Mainzer Dreibrückentour (27,3 km)

8. April 2010

Am Anfang die Vorgeschichte, weil sich das so gehört.
Aalso:

Vor langer, laaanger Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat und es noch keinen Laufblog gab, wollte der Matthias sich mal an einem Marathon versuchen.

War ehrlich gesagt nur halb meine eigene Idee.
Zwar hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon sieben bis acht Jahre als mehr oder weniger ernsthafter Läufer hinter mir und war bereits seit ein oder zwei Jahren der Klein-Klein-Phase auf den ewig gleichen Kurzstrecken entwachsen – aber gleich ein ganzer Marathon?
Das klang doch schon ein bisschen einschüchternd.

Glücklicherweise musste ich den Sprung ins kalte Langstrecken-Wasser am Ende nicht aus eigenem Antrieb vollziehen, stattdessen gab´s einen netten Schubser in die richtige Richtung, als mir die W.s – Monika und Dieter, Freunde der Familie – zum Geburtstag die Teilnahme am Mainzer Gutenberg-Marathon 2007 geschenkt haben.
Bei so einem coolen Geschenk bleibt einem natürlich gar nichts Anderes übrig, als sich auf das Abenteuer Marathon einzulassen. 🙂

Damit das mit dem richtigen Training auch gut hinhaut, hat mich der Dieter auch gleich noch eingeladen, doch mal zur Standorbestimmung mit ihm und seiner Laufgruppe die Mainzer Dreibrückentour zu laufen, bei der´s von Astheim im Ried über Ginsheim zur Mainspitze geht, dann auf der Bahnbrücke rüber nach Weisenau, das Mainzer Rheinufer entlang, über die Heuss-Brücke nach Kastel, und schließlich via Maaraue, Kostheim und Gustavsburg zurück.
Repektabel lange Strecke – wer die nicht kann, für den ist ein Marathon vielleicht noch ein bisschen viel.

Auch dieses Angebot hab´ ich natürlich dankend angenommen.
War allererster Lauf jenseits der 25 km, hat ordentlich geklappt und viel Spaß sowie steife Beine gemacht, und außerdem hat mir Dieter bei diesem Anlaß auch noch die blaue Quellemütze geschenkt („Ein echte Läufer braucht eine Mütze“), die seitdem zu meinem allerliebsten und wichtigsten Laufuntensil geworden ist.
Eine ganz runde Sache.

Das alles ist nun ziemlich genau drei Jahre her. Der Marathon ist längst geschafft (auch wenn´s am Ende nicht Mainz sondern Frankfurt geworden ist) und ich bin inzwischen zum joggenden Entdecker mutiert, dem Laufveranstaltungen nicht mehr ganz so wichtig sind.
Aber auf die Dreibrückentour, auf die hatte ich schon lange mal wieder Lust.
Schließlich sind Mainz und Wiesbaden seit letztem Jahr Teil meines Streckennetzes, das will ja ausgenutzt sein…

Deshalb hab´ ich vor ein paar Wochen angefragt, ob ich mal wieder mitlaufen darf.
„Klar, kein Problem“, hat der Dieter gemeint, „komm einfach vorbei, wenn wir irgendwann demnächst starten“.
Also hab´ ich genau das heute mal gemacht und bin zum ersten 25+km-Lauf des Jahres nordwärts getuckert.
Mal schauen, wie das so klappt… 🙂

Start ist im Wohngebiet am nördlichen Rand von Astheim, einem kleinen Riedort, der in der weiten Feldlandschaft zwischen Trebur und dem Rheinufer liegt.
Ich bin ausnahmsweise mal pünktlich zuhause losgekommen und entsprechend auch pünktlich da.
Fängt also schon mal gut an, die ganze Geschichte. 🙂

Kurze Begrüßung vor Ort, dann machen wir uns auch schon auf den Weg, in etwas kleinerer Runde als beim letzten Mal, als ich mitgelaufen bin: Drei Läufer, nämlich Dieter und Peter – zwei richtige Laufveteranen, die es zusammen auf einige Jahrzehnte Lauferfahrung und Dutzende von Marathons bringen – und ich, mit meinen elf Läuferjährchen sowas wie der Grünschnabel im Bunde. Dazu noch Dieters besserere Hälfte Monika, die netterweise auf dem Fahrrad hinter uns hermarketendert, beladen mit Getränken und Nahrung für zwischendurch, und fertig ist das Brückentour-Team.

