Jahresabschlusspost 2009

1. Januar 2010

So.
Der 1.1. 2010 geht zu ende, damit ist 2009 wohl endgültig vorbei.
Zeit für den Kassensturz.
Und zwar ausnahmsweise mal in eher kurz, nur so zur Abwechslung (und weil ich keinen gaaanz langen machen mag)… 😀

2009 = exzellentes Laufjahr.
Weil: Ich bin so weit rumgekommen wie nie zuvor, habe unglaublich viele spannende/schöne/interessante neue Orte, Landschaften, Geschichten endeckt.

Anfang des Jahres waren 163 Orte im Streckennetz.

Jetzt sind es 306.

143 neue Orte (natürlich samt umliegender Landschaft) in nicht mal 12 Monaten, entdeckt und erlebt auf ganz vielen großartigen, spannenden, faszinierenden Touren, oftmals in Gegenden, die ich noch nie zuvor besucht habe, teilweise nicht mal ansatzweise kannte – für sowas laufe ich, und im vergangenen Jahr hatte ich mehr davon als jemals zuvor:


Ich bin in den Taunus gekommen, in den Rheingau, nach Rheinhessen und in den nordöstlichsten Zipfel der Pfalz, ins Rhein-Main-Gebiet und ins Ried, war am Rhein, der Bergstrasse und im tiefsten Odenwald, in Nordbaden und im Pfälzerwald unterwegs, und sogar nach Franken hab´ ich´s geschafft.
Ich habe die Kalmit bezwungen, die Hohe Wurzel, den großen und den kleinen Feldberg, den Altkönig, und natürlich ganz viele Odenwaldhöhen.
Ich war in Frankfurt und Mannheim, bin nach Wiesbaden, Mainz und Offenbach gelaufen.
Ich hab´ das Weschnitztal und das Gersprenztal erkundet, das Dieburger Land, bin über den Rhein gefahren und über den Main gelaufen, auf unzählige Aussichtstürme geklettert und durch Burgruinen in mehreren Mittelgebirgen gestreift, habe Klosterruinen, Fachwerkorte und urbane Stadtgebiete in insgesamt vier Bundesländern durchquert, habe das gute alte Oberrheintal aus ganz vielen grandiosen Perspektiven überschauen können und auch den einen oder anderen Blick auf die mehr oder weniger fremden Ländereien jenseits davon werfen können.
Ich bin von ganz unten nach ganz oben gelaufen und von ganz oben nach ganz unten, vom Rheinufer ins Binnenland und vom Binnenland ans Rheinufer.
Ich war auf Nibelungensteig und Rheinsteig genauso unterwegs wie auf dem Jakobsweg, und sogar auf den vermeintlich unschaffbar weiten Weg nach Frankreich habe ich mich getraut (auch wenn der noch nicht zu Ende ist… ;)).
Ich habe alle Jugenheims der Welt erlaufen, war bei Welterbestätten und an Orten mit schrecklicher Vergangenheit, habe den geheimnisvollen Kreis Offenbach am Rand der zivilisierten Welt angekratzt und laufend meine staatsbürgerlichen Pflichten erfüllt, hab´ mich für kleine und große Triumphe belohnt und hin und wieder auch mal furchtbar geärgert.
Auf mehr als 40 Läufen mit der Kamera habe ich Tausende von Fotos geschossen, ich habe literweise Cola gesoffen und mindestens ein halbes Schwein in Kochkässchnitzeln verdrückt, bin mit Hund und ohne gelaufen, und mit alten und halbalten und neuen Freunden, wäre beinahe von der Polizei mit Wärmebildkameras gesucht worden, bin Wisenten, Nandus, Hirschziegenantilopen, Berberaffen, Maras, Guanakos, Yaks, Dromedaren und Gnus begegnet, habe deutschlands einzigem Zebresel kurz vor seinem Tod die Schnauze gestreichelt und mit den Glühwürmchen getanzt, bin von Bussarden attackiert worden, hab´ mir Brandwunden in die Oberschenkel gescheuert und bin fast verdörrt und fast verhungert, bin über Mauern geklettert und unter Zäunen durchgerobbt, hab´ Sonne getankt, Wolken verflucht und Schnee genossen.
Und das sind nur die Dinge, die mir auf die Schnelle einfallen… 😀

Vor allem habe ich aber noch mehr realisiert, dass ich so und nicht anders laufen will, in die Fremde, ins Neue, ins Unbekannte, von dem es da draußen noch so viel, viel mehr gibt, eine ganz faszinierende, wunderschöne, spannende Welt jenseits des Horizonts, voller Orte, Landschaften, Menschen, Geschichten, die nur darauf warten, entdeckt zu werden…

Und deshalb war´s am Ende ein richtig, richtig gutes Laufjahr, obwohl´s am Anfang wegen Zeitmangel und Stress und Sorgen und Nöten und Wehwehchen gar nicht so sehr danach ausgesehen hat.
Aber manchmal wird´s eben besser mit der Zeit… 😉

Nicht vermisst hab´ ich übrigens die Laufveranstaltungen.
Von denen hab ich 2009 keine einzige mitgemacht, und es fehlt GAR NIX. Brauch´ ich nicht mehr, muss ich nicht mehr, will ich nicht mehr.
Schließlich ist ein Ziegenpfädchen ins Unbekannte hundert mal interessanter als sich zusammengepfercht mit dutzenden, hunderten, tausenden anderen schwitzenden, stinkenden Laufdeppen irgendeine öde vorgegebene Strecke entlangzuwälzen, von der man eh nix mitkriegt.
Nee danke, da werd´ ich wohl auch 2010 verzichten (wahrscheinlich zumindest, ein bisschen wankelmütig bin ich ja trotzdem… 😉 ).

