Die Crux mit der Zeit…

12. Juni 2010

Ui.
Und schon wieder bin ich mit der blogtechnischen Aufarbeitung der letzten Laufwoche gut im Verzug (keine Angst kommt noch) und bereite zudem nur einen Abriß in gekürzer Form vor (morgen vielleicht?).

Da mag man sich so langsam schon mal Fragen:
Das ist eigentlich los mit der Bloggerei hier?
Das war doch auch schon mal prompter und ausführlicher, oder?

Richtig! Das war´s.

Aber im Moment ist es einfach (leider? glücklicherweise?) so, dass ich einem geregelten Tagwerk nachgehe.
Noch nicht der endgültige coole Job (an dessen Akquise ich noch arbeite), aber zumindest schon mal ein ordentliches Praktikum.
Das frisst Zeit, und zwar nicht zu knapp: 45 bis 50 Stunden Arbeit pro Woche, dazu noch knapp fünf Stunden Fahrt, das muss man erst mal in seine Tages- und Wochenplanung einbauen, besonders wenn man in den Monaten davor den Luxus einer etwas freieren Zeiteinteilung hatte – nicht, dass ich da nix zu tun gehabt hätte – aber ein bisschen weniger war´s schon (und das Meiste, was ich da so alles zu erledigen habe, hab´ ich ja immer noch zu erledigen, nur eben nun zusätzlich), und vor allem hatte ich da die Möglichkeit, mir alles so zu legen und zu schieben, wie´s am besten gepasst hat.

Da wird die Zeit für den Rest vom Leben auf einmal merklich knapper (und nein, das ist jetzt keine piensige Beschwerde, dass wir uns da nicht falsch verstehen, es tut nämlich auch ganz gut, mal wieder ein bisschen geregelt drauflos zu ackern).

Das Laufen selbst ist dabei gar nicht mal das Problem, da krieg´ ich ein Pensum von 50 oder so Wochenkilometern im Prinzip noch ganz gut unter, entweder nach Feierabend (ist ja lange hell) oder an den Wochenenden.
Geht scho´ irgendwie.


Anders sieht´s allerdings mit dem Bloggen aus.
Das mach´ ich ja traditionell gerne etwas ausführlicher und aufwändiger.
Sowas braucht seine Zeit.
Und an der hapert´s dann eben – wenn man um Neun Uhr Abends nach über Neun Stunden Arbeit und vielleicht noch zwei Stunden Laufen heimkommt, mehr als Zwölf Stunden, nachdem man das Haus verlassen hat, mit leerem Magen (Mittagspause ist für Wimps!) und schon ein bisschen müde, und sich dann erstmal um den ganzen anderen Alltagskram kümmern muss, der ja auch erledigt sein will, dann ist man danach irgendwie nicht mehr so richtig blogwillig und blogfrisch.
Zumindest nach meiner Erfahrung in den letzten Wochen.
Wird ja vielleicht noch, könnte ja sein, dass ich noch in der Anpassungsphase stecke.

Nun ist es aber so, dass bei mir Laufen und Bloggen zusammengehören.
Ich mach´ das jetzt seit fast drei Jahren (ach du Scheiße! DREI JAHRE!) mit großer Konsequenz und Hingabe, da will man nicht auf eines der beiden Elemente verzichten – Laufen UND Bloggen heißt die Devise, anders geht kann will ich das (noch – vielleicht ändert sich das ja, wenn der richtige Job da ist) nicht praktizieren.
Und das wird knapp – da stauen sich die Blogeinträge dann langsam aber sicher auf („Gäähn. Ach na gut, jetzt´ geh´ ich ins Bett und mach´ morgen abend weiter„), am Wochenende ist man ja auch mit Laufen beschäftigt, und am Ende ist man dann tierisch im Verzug und muss sehen, wie man rumkommt.
Gefällt mir nicht, ist aber so.

Entsprechend leiden der Blog und related Items eben ein bisschen, vor allem die Dinge, die etwas anspruchsvoller sind:

– Neue Strecke braucht mehr Planung und Aufwand als Läufe vor der Haustür, hinzu kommt oft eine größere Anreisezeit. Das geht momentan eher nicht in dem Maße, in dem ich es gerne hätte.

– Ähnlich sieht´s bei den ganz großen Touren und Projekten (wie der Weg nach Frankreich und die Tour über den Tellerrand) aus: Die bleiben wohl erst mal auf Halde, denn sie benötigen nicht nur in der Durchführung viel Zeit, sondern vor allem auch beim Vor- und Nachher.
Eine lange Tour irgendwo weit weg muss vorher ausführlich geplant werden, am besten ein paar Tage vorher (und das geht nur, wenn man ein bisschen Muße hat und nicht eh schon am rotieren ist weil man die letzten drei Blogeinträge immer noch nicht fertig hat und morgen früh raus muss), und sie muss hinterher nachbereitet werden, mit Strecke Ausmessen und Plotten, Links und Infos Recherchieren und natürlich ausführlichem Runterschreiben.
Mal ganz abgesehen vom Faktor Fitness – wenn ich anderthalb Autostunden von zuhause entfernt laufen gehe, dann sollten da mindestens mal ein paar Stunden reine Laufzeit bei rumkommen, damit sich´s lohnt.
Und das ist schon recht happig, gerade wenn man eh schon viel schafft und dann auch noch nicht ganz so konzentiert und regelmäßig zum trainieren kommt…

– Ähnlich sieht es mit den Fototouren aus. Laufen mit der Kamera bedeutet unweigerlich ein paar Arbeitsstunden extra bei der Erstellung eines Blogeintrags, in denen ich Bilder sichten, auswählen, nachbearbeiten und einpflegen muss. Und da ich momentan eh nicht richtig hinterherkomme, wird das wohl zwangsläufig erst mal mehr Ausnahme als Regel sein (was die großen Touren und Projekte noch mehr erschwert, denn ohne Kamera will ich auf keinen Fall nach Frankreich oder über den Tellerrand laufen).

– Und dann ist da noch die schöne Angewohnheit, jedem Lauf einen eigenen, ausführlichen Eintrag zukommen zu lassen.
Schön wenn´s klappt, aber wenn die Zeit eng ist und man zudem viel bekannte Strecke läuft, die nicht ganz so blogwürdig ist, dann muss man da einfach auch mal Abstriche machen.

– Und zu guter letzt: Bin ja eh schon ein sträflich fauler Bloggegenbesucher, das verstärkt sich nunmehr natürlich auch um so mehr. Als bitte nicht böse sein, wenn ich es nicht immer ganz regelmäßig auf die freundschaftlich verbundenen Laufblogs schaffe, ist keine Böse Absicht, aber ich muss halt immer erstmal zusehen, dass ich meinen Kram gebacken kriege…

Lange Rede kurzer Sinn: Zeit knapp, vor allem zum Bloggen (was sich aber auch wieder aufs Laufen auswirkt), entsprechend wird´s hier bis auf Weiteres nicht ganz so expansiv und erlebnisorientiert zugehen, wie ich mir das vielleicht wünschen würde.
Wird vielleicht wieder, wenn ich mich mit der momentanen Situation besser arrangiert habe oder sich alles ein wenig entspannt.

Bis dahin gilt erstmal: Laufblog eher light…

M.

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10 Antworten to “Die Crux mit der Zeit…”

  1. Laufhannes Says:

    Danke für den Ausblick auf meine düstere Zukunft *grins*

    Ernsthaft und geregelt ein wenig zu arbeiten – anstrengend aber irgendwie doch erfüllend. Ich kann es dir gut nachempfinden. Von daher bin ich beruhigt, solange ich hier irgendwann von deinem weiteren Weg nach Kaiserslautern lese (Nun war ich nicht nur vor dir überhaupt dort laufen, sondern werde wohl auch zu deiner Ankunft dort selbst richtig angekommen sein).

    • matbs Says:

      Och, so düster is´ das eigentlich gar nicht, sofern man was zu tun hat, was halbwegs interessant und spassig ist…

      Kannst ja mal bescheid geben, wenn du in der Pfalz angekommen bist, falls du Lust und kein Problem mit Berglaufen im Schneckentempo hast, können wir ja mal ein Stück meines Tellerrandes zusammen absolvieren…

  2. Kümmel Says:

    Ach so lange du deine Freude nicht verlierst ist doch alles in Ordnung. Ich bin in letzter Zeit auch weniger dazu gekommen mal einen Kommentar da zu lassen, aber das gibt sich auch wieder.

    • matbs Says:

      Hmjoa, also so manchmal isses schon ein bisschen Freizeitstress. Aber ich hab´ ich mich inzwischen so an die Laufbloggerei gewöhnt, da zieht man das halt irgendwie durch, auch wenn´s mal etwas enger und kürzer sein muss… 😉

  3. MischoK Says:

    „Die Crux mit der Zeit“. Ich kann es Dir nachempfinden. Momentan habe ich auch noch die letzte Woche zur Aufarbeitung in der Warteschleife, den Montag und morgen kommt schon die nächste Einheit. Das macht mir schon ein wenig Angst, wenn ich es bis morgen vormittag nicht schaffe wenigstens einen neuen Beitrag zu verfassen.

    Aber zur mangelnden Zeit für den Blog. Das wichtigste ist ja, dass du wenigstens genügend Zeit zum Laufen hast. Hatte mir auch schon jemand in meinen Blog geschrieben. Ich glaub der Gerd wars. 😉

    • matbs Says:

      Da ist natürlich was dran.
      Aber: Ich stelle in solchen Situationen immer wieder fest, dass der Blog eine meine wichtigsten Laufmotivationen ist.
      Ohne das Schreiben fehlt mir ein wichtiger Antrieb, interessante Strecken zu laufen – und ohne interessante Strecken macht mir das Laufen deutlich weniger Spaß.
      Geht also irgendwie nicht ohne, das macht´s so ein bisschen vertrackt…

  4. Evchen Says:

    Och Matthias,

    das ist ganz sicher in meinen Augen schade, aber da ich es ja chronisch auch schon nicht immer schaffe, all Deine schönen Posts zu lesen, nehme ich das überhaupt nicht schwer.
    Ich würde auch gern alle Deine Touren nachlesen, krieg es aber am Stück zeitlich nie gebacken. Und einfach einen Kommentar drunterzimmern ala: ja toll, ähä, gefällt mir und ich hab ihn nicht komplett gelesen, gefällt mir nicht.

    Ich find`s irgendwie charmant, daß Du Dir die Mühe machst, uns zu erklären, warum Du weniger bloggst. 🙂

    Mach dich lokcer. Ich lese und schreibe bei Dir, wie ich dazu komme und freue mich jedes Mal, wenn Du es auf mein Blog schaffst.

    Alles Gute für Deinen coolen Job! 😉

    • matbs Says:

      Och Eva,

      da bin ich ja beruhigt, wenn eh keiner mein Geseier liest, ist es ja auch nicht schlimm, wenn´s mal a weng weniger ist… 😀

      Aber im Ernst: Das mit dem Erklären mach´ ich ja auch für mich selbst – das ist auch so ein bisschen meine Art, mir den leicht veränderten Ist-Zustand richtig gegenwärtig zu machen, um mich dan davon ausgehend mit der Situation zu arrangieren.
      Also nicht charmant, nur eigen. 😉

      Und natürlich vielen Dank für die guten Wünsche, die kann ich immer brauchen! 🙂


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