Rheinhessen unter grauen Wolken: Ober-Flörsheim – Flomborn – Eppelsheim – Gundersheim (12,3 km)

7. November 2009

Ok, über den Lauf vom Freitag lass´ ich mich mal nicht zu genau aus – häßlicher Tag, war mir todsicher, dass ich nicht starten will, aber am Ende bin ich dann doch los. Mit viel frischem Koffein im Blut (= großer Pott Kaffee kurz vor dem Start) und ordentlich Brass im Bauch (= weil´s so grau und blöd und eklig ist und die Lauferei keinen Spaß machen will).
So ist dann ein Neuner im Wald hinterm Haus draus geworden, gnadenlos auf Tempo, und so sehr unter Strom und brutal anstrengend, dass am Ende alles weh getan hat.
Nicht schön, aber irgendwie vielleicht ein bisschen kathartisch – und mehr gibt´s dazu nicht zu schreiben (gut, ich könnte noch erwähnen, wie ich aus reiner Gehässigkeit einen Mountainbiker den Pürschweg zum Melibokus hochgescheucht habe, mit brennenden Beinen und brennenderen Lungen im höchstmöglichen Tempo, nur damit der sich ebenfalls abstrampeln und ein bisschen weh tun muss, um mich auf Distanz zu halten – aber das war kleinlich und fies, deshalb lass´ ich es lieber.
Ups… 😀 ).

Sah übrigens so aus:
9,3erWaldrunde

Was uns zum Samstag bringt.
Der war auch nicht schön.
Grau und dämmrig und feucht und schlammig und irgendwie leblos.
Das Übliche eben…

Aber ich war sowieso drüben in Rheinhessen, also bin ich da auch gleich laufen gegangen.
Mit relativ guter Laune, trotz des depri-Wetters.
Neue Strecken in der Fremde erlaufen, das muntert mich fast immer auf… 🙂


Als Startpunkt hatte ich mir heute mal keinen Ort ausgesucht, sondern einen kleinen Parkplatz zwischen den weiten, braunen Feldern, der auf der Anhöhe nordwestlich von Flörsheim-Dalsheim an der B271/Wormser Str. liegt.
Bin ich letzten Februar schon mal vorbeigekommen, an einem schönen Vorfrühlingstag, heute wollte ich da ansetzen und weiter nach Nordwesten vordringen, einfach mal weiter nach Rheinhessen rein in Richtung Alzey (das würde ich heute nicht erreichen, aber hey, vielleicht ja irgendwann mal demnächst…).

Als ich ankam, regnete es nicht.
Naja, zumindest nicht viel – ein bisschen Nieselregeln aus der bleigrauen, tiefhängenden Wolkendecke, die sich geschlossen und tief über die Weite spannte, besser als nix…

Und los. Nordwestwärts, an der B271, die hier keine breite, gut ausgebaute Bundesstrasse ist, sondern nur eine schmale, zweispurige Provinzlandstrasse.
Eigentlich hätte hier ein Radweg sein sollen, oder wenigstens ein Seitenstreifen, eben irgendwas, auf dem man sich als Läufer halbwegs sicher fühlen kann.
Das hatte zumindest meine vage Erinnerung von meinem ersten und einzigen Besuch vor 9 Monaten gemurmelt, als ich die Strecke ausbaldowert hatte.
Dummerweise hatte sich meine Erinnerung geirrt.
Kein Radweg, kein Seitenstreifen, nur die beiden schmalen Fahrbahnen selbst.
Eigentlich logisch, Rheinhessen ist dünn besiedeltes Landwirtschaftsgebiet, kein Läufer- oder Fahrradland – hier sind Radwege selten, Wanderwege praktisch nichtexistent…

Und ich hatte mir damit gleich zu Anfang fast 2,5 km AUF der Bundesstrasse eingebrockt, mit nur einem schmalen, räudig-holprigen Rasenstreifen neben dem Asphalt, auf den man notfalls ein paar Schritte ausweichen konnte.
Und das in Rheinhessen, wo die meisten Einheimischen Autofahren wie die sprichwörtliche gesengte Sau…
Hrm.

