3 Tage Wiedereinstieg (4,7 km / 10,4 km /9,7 km)

13. Februar 2010

Hm.
Nach so ein paar Tagen Pause verlernt man zwar nicht das Laufen, aber offensichtlich das Bloggen – zumindest mir scheint´s so zu gehen, denn inzwischen bin ich schon wieder seit drei Tagen unterwegs, ohne was dazu geschrieben zu haben.

Aaber etzad:

Donnerstag, 11.2.: Testballon – Unter der Jossa zum Sperbergrund (4,7 km)
So! 10 Tage Pause (auch wenn die ersten drei davon sowieso regulär ohne Lauf gewesen wären, also eigentlich nur ´ne Woche), die Erkältung ist bis auf ein bisschen Rotz und Husten quasi weg, da wird´s Zeit, mal wieder die Schuhe zu schnüren und loszulaufen.
Natürlich gaanz unambitioniert, um überhaupt erst mal zu schauen, ob da was wie geht.
Deshalb starten Nemo und ich am späten Nachmittag zu einer Minirunde – weniger als 5 Kilometer durch den Wald hinterm Haus (auf so ein bisschen Berg und Tal will ich dann bei aller Unambiotioniertheit dann doch nicht verzichten).
Ist übrigens mit -5° ziemlich kalt, und ordentlich Neuschnee aus der letzten Nacht liegt auch rum, deshalb hab´ ich mich ein bisschen wärmer eingepackt, von wegen better safe than sorry und so.


Standardweg in den Wald hoch, dann den Burgenweg durchs Darsbergtal aufwärts.
Klappt überraschend gut – der knöchelhohe Schnee ist griffig, die Atmung macht trotz der kalten Luft gut (hin und wieder gibt´s ein bisschen Hustenreiz, aber der wird offenbar nicht durchs Laufen hervorgerufen, das ist gut), und die ordentliche Steigung im Darsbergtal strengt nicht
besonders an. Was zugegeben auch daran liegt, dass ich bewusst im Schneckentempo bergauf laufe – aber für Sich-im-Eilschritt-den-Berg-Hochprügeln ist später sicher auch noch Zeit… 😉

Nach ein paar hundert Meter biegen wir rechts auf den unmarkierten Querweg an der Bergflanke ab, der auf halber Höhe zwischen Jossaweg und Darsbergweg südwärts am Hang nach Süden führt. Hier sind seit denletzten Schneefällen offensichtlich nur ein oder zwei Personen vorbeigekommen, der Schnee ist tief und fast jungfräulich. Für Nemo bedeutet das Vornewegpflügen, ist stapfe locker hinterher, den schmalen, fast ebenenen Weg im Hang entlang.

Weiterhin alles prima, wunderbar entspannt, der tiefverschneite Hangwald ist herrlich anzuschauen und von dieser wattigen, gedämpften Stille erfüllt, die es nur bei Schnee gibt. Tut richtig gut, die ruhige, regelmäßige Bewegung, die frische Luft, die hübsche Umgebung. Hat schon so ein bisschen gefehlt (auch wenn ich micht ohne die Erkältung zweifellos unablässig in ellenlangem Gemecker darüber ergangen hätte, dass alles so kalt und grau und mies ist… ;)).

Und irgendwie interessant ist es auch: Ich find´s immer wieder spannend, wie der Bergwald sich in der kalten Jahreszeit verändert und dabei zugleich größer und kleiner wird.
Größer, weil die Sichtachsen offen sind, weil man durch die kahlen Bäume viel weiter schauen kann als im Sommer und dadurch viel mehr von Landschaft und Umgebung erkennen kann, runter in die Täler und die Hänge hinauf.
Und kleiner – paradoxerweise – aus dem selben Grund, weil man nun die Wege weiter oben und unten am Hang erkennen kann, die anderen Seiten der schmalen Täler und Wegkehren voraus, und dabei merkt, dass die teils eigentlich nur ein paar Dutzend Höhen- und Längenmeter entfernt sind, gerade mal einen Katzensprung „nach unten“ oder „nach oben“.
Spannend…

