Zwischen Bergstrasse und Weschnitztal: Nächstenbach – Birkenau – Weinheim mit Foto (18,3 km)

2. Dezember 2009

Eigentlich war ja alles schon genauestens geplant:
Der Tag heute würde grau und eklig werden.
Deshalb würde ich irgendwann kurz vor Einbruch der Dunkelheit ein paar widerwillige Notstandskilometer hinterm Haus schrubben.
Natürlich vollkommen spaß- und genussfrei.
Anschließend dann noch einen kurzen, weinerlich-launischen „Ist-Doch-Alles-Mist“-Post dazu, und – bada bing, bada boom – fertig ist der Laufblog-Tag.

Hätte alles sooo schön grässlich werden können.

Aber nein, es muss ja immer jemanden geben, der querschießt und alles über den Haufen wirft.

Heute zum Beispiel – das Wetter.
Das dachte gar nicht daran, standesgemäß grau und eklig zu sein.
Stattdessen: Heller Sonnenschein aus milchigblauem Himmel, relativ windstill, richtig hübsch.
Hmpf.
Nix mit Notstandslauf und weinerlichem Gepiense (wo ich mich doch sooo drauf gefreu… ach nein, hatte ich ja gar nicht… 😀 ), da musste schnellstens eine Alternative zur miesepetrig-miesen Minirunde her, schließlich darf man die raren spätherbstlichen Sonnentage nicht verschwenden.

Äh.
Okayokayokay…
Eeeeh, irgendeine coole Schönwettertour, irgendwo wo ich noch nie gelaufen bin.

Mal schauen…
…ääääh…
…war ich schon…
…war ich schon…
…keine Lust drauf…
…war ich schon…
…zu weit weg…
Aaah ja! Da!
Über die Bergstrasse hinter Weinheim ins untere Weschnitztal, dann über die Weinheimer Burgen zurück.

Wollte ich schon lange mal machen, hat bisher nicht geklappt, dann eben heute.
Kamera pack´ ich auch gleich mal mit ein, wegen Sonne und Sehenswürdigkeiten und so, da unten gibt´s sicher auch was zum Fotografieren…


Start im Weiler Nächstenbach, einem Dörfchen in einem Hochtal hinter Weinheim, das so klein ist, das es nicht mal als eigener weinheimer Stadtteil gilt.
Gar nicht so leicht zu finden (natürlich war ich hier noch nie zuvor…) und erreichen (schmale Strasse, erst durch Wohngebiete, dann am Rand des schmalen Tals entlang), aber mit einem Wanderparkplatz („Parkplatz Hirschkopf“) am Waldrand über dem Dorf.

Da fang´ ich heute auch an.
Übrigens schon um zwanzig nach Eins, wegen der frühen Dunkelheit und so. Aufs Mittagessen hab´ ich um des Laufens willen gleich ganz verzichtet. Geht auch ohne…

Uund wir starten aufwärts, vom leeren Waldparkplatz aus auf dem Hirschkopfweg (gelbe 1) in südwestlicher Richtung:

Bild #1: Anfang vom Hirschkopfweg am Parkplatz Hirschkopf

Zuerst noch ein paar Meter am Waldrand über Nächstenbach entlang…

Bild #2: Nächstenbach, noch knapp in der Sonne.
Links öffnet sich das kleine Hochtal zur Rheinebene hin

…dann windet sich der Weg ganz in den Wald rein, an die Westflanke der Bergstrasse, an der´s stetig weiter bergauf geht:

Bild #3: Hirschkopfweg

Lässt sich super an.
Kopf und Beine fühlen sich frisch, ausgeruht und lauflustig an, und lassen sich auch von der recht ordentlichen Steigung überhaupt nicht bremsen.
Außerdem ist es verflixt hübsch hier, mit einer Stimmung, die fast schon ein bisschen was Winterliches hat:
Die Bäume sind inzwischen praktisch kahl und erlauben dadurch immer wieder kurze Ausblicke in die weite Rheinebene, die sich am Fuß der Berge nach Westen erstreckt. Zwischen den entlaubten Wipfeln strahlt ungehindert das schräge Licht der Mittagssonne durch und hüllt die Hänge in einen blässlichen gelbroten Schimmer. Und dann ist da die herrliche Luft hier oben, nicht mehr herbstlich-dumpf, sondern frisch und ein bisschen scharf, mit einem leichten Geschmack von Frost und Winter.
Alles in Allem: Wunderbar, hier gefällt´s mir.

Immer schön weiter aufwärts, im Sonnenlicht der gelben 1 hinterher die Flanken von Saukopf und Hirschkopf hinauf…
Bild #4: Wegscheide samt Markerstein. Die gelbe 1 will links hoch, also will ich das auch…


Bild #5: Die Steigung wird übrigens schon recht bald immer geringer – die Bergstrasse ist hier unten nicht so hoch wie in meinem Heimrevier weiter nördlich, entsprechend muss man nicht ganz so viel klettern…


Bild #6: Blauer Himmel über den Baumkronen,…


Bild #7:…Licht und Schatten auf dem Waldboden

Nach etwas über einem Kilometer biegt der Hirschkopfweg an einer Wegscheide scharf links ab und führt nun in nördlicher Richtung weiter bergauf, während rechts über mir bereits mein erstes Etappenziel für heute durch die die Bäume heruntergrüßt – der Aussichtsturm auf dem Hirschkopfgipfel:

Bild #8: Hirschkopfturm von unten

Kurz bevor ich den Höhenweg auf dem Bergrücken erreiche, auf dem´s weiter bis zum Turm gibt, biege ich rechts in die Pampa am Hang ab.
Den Höhenweg bin ich vor langer Zeit schon mal entlanggelaufen, deswegen will ich´s heute mit einem alternativen Aufstieg versuchen: Laut Wanderkarte soll hier ein kleines Pfädchen um die Bergkuppe herum führen, über das man den Turm von Süden erreichen kann…

Tatsächlich ist da auch sowas.
Na ja, zumidest sowas Ähnliches wie ein Pfädchen, immerhin mal ein laubbedecktes schmaler Streifen Hang, auf dem keine Büsche und Bäume wachsen:

Bild #9: Pfad oder nicht Pfad, das ist hier die Frage…

Kann man laufen. Nicht schnell und nicht gut, aber man kann.

Allerdings nur bis um die nächste Kurve, da endet der „Pfad“ dann auf einmal mitten in einem Meer aus verfilztem, dornigem, undurchdringlichem Brombeergestrüpp.
Hier bin ich weniger als 100 m. vom Turm und dem Gipfel entfernt, aber es gibt absolut kein Durchkommen (ich versuche es noch, aber bereits nach zwei vorsichtigen Schritten sind meine Laufleggins so heillos von klammernden Dornenranken perforiert, dass ich mich nur mit größten Mühen [und einigen blutigen Kratzern an den Beinen] losreißen kann.

