Im Sturmschritt über die Knodener Höhe: Seidenbuch – Gadernheim (9 km)

6. Dezember 2009

Hach, es ist aber auch eine Crux mit diesem miesen, grauen Spätherbstwetter.

Nehmen wir mal diese Woche – nach dem relativ schönen Mittwoch gab´s nur noch Tage wie Schiefer – grau, dunkel, spröde, stumpf.
Da macht das Laufen einfach keinen Spaß.
Schlimmer noch: Mieses Wetter treibt mir auch jede Lust aus, Neuland oder zumindest weniger bekannte Gefilde zu erlaufen.
Warum soll ich mir auch die Mühe machen, irgendwohin zu fahren, wenn´s ohnehin mies wird…?

Entsprechend erzeugt dröges Wetter bei mir gleich doppelten Nachsaisons-Laufblues – einerseits weil´s mir an sich schon nicht gefällt, und andererseits, weil es dazu führt, dass ich lustlos irgendwelche ausgetretenen 08/15-Strecken laufe, die bei Sonnenschein noch ganz nett wären, aber bei Grau in Grau richtig furchtbar sind (zwar nicht von Natur aus, da sind meine Heimgründe eigentlich sogar sehr hübsch, sondern weil „Dröge“ und „Bekannt“ mich doppelt anöden und sich das dann potenziert).

Um so wertvoller sind da Anlässe, bei denen ich sowieso unterwegs bin und dabei dann eine Tour irgendwo anders einbauen kann.
Da mag das Wetter noch so mies sein, zumindest die Umgebung reisst es dann wieder raus.

Zum Beispiel heute.
Meine Mutter hat übers Wochende zusammen mit einer Freundin an einem Meditiationsseminar in Seidenbuch im Odenwald teilgenommen. Eigentlich wollte mein Vater sie von da abholen, aber da ich die Chance gesehen habe, bei der Gelegenheit noch ein bisschen durch den Odenwald zu rennen, hab´ ich das nur allzugerne übernommen.


Also schnell eine nette Strecke bei Winterkasten rausgesucht, und dann späten Sonntagvormittag in den grauen verregneten Odenwald aufgebrochen, um erst die letzten Wochenkilometer abzulaufen und dann die beiden Damen in Seidenbuch abzuholen.

Einziges Problem: Ich war viel zu spät losgekommen.
Schon während der Fahrt zeichnete sich ab, das ich unmöglich die geplante Strecke würden laufen können, ohne nicht mindestens ein halbe oder dreiviertel Stunde zu spät in Seidenbuch anzukommen.
Geht natürlich nicht, wenn jemand auf einen wartet.

Also schnell umdisponiert.
Neuer Plan: Ich fahre direkt nach Seidenbuch, wo ich ca. eine halbe Stunde zu früh ankomme.
Dort gebe ich den Schlüssel schnell bei meiner Mutter ab, die noch mit den anderen Seminarteilnehmern zu Mittag isst, und mache mich zu Fuß auf den Weg, über die Knodener Höhe nach Gadernheim.
Die Damen essen derweil zu Ende, packen danach ihre Sachen, machen sich auf den Heimweg, und sammeln mich dann unterwegs ein.

Nicht perfekt, aber das Beste, was sich kurzfristig organisieren lässt.
Also machen wir´s so.

Ich fahre durch, parke den Wagen am Seminarhotel im Seidenbucher Oberdorf, marschiere in den Speisesaal, gebe den Schlüssel ab, mache einen Treffpunkt aus („Vor dem Erbacher Hof in Gadernheim“) und renne dann los.