Nach etwas einem Kilometer geht´s abwärts ins Hasselbachtal, dort dann den steilen, verschneiten Trampelfpad am Bachufer hinauf bis auf den Hasselbachtal-Weg (gelbe 6), der am Talrand hoch über dem Bach runter zurück zum Waldrand führt. Eigentlich hatte ich vorgehabt, hier den Wald zu verlassen und durch die Felder zurück nach hause zu laufen, aber es läuft so gut, dass wir spontan noch einen kleinen Schlenker machen, links den Burgenweg hoch und rüber ins Sperbergrund-Tal über Alsbach. Ist etwas holprig, den steinigen Pfad runter zum Steinbruch zu laufen, aber auch das geht.
Und von da aus geht´s dann runter nach Alsbach, durchs Dorf nach Norden, den Blütenweg nach Jugenheim zurück, und fertig.

Jepp. Das hat gut geklappt und gut getan.
Da lässt sich drauf aufbauen… 🙂

Strecke: 4,7 km
Zeit: Nicht genommen
Neue Strecke: Keine
Karte:

Freitag, 12.2.: Distanz-Test – Tälerhopping hinter Alsbach (10,4 km)
Okay.
Der Testballon war erfolgreich, also setzen wir am Folgetag einen Drauf und versuchen´s mal mit etwas mehr Distanz.
So richtig Lust auf weit weg hab´ ich immer noch nicht, also wird´s wieder der Wald am Melibokus, genauer gesagt die unteren Höhenlagen – da geht´s ständig in die tiefen Täler zwischen den Vorbergen rein und raus, entsprechend kommen dabei ordentlich Strecke und Höhenmeter auf relativ wenig Fläche zusammen. Und als Extrabonus hat man jederzeit die Möglichkeit, abzubrechen und in einem der Täler runter in die Ebene zu laufen, von wo aus man in ein paar Minuten zurück daheim ist – ideal, wenn man noch nicht genau weiß, wie fit man nach der Erkältung ist.

Start wie gestern: Hoch in den Wald und auf dem Burgenweg das Darsbergtal (Tal #1) hoch.
Heute biegen wir allerdings noch eins früher ab, auf den Alemannenweg (rotes S), der direkt am Waldrand entlang führt und dabei einen wunderbaren Blick über die Felder und zwischen Jugenheim und Alsbach hinweg in die Rheinebene ermöglicht.

Dann runter ins untere Hasselbachtal (Tal #2), über den vereisten Bach und an den glotzenden Ziegen am Waldrand vorbei, dann links die den steilen Weg am Nordhang des Katharinenbergs hoch und auf dem Burgenweg rüber ins Sperbergrundtal (Tal #3), genau dieses Stück sind wir gestern ja auch schon mal gelaufen.

Im Sperbergrund dasselbe Spiel: Kurz den Talgrund entlang tiefer in den Wald rein, dann rechts um den nächsten Vorberg, durchs kleine Görschel-Tal (Tal #4) und schließlich den schmalen Haimonskinder-Weg (gelbe 1) am Rand des steilen, schmalen Eselsgrund-Tals (Tal #5) hoch gen Osten, tiefer ins Melibokus-Massiv hinein.
Hier wird´s zum ersten Mal anstrengend, der Weg ist lang, der Schnee tief, und die Steigung stetig (wenn auch wirklich steil, aber dank Schnee und und post-Krankheits-Fitnessloch zieht´s rein). Dazu noch ein paar umgefallene Bäume direkt über dem Weg, über die man vorsictig drüberklettern muss (außer man ist nur 25 Zentimeter hoch, dann kann man einfach so drunter durch rennen – aber das trifft nur auf eine Hälfte unseres Laufgespanns zu :)), da merke ich doch ein bisschen, dass die sommerliche Hochform noch weit, weit weg ist…
Immerhin kann man hier wieder schön meine „Der Winter macht den Wald zugleich größer und kleiner“-These von gestern bestätigt sehen, denn auf der anderen Talseite zieht langsam das Alsbacher Schloss vorbei – Luftlinie gerade mal 200 m. entfernt, aber da wir noch um das ganze Steiltal rummüssen, sind´s zu Fuß noch 1,2 km.

