Die Durchquerung von Rheinhessen: Mit dem Foto rund um den Wißberg (18 km)

24. April 2010

Eine der interessantesten Entdeckungen bei meiner letzten Tour durch Rheinhessen vor zwei Wochen war ganz zweifellos der Wißberg, ein imposanter und sehr ansehnlicher Tafelberg (oder besser: Tafelhügel – ist ja schließlich Rheinhessen… 😉 ), der sich auf der Grenze zwischen den Landkreisen Alzey-Worms und Mainz-Bingen inmitten des weiten Hügellands erhebt.
Der hat mir so gut gefallen, dass ich seinerzeit Folgendes geschrieben habe:

Der [Wißberg] beeindruckt mich übrigens ziemlich, als ich durch die Felder zwischen den Dörfern laufe: Ein mächtiger, mesaartiger Tafelberg mit scheinbar bügelbrettflacher Plateaukuppe, dessen Flanken mit steilen, in der Sonne schimmernden Weinlagen bedeckt sind zwischen denen eine einsame kleine Kapelle aus der Hangmitte herausragt.
Sieht toll aus, und von da oben am Rand des Plateaus hat man sicher eine grandiose Aussicht in alle Richtungen!
“Den nimmst du bei deiner nächsten Tour hier hinten auf jeden Fall mit”, beschließe ich spontan, “vielleicht sogar mit dem Foto, wenn das Wetter mitspielt”.

Heute ist es soweit: Die „nächste Tour hier hinten“, und wie vor zwei Wochen beschlossen, steht tatsächlich der Wißberg auf dem Plan, zusammen mit den Orten Wolfsheim, Partenheim (das ich letzten Dezember aus Richtung Mainz kommend schon mal erlaufen haben) und Vendersheim.
Übrigens mit Foto, denn das Wetter hat in der Tat mitgespielt und den Samstagnachmittag mit so viel wunderbar strahlendem Sonnenschein bedacht, dass es einfach jammerschade wäre, keine Bilder zu machen…

Ausgangspunkt der heutigen Tour ist das idyllische Weindörfchen Gau-Weinheim, genauer gesagt der Friedhof am Böllberg im äußersten Nordwestzipfel des Ortes, direkt am Anfang des Lokalwanderwegs 7, der durch die weiten, sanft ansteigenden Weinberge zum Wißberg hinauf führt.

Ein beinahe schon sommerlicher Tag, mit windstillen 23° C, die sich in der prallen, aus dem wolkenlosen Himmel scheinenden Sonne gleich noch mal eine Kante wärmer anfühlen. Fast ideales Laufwetter, auch wenn ich froh bin, den Getränkegürtel mit zwei Fläschchen Leitungswasser und etwas Sonnencreme dabei zu haben.
Weniger ideal ist das Wetter allerdings für die Kamera, dank dem vielen, hellen Licht und der diesigen Dunstglocke über dem gesamten erweiterten Rhein-Main-Gebiet, den Horizont grell und weißlich erscheinen lässt (auch das ist eher sommerlich als frühlingshaft).
„Na ja, werden schon ein paar ordentliche Bilder rumkommen“, denk´ ich mir, und mach mich auf den Weg.

20 m. nach links, vorbei an den herrlich blühenden Bäumen…

Bild #1: Baumblüte in Rheinhessen

…die am Rand des kleinen Friedhofsgeländes an der katholischen Kirche stehen…

Bild #2: Kirche St. Katharina in Gau-Weinheim, verdeckt von Blüten

…dann liegt Gau-Weinheim auch schon hinter mir und ich laufe geradewegs auf den Wißberg zu, dessen grüne Flanken wunderschön im gleißenden Sonnenlicht schimmern:

Bild #3: Der Wißberg, links am Hang kann man die kleine Kreuzkapelle erkennen.
Sieht vielleicht nicht soo beeindruckend aus, aber das liegt auch daran, dass die Kamera die sanften Hügel Rheinhessens gerne etwas flacher wirken lässt, als sie in Wirklichkeit sind (vor allem natürlich bei Panos).
Tatsächlich sind es von hier aus immerhin mehr als 100 m. Höhenunterschied bis zum flachen Plateau, das mit seinen 270 m. Höhe eine der höchsten Erhebungen von ganz Rheinhessen ist.

Lässt sich herrlich an: Hell und warm hier draußen, die Landschaft ist grün und hübsch, die Navigation ist dank einer großartigen Wanderkarte der Interessengemeindschaft Wißberg volkommen unkompliziert, und ich fühle mich topfit und tatendurstig – selbst meine in letzter Zeit ständig krampfigen Waden muckern nicht (was aber wohl auch daran liegt, dass ich vor dem Aufbruch ziemliche Kopfweh hatte und ein paar Aspirin eingeworfen habe, die auch die Beine ruhigstellen – in ein paar Stunden, wenn die Aspirin nachlassen, werden die wehen Waden wieder voll da sein, aber das weiß ich jetzt ja zum Glück noch nicht…).