Wir starten ganz gemächlich: Mit ruhigem, angenehmem Trab, bei dem sich´s prima plaudern lässt (das wird natürlich ausgenutzt… ;)) geht´s in nordwestlicher Richtung aus Astheim hinaus, erst auf einem asphaltierten Feldweg ohne Markierung durch die flachen, offenen Ackerflächen von Mönchsgewann und Sauweide, dann über den Fischerpfad und vorbei am Römerhof bis auf den Winterdeich zwischen Ginsheim und Bauschheim.
Lässt sich gut an, macht Spaß, lediglich das Wetter könnte vielleicht noch einen Tick besser sein: Ist zwar mild, aber ein bisschen trüb und so extrem diesig, dass man nicht mal bis zum Taunus oder der Bergstrasse gucken kann

Auf dem Winterdeich angekommen halten wir uns links und folgen der Deichkrone weiter nach Norden, nun auch markiert, mit dem Pyramidenpfeil des Regionalparkwegs und dem Radfahrenden Strichmännchen des Rhein-Radwegs.

Dieses Stück kenne ich jetzt wieder, hier bin ich letztes Frühjahr schon mal vorbeigekommen, als ich von Bauschheim ans Ginsheimer Altrheinufer gelaufen bin. Wunderschöne Strecke, rechts die offene Busch- und Feldlandschaft des nördlichen Rieds, links der hübsche, naturbelassene Schwarzbach (der – das diskutieren wie beim Vorbeilaufen kurz aus – eigentlich breit genug ist, um als „Schwarzfluss“ durchzugehen), hinter dem die blühenden Streuobstwiesen der Neuaue (samt einem drübergleitenen Storch, das gefällt mir besonders) und der hohe Auwaldstreifen am Ginsheimer Althrein beginnen.

Vielleicht 800 m. auf dem Uferdeich, dann kommen wir in Ginsheim an, das gegenüber der urig bewachsenen Insel Nonnenaue an einem breiten Althreinarm sitzt.
Vorbei an der an der Stelle, wo der Schwarzbach in den Althrein mündet, dann immer die schöne, mit alten Bäumen bestandene Uferpromenade am Dammweg vorbei. Rechterhand hohe alte Häuser, links geht´s den Damm runter zum Altrheinufer mit kleinem Bootshafen, hinter dem die wilden Auwälder der Nonnenaue aufragen.
Sehr schöne Ecke.

Am Ende des Hafens überqueren wir die Rheinstr., die von der Ortsmitte kommend zur Uferpromenade führt (und – wie in vielen Uferorten üblich – durch eine breite Schiene im Deich geschützt ist, in die bei Hochwasser eine temporäre Staumauer eingefügt werden kann), laufen an der Anlegestelle der Fähre Johanna und dem historischen großen blauen Kiesbagger am Uferstreifen vorbei, und verlassen Ginsheim schließlich wieder, immer noch auf dem Deich, immer noch in angenehm moderaten Tempo.

Ist überhaupt ein wunderbar angenehmer Lauf – meine Begleiter sind mit der bewundernswerten Unaufgeregtheit von Läufern unterwegs, die sich und der Welt nichts zu beweisen haben (sowas ist seltener als man denkt).
Entsprechend gibt´s kein unnötiges Drängen, keine Eitelkeiten, kein Müssen – wir laufen einfach, ruhig, gemessen, zufrieden, entspannt.
Noch besser als die läuferische Nonchalance, mit der wir unterwegs sind, gefällt mir allerdings die Freundlichkeit meiner Mitläufer: Peter und Dieter grüßen praktisch jeden, der uns begegnet.
Und zwar nicht nur mit kurzen Nicken oder einem aus dem Mundwinkel geraunzten Grunzen, sonden richtig, mit einem Lächeln und zuweilen sogar ein paar netten Worten im Vorbeilaufen.
Hat was, zumal diese Freundlichkeit auch zurückkkommt – ich kann mich nicht erinnern, auf einer Tour an so vielen nett schauenden Passanten vorbeigelaufen zu sein.

