Der Rest der Laufwoche KW24: Dreieicher Wälder (13,4 km) und Kleine Waldrunde zum Wochenabschluss (9 km)

27. Juni 2010

Freitag 25.06.: Noch mehr Landkreis Offenbach: Dreieichenhain und Sprendlingen (13,4 km)
Freitagabend, und damit Zeit für meinen inzwischen schon fast obligatorischen Lauf nach Feierabend, bei dem ich tiefer in den geheimnisvollen Landkreis Offenbach nördlich von Darmstadt vordringe.

Letzte Woche hab´ ich den Dreieicher Ortsteil Dreieichenhain erreicht, da will ich heute wieder ansetzen.
Grobe Laufrichtung: Weiter nordwärts in Richtung Frankfurt und Offenbach, die nun schon gar nicht mehr soo weit erreicht sind, mit einem schiefen Bogen ein bisschen durch die riesigen Waldgebiete nordöstlich von Dreieichenhain nach Sprendlingen und wieder zurück.
Sieht erstmal nicht so superspektakulär aus, verspricht aber viel Natur und lange Passagen im kühlen Waldschatten – ganz wichtig, angesicht hochsommerlicher Temperaturen und sengender Sonne, die selbst in den frühen Abendstunden noch richtig viel Kraft hat.


Ich starte am Ostrand der wunderschönen Dreieichenhainer Altstadt, auf einem großen, staubigen Parkplatz, der direkt neben dem Untertor liegt, vis-à-vis dem hübschen Teich, hinter dem die alten Mauern der Burg Hayn in den diesigblauen Himmel ragen.

Schnell noch auf dem Beifahrersitz in die Laufklamotten schälen, ein bisschen sämige Sonnencreme auf die voraussichtlich exponierten Hautpartien sulchen, feststellen, dass man heute morgen beim Aufbruch ins Büro offenbar den Trinkgürtel zuhause hat liegen lassen und deshalb jetzt ohne Flüssigkeit aufbrechen muss (merda!), dann geht´s los.
Und zwar weg von Dreieichnhainer Altstadt und Burg Hayn, am Rand der Fahrbahn neben dem Hainer Weg zum Ende des bebauten Gebiets von Dreieichenhain und mit dem guten, alten europäischen Fernwanderweg 1 (weißes Andreaksreuz, außerdem auch Regionalparkweg mit der magentafarbenen Pfeilpyramide) in die weiten Felder, die sich auf den sanften Hügeln östlich des Ortes bis zum fernen Waldrand erstrecken.

Bullenheiß und staubig ist es hier draußen, aber auch wunderschön: Die leicht gewellte Topografie lässt die Landschaft freundlich und abwechslungsreich erscheinen, um mich herum wogen endlose Flächen golden schimmernder Gerste im leichten Sommerwind, dazwischen ragen einige seltsam zackige Radartürme der Flugsicherung wie kahle Bäume empor, am Horizont vor mir zeichnen sich die Frankfurter Skyline und der Taunus unter dem diesigen Himmel ab, bereits viel näher, als ich es erwartet hätte.
Klappt ordentlich bisher, trotz Hitze und dörrender Sonne – nach dem langen Arbeitstag tut es richtig gut, sich nochmal die Beine zu vertreten und in die Fremde zu laufen, in die wunderschöne Sommerlandschaft, bestens gelaunt und mit dem Geruch von Sommer (eine Melange aus Sonnencreme, Schweiß und der erdig-staubigen Note der umgebenden Äcker) in der Nase.
Mir geht´s gut! 🙂

Ziemlich genau ein Kilometer, nordwärts, gaanz leicht bergauf und vorbei am Christinenhof, dann knicken Regionalparkweg und Fernwanderweg scharf nach rechts auf den Weg „Auf der Hub“ ab, ich knicke natürlich mit.
Sonne im Rücken, auch nett.

Besonderes Highlight auf diesem Stück ist die Stangenpyramide, ein Landschaftskunstwerk aus über 400 verschieden hohen Pfosten, die in Pyramideform auf der Hügelkuppe links des Weges angeordnet sind. Sieht sehr interessant aus , vor allem wenn man direkt davor steht und durch die zentrale Sichtachse genau auf den zwölf Kilometer entfernten Frankfurter Messeturm schaut, dessen spitzes Dach das Pyramidendesign quasi vervollkommnent.
Außerdem passt das Ding sowieso sehr gut in die leicht gehügelte Umgebung, das gefällt mir richtig gut!