Auf dem geraden, nicht zu steilen weg die flachen unteren Bergflanken hinauf…

Bild #4: Lokalweg 7 auf den Wißberg

…den Blick frei in die Weite schweifen lassend, über die schier unendlichen Rebenreihen von Deutschlands größtem Weinbaugebiet (jepp, ganz recht, nirgendwo im Land wächst mehr Wein als im Hügelland in der großen Beuge des Oberrheins)…

Bild #5: Wein und Löwenzahn, eine aparte Mischung!

…bis zu den Bergflanken und der stetig näher kommende Kreuzkapelle…

Bild #6: Kreuzkapelle von weitem, stark gegenlichtig da fast genau gegen die im Südwesten stehende Nachmittagssonne

…oder auch mal zurück nach Gau-Weinheim, das unter einem bläßlich-vollen Tagmond langsam in seiner kleinen Taldelle zwischen den Hügeln zurückbleibt:

Bild #7: Blick zurück nach Gau-Weinheim. Mittig dahinter erkennt man auf der Anhöhe die Häuser und Windräder von Wörrstadt, am rechten Bildrand die Windradgruppe über Spiesheim und Ensheim.

Übrigens ganz wenig los hier draußen, hier und dort werkelt ein einsamer Winzer in seinen Reben, hin und wieder hoppelt ein langohriger Eingeborener zwischen den Weinstöcken herum…

Bild #8: Rheinhessischer Feldhase am Wißberg. Guckt erst etwas mißtrauisch…


Bild #9: …und beschliesst dann, sich zur Sicherheit lieber doch mal in den Wein zu schlagen.
Aber ganz gemächlich.

Nach einem knappen halben Kilometer wird´s langsam etwas steiler, nicht unangenehm, aber man merkt doch, dass der Wißberg nun etwas ernsthafter aufwärts strebt. Mir ist es recht, läuft sich prima auf dem bequemen Weg, und außerdem bieten sich aus erhöhterer Position wunderbare Ausblicke ins sonighelle Hügelland:

Bild #10: Großes Panorama des heutigen Laufgebiets: Ganz links liegt Wolfsheim, rechts darüber die Sendemasten des Rheinsenders, rechts davon (da wo das Pano einen kleinen Schluckauf hat) Vendersheim, durch das ich auf dem Rückweg kommen werde. Mittig im Vordergrund dann wieder Gau-Weinheim, dahinter Wörrstadt auf der Anhöhe, und ganz rechts schließlich Wallertheim, hinter dem die bekannte Welt in wunderschönen, bläulich-geheimnisvollen Hügelrücken endet


Bild #11: Wallertheim, im Vordergrund ein paar frech herüberkrächzende Rabenvögel auf Weinstöcken

Kurz danach biegt der Weg links ab und führt nur unterhalb der Plateaukante…

Bild #12: Blick hinauf zum Hofgut Wißberg am Rand des Hochplateaus

…praktisch eben an der Bergflanke entlang bis zur Kreuzkapelle, die aus der Nähe genauso hübsch aussieht wie aus der Ferne und – wieder mal – einen tollen Ausblick zu bieten hat:

Bild #13: Kreuzkapelle am Wißberg von Osten kommend


Bild #14: Kreuzkapelle schräg von vorne…


Bild #15: …und frontal, vor der Treppe auf den terrassenartigen Vorplatz


Bild #16: Aussicht von der Kreuzkapellen-Terrasse nach Süden, über das Tal des Wiesbachs hinweg ins Land der Tausend Hügel hinein. Links wieder Gau-Weinheim vor Wörrstadt, rechts davon und weit hinten in der Flanke des nächsten Hügelzug liegt Rommersheim, rechts davor Wallertheim, hinter dem dann wieder etwas rechtsig Armsheim liegen müsste.
Übrigens: Die These, dass Rheinhessen Weite ist, hab´ ich ja schon mal an anderer Stelle aufgestellt, hiermit bekräftige ich sie noch einmal! 🙂


Bild #17: Ich hab´ ehrlich gesagt keine Ahnung, was das für Riesengebäude auf diesem großgezoomten und gegenlichtigen Bild sind. Offensichtlich ein Foto nach Westen, das bestätigen auch die diesigen Berge im Hintergrund, aber mehr weiß ich dazu irgendwie nicht mehr…


Bild #18: Südfront der Kreuzkapelle en Détail, samt Freiluftaltar und außen angebrachten Kanzel für Predigten unter freiem Himmel.
Das ist übrigens die dritte Kapelle an dieser Stelle: Die Erste wurde 1755 erbaut und in den Wirren der französischen Revolution zerstört (Rheinhessen gehörte zwischen 1792 und 1813 als Teil des Départements du Mont Tonnerre zu Frankreich), die Zweite wurde 1855 gebaut und musste 1893 nach schweren Erdrutschen abgebrochen werden, die Dritte schließlich wurde vor genau 100 Jahren errichtet und steht – offensichtlich – noch heute


Bild #19: Das neoromanische Eingangsportal an der Ostseite der Kapelle

Sehr hübsch alles, das gefällt mir schon mal richtig gut!

Und weiter aufwärts, nun sogar mit ordentlicher Steigung auf dem gewundenen Lokalweg 1 über der Kreuzkapelle…

Bild #20: Kreuzkapelle von oben

…die letzten 50 Höhenmeter zum Plateau hinauf, durch die nun relativ steilgen Hanglagen…

Bild #21: Kurz vor oben

…über den hügeligen Dellen des Wiesbachtals…

Bild #22: Noch einmal: Gau-Weinheim und Wörrstadt, dieses Mal mit Sulzheim im Tal davor

…bis ich schließlich auf etwas holprigem Kopfsteinpflaster…

Bild #23: Die letzten Meter vor dem Plateau

…den Rand der kleinen Hochebene des Wißbergs erreiche.

Wunderschön hier oben: Die grob dreieckige und ca. einen Quadratkilometer große Gipfelebeneist zwischen satten Weinbergen und einem gepflegten Golfplatz aufgeteilt, an den Rändern fallen die mit mit Wein oder wilden Buschdickichten bewachsenen Hänge erst einmal ein Stück steil ab ermöglichen so immer wieder Aussichten, die trotz der heute eher diesigen Sichtverhältnisse einfach nur großartig sind.

Ich wende mich westwärts, folge dem Panoramaweg an der Plateaukante im Uhrzeigersinn um die sommerlich helle und in sattem Grün erstrahlende Hochebene herum – rechts sprießende und etwas staubige Rebenreihen, links der Blick in die Weite und hinunter zu den kleinen Orten am Fuß des Berges…

Bild #24: Gau-Bickelheim, im Dunst am Horizont ist der Donnersberg erkennbar

…alles grünt und blüht, es riecht nach Sommer (Gras, Erde, Wärme und ein bisschen angeschwitzte Sonnencreme), um mich herum flattern Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten.
Richtig, richtig schön hier oben!

Ungefähr 800 m. drifte ich am Plateaurand durch den sommerlich-luftigen Nachmittag, dann erreiche ich die westliche Spitze des Plateaudreiecks, wo sich erstmals der Blick nach Westen öffnet, in die dunstigen, gegenlichtigen und vor allem fast vollkommen unbekannten Landstriche des nordwestlichen Rheinhessens, des Nahelands und des Hunsrücks.
Wie immer, wenn ich an den Rand meiner bekannten Laufgründe stoße, macht mich die Erkenntnis glücklich, dass da draußen noch eine riesige, unbekannte Welt darauf wartet, entdeckt zu werden:

Bild #25: Panorama-Aussicht von der Westspitze des Wißbergs nach Westen. Leider durch Gegenlicht und unstete Belichtung ziemlich verhunzt (die hellen Streifen sind keine Lichtsäulen sondern Artefakte vom Stitchen), aber ich denke, man kann trotzdem erkennen, wie sich hier Hügel und Berge bis zum dunstigen Horizont ziehen.
Die meisten davon kann ich nicht mal identifizieren – der Funkturm auf dem Berg im linken Drittel dürfte der Schanzenkopf bei Bad Kreuznach sein, und die Berge ganz rechts sind wohl die Taunushöhen über dem Rheingau.
Der Rest – Terra Incognita.
Ganz, ganz spannend! 🙂

Direkt beim Aussichtspunkt an der Wißbergspitze macht der Weg einen scharfen Knick und führt nun an der nördlichen Plateaukante zurück nach Osten,…

Bild #26: Panoramaweg nach Osten

…natürlich wieder mit einem vollkommen neuen Satz Ein- und Ausblicke, die nicht minder ansprechend sind als die an der Südseite:

Bild #27: Und noch ein Ort am Fuß des Wißberges. Wahrscheinlich Sprendlingen, wenn ich mich nicht irre


Bild #28: An den Nordhängen unter der Plateaukante wird weniger Wein angebaut, stattdessen dominieren wild wuchernde, dschungelartige Wald- und Buschstreifen…


Bild #29: …die als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind


Bild #30: Meterhohes Holzkreuz unter azurblauem Himmel an der Hangkante (scheint ein beliebtes Wißberggarnierungsutensil zu sein, denn eben an der Westspitze war auch schon eins)

Inzwischen sind die Weinlagen rechterhand auf dem Plateau den samtigen Rasenflächen des lokalen Golfplatzes gewichen, über den das Quaken dutzender Froschkehlen schallt, offenbar aus einem von hier aus unsichtbaren Teich irgendwo im Green:

Bild #31: Golfplatz auf dem Wißberg (wieder unter einem silbrig schimmernden Tagmond) – nicht ganz meine Art von Landschaft, aber allemal besser als Retortenreihenendhausreihen oder ein Gewerbegebiet… 😉

Links hingegen weiterhin grandiose Aussichten, wobei sich das Panorama weiter gewandelt hat und nun den Blick direkt nach Norden freigibt, auf einen neuen Satz wunderschöner Hügel und Täler und Dörfer, begrenzt von einem neuen Mittelgebirgszug am dunstigen Horizont:

Bild #32: Aussicht von der Nordkante des Wißbergs, hinunter zu den Dörfern St. Johann und – ganz rechts und das nächste Ziel auf der heutigen Runde – Wolfsheim. Die Bergrücken, die man dahinter über die Hügel lugen sieht, sind die bereits die Anhöhen des Taunus jenseits des Rheins und über dem Rheingau


Bild #33: Panoramaweg zwischen Golfplatz und Abhang


Bild #34: Das sind übrigens die örtlichen Wegmarker – das „P“ steht für den Panoramaweg ums Wißbergplateau, die Nummern eins bis sieben markieren die Lokalwege, die vom Gipfel zu jeweils einem der sieben umliegenden Orte führen

Ich folge dem Panoramaweg etwa 1,1 km an der Nordkante der Mesa entlang („Mesa, das klingt irgendwie cool nach Monument Valley, oder?) bis ich den Zufahrtsweg zum Golfplatz erreiche, hinter dem es nach einem kleinen Links-Rechts-Knick noch ein Stück an einem schmalen aber üppigen Buschwaldstreifen entlanggeht…

Bild #35: …in dem ich dieses hübsche alte Steintürmchen entdecke – irgendwie hat die Ecke hier etwas herrlich Mediterranes, mit ihrer trockenen, sonnigen Wärme, den staubigen Kalkböden und grünen Weinhängen auf sanfter Topografie und den Mäuerchen und Türmchen aus gelbem Naturstein, so wie diesem hier – noch ein paar Zypressen dazu, und man könnte sich fast in der Toskana wähnen…

…bevor der Panoramaweg schließlich einen scharfen Rechtsknick macht und an der Ostseite des Wißbergs in den Lokalweg 5 in Richtung Vendersheim mündet, der auf einem etwas niedrigeren Hügelrücken vom Hauptberg wegführt.
Den nehm´ ich.

Immer noch: Grandiosester Ausblick über das Land der 1000 Hügel, sowohl nach Norden, wo bereits meine nächsten Ziele Wolfsheim und die Funkmasten des Rheinsenders über die nächste Taldelle herübergrüßen…

Bild #36: Blick vom Lokalweg 5 nach Wolfsheim und zum Rheinsender

…als auch nach Süden, wo sich szenisch ineinander verschachtelten Hügelchen und Tälchen am Fuß des Wißbergs im strahlenden Sonnenschein bis zum nächstgrößeren Höhenzug erstrecken:

Bild #37: Blick vom Lokalweg 5 nach Süden. Bei der Anhöhe in der Bildmitte Wörrstadt und Sulzheim, rechts vorne Gau-Weinheim, dahinter Rommersheim

Vielleicht ein halber Kilometer, die Augen alternativ rechts und links in die Weite gerichtet, dann macht der Weg eine sanfte Linkskurve um eine freundliche Baumgruppe herum…

Bild #38: Lokalweg 5 zwischen Wißberg und K33

…und beginnt dann, langsam abwärts zu führen, runter zur schmalen Landstrasse zwischen Gau-Weinheim und dem inzwischen schon deutlich näher gerückten Wolfsheim:

Bild #39: Wolfsheim

Hier melden sich auch wieder meine bisher dankenswerterweise willfährigen Waden zu Wort und nörgeln ein bisschen rum weil ihnen der Untergrund nicht so gefällt. Kein Wunder, denn der Weg ist nicht nur recht steil, sondern auch ziemlich holprig, mit einem Belag aus schroffem, unbequemem Kies in den oberen Regionen…

Bild #40: Nicht der angenehmste Boden zum Joggen

…der weiter unten kurz vor der Landstrasse in grobe alte Kopfsteine übergeht, auf denen man schon ein bisschen aufpassen muss, wie man auftritt:

Bild #41: Was bei Bild #40 steht… 😉

Der Landstrasse (K33) folge ich dann auch, links und damit nordwärts…

Bild #42: K33 zwischen Wolfsheim und Gau-Weinheim

…durch eine breite, grüne Bodendelle in Richtung Wolfsheim…,

Bild #43

…das ich schließlich nach einem zügig-konzentrierten Kilometer an der schmalen und randstreifenlosen Fahrbahn (wie üblich in Rheinhessen hält sich das Verkehrsauf glücklicherweise in Grenzen.
Ebenfalls wie üblich in Rheinhessen werden allerdings ca. 50% der vier motorisierten Vehikel, die mir unterwegs begegnen, von vollkommen durchgeknallten Landei-Rasern gesteuert, die das kleine Provinzsträßchen mit dem Nürburgring verwechseln. Das hält die Sache spannend…) erreiche:

Bild #44: Wolfsheimer Ortseingang

So ein bisschen ein Meilenstein bei der Durchquerung Rheinhessens, denn es ist der erste Ort im Landkreis Mainz-Bingen, in den ich von Süden kommend einlaufe.
Hübsch ist es außerdem.
Wolfsheim liegt in leichter Hanglage, mit alten Häusern und schattigen Bäumen zwischen weinbewachsenen Hügelflanken und grünen Feldern und Obstwiesen, und träumt friedlich in den sonnigen Samstagnachmittag hinein:

Bild #45: Wolfsheimer Dorfkern vom südlichen Ortseingang aus

Ich gönne mir eine kurze Trinkpause (die 175 ml Leitungswasser aus der Trinkgürtelflasche schmecken nach Plastik und sind pisswarm, aber nach einer knappen Stunde in der sommerlich prallen Sonne Rheinhessens sind sie trotzdem hochwillkommen) und laufe dann mittenrein, erst kurz die Gau-Weinheimer Str. hinauf, dann rechts in die Mainzer Str….

