Die weitere Laufwoche bis einschließlich Samstag (10,6 km und 6,8 km)

30. Januar 2010

Donnerstag, 28.01.: Flachland zwischen den Autobahnen
Nach der schönen Tour auf die Tromm vom Vortag war mir am Donnerstag nicht nach irgendwas Größerem (auch weil der Tromm-Bericht noch nicht gebloggt war).
Deshalb hab´ ich mir irgendwann am Nachmittag einfach kurzentschlossen den Nemo geschnappt und bin mit ihm runter an den Bickenbacher Bahnhof gefahren, um von da aus den Standartflachlandzehner durchs Riede zwischen Erlensee, Hähnlein, A67 und A5 zu laufen.

Viel zu berichten gibt´s nicht – am Anfang war´s sogar noch ein bisschen sonnig, wurde aber bald trüber, die Asphaltfeldwege zwischen den weißen Äckern waren dank einsetzendem Tauwetter ein bisschen matschig, und Nemo hat bestens mitgehalten.
Ich selbst hatte nach zwei Dritteln zwar in Hähnlein nicht mehr so richtig Lust, aber das ist normal, diese Strecke läuft nie perfekt (nicht weil sie inhärent schlecht wäre, sondern weil ich sie meistens dann Laufe, wenn ich keine Lust habe und mir nichts Besseres einfällt).

Besondere Vorkommnisse:
Öh, also einmal hat uns eine Nordic Walkerin gesagt, dass Nemo total gut hören würde (eminent falsch aber trotzdem nett) und hinterm Prüf- und Vermehrungshof haben wir Rehe gesehen.
Das war´s.

Erträgliche Routinetour, ganz ok.

Strecke. 10,6 km
Zeit: Egal
Neue Strecke: Nope
Karte:

Samstag, 30.01.: Versackt im Tiefschnee am Darsberg


Oh, mann, was für Wetterkapriolen:
Gestern: Tauwetter, die Unmengen an Schnee schmelzen rapide zusammen.
Heute Nacht: Frost, der angetaute Schnee friert über
Heute Morgen: Schmierseifigglattes Glatteis allenthalben!
Und heute Mittag dann: Neuer Schnee, der wahrscheinliche stärkste Schneefall, den wir hier diesen Winter hatten.
Innerhalb einer Stunde fallen mindestens zehn bis fünfzehn Zentimeter, die Welt versinkt in dichtweißem Gestöber unter einer massiven frischen Schneedecke.

Und der Schneefall will partout nicht mehr aufhören. Entsprechend brechen Nemo notgedrungen um kurz nach vier in den Schneesturm auf, damit wir wenigstens noch ein paar Kilometer ablaufen bevor´s dunkel wird.

Hoch in den Wald am Melibokusmassiv, ohne festen Plan, einfach mal so.
Am Anfang läuft´s überraschend gut, der noch unberührte Neuschnee ist trittsicher und gut zu bewältigen, die Schirmmütze hält die Flocken von der Brille ab, und der Hund hat einen Riesenspaß, wie immer, wenn er in den Schnee darf.

Aufwärts, durchs untere Darsbergtal, hoch zum Merckschen Wasserturm, dann den Pürschweg in Richtung Melibokus hoch.
Hier wird´s dann immer anstrengender – je höhe wir kommen, um so tiefer wird der Schnee, wohl auch, weil das gestrige Tauwetter hier oben nicht angekommen ist. Und gleichzeitig wird die schmale Spur, die frühere Fußgänger in die weiße Pracht auf dem Pürschweg getreten haben, immer schmaler und flacher (kein Wunder, denn weiter oben ist naturgemäß weniger los).

Nach ein paar hundert Metern hoch über dem mittleren Darsbergtal ist der Schnee bereits mehr als Knöchelhoch.
Im oberen Darsbergtal reicht er mir bereits an die Schienbeine.
Und über dem Hasselbachtal, kurz vor der Darsberghütte, versinke ich bis zu den Knien.

Das ist unglaublich anstrengend in der Steigung und zieht doch ziemlich rein.
Noch härter ist es allerdings für Nemo, dem der Schnee nun ungelogen bis über den Kopf reicht. Zwar versuche ich, vornewegzulaufen und ihm wenigstens eine kleine Spur freizupflügen (das macht´s noch anstrengender), aber trotzdem kann er sich nur noch mit hohen Sätzen durch den Pulverschnee wälzen.

Ist einfach zu viel für uns, deshalb entscheide ich mich an der Darsberghütte für einen Abbruch – eigentlich hatte ich noch etwas weiter hoch gewollt, um dann über Hohe-Stich-Weg, Erlengrund und Alsbacher Schloss zurückzulaufen, aber bringt nichts.
Allein würde es vielleicht noch klappen, aber mit Nemo, der inzwischen aussieht wie eine wandelnde Schneewehe, geht das einfach nicht.

Also biegen wir an der Darsberghütte ab und pflügen durch den unberührten Schnee des Jossawegs (gelbe 8) talwärts, ich vorneweg, der kleine Hund tapfer und ohne zu murren hinterher.

Nach ein paar hundert Metern bleibt er allerdings immer mehr zurück, ich überlege schon, ob ich ihn tragen soll. Eine kurze Inspektion zeigt jedoch, dass es nicht an der Ausdauer sondern am Eis liegt – Nemos dichtes, zottiges Fell hat nämlich die Angewohnheit, Schneeklumpen anzuziehen, die dann immer größer werden, je weiter er durch den Schnee läuft, bis er voller schwerer, hinderlicher Eistrauben hängt.
Und genau das ist heute passiert, und zwar so stark wie ich es noch nicht gesehen habe: Der ganze Hund ist untenrum regelrecht in einen schweren, störenden Eispanzer gehüllt, der so dick und starr ist, dass er nicht mal mehr richtig die Beine krumm machen kann.
Kein Wunder, dass das mit dem Laufen nicht mehr so klappt.

Fünfminütige Enteisungspause, bei der ich dem armen Nemo per Hand Unmengen von Eis aus dem Pelz ziepe (untendrunter ist er übrigens mollig warm, die Kälte macht ihm also nichts), dann können wir unseren Weg fortsetzen und das stille, winterwunderlandige Sperbergrundtal bis Alsbach runterpflügen, von wo aus wir dann aus auf dem Blütenweg nach Hause laufen.

Interessante Tour, ziemlich anstrengend aber wegen dem Abbruch leider auch arg kurz. Da müssen morgen noch ein paar Kilometerchen her, wenn das mit dem Minimalwochenziel klappen soll…
Auf der Haben-Seite: Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen stolz auf Nemo, der sich tapfer und stoisch durch (für ihn) mehr als schulterhohen Schnee gekämpft hat. Ich glaube, ich könnte das nicht…

Strecke: 6,8 km
Zeit: Nicht genommen
Neue Strecke: Nein
Karte:

M.

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4 Antworten to “Die weitere Laufwoche bis einschließlich Samstag (10,6 km und 6,8 km)”

  1. Gerd Says:

    Dein Hund ist ja fitter als ich! 😉

  2. Evchen Says:

    Och, ich bin gewillt „armer Hund“ zu schreiben, aber er hatte ja Spaß, also ist das so nicht richtig.
    Hätte ich gar nicht gedacht, daß bei euch so viel Schnee runtergekommen ist. Aber ich hätte auch nicht gedacht, daß bei uns überhaupt welcher liegenbleibt.
    Wiederhole ich mich nervig, wenn ich wieder einmal erwähne, daß ich mir den Frühling herbeisehne? Is aber so. *seufz*

  3. matbs Says:

    Naja, ein bisschen mitgenommen hat´s ihn schon, er hat den Rest des Tages schnarchend im Körbchen verbracht… 🙂

    Was da in ein, zwei Stunden an Schnee bei uns runtergekommen ist war wirklich beachtlich, kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal so viel in so kurzer Zeit hatten (allerdings hab´ ich altersbedingt natürlich auch ein Gedächtnis wie ein Sieb… :D)

    Und Frühling.
    Ja, der Frühling…
    *seufz*


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