Nach Ginsheim geht´s noch einen knappen Kilometer auf dem Damm durch die Rheinauen, bis wir den Fuß der gewaltingen Weisenau-Brücke erreichen, auf der die A60 den Rhein überquert.
Klassischerweise würde es hier geradeaus gehen, noch drei oder vier Kilometer weiter nordwärts durch Gustavsburg bis zur Mainspitze (das ist die spitze Landzunge, an der der Main in den Rhein mündet), und von dort aus dann auf der alten Bahnbrücke rüber nach Mainz auf der Rheinland-Pfälzer Seite.
Dummerweise klappt das heute nicht, denn die Bahnbrücke ist schon seit einiger Zeit für Fußgänger gesperrt.
Einzige Alternative: Die Weisenau-Brücke.

Bin ich letztes Jahr schon mal drüber gelaufen, kein besonders angenehmes Stück. Aber heute muss es halt mal sein, also rechts die Rampe hoch und auf der über einen Kilometer langen Brücke über den Rhein.
Schmaler Weg an der Brückenseite, nur durch ein hüfthohes Mäuerchen von der Fahrbahn getrennt, auf der uns der dichte Ballungsraumverkehr mit Tempo 100+ entgegendonnert.
Dafür gibt´s allerdings einen schönen Blick, runter auf den fast 400 m. breiten Fluss und rüber zur Laubenheimer Höhe und nach Mainz (für mehr ist es leider zu diesig).
Trotzdem: Das fühlt sich jetzt doch etwas weniger entspannt an.
Hier treten auch kleinere Koordinierungsprobleme zutage: Meine Begleiter weichen bei entgegenkommenden Radfahrern und Fußgängern standardmäßig an den rechten Rand des schmalen Weges aus, ich hingegen tendiere instinktiv nach links (das sind die vielen Kilometer an randstreifenlosen Provinzstrassen, da schleift sich das ein). Aber nach ein oder zwei irritierten Radfahrern von vorn, die durch uns durch zickzacken müssen, haben wir das im Griff.

Und dann sind wir drüben, in Rheinland-Pfalz, auf der Mainzer Seite, und laufen die erste Rampe runter ins Niemandsland unter den Brückenpfeilern zwischen Weisenau und Laubenheim. Kaum ist man von der Fahrbahn weg, wird es deutlich leiser, das ist sehr angenehm.

Am Fuß der Brücke gibt´s die erste kleine Pause mit was zu trinken, dann machen wir uns wieder auf den Weg.
Nordwärts, auf dem Rhein-Radweg zwischen alten Bahngleisen und wuchtigen Industrietürmen am Rheinufer in Richtung Innenstadt.
Rechts der Fluss, links die Bahntrasse und die B9, dahinter zieht die unterste Häuserzeile von Mainz-Weisenau vorbei (und weil ich mich für sowas interessiere, zeigt mir Peter die alte Synagoge, die in einem der Hinterhöfe steht – schon spannend, hier bin ich schon x-mal vorbeigefahren, aber aufgefallen ist mir die noch nie), überragt vom weithin sichtbaren gelben Turm der Kirche Mariä Himmelfahrt auf der Anhöhe.

Auf Höhe des Volksparks passieren wir den beeindruckenden, burgartigen Sockel Mainzer Südbrücke (das ist die momentan für Fußgänger gesperrte Eisenbahnbrücke rüber zur Mainspitze) und erreichen kurz danach das Victor-Hugo-Ufer, einen schmalen Landstreifen zwischen Rhein und dem Mainzer Winterhafen, in dem Dutzende von Motorboten und kleinen Yachten vor Anker liegen.
Jetzt nur noch schnell über die Drehbrücke am Ende der Landzunge, und schon sind wir mitten in Mainz.

Okay, sprechen wir mal kurz über Mainz.
Ich mag Mainz sehr, sehr gerne, und zwar nicht nur, weil ich hier studiert habe.
Es ist vielleicht nicht die schönste Großstadt, die ich kenne (was nicht heißen soll, dass es hässlich wäre, ganz im Gegenteil), aber ist zweifellos eine der liebenswertesten: Mainz ist unprätentiös, lebensfroh, weltoffen, hier vermengt sich hessische Schlappmäuligkeit mit rheinischer Lebensfreude, etwas Pfälzer Bodenständigkeit und vielleicht sogar einem Quäntchen französischem Savoir Vivre (aus der Zeit, als die Stadt Teil der Grande Nation war). Zugleich ist die Stadt in vielerlei Hinsicht ein Ort der Übergänge, mittendrin zwischen Hügeln und Wasser, zwischen ländlicher Provinz und urbanem Ballungsraum, zwischen uralter Geschichte und verchromter Moderne. Die Schwesterstadt Wiesbaden am anderen Flussufer mal auf den ersten Blick eindrucksvoller erscheinen, weil sie eleganter, distinguierter und wohlhabender daherkommt (aber manchmal auch mit der Nase ein bisschen hoch in der Luft, wie manch´ ein Mainzer an dieser Stelle nicht ganz zu unrecht anmerken würde), aber wenn Mainz einen anlacht (und das passiert oft, denn Mainz lacht viel und viele verschiedene Arten, nicht zur zur Fassenacht), dann kann man eigentlich gar nicht anders, als seiner verschmitzten Freundlichkeit und seinem unkomplizierten Charme zu erliegen.

Jepp, hier fühl´ ich mich wohl… 😉

Wir laufen weiter am Rheinufer entlang, über die große Terasse am etwas futuristisch anmutenden Büro- und Einkaufszentrum Malakoff-Park und durch den schmalen, hübschen Parkstreifen zwischen der Promenade am Stresemannufer und der Mainzer Innenstadt, unter schönen, knorrigen alten Bäumen, die wir nach kurzer Diskussion als „Die Bäume wo die Tauben draufscheißen“ einordnen (Botanik ist offensichtlich nicht unsere Stärke… :D).
Kurz vor dem Rathaus und der Rheingoldhalle (beides sehr eckige, modernistische Gebäude aus den sechziger und siebziger Jahren, die nicht so recht zur dahinter liegenden historischen Altstadt passen wollen) erreichen wir das Adenauer-Ufer zwischen Rathaus und Schiffsanlegestegen.
Hier jahrmarktet es gerade, auf der breiten Promenade sind ein Riesenrad, ein Kettenkarussel und unzählige Buden und Stände aufgebaut, zwischen denen wir nun durchlavieren müssen, wärend von allen Seiten die verführerischen Düfte von Currywurst, Schaschlikspießen und Crêpes Suzette heranwabern – das macht schon ein bisschen hungrig, zumal das Mittagessen heute zu gunsten des Laufens ausgefallen ist.
Da trifft sich´s gut, dass wir kurz danach auf Höhe der Rheingoldhalle unsere zweite Pause machen, mit was zu trinken und ein bisschen Banane für alle. Tut gut.

Direkt danach geht´s aufwärts, am Rand der B40 hinauf auf die breite, prächtige Theodor-Heuss-Brücke, die aus dem Herzen der Mainzer Innenstadt über den Rhein nach Mainz-Kastel führt (das zwar noch Mainz im Namen trägt, aber wie alle rechtsrheinischen ehemaligen Mainzer Stadtteile seit 1945 zu Hessen gehört und heute ein Stadtteil von Wiesbaden ist).
Sehr moderater Anstieg, auch wenn meine eher flachlandgewöhnten Mitläufer mir das nicht so recht glauben wollen – immerhin haben sie aber noch genug Atem, um währenddessen um die Steigungsprozente der Rampe zu feilschen (sie wollen 10% Steigung, ich biete 5%) :D.

Auch von hier oben hat man wieder einen richtig schönen Blick: Zurück über Mainz (im Süden Adenauerufer, hinter dem der Dom in der Altstadt aufragt, weiter nördlich das Renaissanceschloss, das heute den Rheinland-Pfälzischen Landtag beherbergt), links rheinabwärts zu Wiesbaden und Taunus, die heute leider fast vollkommen vom Dunst verhüllt sind, rechts Flussaufwärts am Uferstreifen entlang, den wir gerade hochgelaufen sind, und geradeaus auf Kastel, wo die die ehemalige Festung Reduit direkt am Rheinufer steht.

Gut einen halben Kilometer ist der Fluss hier breit, da braucht es schon drei, vier Minuten, bis wir die andere Seite erreichen und in Mainz-Kastel einlaufen.

Hier geht´s noch vor dem großen Kreisverkehr rechts ab, an der Reduit vorbei und auf einem schmalen Fußgängersteg über den ehemaligen Flosshafen auf die große Halbinsel Maaraue direkt nördlich der Mainmündung.

Wieder mal ein richtig schönes Stück: Ein bequemer Weg unter großen, alten Bäumen durch die parkartigen Auwiesen, vorbei am Kleingärten und einem Schwimmbad, während einen halben Kilometer entfernt am anderen Ufer langsam Mainz vorbeizieht. Übrigens reichhaltig markiert, denn an den Bäumen findet sich nicht nur das rote R des Rhein-Neckar-Wegs und das Radfahrmännchen vom Rhein-Radweg, sondern auch der Hirtenstab der Bonifatius-Route und das gelbe Weinglas des Rieslingpfads, das mir das letzte mal vor fast einem halben Jahr auf der herrlichen Tour in den Rheingau begegnet ist.