Bild #46: Mainzer Str. in Wolfsheim

…passieredas schöne Klinker-Rathaus des Dorfes…

Bild #47: Wolfsheimer Rathaus

…und biege dann auf einem kleinen Platz unter herrlichen alten Kastanien, deren Blätterdach einen angenehm kühlen, gelblichgrünen Halbschatten auf die Pflastersteine wirft, in die Kirchgasse ein, die an der Dorfkirche vorbei…

Bild #48: Evangelische Kirche in Wolfsheim hinter frisch belaubten Kastanienzweigen


Bild #49: Gotisches Turmtor

…langsam bergauf führt und schließlich nach einigen hundert Metern den Rand der breiten Hochebene auf dem nächsten Hügelzug erreicht.
Hier biege ich rechts ab und folge erstmal dem Muschelsymbol des Jakobswegs…

Bild #50: Jakobsweg-Tafel über Wolfsheim

…durch die flachen, weiten Felder auf dem Plateau zum Rheinsender Wolfsheim, dessen schlanke Masten turmhoch in den stahlblauen Himmel ragen:

Bild #51: Rheinsender bei Wolfsheim


Bild #52: Dieses mysteriöse Schild steht ca. 200 m. vor dem Gelände des Senders.
Sicher bin ich mir nicht, aber ich vermute, dass es sowas wie „ab hier keine Herzschrittmacher“ bedeuten soll…


Bild #53: Der Hauptmast ist 114 m. hoch und mit einem halben Dutzend torsodicker Kabel im Boden verankert.
Das ist schon verflixt groß, wenn direkt darunter steht…

Ich umrunde das Funkmastengelände halb und laufe dann geradeaus weiter bis an die Alleeartige Landstrasse 414, die hier zwischen Vendersheim und Ober-Hilbersheim über die weiten weiten, trockenen Äcker des Hügelplateaus verläuft:

Bild #54: An der L414

Auch hier gibt´s wieder ordentlich Fernsicht, wenn auch merklich vom Dunst kompromittiert. Faszinierend dabei: Nachdem ich bei der Durchquerung von Rheinhessen viele Touren lang ins Unbekannte gelaufen bin, tauchen plötzlich vor mir die ersten bekannten Orte und Geländemerkmale auf – ich bin am Rand des Mainzer Hinterlands angekommen, und da kenne ich mich plötzlich wieder ein bisschen aus:

Bild #55: Die Hohe Wurzel im Taunus über Wiesbaden. Bereits erlaufen.


Bild #56: Ober-Olm samt Fernmeldeturm. (Noch?) Nicht erlaufen, aber bestens bekannt, denn direkt dahinter beginnt das Mainzer Stadtgebiet am Lerchenberg


Bild #57: Nieder-Olm am Rand des Selztals, dahinter die Windräder vor Mainz-Ebersheim. Bereits erlaufen.

Das gefällt mir! 🙂

Kurz rechts am Rand der Landstrasse entlang…

Bild #58: Auf der L414

…dann die nächste links und auf staubigen Feldwegen über die kahlen, sonnigen Felder weiter nach Nordosten:

Bild #59: Nordostwärts, mit der Sonne im Rücken

Das hier oben ist das „andere“ Rheinhessen, nicht die sanften, grünen Weinbergslagen der geschützten Hügeltäler, sondern die unglaublich weite Ackerlandschaft auf den trockenen, flachen Hochplateaus, wo es kein Fitzelchen Schatten gibt und das Auge zwischen dem gewaltigen blauen Himmel und den riesigen offenen Ackerflächen kaum halt findet. Leer und manchmal fast ein bisschen desolat, aber irgendwie auch wieder unheimlich faszinierend in ihrer atemberaubenden Ausdehung und Weite, in der man sich auf einmal ganz klein und verloren fühlt:

Bild #60: Hier oben gibt es genau vier Dinge: Felder, Windräder, Wind und Weite. Sonst nichts.

Mehr als einen Kilometer laufe ich durch die Felder, nun schon leicht angedörrt von der schrägen aber immer noch warmen Sonne, die weiterhin ungetrübt aus dem wolkenlosen Himmel herunterstrahlt, dann senkt sich der Plateaurücken langsam ab und in der Delle vor mir kommen langsam die Dächer von Partenheim in Sicht…

Bild #61: Partenheim von oben. Im Hintergrund erkennt man Nieder-Olm am gegenüberliegenden Hang des 10 Kilometer breiten Hügeltals

…in das ich bereits kurz darauf einlaufe.
Zwar schon nicht mehr ganz taufrisch, aber irgendwie auch ein bisschen stolz, denn eigentlich hab´ ich meine Durchquerung von Rheinhessen hiermit schon so ein bisschen vollendet. Partenheim hab´ ich nämlich nun zweimal erlaufen, einmal im letzten Dezember von Nordosten kommend aus Richtung von Mainz, und heute von Südwesten aus dem Herzen des Rheinhessischen Hügellandes.
Entsprechend gibt es ab diesem Moment einen ungebrochenen Streckenbogen durch die Region, der vom Mainzer Rheinufer
mitten durchs Herz Rheinhessens bis hinunter nach Worms reicht und so aussieht:

