Netter 15er zwischen Darmstadt, Eberstadt und dem Mühltal (15,2 km)

7. Januar 2010

Ui!
Wasn das da draußen vor dem Fenster?
Sonne auf Schnee!
Sieht nett aus.
So nett, dass die Lauflust spontan aus dem Winterschlaf erwacht, dem Laufblues einen metaphorischen Tritt in seinen metaphorischen Hintern verpasst und – zumindest zeitweilig – das Kommando übernimmt.

Laufen gehen.
Yaay!

Und zwar in den Hügelwäldern südöstlich von Darmstadt, wo´s noch unerlaufene Weg gibt, wenn man das nur will.
Gestern hatte ich dazu noch folgendes zu schreiben:

Was für´n blöder Aufwand, nur um am Ende 500 m. bisher unerlaufene dröge Forstwege rauszukriegen.
Nee, das will, das kann ich heute nicht.

Heute hingegen setz´ ich mich einfach hin und plotte eine grobe Route. Wird nicht alles neu, aber mindestens 50% unerlaufene Wege sollten locker drin sein.

Und dann wird aufgebrochen, im Schein der sanftrosig-funzligen Sonne nordwärts gen Darmstadt.
Unterwegs stoppe ich noch kurz im Schuhladen meines Vertrauens um zu fragen, ob die neuen Schuhe, die ich zwischen den Jahren bestellt habe, inzwischen angekommen sind.
Sind sie nicht.
Muss ich nochmal mit den alten auf die Piste, das könnte ein bisschen wehtun…

Start auf dem Waldparkplatz an der Marienhöhe, am Waldrand über Eberstadt. Hier oben liegt ordentlich Schnee, der ein bisschen in der fahlen Sonne glitzert, er herrschen tropische -3 Grad, alles bestens, also renn´ ich gleich los.

Erstmal die Strasse „Auf der Marienhöhe“ runter in Richtung Eberstadt.
Adventistenland. Links die große Adventistenkirche, rechts die altehrwürdige Privatschule Marienhöhe, die ebenfalls von den Adventisten betrieben wird.
Ich beeil´ mich gleich mal ein bisschen.
Adventisten sind glaub´ ich freundliche, nette Menschen, aber so ganz geheuer sind sie mir als areligiösem Agnostiker nicht (spätestens seitdem sie mir vor einiger Zeit mal einen netten Abend mit einer hübschen, klugen, lustigen Frau mit Sommersprossen torpediert haben, weil sie nachts um halb Elf zu siebzigst schweigend und betend im Wald an der Ludwigshöhe rumstehen mussten. Das war so ein bisschen weird und hat die gelöste Stimmung da oben doch irgendwie arg kompromittiert…).

400 m., dann biegt die Strasse links den Hang runter nach Eberstadt ab, ich laufe aber geradeaus weiter, wo ein schmaler und etwas glatter Fußweg zwischen den letzten Häusern hindurch ins ins bewaldete Tälchen am Steckenborn führt.

Über den kleine Bach, dann auch gleich wieder aufwärts, aber sanft, den mit festgetretenem Schnee bedeckten Weg am Waldrand auf der anderen Tälchenseite hoch.
Hatte eigentlich damit gerechnet, dass der unmarkiert ist, tatsächlich begleitet mich aber der Sparkassen-S-Marker des Darmstädter Sieben-Hügel-Steigs.
Um so besser!