Na gut. Ging halt nicht anders.
Nordwestwärts durch den Nieselregen, im fahlen Halblicht unter den grauen Wolken in die Weite.

Visualisieren wir noch mal kurz das südliche Rheinhessen:

Hügel. So weit das Auge reicht.
Keine kleinen, runden Hügelchen, sondern riesige, langgezogene Plateaus, nicht hoch aber oftmals viele Quadratkilometer groß.
Auf diesen Plateaus: Fast nichts.
Keine Orte, keine Bäume (Weniger als 5% von Rheinhessen sind mit Wald bedeckt – fast nichts!), selbst Hecken sind Mangelware.
Nur Felder, Felder, Felder, Felder.
Und hin und wieder mal eine Ansammlung von turmhohen weissen Windkraftanlagen, die ihre gewaltigen Rotoren in die fast beständig gehende Brise halten.
Darüber: Ein offener, immenser Himmel, der irgendwie weiter und höher erscheint als in den umliegenden Landstrichen.

Zwischen den Hügeln zieht sich ein Netzwerk aus flachen Tälern und Dellen entlang, in denen die rheinhessischen Orte liegen, uralte kleine Weindörfchen, an denen die Zeit oftmals spurlos vorbeigegangen zu sein scheint. Kaum Industrie und Gewerbegebiete, dafür Kirchen und unzählige Weingüter und alte Häuser aus grobem Naturstein, umgeben von Rebenhängen, die sich die flachen Talwände hinaufziehen und schließlich an den Rändern der Hügelplateaus enden.

Rheinhessen ist Weite.

An sonnigen, klaren Tagen ist es wunderschön hier draußen, unbeengt, hell und freundlich, mit einer oftmals wunderbaren Fernsicht über das Hügelmeer hinweg bis in die angrenzenden Landstriche, nach Hessen, Baden, und in die Pfalz.

An dämmrigen, trüben Herbst- und Wintertagen jedoch, wenn das Licht schwach ist, und die Felder braun und stopplig, und die Wolken schwer und tief und dunkel über den Hügeln liegen, wirkt die Landschaft hier draußen bedrückend, fast schon ein bisschen bedrohlich, zumindest wenn man – wie ich – die waldreicheren und dichter besiedelten Gebiete jenseits des Rheins gewöhnt ist:
Nun verliert man sich im Nichts, vor allem mitten auf den Plateaus, von wo aus man nicht in die Täler schauen kann. Das Auge findet keinen Halt in der graubraunen Leere, von oben drückt der weite Himmel auf einmal mit gnadenloser Schwere auf einen herab, man fühlt sich einsam, winzig in grauen, endlosen Weite…

Heute war einer dieser dämmrigen, trüben Herbsttage, entsprechend lag eine gedrückte, seltsame Stimmung über den Hügeln, die mir aber in ihrer unaufdringlichen, weiten Trostlosigkeit eigentlich gut passte – konnte man sich so ein bisschen drin verlieren und treiben lassen, allemal besser als ein lebloser, bleierner Tag der sich nach gar nichts anfühlt…

Ich lief die Strasse entlang.
Schnell, wegen dem guten Untergrund, wegen dem Nieselregen, und vor allem auch, weil ich das Stück hinter mich bringen wollte.
Immer wieder brausten Autos vorbei, laute Reifen auf grobem Asphalt, immer wieder musste ich ein paar Schrite durch den tückisch-weichen Grasstreifen neben der Fahrbahn machen.
Wenn man von der unmöglichen Laufsituation absieht, war´s hier aber eigentlich ganz hübsch – neben der Strasse eine Art Allee aus alten Bäumen, und nach links hatte man über das gewaltige Plateau nördlich des Zellertals hinweg sogar ein bisschen Fernsicht runter nach Süden, auf die Berge der nördlichen Haardt (die mir dank dem Weg nach Frankreich inzwischen Stück weit vertraut sind) und die Rheinebene bis hinunter zum Südrand der Bergstrasse und dem Anfang des Kraichgaus, die unter dem Wolken in einem seltsamen Schwefelgelb herüberleuchteten (wahrscheinlich schien da unten die Sonne…).

