Sehr mäßige Laufwoche KW33 (11 km/8,3 km/11,7 km/9,1 km)

29. August 2010

Okay, so langsam muss ich´s mir wohl eingestehen, obwohl ich es eigentlich nicht möchte:

Ich bin im Winterlaufmodus.

Bedeutet: Ich drücke mich üblicherweise so lange vor dem Loslaufen bis es nicht mehr geht (sowohl bei der Tageszeit als auch dem Wochenpensum), wenn ich starte reicht´s nur für dröge, vollkommen uninspirierte Standardtouren, die wenig bis gar keinen Spaß machen, und am Ende komm´ ich dann mit Ach und Krach auf das absolute Minimalziel von 40 popligen Wochenkilometern.
Und das Blödeste dabei: Es ist alles Kopfsache.

Rein körperlich fällt mir das Laufen extrem leicht, ich bin fit und hab´ neue Schuhe, da bereitet es wirklich überhaupt keine Probleme, die Lullerründchen, die momentan mein täglich Brot sind, auf einer Backe abzureißen und sich hinterher nicht mal angestrengt zu fühlen.
Aber was den Spaß und das Lauferleben angeht, da geht grad wenig.
Die großen Pläne scheinen irgendwie unerreichbar weit weg („Pfft, die Pfalz, das krieg ich dieses Jahr ja eh nicht mehr hin“, „Ach ich weiß nicht, bis Frankreich durchlaufen, das ist doch soooviel Aufwand“, „Was soll ich den im Taunus, das ist doch viel zu weit“ usw usw usw), das Wetter ist novembrig mies, die Motivation grenzwertig gering.

Kurzum: Ich brauch mal wieder eine echte Premiumtour, irgendwas was richtig Großes, Schönes, Neues, weit weg, mit freiem Kopf, tollem Wetter und Laufgenuß pur, um mich endlich wieder mal freizuschwimmen.
Bisher ist die allerdings noch nicht in Sicht…

So, aber genug gequengelt, zur mäßig dollen Laufwoche:

Donnerstag 26.08.: Feldrunde (11 km)
Hrm.
Seit Sonntag nicht mehr losgelaufen, drei Tage, eigentlich kein Zustand.
Also zwing´ mich Donnerstag Abend doch noch mal auf die Piste, obwohl ich mich eigentlich ein bisschen schlaff und unlustig fühle, nachdem ich am Nachmittag einen wichtigen Termin absolviert hab´ und danach die ganze Anspannung der letzten Tage erst mal verpufft ist.

Große Pläne hab´ ich keine, einfach mal runter nach Bickebach, eine Runde durchs Flachland hinter der Autobahn, dann wieder heim.
Standardstrecke, ist schon lange geplottet und bekannt, muss man nicht drüber nachdenken und hat hinterher weniger Arbeit mit…

Das Wetter ist erträglich, trüb aber nicht zu kalt (zu warm übrigens auch nicht, wer hätt´s gedacht), das geht.
Und die Lauferei selbst – zumindest der reich mechanische Aspekt – klappt wieder mal bestens: Federnde Schritte, ganz ordentliches Tempo, keinerlei Probleme.
Besonders interessant issses leider trotzdem nicht, ich spule einfach mal das geplant Programm ab, ohne viel dabei zu empfinden: Raus ins Feld, runter nach Bickenbach, einmal auf Hügelstr. und Mierendorff-Str. quer durch den Ort, auf der anderen Seite dann an der Fahrbahn der Umgehungsstrasse (Berta-Benz-Str.) unter der Bahn durch und schließlich an der Großgärtnerei auf die knapp 1 km lange Gerade, die durch die leeren Äcker neben der Autobahn nach Süden führt.