Hab´ ich eigentlich schon erwähnt, dass es so rein technisch gesehen ziemlich beschissen läuft?
Nein?
Tut´s aber.
Weil: Die Schuhe liegen im Sterben.
Das hab´ ich ja bereits kurz vor Weihnachten festgestellt, und seitdem sind noch 120 km draufgekommen, da ist einfach Sense mit der Dmämpfung – jeder Schritt ist hart, schmerzig und geht durch Waden und Oberschenkel bis in die Hüfte rein. Außerdem scheuern sie irgendwie, zum ersten Mal seit ich sie habe, was mir bis zum Ende der Tour eine blutverschmierte rechte Ferse einbringen wird.
Zeit, dass die neuen ankommen…

Die gute Nachricht ist allerdings, dass mir „technisch gesehen läuft´s scheisse“ heute schnurzpiepegal ist.
Ich hab´ richtig Spaß, die Gegend ist schön und interessant, die Luft frisch und frostig, auf dem weißgrauen Schnee glitzert ein bisschen Sonne – da kann das Laufen ruhig ein bisschen unbequem sein, an einem Tag wie heute steck´ ich das locker weg. 🙂

Am Waldrand um den Hügel herum, dann weiter in Richtung Prinzenberg.
Jetzt bin ich bereits mitten in den Streuobstwiesen, einer freundlichen Hügellandschaft aus Wiesen, Feldern und kleinen Gärten, die sich zwischen Eberstadt im Tal und den bewaldeten Höhenzügen entlangzieht – wunderschön, und prima zu laufen (vgl.hier, zwar ohne Schnee aber dafür mit Fotos).

Weiterhin aufwärts dem Waldrand hinterher, dann rechts ab und den extrem steilen oberen Prinzenbergweg hinauf, der durch die Wiesen geradewegs über die vorgelagerte Kuppe des Prinzenbenbergs führt.
Hier wird gerodelt, da muss ich ein bisschen aufpassen, als ich auf dem harten, glattgerutschten Schnee die Steigung hinaufkeuche, damit mir kein steuerungsunfähiger Nachwuchshacklschorsch auf ´nem Plastikschlitten die Beine wegsäbelt.
Das klappt (das Aufpassen, nicht das Wegsäbeln).

Oben angekommen kurze Verschnauf- und Aussichtspause, um den wunderbaren Ausblick zu genießen: Nach Südosten in den Odenwald rein in Richtung Neutscher Höhe, nach Süden am Frankenstein vorbei zum Melibokus (der heute nur Silhouettenhaft auf dem rosigen Eisnebel ragt), und nach Westen, über Eberstadt hinweg in die Rheinebene, die ebenfalls in frostigrosanen Dunst gehüllt ist.

Dann geht´s wieder an den Waldrand zurück, wo ich auf einen guten, alten Bekannten stoße, nämlich den Weitwanderweg Odenwald-Vogesen (roter Balken).
Dem folge ich nun einfach weiter nach Süden, zwischen Wald und verschneiten Streuobstwiesen, über kleine Kuppen und flache Bachtälchen.

Zuerst mal bergab, vom Prinzenberg runter, auf einemfestgetretenerschneerutschigen Pfädchen, das viel steiler ist, als ich es in Erinnerung habe (sehr unangenehm auf den durchgenudelten Schuhen!), dann am freundlich plätschernden Bach am Melittabrunnen vorbei (hier ist alles voll mit Brünnchen, Tempelchen und Anhöhen, die nach irgendwelchen Adeligen benannt sind, dank der schönen Landschaft und der Nähe zur ehemaligen Residenzstadt Darmstadt), weiter über den Weinweg, und schließlich auf einem schmalen, unebenen Pfädchen aufwärts in den Wald unterhalb vom Lindenberg.

Bequemer Waldweg, leicht abfallend, dem folge ich jetzt einfach mal ein ganzes Stück, durch ein paar flache Seitentäler unter den Kuppen von Lindenberg und Bordenberg, vorbei am Walthersteich
und dem Mathildentempel, immer weiter grob südwärts (irgendwann wieder ohne Markierung, denn der Weitwanderweg Odenwald-Vogesen knickt zurück zum Waldrand ab – zwar ein wunderschönes Stück da unten, aber ich bin´s schon gelaufen, also bleibe ich auf dem unmarkierten Forstweg oben im Wald), bis ich den südlichsten Zipfel des Waldes über der Papiermühle im Mühltal erreiche.
Spannende Ecke, denn hier stoßen Darmstadt und der Odenwald aneinander, was für mein Gefühl immer noch so ein bisschen seltsam ist, auch wenn mein Kopf eigentlich schon seit Jahren realisiert hat, dass die direkt nebeneinander liegen.

Ab hier sieht der Plan eigentlich vor, dass ich einen total wirren Zickzackkurs zurück nach Norden laufe, auf irgendwelchen unmarkierten Waldpfaden und kleinen Schneisen, die ich noch nie genommen habe, über die Anhöhen.

Dummerweise find´ ich die Waldpfade und Schneisen nicht so recht.
Liegt vielleicht am vielen Schnee, der vieles Verdeckt.
Oder daran, dass meine Wanderkarte nicht mehr die jüngste ist – was 2002 noch als strichlig eingezeichneter Trampelpfad durchgegangen ist, das kann 2010 schon wieder unwegsame Wildnis sein…

Und auf gut Glück querfeldein in den steilen Winterwald reinzulaufen, da hab´ ich heute irgendwie keine Lust zu.
Also nehm´ ich halt den Papiermüllerweg (gelbes V) und später den Lindenbergweg (gelbe 4) – die sind ordentlich, bequem und verlaufen am Waldrand direkt hinter den Häusern von Traisa genau dahin, wo ich hinwill.
Gut, keine neue Strecke, aber das letzte Mal bin ich hier vor zweieinhalb Jahren im Hochsommer vorbeigekommen, das ist nah genug dran an „neu“… 😉

2 km zurück nach Norden, zwischen Wald und Traisa.
Angenehm zu laufen (oder wäre es, wenn meine Schuhe noch angenehm zu laufen wären), landschaftlich nett, weitgehend eben und bequem, hin und wieder mal mit ein paar eingemummelten Spaziergängern und Hundegassigehern.

Schließlich geht´s dann doch aus dem Wald raus und nach Trautheim rein, an der Emelinenhütte vorbei und über die B449 in die Strasse „Am Trautheim“, dann am Ortsrand weiter die Waldstr. hoch, über die Gleise der Odenwaldbahn und schließlich direkt hinter dem Ortsschild von Traisa links auf den verschneiten Datterichpfad, der über den gleichnamigen Naturparkplatz zurück in den Wald bis zur Kreuzung am Traisaer Hüttchen führt.

Als ich das letzte mal hier vorbeigekommen bin, vor anderthalb Jahren beim ersten Darmstädter Halbmarathon, hat hier ein kleines Grüppchen Mühltaler Bürger gestanden und angefeuert.
Heute ist´s dagegen entschieden einsamer, da hab´ ich nur meine leicht schmerzenden Füße zur Gesellschaft… 😉

Geradeaus weiter, ein Stück neben der Trasse der Odenwaldbahn entlang, dann halbrechts auf den Weg mit der gelben 3, der auf den hübschen Namen „Brünnchen- und Quellenweg“ hört.
Nett.
Allerdings auch ein bisschen holprig und schmal, aber das macht mir nichts, im Gegenteil, nach den vielen hartgefrorenen und -getretenen Passagen ist es eigentlich sogar ganz nett, mal wieder ein Stück zu laufen, auf dem der Schnee noch etwas höher und unberührter liegt.

Etwas mehr als einen halben Kilometer geht´s nordostwärts durch den Winterwald, dann erreicht der Pfad das flache, hübsches Tälchen an der Eleonorenquelle, in dessen Mitte einen zugefrorenes Bächlein (Name: Unbekannt, weder Wanderkarte noch Online-Stadtplan helfen weiter) ruht, dessen Ufer ich nach rechts/ostwärts folge.

Und zwar ein ganzes Stück, erst noch auf dem Pfad, später dann auf wieder auf einem ordentlichen Waldweg, bis die gelbe 3 schließlich links auf den schmalen Traisaer Weg ab will, der über den nächsten flachen Buckel nach Norden führt.
Ich hinterher.

Etwas abenteuerlicheres Stück, denn der Schnee ist hier tiefer und relativ jungfräulich, außerdem liegt rechts des Weges ein waschechtes prähistorisches Hügelgrab (sagt zumindest die Wanderkarte, mit bloßem Auge seh´ ich – wie bei den meisten Hügelgräbern – nix), und kurz darauf komm´ ich dann am Unteren Pürschweg an, der mit dem weißen Andreaskreuz des europäischen Fernwanderwegs 1 markiert ist.

Auf dem geht´s jetzt nach Westen, so langsam an den Rückweg.
Wird auch höchste Zeit, den offensichtlich hab´ ich die Streckenlänge (die ich heute nur so Pi mal Daumen überschlagen habe) gehörig unterschätzt – eigentlich hatte ich die Tour ganz grob auf zehn oder elf Kilometer taxiert, aber nun bin ich schon über eine Stunde unterwegs, und bis zum Ziel sind´s noch einige Kilometer.
An sich kein großes Problem, wenn nicht die Dämmerung einsetzen würde – fünf Uhr Mittags am siebten Januar, da bleibt nicht mehr viel Tageslicht übrig, um sich durch den nicht wirklich vertrauten Wald zu finden…

Also: Tempo hoch, mit schweren (verdammte Schuhe!) aber zügigen Schritten den etwas abschüssigen Fernwanderweg entlang, der in einer langgezogenen Minitaldelle durch den dämmrigen Wald führt.

Rechts im Tal neben dem Weg ziehen Gewässer vorbei, erst der obere Jägermeisterteich an der Darmbachquelle, dann, einen halben Kilometer später, die Fischteiche an der Fischerhütte, eine ganze Serie hintereinanderliegender kleiner Waldseen, in deren eisumrandeten Oberflächen sich der graudämmrige Abendhimmel spiegelt.

Der Fernwanderweg schlängelt sich auf einem Damm zwischen zwei der Teiche hindurch und erreicht kurz danach eine Kreuzung am Rand der Wiesen im Naturschutzgebiet Darmbachaue.
Eigentlich hatte ich hier rechts hoch gewollt, um noch einen kleinen Abstecher über den TU-Campus an der Lichtwiese zu machen, aber nun entscheide ich mich dagegen – in ein paar Minuten ist Nacht, und wenn ich bis dahin nicht auf dem richtigen Weg bin, dann krieg´ ich echte Probleme mit der Orientierung, das will ich nicht riskieren.

Also lieber die kürzere Variante (soweit ich das im schwindenden grauen Halblicht auf meinem Plänchen noch feststellen kann): Geradeaus den Kirchweg entlang (gelbe 2, gelbe 3, Da3), bis zum unbeschrankten Übergang über die Gleise der Odenwaldbahn mitten im Wald (kurz bevor ich ankomme rattert ein Zug vorbei, dazu blinkt ein Satz roter Warnlichter gespenstisch neben dem Übergang), dann weiter bis zur quer verlaufenden Dachswiesenschneise.
Vage bekannt, hier bin ich schon einmal gelaufen, beim Halbmarathon vor eineinhalb Jahren.
Damals ist mir hier die Puste ausgegangen, heute ist es das Licht…

An der Dachswiesenschneise ein letzter Blick aufs Plänchen, bei dem ich versuche, mir die Reststrecke möglichst gut einzuprägen, bevor ich das zerknitterte Papier endgültig wegstecke. Das Licht ist fast alle, von nun an muss ich nach Gefühl und Erinnerung navigieren…

Zuerst mal kurz rechts, dann die nächste links auf die Vorderwiesenschneise, die geradewegs über den Dachsberg führt.
Der ist zwar nicht hoch, aber mit 40 oder 50 HM auf weniger als 300 m. Aufstieg brutal steil, besonders wenn man´s eilig hat. Dass der Schnee auf der Strecke hart und glatt gerodelt ist, hilft auch nicht gerade (auch wenn ich insgeheim froh über die Rodler bin, von denen einige immer unterwegs sind – das macht den dunklen Winterwald etwas weniger einsam)…

Puhaaaa!!
Auf der Turmkuppe passiere ich einen Funkturm an einer riesigen Mauer, dann geht´s auch schon wieder bergab, genauso steil und rutschig den Dachsberg runter wie ich eben hochgelaufen bin.

Unten wechsle ich dann auf die Wilbradschneise (Markierungen sind da, aber ich kann sie nicht mehr richtig erkennen), an deren Ende die Scheinwerfer des PKW-Verkehrs auf der B449 durch die die dunkelblau-tintige Dämmeratmosphäre tanzen.
Inzwischen ist es so dunkel, dass die Umgebung nur noch schemenhaft zu erkennen ist. Zum Glück liegt der Schnee auf den Wegen, das hilft wenigstens ein bisschen.

Ich erreiche die Bundesstrasse und überquere sie, danach laufe ich links zum Parkplatz Ludwigshöhe, dort dann rechts die alte Bogenschneise runter (gelbe 1, gelbe 2).
Zumindest glaube und hoffe ich das, sicher kann ich mir angesichts der Finsternis nicht mehr sein…

Und weiter geradeaus, auf dem schemenhaft weiss erkennbaren Waldweg durch den dunklen Wald, der bei leichtem Schneefall still in die eisige Winternacht hineindämmert.

Wenn ich alles richtig gemacht habe, wird mich der Weg geradewegs ans Ziel bringen.
Wenn nicht… tja, dann wird´s so ein bisschen haarig: Der Wald hier hinten hat ein sehr dichtes Wegenetz, auf dem man sich als nicht wirklich Ortskundiger selbst im Hellen ganz gut verfransen kann.
Und im Dunkeln, ohne Karte oder Anhaltspunkte – naja, hoffen wir einfach mal auf „Alles richtig gemacht“…

Weiter durch den Wald, den Frost, die Nacht, mal ein bisschen hoch, dann wieder runter. Keine Geräusche außer meinem kondensierenden Atem und dem leisen Knirschen meine Schritte, nichts zu sehen außer Schwärze über dem gräulich-weissen Waldboden.
Dann gabelt sich der Weg, keine Ahnung ob er soll oder nicht, ich halte mich einfach mal rechts, wo´s leicht aufwärts an einem Hang hoch in den Wald geht.
Irgendwann tauchen schräg vorne oben Lichter auf, funzlig und gelb zwischen den stillen, kahlen Stämmen, offensichtlich an einem blockigen Gebäude.
Ich beschließe einfach mal, dass das die Sternwarte auf der Ludwigshöhe sein muss, und dass ich damit richtig bin.

Und ich habe recht – die Lichter ziehen langsam rechts vorbei, kurz darauf erreiche ich eine Abzweigung, an der ich schemenhaft einen bekannten Wegmarker an einem Baumstamm ausmache: Roter Balken auf weissem Grund – ich bin wieder am Weitwanderweg Odenwald-Vogesen.
Ganz ehrlich: So ein kleiner Stein fällt mir da schon vom Herzen.

Von hier aus ist es dann nicht mehr weit: Noch ein kurzes Stück weiter bis zum Fahrweg zur Ludwigshöhe, die man nun auch schon rechts auf der Bergkuppe erkennt, vor allem natürlich den wunderschön angestrahlten Ludwigsturm, der der wahrscheinlich beste Aussichtspunkt im gesamten Darmstädter Stadtgebiet ist.

Hier muss ich nun nur noch abwärts, die schwarze, trockene Asphaltbahn hinunter zum Walrand und weiter zum Parkplatz an der Marienhöhe, wo das halb eingeschneite Auto bereits sehnsüchtig wartet.

Hey, das war richtig gut. Die Landschaft da hinten ist richtig hübsch, prima zu laufen, sehr abwechslungsreich. Der Schnee war heute auch wieder nett, und das bisschen Abenteuer in der Dunkelheit am Ende hat sogar noch mal ein wenig geprickelt.
Bloß die Schuhe, die gehen leider gar nicht mehr, das merke ich im Nachhinhein, in den Füßen, den Beinen, selbst an den Hüften.
Ich glaube, mit denen geh´ ich jetzt nicht mehr laufen, hoffentlich kommen bald die neuen…

Strecke: 15,2 km
Zeit: Von kurz vor Vier bis in die Dunkelheit
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 64,8% (9,85 km von 15,2 km)
Karte:

M.

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11 Antworten to “Netter 15er zwischen Darmstadt, Eberstadt und dem Mühltal (15,2 km)”

  1. Gerd Says:

    Lieber Matthias,
    was hältst Du den von einem zweiten paar Laufschuhe? Ein zweites Paar würde Dich nicht unbedingt in den Rang des Laufzubehörjunkies versetzen, aber man hat so die Möglichkeiten ein bisschen zu wechseln.
    Kommt den Füßchen übrigens entgegen! 😉
    Du hast ja bestimmt mehr als ein paar Straßenschuhe, oder?

  2. matbs Says:

    Lieber Gerd,

    ach nein, das ist mir doch zu dekandent… 😀

    Aber im Ernst: Bisher war das mit dem einen Paar nie ein Problem – wenn die alten durch waren, bin ich einfach in den Schuhladen gegangen, hab´ durchprobiert was da war, und die besten gleich mitgenommen.
    Dieses Mal hab´ ich´s aber anders gemacht und einfach nochmal genau dieselben Schuhe, die ich im letzten Dreivierteljahr benutzt habe. Die haben nämlich auf Anhieb gepasst, und das lästige Anprobieren konnte ich damit umgehen.
    Allerdings waren die nicht vorrätig, „aber in ein paar Tagen sind die da“, hat´s geheissen.
    Das ist jetzt zwei Wochen her, kann also nicht mehr lange dauern…

    PS: Äh, natürlich hab´ ich nur ein paar Straßenschuhe. Mehr brauch ich ja nicht… 😉

    • Gerd Says:

      Du bist unverbesserlich!
      Ich höre ja auch auf Dich und fahre jetzt ab und an mit der Bahn!

      • matbs Says:

        Ist das jetzt so´ne „ich hab´ auf dich gehört, deshalb musst du jetzt auf mich hören“-Geschichte?
        Verflixt… 😀

        Na gut, ich denk´ mal drüber nach (würde es zählen, wenn ich mir gleich nochmal ein Paar desselben Modells kaufen würde, damit ich beim nächsten Wechsel nicht mal mehr in den Laden muss?). 😉

  3. Daniel Kopp Says:

    Soll ja so Irre geben die laufen Barfuss. Also Matthias, ganz in diesem Sinne: „Das Wetter ist herrlich“.

    Wobei zwei Paar… Ne ich hör ja schon auf damit. Du bist ja beratungsresitent 🙂

    Persönlich stehe ich ja überhaupt nicht auf diese HighEnde-Dämpfungsmodelle. Ich mag es hart und direkt!

