Meh. Zweimal Pflichterfüllung vor der Haustür (10,6 km und 11,4 km)

11. März 2010

Hrm.
Nach den etwas längeren Fototouren im Unbekannten bin ich immer erstmal ein bisschen bedient.
Nicht körperlich, ist eher so eine Kopfsache.
Zum einen gibt´s meist erstmal einen Lauf-und-Blog-Rückstau, der dadurch entsteht, dass der Bericht von einem (zeitlich, nicht unbedingt streckenmäßig) langen Lauf mit unzähligen Eindrücken und Dutzenden von Fotos naturgemäß etwas mehr Aufwand mit sich bringt und länger braucht.
Und bevor damit nicht fertig bin, hab´ ich i.d.R. keine Lust, irgendwas Anderes Eminent Bloggenwertes anzugehen.
Und zum anderen… naja, am Wochenende schön lange und entspannt bei Sonnenschein durch die absolute Fremde, Genuß pur – da ist die Lust auf Kleinklein im eigenen Vorgarten erstmal eher relativ gering…

So auch diese Woche – Montag nix, Dienstag nix, erst Mittwoch treibt´s mich wieder raus, und selbst das ehrlich gesagt mehr aus organisatorischem Zwang („Wenn du diese Woche vier mal laufen willst nicht alle Touren an aufeinanderfolgenden Tagen machen willst, dann ist jetzt der letztmögliche Termin“) als aus echter Lauflust:


Mittwoch, 10.03.2010: Schuldorf, Seeheimer Wald und Bickenbach
Entsprechend meiner Ausgangsstimmung hab´ ich mir keine feste Strecke zurechtgelegt, weiß nicht mal genau, wo´s hingehen soll. Ich renn´ halt einfach erstmal los und seh´, was passiert.

Rennen ist übrigens genau das richtige Wort, denn vom Start weg mach´ ich richtig Tempo.
Nicht bewusst, passiert einfach, große, schnelle, lange Schritte statt meinem üblichen gemächlichen Dauerlauftrott.

Nach Norden, durch Jugenheim, bis zur großen Kreuzung am unteren Ende Ludwigsstr.
Wohin?
Öööh, links, über die Kreuzung, westwärts und einmal mitten durchs Schuldorf durch.
Lange her, dass ich hier zum letzten Mal gewesen bin, wie üblich überraschen und irritieren mich die Änderungen ein bisschen – vor der Aula ist der Wald abgeholzt und der Hang flachplaniert, die alte Busschleife gibt´s nicht mehr, dort wird ein neuer Trakt der internationalen Schule gebaut.
Nicht mehr meine Schule, schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr, aber es fühlt sich trotzdem komisch an…

Wohin?
Ööh, links, den Fußweg nach Seeheim und zum Entenweiher. Inzwischen merke ich das Tempo bereits deutlich, atme schwer, meine Beine muckern ordentlich.
Du Penner„, mosert mein Körper über unzählige Nervenbahnen nach oben, „das wird dir noch leid tun!

Stimmt„, antworte ich nonchalant. „Aber erst morgen. Bis dahin: Klappe zu und rennen!

Am zugefrorenen Entenweiher im Wald wieder links, über die kleine Brücke, dann – wie könnte es anders sein – links, den Saar-Rhein-Main-Weg runter zum Waldrand südlich vom Seeheimer Grundweg.
Schweiss in den Augen, sie brennen ein bisschen. Meine Lunge und meine Beine übrigens auch.
Kein Problem, ich kann das.

Wohin?
Öööh, rechts. Am Waldrand in Richtung Seeheim, dann kurz den Grundweg runter, schließlich rechts ins Wäldchen am Weihereck und auf irgendwelchen Trampelpfaden (ein paar davon neue Strecke. Yay!) auf den Lokalweg SJ3, der mich an der Seeheimer Reitanlage vorbei bis zum westlichen Ortsrand an der Friedrich Ebert-Str. bringt.