Nix zu wollen, Umkehr.
Zurück zur gelben 1 kurz unterm Höhenweg.
Den will ich aber immer noch nicht nehmen, also entschliesse ich mich, eben weiter unten um den Gipfel rumzulaufen, um dann doch noch irgendwie von Süden an den Turm zu kommen.
Hirschkopfweg runter zur letzten Wegscheide, da nun geradeaus, den unmarkierten aber bequemen Waldweg weiter nach Süden, bis zum nächsten Trampelpfad in Richtung Gipfel.
Der ist zwar überhaupt nicht auf der Wanderkarte, aber dafür gibt´s hier auch keine Dornenranken…

Und wieder Gipfelwärts, auf dem steilen, namenlosen Pfädchen über den Rücken und die kleine, findlingsbestückte Kuppe eines Bergvorsprungs…

Bild #10: Kleiner vorgelagerter Bergrücken südwestlich vom Hirschkopf-Gipfel

…hinter der ich tatsächlich auf den Pfad stoße, der vom Gipfel runter in Richtung Weinheim führt (markiert mit dem roten Balken des Fernwanderwegs Odenwald-Vogesen).
Yay! 🙂

Auf dem ist dann auch nicht mehr weit – knapp 100 schlammig-rutschige Meter über den länglichen Rücken des Hirschkopfs, dann kommt bereits der Hirschkopfturm in Sicht:

Bild #11: Hirschkopfturm von Süden (und im Vordergrund der rote Balken des Weitwanderwegs Odenwald-Vogesen)

Hier war ich schon mal.
Vor langer, laaaaanger Zeit, beim Marathontraining mit David und Ingo in den grauen Vorzeiten des Sommers ´07, als der Laufblog noch nicht mal ein Vierteljahr als war.

Seinerzeit hatten wir natürlich noch keine Kameras, die sind ja erst später erfunden worden, deswegen gibt´s auch keine Fotos von damals. 😉
Aber das kann ich ja heute nachholen.

*Klick* 😀

Bild #12: Hirschkopfturm direkt von unten.

Hoch will ich natürlich auch, wenn ich schon mal da bin.
Also halb rum, zum Eingang…

Bild #13: Wie es sich für einen anständigen Aussichtsturm gehört, hat der Hirschkopfturm keine Tür – man kann hier also immer hoch, auch an einem Mittwochmittag im Dezember…

…die schmale Wendeltreppe im dunklen Turminnern hinauf…

Bild #14: Ok, da wo die Sonne durch eines der wenigen schmalen Fenster scheint, ist es gar nicht so dunkel

….uuuund: AUSSICHT!!
Und zwar eine ganz Kapitale.
Zwar sind weder der Hirschkopf noch der Turm obendrauf besonders hoch, aber es gibt in unmittelbarer Nähe nichts Höheres.
Entsprechend kann man von hier oben weit den Blick schweifen lassen, nach Westen in die Rheinebene, nach Norden und Süden die Bergstrasse entlang, und nach Osten in den Odenwald rein.
Herrlich, selbst an einem etwas diesigen Tag wie heute:

Bild #15: Blick nach Nordwesten in die Rheinebene.
Wenn´s ganz klar wäre, könnte man vielleicht den 80 km entfernten Taunus über dem Rheingau sehen, aber dafür reicht´s heute nicht.
Aber immerhin kann man den riesigen Wald zwischen Lorsch und Mannheim erkennen, mittig davor Hüttenfeld, und rechts vorne am Fuß der Berge dann Hemsbach (nah) und – rechts davon und weiter entfernt – die Ausläufer von Heppenheim und sogar die Starkenburg und einen Teil des Melibokus am ganz rechten Bildrand


Bild #16: Hier noch mal in größer – Blick nach Norden, die Bergstrasse hinauf. Links unten Heppenheim, mittig die Starkenburg, rechts davon der weiße Sendemast an der Hubenhecke hinter Bensheim, dahinter (links) den Auerbacher Schlossberg, der dann (rechts) in den Melibokus übergeht


Bild #17: Blick nach Nordosten, über das weite Weschnitztal in den Odenwald hinein.
Ganz links erkennt man das 15 Kilometer entfernte Lindenfels an der Bergflanke.
Rechts von der ersten Tanne haben wir dann im Vordergrund Nieder-Liebersbach, dahinter dann Teile von Mörlenbach (eher rechtsig), Rimbach (direkt dahinter) und Fürth (noch weiter direkt dahinter) zwischen den Hügeln im Tal.
Und schließlich in der Lücke zwischen den Bäumen ganz rechts…
äääh…
…irgendwelche Orte, die ich überhaupt nicht kenne, weil ich noch nie dahinten war (eventuell Hornbach und auf der Anhöhe dahinter Stallenkandel [Huh? Es gibt einen Ort namens Stallenkandel im Odenwald???]


Bild #18: Nochmal der Blick nach Nordosten aus etwas anderer Perspektive. Wenn man gaanz genau hinschaut, kann man links am Horizont zwischen den Bergen das 20 Kilometer entfernte Schloss Reichenberg über Reichelsheim im Gersprenztal erkennen


Bild #19: Blick nach Osten über Birkenau hinweg in Richtung Überwald. Terra Incognita, dort hinten hab´ ich noch nie einen Fuß hingesetzt. Spannend.
Der Berg mit dem Sendemast in der Bildmitte ist vermutlich der Hardtberg hinter Absteinach


Bild #20: Und zu guter letzt noch ein etwas gegenlichtiger Blick geradewegs nach Süden die Bergstrasse runter.
Links vorne die Wachenburg, die ich nachher noch besuchen werde, rechts hinten erkennt man außerdem den charakteristischen Kegel des Ölbergs bei Schriesheim

Richtig schön hier oben.

Nachdem ich mich ausgiebig umgesehen habe, geht´s weiter.
Und zwar nordwärts, auf dem Weitwanderweg Odenwald-Vogesen den Höhenrücken entlang:

Bild #21: Das ist übrigens genau der Höhenweg, den ich vorhin gemieden und mich deshalb in den Brombeeren verirrt habe… 😉

Nicht lang, vielleicht 300 m., dann erreiche ich eine Kreuzung mit Schutzhütte, die auf dem Sattel zwischen Saukopf und Hirschkopf liegt:

Bild #22: Zwischen Hirsch- und Saukopf

Eigentlich will ich hier einen unmarkierten aber laut Wanderkarte breiten Waldweg runter, der abwärts in Richtung Weschnitztal geht.
Aber irgendwie verpass´ ich den…

Stattdessen finde ich mich auf einem schmalen, unmarkierten, zugewucherten Ziegenpfädchen wieder, das die Südflanke des Saukopfs hinaufführt:

Bild #23: Am Südhang vom Saukopf

Nicht richtig, aber abenteuerlich und hübsch, und außerdem voll in der herrlichen Nachmittagssonne…

Bild #24: Aaaah, Sonne! 🙂

…also beschließe ich spontan, einfach mal weiterzulaufen und zu schauen, wo mich dieser Pfad hinbringt.