Etwas über ein Kilometer am Rheinufer, dann beschreiben sowohl der Weg als auch die Maaraue einen sanften Bogen nach links, während geradeaus jenseits des Wassers die Mainspitze in Sicht kommt – wir haben die Mainmündung erreicht – von nun an ist der Fluss, der rechts vorbeifließt, ein anderer.

Noch ca. 5 Minuten auf der Lesselallee am Mainufer, dann erreichen wir Mainz-Kostheim, das trotz seines Namens genau wie Kastel zu Wiesbaden gehört. Auch hier war ich schon mal, als ich fast auf den Tag genau vor einem Jahr von Rüsselsheim nach Kastel hochgelaufen bin.

Wir folgen noch ein Stück dem Mainufer bevor es ein bisschen links nach Kostheim reingeht, über Mainpfortstr., Kirchplatz und Darmstädter Landstrasse auf die Strassenbrücke, die über den Main nach Gustavsburg führt.
Auch hier feilschen wir wieder ein bisschen um dengefühlten Steigungswinkel des Brückenbogens – da mir die inzwischen gelaufenen 18 bis 20 km doch schon ein bisschen in den Beinen stecken, bin ich etwas großzügiger als vorhin und gebe Peter und Dieter großzügig gerundete 10% ;).

Dann sind wir auch schon auf der Südseite des Mainz, und damit nach gängigen Weißwurstäquator-Regelung wieder in Süddeutschland (so schnell kann das gehen… :D).
Runter von der Brücke und an der Ochsenwiese (die faszinierenderweise nach dem schwedischen Kanzler Oxenstierna benannt ist, der hier während des Dreissigjährigen Krieges eine – leider nicht mehr erhaltene – Sternfeste hat erbauen lassen, wie mir Peter erklärt) am Rand von Gustavsburg entlang, über den Bahnübergang an der Dr.-Hermann-Str., dann – nach kurzer Pause (pfft, gut dass ich eine Cola dabei hab´, die kann ich inzwischen gut brauchen) auf der Ginsheimer Str. ins Gewerbegebiet Im Weiherfeld, wo es auf einem breiten Grünstreifen zwischen großen Lager- und Fertigungshallen westwärts geht, bis wir wieder den Hochwasserdamm vor den Rheinauen erreichen (aber hier wieder: Regionalparkweg).

Dem folgen wir nach Süden, unter der Weisenau-Brücke durch zurück nach Ginsheim, von wo aus es auf genau demselben Weg zurück nach Astheim geht, den wir auch schon am Anfang der Tour genommen haben (bloß in entgegengesetzter Richtung, versteht sich).
Die letzten Kilometer ziehen sich gehörig, finde ich.
Gerade auf dem Stück zwischen Ginsheim und Astheim hab´ ich ganz schön zu knapsen, vor allem meine Waden sind holzig und schwer. Da macht sich dann doch bemerkbar, dass meine letzte Tour in vergleichbarer Länge schon fast ein halbes Jahr her ist (sicherlich spielt dabei auch die Tatsache eine Rolle, dass die heutige Strecke praktisch nur Flachland war, und die Belastung dementsprechend sehr konstant – normalerweise mach´ ich meine langen Touren ja immer im Bergland, das kostet zwar mehr Kraft, aber dafür wechselt die Beanspruchung der Muskelpartiern auch häufiger).
Meine Mitläufer hingegen machen noch einen prinzipiell genauso fitten Eindruck wie vor 15 Kilometern.
Aber die haben ja auch ein paar Jahrzente Trainingsvorsprung… 😀

Und dann ist es geschafft: Erst kommt vor uns (quälend) langsam Astheim in Sicht, kurz (bzw. lang, zumindest fühlt es sich so an) darauf laufen wir im Ort ein, lavieren durch die letzten zwei, drei Seitenstraßen, und erreichen schließlich wieder den Ausgangspunkt unseres Dreibrückenlaufs.