Etwas einen Kilometer nach dem Start durch eine kleine Bodensenke, dann wieder bergauf, bis ich schließlich den Südrand des Örtchens Ober-Flörsheim, das auf einem kleinen Buckel über einer flachen Taldelle sitzt.

Geradewegs die Wormser Str. hinunter, bis zum alten Rathaus, vor dem ein markantes Kriegerdenkmal steht, auf dem eine fahnenschwenkende, schwertschwingende Soldatskulptur mit gesträubtem Schnurrbart und anachronistischem Patriotismus an „den glorreichen Feldzug 1870/1871“ erinnert (übrigens gestiftet von einem Herrn aus Milwaukee, Wis., das hielt ich für ein interessantes Detail…).

Hier grob weiter geradeaus, die Weedengasse hinunter, vorbei an einem kleinen Platz mit einer etwas spillerigen „Deutschen Eiche“ (gepflanzt am Tag der Wiedervereinigung im Oktober ´90) zum Nordende des Dorfes, wo ein geschwunger Weg zu eine Fußgängerbrücke über die L386 führte, an deren anderem Ende ich bereits das nächste rheinhessischen Örtchen wartete, nämlich das kleine Dorf Flomborn
(wobei hier eigentlich fast alle Dörfer klein sind. Mein Heimatort hat 4500 Einwohner, und ich hab´ ihn immer als Dorf gesehen. Hier draußen wäre er fast schon eine Kleinstadt…).

Auch hier: Immer geradeaus durch, nordwärts.
Neubaugebiet östlich des Ortskerns, eine Schule, Einfamilienhäuser, mehrere Sportplätze, dabei leicht abwärts, dann über die quer verlaufenden Langgasse und auf dem Mühlenweg am Friedhöfchen vorbei aus Flomborn hinaus, ins rebenbegrünte (bzw. angesichts der Saison eher rebenbebräunte) flache Tal des Altbachs.
Am Wegesrand ein paar schöne alte Höfe und Mühlen, dann über den Bach, dahinter gleich wieder ein bisschen aufwärts die andere Seite der Taldelle hoch.

Das fiel mir übrigens gar nicht so leicht, da machten sich sowohl die gestrige Tempotour durch den Wald als auch die zügige Geschwindigkeit der bisherigen heutigen Tour bemerkbar – Beine etwas unwillig in den Steigungen, fühlten sich ein bisschen spaghettihaft an. Aber dank Nieselregen und der Tatsache, dass ich nachher noch verabredet war, ignorierte ich das einfach mal…

Ging nicht lange bergauf, dann erreichte ich die Fahrstrasse am Flomborner Weg, kurz darauf den Bahnhof von Eppelsheim samt Brücke über die A61 – die hier draußen irgendwie noch ein bisschen fremdkörperiger wirkte, als das Autobahnen ohnehin schon tun – und direkt danach Eppelsheim selbst.
(Hier sieht man übrigens mal, wie das in Rheinhessen funktioniert: Das Land ist zwar verhältnismäßig dünn besiedelt, aber da sich fast alle Orte in den Tälern drängen, ist es meist nicht besonders weit ins Nachbardorf).

Auch hier noch ein Stück nach Norden, auf der Bahnhofstr. in Richtung Ortskern. Wieder mal schöne alte Häuser, links zog eins mit einem tollen altmodischen Lattenzaun vorbei, das genau so wie es dastand auch ins Jahr 1909 passen würde. Das gefiel mir total gut (wenn mehr Häuser in deutschen Orten so aussehen würden, als ob sie genau so ins Jahr 1909 passen, dann wäre es hübscher bei uns… 😉 ).