Am Talende wechseln wir auf den Eseslgrund-Weg (gelbe 9), dem wir auf der anderen Talseite zurück nach Westen folgen, bis zum Alsbacher Schloss (vgl. hier), dessen wuchtiger, runder Bergfried warm in den matten Strahlen der Nachmittagsonne schimmert, die gerade mal kurz eine Lücke im hellgrauen Winterhimmel gefunden hat. Das ist hübsch. Mag ich (Nemo isses egal, der ist mit Beinheben beschäftigt, den hier kommen viele Hunde vorbei…).

Hier ist auch die Minimaldistanz erreicht, die ich heute schaffen wollte; aber da wir beide noch gut dabei sind (gut, ein bisschen Gehuste zwischendurch und eine laufende Nase, aber das geht scho´), laufen wir natürlich weiter.

An der südlichen Schildmauer vom Schloss entlang, dann links den Drehling-Weg runter, der mit ein paar Serpentinen ins kurze aber tiefe Tal südlich des Schlosses führt (Nennen wir´s Tal #6 – das hat sicher auch einen Namen, aber ich kenn´ ihn leider nicht), bis zur letzten Kehre vor dem Waldrand. Dort wieder links, um den nächsten Bergvorsprung, durch ein weiteres kleines Tal über dem Waldrand (Tal #7, auch hier kenn´ ich den Namen nicht) und schließlich recht steil abwärts in das tiefe, enge Tal unterhalb der Orbis-Höhe (Tal #8, ich nenn´s immer das „Orbis-Tal“, ob´s stimmt weiß ich aber nicht).
Das erste Tal über Zwingenberg, eigentlich wollte ich spätestens hier aus dem Wald runter zum Fuß der Berge laufen und den Rückweg antreten.
Aber ein bisschen was geht immer noch, als durchqueren wir auch das Orbis-Tal und schaffen uns an der anderen Talseite wieder aufwärts, die Hänge der Orbis-Höhe hinauf.
Puhajajaha, das ist nun doch etwas anstrengend…
„Aber ist ja der letzte Anstieg für heute“, sag ich mir (wohl wissend, dass das so nicht stimmt, weil´s auch auf dem Rückweg noch ein paarmal aufwärts gehen wird), „das geht schon irgendwie“.

Tut´s auch.
Oben angekommen passieren wir eine Schutzhütte, an die ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann (so oft komm´ ich hier aber auch nicht vorbei) und wechseln dann auf den unmarkierten Bose-Weg, der am Waldrand an den steil in die Ebene abfallenden Weinbergen über Zwingenberg (mit toller, toller Aussicht über die tweit unten liegenden Dächer der Stadt ins Flachland) bis zum Zwingenberger Steinbruch am Luciberg führt, dessen titanische offene Felswände auch bei Schnee ziemlich beeindruckend aussehen.
Hier ist dann endgültig Schluss – wenn wir weiter laufen würden, würden wir voll in die Weinberge kommen, und die sind extrem steil und anstrengend, das muss heute nicht sein.
Also biegen wir hier rechts ab und laufen den sacksteilen Anfang des Nibelungensteigs (rotes N, außerdem der weiße Balken des Lucibergwegs) runter bis zum Rand der Zwingenberger Altstadt. Zum Glück ist der Schnee hier griffig, denn bei 25 bis 30% Gefälle kann man bös auf die Schnauze fallen…

