Erweiterte Wochenübersicht: 2010 KW 31 (09.08. – 15.08.)

15. August 2010

Und noch eine ganz schwache Woche.

Erst die letzten Arbeitstage in der ersten Wochenhälfte, nochmal viel zu tun nach dem anstrengenden Festspielwochenende.

Und in der zweiten Wochenhälfte dann: Schluss mit Arbeiten, weil Ende des Praktikums.
Das gibt dann so ein bisschen gepflegt melancholischen Nachpraktikumsblues, wenn´s nach einem Vierteljahr intensiver Arbeit auf einmal wieder zurück in den alten Alltag geht, man sich von den Kollegen verabschieden muss, und dann erstmal nichts „Offizielles“ mehr zu tun hat.
Da ist die Lauflaune erst mal nicht ganz so riesig, besonders wenn draußen auch noch total beschissenes Novemberwetter herrscht und man auf einmal feststellt, dass man sich die großen, abenteuerlichen Touren fast so ein bisschen abgewöhnt hat, während man mit anderem Kram beschäftigt war.

Entsprechend bin ich diese Woche nur zweimal gestartet, und das waren jeweils nur ganz bescheidene kleine Runde:

Freitag 13.08.: Melibokus, Balkhausen und Heiligenberg (12 km)
Kühl und feucht und trüb, nicht gerade Bedingungen, die mich unbedingt raustreiben.
Aber andererseits hab´ ich diese Woche noch nicht einmal die Laufschuhe geschnürt, also mach´ ich mich schließlich doch noch auf den Weg, ein bisschen unlustig und quasi auf den letzten Drücker um kurz nach Acht.

Einen Plan hab´ ich noch keinen, stattdessen lauf´ ich einfach mal los, in den Abend hinein, der mit seinen tief hängenden Wolken und der grauen Wetterlage ganz gut zum bereits erwähnten Nachpraktikumsblues passt, der heute hinter meiner Stirn spielt.

Erstmal hoch in den Wald, Burgenweg, merck´scher Wasserturm, Pürschweg in Richtung Melibokus.
Standardstrecke eben.
Wohin genau?
Keine Ahnung, erstmal einfach bergauf.
Übrigens mit strammem Schritt, ich merke schon so ein bisschen, dass ich in der letzten Zeit eher ruhig gemacht habe – Kraft ist heute ordentlich da, der kilometerlange Anstieg am Bergkamm fällt überraschend leicht, und das, obwohl ich beständig einen halben Schritt schneller laufe, als ich auf der Strecke normalerweise bin.
Auf halber Höhe, kurz vor der Darsberghütte reift angesichts der offensichtlich recht guten Tagesform der Plan in mir, über den Nibelungenweg zum Felsberg weiterzulaufen und von dort über die Kuralpe und den Vogelherd abzusteigen.
Vermutlich etwas über 15 Kilometer, keine schlechte Distanz für „einfach mal so losgelaufen“.
Bleibt nur die Frage, ob das Tageslicht dafür noch ausreichen wird.
Mein Kopf meint: Nein.
Mein Gefühl meint: Ach komm, wir gucken einfach mal…

An der alten Melibokusstrasse wechsle ich dann auf den Nibelungensteing/Alemannenweg, der an der Rückseite des Melibokus steil abwärts ins Balkhäuser Tal führt.
Eine meiner Lieblingsecken , weil man von hier aus ein paar richtig schöne Blicke über den vorderen Odenwald hat, auch heute, obwohl´s eher trüb ist und viele der nahen Mittelgebirgsgipfel halb von Dunst und Wolken verdeckt sind.

Unten am Waldrand weiter auf dem Höhenweg durch die Wiesen über dem Balkhäuser Tal und dem Mühltal, bis zum Wanderparkplatz Schollrain an der Passhöhe, hinter dem der steile Anstieg zum Felsberg beginnt.
Zeit für einen Realitätscheck.
Der Blick auf die Uhr verrät: In fünf Minuten ist Sonnenuntergang.
Der Blick in die Erfahrung verrät: Wenn ich mich richtig beeile, bin ich in 20 Minuten auf dem Felsberg (und das wären ziemlich brutale 20 Minuten, denn es geht drei Kilometer lang praktisch nur bergauf).
Und von da oben sind es mindestens nochmal 40 Minuten bis zurück nach Hause, selbst wenn ich den kürzesten Weg nehme.
Hmm…
So gern´ ich würde: Das passt nicht mehr. Es wird einfach zu früh dunkel.