300 m., dann ging´s ab bevor ich den Dorfkern erreiche, rechts in die Wormser Str.
Das tut mir übrigens schon ein bisschen leid (wie auch schon in Ober-Flörsheim und Flomborn), denn aufgrund von Witterung und Zeitdruck lief ich einfach nur durch die Orte durch, ohne mich genauer umzusehen. Keine Zeit und keine Muße für solche Dinge wie das Dinotherium-Museum, den Effenkranz oder diversen alten Wehrtürme, Mauerreste und Kirchen, von denen es in unmittelbarer Nähe der heutigen Strecke eine erkleckliche Menge gab.
Tja, vielleicht ein Andermal…

300 m. die Wormser Str. nach osten, dann links die Albert-Schweitzer-Str. runter (Neubaugebiet, hier sah kein Haus so aus, als ob es genauso auch im Jahr 1909 stehen könnte. Pfff…) und schließlich auf einem echten Fahrradweg (mit Fahrradweg-Schild und so. Meine Herren! 🙂 ) an der mit dichte Hecken bewachsenen Rinne des Bottenbachs (der kein Wasser führte) ostwärts aus Eppelsheim hinaus.

Nach ein ca. 300 Metern zog links im Weinhang mit den Eppelsheimer Kalköfen eine weitere kleine lokale Sehenswürdigkeit vorbei, die ich mir an einem sonnigen Sommertag mit mehr Zeit auf jeden Fall genauer angeschaut hätte, nach insgesamt knapp 1,2 km und ein paar Kurven erreichten der Radweg und ich dann die K29 unterhalb von Hangen-Weisheim, an der wir die A61 unterquerten und auf der anderen Seite der Autobahn weiter geradeaus, zwischen ein paar einzelnen Höfen hinunter ins Tälchen des Altbachs, dann auf der anderen Seite aufwärts, auf der langen, flachen Hügelflanke durch die Felder hoch in Richtung Gundersheim.

Puha.
Ich war ja heute mit einem Ausgedruckten Internetstadtplan unterwegs, da´s keine anständigen Wanderkarten für Rheinhessen gibt (bzw. ich noch keine gefunden habe).
Der funktionierte auch prima, allerdings hatte er keine Höhenlinien.
Da weiss man vorher nie so recht, was einen erwartet…

Die Steigung hoch nach Gundersheim z.B.
Gar nicht mal steil, aber doch schon recht lang. Und mit offenen Feldern, deshalb gab´s als Dreingabe auch gleich noch einen steife, wässrige Brise von schräg vorne, die so richtig schön die Brille zunieselte und ein bisschen Extra-Widerstand leistete.

Gar nicht mal ohne, dank gestriger Anstrengung und heutigem Tempo (war immer noch sehr zügig), ging mir hier so langsam die Puste aus.
Ein bisschen peinlich angesichts der nicht besonders virulenten einstelligen Steigungsprozente, aber so war´s halt.
Gut, dass ich immer mal wieder anhalten musste, um meine beschlagenen und wasserblinden Brillengläser mit den in weiser Voraussicht eingepackten Taschentüchern zurück in den Zustand ansatzweiser Transparenz zu wischen… 😉

Über ein halber Kilometer gegen Wind, Nieselregen und Minimalsteigung aufwärts, dann erreichte ich den Ortsrand der „Rotweingemeinde“ Gundersheim, dem ich auf der Poststr. nach rechts folgte, an ein paar Häusern und vielen Weinbergen über dem Dorf entlang. Schöner Blick nach Osten, über Gundersheim hinweg auf die Rheinebene, hinter der schemenhaft die Bergstrasse samt meinem Hausberg Melibokus zu erkennen war.

450 m. Poststr., dann kurz vor dem Bahnhof rechts hoch, auf einem Pflasterweg kurz durch den Weinberg, dann auf einer kleinen Brücke über die Bahntrasse auf die gegenüberliegende Hügelflanke oberhalb des Dorfes.

Kurz danach dann rechts, auf der Verlängerung des Weges „Am Kalkofen“ durch die öden, graubraunen Felder an der Hügelflanke oberhalb des Wäschbachtals 800 m. westwärts, dann auf Höhe des Münch-Bischheimer-Hofs links und geradewegs den Hügel hinauf.

Bisher hatte ich mit dem Untergrund Glück gehabt, war eigentlich immer auf Asphalt oder guten Wegen gelaufen.
Damit war jetzt Schluß: Von Traktorreifen zerwühlter Feldweg zwischen den Rübenäckern, bestens ausgestattet mit diesem ganz besonderen Rheinhessessichen Schlamm, den ich bereits im Februar kennengelernt habe, und der bei feuchter Witterung (so wie heute) die Trittfestigkeit von Schmieröl mit der Anhänglichkeit von frischem Sekundenkleber verbindet.

Gar nicht so einfach, so einen Hügel hochzulaufen, wenn man bei jedem Schritt gleich wieder ein bisschen zurückschliddert und aufpassen muss, nicht mit dem schwitzigen Antlitz voran in die Pampe zu stürzen, während sich gleichzeitig kiloschwere Dreckteller an den Schuhen bilden, die man nirgendwo abstreifen kann (weil alles gleich weich und schlammig ist).

Aber immerhin, mal was Neues, ist auch nicht verkehrt… 😉

Nach vielleicht 250 war ich schon relativ weit oben, also gönnte ich mir eine kurze Pause, in der ich versuchte, zumindest einen Teil der geschätzten halben Tonne Muttererde, die es sich inzwischen an meinen unteren Extremitäten bequem gemacht hatte, mit Hilfe eines Taschentuchs zu entfernen.
Übrigens weitgehend erfolglos.
Dafür gab´s aber noch mal einen schönen Blick, über das flache Tal hinweg auf dem nächsten Hügel, auf dem sich ein wahrer Wald aus Windkraftanlagen fröhlich in der Brise drehte.
Kurzes rattern hinter der Stirn, dann ging mir auf, dass das der Windpark vor Alzey sein muss, den ich an klaren Tagen in der Sonne schimmern sehen kann, wenn ich aus meinem Wohnungsfenster gucke.
Unverhofft ein bekanntes Geländemerkmal aus frischer Perspektive, das freute mich irgendwie total.

Und weiter geradeaus, den schlammigen und gaanz leicht ansteigenden Feldweg hoch, dann direkt am Naturschutzgebiet „Kalksteinbrücke Rosengarten“ entlang, das wie eine kleine, strauchige Oase inmitten der unendlichen Äcker auf dem Hügelrücken sitzt.
Auch hier schaute ich nur mal kurz rein, schroffe helle Felsklippen inmitten des Hügels, sah hübsch aus, mit mehr Zeit und Sonne wäre das sicher interessant gewesen…

Direkt nach dem NSG rechts, bis an den Rand der ersten Ober-Flörsheimer Weinlagen, dort dann noch etwas über einen Kilometer nach Süden, zwischen Reben und den beunruhignd weiten leeren Feldern auf dem Hügelplateau zurück an die B271, an der ich kurz darauf den Ausgangspunkt der heutigen Tour und damit das Ziel erreichte – furchtbar eingeschlämmt und durchgenässt, aber trotzdem deutlich zufriedener als nach meinen letzten Touren.

Rheinhessen ist interessant, selbst bei drögem Dreckswetter (wenn auch nicht so spannend wie bei undrögen Nichtdreckswetter!!!).
Weil´s kein klassisches Läuferland ist, und deshalb ein paar besondere Herausforderungen mit sich bringt.
Weil´s nahe an zuhause liegt und trotzdem ganz anders ist.
Weil hier die Uhren manchmal noch ein bisschen anders zu gehen scheinen.
Und weil´s hier hübsch ist und noch viel zu entdecken gibt.

Bloß die vielen verpassten lokalen Sehenswürdigkeiten wurmen mich ein bisschen.
Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben…

Strecke: 12,3 km
Zeit: 1:08 h (= 10,85 km/h bzw. 5:32 min/km)
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 98,05% (12,06 km von 12,3 km)
Karte:
OberFlörsheim-Flomborn-Eppelsheim-Gundersheim

M.