In Zwingenberg angekommen halten wir uns einfach nur noch an den Blütenweg (gelbes B), der führt am Fuß der Bergstrasse geradewegs zurück nach Norden bis vor die heimische Haustür: Durch das Wohngebiet „Auf der Ebene“ (am Anfang furchtbar steiler Anstieg), dann via Stuckertstr., Orbisstr. (vorbei an ein paar augenkrebsverursachend häßlichen Neureichenbetonbungalowneubauten mit protzigen Neureichenmöchtegernluxusautos davor, die allesamt auf einem Grundstück stehen, auf dem vor ein paar Jahren noch ein schöner Weinberg mitten im Wohngebiet war. Seufz!) und „Auf der Heide“ zum Ortsrand, dem Blütenweg durch die verschneiten Weinlagen weiter bis nach Alsbach gefolgt, das der Länge nach durchquert (Hochstr., Lindenstr., Katharinenweg, Jugenheimer Str. – die übliche Strecke) und ab nach Hause, wo wir kurz vor Einbruch er Dämmerung ankommen (wobei schon 17:00 Uhr durch ist – die Tage werden länger. YAAAY!!! :)).

Auch der zweite Testballon hat beste Ergebnisse erbracht, zwar waren einige der steileren Stücke doch schon etwas anstrengend, aber insgesamt waren auch dieser Auf- und Ab-Zehner kein Problem.
Hat uns beiden Spaß gemacht, weiterhin gut getan, und die Erkältung hat sich bis auf ein paar röchelnd-tuberkulöse Hüsterchen dezent zurückgehalten.
Exzellent!!!

Strecke: 10,4 km
Zeit: Nicht genommen
Neue Strecke: Keine
Karte:

Samstag, 13.2: Belastungsprobe – Verschlungene Bergpfädchen an Darsberg, Heiligenberg und Marienberg (9,7 km)
Okay, fassen wir mal zusammen, was wir bisher gelernt habe:
Laufen geht wieder.
Länger als ´ne halbe Stunde laufen auch.
Was kommt da als nächstes?

Richtig, man versucht sich an was etwas Anspruchsvollerem, um zu schauen, wie´s so um die Trittsicherheit und die Bergfestigkeit bestellt ist.
In diesem Fall: Auch mal ein bisschen in die mittleren Höhenlagen, und das vornehmlich auf Wegen (bzw. Pfaden), die auch mal etwas schmaler, steiler und/oder holpriger sind als die bequemen Waldwege von Gestern und Vorgestern.

Start wie gehabt am späten Nachmittag, wie gehabt gut eingepackt (wegen Kälte und Schnee), wie gehabt in Begleitung von Nemo, der auch am dritten Lauftag in Folge topfit ist.
Auch heute wieder: Hoch in den Wald hinterm Haus, Burgenweg durchs Darsbergtal.
Dieses Mal biegen wir allerdings nach zwei- oder dreihundert Metern links ab und laufen am Merckschen Wasserturm vorbei zum Pürschweg, der hoch zum Melibokus führt.
Da wollen wir heute aber nicht hin (vor meinem Auge sehe ich meterhohe Schneewehen am Gipfel, das muss dann doch nicht sein… ;)), stattdessen nehmen wir den Bauernhöhen-Weg (gelbe 2), der über den vorgelagerten Bergrücken in die Hänge hoch über dem Balkhäuser Tal führt.
Erste echte Belastungsprobe – der Bauernhöhenweg ist selbst bei besten Verhältnissen nur ein winziges Pfädchen, das durch einen Hohlweg steil bergauf in den Wald führt. Kein langer Anstieg, aber ein schweisstreibender, vor allem im tiefen, rutschigen Schnee, der nur von einem einzigen Satz halb zugeschneiter Fußspuren (kleine Frau mit großem Hund, sagt mein Fährtenleserinstinkt angesichts der Abdrücke. Oder Kind mit einem Bären. So gut bin ich da auch nicht… :D) unterbrochen wird.
Puha, das zieht rein, klappt aber.

Nach ziemlich genau 300 anstrengenden Metern stößt der Pfad auf den Weg an der Bauernhöhe, wir biegen links ab und laufen runter zum Melibokusweg (aah, bergab, das ist doch irgendwie nett…), auf dem dann´s wieder bergauf geht.
Eigentlich ein bequemer Anstieg, aber hier an der Nordflanke des Bergmassivs ist der Schnee nicht nur merklich tiefer, sondern auch verharscht (mit „H“, bitteschön, das bedeutet dann was anderes als ohne „H“… ;)) und wenig plattgetreten, weil hier hinten einfach weniger los ist.
Das erschwert das Bergauflaufen merklich, so dass sich auf den eigentlich kurzen 800 m. bis zur nächsten Abzweigun zum dem knackenden knirschen meiner Schritte auch sehr bald ein bisschen gepflegtes Gejapse gesellt (die gute Nachricht: Die Bronchien ficht das nicht, die japsen husten- und fehlerfrei mit).
Aber es geht, immer noch. Gut.

In der Kehre nach dem kesselartigen Seitental hoch über dem Talgrund des Balkhäusertals wird´s Zeit, die Belastung zu verändern – wir folgen dem Balkhäuser–Tal-Weg (gelbe 3) nach links, am Bergvorsprung entlang den Steilhang runter.
Wieder bergab. Das ist angenehm.
Aber auf einem der schmalsten, holprigsten Ziegenpfädchen, die es hier oben gibt. Das erfordert höchste Konzentration, vor allem, weil der Schnee nicht nur die vielen Stolpersteine versteckt, sondern es auch massiv erschwert, zu erkennen, wo das schmale Pfädchen aufhört und der fast vertikale Steilhang anfängt.
Da ist Vorsicht geboten, zumindest wenn man nicht als schlechtrasierte hustende Lawine talwärts rollen möchte…

An der nächste Kehre, einer schmalen Serpentine mitten im Wald, halten wir uns rechts, wo ein weiteres halbvergesses Pfädchen im steilen Hang weiter talwärts führt, parallel zum Melibokusweg, nur eben weiter unten und in die entgegengesetzte Richtung.
Auch hier ist der Schnee tief und praktisch unberührt, der Weg darunter schmal und voller versteckter Stolperäste und Stein. Als Bonus gibt´s sogar noch ein paar umgestürzte Bäume, die seit mindestens einem Dreivierteljahr den Pfad versperren, ohne dass irgendjemand was dagegen unternommen hätte (keine Waldarbeiter für den Nebenpfad).
Macht aber irgendwie auch mal wieder Spaß, so beinahquasischonfastquerfeldein durch die Wildnis zu pflügen…

Am Ende des Pfades sind wir unten im Balkhäuser Tal, überqueren die Landstrasse (L3103) im Talgrund und laufen neben ihr ein paar Meter talabwärts bis zum dickverschneiten Parkplatz Nonnenbrunnen, über dem sich hoch oben auf dem Heiligenberg das gleichnamige Schloss erhebt.
Da wollen wir hoch.
Ist nicht weit.
Aber – wer hätte es gedacht – knackig steil. Die 50 bis 60 m. Höhenunterschied zwischen Talgrund und Schloss wollen erst mal bewältigt sein…

Wir laufen das Eselpfädchen hoch, auf dem die Nonnen aus der Klosterruine auf dem Bergrücken einstmals ihr Wasser aus dem Nonnenbrünnchen geholt haben (mutmaßlich mit einem Esel, daher der Name), dann biegen wir rechts ab, touchieren das untere Ende der großen Steilwiese unter dem Schloss (voller rodelnder Gören, da muss man wieder ein Auge auf den Hund und die schlittenrutschende Meute haben) und kämpfen uns dann den kurzen aber sacksteilen Spalierweg unter der Schlossterasse hinauf in den Wald am Heiligenberg, bis wir den Lokalweg SJ1 erreichen.
Kurze Verschnaufpause, denn das war wirklich anstrengend.
Ein Leckerli und einmal Beine enteisen für den Hund, ein paar tiefe Durschnauf-Atemzüge fürs Herrchen, dann geht´s weiter dem SJ1 hinterher, der oberhalb vom Schloss (das – wie üblich – majestätisch und hübsch über den Seitentälern thront) erst an und dann um die Nordflanke des Marienbergs führt.

Hier hinten ist es ganz ruhig, bis auf zwei durch den Schnee stapfende Spaziergänger am Anfang des Weges gibt´s nur uns beide und den moderat aber stetig ansteigenden Weg, der sich am verschneiten Waldhang langsam um den Marienberg mäandert. Einerseits nett, andererseits kommt mir der Aufstieg durch den knöchelhohen Schnee furchtbar lang vor – normalerweise laufe ich dieses Stück ohne Schnee und in der anderen Richtung (= bergab), da wirkt es irgendwie viel kürzer…

Fast 1,5 km bergauf durch den Schnee und die Stille, dann noch 200 oder 300 m. bergab bis zur Kreuzung am Waldrand bei der Kaiserbuche. Puuh, auch das war ganz schön anstrengend.
Glücklicherweise dürfen wir die ganzen Höhenmeter jetzt auch wieder runterrennen, auf dem parallel verlaufenden Lokalweg SJ2 weiter unten am Hang.
Unglücklicherweise ist der SJ2 in einem erbärmlichen Zustand, seit da vor ein paar Jahren an einem besonders schlammigen Tag mal die Waldarbeiter mit besonders schwerem Gerät drübergebrettert sind – eine unebene, zerfurchte Mondlandschaft, die selbst an trockenen Sommertagen nicht besonders gut zu laufen ist.
Heute, mit dem tiefen, verwehten Schnee, der die Furchen, Rinnen und Löcher weitgehend unsichtbar macht, ist er die reinste Tortur.
Selbst der Hund kommt ein, zweimal ins Straucheln, ich selbst knicke trotz größter Vorsicht mehrmals unangenehm um.
Ack!

Gaaanz langsam und bedächtig die Holperpiste runter, an der langen, strahlenweißen Hangwiese des Hofgrunds entlang, dann am Brandhof vorbei über dem Stettbacher Tal wieder in Richtung Heiligenberg und schließlich um das schöne Tal mit dem alten Obstwiesen herum zum Schloss.

Eigentlich hatte ich von hier aus den Fahrweg runter ins Dorf nehmen wollen, aber jetzt wo wir da sind, ist mir eher nach noch mehr kleinen Pfädchen, deshalb laufen wir hinter dem Schloss abwärts, vorbei an dem schönen, alten Gesindehaus (oder was es mal war) mit den wunderbaren Holzschindeln (die leider am verrotten sind, da müsste dringend mal saniert werden, bevor´s zu spät ist) und runter in das versteckte Seitental unterhalb vom Schloss, in dem der alte, verwaiste Bolzplatz liegt.
Hier war ich schon lange nicht mehr, so lange, dass der Waldpfad von hier bis runter ins Stettbacher Tal, den wir nun nehmen, noch nie im Blog aufgetaucht ist – also effektiv neue Strecke, zwar nur 230 m., aber immerhin. Yaaay! 🙂

Im Stettbacher Tal geht´s dann nochmal bergauf, zur Bergkirche am Heiligenberg und weiter zum Fahrweg runter nach Jugenheim, von dessen Serpentinen man wie immer eine tolle Aussicht über die Dächer des friedlich daliegenden Dorfes in die Ebene hat.

Unten im Dorf dann links und noch 800 m. nach Süden, dann stehen wir auch schon wieder vor der Haustür, vielleicht ein bisschen abgekämpft, aber nicht wirklich fertig.

Strecke: 9,7 km
Zeit: Nicht genommen
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke 2,37% (0,23 km von 9,7 km)
Karte:

Alles in Allem: Geht wieder, die Erkältung ist damit wohl (hoffentlich) endgültig beendet.

M.

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6 Antworten to “3 Tage Wiedereinstieg (4,7 km / 10,4 km /9,7 km)”

  1. Daniel Kopp Says:

    dein samstagslauf sieht richtig einladend aus.schön das du wieder aufm damm bist. du hast doch wohl nicht angenommen innerhalb einer woche etwas von deinen fähigkeiten einbüßen zu müssen? 🙂

    ich häng seit wochen in einem leistungsloch, keine ahnung was da los ist. ich glaube mal eine woche auszeit nehmen zu müssen. vielleicht hilft es ja.

    viel spaß
    lg
    daniel

  2. matbs Says:

    Naja, ich büße ja schon seit Monaten Fähigkeiten ein (wie immer in der Nachsaison), da passt das doch eigentlich ganz gut. 😉
    Und so ein bisschen was geht ja doch verloren, wenn man ´ne Woche krank ist – nicht die grundlegende Fitness, aber so ein bisschen weniger spritzig und belastbar ist man schon irgendwie.

    Das Leistungsloch kenne ich, da gibt´s sogar einen Fachbegriff für, nämlich „Winter“. 😀

    Aber im Ernst: Mir ist es auch schon öfter so gegangen, dass es irgendwie länger irgendwie nicht so richtig klappen wollte. Eine kleine freiwillige Pause kann da auf jeden Fall sehr hilfreich sein, sowohl um den Körper ein bisschen ruhen zu lassen als auch (und vor allem) um den Kopf freizukriegen. Oft steckt man ja so ein bisschen in diesem Lauftrott drin, bei dem der Sport sich eher wie eine lästige Pflicht und nicht so sehr als angenehme Entspannung anfühlt. Da kann es schon gut tun, wenn man einfach mal ein bisschen was anderes macht und dann wieder etwas frischer startet.

  3. Daniel Kopp Says:

    ja stimmt schon. ganz spurlos geht ne woche auch nicht rum. der verlust ist aber nach zwei einheiten wieder gut gemacht.

    evtl. mach ich diese woche ein paar tage den faulen.

    lg
    daniel

  4. matbs Says:

    Wobei der Verlust im Kopf ja irgendwie sowieso bedeutsamer ist als der physische – bei mir ist es zumindest jedes Jahr so, dass meine „ich kann das“ bzw. meine „das ist nicht so weit“-Distanzen mit fortschreitender Nebensaison gefühlsmäßig kontinuierlich absinken und sich schließlich auf niedrigem Niveau einpendeln.
    Da erscheint dann das, was ich im Sommer als kurzen bis mittleren Lauf angesehen habe, auf einmal als furchtbar lang, und an die hochsaisonelle 25+km-Langdistanz wage ich nicht mal mehr zu denken (ok, das stimmt nicht ganz, hin und wieder denke ich doch dran, mit einem wehmütigen „Ach wie schön war´s letzten Sommer“-Gefühl).
    Das muss dann erst wieder jeden Frühling und Frühsommer neu erarbeitet werden…

    Viel Spaß beim Faulen! 🙂

  5. Evchen Says:

    Sehr fein zu lesen, daß Du wieder auf der Piste bist. Unn nü? Cooper-Test? *weglach*

  6. matbs Says:

    Lieber nicht, so lahm wie ich im Moment bin, wäre das bestimmt nicht gut für´s Selbstvertrauen… 😀

    Aber vielleicht lauf´ ich ja irgendwann die Tage mal irgendwo, wo ich vorher noch nie gewesen bin.
    Ja, ich glaub´, da hätt´ ich Lust drauf. 😉


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