Kurz vor der Sandwiese müsste ich laut Plan eigentlich rechts ab, über die A5 rüber und am Erlenhof vorbei.
Aber irgendwie regt sich in mir deutlicher Widerstand: So richtig Lust auf eine vollständig ausgelutschte olle 08/15-Standardrunde hab´ ich eigentlich auch nicht, das ist mir auf einmal doch zu dröge.
Immerhin, so ganz gleichgültig bin ich offenbar doch noch nicht…

Kurzentschlossen werf´ ich den ursprüngliche Plan über Bord und laufe stattdessen einfach mal geradeaus weiter, ins Gewerbegebiet an der Sandwiese rein. Nicht unbedingt das besuchenswerteste Laufziel der Umgebung, aber wenigstens schon mal ungeplant, das wertet´s irgendwie gleich mal ein Stückchen auf.
Dort angekommen verordne ich mir sogar noch einen Schlenker rechts in das kleine Wäldchen zwischen Autobahn und Sandwiese – auch das ist nicht gerade der Oberbringer, aber die paar hundert Meter wucherigen Waldpfad bin ich noch nie zuvor gelaufen – also neue Strecke (wenn auch keine besonders dolle), das ist schon mal mehr als ich beim Loslaufen erwartet habe.

Groß ist das Wäldchen allerdings nicht, deswegen finde ich mich ein paar hundert Meter weiter wieder in der Sandwiese ein und folge der Sandwiesenstr. südwärts, unter der L3112 durch und durchs unspektakuläre Wohngebiet, bis mich die Felder südlich des Dorfes wiederhaben.

Auch hier mache ich noch einen spontanschlenker, einmal um den Hundeplatz rum, auf dem ich vor inzwischen auch schon wieder fast einem halben Jahrzehnt versucht habe, Nemo die Grundlagen einer guten Hundeerziehung beizubringen (Erfolg: Mäßig. :D). Auch das gibt wieder ein paar poplige Meterchen neue Strecke – so langsam flackert fast sowas wie leiser Ehrgeiz in mir auf: Mal sehen, wieviel „neue“ Wege ich auf dem Rückweg nach Hause noch rauslaufen kann.

Am Hundeplatz biege ich links ab, laufe nach Zwingenberg rüber und folge dort dem Fußweg neben dem Bahndamm durchs Gewerbegebiet, bevor ich an der Platanenallee abknicke und unter der Bahntrasse nach links in den Ort reinlaufe.
Auch hier gibt´s wieder ein paar kurze Meterchen „neue“ Strecke (die Anführungszeichen stehen deshalb da, weil das wirklich die lullerigste Art von neuer Strecke überhaupt ist – einfach ein paar Parallelsträßchen zu den Wegen, die ich schon Tausendmal gelaufen bin, besonders exotisch ist das nicht), durch die Reihenhaussiedlung am Fissanweg hoch an die B3 (die ist nicht neu) und dann weiter aufwärts, auf der Rheinstr. (so halbwegs „neu“) bis zur Alten Bergstrasse, an deren Rand ich dann aus Zwingenberg raus und rüber nach Alsbach laufe.
Übrigens weiterhin sehr fix, denn inzwischen ist die Dämmerung voll am Dämmern und langsam zieht die Dunkelheit auf, da wird´s Zeit, dass ich heimkomme, auf einen Nachtlauf hab´ ich nämlich keinen Bock.

Selbst Alsbach, das ich eigentlich schon fast vollständig erlaufen habe, kann mir auf den Nebensträsschen noch ein paar Meterles bieten, die bisher noch nicht gelb auf meinem Streckennetz verzeichnet waren: Rechts von der alten Bergstr. ab und durch den „Gehren“ ins Wohngebiet, dann die überraschend steile Melibokusstr. hoch ins Oberdorf (ja heidenei, bei dem guten Tempo, dass ich gehe, wird das doch tatsächlich nochmal anstrengend!), wo ich dann der Janhstr. in Richtung Ortskern folge, den kleinen, dämmrigen Hof der Kirche durchquere (gehend, auf heiligem Boden joggt man schließlich nicht…) und schließlich via Hauptstr. (vorbei am wetterbedingt schlecht besuchten Eiscafé Miranda. Verflixt, wenn ich Geld dabei hätte, würd´ ich da gerne was mitnehmen, zwei Bällchen Milcheis nach original italienischem Familienrezept wären jetzt genau das Richtige. Hab´ aber kein Geld, also gibt´s auch kein Eis. Meh.) und Jugenheimer Str. zurück nach Jugenheim laufe.

Ho hum.
Das läuferische Äquivalent zu Haferbrei – nicht gut, nicht schlecht, aber erträglich, und irgendwie hat´s sogar ein bisschen satt gemacht…

Strecke: 11 km
Zeit: Wasweisich
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 15,36% (1,69 km von 11 km)7
Karte:

———

Freitag 27.08.: Bergiges Waldläufchen hinter Seeheim (8,3 km)
Heute ist das Wetter wie gestern.
Nur schlechter.
Trüber, kälter, regnerischer. Macht nicht gerade Lust aufs Laufen.
Aber es hilft ja nix, nachdem ich die erste Wochenhälfte gar nix gemacht hab´, ist jetzt kein Platz mehr für „Keine Lust, ich lauf ein Andermal“, zumindest nicht, wenn ich ein halbwegs passables Wochenpensum generieren will.

Also: Raus, laufen. Wie gehabt ohne Enthusiasmus oder große Erwartungen, dafür aber wieder mit ein bisschen Unlust und einer kleinen aber feinen Portion Wetterumschwungskopfweh.
Yay.

Ist schon wieder viel zu spät, als ich mich endlich mental in die Puschen prügele und aufbreche, mehr als eine Stunde Tageslicht hab´ ich nicht mehr. Ist mir aber eigentlich auch ganz recht, auf was Langes hätt´ ich nämlich partout keine Lust (schlimm genug, dass ich mir sowas antun muss, da kann´s ja wenigstens halbwegs schnell vorbei sein…).

Heut´ lauf ich mal nach Norden. Zur Abwechslung und so, weil gestern ja der Süden dran war.
Und ein bisschen in die Berge will ich auch, ebenfalls zur Abwechslung nach dem gestrigen Flachland.
Einmal quer durch Jugenheim, immer schön dem Blütenweg-Marker hinterher bis ich den südlichen Zipfel des Dorfes erreiche und der extrem steilen Strasse „Am Tannenberg“ (mit Treppe am Ende) hoch in den Wald über den Häusern folge.
Hier bin ich zuweilen auch schon mal gegangen (echt steil), heute lauf´ ich relativ mühelos durch.
Wenn doch nur meine Lauflust genauso groß wäre wie meine Energie… 😦

Oben im Wald halte ich mich dann links, folge kurz dem Burgenweg und laufe dann weiter geradeaus die Hänge hinauf bis ich den Saar-Rhein-Main-Weg/Alemannenweg über der Lufthansa und unterhalb der Burg Tannenberg erreiche.
Dem folge ich einfach, nun wieder abwärts bis runter ins Ober-Beerbacher Tal.
Die letzten paar hundert Meter muss ich dabei die dämmrige Zufahrtsstrasse zur Lufthansa runter, das macht keinen Spaß, dank (gottseidank wenig) Verkehr und standardmäßig fehlendem Radweg/Seitenstreifen an der schmalen Fahrbahn.

Unten im Tal überquere ich die schon in tiefe Abendschatten gehüllte Landstrasse zwischen Seeheim und Ober-Beerbach und laufe den Burgenweg auf der anderen Talseite hoch. Schon verdammt finster hier oben im Wald, teilweise laufe ich mehr nach Gefühl als nach Sicht. Zum Glück ist der Waldweg halbegs eben und in gutem Zustand.