Bild #62: Streckenbogen durch Rheinhessen, Stand April 2010

Wer so weit gekommen ist, der schafft auch noch die restlichen paar Kilometer bis nach Ingelheim.
Fühlt sich prima an, diese Gewissheit… 😀

Und weiter geht´s, abwärts an einem offensichtlich nagelneuen Sportgelände vorbei, an dem eine interessante Infotafel zum Thema Partenheim und Jakobsweg steht…

Bild #63: Jakobsweg-Infotafel am Einfang von Partenheim

…die Vordergasse hinunter in den pittoresken alten Dorfkern (übrigens mit lauthals knurrendem Verdauungstrakt, denn durch die engen Gassen Partenheims wabert der leckere Geruch von Gegrilltem und erinnert meinen Magen daran, dass es eigentlich Zeit fürs Abendessen wäre):

Bild #64: Vordergasse in Partenheim

Sehr, sehr hübsch hier, enge Dorfsträsschen mit dicht an dicht stehenden alten Häusern, die bereits lange Abendschatten werfen, links die imposant aufragende Peterskirche, nur durch eine schmale Gasse von den wuchtigen Mauern von Schloss Wallbrunn getrennt, das noch aus dem Spätmittelalter stammt:

Bild #65: Pfarrgasse in Partenheim. Links die Kirche, rechts Schloss Wallbrunn


Bild #66: Dito, weil´s so hübsch ist


Bild #67: Schloss Wallbrunn von vorne (zum Vergleich: Im Dezember hat das ohne Laub so ausgesehen).

Direkt hinter dem Schloss biege ich rechts ab, laufe durch die Gaßpforte an den südlichen Ortsrand und schlage mich auf namenlosen und unmarkierten Feldwegen in südlicher Richtung in die Hügel.
Höchste Zeit für den Rückweg, nicht nur weil ich langsam ernsthaft Durst kriege, sondern auch, weil ich nachher noch im Süden Rheinhessens verabredet bin und schon wieder länger unterwegs bin, als es eigentlich geplant war.

Es geht bergauf, und zwar ordentlich:

Bild #68: Südwärts aus Partenheim hinaus

Das ist gut, weil man es dadurch nochmal ein paar wunderschöne Ausblicke über Partenheim und die in der Abendsonne leuchtenden Umgebung gibt:

Bild #69: Partenheimer Süden, dahinter das breite Selztal mit Stadecken-Elsheim (unten) und Essenheim (auf der Anhöhe dahinter)


Bild #70: Im Vordergrund Partenheim, direkt dahinter „das andere“ Jugenheim (nämlich das in Rheinhessen), am Horizont zeichnet sich der Taunus ab

Das ist aber auch nicht so gut, weil es ordentlich anstrengt, meine ehemals Aairinberuhigten Waden wieder zu muckern anfangen, und ich außerdem so langsam ernsthaft die eineinhalb Stunden Lauferei (mit Foto-, Sightseeing- und Orientierungspausen) in der beinahe schon sengenden Sonne zu spüren beginne.
Da hilft auch die zweite (und letzte) Flasche Leitungswasser aus dem Trinkgürtel nur bedingt…

Zwei Kilometer auf einsamen Feldwegen in der schrägen Abendsonne durchs szenische aber trockenwarme Hügelland, mit strammem Tempo und wenig Fotopausen…

Bild #71: Irgendwo südlich von Partenheim

…bis es auf einem Asphaltweg rechts über die Landstrasse und auf der Kreisstrasse 20 hinunter nach Vendersheim geht, das am Hang unterhalb der Hochebene schon halb in den Abendschatten versunken ist:

Bild #72: Abstieg auf der K20 nach Vendersheim, im Hintergrund erhebt sich bereits wieder das Plateau des Wißbergs


Bild #73: Vendersheim

Ich durchquere das freundliche Dörfchen der Länge nach auf der schmalen Hauptstrasse, in der es angenehm schattig und kühl ist:

Bild #74: Vendersheimer Hauptstr.

Sehr apart, besonders das westliche Dorfende, wo gleich zwei alte Kirchen direkt nebeneinander an einem kleinen, baumgesäumten Platz stehen:

Bild #75: Kirchen am Ende der Hauptstr.:


Bild #76: Links katholisch…


Bild #77: …geradeaus evangelisch.

Ursprünglich hatte ich geplant, hier halbrechts auf den Panoramaweg zu wechseln, der durch die weinbewachsenen Hanglagen zurück an die Flanke des Wißbergs und von dort runter nach Gau-Weinheim verläuft.
Sieht vor Ort auch nett aus, aber erstens bin ich inzwischen heillos zu spät, und zweitens vollkommen verdörrt und wadenkrampfig, also entscheide ich mich stattdessen spontan für die einfachere und mutmaßlich kürzere Variante und beschließe, der Kreisstrasse 20 zu folgen, die unterhalb der Weinhänge mehr oder weniger direkt in Richtung Ziel führt.

Dazu laufe ich links, die Raiffeisenstr. hinunter…

Bild #78: Abendsonniges Gebäude des Vendersheimer Winzervereins an der Raiffeisenstr.

