km, dann erreiche ich eine kleine Lichtung mit einem schmalen Aussichtsturm…
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Bild #62: Ludwigsturm

…der zugleich den höchsten Punkt des Blätterberges und den höchsten Punkt der heutigen Tour markiert: Ludwigsturm, 605 m. ü.NN.
Gar nicht mal übel, besonders wenn man bedenkt, dass heute ich auf unter 150 m. ü.NN angefangen habe…

Auch hier kann ich selbstverständlich nicht vorbeilaufen.
Aussichtstürme sind dazu da, dass man raufklettert und sich umschaut, also mach´ ich genau das:
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Bild #63: Keine verschlossene Eingangstür mit Vorhängeschloß, so mag ich meine Aussichtstürme

Die Wendeltreppe nach oben ist klaustrophobisch eng, ich schramme praktisch mit den Schultern an den Wänden.
Nur gut, dass mir hier niemand entgegenkommt, sonst gäb´s Verstopfung…

Oben angekommen gibt´s sowas wie… Aussicht.
Nicht ungehindert, denn wie bei vielen dieser alten, einsamen Türme sind die umliegenden Bäume zu hoch gewachsen und stören den freien Blick.
Und dort wo keine Bäume stehen, nämlich im Süden, verschwimmen die Berge im bläulichen Herbstdunst, der von den schräg herabfallenden Sonnenstrahlen mit einem inneren Leuchten versehen zu sein scheint.
Auf seine Art ist dieser Anblick mindestens genauso schön wie klare Sicht – faszinierend, wie sich die steilen, markant geformten Höhenzüge des Pfälzerwaldes wie die Rücken riesenhafter schlafender Tiere als scherenschnittartige Silhouetten aus dem Nebel herausragen, klar abgezeichnet wenn sie nahe sind, und immer obskurer und verborgener je weiter sie sich entfernen.
Die Landschaft, die sich hier abzeichnet ist spannend und geheimnisvoll, eine fremde, unbekannte Gegend, die ihre Reize nicht preisgibt sondern sie nur hinter einem Schleier aus Dunst und Sonne andeutet.
Richtig schön.

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Bild #64: Blick vom Ludwigsturm auf dem Blättersberg zu den Bergen im Süden. An dem vorderen werde ich wahrscheinlich nachher noch entlanglaufen…

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Bild #65: Schemenhaftes Bauwerk auf einer Kuppe im Südwesten. Wahrscheinlich die Reichsburg Trifels über Annweiler…

Und wieder abwärts, wieder die klaustrophobisch enge Wendeltreppe runter, dann noch einen Bogen um den Turm rum…
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Bild #66: Der Ludwigsturm von Süden, dieses mal mit ohne Gegenlicht…

…dann weiter dem blaugelben Balken hinterher, der sich nun gaanz gemächlich an Abstieg vom Blätterberg macht.
Schmales, wunderbar weiches Bergpfädchen durch diesen wunderbaren lichten Kiefernwald mit Heidekraut, den man hier oben immer wieder mal findet. Außerdem: Südwesthang, und damit voll in der milden, hellen Nachmittagssonne, die die steile Bergflanke sanft mit ihren wohligen Strahlen steichelt.
Licht und Wärme und herrliche Umgebung – tut einfach nur gut, das ist wie wie eine Wellness-Kur für Kopf und Körper…

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Bild #67: Auf dem weichen, schönen Pfädchen mit dem blaugelben Balken…

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Bild #68:…sanft abwärts durch sonnigen Kiefernwald und Heidekraut…

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Bild #69: …an der Südwestflanke des Blättersbergs

Nach einigen Minuten öffnet sich der Hangwald zu einer Lücke, durch die man nach Südwesten hinausschauen kann, ins geheimnisvolle Bergland des Pfälzerwaldes, dessen Rücken und Täler sich in der dunstigblauen Weite verlieren:
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Bild #70: Blick von der Flanke des Blättersbergs nach Südwesten

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Bild #71: Die Wiesen tief unten liegen im Modenbachtal, in das ich nun langsam aber sicher hinablaufe

Ich bin übrigens nicht der Einzige, der den Blick und die Sonne geniesst, auf einer Bank am Wegesrand sitzt ein freundliches älteres Ehepaar, das gerade eine Wanderpause einlegt und ein bisschen mit mir plaudert, über das Wetter, den Pfälzerwald und darüber, wie die Landschaft im Herbst zur Ruhe kommt und still und besinnlicher wird. Sehr nett, solche Begegnungen mag ich irgendwie.

Und weiter auf dem blaugelben Balken abwärts…
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Bild #72: Immer noch Südwestflanke vom Blättersberg, immer noch warm und sonnig, immer noch wunderbar angenehm

…durch die wildromantische Berglandschaft…
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Bild #73: Der Frankenberg auf der anderen Seite des schmalen Meisentals.
Ich bin immer wieder beeindruckt, wie steil und die Berge hier sind

…zwischendurch noch ein kleines Päuschen mit einem Fruchtriegel in der herrlichen Herbstsonne…
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Bild #74: Aaah. Das fühlt sich gut an…

…bis der Weg dann irgendwann langsam nach Norden abknickt…
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Bild #75: Links unten ein ordentlicher Waldweg ohne Markierung, rechts das Pfädchen mit dem blaugelben Balken – beim Pfälzerwaldverein legt man die Wanderwege ja gerne auf kleiner Nebenpfade, das gefällt mir…

…und schließlich die Wegkreuzung am Kohlplatz erreicht, die auf einer Bergschulter zwischen Kesselberg und Blättersberg sitzt:
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Bild #76: Am Kohlplatz

Hier heisst es dann Abschied vom blaugelben Balken nehmen, der mich seit der Ludwigshöhe gut und sicher nach Westen geführt hat.
Von nun an geht´s südwärts dem blauweißen Balken hinterher, der mit strammem Gefälle talwärts führt, vorbei an der nicht geöffneten Nellohütte
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Bild #77: Nellohütte

…dann immer weiter bergab, am Rand des tief eingeschnitten Meisentals hinab…
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Bild #78: Meisental

…bis zum unteren Waldrand…
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Bild #79

…wo es an einer schmalen Wiese im entlanggeht…
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Bild #80: Dieses Seitental ist schon so tief unten und so eng, dass die schrägen Sonnenstrahlen kaum noch bis hier runter reichen

…dann ein Stück durchs schattige Dickicht am Talgrund…
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Bild #81

… bis hinunter ins breitere Modenbachtal…
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Bild #82: Modenbachtal

…und über einen Parkplatz zur K58 am Talgrund:
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Bild #83: Ui, mal wieder eine echte Landstrasse. Das hatte ich aber jetzt lange nicht mehr… :

Über die Fahrbahn, auf der anderen Seite wieder in den Wald, nun der Markierung mit dem roten Punkt hinterher, die – wieder mal auf schmalen Pfaden – an am Hang entlang leicht aufwärts nach Westen führt.
Ist ein ordentliches Stück, mehr als 1,5 km, aber viele Fotos mache ich nicht – schattige Nordflanke, hier ist es überraschend kühl und dunkel, da beeile ich mich lieber ein bisschen, dass ich wieder in die schöne, warme Sonne komme:
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Bild #84: Auf dem roten Punkt oberhalb der Landstrasse nach Westen

Insgesamt vielleicht 1,8 oder 1,9 km, dann senkt sich der Weg wieder ein bisschen ab und erreicht den Waldparkplatz Drei Eichen an den der L506.
Von hier aus gehen Waldwege in alle Richtungen ab.
Meine Streckenplanung sieht eigentlich vor, dass ich südwärts weiterlaufe, in Richtung der Burg Neuscharfeneck.
Vorher mache ich aber noch einen kleinen Abstecher in die entgegengesetzte Richtung, denn auch nördlich des Parkplatzes gibt es eine Burg, die Ruine Modeneck (aka Meistersel), und die ist gar nicht weit weg – ein paar hundert Meter Umweg für eine Extra-Burg, die nehme ich natürlich gerne in Kauf, entsprechend überquere ich erstmal die Strasse und laufe in den Bergwald nördlich des Parkplatzes, aufwärts, auf unmarkierten Waldwegen in Richtung Burg Modeneck.

Weit ist es wirklich nicht, eigentlich nur ein Katzensprung.
Aber steil.
Richtig fiesbrutalsacksteil, um genau zu sein.
Die Burg Modeneck erhebt sich auch einer schroff ansteigenden Felskuppe mitten im Wald, vielleicht einen halben Kilometer vom Parkplatz entfernt, aber 90 Meter höher.
Macht Summa Summarum eine Durchschnittsteigung von 18%, das zieht böse rein.
Bereits nach 200 m. keuche ich wie ein asthmatische Walroß im Hochsommer, der kleine Umweg entpuppt sich unerwarteterweise als Schwerstarbeit.
Und dann komme ich auch noch an diesen Schildern vorbei:
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Bild #85

„Einsturzgefahr“, steht da.
„Burg gesperrt“, steht da.
Pffft.
Aber Umkehren kommt trotzdem nicht in Frage, inzwischen habe ich mich nämlich schon zwei Drittel des fiesen Anstiegs hochgeschleift, da mach´ ich auch noch den Rest.
Also weiter aufwärts, um eine scharfe Kurve, zwischen einigen Felsformationen hindurch, dann an einem Mäuerchen auf dem schmalen und steil abfallenden Bergrücken entlang…
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Bild #86: Der ältere Herr da vorne ruft mir irgendwas entggegen, aberr dank seinem breiten Pfälzer Dialekt und meinem wummernden Puls den Schläfen versteh´ ich nur sowas wie „Rwöwrrörwrör gsperrt brörowrörör“.
Also nicke ich nur einfach mal freundlich und sage nett „Guten Tag“, das scheint ihn zufriedenzustellen…

…und erriche kurz darauf das Haupttor…
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Bild #87: Eingang zur Burg

…durch den ich in den schmalen Vorhof der Burg Modeneck bzw. Meistersel einlaufe (Burgen sollten nicht mehrere Namen haben, das ist zu verwirrend für dumme Auswärtige wie mich… :D).

Und da ist dann leider auch Schluss. Links türmt sich ein gewaltiger Felsen auf, auf den die mittelalterlichen Erbauer der Anlage den oberen Teil der Burg gepflanzt haben:
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Bild #88: Burgfels der Ruine Modeneck/Meistersel

Sieht wildromantisch und spektakulär aus und bietet sicher einen grandiosen Blick über die umliegenden Berge und Täler – aber wie angekündigst ist der schmale, steile Aufstieg hinauf auf das Felsplateau mit einem Bauzaun versperrt.
Kann man erstmal nichts machen – auch wenn´s mir ein bisschen Leid tut, schaue ich mir die Burg eben nur von unten an und drehe dann mehr oder weniger unverrichteter Dinge wieder um.
Vielleicht komme ich ja irgendwann nochmal her, wenn die Anlage renoviert ist…

Abwärts, denselben Weg, den ich eben hochgekeucht bin, wieder runter, zurück zum Parkplatz Drei Eichen.
Bergab geht das deutlich leichter… 😀

Unten angekommen nehme ich dann die ursprünglich geplante Strecke wieder auf und folge dem schwarzen Westhang des langgezogenen Roßbergs nach Süden.

Hier ist es wieder so richtig schön. Der Weg ist breit und bequem, der Wald herbstlich bunt und freundlich, die Hänge sind in warmes Nachmittagsonnenlicht getaucht.
Sehr, sehr schön:
IMG_6590Bild #89: Auf dem Weg mit dem schwarzen Punkt…

IMG_6592Bild #90: …durch den strahlendbunten Herbstwald…

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Bild #91: …am Westhang es Roßberges hoch über dem Dernbachtal…

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Bild #92: …südwärts in Richtung Burg Neuscharfeneck

So rund wie vorhin auf dem Abstieg vom Blättersberg läuft´s allerdings nicht mehr – während ich die moderate aber sehr stetige Steigung des Weges hinauflaufe merke ich, wie ich langsam aber sicher abbaue.
Allmählich macht sich das weniger intensive Training der letzten Wochen bemerkbar: Die Schritte werden etwas schwerer, die Atmung etwas schneller und flacher, die sich aufsummierenden Höhenmeter zunehmend anstrengender.
Besonders meine Beinmuskulatur ist rebellisch und lässt mich wissen, dass sie das jetzt nicht mehr ewig so weitermachen möchte.
Noch geht´s ganz gut, aber bis zum Ziel ist es noch ein ganzes Stück…

Immerhin gibt sich die Strecke alle Mühe, mich angemessen für die Strapazen zu entlohnen.
Und das mit Erfolg, denn die Umgebung ist weiterhin wunderschön, die schräge Nachmittagssonne herrlich.

Ca. 1,2 km nach dem Parkplatz Drei Eichen geht es um einen Bergvorsprung hoch über Ramberg, von dessen südlicher Flanke sich einmal mehr eine grandiose Aussicht in den Pfälzerwald eröffnet:
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Bild #93: Vom Sonnenlicht gefluteter Aussichtspunkt am Mühlberg über Ramberg

Direkt südwärts, von jenseits des tiefen Ohlsbachtals, grüßt bereits dieRuine der Burg Neuscharfeneck herüber, eine mächtige Festungsanlage die in spektakulärer Lage auf einem steilen Felsvorsprung hoch über dem Tal des Dernbachs thront:
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Bild #94: Burg Neuscharfeneck von Norden

Und weiter rechts öffnet sich einmal mehr der Blick in die Tiefen des Pfälzerwaldes, auf eine diesige Welt aus halbversteckten, steilen Gipfeln (von denen fast jeder zweite mit einer Burg gekrönt zu sein scheint), die sich in der Weite verlieren:
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Bild #95: Blick nach Südwesten in den Pfälzerwald hinein

Kurz danach geht es dann wieder auf ein kleineres Pfädchen, das am steilen Hang entlang weiter aufwärts durch den sonnigen Herbstwald führt…
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Bild #96

…und dabei immer wieder tolle Aussichten zwischen den Bäumen hindurch ins weit, weit unten liegende dunstige Dernbachtal ermöglicht:
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Bild #97: Blick vom Weg mit dem schwarzen Punkt hinunter nach Ramberg und zur Burg Ramberg auf der gegenüberliegenden Seite des Dernbachtals

Kurz darauf erreiche ich die mächtige Schildmauer am hinteren Ende der Burg Neuscharfeneck:
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Bild #98: Ostseite der Burg Neuscharfeneck

Wow, ist das ein Brocken!
Die Neuscharfeneck ist eine der größten Burgen der Pfalz, und das siehr man ihr auch an.
Ich laufe an der fast 100 m. langen Nordmauer entlang…
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Bild #99: Nordmauer der Burg Neuscharfeneck

…bis zum vorderen Ende der steilen Felsnase, auf der die Burg hoch oben über dem bereits von steilen Hängen eingerahmten Dernbachtal sitzt, das man von hier oben schön überblicken kann:
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Bild #100: Nochmal die Ramburg auf der anderen Talseite, wunderbar vom warme Vorabendlicht beleuchtet

Hier ist auch das Haupttor, durch das ich die keilförmige Burg an der spitzen Seite betrete:
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Bild #101: Eingang der Burg Scharfeneck

Dahinter geht es durch die sonnige Vorburg…
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Bild #102: Vorburg

