Zurück im Laufalltag: Balkhäuser Tal mit Hund (11,2km)

27. März 2010

Notiz an mich selbst: Nur weil Frühling ist, heisst das noch nicht, dass gleich alles perfekt wird.

Point in Case: Die zweite Hälfte der Kalenderwoche 11.
Die ist nämlich trüb und kalt und regnerisch.
Zwar lange nicht mehr so eklig wie einige der Wochen davor, aber eben auch noch kein kaiserwettriger Hochsommer.
Das dämpft die Lauflaune dann gleich mal wieder ein bisschen.

Ist aber nicht weiter schlimm, schließlich hab´ ich mir nach den anstrengenden 92 Kilometern in sieben Tagen ja sowieso vorgenommen, es für den Rest der Woche ruhiger angehen zu lassen, da passt das schon…

Also denn: Samstag.
8 Grad, böiger Wind, Nieselregen.
Nicht gerade mein Wetter, aber dafür ideal für den Nemo, der als Nachfahre schottischer Highland- und Inselbewohner genau für diese Art von Witterung gemacht ist.
Deshalb darf er auch heute auch wieder mit.


Am Anfang sind wir noch so ein bisschen ziellos, laufen einfach mal drauflos in den Wald hinterm Haus und nehmen den Pürschweg zum Melibokus hoch.
Läuft ein bisschen zäh, nach den Strapazen am Wochenanfang und drei Tagen Pause sind die Beine ein bisschen schwer, überalll zwickt und zwackt es ein wenig, die Spritzigkeit ist bis auf Weiteres (vermutlich bis zur nächsten Schönwetterperiode) zuhause geblieben.
Andereseits. Unerträglich ist es auch nicht, die Fernsicht durch die kahlen, tropfenden Baumkronen runter in die Ebene ist überraschend gut, und obwohl hier oben noch nichts knospt oder blüht herrscht doch schon sowas wie Frühjahrsstimmung, mit singenden Vögeln und dem aromatischen Geruch feuchter Walderde.

Etwas über vier Kilometer bergauf bis zum Ende des Pürschwegs an den oberen Melibokushängen.
Den Gipfel sparen wir uns mal, denn der hängt so voller schwerer Regenwolken, dass es da eh nix zu sehen gibt, also biegen wir stattdessen links ab und folgen dem serpentinigen Asphaltweg zur Not Gottes abwärts in die Osthänge des Massivs.
Hier herrscht Waschküchenatmosphäre: Einige der tief ziehenden Regenwolken haben sich im steilen Fichtenwald verheddert und kommen nun nicht mehr los vom Melibokus, entsprechend herrscht eine wattig-graue Dämmerstimmung, die den einsamen Bergwald (außer uns sind hier heute nur noch ein paar Rehe unterwegs) geheimnisvoll und fremd erscheinen lässt.
Das ist sehr stimmungsvoll, aber auch ziemlich feucht.

Zur Not Gottes oder gar dem Auerbacher Schloss wollen wir heute nicht, deshalb geht´s nach ein paar hundert Metern ab von der Fahrstrasse und über einen unmarkierten Waldwege erst runter ins Tal unter den Drei Quellen, dann weiter abwärts zum Waldrand über dem Mühltal und schließlich auf den unsagbar schlammigen Alemannenweg (rotes S und wahre Matschberge und Pfützenozeane, hervorgerufen von schweren Waldarbeiterfahrzeugreifen. Nicht zu joggen, da kommt man nur mit größter Vorsicht und Bedachtsamkeit durch, und mit einem schrecklich eingesauten Nemo, der nunmehr nicht mehr wie ein edler Rassehund aussieht [gut, das tut er sonst auch nicht…], sondern eher wie eine räudige Kanalratte. Das macht ihm sichtlich Spaß… :D).

Am Wald über Balkhausen wechsel wir aufden Nibelungensteig hoch zum Felsberg.
Auch hier ist es heute nass aber stimmungsvoll, über den schmalen, wiesigen Bergsattel zwischen Mühltal und Balkhäuser Tal zieht gerade eine Karawane rissiger Wolkenfetzen, durch die wir geradewegs hindurchlaufen.

Am Parkplatz Schollrain geht´s dann links, runter nach Balkhausen und einmal der länge nach abwärts durchs Dorf.
Normalerweise ein kleiner Spießrutenlauf, wenn man den Hund dabei hat, da man auf den schmalen Bürgersteigen dicht an den alten Höfen vorbei muss, die von krawallig-aufbrausenden Rottweilern und Sennhunden bewohnt werden.
Heute aber nicht, denn seit vor zwei Wochen ein Felssturz über der L3103 im mittleren Balkhäuser Tal abgegangen ist, sind
sowohl die Landstrasse als auch der untere Teil Balkhausens für Autos gesperrt.
Ergo brauchen wir die Bürgersteige nicht, sondern können bequem und sicher auf der Fahrbahn der verwaisten Felsbergstr. laufen.

Am unteren Ortsende würden wir normalerweise beim Talhof auf den Fußweg wechseln, der an der nördlichen Talseite in Richtung Jugenheim und Heiligenberg führt.
Heute aber nicht, schließlich darf man sich so eine vollgesperrte Landstrasse nicht entgehen lassen.
Also bleiben wir auf der L3103 (da ist zwar auch ein „Verbot für Fußgänger und Radfahrer“-Schild, aber heute ist ja Samstag und die abgebrochenen Felsen sind dem Vernehmen nach schon geräumt, da wird das schon in Ordnung gehen…) und folgen der Fahrbahn runter nach Jugenheim (übrigens Nigelnagelneue Strecke, denn ohne Sperrung ist die schmale, uneinsehbare Landstrasse ohne Randstreifen zu gefährlich für Jogger).

Läuft sich gut. Die halbe Fahrbahn ist frei (die andere Hälfte liegt voller Büsche und Bäume, die man zur Vorbereitung der anstehenden Sicherungsmaßnahmen an den Hängen über der Strasse abgeschnitten hat), mehr als genug Platz für uns.
Schön gemessen abwärts ohne sich Gedanken um den Verkehr machen zu müssen, bis runter nach Jugenheim, wo wir dann über die Hauptstr. nach Hauause laufen.

Und fertig (naja fast, bis auf die Hundereinigung, die hat noch ein bisschen gedauert… ;))

Nicht mies, aber auch keiner für die Ewigkeit.

Strecke: 11,2 km
Zeit: Nicht genommen
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 6,88% (0,77 km von 11,2 km)
Karte:

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2 Antworten to “Zurück im Laufalltag: Balkhäuser Tal mit Hund (11,2km)”

  1. Daniel Kopp Says:

    wir haben heute auch kein schönes wetter. dicke wolken mit regentropfen und sonne wechselns sich ab. das wäre nicht so schlimm, doch der kalte wind ist widerlich.

    aber matthias, alles halb so wild. weiß weg, grün mehr.

    lg
    daniel

  2. matbs Says:

    Sonne war hier oben leider ganz aus.
    Hrm.

    Aber natürlich hast du recht, mehr Grün = mehr Gut! 😀


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