Lange verweilen ist aber trotzdem nicht, schließlich will ich aus der Sonne raus, und außerdem üben sich auf dem Sandplatz direkt nebenan gerade ein bis zwei Dutzend Reiterinnen gerade im Synchronreiten (falls es sowas denn gibt) und wirbeln dabei Unmengen von Staub auf, da suche ich lieber schnell das Weite, bevor ich noch ein paar Pfund trockene Sandpartikel inhaliere…

Der Weg „Auf der Hub“ führt lange grob ostwärts, durch eine Allee aus Feldahornen, die allerdings noch so jung sind, dass sie noch keinen echten Schatten spenden, dann am Gelände des riesigen Golfplatzes am Gut Neuhof entlang bis zur L3317.
Rüber und weiter ostwärts, durch den Golfplatz hindurch, der durch hohe Hecken vom Wanderweg abgeschirmt wird, ergänzt durch das gelegentliche Schild, das zufällig vorbeikommenden Passanten eindeutig klarmachen soll, dass sie hier bestenfalls geduldet sind und ja nicht vom Weg abweichen und die Damen und Herren Golfer belästigen sollen.
Pfft, will ich ja eh nicht…

Und dann bin ich am Wald, tauche unversehens ein in die tiefen, grünen Schatten der großen alten Bäume, der nach den Kilometern im prallen Sonnenschein wie ein kühles Bad wirkt.
Aah, das tut gut…

Ich folge dem Offenbacher Weg, einer bequemen und dankenswerterweise nicht schnurgeraden Scneise, die tiefer in den Wald hineinführt (immer noch Regionalparkweg/Fernwanderweg 1). Übrigens ganz leicht bergauf, denn hier geht´s über den Ebertsberg, einer der höchsten Erhebungen im Landkreis Offenbach (mit – zumindest für mich als Bergstrassenbewohner – drolligen 193 m.ü.NN).
Nicht steil und nicht lang, das klappt bestens, und zur Belohnung für den netten kleinen Aufstieg gibt´s oben sogar noch eine Regionalpark-Infotafel, die von einem Römerkastell berichtet, das hier möglicherweise mal gestanden haben könnte (auch wenn´s archäologisch nicht nachweisbar ist).

Kurz danach der nächste Linksknick mit dem Fernwanderweg, auf die Holländerbornschneise nach Norden.
Hübscher Wald, etwas reizarm aber schön schattig, läuft sich schnell runter – ruck zuck erreiche ich die große Wiesenlichtung an der Seibertswiese, die offenbar gerade gemäht worden ist und herrlich nach frisch geschnittenen Wildgräsern duftet. Mhh.

Und schon wieder links, dieses Mal auf die Bestenwiesenschneise (Radweg 6/Apfelwein- und Obstwiesenroute), auf der´s wieder zurück in Richtung Dreieichenhain geht.
Langes, gerades Stück unter altem Baumbestandt, vorbei an ein paar weiteren kleinen Waldwiesen, die freundlich in der Abendsonne schimmern, dann nach knapp zwei Kilometern ein weiteres Mal über die L3317, kurz danach schließlich wieder hinaus ins offene Gelände und auf dem asphaltierten Herrnröther Weg zwischen Hecken, Kleingärten und Wiesen westwärts, auf einer Brücke über die A661 und direkt danach in den Dreieichenhainer Ortsteil Sprendlingen hinein (der irgendwie so klingt, als würde er bei Stuttgart liegen, und nicht im Rhein-Main-Gebiet).

Auch hier: Westwärts, in Richtung Ortskern. Erstmal ruhiges Wohngebiet, ein kleiner Friedhof, ein städtischer Wirtschaftshof, dann erreiche ich so langsam die Ortsmitte mit ihren älteren, enger stehenden Häusern, in deren Erdgeschossen das übliche Sortiment an Kleinstadtgeschäften untergebracht ist (leider keine Eisdiele, dabei könnte ich die inzwischen gut brauchen…).
Kommt mir übrigens grob bekannt vor, offenbar bin ich hier zumindest schon mal mit dem Auto durchgefahren (was hier oben keine Selbstverständlichkeit ist).

Hier stoße ich dann auch auf meinen Marker für den Rückweg, das rote Quadrat des Saar-Rhein-Main-Wegs.
Das führt mich nach rechts, am Ufer des wenig Wasser führenden Hengstbaches die glatt gepflastere Tempelstr. runter, durch einen kleinen Park zum Schwimmbad am südlichen Ortsrand, dann mit einem Bogen unter der Autobahn durch und zurück nach Dreieichenhain auf die Philipp-Holzmann-Str., an der nobel aussehende Villen und Beinahe-Villen in großen Gärten stehen.

Noch eine Rechtskurve, etwas bergab, dann wieder links in die Strasse „An der Dampfmühle“, an deren Ende der Saar-Rhein-Main-Weg in einen netten Pfad zwischen Ortsrand und den grünen Hengstbachauen übergeht, auf dem ich schließlich wieder den See an der Burg Hayn und kurz darauf das Ziel auf dem Parkplatz vor den Toren der Altstadt erreiche.
Gottseidank, denn inzwischen hab´ ich so einen Durst, dass ich die körperwarme Flasche Wasser auf dem Beifahrersitz erstmal auf Ex leere. Nicht wirklich erfrischend, aber flüssig.
Das reicht erstmal… 😉

Nette kleine Tour ins Unbekannte, etwas unspektakulär aber mit viel hübscher Umgebung trotz Wärme und Durst eigentlich sehr angenehm. Hat Spaß gemacht – und das ist als Start in Wochenende eigentlich gar nicht so verkehrt.

Strecke: 13,4 km
Zeit: Keine Ahnung
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 99,4% (13,32 km von 13,4 km)
Karte: FOLGT

Sonntag 27.06.: Waldrunde zum Wochenabschluss
Pfft. Immer noch extrem warm draußen. Und außerdem hab´ ich morgen einen extrem extrem extrem wichtigen Termin, auf den ich mich schon das ganze Wochenende vorbereite.
Am liebsten würde ich da daheim bleiben und mich weiter der Vorarbeit für morgen widmen, aber am Ende treiben mich schönes Wetter, der Wunsch nach 50+ Wochenkilometern und das Bedürfnis nach einem kurzzeitig freien Kopf gegen Abend doch noch auf die Piste.

Nichts Besonderes, einfach eine kleine Standardrunde im Wald hinterm Haus, über den Pürschweg und den Hohe-Stich-Weg zum Erlengrund in den Melibokushängen, dann runter zum Alsbacher Schloss und via Alsbach zurück.

Erst nachdem ich gestartet bin, merke ich, wieviel Anspannung der morgige Termin in mir ausgelöst hat. Normalerweise bin ich bei sowas immer recht souverän, aber das hier ist einfach zu wichtig. Entsprechend klappt es erst mal auch nicht so gut, ich fühle mich gehetzt, arhythmisch, leicht krampfig.
Erst nach und nach finde ich meinen Schritt, versuche mich immer mehr in der beruhigenden Monotonie von Bewegung und Anstrengung zu verlieren, um so die Anspannung ein bisschen zu vergessen.
Klappt nicht perfekt, aber immerhin so ein bisschen, das tut gut.

Die Wärme macht mir hingegen wieder mal kaum zu schaffen, gerade im Bergwald, wo es grundsätzlich zwei oder drei Grad kühler ist und die Sonne vom Blätterdach geblockt wird. Geht.

Und mehr gibt´s eigentlich auch nicht mehr dazu zu schreiben. Ich laufe mein Pensum runter, bin kurz nach Sonnenuntergang wieder daheim, und mache mich dann noch ein paar Stunden daran, meine Vorbereitung weiter zu treiben, nun ein klein wenig entspannter, dank der Laufrunde…

Strecke: 9 km
Zeit: Keine Ahnung
Neue Strecke: Nope
Karte: FOLGT

M.

Advertisements

Eine Antwort to “Der Rest der Laufwoche KW24: Dreieicher Wälder (13,4 km) und Kleine Waldrunde zum Wochenabschluss (9 km)”


  1. […] schon fast der Länge nach durchquert habe – vor ein paar Wochen hab´ ich´s ja immerhin bis Sprendlingen geschafft, heute will ich dort wieder ansetzen und mein Streckennetz noch weiter nach Norden […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: