(In mehrerlei Hinsicht) Bescheidenes Laufwochenende vor der Haustür (10,2 km und 7,5 km)

17. Januar 2010

Samstag, 16.01.
Gnäh.
Keine Lust.
Draußen ist´s grau und trüb, und der nervige Schnee liegt immer noch überall im Weg rum.
Aber´s hilft nix, der Köter muss eh raus, da können wir nachmittags auch genausogut ´ne Runde laufen gehen.
Keine Planung, keine feste Strecke, keinerlei Vorgaben – manchmal hilft´s bei Motivationslosigkeit, wenn man vorher nicht zuviele Gedanken daran verschwendet, wie blöd alles ist, sondern einfach losrennt.

Wald hinterm Haus, ins Melibokusmassiv.
Burgen-/Alemannenweg im Darsbergtal, dann am Merckschen Wasserturm vorbei und schließlich den Pürschweg (SJ2) in Richtung Melibokus hoch.
Ja, da geht´s ordentlich bergauf, und ja, das ist weiterhin irgendwie so ein bisschen blöd mit dem ganzen Schnee.
Aber schon wieder Flachland ist einfach nicht drin, und immerhin ist der Schnee inzwischen fester und griffiger unter den Sohlen, und in den einsamen Reifenspuren, den der Geländewagen irgendeines Försters oder Jagdpächters auf dem tief verschneiten Pürschweg hinterlassen hat, läuft sich´s halbwegs passabel.


Aufwärts, durchs Darsbergtal, an der Darsberghütte vorbei, und am Tal über dem Hohe-Stich-Weg, von dem man einen netten Blick durch die kahlen Bäume am steilen Hang hindurch auf die Rheinebene hat, die sich ganz in weiß gehüllt am Fuß der Berge in den Dunst erstreckt.

Dann noch kurz weiter, bis zur Gabelung am Anfang des letzten Anstiegs vor der Melibokusstr., dort rechts auf den unmarkierten Weg, der längs am Hang rüber zur Serpentinenweg über dem Erlengrund führt. Hier liegt der Schnee höher, nur ein einziger schmaler Satz Reifenspuren führt durch den schienbeinhohen karstigen Schnee, läuft sich unangenehm.

An der Abzweigung unterm Melibokusgipfel rechts abwärts zum Erlengrund, dann weiter abwärts auf dem Hobokenweg bis ans Alsbacher Schloss. Relativ viele Jogger unterwegs, freundliche ältere Herrschaften, die nett grüßen und die richtig Bemerkungen machen (Merke: Wer beim Joggen was Nettes über meinen Hund sagt, kriegt Sympathiepunkte…).

Am Schloss spontan rechts, auf den Eselgrundweg (gelbe 9), dann rechts hoch in Richtung Hobokenhütte und halblinks auf den Geisbergkofweg (gelbe 7) und schließlich auf dem unmarkierten Querweg über dem Görscheltal bis ins Sperbergrundtal. Auch hier ist der Schnee hoch und gefroren, läuft sich nicht so dolle (am unangenehmsten sind Passagen, in denen einer der vielen kleinen Bachläufe, die hier in jedem Seitental den Berg runter fließen, durch den Schnee verstopft und über den Weg gelaufen und gefroren ist – schlidderig.
Im Sperbergrundtal laufen wir dann aus dem Wald raus, vorbei am Weiher im Sperbergrund, der mit schönen grazilen Eiszapfenformationen verziert ist, dann runter nach Alsbach und von da aus heim.

Vielleicht ein bisschen zäh aber letztlich doch ganz nett, und am Ende waren´s sogar knapp zweistellige Kilometer.
Ok.

Strecke: 10,2 km
Zeit: Ach, pff. Etwas mehr als ´ne Stunde oder so.
Neue Strecke: Nö
Karte:

Sonntag, 17.01.
Oh Gott!
Wasn das da draußen?
Oaah nööö!!!

Über Nacht ist massives Tauwetter aufgezogen und hat aus den 10 bis 15 cm Schnee in nicht mal 12 Stunden eine schnell dahinschmelzende graue wässrige Pampe gemacht, unter der allenthalben Dreck und tiefer schlickriger Schlamm zum Vorschein kommen.
Dazu tiefsthängende finstere Wolken, graues Dämmerlicht und Dauerregen, der von einem ekligfeuchten Wind schräg übers Land getrieben wird.
Ein furchtbarer, furchtbarer Tag!!
Ein Blick aus dem Fenster reicht, um jede verirrte Anwandlung von Lauflaune im Keim zu ersticken.