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21 Antworten to “Rheinhessen unter grauen Wolken: Ober-Flörsheim – Flomborn – Eppelsheim – Gundersheim (12,3 km)”

  1. Christian Says:

    Guten Morgen Matthias,

    scheint eine echte Herausforderung für Dich gewesen zu sein, v.a. wenn man die Wetterbedingungen berücksichtigt. Was mich an Deinen Touren immer fasziniert, ist die Selbstverständlichkeit mit der Du Dich in vollkommen unbekannten Gefilden zurecht findest, selbst bei entsprechender Vorbereitung hätte ich da meine Probleme. Wenn dann das Wetter noch schlecht ist, fehlt doch die Orientierung gänzlich, oder?

    Ich wünsch Dir und uns noch viele weitere „Expeditionen“ wie diese

    Salut

    • matbs Says:

      Naja, das Gute war, dass ich sowieso da drüben unterwegs war, das hat die Herausforderung kleiner gemacht.
      Und das Wetter war allein schon deshalb erträglicher, weil ich eben nicht daheim über die öden Stoppeläcker rennen musste, sondern wenigstens irgendwo, wo ich noch nie zuvor gewesen bin.

      Das Zurechtfinden ist gar nicht so schwer, das übt sich mit der Zeit ein.
      Der Haupttrick liegt einfach darin, immer zu wissen, wo man gerade ist, dann weiss man auch, wo man hinläuft… 🙂
      Das Wetter macht die Orientierung tatsächlich schwerer (vollkommen geschlossene Wolkendecke = kaum Richtungsbestimmung), aber da kann man sich meistens mit anderen Merkmalen behelfen, gerade in Rheinhessen, wo der Blick in die Weite geht: Rheintal und Bergstrasse sind Osten, Donnersberg ist Südwesten, große Windradgruppe vor Alzey ist Norden.
      Und wenn alle Stricke reissen, einfach dem stur dem Plänchen nach… 😉

      Danke für die guten Wünsche!

  2. Hannes Says:

    Eigentlich wundere ich mich, dass du dich bei dem drögen Wetter überhaupt nach auf die Beine hievst, um da rum zu rennen – bei dem Wetter eigentlich ja alles andere als Spaß für dich.

    Und doch bieten deine Erkundungstouren dir immer wieder etwas Spannendes. Da kann man dir eigentlich nur wünschen, dass du noch genügend Zeit findest, ganz Deutschland zu erkunden.

  3. matbs Says:

    Tja, ich muss halt raus, ob ich will oder nicht, auch bei drögem Wetter, auch wenn´s keinen Spaß macht – zumindest halbwegs die Form halten über den Winter, sonst muss ich den nächsten Frühling damit verschwenden, mich wieder halbwegs fit zu trimmen, um die Läufe machen zu können, die ich machen möchte… 😉

    Das mit der Zeit für ganz Deutschland dürfte allerdings schwierig werden, wenn ich da nicht wesentlich schneller werde, brauche ich bei meinem momentanen Tempo mindestens noch 250 Jahre, bis ich alle Orte im Land durch hab´, und eigentlich wollte ich spätestens im Alter von 180 mit dem Laufen aufhören und mich ganz meiner Comicsammlung widmen… 😀
    (Die Rechnung dazu:
    – Ich habe in den letzten 2,5 Jahren knapp 300 Orte besucht
    – In Deutschland gibt es ca. 12 000 Gemeinden, und damit – extrem konservativ geschätzt – mindestens mal 30 000 Dörfer, Städte und Stadtteile (eine genaue Zahl hab´ ich auf die Schnelle nicht gefunden, aber in Wirlichkeit dürften es eher noch viel, viel mehr sein, schließlich bestehen heute viele Gemeinden aus mehr als zwei oder drei Einzelorten).
    – Damit hätte ich also selbst bei dieser extrem konservativen Schätzung gerade mal ein knappes Hundertstel des Landes abgedeckt, 99% fehlen also noch [Und wahrscheinlich ist es in Wirklichkeit eher ein Zweihundertstel oder so…
    Das wird eng! :lol:)

  4. Evchen Says:

    Welcher Her aus Milwaukee? Alice Cooper? *rofl*

  5. Evchen Says:

    Scheiße, jetzt weiß ich nimmer, wo ich grad gelesen hatte… *scrollscrollscroll*

  6. Evchen Says:

    Und ich hätte gern mal gesehen, wie Du mit einem Tempo versuchst zwei Kilo Batsch von den Schuhen zu puhlen! Ha! Laß mich raten, das Tempo ist gerissen?