Wohin?
Ööööh, links. Runter zur B3, warten an der Fußgängerampel, dann kurz die Fahrstr. nach Pfungstadt entlang und schließlich wieder links, auf die Reißschneise, die südwärts durch den dichten Flachlandwald zwischen Bundesstrasse und A5 führt.
Weicher Waldboden, angenehm für die Beine, aber so langsam gerate ich doch ein bisschen ins Stottern.
Zuviel Tempo bisher, und die Ampelpause hat Schwung gekostet.
Schalte einen Gang runter, das ist dann immer noch ziemlich fix.

Geradeaus, ein Dreiviertelkilometer durch den Wald, dann endet die Schneise an der hochaufgetürmten Böschung der L3103, ich nehm´ das Trampelpfädchen am Fuß der Böschung nach Westen, wo ich kurz darauf auf die alte, stillgelegte Gleistrasse durch den Wald stoße, an der ich die Landstrasse durch die kleine Unterführung unterquere (wieder SJ3) und in den Bickenbacher Wald einlaufe.

Hier muss ich kurz mal überlegen, welcher Weg wohinführt – zwar war ich hier natürlich auch schon praktisch überall, aber da der Flachlandwald hier unten doch nicht ganz so interessant ist, wie die Berge im Osten, komme ich eher selten her, da braucht´s ein paar Sekunden zu Orientierung.

Oder auch: Wohin?

Oh, links. Dem SJ3 hinterher, vorbei am Marktein, der die Gemarkungsgrenzen von Bickenbach, Pfungstadt und Seeheim-Jugenheim anzeigt, dann rechts, vorbei am Kaiserstein („Hier hat Kaiser Franz Josef der soundsovielte mal einen Hirsch erschossen“), kurz links, dann rechts und die Tabaksackerschneise runter, die irgendwann an der L3303 zwischen Autobahnabfahrt und Bickenbach endet.

Hm. Okay.
Landstrasse will ich nicht.
Umkehren auch nicht.
Bleibt als Alternative der Deich des knochentrockenen Hochwasserschutzbasins neben der Strasse, auf dem geht´s südwärts. Danach noch kurz durch den Wald zur großen Schneise vor Bickenbach, ein paar Meter auf dem Saar-Rhein-Main-Weg nach Westen, dann am Rand der Spargeläcker nach Bickenbach rein, ins Neubaugebiet „Am Hartenauer Feld“.

Inzwischen geht mir ernsthaft die Puste aus, so richtig Lust hab´ ich auch nicht mehr, wäre irgendwie schön, wenn jetzt Schluss wäre.
Isses aber noch nicht, muss ja noch nachhause.

Wohin?
Öh. Irgendwie durch Bickenbach durch, auf Nebenstraßen durch die Wohngebiete, zwischendurch entdecke ich sogar einen kleinen schlammigen Fußpfad am Ufer des Landbachs hinter den Grundstücken, den ich bisher noch nicht kannte, und am Ende geht´s dann via Jugenheimer Str. und Alsbacher Str. in die Felder und geradewegs zurück nach Hause.
Auf die letzten Meter gibt´s noch ein bisschen Lulleranstieg, nur ein paar Höhenmeter hoch zum Blütenweg, aber der tut heute richtig weh.

Immerhin, am Ende komme ich weniger als eine Stunde, nachdem ich aufgebrochen bin, wieder daheim an, total verschwitzt und leer.

Nicht schreiend nett, nicht rufend grausam, irgendwo dazwischen im mediokren Niemandsland der läuferischen Pflicht.

Strecke: 10,6 km
Zeit: Uhr vergessen. Aber ziemlich schnell
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 10,09% (1,15 km von 11,4 km)
Karte:

Ups, da ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen, was auf der Karte als Jugenheimer Str. markiert ist, ist in Wirklichkeit die Alsbacher Str.

Donnerstag, 11.03.2010: Um den Erlensee
Eins muss man meinem Körper lassen: Wenn er Mittwochs beim Semisprint verspricht, dass ich das hohe Lauftempo Donnerstags bereuen werde, dann hält er auch Wort.
Heute fühle ich mich schwer, ungelenkt, unwillig, habe noch viel weniger Lust aufs Laufen als gestern.
Aber wenn ich nicht laufen gehen würde, würde mich das auch unzufrieden machen, und wenn ich die Wahl zwischen unmotiviertem Daheimbleiben und Unzufrieden Damit Sein oder unmotiviertem Sport und Unzufrieden Damit Sein habe, nehm´ ich am Ende halt doch den Sport. Gibt sich ja eh nix…

Auch heute wieder: Keine Route, kein Ziel, ist eh egal.
Ich drifte runter nach Bickenbach, deutlich langsamer als gestern, schwerfällig, durchquere den gesamten Ort in westlicher Richtung, und finde mich schließlich auf dem Fußweg zum Erlensee wieder.
Macht nicht wirklich Spaß, aber ist erträglich, zumal ich sowieso damit beschäftigt bin, über anderes, wichtigeres Zeug nachzugrübeln und deshalb nicht so viel mitkriege.

Irgendwann bin ich dann am Erlensee, der ist sogar ganz nett heute, auch wenn der Tag sich wie Anfang Februar und nicht wie Mitte März anfühlt: In der stillen Wasserobefläche spiegeln sich die umliegenden Bäume und die fahle Wintersonne, am Nordufer dümpelt eine große Schar Kanadagänse vor sich hin, mutmaßlich auf der Durchreise nach Norden, weil Frühling ist (oder so). Ganz nett.

Einmal um den See, dann durch die Rollrasenfelder neben der A5 zum Lindenhof, auf dem Saar-Rhein-Main-Weg über die Autobahn ins Gewerbegebiet, Berta-Benz-Str. zurück nach Bickenbach, nochmal mittendurch, und dann durch die Felder heim.

Blogleser kommst du nach Sparta, so verkündige dort, du habest mich hier laufen gelesen, wie das Gesetz es befahl.

Meh.
Bleibt die leise Hoffnung aufs Wochenende.

Strecke: 11,4 km
Zeit: Nicht genommen
Neue Strecke: Keine
Karte:

M.

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4 Antworten to “Meh. Zweimal Pflichterfüllung vor der Haustür (10,6 km und 11,4 km)”

  1. Evchen Says:

    Torsten hat mich heute Morgen deprimiert: vor einem Jahr hatte es morgens vor 8 Uhr 7°. *heul*
    Irgendwie ist die Luft raus. Ich laufe auch und es macht auch Spaß und ich verbessere mich, aber landschaftlich schiebe ich alles nach hinten:

    Och, nö. Der See ist ja bestimmt sehr hübsch, aber im wolkengrau?

    Och, nö. Das Hügelchen ist sicherlich grandios, aber die Aussicht in matschig-milchig?

    *maul*

    Ich werde allmählich winterdepressiv, da helfen auch ein paar Sonnenstrahlen auf die Schneedecke nix. 😦

    ICH WILL KÜHE, ÄH, FRÜHLING!

  2. matbs Says:

    Ich weiß genau was du meinst, ich schiebe schöne Strecken bei unschönem Wetter auch immer vor mir her, was das Laufen auf den nicht so Schönen natürlich um so dööfer macht (ist das ein echtes Wort, „dööfer“?).

    Und ja, das verdammte Winterwetter reicht wirklich – heute morgen hat es bei uns nochmal geschneit, und das Mitte März!!!
    Ist zwar nicht liegengeblieben, aber trotzdem: Endlich mal wieder in kurzen Hosen raus und durchs Warme laufen, endlich mal nicht ständig die untergehende Sonne im Blick haben müssen, weil´s eh erst um Halb Zehn dunkel wird, endlich mal wieder strahlende, klare Sommerfarben in der Natur statt Weiß, Grau und Braun – das wär´ so langsam wirklich mal angebracht!

    • Evchen Says:

      Dito! Bei uns heute Morgen auch wieder Schneematschscheisendregg und zwar vom Allerdööfsten (mir egal, ob`s das gibt)!
      Gna. Drück mal bitte die Daumen, daß morgen früh wenigstens ein bissl Sonne da ist, wenigstens das. *schnief*

      • matbs Says:

        Na gut, ich drücke.
        Aber erwart´ lieber nicht zuviel, vorhin im Radio haben sie sogar noch mal „leichten Schneefall“ über nacht in Aussicht gestellt…


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