Ebenfalls nicht schlimm: Ich bin lahm geworden im letzten Jahr, und brauche für einen durchschnittlichen Flachlandkilometer inzwischen ca. 30 Sekunden mehr als Ende 2008.
To which I can only say: Who cares? 😀

So schaut´s aus.
Mal sehen, was ´10 so bringt (hoffentlich mehr davon… 😉 ).

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8 Antworten to “Jahresabschlusspost 2009”

  1. Evchen Says:

    Boah, Matthias, was bin ich erleichtert, daß wenigstens einige Deiner Hyperlinks bei mir rot und nicht alle blau sind! *nervöslächel* Und nein, die werde ich nicht alle nachlesen. Ich halte mich dann lieber aktuell. 😉
    Ich könnte es jetzt anhand Deiner Wochenrückblicke nachrechnen, aber verrätst Du mir, wieviele km Du in 2009 geschrubbt hast? Reine Neugierde.

    Uhund Du darfst Dir einstecken, daß Du ein Laufküken angesteckt hast. Ich weiß nur noch nicht so ganz, ob ich froh oder ärgerlich darüber sein soll, daß ich meine Hausstrecke nur noch mit einem Naserümpfen laufe (unter der Woche und im Dunkeln habe ich dann doch keine Lust auf neue Pfade).

    Sehr fein, bitte weiter so! 😀

  2. matbs Says:

    Pfft. Dann halt nicht.
    Aber in Ordnung ist das nicht, wo ich mir doch soviel Mühe gemacht habe…
    😀

    Jahreskilometer. Erm, humpf, naja also weisst du, eigentlich weiss ich die auch nicht genau.
    War irgendwie nicht wichtig, deshalb hab´ ich sie nie ausgerechnet.
    Wenn du drauf bestehst, muss ich sie nochmal zählen (da bleiben mir auch nur die Wochenrückblicke), falls nicht lassen wir´s doch einfach bei „etwas über 2000“, das dürfte hinkommen… 😉

    Oh, und sei´ auf jeden Fall froh – Laufen ist zum Entdecken und Erkunden da, alles andere ist einfach nicht das Gelbe vom Ei.
    Zumal du ja eine der spannendsten und schönsten Gegenden des Landes vor der Haustür hast und außerdem den wunderbaren Luxus besitzt, dass du gerade erst am Anfang stehst – da wartet das Neuland bereits hinter dem nächsten Hügel auf dich, während ich schon ganz schön suchen muss, bis ich´s finde… 😉
    Das ist total viel Wert, also mach´ was draus, und viel Spaß dabei! 🙂

  3. Gerd Says:

    Ein schöner und vor allem positiver Jahresabschluss. Freut mich für Dich!
    Und vor allem wünsche ich Dir, dass deine Expeditionen immer erfolgreich verlaufen! 😉

  4. matbs Says:

    Und mich erst! 😀

    Das schöne an den Expeditionen ist ja, dass die Erfolgsschwelle eigentlich total niedrig liegt – ich brauch einfach nur ´n neues Kaff hinterm nächsten Wäldchen (vielleicht mit einer hübschen Kirche, ein paar Fachwerkhäusern oder ´nem Schloss), und schon bin ich glücklich.
    Das sollte hin und wieder machbar sein… 😉

    Auf jeden Fall: Dankeschön!

  5. Hannes Says:

    Matthias, irgendwie finde ich deinen „Rückblick“ genial. Deine Beschreibungen, wo du warst und was du alles erlebt hast – das zeigt sehr deutlich, wie viel Freude du daran hast!

    Mal schauen, wann du umziehen musst, weil die Fahrtkosten in die Ferne zu den neuen Wegen deine Möglichkeiten überschreiten ;-P

    Ach, und falls es bei dir eine Wunschbox gibt: Ich hätte Lust auf etwas mehr Pfälzerwald in Richtung Kaiserslautern? x)

    • matbs Says:

      Dankeschön! 🙂

      Das mit dem Umziehen (wenn auch vielleicht aus etwas anderen Gründen) ist ja beileibe nicht vom Tisch, mal schauen, was das Jahr so bringt…

      Und die Wunschbox – hmm, nach Lautern rüber… Da müsste könnte man von Neuleingen westwärts, durch den Stumpfwald und den dicksten Pfälzerwald, wo´s kilometerweit keine menschliche Behausung gibt.
      Spannend.
      Hmm… 😀

  6. Daniel Kopp Says:

    Cheffe, den Rückblick finde ich auch genial. Die meisten Links waren bei mir noch jungfräulich und einige sinds noch immer. Ich hab also noch zu tun.

    2009 scheint kein schelchtes Jahr für dich gewesen zu sein. Hut ab! Schöne Läufe. Die Jahreskilometer interessieren dabei eigentlich gar nicht, ich zähle nicht mal.

    LG
    Daniel (der sich weiter durchklickt *puhhhh*)

  7. matbs Says:

    Muchas Gracias!

    2009 war total tofte, da muss ich mich jetzt schon ganz schön anstrengen, um 2010 noch tofter hinzukriegen. Zumal das Unbekannte irgendwie viel weiter weg von zuhause erscheint als letztes Jahr… 😀

    Viel Erfolg beim Durchklicken, ich glaub´ an dich!!!


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