    LG
    Daniel

    • matbs Says:

      Warum nicht gleich ganz nackt laufen.
      Das ist ja angeblich im Kommen… 😀

      Beratungsresistent, so ein Unsinn.
      Ich bin doch nicht beratungsresistent, nur ein bisschen… äääh…
      Ok, ok, ich bin beratungsresistent. 🙂

      Und was die High-End-Dämpfungsmodelle angeht – naja, weiss gar nicht, ob ich sowas hab´ (ich interessier´ mich ja nicht genug für das olle Schuhwerk, um mir solche Details zu merken). Aber so ein bisschen gefedert darf´s doch schon sein, du darfst nicht vergessen, dass ich wahrscheinlich nicht nur ein schwerfälligerer Läufer bin als du, sondern dass ich vermutlich auch mindestens mal 10 Kilo mehr auf den Rippen hab´ (alles Muskelmasse, latürnich! :D), da ist so ein bisschen Federung gar nicht so übel.
      Wenn du´s richtig hart und direkt magst, kann ich dir auf jeden Fall empfehlen, Schuhwerk zu benutzen, das mindestens schon 1700 oder 1800 Kilometer auf der Sohle hat, das wird dann quasi mit jedem Schritt härter und direkter! 😉

      Grüsse aus dem etwas verschneiten Norden!

  4. Christian Says:

    Mein lieber Matthias,

    schöne Tour, wenn auch schmerzhaft, aber da Du ja (nicht?) beratungsresistent bist, hält sich mein Mitleid in Grenzen. Aber lass Dir einfach gesagt sein – ganz ohne PR- und Marketinggedanken – Deine Füße werden es Dir irgendwann danken, wenn Du nicht andauernd im gleichen Schuhmodell rumrennst. das geht gut solang die Umfänge gering sind, aber ab einem gewissen Pensum sollten Deine Füße eine Abwechslung bekommen, deshalb gib Dir einen nicht-beratungsresistenten Schups und tu was für den Einzelhandel. Hier geht es nicht um Konsum, sondern um Vermeidung von Wartezeiten beim Orthopäden 😉

    Ansonsten wünsch ich Dir noch einen schönen Rest-Sonntag

    Salut

    • matbs Says:

      Mag sein, Christian, aber bei mir hat´s halt seit ´99 gut geklappt, und meine jährlichen Laufpensen will ich vorerst ohnehin nicht erhöhen, da fehlt´s mir an Zeit, Inklination und Laufenswertem Neuland.

      Von daher: Mal schauen…

  5. Evchen Says:

    Argh! Ok, die beiden kompetentesten Personen haben Dir dazu ja schon was geschrieben, aber nur ein Paar Laufschuhe und das auch noch durchgenuddelt. Das hat nix mit Vermeidung von Dekadenz zu tun, das ist geizig! Pfft.

    Was machst Du denn, wenn Du einen Tag laufen warst, die Schuhe pudelnaß sind und Du am nächsten Tag wieder laufen magst? Nur ein Beispiel….

    Der Laufladen Deines Vertrauens allerdings…oi, sowas Feines haben wir hier nicht. 😉

    Und die Adventisten, da hab ich erst was ganz Garstiges drüber gelesen, was war das bloß nochmal? Hm…

    • matbs Says:

      Hmm, ich hab´ ja ernsthaft überlegt, ob ich für das „geizig“ nicht die „Nicht jeder hat einen gutbezahlten Job von dem er sich einen Stall Schuhe leisten kann, du versnobbtes Fräulein Neureich“-Karte spielen soll, um dann ein bisschen Spaß dabei zu haben, dir beim Sich-Winden zuzusehen.
      Aber das wäre irgendwie unehrlich gewesen, denn ein zweites Paar Laufschuhe könnte ich mir dann prinzipiell doch noch leisten… 😉

      [Rant an]
      Das Problem (so es denn eins gibt) ist nicht wirklich der Geiz (glaube ich…), sondern die Tatsache, dass es mich uuuuuuuuuuuuuuuunglaublich schlaucht, jedwede Art von Klamotten zu kaufen.
      Nicht nur dass es furchtbar langweilig und dröge ist, nein, bei mir wird´s grundsätzlich zu einer stundenlangen, nicht enden wollenden Schnitzeljagd nach dem einen Kleidungsstück im Laden (oder schlimmstenfalls auch der ganzen Stadt), das halbwegs sitzt.