…verlasse Vendersheim durch den südwestlichsten Dorfzipfel…

Bild #79: Waaas?!? Noch drei geschlagene Kilometer? Och nööö, oder?

und folge der – selbstverständlich extrem schmalen und randstreifenlosen – Kreisstrasse nach Westen, direkt der schrägen Sonne entgegen:

Bild #80: Schon leicht rötlich, obwohl´s eigentlich noch ein Weilchen hin ist bis Sonnenuntergang.

Dieses Stück zieht sich jetzt:

Bild #81: K20 (und Wißbergkante)

Und zieht sich:

Bild #82: Immer noch K20 (und Wißbergkante)

Und ziiiiiiiiieht si… Oh, halt, da vorne kommt ja immerhin schon mal das Ziel in Sicht:

Bild #83: Gau-Weinheim, dahinter das ferne Donnersbergmassiv

Hier geht mir so langsam ernsthaft die Puste aus, auch weil ich auf diese letzten Kilometer so richtig Tempo gemacht habe:

Bild #84: Erhitzt, verschwitzt, mit schmerzenden Waden, vom Durst geplagt und viel zu spät. Wird Zeit, dass ich ankomme!

Schließlich erreiche ich die Einmündung der K20 in die K33, direkt über Gau-Weinheim…

Bild #85: Graaaaah! Immer noch nicht da!!!

…und biege links ab, um der Kreisstrasse runter ins Dorf zu folgen.
Aber nur ein paar Meter, dann tut sich rechts am abfallenden Hang ein Weinbergsweg aus, der wie eine Abkürzung aussieht.
Abkürzung ist klingt prima, sowas kann ich gerade gut brauchen, also versuche ich´s mal damit.

Natürlich kürze ich damit keinen Meter ab, im Gegenteil, der Weg führt mich in eine schilfige Taldelle, in der es noch ein ganzes Stück um Gau-Weinheim herum geht (NEIN, VERFLIXT NOCHMAL, ICH WILL NICHT RUM, ICH WILL REIN!!!! AARGH!)…

Bild #86: Ziel in Sicht, aber immer noch nicht erreicht. Muss. Noch. Weiter. Laufen. Pfffuuuuaaaah!

…bevor ich dann doch noch kurz vor dem Ortsrand scharf links in den Wanderweg zum/vom Wißberg einbiegen kann, auf dem ich die Tour vor einer gefühlten Ewigkeit gestartet habe und schließlich (endlich) mit hochrotem Kopf, kujonierten Waden und knochentrockener Kehle am Auto ankomme, das treu, geduldig und mit köstlich körperwarmem Mineralwasser beladen im rötlichen Schein der Abendsonne meiner Ankunft harrt:

Bild #87: Uuuuuund Endeee!!!

Joa.
Eine richtig schön herrliche Tour, mit exzellentem Wetter, toller Landschaft, spannenden Orten und Entdeckungen und einem äußerst leckeren Geschmack von Sommer, genau wie ich es mir vorher erhofft habe.
So perfekt, da stören auch die kleinen Problemchen am Ende nicht weiter, im Gegenteil, ohne die wäre es wahrscheinlich ein ganzes Stück weniger pikant gewesen.
Deshalb: Daumen hoch, einmal mehr volle Punktzahl fürs wunderbare Rheinhessen! 🙂

Strecke: 18 km
Zeit: Fototour – wen schert´s? 😉
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 99,11% (17,84 km von 18 km)
Karte:

M.

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13 Antworten to “Die Durchquerung von Rheinhessen: Mit dem Foto rund um den Wißberg (18 km)”

  1. Evchen Says:

    Äh, hier klebt`s und kleistert`s aber auch gut und das finde ich HERRLICH! Sonne! Endlich! Jippie! *tänzchenmach*

    Ich will gar nicht an die schaurig-kalten-knödderigen Berichte zurückdenken.

    Sach mal, der Pünktlichste bist Du im Allgemeinen nicht, eh? 😉

    • matbs Says:

      Jepp. Ich schätze, jetzt dürfte es nicht mehr lange dauern, bis ich anfange, mich über die doofe Hitze zu beschweren… 😆

      Nee, aber im Ernst: Das tut trotz schmerzender Waden einfach nur total gut im Moment, da merkt man erstmal wieder, wie grau und dröge es über die Wintermonate war, und wir unglaublich schön und angenehm es ist, in der warmen Jahreszeit laufen zu können.

      Zur Pünktlichkeit: Normalerweise bin ich tatsächlich ein sehr pünktlicher Mensch, aber beim Laufen klappt das allzuoft einfach nicht: Das sind ja oft Strecken, die ich noch nie zuvor zu gesicht bekommen habe geschweige denn jemals gelaufen bin, und außerdem messe ich vorher ja nicht genau aus, wie lange das ist (bei dieser hier hab´ ich z.B. 13-15 km geschätzt, das war dann am Ende nicht ganz akkurat…).
      Da ist es dann einfach nicht möglich, immer punktgenau einen festen Zeitplan abzuarbeiten, besonders wenn´s soviel zu sehen gibt und man die Kamera dabei hat (wenn du 30 Einzelbilder für ein großes Pano schießt, dann braucht das i.d.R. schon zwei oder drei Minuten). 🙂

  2. Evchen Says:

    Mir fällt mal gerade so ein: gibt es eigentlich eine „Liste“ derer, die bei der Tour über den Tellerrand mitmachen? 🙂