Nee!
Nee nee nee nee nee!
Heut´ will ich wirklich nicht!
Keine Chance, brauch´ ich nicht, da lass ich´s sein…

…oder auch nicht.
Fehlen ja nur noch sieben Kilometer bis zum Minimalwochenziel und ich hab´ ja schon letzte Woche nachgeben.
Außerdem gilt dasselbe wie gestern: Der Hund muß eh raus…

Na gut. Nachmittags schnapp´ ich mir Töle und losgeht´s zur bittren Pflichterfüllung. Nur soviel wie gerade nötig, und fast alles auf Asphalt, Feld- und Waldwege sind angesichts der Schlamm- und Schneematschwemme kaum passierbar.

Südwärts, durch Alsbach durch, neben der Landstrasse nach Zwingnberg, dort runter an die B3 (dabei kommen sogar ein paar Meter „neue“ Strecke zusammen, in Form eines Strassenabschnitts, der mir bisher entgangen ist).
Immerhin regnet´s nicht mehr, weit im Westen überm Rhein scheint sogar ein bisschen Sonne (nützt uns hier drüben gar nix!).

Und dann gleich wieder zurück, unter den Bahngleisen am Zwingenberger Ortsende durch, dann den sumpfartigen Feldweg am Bahndamm bis zur Sandwiese, zwischen Bodensee-großen Pfützen und halbgetauten Eisplacken hindurch. Brlargh!

Am Bahnhof am Rand der Sandwiese vorbei, den Fußgängerweg hoch auf die L3112, am Strassenrand über die Bahnbrücke, dann runter zur B3, ein Stück durchs Gewerbegebiet in Richtung Bickenbach, schließlich rechts den Weilerweg hoch und wieder nach Alsbach rein. Noch ein bisschen Bürgersteigsurfing die Durchgangsstrasse hoch, Radweg neben der Landstrasse nach Jugenheim und nach Hause, wo wir total eingesulcht und verdreckt ankommen.

Genau 7,5 km. Nicht angenehm, aber immerhin das minimal Wochensoll erfüllt. Meh.

Strecke: 7,5 km
Zeit: Genug
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 3,33% (0,25 km von 7,5 km – ´n paar Meter bisher unerlaufene Querstrassen. Yay.)
Karte:

M.

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6 Antworten to “(In mehrerlei Hinsicht) Bescheidenes Laufwochenende vor der Haustür (10,2 km und 7,5 km)”

  1. Hannes Says:

    Wie, du hast da noch Querstraßen, die du noch nicht gelaufen bist? Wie sollen wir das denn finden? *kopfschüttel*

    Und dass du auch ohne Motivation und bei „für dich“ miesem Wetter deine Runden zu Ende kriegst und dein Wochenziel erreichst, Hut ab. Die Zahl hat es dir inzwischen richtig angetan … x)

  2. matbs Says:

    Wie ihr das finden sollt, weiss ich nicht, ich fand´s als „neue Strecke“ auf jeden Fall hochgradig piefig… 😀

    Die 40 Minimalwochenkilometer haben´s mir nicht wirklich angetan, aber das ist eben mal das, woran ich mich so ein bisschen klammere, wenn´s wirklich gar keinen anderen Grund zum laufen gibt. Und das schon seit Jahren.
    Wobei´s schon komisch ist, wie unschaffbar weit 40 Kilometer in so einer trüben, lustlosen Winterwoche wirken können, während sie sich im Sommer quasi von selbst vollmachen, oftmals noch ehe das Wochenende richtig angebrochen ist…

  3. An-Kas Says:

    Ich entnehme deinem Beitrag mal eine Lebensweisheit, die ich mir gleich hinter die Ohren schreibe:
    „manchmal hilft´s bei Motivationslosigkeit, wenn man vorher nicht zuviele Gedanken daran verschwendet, wie blöd alles ist, sondern einfach losrennt.“
    Danke.
    Viele Grüße,
    Anke

  4. matbs Says:

    Bitteschön! 🙂

    Aber immer dran denken, die Betonung liegt auf „manchmal“. Immer klappt das leider beileide nicht… 😉

    Viel Erfolg

  5. Evchen Says:

    Ja, das entspricht schon eher meiner Stimmung bei dem Wetter, das wir hatten. Im Moment is es ja echt moderat. Deshalb frotzele ich mich gern mit solchen Wettbewerbchen bei 1-2-sports oder mit meinem Jahreslaufziel zurecht. Dann läuft man eben ab und an dafür. Mr. Kater hat nämlich berhaupt keine Ambitionen, mal raus zu müssen. 😛

  6. matbs Says:

    Ich sach´ ja: Dienst nach Vorschrift.
    Geht vorbei…

    Und Mr. Kater ist ein fauler, unsolidarischer Sack, wenn er nicht mit dir laufen gehen will (und selbst wenn er wollte wär er´s wahrscheinlich auch, das liegt bei Katzen schließlich in den Genen :D)


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