      Denn: Kleidung passt mir nicht.

      Auf den ersten Blick sehe ich nicht gar nicht so sehr danach aus, aber tatsächlich sind meine Proportionen offensichtlich so ungewöhnlich, dass immer eine wahre Odyssee ist, ansatzweise passende Konfektionsware zu finden.
      Nehmen wir mal Oberbekleidung: Entweder vom Torso zu kurz oder von den Armen zu lang (oft sind auch die Schultern ein bisschen eng).
      Oder Hosen: In meiner sehr kurzen Beinlänge (30 in. bei Jeans) gibt´s fast nur Hosen für kleine, fette Menschen.
      Aber ich bin nicht soo klein (–> Sitzriese), und richtig fett bin ich erst recht nicht, so dass die meist viel zu weit sind.
      Und selbst wenn sie halbwegs sitzen müssten, sind sie meist so geschnitten, dass sie vorne am Bund spannen, während ich hinten am Rücken mehrere Handbreit Luft habe. Geht gar net!
      Und was dann noch übrig ist, davon sieht ein Großteil unglaublich beschissen an mir aus…

      Und bei Schuhen ist das leider auch nicht anders. Meine Füße sind zwar nicht auffällig groß, aber überdurchschnittlich breit, so dass die meisten Fußbetten von Anfang an ausfallen.
      Dazu bin ich – wahrscheinlich dank meiner Knicksenkfüße – auch noch Extrempronierer und brauche Schuhwerk, das das ausgleicht.
      Wenn die beiden Faktoren beachter sind, bleibt schon mal nicht mehr allzuviel.
      Und bis das gefunden ist, dauert´s meist eine Ewigkeit, die um so länger scheint weil ich – wir erinnern uns – Klamottenkaufen hasse.

      Wenn dann endlich mal ein Schuh aufgetan ist der überhaupt halbwegs passt und sitzt (mit Betonung auf „halbwegs“, denn ich habe in meiner gesamten Laufkarriere noch keinen neuen Schuh gekauft, der mir auf den ersten paar hundert Kilometern nicht zumindest mal ein paar Schürfwunden oder böse Blasen eingebracht hätte und/oder nicht noch nachträglich etwas gefräst/gebogen/ausgepolstert hätte werden musste [was der Laufladen meines Vertrauens alles kompetent und gratis als Teil des Kundenservice erledigt, wofür ich sehr dankbar bin]), dann bin ich heilfroh und lauf den, bis er hin ist (und dann kauf´ ich mir am liebsten nochmal dasselbe Modell, denn von dem weiss ich ja, dass es irgendwie hinhaut [Aber meistens ist das Modelljahr dann vorbei und die Karten werden neu gemischt!]).

      Mir das Ganze gleich nochmal anzutun, in der vagen Hoffnung, ein weiteres, anderes Schuhmodell zu finden, dass ähnlich halbwegs funktioniert (und beim ersten Durchgang nicht aufgefallen ist)… nee, sorry, nicht wenn sich´s vermeiden lässt.

      [rant aus 😉 ]

      Nasse Schuhe: Zeitung rein, eventuell einmal nach ein paar Stunden auswechseln, das trocknet prima.

      Adventisten: Auf dem Gymnasium hatte ich mal einen Musiklehrer, der frisch erleuchtet und zum Adventismus konvertiert war. Der hatte ein tolles Sendungsbewusstsein, was dazu geführt, hat, dass wir statt dem normalen Lehrplan zu folgen im Unterricht „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin rückwärts angehört haben, um die geheime satanische Botschaft zu finden.

      Die lautet übrigens „Nevaeh ot yawriats a gniyub s’ehs dna“.
      😀


  6. […] Netter 15er zwischen Darmstadt, Eberstadt und dem Mühltal (15,2 km) […]


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