Ein guter Kilometer bergauf, dann erreiche ich den Zehn-Wege-Platz an der Karlshöhe im Wald über Seeheim. Der heißt so, weil von hier aus viele, viele Wege (vielleicht zehn?) abgehen, hoch in den Odenwald, rüber zum Frankenstein, runter nach Seeheim. Ich nehme einen von den Letzteren, und zwar den mit dem Marker SJ3.
Ist nicht neu aber nett, geradewegs bergab durch den Wald, dann weiter durch die Weiden über Seeheim und unter dem Seeheimer Schloss runter in den Ort.
Bin ich schon länger nicht mehr gelaufen, entsprechend überrascht es mich etwas, wieviel hier oben am Rand des Schlossparks gebaut wird. Sind leider allesamt unsagbar gräßliche pseudomoderne Betonbunker, möchtegernexklusiv und von so einer derartigen grausligen Häßlichkeit, dass ich mich beim Vorbeilaufen ernsthaft frage, ob die verantwortlichen „Architekten“ wirklich nur unglaublich inkompetent waren, oder den alten Parkrand hier nicht vielleicht aus bewußter Bösartigkeit heraus verschandelt haben.
Brrrrr!

Unten in Seeheim geht´s dann durch den alten Ortskern zurück nach Süden: Burgstr. runter, Ober-Beerbacher Str. hoch, am alten Rathaus vorbei und die schmale Bergstr. hoch in Richtung Jugenheim. Einen spontanen Schlenker durch die Strasse „Hinter der Kirche“ gönne ich mir noch (yaaay, 150 m. neue Strecke.), dann folge ich dem Radweg neben der Strassenbahntrasse zurück nach Jugenheim und laufe im Licht der Strassenlaternen durch die Sandmühlstr. zurück nach Hause.

Joa. Wie gehabt: Von der Physis problemlos, vom Erleben her eher unspektakulär – wieder nix Besonderes, aber ganz okay…

Strecke: 8,3 km
Zeit: Pfft.
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 1,8% (0,15 km von 8,3 km)
Karte:

—-

Samstag 28.08.: Melibokusumrundung (11,7 km)
Nachdem das gestern und vorgestern ganz gut geklappt hat, starte ich auch heute wieder zu einer klassischen Standardrunde – dieses Mal um den Melibokus -, aber mit der bewußten Option, irgendwo unterwegs spontan anders abzubiegen, wenn mir danach sein sollte.

Zuerst halte ich mich aber ganz genau an meinen üblichen Melibokusaufstieg: Rauf in den Wald und dann den langen, leicht gewundenen Pürschweg hoch, der dem Verlauf des Bergrückens aufwärts in Richtung Melibokusgipfel führt.
Auch heute wieder kein Kaiserwetter, es ist etwas kühl, aber immerhin trocken, und die Fernsicht, die man zwischen den Bäumen hindurch runter in die von dunklen Wolkenschatten bedeckte Rheinebene hat, ist sogar ziemlich gut.

An der alten Fahrstrasse zum Melibokus laufe ich wie üblich ein klein wenig bergab bis zur nächsten Serpentine, und nehme dann den unmarkierten Waldweg, der unterhalb vom Gipfel um den Berg herumführt.
Wie immer das schönste Stück der Strecke, dank der grandiosen Aussicht, die man über das breite gerodete Hangstück an der Südwestflanke auf den Odenwald und die Bergstrasse hat: Neunkircher Höhe, Felsberg, Knodener Höhe, Ölberg, davor die herrlichen Täler hinter Bensheim, die heute ganz besonders tolle aussehen, weil sie von wabernden Wolkenfetzen durchkrochen werden. Richtig schön!

Anstatt den Gipfel einmal ganz zu umrunden und wieder auf dem Pürschweg zurückzulaufen, entscheide ich mich hier oben spontan für eine Alternativstrecke und biege links ab, wo der Melibokusweg (gelbe 6) durch einen steilen, extrem steinigen Hohlweg die Bergflanke hinunterführt.
Sehr schlecht zu laufen, das merke ich spätestens, als ich schelt auf einer feuchten Baumwurzel auftrete und so richtig schön hinbratze.
Ack!
Tut weh, die aufgescheuerten Hände und das Ziehen im unfreiwillig spagatierten linken Oberschenkel sind echt nicht angenehm, und die aus den Lungen gepresste Puste hätt´ ich auch anders verschwenden können.
Immerhin, ist noch alles dran, also sammle ich mich nach ein paar Momenten wieder auf und laufe weiter, nun noch vorsichtiger, bis ich die schmale Lichtung erreiche, die unterhalb des Melibokus auf dem Bergsattel sitzt.