Antwort: Ins Nichts.

Irgendwo hinter der Saukopfkuppe endet er einfach.
Mitten in der Wildnis.
Kein Weg, kein Steg, nur der unwegsame Steilhang voller Bäume.
Öh.
Okayyy…

Umkehren ist natürlich nicht, zumal ein kurzes Plänchenstudium ergibt, dass irgendwo weiter unten am Hang eigentlich irgendwelchen Wege entlangführen müssten (hoffentlich…).
Also: Abwärts.
Rutschend, schliddernd, kletternd den mit Steilhang runter, der mit viel Totholz, ordentlich gerölligen Steinen und einer tiefen Schicht schlüpfrig-feuchtem Herbstlaub bedeckt ist.

Irgendwann komme ich an einem steilen Steinbruch in der Saukopfflanke raus:

Bild #25: Steinbruch im Nirgendwo

Hilft mir leider nicht viel.
Auf der Wanderkarte ist er nicht verzeichnet und somit keine echte Orientierungshilfe. Und den Waldweg, der von seinem unteren Ende irgendwohin führt (ist das ein Haus dahinten? Könnte das vielleicht die Waldhütte am Weitwanderweg sein, an die ich mich vom letzten Lauf in dieser Gegend vage erinnere???) kann ich auch nicht erreichen – um da hin zu kommen, müsste ich entweder 10 Meter vertikalen Steinbruch runterklettern, oder mich weiter unten durch 15 Meter Brombeergestrüpp kämpfen.
Beides nicht machbar, also steige ich neben dem Steinbruch weiter ab.

Irgendwo dabei überquere ich dann auch die Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen, aber hier mitten in der Wildnis ist die natürlich unsichtbar.
Trotzdem fühl´ ich mich bei dem Gedanken so ein bisschen wie ein Schmuggler oder Wilddieb aus einem Fünfziger-Jahre-Heimatfilm, der sich heimlich durch den Silberwald schleicht, um dem Förster zu entgehen… 😀

Noch ein bisschen durch beinahe undurchdringliches Jungbaumdickicht…

Bild #26: Immerhin ohne Dornen…

…dann noch etwas mehr Steilhang…

Bild #27: Ein Stückchen der Strecke lege ich übrigens auch auf dem Hosenboden zurück. Abwechslung muss schließlich sein! 😉

…dann komme ich doch tatsächlich auf etwas an, was man mit etwas gutem Willen und einem vollen Satz Anführungszeichen als „Weg“ bezeichnen könnte.
Yaay!
Besser noch: Ich kann ihn sogar auf der Wanderkarte entdecken – und wer weiss, wo er sich befindet, ist bekanntlich nicht wirklich verirrt.
Doppel-Yaay!!! 😀

Mit dem wiedererlangten Wissen um meine globale Position ist es ganz einfach: Ein paar Meter auf dem Weg, pardon, dem „Weg“ nach Süden holpern, dann links ein Pfädchen auf einem abfallenden sonnigen Rücken runter…

Bild #28: Oder ist das jetzt ein „Pfädchen“? 😀

…und unten dann wieder links auf einen unmarkierten „ordentlichen“ Waldweg…

Bild #29: „Ordentlich“ bedeutet in diesem Fall soviel wie „Breit genug, dass hier Forstfahrzeuge durchfahren und den gesamten Weg aufwühlen können, auf dass er sich auf viele hundert Meter in eine quasi unpassierbare Schlammwüste verwandelt“ 🙂

…der mich schließlich nach einem langen, schlammigen Bogen um ein Tal herum – oh Wunder! – doch tatsächlich genau dort hinbringt, wo ich ursprünglich sowieso hinwollte, nämlich auf den gepflegten, breiten und vor allem markierten Liebersbachweg (Marker: B3), der mich geradewegs runter nach Birkenau bringen soll. Und zwar alles ganz ohne Anführungszeichen!

Bild #30: Liebersbachweg nordöstlich vom Saukopf

Erst mal wieder: Smooth Sailing.
Schön bequem und sicher markiert durch den sonnigen Wald an der Ostflanke der Berge talwärts…

Bild #31: Ha, da vorne schimmert bereits das Weschnitztal durch die Stämme

…auf einer Art Grat über mehreren schluchtartigen Seitentälchen entlang…

Bild #32: Fast sowas wie kleine Canyons

…nach einem halben Kilometer am unteren Ende des Haupttals an einem glitzernden Waldweiher vorbei:

Bild #33: Waldweiher

Kurz darauf erreiche ich dann auch schon den Waldrand, hinter dem die grüne Hügellandschaft des Weschnitztals beginnt:

Bild #34: Waldrand am Liebersbachweg

Raus aus dem Wald, ostwärts und weiter leicht abwärts, durch ein hübsches, grünes Bachtal zwischen Bäumen und Weiden, in das von schräg rechts die warme, helle Spätherbstsonne fällt.
Herrlich!


Bild #35: Links des Wegs hat´s noch ein bisschen Wald…


Bild #36:…rechts öffnen sich Pferdeweiden zur Talmitte hin…


Bild #37:…und zusammen sieht das dann so aus.

Nach 300 m. dann eine Linkskurve um das Wäldchen rum, hinter der mich bereits die ersten Häuser meines nächsten Etappenziels Birkenau erwarten:

Bild #38: Häuser am Sommerbuckelweg

Noch ein Stück den Weg runter, unter einem kleinen Weinberg entlang…

Bild #39: Na sowas. Wein im Weschnitztal, das ist mir bisher auch noch nicht untergekommen.

…und dann bin ich auch schon in Birkenau (von dem ich überraschend wenig weiss, außer dass es hier ein Schloss und ein Möbelhaus gibt. Das Möbelhaus kenn´ ich schon, das Schloss will ich mir gleich nochmal anschauen… ;)), laufe den ruhigen Sommerbuckelweg runter, vorbei an einigen freundlichen Wohnhäusern und einem schönen alten Bauernhof…

Bild #40: Der Hasselhof in Birkenau

…bis runter an die an den Hasselklinger Weg, auf dem´s dem Marker B1 hinterher geht, rechts durchs Wohngebiet, bis zu einer Brücke über den Liebersbach…

Bild #41: Einheimische nennen sie auch „Die Brücke neben der Litfaß-Säule mit der Reklame für die Wicki-Hackfleischklößchen-Mischung“ 😀

…hinter der´s dann nochmal rechts geht, auf der Str. „Am Schlosspark“, die zwischen zwei hohe Hügelflanken geklemmt ist, runter in den Ortskern bis ans Schloss.

Das sieht erstmal nicht so beeindruckend aus – der Ecke „Am Schlosspark“/Hauptstr., an der ich jetzt stehe, zeigt es nicht unbedingt seine Schokoladenseite.
Aber kein Problem, vom Schlosspark aus macht das Gemäuer sicher mehr her, und der liegt direkt gegenüber jenseits der Hauptstr.

Kurz links die Hauptstr. hoch…

Bild #42: Birkenauer Hauptstr.
Ich habe mir sagen lassen, ich solle besonders auf das Schild vom Gasthof Engel hinweisen, das „Fremdenzimmer eigene Schlachtung“ verheisst. Was ich hiermit tue… 😉

…dann rechts in den kleinen Schlosspark, der mit altem Baumbestand, gepflegten Rasenflächen….
Bild #43: Schlosspark

…und einem hübschen Weiher…

Bild #44: Schlossparkweiher

…voll neugieriger (oder eher gieriger?) Enten…

Bild #45: Schlossparkweiherenten

…aufwartet.
Oh, und natürlich mit einem tollen Blick auf Schloss Birkenau, das aus dieser Perspektive standesgemäß schön und beeindruckend daherkommt:

Bild #46: Panoramablick über den Weiher auf das spätbarocke Schloss Birkenau


Bild #47: Und weil´s so hübsch ist – gleich nochmal, aus einem etwas anderen Blickwinkel.
Das Schloss befindet sich übrigens auch heute noch im Besitz der dazugehörigen Adelsfamilie.

Sehr apart.

Am westlichen Ende des Schlossparks geht´s durch das Haupttor auf die Brückenstr…

Bild #48: Ecke Brückenstr./Hauptstr.

…auf der ich dem weißen Andreaskreuz des europäischen Fernwanderwegs 1 nach links folge, über die Weschnitz…

Bild #49: Die Weschnitz.
Die Inschrift an der Sonnenuhr lautet übrigens:
„Die Sonn´ schenkt Licht und Wärme dir,
die HEAG aber sorgt dafür
Daß nach des Tages Müh und Last
Du auch im Haus die Sonne hast“
HEAG ist der Name eines lokalen Energieversorges…

…durch enge Altstadtgassen…

Bild #50: Kreuzgasse

…über den Bahnübergang am fachwerkigen alten Rathaus…

Bild #51: Altes Rathaus

…und schließlich aus dem Ortskern raus und durch die Wohngebiete an
Obergasse und Lindenstr. zum südwestlichen Ortsende unterhalb eines wandartig über den letzten Häusern aufragenen Hügelrückens, den ich auf dem gewundenen und ziemlich steilen Eichhöhenweg (B1) erklimme:

Bild #52: Eichhöhenweg

Die Sonne hat sich in den letzten Minuten übrigens immer mehr hinter eine gräuliche Wolkenbank zurückgezogen, entsprechend ist es inzwischen etwas dunkler und ein bisschen kühler geworden.
Immer noch freundlich, aber nun herrscht dieses seltsame Licht mit weisslich leuchtendem Himmel und trüber Landschaft am Boden, das die automatische Belichtung der Kamera regelmäßig zum verzwazzeln bringt.
Na ja, muss ´se jetzt durch… 🙂

Der Eichhöheweg führt langsam aufwärts, den schmalen, grünen Hügelrücken über Birkenau hinauf.
Unterwegs sammele ich sogar kurz etwas Begleitung ein…

Bild #53: Das obligatorische Odenwaldfotolaufberichtskuhfoto

…doch unsere gemeinsame Strecke wird allzubald durch einen den kalten, unnachgiebigen Stacheldraht beendet:

Bild #54: „Warte! Geh nicht!“
„Sorry, Kuh, ich muss weiter!“ 🙂

Ansonsten gibt´s hier oben vor allem eins, nämlich noch mal einen schöne Aussichts übers Weschnitztal:

Bild #55: Jetzt guck´ sich das einer an! Die Säcke am Nordrand des Tales haben noch Sonne!


Bild #56: Die B38 kurz nach dem Ausgang des Saukopftunnels, leer und verlassen, weil der Tunnel momentan gesperrt ist (Hmm… Ob man da wohl durchlaufen kann…?).
Im Hintergrund der Sendeturm auf dem 15 km entfernten Krehberg über der Knodener Höhe

Immer schön stetig weiter den Eichhöhenweg hoch…

Bild #57: Eichhöhenweg. An der Eichhöhe

…während Birkenau langsam im Tal links hinter mir zurückbleibt:

Bild #58: Ciao Birkenau

Nach etwas über einem halben Kilometer wird´s waldiger, nach etwas über einem bin ich dann wieder richtig im Bergwald drinnen, wo ich am „Hexentanzplatz“ halblinks auf den Verbindungsweg B V wechsle, der mich zur nächsten Kreuzung auf dem Höhenrücken bringt:

Bild #59: Kreuzung zwischen Wachenberg und Eichelberg

Hier geht´s nach rechts, mit dem weißen Quadrat des Wanderwegs HW 30 in Richtung Wachenburg:

Bild #60: Wachenburg und weißes Quadrat – hier bin ich richtig

Angenehmes Stück: Bequme Strecke, ein bisschen Auf und Ab durch den Wald, geradewegs den Höhensattel entlang, vorbei an regelmäßig platzierten Grenzsteinen, die die Grenze zwischen Hessen und Baden-Württemberg markieren, die hier praktisch identisch mit dem Verlauf des Wanderweg ist:

Bild #61: Rechts Hessen, links Baden-Württemberg

Etwas über einen halben Kilometer später geht´s rechts des Weges immer steiler – ich habe die Südostflanke des Wachenbergs erreicht.
Eigentlich würde ich da ganz gerne noch mal rauf – in der Nordseite des Wachenbergs klafft ja das riesige Loch des weinheimer Porphyr-Steinbruchs, und am oberen Rand dieses Steinbruchs gibt´s angeblich einen Aussichtspunkt, von dem aus man einen grandiosen Blick über die Rheinebene haben soll (deswegen heisst er wohl auch „Rheintal-Blick“).

Einziges Problem: Der Weg zu diesem Aussichtspunkt verläuft deutlich weiter am oben an der Bergflanke.
Und der Trampelpfad, der laut Wanderkarte vom HW30 dort hinauf führen sollte, ist nirgendwo in Sicht.

Hmm…

Ach, na gut. Wenn´s keinen Trampelfpad gibt, schlag´ ich mich eben so durch die Wildnis bis da oben durch, ist ja das erstemal heute…
Also: Ab vom bequemen Waldwegs und geradewegs mitten durch die Pampa den rutschigen Steilhang hochgeklettert:

Bild #62: Hang am Wachenberg. In echt viiiel steiler als auf dem Foto….