Puha.
Am Ende war doch schon ein bissken anstrengend. Aber immerhin: So 25 bis 30 km krieg´ ich noch gebacken.
Ob´s auch für mehr reichen würde, muss ich gottseidank erstmal nicht rausfinden… 😉

Richtig schöne Tour, an zwei Flüssen durch zwei Hauptstädte in zwei Bundesländern, anspruchsvoll, abwechslungsreich und interessant, mit äußerst netter Begleitung – hat gut getan und richtig viel Spaß gemacht, so wie laufen eben sein soll.
In diesem Sinne: Monika, Dieter, Peter – nochmal vielen Dank für alles, das war richtig nett! 🙂

Strecke: 27,3 km
Zeit: Genau richtig
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 66,74% (18,22 km von 27,3 km) – 9,08
Karte:

M.

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11 Antworten to “Mainzer Dreibrückentour (27,3 km)”

  1. Hannes Says:

    Natürlich. Wenn man es da unten schön haben will, muss man sich die Flüsse anschauen *grins*

    Aber ehrlich, die Dreibrückentour klingt wirklich nett. Dazu die Begleitung, so lässt es sich definitiv laufen.

  2. Evchen Says:

    Die Pleasentvilleläufer sind unterwegs. 😉

    So, hi nochmal Matthias. 🙂
    Deine Tellerrandtour hole ich natürlich noch nach…

    Irgendwie finde ich das ganz arg putzig, Deine Marathongeschichte und mußte schon schmunzeln, wenn ich mir dann einen Klein-Matthias vorstelle, mit der neuen Quellemütze (die mittlerweile ja nicht mehr ganz neu ausschaut). 😛

  3. matbs Says:

    Dir ist aber schon klar, dass der putzige Klein-Matthias 2007 älter war, als du es heute bist, oder? 😉

    Ich hoffe, du tellerrandest auch demnächst los, bin nämlich schon ganz gespannt auf den Rheinsteig… 🙂

  4. Evchen Says:

    Des war hald grad a so a Bild in meim Kobb…. is doch mal egal, ob das der Realität entspricht. 😉

    Jaha! Rheinsteig ist fest eingeplant und ich starte im Mai mit dem „Tod in Etappen“. *hühüpf*

  5. matbs Says:

    „Tod in Etappen“, eh?

    Na da ist aber jemand optimistisch… 😀


  6. Hallo Matthias,
    wir haben uns alle über Deine informative und freundliche Brückenlaufbeschreibung sehr gefreut. Auch wir, die wir schon oft die Strecke gelaufen sind, haben noch einiges dazu gelernt.
    Allerdings bestehen natürlich noch unterschiedliche Ansichten über die STEILHEIT der verschiedenen Anstiege und Du hast nicht erwähnt, daß wir von der Theodor-Heuss-Brücke an über 10 km RHEINAUFWÄRTS nach Astheim gelaufen sind.
    Matthias, wir wünschen Dir als Entdeckungsläufer noch viele schöne Läufe und wenn Du mal wieder eine ebene Strecke laufen willst, Du bist immer ein gerne gesehener Läufer bei uns.
    Beste Grüße von
    Monika ,Peter und Dieter

  7. matbs Says:

    Hallo!

    Na dann: Noch mal vielen Dank für wirklich die schöne Tour, auch wenn sie mir im Nachhinein ordentlich Probleme bereitet hat, weil meine armen Waden soviel Flachland am Stück nicht gewohnt sind.

    Was die Steilheit angeht, da können wir ja irgendwann noch mal weiterverhandeln (Rheinaufwärts zählt auf jeden Fall nicht, denn der Rhein hat auf seine gesamte Länge ein Durchschnittsgefälle von unter 0,2%, das ist dann doch eher wenig… 😉 ).

    Hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, und falls meine Waden nicht endgültig kaputt gehen, können wir das irgendwann auf jeden Fall mal wieder wiederholen (am liebsten natürlich, wenn die Bahnbrücke wieder offen ist).

    Viele Grüße zurück, und bis irgendwann demnächst

    Matthias

  8. dauerlaufen Says:

    Jetzt weiss ich auch, wie du zu deinem Marathon gekommen bist. Auch ein Geschenk. Aber du bist gelaufen….
    Und die Quelle Mütze wird jetzt mit Milde betrachtet…

  9. matbs Says:

    Naja, am Ende bin ich den Gutenberg-Marathon ja nur halb gelaufen, bis zur vollen Distanz hat´s dann noch ein knappes halbes Jahr gedauert…

    Und die Mütze hat auf jeden Fall Milde verdient, das ist nämlich eine ganz treue Seele! 🙂


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