Erweiterte Wochenübersicht: 2010 KW 18 (10.04 – 16.05.) mit dem 6000ste Blogkilometer

16. Mai 2010

So. In dieser Woche hat´s dann wirklich nicht gereicht:

Dank einer verhängnisvollen Melange aus „Viel zu tun“, „Kopf voll mit anderem Zeugs“ und „Das beschissenste Maiwetter aller Zeiten“ sind am Ende nur zwei Läufe draus geworden, die es zusammen gerade mal auf etwas mehr als 20 Kilometerchen bringen.

Immerhin: Irgendwann in dieser Woche bin ich – ohne es überhaupt bewußt zu Kenntnis zu nehmen – meinen 6000sten Blogkilometer gelaufen.
Das ist dann schon wieder irgendwie ganz cool.

Aber trotzdem: Nächste Woche sollte es dann doch wieder ein bisschen mehr werden…

Mittwoch, 12.05.: Erlenseeumrundung (11,6 km)
Mal wieder Lust auf Flachland, also mache ich mich gegen Halb Acht (aah, immer noch wunderbar, diese länger werdenden Abende) auf den Weg in Ried runter, in Richtung Bickenbach und Erlensee.

Grauer, feuchtkalter Tag mit ein bisschen Nieselregen – eigentlich erwarte ich mir vom Wonnemonat ja was Besseres, aber man kann sich´s eben nicht immer aussuchen.

Läuft nicht gut.
Läuft nicht schlecht.
Läuft einfach.
Irgendwie ist das auch mal angenehm.

Allerdings bin ich in heute aber auch einer ganz komischen Stimmung – gerade erst letzte Nacht bin ich von einem Kurztrip in die große, große Stadt zurückgekommen, die weit, weit weg im Nordosten liegt (leider keine Zeit zum Laufen dort), wo ich einen ganz wichtigen Gesprächstermin hatte.
Und weil der gar nicht so übel gelaufen ist (zumindest für mein Empfinden), erscheint die Möglichkeit, dass ich Südhessen bald verlassen könnte, auf einmal wesentlich realer und weniger abstrakt als noch vor zwei Tagen.

Das beschäftigt mich doch sehr, als ich durch Bickenbach laufe, die Bahntrasse und die A67 unterquere, und schließlich den verlassen im Nieselregen dahinträumenden Erlensee umrunde.
Einerseits weil´s unglaublich spannend wäre, und eine großartige Chance, die ich mir auf keinen Fall entgehen lassen würde (wenn das klappen würde – Wahnsinn!).
Aber eben auch, weil mir damit auf einmal klar geworden ist, dass ich den Wald und das Mittelgebirge und die Ebene und die Weinberge und die Aussicht und die Bergwiesen und den Rhein und die alten Städtchen und die kleinen Fachwerkdörfer und die vielen Burgen und Schlösser und das Hügelland und überhaupt alles hier doch ziemlich vermissen würde, wenn ich sie nicht mehr direkt vor der Haustür hätte.
Das macht schon nachdenklich und so ein bisschen sentimental.
Was aber beileibe nicht die schlechteste Geisteshaltung ist, um an einem trüben, grauen Tag durch die Äcker und Wiesen des Rieds zu laufen und das Panorama der wolkenverhangenen Bergstrasse auf sich wirken zu lassen.
Und wer weiss, wie oft ich das noch kann… 😉

Strecke: 11,6 km
Zeit: Egal
Neue Strecke: Nein
Karte:
Erlenseerunde

Sonntag 16.05: Melibokus mit Nemo (10,1 km)
Hui. Ordentliches Wetter, mit warmen 15 Grad, schöner Fernsicht und sogar ein bisschen Sonne dann und wann.
Ist man gar nicht mehr gewöhnt, aber zum Laufen isses allemal nett.
Deshalb schnapp´ ich mir am frühen Abend dann auch noch mal den Nemo und lauf mit ihm in den Wald hoch.
Nebulös im Hinterkopf schwebt mir irgendwas davon vor, über den Darsberg ins Balkhäuser Tal zu laufen, aber als ich die große Hanglichtung an der Darsbergwiese erreiche und zum erstenmal runter in die Rheinebene schaue, ist das passé:
Von jenseits des Flachlands grüßt zwischen den Baumwipfeln der Taunus herüber, gestochen scharf sichtbar, trotz der 50 oder mehr Kilometer Entfernung, die zwischen ihm und meinem Standort liegt.
Ganz tolle Fernsicht, das will genutzt sein, also laufen wir weiter den Pürschweg hoch bis zur Melibokuskuppe.
Klappt prima, meinem Körper sind die geringeren Umfänge der letzten Zeit offenbar bestens bekommen. Anstatt Kampf und Krampf erzeugt jeder Schritt bergauf ein sanftes, angenehmes Wohlbehagen, das daran erinnert, dass Laufen keine dröge Pflicht ist, sondern ein wunderbares Stück Lebensqualität.
Zumindest für mich, Nemo muss nämlich schon ein bisschen kämpfen – gut zweistellige Grade und dazu auch noch warmes Sonnenlicht auf den grünen Westhängen, das ist fast schon ein bisschen zu warm für seine auf Schottland geeichten Terriergene.
Zum Glück haben wir´s nicht eilig, da geht das.
Schön gemächlich bergauf durch den satten, grünen Wald, vorbei an Darbserghütte und Hohe-Stich-Weg, weiter den Pürschweg entlang, und schließlich über den alten, rissigen Asphaltweg mit den drei Serpentinen hinauf auf den Melibokuskuppe.
Leider haben wir sie heute nicht für uns, ein paar biersaufende Halbstarke hocken auf der Terrasse und reden zu laut über tiefergelegte Autos (offenbar sind sie auch mit so einem hier hochgefahren, trotz des Fahrverbots und der Tatsache, dass es irgendwie gemogelt ist, wenn man sich den Melibokus nicht mit Muskelkraft erarbeitet), ohne die grandiose Aussicht auch nur eines Blickes zu würdigen.
Das irritiert ein bisschen.
Aber nur kurz, denn dann stehen wir an der Drachenrampe über dem Abgrund und können hinunter in die Oberrheinische Tiefebene schauen, die sich in atemberaubender Schönheit und Klarheit tief zu unseren Füßen im Abendlicht ausbreitet: Da sind die unzähligen Dörfer und Städte, umgeben vom Grün der Felder und Wälder, eingerahmt von den Höhenzügen des Nordpfälzer Berglands (samt Donnersberg), des Hunsrücks und des Taunus. Mittendrin der Rhein, ein golden glänzender Streifen im schrägen Sonnenlicht, am rechten Horizont die Frankfurter Skyline, vermeintlich zum Greifen nahe, direkt unter uns Alsbach samt Schloss, von dem aus sich die Bergstrasse nordwärts bis Darmstadt zieht.
Herrlich wie immer, auch wenn´s mir einen weiteren sentimentalen „damit isses vielleicht bald vorbei“-Moment beschert.

Lange bleiben wir nicht, so ganz ohne Bewegung im Wind wird´s schnell kühl, deshalb machen wir uns schon noch ein paar Minuten auf den Rückweg und laufen wieder den Pürschweg runter, die fünf Kilometer abwärts durch den Bergwald bis nach Hause, wo wir kurz nach Sonnenuntergang entspannt und erfrischt ankommen.
Melibokus ist einfach immer wieder schön…

Strecke: 10 km
Zeit: Keine Ahnung
Neue Strecke: Nein
Karte:

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.
Di.
Mi. Erlenseeumrundung ??? 11,6 km
Do.
Fr.
Sa.
So. Melibokus mit Nemo ??? 10,1 km
Wochenlaufleistung 21,7 km

M.

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4 Antworten to “Erweiterte Wochenübersicht: 2010 KW 18 (10.04 – 16.05.) mit dem 6000ste Blogkilometer”

  1. Evchen Says:

    Hach Matthias,

    ich bleibe dann auch so vage, weil ja noch nichts spruchreif scheint.

    Spannend, spannend, hurtigurti, was Du zur Zeit erlebst. 🙂 Ich mag solche Phasen, in denen sich alles bewegt und nichts mehr, selbst der gemütliche Lauf vor der Haustüre, selbstverständlich ist. Es riecht nach Veränderung.

    • matbs Says:

      Nee, nee, nee, Spruchreif ist da gar nix.
      Nur eben ein Stück näher an Spruchreif als noch vor kurzem.
      Aber das hat noch gar nix zu sagen.

      Und bis sich was ergibt, übe ich mich lieber in vagen Allgemeinplätzen und überlasse euch den Duft der (möglichen) Veränderung… 😀

  2. Evchen Says:

    …und ich war noch nicht ganz fertig. Doofer flinker Finger.

    Und ganz egoistisch betrachtet, male ich mir schon verklärt sentimentale Abschiedslaufberichte und dann Entdeckungstouren in Deinem neuen Revier aus. Oh oh. 😉

    Alles Gute und ich drücke mal prophylaktisch Däumchen.:-)

    • matbs Says:

      Bin ich echt so berechenbar?
      Schlimm wenn man alt wird… 😀

      Vielen Dank fürs prophylaktische Daumendrücken, das kann man gar nix schaden.


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