Hier wechsle ich dann auf den Herrenweg an der Westseite des Bergmassivs, dem ich durch den Wald zurück nach Norden bis zum Alsbacher Schloss folge und schließlich auf dem Panoramaweg (gelbe 2) runter in den Ort absteige und heimlaufe.
Heute komme ich ausnahmsweise sogar mal an, bevor´s ganz dunkel ist… 😉

Strecke: 11,7 km
Zeit: Irgendwas
Neue Strecke: Keine
Karte:

—-

Sonntag 29.08.: Ersoffen im Novemberwetter (9,1 km)
Sonntag.
Die Laufwoche ist fast zu Ende, und mir fehlen noch genau 9 km bis zum (jämmerlichen) Minimalwochenziel von 40 km.
Eigentlich Pillepalle.
Wenn da nicht das Wetter wäre.
Das ist nämlich unsagbar beschissen:
12 Grad Celsius, ekelhafter Wind, Wolken fast auf dem Boden, und dazu Regen, Regen, Regen.
Heut´ hab´ ich echt keine Lust.
Gar keine!

Starten tu´ ich trotzdem. Soll eine kurze Runde werden, eher Flachland, damit ich´s möglichst schnell hinter mich bringen kann.

Als ich vor die Tür trete, fängt´s an zu nieseln.
Unangenehm, aber ertäglich. Ich laufe los.

Als ich raus ins offene Feld zwischen Jugenheim und Alsbach komme, wird der Regen immer stärker.
Unangenehmer, aber immer noch erträglich. Ich laufe schneller.

Als ich in Alsbach ankomme, ist aus dem starken Regen ein eisigkalter, monsunartiger Wolkenbruch geworden.
Alles naß, alles kalt, alles eklig, die Brille bis zur Blindheit beschlagen, die Laune im tiefsten Tiefparterre.

Mit gefletschten Zähnen hetze ich weiter durch das Unwetter, der Wind treibt mir Schwaden von Wasser in Gesicht, meine Schuhe quatschen mit jedem feuchten Schritt, ich friere trotz der langen Laufklamotten und der extra drübergezogenen Laufweste (die wie ein nasser Fetzen an mir klebt) wie ein Schneider.

Dreck, das ist einfach nur ein verdammter, abgewXXXXter DRECK!!!!

Und dann ist auf einmal genug.

„Warum tust du dir das eigentlich an“, frag ich mich, und finde keine überzeugende Antwort – das Wochenpensum ist eh unter aller Sau, ich trainiere auf nichts, und ich hasse jede beschissene Sekunde hier draußen.
Ganz ehrlich: Brauch ich nicht, da ist mir meine Zeit zu wertvoll für, als dass ich sie an eine angepisste, freudlose Hau-Ruck-im-Regen-Tortur verschwende.

Ich kehre um.
An der Alsbacher Hauptstr. wechsle ich runter auf die Jugenheimer und laufe zurück nach Hause.
Wenn´s am Ende zwei Kilometer werden, wäre das viel, aber das ist mir scheissegal.
Ich hab´ die Schnauze gestrichen voll!
Soll mir das dämliche Wochenpensum doch den Buckel runterrutschen!

Als ich wieder vor der Haustür stehe, ist der Regen vorbei.
Natürlich.

Hm.
Hmm.
Hmmmmm.

Soll ich nicht vielleicht doch noch…?
Nass bin ich eh schon.
Und eigentlich will ich mich ja auch nicht von so´ner arschigen Schlechtwetterfront besiegen lassen…

Ach, na gut, lauf´ ich halt doch noch mal durch, am warmen, trockenen Zuhause vorbei und nach Norden, um doch noch auf die fehlenden Wochenkilometer zu kommen.