…durch einen schmalen Gang zwischen Außen- und Innenmauer zu einer kleinen Aussichtsplattform über der Südmauer…
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Bild #103: Man beachte, wie schräg und lang die Schatten inzwischen bereits sind

…auf der ich nochmal kurz pausiere…
IMG_6626Bild #104: Heute mal nur Leitungswasser und keine Isoplörre (die ist eher was für den Sommer…;))

…bevor ich durch einen kleinen Durchgang den unteren Innenhof der Kernburg betrete…
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Bild #105

…von wo aus ich über eine Reihe von schmalen Treppen schließlich hinauf zur Aussichtsplattform auf dem höchstgelegenen Teil der Burgruine gelange:
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Bild #106: Ganz oben

GRANDIOS!

Von hier oben bieten sich einmal mehr herrliche Ausblicke über die umliegenden Täler und weit in den dunstverhangenen Pfälzerwald hinein:
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Bild #107: Blick über die Burganlage hinweg.
Ist das alles gemauert oder zumindest teilweise natürlicher Fels?
Keine Ahnung, aber beeindruckend ist es auf jeden Fall!

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Bild #108: Rambach und Ramburg im Nordwesten

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Bild #109: Blick nach Südwesten, über Dernbach hinweg in Richtung Annweiler und zu den dunstverhangenen Höhenzügen des Wasgau

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Bild #110: Blick nach Südosten, am hohen Buckel des Orensbergs vorbei (über den will ich eigentlich auch noch rüber – aber soll ich wirklich???) in Richtung Vorderpfalz Rheinebene

IMG_6643Bild #111: Heidenei, geht´s da tief runter bis ins Tal…

Wirklich großartig hier oben, aber allzulange bleibe ich trotzdem nicht. Zum einen ist es in den letzten Minuten Wind aufgekommen, ein regelrechter kleiner Sturm, der mit eisiger Schärfe über die hochgelegene Aussichtsplattform peitscht. Zum anderen beginnt die Sonne langsam im Dunst zu versinken, und auch wenn es noch eine gute Stunde bis Sonnenuntergang ist, verliert sie minütlich an Kraft.
Da wird´s auf einmal empfindlich kalt hier oben, und da ich ja noch einige Kilometerchen vor mir habe, mache ich mich lieber wieder auf den Weg…

Wieder abwärts, zurück durch die Vorburg zum Haupttor, dann an der Südmauer entlang…
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Bild #112: An der Südmauer

…zurück auf den Weg mit dem schwarzen Punkt hinter der Burg, dem ich nun nach rechts, abwärts in Richtung der Landauer Hütte folge.

So langsam wird´s wirklich anstrengend – inzwischen habe ich fast eine Halbmarathondistanz mit vielen hundert Höhenmetern in den Beinen, da lassen die Kräfte allmählich nach, und selbst das Bergablaufen fällt nicht mehr leicht.
Meine Beine sind schwer und unwilligt, mit harten, krampfigen Muskeln, die mich nachdrücklich wissen lassen, dass ich die Zeche für diese Tour in den nächsten Tagen mit einer ordentlichen Protion Muskelkater werde bezahlen müssen (Muskelkater nach einem Berglauf! Das ist mir schon seit einer Ewigkeit nicht mehr passiert!).

Entsprechend bin ich heilfroh, als ich nach einem Dreiviertelkilometer die Landauer Hütte an einer großen Wegscheide im Wald erreiche, und die auch noch geöffnet hat:
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Bild #113: Landauer Hütte

Das gibt mir nochmal eine hochwillkommene Möglichkeit für eine kleine Pause mit ein bisschen Zucker und Koffein für die letzten Kilometer:
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Bild #114: Fotos auf denen ich furchtbar dämlich aussehe, Teil 13587: Colapause in der Landauer Hütte

Die Cola tut gut.
Das Aufstehen danach allerdings nicht.
Auauauauau, verdammte meuternde Oberschenkelmuskulatur…
Vor der Hütte steht dann eine Entscheidung an:
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Bild #115: Wegscheide am Zimmerplatz vor der Landauer Hütte

Eigentlich wollte von hier aus weiter dem schwarzen Punkt folgen, hinauf zum keltischen Ringwall auf dem Orensberg und weiter zum Orensfelsen. Angeblich sehr hübsch, aber ein ordentlicher Umweg, bei dem´s außerdem noch mal ein ganzes Stück bergauf geht.
Sicher hübsch, aber eigentlich ist mir nicht mehr danach.
Ich bin seit einigen Stunden unterwegs, meine Beine rebellieren, ich fühle mich ausgepowert und hungrig bin ich auch (schließlich hab´ ich heute an fester Nahrung nur ein paar Scheiben Knäckebrot und einen Fruchtriegel gegessen…).
Selbst der Wald ist plötzlich nicht mehr hell und sonnig und freundlich – die Sonne ist im Dunst versunken, der Sturm ist noch stärker geworden, es ist kalt und dunkel und überall knackst und knarzt es, so als wollte der Pfälzerwald mir sagen:
„Hey, Matthias, du hast deine schöne Zeit hier draußen gehabt, aber jetzt ist so langsam gut. Also übertreib´s nicht und sieh lieber zu, dass du dich so langsam auf den Heimweg machst.“
Meine Beine stimmen dem Pfälzerwald empathisch zu.
Meine leicht wundgescheuerten Brustwarzen stimmen mit dünnen, weinerlichen Stimmchen ein.
Und schließlich meldet sich sogar noch meine Vernunft, und weist mich daraufhin, dass es in einer knappen Stunde dunkel wird, und dass ich dann nicht mehr hier draußen sein möchte…

Tja, wenn alle Welt will, dass ich den Orensberg ausfallen lasse, dann lass´ ich ihn halt ausfallen und nehme stattdessen den direkten Weg ins Tal…

Zumindest versuche ich das, auch wenn ich beim ersten Anlauf die falsche Abzweigung erwische und einen unmarkierten Weg hinablaufe, der mich gottweisswo hinringen würde.
Zum Glück fällt mir der Fehler nach ein paar hundert Metern auf und ich drehe auf grummelnden Beinen um, zurück zum Zimmerplatz, wo ich nun richtig abbiege und dem blauweissen Balken durch den zugigen, ungemütlichen Wald folge:
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Bild #116: Brrr! Was ist denn nur aus dem goldenen Oktobertag von vorhin geworden???

Viel ist nicht mehr drin.
Ich bin müde ind schlaff, meine Beine fühlen sich hart und holzig an, protestieren und zwicken bei jedem schlurfenden, langsamen Schritt.
Und zu allem Überfluss geht´s auch noch mal kurz bergauf (aaaarglll!), am Hang des Orrensbergs entlang, bevor sich der Pfad wieder bergab wendet (auch aaaargll!).

Nach ein paar hundert Metern wechsle ich scharf rechts auf den schwarzen Punkt, der mich von nun an auf einer Serie schmaler, steiler, steiniger Pfädchen die bewaldeten Hänge hinab- und manchmal auch wieder ein Stückchen hinaufführt:
IMG_6656Bild #117: Schwarzer Punkt, irgendwo zwischen Orensberg und Albersweiler…

Ich weiss nicht, wie lange ich hier auf schweren, streikenden Beinen und mit schwindenen Kräften talwärts stolpere. Gefühlt ist es eine halbe Ewigkeit, real werden´s vielleicht drei Kilometer sein.
Orientiert bin ich kaum noch, ich folge einfach nur dem schwarzen Punkt, ohne viel drüber nachzudenken, Hauptsache bald ist Schluss.
Zwischendurch muss ich nochmal für ein paar Biker platz machen, die den steilen, schmalen Fußpfad runterbrettern (bin aber zu müde, um ich angemessen zu echauffieren), irgendwo geht´s an einem Naturfreundehaus vorbei, kurz danach nochmal über eine kleine Kuppe (gaaah, bergauf!!), und dann erreiche ich endlich den Waldrand hoch über Albersweiler.
Puuh!