Na gut, muss der Felsberg eben noch ein bisschen warten.

Statt mich auf den zweiten Aufstieg zu machen folge ich der alten Hochtstädter Str. runter ins Tal, nach Balkhausen rein.
Dort dann links und immer schön die Felsbergstr. entlang, bis das Dorf zu Ende ist und ich am Rand der Landstr. weiter in Richtung Jugenheim absteige.
Am Talhof beschließe dann doch noch mal spontan, wenigstens noch einen kleinen Extraschlenker ranzuhängen, und biege rechts auf den Asphaltweg ab, der an den paar Häusern im Hechlersgrund vorbei hinauf zum Waldrand an der Kaiserbuche führt (Hechlersgrund-Weg, gelbe 5). Immer noch ziemlich zügig, selbst das sehr steile letzte Stück bewältige ich im halben Eilschritt, auch wenn´s mich meine letzte Puste kostet.
Aber das macht ja nichts, direkt danach geht´s nämlich wieder bergab, auf dem sanft absteigenden und schon ziemlich dämmrigen Hofgrund-Weg (gelbe 2) durch den Dichten Wald an der Nordflanke des Marienbergs über dem Stettbacher Tal bis zum Schloss Heiligenberg.
Von da aus ist es dann auch nicht mehr weit, einfach auf dem schmalen Fahrweg mit seinen engen Serpentinen durch das alte Parkgelände runter nach Jugenheim und weiter nach Hause, wo ich im letzten grauen Schimmern des Tages ankomme.

Nix Besonderes, aber stramm und zügig, eigentlich ganz okay.

Strecke: 12 km
Zeit: 1:13 h (= 9,96 km/h bzw. 6:05 min/km – sehr ordentliche Zeit für einen Berglauf)
Neue Strecke: Nope
Karte:

– – –

Sonntag 15.8.: Gassiläufchen durch den Wald
Pföh, was für ein Mistwetter: Grau, nieselig und kalt, passt irgendwie bestens zu meiner Laufunlust.
Aber zumindest ein zweites Mal will ich diese Woche dann doch noch gelaufen sein, und wenn´s nur pro Forma ist.
Also schnapp´ ich mir am Sonntagmittag den Hund (für den ist das feuchtkalte Wette gut, da kann er ruhig mal ein bisschen mitrennen) und absolviere mit ihm ein winzig-lustloses Alibiründchen im Wald.
Spaß macht´s nicht, dank perpetualem Nieselregen, grauer Unlust und einer großzügigen Portion Müdigkeit.
Aber es sind ja auch nur lächerliche fünfeinhalb Kilometer, die sind wenigstens schnell vorbei, und damit auch die Laufwoche.

Strecke: 5,5 km
Zeit: Keine Ahnung
Neue Strecke: I wo
Karte:

Am Ende dann nicht mal 20 Kilometerchen.
Pfah!

Muss unbedingt schauen, dass ich in den nächsten Wochen die Kurve kriege und die nun wieder freier verfügbare Zeit in zum Durchstarten nutze.
Was ehrlich gesagt gar nicht so leicht ist, denn ich merke schon wieder, dass ich mir die ganz großen, spannenden, anspruchsvollen Touren in den letzten drei Monaten ihren überwiegend bescheidenen und unambitionierten Läufen ein Stück weit abgewöhnt habe. Da scheinen die richtig tollen Runden rein gefühlsmäßig auf einmal furchtbar weit, furchtbar kompliziert, furchtbar unbequem, so dass es erstmal wieder eine Kante Überwindung und vielleicht sogar ein bisschen Mut kosten wird, sich darauf einzulassen.
Hoffentlich klappt´s…

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.
Di.
Mi.
Do.
Fr. Melibokus, Balkhausen und Heiligenberg 1:13 h 12 km
Sa.
So. Gassiläufchen durch den Wald ??? 5,5 km
Wochenlaufleistung 17,5 km

M.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: