Erste Melibokusbesteigung des Jahres (12,7 km)

18. Februar 2010

Denk mal einer an: Inzwischen ist es Mitte Februar, aber ich war dieses Jahr noch nicht einmal auf dem Melibokus oben.
Da wird´s so langsam mal wieder Zeit.
So einen Hausberg muss man sich schließlich warmhalten… 🙂

Wieder ein wunderbarer Tag: 4 Grad, Tauwetter, die Luft riecht nach Frühling, die Vögel singen, dazu pralle Spätwintersonne, die aus einem hellblauen Himmel die Südwesthänge der Bergstrasse streichelt.
Da läuft sich´s gut!

Ich nehme meine Standardroute durchs Darsbergtal, dann den Pürschweg hoch, bis auf den Melibokus.
Klappt gut, auch wenn der Untergrund alles andere als ideal ist: Unten am Fuß der Berge sind die Wege extrem schlammig, in den mittleren Höhenlagen herrscht wässriger, glatter Schneematsch vor, und ab so ca. 400 m.ü.NN liegt noch richtiger, zentimetertiefer Schnee, der verharscht und uneben ist.
Abgesehen davon isses aber einfach nur schön, langsam und gemütlich durch den sonnigen Winterwald aufwärts zu traben, sich die frische Luft um die Nase wehen zu lassen und die Natur und die Ausblicke hinunter in die Rheinebene zu genießen.


Einer der Gründe, warum ich diese Strecke mag, ist dass sie irgendwie… ehrlich ist.
Man startet zuhause, läuft 5 Kilometer einfach immer nur bergauf, und dann ist man oben auf dem Melibokus, auf dem höchsten Punkt im Umkreis von einigen Kilometern und kann sich überlegen, was man mit den soeben erlaufenen 400 Höhenmetern anfängt.
Das hat was. 🙂

Ich komme gut durch, bis zur Aussichtsterrasse auf dem Gipfel.
Die Fernsicht ist heute eher bescheiden, doch der Blick runter in die diesige, sonnenbeschienene Ebene, wo die Dörfer und kleinen Städte sich wie an einer Perlenkette aufgereiht am Fuß der grünen Hänge entlangziehen, ist trotzem wunderbar.

Bisher hat alles bestens geklappt, deswegen nehme ich nicht wieder den Pürschweg zurück, sondern laufe noch ein bisschen weiter nach Süden, mit dem Nibelungensteig/Alemannenweg/Lucibergweg auf schmalen Pfaden den steilen Südhang des Berges runter in Richtung Auerbacher Schloss.

50 m. unter dem Gipfel wechsle ich dann auf den Melibokusweg (gelbe 6), der durch eine steile Rinne abwärts zur Lichtung auf dem Bergsattel vor dem Not-Gottes-Parkplatz führt – hier ist der Schnee auf einmal hilfreich, denn normalerweise ist dieses Stück extrem geröllig und rutschig – heute jedoch lässt sich´s prima laufen (bis hierhin entspricht die Strecke übrigens genau meinem Lauf bei Schnee und Sonne zum Auerbacher Schloss im vorletzten Januar. Wer wissen will, wie das so aussieht, kann also hier nachschauen, da gibt´s Fotos…) Von dort aus geht´s dann auf den Herrenweg, der sich in mittlerer Höhe am Westhang des Bergmassivs in Richtung Alsbacher Schloss windet.
Eigentlich eine sehr schöne Strecke, dummerweise befindet sie sich zu großen Teilen in der „Schneematsch“-Höhenlage, so dass meine Schuhe, Füße und Socken bereits nach dem ersten Kilometer durch und durch mit eisigem Schmelzwasser eingesulcht sind. Das ist nicht ganz so angenehm.

An der Kehre unter dem Erlengrund geht´s links den Hoboken-Weg (gelbe 4) runter bis zum Alsbacher Schloss, an dem ich zügig vorbeilaufe und dann auf dem Schlossweg (gelbe 2) durch den Wald hochgelegene die Hindenburgstr. in Alsbach erreiche. Nun muss ich nur noch die steile Schlosstr. runter ins Dorf (die ist zum Glück bereits wieder vollkommen Schnee- und Eisfrei) und kann dann auf dem Blütenweg durchs unglaubliche morastige Feld zurück nach Hause laufen.

Alles bestens, eine unspektakuläre, angenehme, freundliche Runde, problemlos und gefällig, mit einem knappen halben Höhenkilometern und den ersten Anzeichen des nahenden Frühlings.
Nett!

Strecke: 12,7 km
Zeit: Gemütlich
Neue Strecke: Keine
Karte:

M.

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8 Antworten to “Erste Melibokusbesteigung des Jahres (12,7 km)”

  1. Gerd Says:

    Na hoffentlich hast Du Recht mit dem „nahenden Frühling“! Im Augenblick schneit es hier wie verrückt.
    Gut, ich kann im Augenblick sowieso nicht Laufen, aber Schnee kann ich auch keinen mehr sehen!

  2. matbs Says:

    Also bei uns ist das schon als Regen runtergekommen, weil´s zu warm war.
    Und wenn die Bergstrasse frühlingt, dann muss auch das Hinterland nicht mehr lange warten! 😉

  3. Evchen Says:

    Standardroute liest sich aus Deiner Feder arg seltsam, gar sehr. Ich bin verwirrt. Aber gut, der Melibocus ist ja auch warmhaltenswert und schätzungsweise 99% aller Läufer laufen schon ab und an die selbe Strecke nochmal. *harrharr* So zum Beispiel moi zum Spaß und zu Dokumentationszwecken, nech? 😀

  4. matbs Says:

    Tja, liebe Eva, neue Strecken sind nun mal selten und kostbar, die kann ich leider nicht mehr immer laufen.
    Da muss man manchmal eben auch auf die Hausstrecken zurückgreifen (was ja auch gar nicht schlimm ist – wenn man die nicht immer laufen muss, sind die nämlich auch sehr schön 😉 ).

  5. Daniel Kopp Says:

    standartrouten müssen auch sein. zwar nehm ich gerne mal was neues, aber gute standartrouten sind so herrlich unkompliziert.

    ja, diese ekelhafte schneematschzeit, die haben wir jetzt erst noch vor uns.

    p.s. kauf dir für den nächsten winter halt einfach wasserdichte schuhe 🙂

  6. matbs Says:

    Stimmt, das Nicht-Drüber-Nachdenken-Müssen macht einen der großen Reize der Standardroute aus.
    Zumindest wenn man´s damit nicht übertreibt…

    Schneematschzeit ist hier oben inzwischen schon wieder vorbei und durch Normalmatschzeit ersetzt worden.

    P.S.: So weit kommt´s noch, dass ich mir irgendwas extra für den doofen Winter kaufe!
    Nix da, der wird mit vollkommener Missachtung gestraft, ohne jedwede Sonderbehandlung, alles andere würde ihn nur ermutigen, länger zu bleiben! 😀


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