Von jetzt an: Steil abwärts, auf einem Minipfädchen durch einen wucherigen dschungelartigen Buschwald am Hang:
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Bild #118: Im wilden Buschland

Und dann, plötzlich, unerwartet, wird´s doch nochmal richtig schön:
Ausblick, vom steilen Hang über Albersweiler nach Süden, ins dämmrige Queichtal unter dem schimmernden Abendhimmel:
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Bild #119: Abendstimmung über dem Queichtal

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Bild #120: Das Gebäude auf der Bergkuppe in der Bildmitte ist wohl die Reichsburg Trifels. Sieht spannend aus, da freu´ ich mich schon drauf (fürs nächste Mal!)

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Bild #121: Hm, lange ist es nicht mehr hin bis zum Sonnenuntergang…

Und immer weiter bergab, an einem versteckten Gatter mit Damhirschen vorbei, die panisch die Flucht ergreifen, sobald sie meiner gewahr werden (wahrscheinlich hat sie das weinerliche Wehklagen meiner waidwunden Waden in Angst und Schrecken versetzt 😀 ), dann geradewegs abwärts…
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Bild #122: Au.
Au.
Au.
Au.
Au.
Au.
Au.
Inzwischen zwickt und zwackt wirklich jeder Schritt….

…bis zum Rand des riesigen Granitsteinbruchs über dem Queichtal…
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Bild #123: Quasi ein Preview auf das Terrain, das ich bei der nächsten Etappe vom „Lauf nach Frankreich“ erkunden werde: Direkt voraus der Hohenberg über Albersweiler, rechts davon die Burg Trifels

…der so unheimlich tief ist, dass man den Grund von hier oben nicht erkennen kann:
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Bild 124: Da geht´s mindestens 100 m. senkrecht runter

Jetzt ist es – gottseidank – nicht mehr weit.
Vom Rand des Steinbruchs geht es nach links, nochmal ein paar Meter auf ebener Strecke durch die dämmrigen Weinberge und Gestrüppe auf dem den Buckel hinter dem Steinbruch…
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Bild #125: Aiiee. Ebene Strecke tut auch weh, aber anders als Gefälle…

…dann einen schmalen Asphaltweg hinab, der mich durch ein paar steile Haarnadelserpentinen zum oberen Rand von Albersweiler bringt:
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Bild #126: „Eendspuuurt!!!
Oh, aua!
Oder vielleicht auch Endschlurf, das trifft´s irgendwie besser…
😀

Hier muss ich dann einfach immer nur weiter abwärts ins Dorf wanken, die Groschelstr. hinunter, dann die „Im vorderen Großthal“ runter…
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Bild #127: Im Vorderen Großthal“

…nochmal kurz nach rechts (mit schönem Blick auf die dämmrige Dorfkirche:
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Bild #128: Dämmrige Dorfkirche von Albersweiler)

…und schließlich durch die enge Rehbergstr. runter…
IMG_6713Bild #129:Rehbergstr.

…zum Dorfplatz an der Hauptstr., wo mir die heimelig-warme Beleuchtung des Grillhähnchenwagens vom HühnerfredIMG_6714
Bild #130: Ziel??

…zum wartenden Auto und damit dem Ende der heutigen Tour weist:
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Bild #131: ZIEL!!!!!!

Heidenei.
Das war nochmal richtig hart am Ende.
Was aber überhaupt nichts daran änderts, dass das heute eine richtig, richtig, richtig, schöne Tour war, die einen Riesenspaß gemacht und unglaublich gutgetan hat – perfekt, um sich die trüben, grauen, drögen Herbsttage der letzten Wochen vom Gemüt zu laufen! 🙂
Da fällt der Saisonal bedingte Formknick am Schluss gar nicht weiter ins Gewicht.
Herrliche Tour bei goldenem Oktoberwetter durch die wunderschöne Pfalz – so muss laufen sein!!!!

Strecke: 26 km
Zeit: Nicht genommen (aber – wie üblich – laaaaang)
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 99,58% (25,89 km von 26 km)
Entfernung bis zur Grenze: 19 km Luftlinie
Karte:
Edenkoben - Albersweiler

M.

9 Antworten to “Der Weg nach Frankreich, Teil 5: Edenkoben – Albersweiler mit Fotos (26 km)”

  1. Hannes Says:

    Matthias, ich glaube, du musst dir häufiger deine eigenen Berichte durchlesen, vor allem wenn du dir nicht sicher bist, ob du laufen sollst. Da kriegt man eine ganz klare Erkenntnis: Nicht lange über die „Abers“ nachdenken – LAUFEN!

    Eine wunderbare Tour, die Bilder zeigen, wie schön du es hattest. Nicht nur schön, wunderschön! Danke dafür.

    • matbs Says:

      Bin halt ein Grübler, und gerade bei so einem aufwändigen Projekt wie dem „Weg nach Frankreich“, das inzwischen in vollkommen unbekannte Gefilde ganz, ganz weit weg von zuhause vorgedrungen ist, wollen die Abers eben auch bedacht sein.
      Aber am Ende hab´ ich mir ja doch den Tritt verpasst und bin aufgebrochen, das ist die Hauptsache! 😉

      Hat sich ja auch gelohnt, denn trotz des harten Stücks am Ende war´s in der Tat wunderbar! 🙂

  2. dauerlaufen Says:

    Wenn du nicht ab und zu Menschen mit Jacken fotografiert hättest, wäre das noch als Sommer tour durchgegangen. Traumschön. Was für eine Aussicht. Und das kleine Motivationsloch am Anfang ist tröstend. Ich merke durch die lange Pause, wie ich mich winde und quäle wenn es ums gehen geht. Liegt aber auch am langweiligen Ersatzprogramm.

    • matbs Says:

      Ja, war wirklich großartig.
      Diese Ecke der Pfalz ist aber auch verflixt schön, das ist ein großartiges Ausflugs- und Wandergebiet.

      Solche Motivationslöcher sind glaube ich normal. Das passiert einfach, wenn man sowas länger nicht macht – da scheinen Distanzen auf einmal furchtbar lang, auch wenn man sie eigentlich auf einer Backe runterreissen könnte, und Probleme, die man normalerweise gar nicht so richtig wahrnimmt, wirken auf einmal groß und gewichtig.
      Da muss man sich dann halt irgendwann einen Ruck geben, und die Sache trotzdem (oder erst recht) anpacken, auch wenn der Chor der defätistischen Stimmchen im Hinterkopf anderer Meinung ist… 😀

      Und wenn du wirklich überhaupt gar keine Lust aufs Gehen hast, deklarier´s doch als Wandern, das magst du doch. 😉


  3. […] Der Weg nach Frankreich, Teil 5: Edenkoben – Albersweiler mit Fotos (26 km) […]

  4. Ruben Says:

    Das ist einfach zu krass. Die Bilder sind so, wie der Herbst immer sein müsste. Gesetzlich vorgeschrieben oder so. Schön sonnig, Wein, Berge – so muss das sein. Tolle Tour und danke fürs mitnehmen, so ganz ohne Muskelkater – wenn auch nur Digital 😉

  5. matbs Says:

    Stimmt, ein Goldener-Oktober-Gesetz, das wär´s. 😀

    Und bis es soweit ist muss man halt einfach ein bisschen Glück haben, so wie ich bei dieser Tour…


  6. […] Der Weg nach Frankreich, Teil 5: Edenkoben – Albersweiler mit Fotos (26 km) […]


  7. […] sich das gehört starte ich genau da, wo ich bei meiner letzten Tour hier unten aufgehört habe: Auf dem kleinen Platz mitten im Ort zwischen der Hauptstr. und dem Ufer […]


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