Vorfrühlingsrunde ins Balkhäuser Tal: Darsberg – Balkhausen – Heiligenberg – Jugenheim (10,2 km)

25. Februar 2010

Heey, gute Nachrichten: Vorhin war ich beim Arzt und hab´ sicherheitshalber mal ein EKG machen lassen, wegen dem ominösen Ziehen links oben im Oberkörper.
Jetzt hab´ ich zwar ein paar stoppelig-runde Löcher in meinem total maskulinen Brusthaartoupet, aber dafür auch die Gewissheit, dass das Ziehen wirklich nur irgendeine Zerrung oder Verspannung ist, und kein imminenter Herzinfarkt.
War ja irgendwie schon vorher klar, aber wenn man´s ganz genau weiß, fühlt sich´s doch irgendwie besser an… 😉

Da kannste dann wieder etwas befreiter laufen gehen, auch die etwas anspruchsvolleren Strecken, wo´s zwischendurch mal ein bissken bergauf geht.
Und genau das mach´ ich dann auch nach dem Arztbesuch.

Später Nachmittag, noch knapp eine Stunde bis Sonnenuntergang, die Luft ist mild und ein bisschen Frühlingshaft, der Tag freundlichtrüb, garniert mit ein bisschen Sonne, die hier und da zwischen den zerissenen Wolken hervorlugt.
Nett, da lässt sich´s gut joggen.

Ich starte ohne festen Plan, laufe einfach erstmal hoch in den Wald, via Burgenweg und merck´schen Wasserturm auf den Pürschweg (SJ2) in Richtung Melibokus.
So mies wie´s gestern war, so gut klappt´s heute: Alles entspannt, angenehm, macht Spaß, und das, obwohl ich ein klein wenig zu fix unterwegs bin (wahrscheinlich der Pott Kaffee, den ich vor dem Loslaufen gesoffen hab´ – Koffeein macht mich immer schnell…).

Schon interessant, wie schnell sich hier alles in den letzten Tagen verändert hat.
Als ich vor genau einer Woche zum letzten mal vorbeigekommen bin., waren die unteren Höhenlagen mit grauem Schneematsch bedeckt, der weiter oben in mehr als knöchelhohen Tiefschnee übergegangen ist.
Heute gibt´s erst mal keinen Schnee mehr zu sehen, stattdessen dominiert das Grün und Braun der winterlichen Waldhänge. Erst jenseits der 350 m. ü.NN finden sich noch einige klägliche Reste in den Sonnengeschützen Beugen der Steiltäler, die allerdings nicht so aussehen, als ob sie die nächsten 24 Stunden überstehen würden.
Noch ein bisschen weiter oben, so ab 400 m., gibt´s sogar noch ein paar größere Placken, aber auch deren Tage sind offensichtlich gezählt – You can never hold back spring, um mal den großen Tom Waits zu zitieren. 🙂

Unterwegs mache ich immer mal ein paar Sekunden Pause, um die Aussicht zu genießen, die sich zwischen den kahlen Stämmen hinaus in die Rheinbene bietet – der Dunst, der über die Wintermonate meistens über dem Flachland gelegen hat, hat sich heute mal verzogen, entsprechend grüßen von jenseits des Rieds die fernen Höhenzüge von Taunus, Donnersberg und Pfälzerwald herüber, so klar, dass man die Türme auf den einzelnen Gipfeln erspähen kann. Wenn man ganz genau nach Nordwesten schaut, erkennt man sogar die ersten Vorberge des Hunsrück jenseits des Binger Lochs.
Das gefällt mir. 🙂

Auf den Melibokus verzichte ich heute, schließlich war ich erst letzte Woche oben, und abnutzen möchte ich ihn nicht.
Deswegen geht´s kurz nach der Abzweigung zum Hohe-Stich-Weg links ab, über den Bergsattel auf den unmarkierten Schleichweg, der steil abwärts durch den Wald am wilden Osthang des Melibokusmassivs in die Bergwiesen des Balkhäuser Tals führt.

Hier trabe ich dann ganz entspannt weiter abwärts, durch die grünen Hänge (auf denen übrigens noch deutlich mehr Schnee als auf der anderen Seite der Bergkette liegt) an die Hochstädter Str./L3103 und weiter nach Balkhausen rein, wo ich der langen Felsbergstrasse bis zum unteren Ortsrand folge und am Talhof auf den Balkhäuser-Tal-Weg (gelbe 3) wechsel, der neben dem vom Schmelzwasser angeschwollenen Quattelbach zurück in Richtung Jugenheim.

Dämmert zwar schon, aber es läuft immer noch wunderbar entspannt, deswegen entschließe ich mich spontan, noch einen kleinen Umweg über den Heiligenberg mitzunehmen – anstatt am alten Forsthaus links an die Landstrasse zu wechseln, geht´s geradeaus weiter, wieder leicht bergauf durch den Wald an den Südhängen des Marienbergs bis hoch zum Schloss Heiligenberg. Übrigens zügig, auf der moderaten Steigung zum Schloss drücke ich ein bisschen aufs Tempo, das macht richtig Spaß.

Vom Schloss aus nehme ich den Burgenweg, abwärts durch den Esskastanienwald zur Bergkirche und weiter runter ins Dorf, in dem bereits die Strassenlaternen brennen.

Hm. Okay, gleich wird´s dunkel, aber so ein paar Extrameter sind noch gut drin, denk´ ich mir.
Deswegen bieg´ ich nicht links ab und lauf´ gleich heim, sondern halte mich auf der Hauptstr. rechts und laufe dann auf der Burkhardstr. am Schwimmbad vorbei. Gibt noch ein paar hundert Extrameter, von denen 160 sogar „neu“ sind, weil ich sie seit Blogbeginn offensichtlich nicht mehr gelaufen bin. Gut, nehm´ ich mit!

An der alten Bergstr. geht´s dann links, über die große Kreuzung und der Länge nach durchs Dorf, bis ich wieder daheim ankomme, gerade als das letzte bisschen Tageslicht sich über den westlichen Horizont davonmacht.

Angenehmer Runde
Eine von diesen Touren, bei denen man einfach mal so ohne besondere Erwartungen oder Leistungsdruck startet und sich dann einfach ein bisschen treiben lässt. Nichts Besonderes, aber nett.

Strecke: 10,2 km
Zeit: Nicht genommen, aber ganz ordentliches Tempo
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 1,57% (0,16 km von 10,2 km)
Karte:

M.

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2 Antworten to “Vorfrühlingsrunde ins Balkhäuser Tal: Darsberg – Balkhausen – Heiligenberg – Jugenheim (10,2 km)”

  1. Laufhannes Says:

    Nichts Besonderes, aber alleine das Ende des winterlichen Erscheinungsbilds ist Grund genug, um fröhlich durch die Gegend zu dackeln. Da kann es ja nicht mehr lange dauern, bis du mit einem riesigen Grinsen die richtig schönen Entdeckungen auspackst.

  2. matbs Says:

    Zuerst mal muss ich aber noch aus dem allwinterlichen physiologisch-psychologischen Formtief raus.
    Solange 25 Bergkilometer noch „unschaffbar weit“ erscheinen, bleiben die ganz großen Entdeckungen zwangsläufig erstmal noch auf Halde… 😉


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