  3. matbs Says:

    Nein, eine richtige Liste gibt´s nicht, ist ja alles schön locker und informell.
    Angefangen haben u.a.:
    Die Silke (die durch Apenzell gen Bodensee tellerrandet)
    Der Ruben (hat schonmal angefangen, der Nagold durch den Schwarzwald zu folgen)
    Der Matthias (der schonmal ein klein wenig am Rand des Pfälzerwalds gekratzt hat)

    Wahrscheinlich dabei aber noch nicht gestartet:
    Die Eva (Hat noch etwas Schiss vor dem Rheinsteig 😉 :D)
    Der Hannes (wird wohl demnächst in die holsteinische Schweiz starten)

    Zumindest angedacht aber noch nichts Konkretes geplant:
    Die Anke (würde gerne ins Münsterland aber ist momentan blessiert und zögert noch ein bisschen)
    Der Jens (hat gemeint, ihm würde was vorschweben, aber noch nichts Konkretes verlauten lassen)

    Mehr fallen mir jetzt nicht ein, was aber nicht heißen muss, dass das eine vollständige Auflistung ist… 🙂

  4. Evchen Says:

    Hey, ich hab zwar noch nicht angefangen, aber ich kneife nicht! Ich verzögere nur, um Mut zu sammeln! Päh!

    Das geht mir aber ganz genau so. Im normalen Leben bin ich Typ „überpünktlich“, aber beim lauf (oder freizeit-)verabreden ochjoa…
    Jaja, schrecklich falscher Satz, aber Du weißt, was ich meine. 😛

  5. matbs Says:

    Das macht ja auch einen der ganz großen Reize beim Laufen aus – es ist einfach nicht perfekt planbar.
    Find´ ich irgendwie spannend…

  6. Daniel Kopp Says:

    Diese J.Pilgerwege gibts bei uns auch.
    Interessant und schön anzusehen finde ich die Weitläufigkeit der Landschaft. Ich muss unbedingt wieder mehr Panos schießen, es lohnt sich doch immer wieder. Besonders #37 finde ich schön, dieser ungestörte Weitblick… bei uns stehen da immer irgendwelche Bäume davor…

    Ich denke läufersich liegt der Reiz dieser Gegend in den eher flachen, dafür aber langen Steigungen. Teilweise finde ich diese wesentlich unangenehmer zu laufen als richtig steiles oder gleich ganz flaches Profil. Auf diesen Halbsteigungen finde ich den perfekten Rythmus nicht richtig und nicht schnell genug. Na ja, sei’s drum. Toller Bericht ist das geworden!

  7. matbs Says:

    Und das coole an den Jakobswegen: Jeder führt bis runter ans äußerste Ende des Kontinents nach Santiago de Compostela.
    Irgendwann würd´ ich das schon gerne mal laufen (natürlich von zuhause aus, nicht nur die letzten Etappen durch Asturien, die seit dem Kerkeling-Buch so furchtbar hip sind).

    Bäume hast du in Rheinhessen nun wirklich keine zu erwarten, laut Wikipedia ist das nämlich nicht nur die Weinreichste Landschaft Deutschlands sondern auch die Waldärmste. Ich fand´s am Anfang ja immer ein bisschen gewöhnungsbedürftig, inzwischen mag ich diese herrliche, offene Weite über den Hügeln aber unheimlich gerne.

    Bei den Steigungen würde ich dir ein bisschen widersprechen, viele davon sind das genaue Gegenteil, nämlich kurz und steil – die Hügel sehen zwar immer so schön rund und sanft aus, aber tatsächlich gibt´s an ihren Flanken so einige recht nicklige Anstiege mit ordentlichen Steigunsprozenten (die aber naturgemäß schnell vorbei sind).

    Auf jeden Fall eine schöne, spannende, ländliche Ecke, die ich inzwischen für sowas wie einen läuferischen (oder radfahrerischen. Oder Nordic-walkerischen. Oder wasauchimmerischen) Geheimtipp halte.

    • Daniel Kopp Says:

      Wie in den Westlichen Wäldern hier. Die Hügel sind meist nicht so hoch, meist zwischen 50 und 80 Höhenmeter, dafür aber zackig in den Prozenten und schnell in der Abfolge. Das kann schon ein ziemlicher Killer sein sowas.

  8. Laufhannes Says:

    Auch wenn sehr verspätet kann ich mich jetzt noch über die schnieke Tour erfreuen! Das macht schon wieder richtig Lust auf eure Welt da unten 😀

  9. matbs Says:

    „Schnieke“ trifft´s gut! 🙂

    Aber nicht vergessen: Rheinhessen und die Pfalz, das sieht vielleicht aus der Distanz betrachtet nach einer „Welt da unten“ aus, in Wirklichkeit sind´s aber zwei ganz unterschiedliche Regionen, sowohl im Bezug auf Landschaft als auch auf die Bevölkerung. 😉


  10. […] wie mit Gerd auf dem Nibelungensteig oder mit Boris im Taunus, oder alleine, in der Pfalz, in Rheinhessen, im Odenwald oder der Rheinebene, ganz zu schweigen von der coolen Laufblog-Ausstellung in […]


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