Neutscher Höhe und nördliches Modautal mit Hund (11,6 km)

3. März 2010

Schönes Wetter heute, vielleicht ein bisschen kühl und windig, aber mit heller Sonne und – diesigem – blauen Himmel.
Gute Laufwitterung!

Deswegen schnapp´ ich mir am späten Nachmittag den Nemo, pack´ ihn in den Fußraum vom Auto, und fahr´ uns beide hoch auf die Neutscher Höhe, für eine kleine Tour ins nördliche Modautal – da ist es bei viel Sonnenlicht nämlich total hübsch (vgl. hier), und mit diversen (meist unmrkierten) Nebenwegen ist auch noch ordentlich neue Strecke drin.

Wir starten in Neutsch, an der T-Kreuzung im Süden des Ortes (Neutsch ist so klein, dass es keine Strassennamen gibt) und laufen erstmal ostwärts, den Asphaltierten Fahrweg entlang, der zum neutscher Friedhof und dann weiter ins nächste Tal nach Ernsthofen führt.
Auch hier oben herrscht wunderbares Wetter, mit schrägem Sonnenschein aus milchigblauem Himmel, der über die weiten, gewellten Plateauwiesen schwappt und das noch matte Grün der vorfrühlingshaften Weiden erstrahlen lässt. Lediglich der Wind stört etwas, scharf und eisigkalt und direkt von Norden (wie man an den Köpfen der nahen Windräder erkennt), da wünsche ich mir fast, ich hätte die Handschuhe und den Nackenwärmer mitgenommen.

Nach 400 m. biegen wir links ab, runter vom Asphalt auf den Saar-Rhein-Main-Weg (gelbes Plus), der aufwärts durch sonniges Weideland in den lichten, hellen Wald am Rämster Berg führt.
Gut für Nemo, denn jetzt kann die Leine ab, mehr Freiheit für uns beide.

Ein kleines bisschen sanft bergauf über den Höhenrücken (auch heute stört die linke Seite wieder ein bisschen, aber da´s nicht steil und extrem anstrengend ist, klappt das schon), dann abwärts, runter ins Modautal nach Ernsthofen.
Schon interessant: Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich dieses Stück zum letzten Mal gelaufen bin – vor über zweienhalb Jahren mit Ingo, als der Blog noch keinen Monat alt war (mach´ ich das echt schon so lange???).
Damals ist mir das extrem steil vorgekommen, aber ob´s daran lag, dass wir seinerzeit bergauf gelaufen bin oder ob mein Verständnis von „Steil“ sich seitdem gewandelt hat – keine Ahnung.
Heute finde ich den Abstieg auf jeden Fall sehr bequem und moderat, lässt sich wunderbar entspannt abtraben.

Wir verlassen den Wald kurz vor dem Kreisjugendheim und laufen weiter die grünen Hänge des Modautals hinab, ganz entspannt hinter unseren schon ziemlich langen Schatten her.

Wirklich eine schöne Ecke: Der Odenwald ist hier hinten schon merklich flacher und weniger schroff, die engen Täler und steilen Waldhänge, die das Landschaftsbild weiter südlich dominieren, öffnen sich mehr und mehr zu weitem, grünen, offenen Hügelland mit weichen Rundungen, über die man bis zu den weiter entfernten höheren Bergzügen schauen kann. Schräg vor uns erhebt sich beispielsweise die Neunkircher Höhe, weiter rechts erkennt man immer mal wieder den Krehberg an der Knodener Höhe und den Felsberg.
Wunderbar…

Direkt unter dem Jugendheim verlassen wir den Saar-Rhein-Main-Weg und machen einen kleinen Umweg über ein paar unmarkierte Feldwege (neue Strecke, yaay!), die zwischen Pferdeweiden und hellbraunen Stoppeläckern bis runter nach Ernsthofen führen.
Kurz durchs Dorf („Am Dornhaag“, Darmstädter Str., Reutersbergweg), natürlich wieder angeleint, bis wir wieder auf den Saar-Rhein-Main-Weg stoßen. Ernsthofen ist ein nettes kleines Örtchen, alte Häuser und Höfe, Fachwerk hier und da, mitten durchs Dorf fließt die Modau.
Bloß die Dorfhunde nerven ein bisschen, die gehen hinter ihren Hoftoren alle an als wir vorbeilaufen und gauzen und kläffen dem Nemo irgendwelche Hundeschmähungen hinterher, weswegen er gerne mal stehen bleiben und zurückkläffen würde.
Geht aber nicht, wir wollen ja weiter, deswegen gibt´s ein kurzes Tauziehen, bis geklärt ist, wer von uns das Tempo macht (das bin übrigens ich :D).

Auf dem Saar-Rhein-Main-Weg aus Ernsthofen raus in die Wiesen neben der Modau, dann kurz nach dem Dorfende links und auf dem Hohe-Strasse-Weg (gelbe 3) bis zum nächsten Wäldchen, dort dann über den Naturparkplatz am Mühlweg und über den Brunnenkopf-Weg (gelbe 4) sanft aufwärts durch den Wald. Einmal müssen wir über eine frisch umgewehte Kiefer klettern, ansonsten läuft sich´s hier gut.

Einen guten Kilometer und knapp 60 Höhenmeter später erreichen wir die große Wiese am Brunnenkopf über Asbach. Hier geht´s links, kurz zwischen Wald und Wiese den HW13 (blauer Balken) in Richtung Rohrbach, dann wieder ein Stück unter den Bäumen hindurch bis zur weiten hügeligen Feld- und Wiesenlandschaft der Grandes Semailles.
Rechts jenseits der Äcker und Weiden liegt Rohrbach, dahinter erheben sich steile Berge, die ich auf Anhieb nicht identifizieren kann (bei der Nachrecherche auf Goggle Earth stellt sich raus, dass das vermutlich der über 40 km entfernte Hahnenkamm im Vorderspessart war – cool! :D), links senken sich die Hügel sanft hinab in die flache Kerbe des unteren Modautals.

Wir laufen noch ein Stück geradeaus, durch die Felder und einen Pulk spazieren gehender Rauhaardackel samt Herrchen und Frauchen (Nemo zeigt beachtliches Pflichtbewusstsein und lässt sich nicht ablenken), dann geht´s nach links, auf dem HW 12 (weißer Doppelbalken) bis runter nach Ober-Modau, das sich als langgestreckte Siedlung im Talgrund am Ufer des gleichnamigen Flüsschens entlangzieht.
Genau das überqueren wir dann auch am Ortsrand, bevor wir den Ort auf Lindenstr., Odenwaldstr. und Frankenhäuser Str. durchqueren und anfangen, auf der anderen Talseite wieder bergauf zu laufen.

Erstmal nur ein kurzes Stück, über einen wiesigen Buckel, dann nochmal runter ins Seitental des Neutscher Bachs.
Kurz links in die Pampa (die Wanderkarte behauptet, da gäbe es einen Weg und eine Brücke über den Bach. Recht hat sie zwar nur zur Hälfte, so einen richtigen Weg finden wir nicht, aber die alte, kleine Steinbrücke über das kleine Gewässer ist tatsächlich da, wo sie sein sollte – das reicht… ;)), dann über die Landstrasse (K137) und auf einem unmarkierten Weg am Rand einer schlammigen Hangwiese, die bereits in den Abendschatten versinkt, hinauf in den Wald auf dem Hainbühl.
Der längste Aufstieg heute, ziemlich genau 100 Höhenmeter, verteilt über einen gewundenen Waldweg von 1,2 km länge.
Eigentlich gar kein Problem, aber wie in der letzten Zeit üblich merke ich auch hier wieder, dass es sich momentan einfach ein bisschen unangenehm anfühlt, ganz tief Einzuatmen.
Deshalb lass´ ich es lieber, spare meinen Atem und mache ganz langsam.
Der Hund mag´s zwar nicht, wenn er auf mich warten muss, aber da muss er jetzt durch… 😀

Am oberen Ende des Waldes geht´s raus in die Hochwiesen über Frankenhausen. Nach Nordwesten hat man hier einen herrlichen Blick auf die Frankfurter Skyline (35 km entfernt) und das mächtige Feldbergmassiv im Taunus (über 50 km entfernt), die so klar sichtbar sind, dass man fast den Eindruck hätte, als könnte man schnell mal rüberlaufen.
Schön!

Am Waldrand geht´s durch die Weiden auf den Balerts-Höhen-Weg (gelbe 2), dem wir runter nach Frankenhausen folgen.
Kurze Pause, weil Nemo sich vom putzigsten Dalmatinerwelpen aller Zeiten bespielen lassen muss, dann durchqueren wir das Dorf („Flutgraben“, Neutscher Pfad) und laufen auf dem HW12 (immer noch weißer Doppelbalken) zurück nach Neutsch.
Geht noch mal aufwärts, durch die abendschattigen Hangweiden unter dem Hundsrück, auf denen eine Herde zottelig-roter Hochlandrinder grast, dahinter dann abwärts durch die weiten, schrägen, grünbraunen Stoppelfelder unterhalb der Neutscher Höhe, bis wir wieder in Neutsch sind.
Auch hier haben wir noch eine Begegnung mit einem lokalen Dorfhund: Auf den letzten Metern treffen wir einen zauseligen und total lieben Mischling mit einem roten Wämschen auf dem der Name „Karlchen“ eingestickt ist, und der sich fast überfahren lässt, als er über die enge Dorfstrasse trottet, um uns Hallo zu sagen.
Nett.

Und dann ist Schluss, wir sind am Ziel, passend zum Sonnenuntergang.
Hübsche kleine Runde, wie nicht anders zu erwarten an einem schönen, sonnigen Tag im Odenwald.
Schön entspannt, dank des abwechslungsreichen aber nicht wirklich anstrengenden Geländes, mit ordentlich neuer Strecke und einem gut aufgelegten Nemo, dem es mal wieder sichtlich Spaß gemacht hat.
Bloß das ziehen links am Brustkorb hat wieder genervt, aber da werd´ ich mich wohl bis auf Weiteres mit arrangieren müssen.

Strecke: 11,6 km
Zeit: Nicht genommen
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 57,16% (6,63 km von 11,6 km)
Karte:

M.

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4 Antworten to “Neutscher Höhe und nördliches Modautal mit Hund (11,6 km)”

  1. Laufhannes Says:

    Ein sonniger Tag im Odenwald – der hört sich wirklich nett an. Ich muss ja langsam in meinem Kopf verankern, dass Berge das Tollste sind 🙂

  2. matbs Says:

    Na ja, ein bisschen Zeit hast du ja noch.
    Und Landschaft Mögen Lernen ist ja sowieso auch eine „learning by doing“-Geschichte… 😉

    Ansonsten: Ja, genau – nett.
    Das war nett! 🙂

  3. Daniel Kopp Says:

    wie du das immer so schreibst, da könnte ich glatt das gefühl haben als kleines männchen auf deiner schulter sitzend mitzulaufen.

    lg
    daniel

  4. matbs Says:

    Ui, lieber nicht, ich hab´ ja schon an mir genug zu schleppen! 😀


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