    • matbs Says:

      Ja. Und die Stoppuhr ist angegangen.
      Und dann hab´ ich mir die Zehen angehauen, weil ich gedacht habe, der Schleim würde eventuell abgehen, wenn ich mit der Fußspizte nur fest genug auf den Boden kicke.
      Hat aber nur weh getan, und danach hatte ich noch mehr Schlamm am Schuh…

  7. Evchen Says:

    Uhund zu guter Letzt: Das liest sich ja gar nochtr mal soooo maulig. Ein bißchen zickig vielleicht, aber nicht maulig, nein nein. 😀


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  11. H. Schmahl Says:

    Hallo, ich bin erst jetzt auf Ihren Bericht über Ihren Besuch in meiner Heimatgemeinde gestoßen. Ich habe die Impressionen einen „Überrheiners“ über Ober-Flörsheim und Umgebung mit großem Vergnügen gelesen.

    • matbs Says:

      Hallo Herr Schmahl!

      Ich freue mich ja immer ganz besonders, wenn auch mal etwas Feedback aus den fernen, exotischen Orten jenseits des Rheins kommt, in denen ich hin und wieder mal unterwegs bin. Wenn dieses Feedback dann auch noch positiv ausfällt, ist das natürlich um so schöner!

      Dementsprechend: Vielen Dank für den netten Kommentar, und viele Grüße von der Bergstrasse!

      PS: Ich hoffe, die Frage ist jetzt nicht zu indiskrekt, aber da es ja wahrscheinlich nicht so viele H.Schmahls in Rheinhessen gibt, stelle ich sie einfach mal:
      Besteht eventuell die Möglichkeit, dass ich mal eine Universitätsveranstaltung besucht habe, die von Ihnen geleitet wurde?

      • H. Schmahl Says:

        Hallo Herr Matthias (Ihr Nachname ist mir momentan nicht geläufig), erst jetzt stolpere ich über Ihre Antwort auf meinen Eintrag von vor 2 Jahren! In der Tat ist es möglich, dass Sie eine meiner Lehrveranstaltungen am Historischen Seminar in Mainz besucht haben … Wenn Sie mal wieder in der Alzeyer Gegend sind, können Sie sich gerne bei mir melden. Meine E-Mail-Adresse von damals ist noch gültig. Viele Grüße H.S.

        • matbs Says:

          Hallo Herr Schmahl!

          Ja, mit dem Nachnamen ziere ich mich immer ein bisschen im WWW, man weiß ja nie…

          Na sowas, ja, dann waren Sie das!
          Ich muss gestehen, dass mir inzwischen, einige Jahre nach Ende des Studiums, viele Lehrveranstaltungen nicht mehr so ganz präsent sind – aber ihre Vorlesung bildet da definitivl eine rühmliche Ausnahme, vor allem die Stunde auf Pennsylvania Dutch ist mir noch immer in positivster Erinnerung.

          Ob und wann ich mal wieder nach Rheinhessen komme, kann ich leider nicht sagen, da es mich inzwischen beruflich in den fernen, kalten Norden verschlagen hat (sozusagen „verpflanzt aber nicht entwurzelt“… ;)), wo es Wein nur im Supermarkt gibt und Hügel Mangelware sind.
          Wäre aber eigentlich mal wieder an der Zeit, denn ein bisschen vermisse ich das schön gewellte Hinterland zwischen Rhein und Donnersberg zuweilen doch…

          Auf jeden Fall vielen Dank für die Antwort, über die ich mich auch nach zwei Jahren sehr gefreut habe, und mit besten Grüßen aus dem Nordwesten der Republik

          Matthias S.


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