Ist gar nicht weit.
Vielleicht 100, 150 m. Strecke.
Aber steil!
50 bis 60 Meter Höhenunterschied, da muss ich schon ein paarmal die Hände zuhilfe nehmen, bevor ich mich keuchend, ächzend und verdreckt auf den Weg „Zum Rheintal-Blick“ (gelbe 1) hieven kann:

Bild #63: Weg „Zum Rheintal-Blick“.
Uffa!!

Immerhin, wenn man erst mal hier oben ist, wird´s wieder ganz einfach. Der Weg ist gepflegt, praktisch eben, und windet sich schön über den steilen Hängen des Wachenbergs entlang, um ein paar felsige Kurven an der schroffen Bergflanke, bis man den Aussichtspu…
Häh!
Was´n das?!?

Bild #64: Wie, „Betreten Verboten“?
Und was ist mit dem Aussichtspunkt, den die verflixte Wanderkarte mir versprochen hat?!?

Irgendwer hat da einen Zaun geradewegs über den Weg gebaut, mit einem verschlossenen Tor und einem „Betreten Verboten“-Schild.
Offensichtlich ist der Rheintal-Blick permanent gesperrt.
Nix mit toller Aussicht über den Steinbruch, da bin ich wohl vollkommen umsonst den Steilhang hochgekrochen…
Pööööh! 😦

Was nicht geht, geht das geht eben nicht, also dreh´ ich notgedrungen um und laufe den Weg mit der gelben 1 in die entgegengesetzte Richtung.
Lässt sich nicht ändern, heute kein Rheintal-Blick.
Lauf ich halt weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit, die warten nämlich schon, nur ein paar hundert Meter weiter westlich am Ende des Weges mit der gelben 1:

Bild #65: Wachenburg von unten

Nämlich die Wachenburg.
Hab´ ich noch nie besucht, heute bin ich zum allerersten Mal hier.
Und ich muss sagen: Die macht ganz schön was her, die Wachenburg.

Keine Ruine, eine richtige, vollständige Burganlage mit wuchtiger romanischer Architektur, die in beeindruckender Lage auf dem Grat des Wachenbergs zwischen Steilhang und Steinbruch sitzt, hoch oben über Weinheim.
Sieht ziemlich genau so aus, wie man sich eine waschechte mittelalterliche Ritterburg vorstellt.
Dabei ist sie gerade dass nicht – tatsächlich wurde die Wachenburg nämlich erst in den Jahren 1907 bis 1928 erbaut, und zwar von einer Studentenkorporation, als Versammlungsort und Gedenkstätte für die im Krieg gefallene Corpsstudenten.

Mir persönlich sind Studentenverbindungen ja nicht so ganz geheuer, besonders wenn sie seltsame Hütchen tragen und sich gegenseitig Mensuren hauen (so wie die, die Wachenburg gebaut haben) – aber andererseits: Wenn sie hübsche Burgen bauen, die für den mehr oder minder zufällig vorbeilaufenden Jogger frei zugänglich sind, dann ist zumindest das gar schon mal nicht so übel… 😉

So, und damit schauen wir uns die Wachenburg doch mal ein bisschen genauer an:

Auf der gewundenen Strasse unterhalb der hoch aufragenden südlichen Burgflanke zum äußeren Tor…

Bild #66: Äußeres Tor der Wachenburg

…durch den Vorplatz zum Eingang der Kernburg…

Bild #67: Die Schildchen über dem Tor sind wohl sowas wie die Wappen der einzelnen Verbindungen, die zum Weinheimer Corps gehören (oder sowas in de Art…)

…in den zentralen Hof, der sich wie eine große Aussichtsterrasse nach Westen öffnet und einen atemberaubenden Blick über die Rheinebene ermöglicht:

Bild #68: Ausblick von der Wachenburg nach Westen, über Weinheim hinweg zu den dampfenden Schloten Ludwigshafens und den Hochhäusern Mannheims und rüber in die Pfalz, bis zu den Hängen der fernen Haardt jenseits der Ebene (leider etwas verdiest und wegen dem freakigen Licht unstet belichtet – in Echt sieht das noch viel besser aus!)


Bild #69: Der große Turm am Kopfende der Terrasse…


Bild #70: Der obere Teil des „Palas“ an der Südseite…


Bild #71: Das Türmchen am Ende des Bogenganges an der Nordseite…


Bild #72: …und nochmal alles zusammen

Sogar die Sonne lässt sich noch mal kurz blicken und schickt ein paar funzlig-rote Strahlen runter während ich mir hier oben umschaue, sehr hübsch, vor allem über dem Weschnitztal, das man von hier oben ebenfalls ganz gut überblicken kann:

Bild #73: Weschnitztal von der Wachenburg aus. Die Felswand rechts, das ist ein Teil des riesigen Weinheimer Steinbruchs, der nur ein paar Meter hinter der Burg beginnt

Wirklich schön hier oben.

Nachdem ich mir alles angesehen habe, geht´s weiter.
Und zwar abwärts, schließlich gibt´s hier am Berg noch eine zweite Burg, die Ruine Windeck etwas weiter unten, die steht selbstverständlich auch auf dem Plan.
Folgerichtig nehme ich den Burg-Windeck-Weg (gelbe 2), der vom sich Parkplatz unterhalb der Wachenburg auf mehreren schmalen, recht steilen Serpentinen den bewaldeten Hang südlich des Fahrwegs hinunterwindet…

Bild #74: Burg-Windeck-Weg (gelbe 2, außerdem auch HW 30, wie man unschwer am weißen Quadrat erkennt) über der Fahrstrasse zur Wachenburg

…und schließlich am unteren Waldrand in einen betonierten Fußweg übergeht, der durch struppiges Buschland und etwas verwilderte Kleingärten am Hang über Weinheim grob nach Südwesten verläuft…

Bild #75: …wobei man schon mal einen schönen Blick auf die kompakten Mauern der Burg Windeck hat (und nein, es ist noch kein Sonnenuntergang, die schummrige Atmosphäre kommt vom direkten Gegenlicht)

…und schließlich geradewegs zur vorgelagerten Kuppe des Weinheimer Schlossbergs unterhalb der Burg führt:

Bild #76: Am Fuß der Burg Windeck

Hier geht´s wieder bergauf, auf dem schmalen Zufahrtsweg an die Vorderseite des Burgbergs, dort eine kleine Pause um den grandiosen Blick auf das direkt unterhalb liegende Weinheim zu bestaunen…

Bild #77: Grandioser Panoramablick vom Schlossberg auf die tolle Weinheimer Altstadt. Mittig kann man gut die markante Laurentius-Kirche und das Weinheimer Schloss ausmachen, hinter dem zum linken Bildrand hin der weitläufige Schlosspark beginnt.
Am Horizont erkennt man wieder mal Mannheim, Ludwigshafen und den Pfälzerwald

…dann nochmal halb um den Burgberg rum zur Pforte…

Bild #78: Burgeingang

…und hinein in den recht kleinen, von hohen Mauern überragten Innenhof:

Bild #79: Burghof der Ruine Windeck

Gefällt mir sehr gut.
Im Gegensatz zur Wachenburg ist die Burg Windeck tatsächlich eine mittelalterliche Befestigungsanlage (auch wenn sie – wie die meisten Burgen an der Bergstrasse – in den Kriegswirren des 17. Jahrhunderts weitgehend zerstört und später teilweise wieder aufgebaut wurde) und wirkt dementsprechend ein doch irgendwie bisschen authentischer.
Im Burghof selbst gibt´s einen netten Biergarten (der an einem Mittwochmittag im Dezember aber aus unerfindlichen Gründen nicht geöffnet zu haben scheint… :D), außerdem führt eine schmale Treppe hinauf auf die Südmauer und zum ersteigbaren Bergfried, den ich mir natürlich nicht entgehen lasse:

Bild #80: Bergfried

Hoch zum Turmeingang, dann die uralte ausgetretenen Stufen im Turminneren hinaufwendeln, bis hinauf zur kleinen zugigen Aussichtsplattform, durch deren schmale Zinnen man wieder mal eine herrliche Aussicht geboten bekommt:


Bild #81: …zum Beispiel direkt nach unten, auf den kleinen, feinen Burghof…


Bild #82: …oder nach Süden, auf diesen vollkommen unerforschten Teil Weinheims, der augenscheinlich den Eingang zum geheimnisumwitterten und noch niemals zuvor erlaufenen Gorxheimer Tal markiert…


Bild #83: …oder nach Westen, runter zur Altstadt, wo man mit ein bisschen Zoom noch mal wunderbar den Marktplatz samt Laurentiuskirche und Schloss einfangen kann…


Bild #84: …oder nach Nordwesten, auf die etwas neueren Stadtteile und die Großbaustelle, an der´s gleich noch vorbeigehen wird…


Bild #85: …oder nach Norden, die Bergstrasse hinauf, über die Hänge hinweg, über die ich gleich noch zurück nach Nächstenbach laufen werde (wenn denn alles so klappt wie geplant… ;)) bis zum 20 Kilometer entfernten Melibokusgipfel

Auch hier gönne ich mir ein paar Minuten, um das alles auch richtig mitzunehmen (und ein bisschen mit dem einzigen anderen Burgbesucher zu plaudern, einem freundlichen älteren Herrn mit leicht ostdeutschem Akzent), bevor ich mich schließlich wieder auf den Weg mache.

Abwärts, aus der Burg raus und zurück zum kleinen Parkplatz am Fuß des Schlossbergs, wo ich rechts auf den „Neuen Burgweg“ einbiege, der mich in einem langen, geschwungenen Bogen um den Schlossberg herum bequem bergab geleitet.

Unterwegs gibt´s noch ein paar nette Ausblicke durch die kahlen Bäume auf die immer näher rückende Stadt…

Bild #86: Und nochmal das Herz von Weinheim mit St. Laurentius und dem Schloss, dieses Mal nicht mehr von oben sondern aus gleicher Höher vom neuen Burgweg aus


Bild #87:… und die Großbaustelle am Fuß des Berges.
Die ist irgendwie nicht ganz so nett anzuschauen wie die Altstadt, dafür aber wesentlich lauter und staubiger…

…und dann bin ich auch schon unten und laufe auf der Strasse „Am Schlossberg“ in Weinheim ein.

Geradeaus geht´s von hier aus hoch in die herrliche Weinheimer Altstadt, die eine der schönsten an der ganzen Bergstrasse ist (nur Heppenheim kann da noch mithalten).
Lass´ ich heute aber mal aus – zum einen bin ich inzwischen schon recht lange unterwegs und fühle micht nicht mehr ganz so taufrisch, zum anderen hab´ ich eh schon viel zu viele Fotos gemacht.
Weinheimer Altstadt mit Foto gibt´s also ein andermal…

Stattdessen wende ich mich rechts und folge der breiten, seltsam leeren Grundelbachstr. nach Norden, vorbei an schmucklosen Kleinstadtwohnhäusern und -geschäften….

Bild #88: Das Licht wird übrigens immer seltsamer

…bis zur Weschnitzbrücke an der Peterskirche…

Bild #89: Weschnitzbrückenpanorama. Rechts die neoromanische Peterskirche, links der beeindruckende Turm der unteren Hildebrandschen Mühle und oben auf dem Berg die Turmspitze der Wachenburg

…wo ich Weschnitz und Birkenauer Talstr. überquere und weiter nordwärts die „Nördliche Hauptstr.“ hochlaufe, die mit Fernwanderwegsmarkern geradezu gepflastert ist – hier verlaufen Burgenweg, Blütenweg, Burgundenweg und der Fernwanderweg Odenwald-Vogesen alle zusammen.
Hier sieht die gestandene Kreis- und Mittelstadt Weinheim übrigens auf einmal überraschend Dörflich ausschaut:

Bild #90: Nördliche Hauptstr.

Ich folge von nun an dem gelben B des Blütenwegs, ein ganzes Stück geradeaus, dann über ein kleines Bahnübergängchen…

Bild #91: Fußgängerbahnübergang an der Scheffelstr.

…ins Weinheimer Nibelungenviertel, einem ruhigen Wohngebiet in dem alle Strassen nach Figuren aus der Nibelungensage benannt sind.

Halbrechts die Brunhildstr. entlang, über einen kleinen Kreisel, von dem aus man nochmal gut hinauf zur Burg Windeck schauen kann…

Bild #92: Burg Windeck, leicht gegenlichtig von unten

…dann rechts in die Kriemhieldstr. rein gleich nochmal rechts, auf den fies steilen Hubbergweg, der mich in die offenen Wein- und Gartenhänge oberhalb der Stadt bringt.

Ächz!
Der Aufstieg fällt schwer.
Inzwischen bin ich schon ganz schön lange unterwegs, meine Beine wollen nicht mehr so recht, ich hab´ Durst und – nach dem ausgefallenen Mittagessen – Hunger.
Da ist nicht mehr viel mit „spritzig die Berge hoch“, die gute Form des Spätsommers ist mir inzwischen offenbar ein bisschen abhanden gekommen…

Der Blütenweg schraubt sich mehr oder weniger gemächlich die Hänge hoch, führt durch Wiesen, Weinberge, überwucherte Gärten über der Ebene nordwärts, schon etwas dunkler und lang und zäh wie Kaugmmi:

Bild #93: Blütenweg über dem Weinheimer Norden

Links über der bereits etwas Ebene funzeln noch mal ein paar Strahlen strahlendhelle, schräge Spätherbstnachmittagsonne herüber, schon ganz rot und müde…

Bild #94: Blick nach Westen

…dann geht´s nochmal um ein tiefer eingeschnittenes Seitental herum, in dessen Beuge ein Brünnchen sprudelt…

Bild #95: Laut Wanderkarte ist das hier das Boppetbachtal, im Weinheimer Stadtplan ist allerdings von „Böppelsbach“ die Rede…

…dann noch ein paar hunder Meter den Weg am Nächstenbacher Berg entlang, während sich im Westen fast schon sowas wie ein Sonnenuntergang abspielt…

Bild #96: …und das, obwohl´s eigentlich noch ein paar Minuten dauern müsste…


Bild #97:… bevor die Sonne den Horizont erreicht

…und das Tiefland am Fuß der Berge bereits in den ersten Abendschatten versinkt…

Bild #98: B38 an der Einfahrt zum Saukopftunnel (bei dem Foto ist der Blitz losgegangen, deswegen sieht´s ein wenig schummriger aus als in echt)

…dann nochmal etwas aufwärts (urgs), zwischen ein paar Wohnhäusern am Nächstenbacher Berg entlang, und schließlich runter an den Fahrweg am Dorfanfang von Nächstenbach:

Bild #99: Unteres Ende von Nächstenbach

Fast geschafft, nur noch 400 m. die Hauptstr. des verschlafenen Weilers hinauf, dann noch knapp 300 m. vorbei an durch dämmrigen Weiden und einem Teich mit schlafenden Enten…

Bild #100: Enten hinter Nächstenbach, gehen offensichtlich früh schlafen

…noch ein letzter Blick zurück auf Nächstenbach…

Bild #101: Vorabend über Nächstenbach

…und dann hab´ ich´s geschafft, laufe mit schweren Beinen auf dem Parkplatz Hirschkopf am Waldrand über dem Dorf ein – Ziel!

Wunderbare Tour.
In der zweiten Hälfte hätt´s noch etwas mehr Sonne sein dürfen, aber insgesamt trotzdem eine schöne und spannende Runde – viel unbekanntes Terrain, einige tolle Sehenswürdigkeiten und als Bonus noch ein paar abenteuerliche Irrungen und Wirrungen, genauso mag ich das.
Das es dann am Ende dank der vielen Um- und Irrgwege auch noch über 18 Kilometer geworden sind – Icing on the Cake! 🙂

Strecke: 18,3 km
Zeit: Viel
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 92,57% (16,94 von 18,3 km)
Karte:

M.

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24 Antworten to “Zwischen Bergstrasse und Weschnitztal: Nächstenbach – Birkenau – Weinheim mit Foto (18,3 km)”

  1. An-Kas Says:

    Boah, ich möchte auch so eine tolle Gegend zum Laufen haben!!! Das ist ja irre schön bei dir da drumrum 😉
    Tolle Bilder, tolles Wetter, toller Lauf, na da gibt es ja tatsächlich nicht die Bohne zu Meckern…
    Viele Grüße, Anke

    • matbs Says:

      Na ja, wer weiss, vielleicht hast du ja so eine tolle Gegend zum Laufen, und hast sie bisher nur noch nicht ganz gefunden.
      Also immer schön neue Strecken ausprobieren und schauen, was da hinter dem nächsten Wäldchen wartet…
      🙂 😉

      Abgesehen davon hast du aber vollkommen Recht – Bergstrasse und Odenwald sind in der Tat verflixt hübsch, und zu Meckern gab´s auch nix.

      Ok, streich das Letzte – zu Meckern gibt´s immer was, aber dieses mal war´s doch recht wenig… 😀

  2. Kümmel Says:

    Na da hst du doch wirklich eine schöne Tour erlebt und sowohl diesseits als auch jenseits der Weschnitztalgrenze schöne Plätze gefunden.

    Das Bild mit dem Weschnitztalblick nehme ich jetzt mal nicht auseinander. Mittlerweile kennst du dich ja auch recht gut aus. Einzig von Mörlenbach sieht man weniger als man zuerst glauben mag, da der Großteil davon hinter dem Bettenbacher Hügel verschwindet und links davon wohl insbesamt eher Kleinbreitenbach zu sehen sein wird. Jedenfalls geht dir direkte Sichtlinie nach Steinbach (in GE gezeichnet) über die Mörlenbacher Sportanlage und damit liegen die wesentlichen Teile Mörlenbachs rechts der Sichtlinie. Aber ist schon interessant das Tal mal aus der anderen Richtung zu sehen.

    Und mit dem Tunnel wirst du wahrscheinlich nicht so viel Glück haben, da die wohl innen noch am werkeln sind und schätzungsweise keine Dritten reinlassen. Aber du kannst ja mal fragen.

    • matbs Says:

      Jajaa, nicht wissen, wo Schloss Birkenau steht, aber anderen Leuten das Weschnitztal und die Lage von Mörlenbach erklären wollen, des hammer gern… 😉 😀

      Aber im Ernst: Warst du nicht schon mal auf dem Hirschkopf. Der hätte doch bei deiner Weschnitztal-Umrundung eigentlich Pflicht sein müssen, oder?

      Und der Tunnel…
      Hmjoa, man könnt´ ja mal probieren, sich zu ´ner arbeitsfreien Zeit reinzuschleichen (zumindest dürfte es da drin nicht regenen…) 🙂

      • Kümmel Says:

        Richtig, ich wäre dort als Pflichtprogramm gewesen, wenn ich die Tour denn schon gemacht hätte ;-). Ich habe zwar bisher nicht gewusst, dass da oben ein Turm steht (so ganz überraschend ist es aber auch nicht), aber mein noch immer in GE einmarkierter Weg führt direkt dran vorbei Richtung Vierritterturm.

        Aber wann ich die Tour nun endgültig mache weiß ich noch nicht.

        Variante 1: Ich teile mir die Strecke in Miniabschnitte auf, fahre die Start- und Endpunkte immer mit Busverbindungen an und mache ggf. eine Wintertour draus.

        Variante 2: Wie ursprünglich eigentlich gedacht als durchgehender Weg über wenige Tage mit minimaler Campingausrüstung. Das frühestens 2011.

        Variante 3: Ähnlich Variante 1 nur mit größeren Abschnitten und einem unmotorisierten Fortbewegungshilfsmittel (kein Rad, keine Inliner, ..).

        Die letzte Variante gefällt mir mittlerweile am besten, nur kann ich die frühestens im Frühjahr 2010 austesten. Und ich habe die leise Hoffnung, dass ich zumindest in nicht ganz so steilen und langen Strecken dank des Hilfsmittels mit dir mithalten kann. Das können wir ja dann mal gegen Frühjahr/Sommer 2010 austesten.

        • matbs Says:

          Naja, eigentlich braucht man ja nicht Campingausrüstung – wenn man das in einem Rutsch mit mehreren Etappen abläuft, gibt´s ja unterwegs genug günstige Einkehr- und sogar Übernachtungsmöglichkeiten, da sollte man eigentlich auch mit einem leichten Tagesrucksack auskommen.

          Nichtmotorisiertes Fortbewegungsmittel das keine extrem steilen oder langen Strecken kann – hmm…
          Pony?
          Powerskip?
          Sänfte?

          🙂

  3. Daniel Kopp Says:

    ich zieh‘ nach weinheim, was für ne schöne gegend das dort ist. ich bin ganz neidisch!

    schöne bilder, die panoramas sind wirklich toll!!!

    viele grüße
    daniel

    • matbs Says:

      Hi Daniel! 🙂

      Hm, also so ganz ehrlich, das würde irgendwie überzeugender klingen, wenn du nicht deine Website verlinkt hättest.
      Nachdem ich deine Neuschwanstein-Bilder gesehen habe, bin ich mir nämlich jetzt nicht mehr so ganz sicher, wer hier auf wen neidisch sein sollte… 😀

      Aber trotzdem vielen Dank (auch wenn viele der Panos für meinen Geschmack wieder ein bisschen zu sehr unter unsteter Belichtung leiden. Aber das ist wohl das Los des klapprige-Pocketkamera-Benutzers… 😉 ).

      Grüße zurück aus dem Norden

      Matthias

      PS: Oh, ich sehe, du hast mich auch schon verlinkt. Na da muss ich ja gleich mal zurücklinken.

      Uuuund… erledigt!

      • Daniel Kopp Says:

        Hi,
        ja ich hab dich verlinkt.Beobachte deinen Blog schon länger. Bin zum ersten Mal beim das „tag-surfen“ auf dem wordpress-Dashboard darauf aufmerksam geworden und die Mischung aus Bericht und Bildern hat mir gleich gefallen.

        Aber mal im Ernst: bei deiner Heimat brauchts Du keine Alpen oder Märchenschlösser um glücklich zu sein. Glaub mir.

        Nutzt Du die Panoramafunktion deiner Cam? Ist ziemlich aufwenidg den Himmel anzugleichen oder? Bei mir werden die Panos immer, naja, beim Wort will ich es nicht nennen…

        Grüße, Daniel

        • matbs Says:

          Hast ja recht, die Alpen sind mir eh nicht ganz geheuer, die sind ja doch arg hoch und voller fremdartiger Bergvölker… 😉

          Falls meine Kamera eine Pano-Funktion hat, ist die mir noch nicht untergekommen (was aber kein Wunder ist, bei meiner Bedienungslanleitungsfaulheit…).
          Nein, ich mach´ dann immer ganz viele überlappende Einzelbilder und lass´ sie hinterher von einem Programm zusammenstitchen.
          Daher erklären sich auch die „Schatten“ bei manchen meist näheren Objekten auf den Panos, wie zum Beispiel die Phantomkuh ganz links auf Bild #55: Die war bei einem der Einzelfotos da, bei einem anderen dann nicht mehr…

        • Daniel Kopp Says:

          die panoramafunktion meiner cam funktioniert eigentlich nicht anders. sie blendet ledichlich ein ausgeblichenes vorgängerbild ein um die anschlussaufnahme ausrichten zu können. welches programm benutzt du für die panoramas? kostenlos?

          grüße

        • matbs Says:

          Ich benutze Autostitch 2.2, das funktioniert ganz ordentlich (wenn auch langsam, auf meinem alten, klapprigen Rechner) und kostet nix:
          http://www.chip.de/downloads/Autostitch-2.2_16499041.html

        • Daniel Kopp Says:

          super, danke! dann werde ich demnächst mal die ersten wackeligen gehversuche in der welt der panoramabilderstellung wagen 🙂

        • matbs Says:

          Viel Spaß dabei – aber pass´ auf, dass du nicht nur noch rumstehst und Panofotoserien machst, das ist sehr verlockend, wenn man erstmal anfängt… 😉

        • Kümmel Says:

          Autostitch kann man wirklich empfehlen. Wenn man ordentlich knipst (ohne Stativ sind eigentlich nur Nahaufnahmen anfällig) funktioniert das recht gut. Manchmal bekommt das Ding gar nichts gescheites hin und manchmal sind leichte Doppler im Bild, aber meistens sind sie so gut, dass man sie auch meterbreit ausdrucken (lassen) und an die Wand hängen kann.

  4. Hannes Says:

    #45 12 STO … achso, ich musste ja gar nicht mehr arbeiten …

    Ach, Mensch, was für ein Ärger, keine Miesepetertour. Grml. Ne. Zum Glück wurde es zum Ende hin dunkler, ha!

    #77 Traumhafter Panoramablick!

    • matbs Says:

      Hi Hannes,

      du, ich hab´ mir gerade mal mit meinen gottgleichen-Admin-Kräften herausgenommen, noch ein „t“ in das „SO“ in deinem Beitrag reinzueditieren, sonst hätte das so ausgesehen, als würdet ihr da oben Sockenten zählen, und das fände ich irgendwie nicht seriös… 😀

      #77: In Echt noch traumhafter.
      Weiss ich zufällig, ich war nämlich da.! 🙂

      Und was die Miesepetertouren angeht – da hatte ich zwischenzeitlich schon wieder ein paar, aber die Blogge einfach mal nicht mehr – auf Dauer sind zwei bis drei „Wetter Dreck, Laufen Dreck, Alles Dreck“-Einträge über irgendwelche winzigen masochistisch-freudlosen Popeltoürchen auf den grauen Äckern vorm Haus einfach nicht das Wahre.
      Deswegen jetzt passend zum etwas reduzierten Winter-Lauf-Modus der ebenfalls reduzierte Winter-Blog-Modus, in dem das alltägliche Elend nur noch dann einen eigenen Eintrag gibt, wenn´s irgendwie außergewöhnlich ist… 😀

  5. Gerd Says:

    Wow, da hast Du dich ja mal wieder selbst übertroffen.
    Mit Verlaufen und allem drum und dran.
    Super Wetter, tolle Strecke. Schöne Aussichten.
    Einfach alles prima.
    Ich will auch wieder Laufen! 😦

  6. matbs Says:

    Jepp, so hin und wieder klappt´s selbst im grauen Dezember.

    Aber meistens ist es ja nicht so berühmt, also kurier´ dich ruhig noch ein bisschen aus, viel verpasst du nicht… 😉


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  11. Michelle Says:

    Ich finde die Bilder von Birkenau klasse. Sie erinnern mich an die Ausritte durch den Wald (bin auf dem Reiterhof Hasselhof eine zeit lang geritten).


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