Und zwar gleich mal volle Kanne, denn diese Tour war ja nicht geplant.
Entsprechend habe ich keinen Streckenplan – muss ohne gehen, zum Glück kenne ich mich hier oben dank meiner früheren Touren ganz gut (aber nicht perfekt) aus. Und ab Knoden will ich eh die Landstrasse nehmen, dann kommen die Damen mit dem Auto an mir vorbei, falls sie schneller sind und können mich unterwegs einsammeln.
Und ich habe keine Ahnung, wie weit/lange ich laufen werde – aus dem Bauch heraus schätze ich die grobe Strecke, die mir vorschwebt auf sechs bis acht Kilometer, aber ich könnte auch total daneben liegen.
Also beeile ich mich lieber, damit ich nicht unterwegs eingesammelt werde… 😉

Vom Seminarhotel geht´s erstmal die rissige, holprige Buchenstr. hinauf durchs ruhige Wohngebiet. Es kühl, feucht, nieselt ein bisschen.
Zuhause würde mich das ankotzen, hier ist es eigentlich ganz erträglich. Schließlich bin ich noch nie durchs Seidenbucher Oberdorf gelaufen… 😉
Bloß die Brille macht mir etwas Sorgen, denn ich habe weder Schirmmütze noch Taschentücher dabei, wenn der Regen stärker wird, werd´ ich blind laufen müssen…

Der Ort ist klein und liegt idyllisch an den bewaldeten Hängen unterhalb des Krehbergs, entsprechend erreiche ich schnell das Ortsende am Waldrand.
Schon etwas außer Atem, denn ich recht steile Buchenstr. bin ich gleich mal extrem stramm losgespurtet.
Nur schnell, bevor die mit Mittagessen fertig sind und sich auf den Weg machen…

Am südlichen Dorfrand von Seidenbuch, da wo der uralte Fahrweg rüber in Richtung Weschnitztal führt, liegt der Wanderparkplatz Hohe Buchen, an dem es – wie es sich für einen Wanderparkplatz gehört – auch eine Tafel mit lokalen Wanderwegen gibt.
An der orientiere ich mich kurz – ja, genau, der Krehbergweg führt direkt auf den Krehberg, da will ich hin, also nix wie hinterher, dem Marker mit der gelben 4 folgen.

Aufwärts in den Wald. Der Weg ist schmal und schlammig und voller glitschigem Herbstlaub, die Steigung wäre erträglich, wenn ich nicht wie blöde rennen würde.
Aber ich renne wie blöde, schnellschnellschnell, so viel Strecke wie möglich zurücklegen, bevor die mich einholen.
So rasant bin ich schon lange keinen Berg mehr hochgerannt, mit hämmerndem Puls, pfeifender Atmung und matschig stampfenden Schritten haste ich durch den nieselig-dunstigen Bergwald aufwärts in Richtung Krehberg.
Nach ein oder zwei Serpentinen gesellen sich andere Marker zur gelben 4, der Blaue Balken des HW 13 und das rote N des Nibelungensteig.
Das bedeutet wohl, dass ich hier schonmal gewesen bin, nämlich im August (ist das wirklich schon wieder so lange her??), bei der herrlichen zweiten Nibelungensteigetappe mit Gerd. Aber damals war´s Sommer, der Wald grün und sonnig, und die Richtung die Entegengesetzte, entsprechend kommt mir heute, im kahlen, nieseligen Dezemberwald im atemlosen Semisprint nichts so wirklich bekannt vor.
Zumindest bis der Krehberggipfel in Sicht kommt, mit seinem 122 m hohen, rotweißen Funkturm, den kenne ich natürlich.

An der Waldkreuzung 50 m. vor dem Gipfel bleibe ich kurz stehen, orientiere mich (und hole mir etwas pfeifenden Atem zurück), dann folge ich der gelben 1 (auch Krehbergweg) nach links.
Die führt zum Schannenbacher Eck, das weiss ich, da will ich hin.
Und sie geht etwas abwärts, denn hier auf ca. 560 m. ü.NN hab´ ich bereits den höchsten Punkt der Tour erreicht.
Gottseidank!

Im Wald am Wegesrand ziehen die moosigen Findlingsgruppen und schanzenartigen Felsformationen südlich des Krehbergs vorbei, und 200 m. nach der Kreuzung geht rechts ein holpriger schlammiger Forstweg ab.
Unmarkiert und in verwatztem Zustand.
Den hab´ ich definitiv noch nie genommen. Aber er führt offensichtlich in Richtung Schannenbach. Und verirren kann man sich hier oben ja eh nicht, schließlich kann man von überall den Funkturm als Fixpunkt zwischen den Wipfeln aufragen sehen.
Hmmm…

Ich nehme den Forstweg.
Halbrechts um die Krehbergkuppe, jeder glibbrige Schritt versinkt knöcheltief im feuchten Laub und dem darunterliegenden nassen Schlamm. Dreck spritzt, ich schliddere schnellstmöglich weiter.
Macht richtig Spaß… 😀

Der Weg führt im Uhrzeigersinn um die Krehbergkuppe herum, links schimmern schon die Häuser vom obersten Teil von Schannenbach durch die kahlen Bäume, rechts passiere ich ein eingezäuntes Elektrohäuschen, hinter dem sich eines der baumdicken Haltekabel zum Turm hinauf spannt.
Dann eine weitere Kreuzung, links geht´s direkt runter nach Schannenbach, nehm ich.
150 m., dann bin ich auf der Krehbergstr. am obersten Ende des idyllischen Höhendörfchens Schannenbach, wo sich eine Reihe hübscher, dörflicher Wohnhäuser am Waldrand bis zum Schannenbacher Eck hinauf zieht.

Der kürzeste Weg in Richtung Gadernheim wäre hier nach rechts runter ins Unterdorf und weiter nach Knoden, aber ich habe das Gefühl, ganz gut in der Zeit zu liegen.
Deshalb beschließe ich, noch einen kleinen Schlenker am Schannenbacher Hochmoor vorbeizulaufen und wende mich lieber nach links. Krehbergstr. hoch, an den letzten Häusern vorbei, und weiter zum Schannenbacher Eck zwischen Wald und Wiesen, von wo aus man einen herrlichen Ausblick hinunter in die Rheinebene hat, an deren Ende sich der ferne Feldberg im Taunus über weisslich-graue Nebelwolken erhebt.

Am Schannenbacher Eck rechts, ein kurzes Stück auf dem asphaltierten Schleichweg, der in Richtung Ober-Hambach den Berg hinab führt (Markierung: Weiße Raute des HW 22), dann wieder rechts, an einem kleinen Wäldchen vorbei abwärts in die Wiesen über dem Schannenbacher Moor. Hier bin ich ja erst vor ein paar Wochen in entgegengesetzter Richtung hochgeschnauft, heute fliege ich den schmalen, schlammigen Trampelfpad durch die Wiesen hinunter (schnaufen tu´ ich aber trotzdem, vielleicht noch mehr als beim letzten Mal).

Unten dann wieder rechts, schmaler Asphaltweg durch die Moorwiesen (hübsch, auch wenn´s nicht so aussieht, wie man sich ein Moor vorstellt) ins Schannenbacher Unterdorf, das ich im Eiltempo durchquere und die einspurige K56 in Richtung Knoden hochlaufe.
Natürlich kein Verkehr, hier oben sagen sich an einem feuchtkalten Dezembertag Fuchs und Hase gute Nacht.

Aber es geht wieder bergauf, denn bei Schannenbach hab´ ich einige Höhenmeter verloren. Nicht steil, nicht lang, aber ich renne ja wie blöde, das zieht trotzdem bitterst rein.
Uffa!

Am kleinen Knodener Friedhof kurze Handypause – mein „Taxi“ fährt gleich in Seidenbuch los, muss und die brauchen nicht lange bis hier hoch. Muss also noch viiiiel schneller werden!!!

Die Landstrasse nach Links bis nach Knoden rein (winziges Dorf, kaum mehr als ein Weiler. Aber wunderbar pastoral, einer meiner Lieblingsorte im Odenwald) und gleich wieder rechts auf K55, die von hier aus bis runter nach Gadernheim führt.
Letzte kurze Steigung, nochmal auf über 500 m.ü.NN, tut weh und treibt mir die Puste aus den Lungen, dann verlasse ich die Knodener Höhe.

Von jetzt an geht´s bergab, immer nur den Strassenrand runter.
So schnell wie ich nur kann, so viel Strecke wie möglich erlaufen, bevor mich das Auto einholt.
Mit langen, weiten, schnellen Schritten fliege ich den Berg hinab.
So schnel war ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr, vom Gefühl her dürfte ich inzwischen deutlich unter der 5 min/km-Marke laufen.
Das Gefälle hilft etwas dabei, aber mein Puls und meine Atmung rasen trotzdem wie blöde, und meine Beine protestieren Lautstark gegen die Extrembelastung auf dem harten, abfallenden Asphalt.
Schnellschnellschnellschnell, vielleicht schaff´ ich´s wenigstens noch bis Raidelbach…

Durch das Waldstück hinter dem Köppel, dann die lange Gerade am Waldrand über dem Weiler Breitenwiesen entlang, der sich unterhalb der K55 in eine kleine Talmulde duckt, schließlich die Kreuzung über Raidelbach, an der ich links auf die geschwungene K210 einbiege, die in einem weiten Bogen (mit toller Aussicht) durch die Wiesen ins Raidelbacher Oberdorf führt.
Bei jedem Auto, das von hinten kommt, werfe ich einen hastigen Blick über die Schulter, aber bisher ist mein „Taxi“ noch nicht dabei…
Nur schnell weiter…

Raidelbach. Noch ein winziges Bauerndörfchen zwischen weiten, grünen Hangwiesen, ebenfalls sehr hübsch. Besteht aus zwei distinktiven Teilen, hier oben im Oberdorf war ich bisher noch nie (laufend, durchgefahren bin ich schon).
Viel Zeit zum Schauen bleibt aber nicht, keuchend und mit stampfenden Schritten fege ich geradewegs zwischen den wenigen Bauernhöfen hindurch, und dann bin ich auch schon wieder draußen, laufe weiter die Landstrasse hinab, die an einem einzelnden großen Bauernhof vorbei durch die Hangwiesen hinab ins Unterdorf führt.

Das Auto ist immer noch nicht in Sicht, ich kann also noch weiterlaufen.
Vielleicht schaff´s ich´s ja doch noch irgendwie bis Gadernheim.
Nur nicht nachlassen, auch wenn´s weh tut…
Graaaaaah!

Raidelbacher Unterdorf.
Hier war ich schon mal, bin im Sommer ´08 dem Nibelungenweg bis nach Reichenbach rüber gefolgt.
Heute: Andere Richtung.
Weiter bergab, schnellschnellschnell, fege wie ein fetter schwitzender Zeitlupenblitz zwischen den Milchbauernhöfen hindurch, und dann ist Raidelbach auch schon zu Ende, 200 m. offenes Gelände, dann bin ich in Gadernheim.
Fast am ausgemachten Ziel, und noch immer kein Auto in Sicht.
Das schaff ich!!!!

Schnellschnellschnell, aus dem letzten oder zumindest vorletzten Loch pfeifend die Raidelbacher Str. runter. Links ziehen die blockige Mittelpunktschule und de Sportplatz vorbei (Sonntagmittag, alles voller kickender Fußballer in bunten Laibchen), dann der Friedhof, dann geht´s um eine Linkskurve runter in den Ortskern – bin ich alles schon gelaufen, am liebsten würde ich hier noch mal einen Schlenker auf unbekannte Nebenstrassen machen, vielleicht mal zu der hübschen Gadernheimer Kirche im Heimatstil, die ich mir noch nie aus der Nähe angesehen habe.
Aber so kurz vorm Ziel wird nicht abgebogen, außerdem hab´ ich eh keine Kraft mehr für sowas, also geradwegs durch, so schnell mich die kreischenden Beine tragen runter an die Nibelungenstr./B47 in der Dorfmitte, und dort dann noch 150 m. links runter, bis zur Kurve, wo der Erbacher Hof sitzt, zum Treffpunkt.
Uuund – geschafft!!!
Im wahrsten Sinne des Wortes!!

Zittrig, keuchend wie eine Dampflok kurz vor der Explosion, mit schmerzigen Beinen und vom Schweiss brennenden Augen lehne ich mich total ausgepowert an die Hauswand in der Strassenkurve.
Uijuijui, so schnell war ich dieses Jahr noch nie unterwegs.
Hat das früher auch schon so weh getan???
Aber egal – ich hab´ das Wettrennen gegen das Auto gewonnen – Erster!
Hahaaa!
Und es gibt sogar einen Preis.
Nämlich: Bei Sturm und Kälte im Gadernheimer Nieselregen stehen und ausharren, bis das Taxi kommt.
Was überraschend lange dauert.
Wie sich rausstellt, hat sich meine Mutter auf dem Weg hier runter nämlich verfahren.
Da hätt´ ich mich auch nicht beeilen müssen… 😉

Trotzdem: War nochmal richtig gut, trotz grauem Himmel und Nieselregen, dank Tempo und ein bisschen spontanem Orientierungslauf-Abenteuer-Feeling… 🙂

Strecke: 9 km
Zeit: War so schnell, dass ich vergessen hab´, auf die Uhr zu gucken… 🙂 (aber so grob hab´ ich etwas über eine Dreiviertelstunde gebraucht; das ist ein Schnitt von fast 12 km/h – bei einem anspruchsvollen Berglauf!!!)
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 58,56% (5,27 km von 9 km)
Karte:

M.

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14 Antworten to “Im Sturmschritt über die Knodener Höhe: Seidenbuch – Gadernheim (9 km)”

  1. Kümmel Says:

    Hihi „fetter schwitzender Zeitlupenblitz“. Ich stell mir grad einen Raidelbacher Ureinwohner vor wie er ganz erstaunt diesen „fette[n] schwitzende[n] Zeitlupenblitz“ in Superslomo an sich vorbei springen sieht der eine zehn Meter lange Schweiß- und Dunstwolke hinter sich her zieht.

    Übrigens: In Seidenbach muss gar kein Weg ins Weschnitztal führen, denn.. na du weißt schon 😉

  2. matbs Says:

    Eh-eh, weiss ich nicht… 😀

    Seidenbach wär´ ja vielleicht noch verhandelbar, auch wenn´s definitiv NICHT IM TAL liegt.
    Aber Seidenbuch?
    Nä! 😉

  3. Kümmel Says:

    Seidenbuch liegt genau wie Breitenwiesen, Kolmbach und Lindenfels noch diesseits der Kuppe, Schannenbach, Knoden, Raidelbach und Gadernheim nicht mehr.

    Aber für dich zählen Bergflanken ja nicht, obwohl auch die Innenwand einer Badewanne definitiv nicht außerhalb der Badewanne liegt. Und in der „Badewanne Weschnitztal“ gibt es einfach nur auch noch ein paar Zwischenerhebungen und lokal betrachtete Innentäler, die aber an der Funktion des Außenrandes nichts ändern.

    • matbs Says:

      Nee nee nee, du, das ist hier doch nicht wie in der Politik, wo fragwürde Thesen auch scheinbar richtiger werden, wenn man sie oft genug wiederholt… 😉 😀

      Zumal mir das Badewannenbeispiel auch ein bisschen zu hinken scheint, schließlich enthält der Begriff „Tal“ ein implizites Element von „unten zwischen den Hängen“, das sich im Begriff der Badewanne nicht findet. 😀

      Von daher erkläre ich hiermit in meiner Funktion als ausgewiesene Koryphäe zum Thema Weschnitztal (ich weiss zum Beispiel, wo Schloss Birkenau liegt, das kann nicht jeder von sich behaupten… ;), dass Seidenbuch definitiv niemalsgarüberhaubtkeinbisschennicht dazu gehört. 😉

      • Kümmel Says:

        Meine Thesen sind absolut beeindruckend und natürlich werden sie nicht richtiger, weil sie eben schon richtig sind. Durch meine Wiederholungen versuche ich nur zu verhindern, dass sie durch die ständige Wiederholung falscher Thesen verwässert werden. 😉

        Die Badewanne hingt gar nicht. Säge sie meinetwegen auf halber Höhe ab und lege zusätzlich irgendeine Folie rein, die diverse Falten wirft. Die Falten der Folie bilden die Zwischentäler, die man bei einer partiellen Betrachtung als jeweils einzelnes Tal betrachten kann. Der Gesamtkomplex Badewanne wird dadurch aber beeinträchtigt.

        Spielt man deine Tälerinterpreation weiter müsste es nämlich noch viel weiter gehen. Denn schon jedes kleine Rinnsal ist streng betrachtet ein Tal, denn es fließt ja Wasser zwischen zwei Erhebungen entlang. Beispielsweise habe ich mal Richtung Glattbach jedes kleine auf Karten verzeichnete Blau in GE übertragen. Da wird man ja irre. Aber so sieht man dann, dass diese oder jene Fläche bestehenden aus teilweise dutzenden Rinnsalen ein gemeinsames Ziel haben (-> tiefster Punkt des Weschnitztales; Talausgang bei Weinheim). Das geht in der Ecke bis nach Breitenwiesen hoch. Und dahinter haben die Rinnsale eine andere Richtung. Die Grenze zwischen diesen Flächen bildet den Höhenrücken, der auch die Grenze des Weschnitztales darstellt.

        Und dass es innenliegende Gebiete gibt, die man in sich betrachtet auch als Tal ansehen kann ist ja richtig, aber es ist Teil des Gesamtkomplexes und schließt ihn nicht aus. Man betrachtet nur eine andere Größenordnung.

        In der nächstgrößeren Ordnung könnte man das Weschnitztal als bloßes Nebental bis zum nächsten Talausgang ansehen, der dann z.B. geologisch betrachtet bei Bingen liegen könnte.

        • matbs Says:

          Wenn der Badewannenvergleich nicht hinkt, dann ist er schon amputiert und sitzt im Rollstuhl… 😆

  4. Evchen Says:

    *hihi* Spaßig, auch mal von Dir in bewußt-schnell zu lesen und ich finde auch, daß sich Deine Geschwindigkeit sehen lassen kann. Holla!
    Aber „Meditationsseminar“? *augenbrauehochzieh* Bist Du Einzelkind? *schelm*

    • matbs Says:

      Tja, mit dem richtigen Zeitdruck im Rücken können eben auch dicke, träge Trödelläufer wie ich ein bisschen aufdrehen…

      Nicht verstanden habe ich jetzt allerdings, was die irgendwelche spirituellen Freizeitaktivitäten meiner Eltern mit meinen nichtvorhandenen Geschwinstern zu tun haben.
      Ratlose Verwirrung allenthalben…


  5. […] Im Sturmschritt über die Knodener Höhe: Seidenbuch – Gadernheim (9 km) […]

  6. Evchen Says:

    Ha! Also bist Du Einzelkind. *blödel*

  7. An-Kas Says:

    Wieder mal ein spannender Lauf! Ich war so gebannt, weil irgendwie dachte ich, dass DU dich vielleicht mal verläufst und deine Ma eine Suchaktion starten muss, aber so war es ja dann doch nicht 😉 *schmunzel*
    LG, Anke

  8. matbs Says:

    Sowas Ähnliches hatten wir schonmal:

    https://laufblog.wordpress.com/2009/06/05/wenn%c2%b4s-dem-esel-zu-gut-geht/

    Überhaupt nicht so spaßig, wie man sich das vorstellt.
    Seitdem versuche ich mich nur zu verirren, wenn mich niemand erwartet… 😉


  9. […] in den Ortskern. Hier stoße ich dann auf Höhe des Erbacher Hofes (an dem ich ja gerade erst vor drei Wochen zum letzten Mal vorbeigekommen bin) die Nibelungenstr./B47, der ich von nun an für mehr als 11 km […]


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