So.
Wer jetzt irgendeinen dämlich-schnulzigen Bericht von wegen „Und dann hat´s doch noch gaaaaaanz doll viel Spaß gemacht und es war ja noch so toooll und am Ende hatte ich ein fettes Grinsen im Gesicht blablablablabla“ erwartet, der liest zuviel falsche Blogs… 😉

Natürlich ist der Rest vom Lauf auch ein furchtbarer, kaum erträglicher Mist.
Ich laufe durch Jugenheim durch, am Schwimmbad vorbei (das hat zu. Kein Wunder, heute würde da eh niemand reinwollen) und rüber nach Seeheim.
Währenddessen fängt der Regen wieder an, nicht ganz so stark wie eben in Alsbach, aber kalt und klebrig und stetig. Aufhören wird er übrigens nicht mehr…

In Seeheim haste ich einmal durch den wie ausgestorben im Trauerwetter dämmernden alten Ortskern, mit finsterster Laune und stampfig-nassen Hochtemposchritten (nur durch, so schnell wie möglich, dass die Scheisse endlich vorbei ist!!!): Bergstr., Darmstädter Str., Heidelberger Str., Sandstr. bis ins Schuldorf runter, das noch ausgestorbenen traurig in seinem Kiefernwäldchen tropft.
Inzwischen atme ich schon recht schwer, meine Waden tun vom Rennen weh (nix wie durch!!!), aber wenigstens gibt´s hier ein paar überdachte Gänge vor den Schulgebäuden, wo ich mal ein, zwei Minuten im trockenen Laufen kann.
Naja, zumindest irgendwie so ein bisschen, denn so eingenässt wie ich inzwischen bin, macht es eigentlich kaum noch einen Unterschied, ob Wasser von oben kommt oder nicht.

Über die Schuldorfbrücke in Richtung Jugenheim, dann aber nochmal rechts ins Feld, auf den alten, unebenen Betonplattenwegen in Sichtweite des Ortes, in deren unebener Oberfläche sich teils Knöcheltiefe Pfützen in Atlantikgröße gebildet haben. Das ist schon fast mehr Fahrtenschwimmen als Laufen hier draußen…

Ich laufe quasi ganz um den Ort rum, bis zur Wegkreuzung in den Äckern vor Bickenbach, wo ich mich schließlich nach links wende und den Heimweg antrete, noch einmal im strömenden Regen durch die Wiesen, ins Dorf, den seichten Hang hoch an der Jossastr., Heim. Und mehr will ich dazu jetzt nicht mehr schreiben!

Eine Tour zum abgewöhnen, so eklig und furchtbar und beschissen, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, warum ich diesen Scheiß überhaupt mache.

Toller Wochenausklang.

Strecke: 9,1 km
Zeit: Um ein Vielfaches zu lang.
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen and der Gesamtstrecke: 2,42% (0,22 km von 9,1 km)
Karte:

M.

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4 Antworten to “Sehr mäßige Laufwoche KW33 (11 km/8,3 km/11,7 km/9,1 km)”

  1. Heidi Says:

    …“Wer jetzt irgendeinen dämlich-schnulzigen Bericht von wegen „Und dann hat´s doch noch gaaaaaanz doll viel Spaß gemacht und es war ja noch so toooll und am Ende hatte ich ein fettes Grinsen im Gesicht blablablablabla“ erwartet, der liest zuviel falsche Blogs… “

    Lach… ohja. Ich habe schon das Schlimmste befürchtet. Aber zum Glück…
    Ich würd einfach nicht laufen, an deiner Stelle. Ich tu`s auch nicht 🙂

  2. matbs Says:

    NeeNeeNee, soweit, dass ich bei kreuzerbärmlichen Mistwetter zwangsneurotisch heile Welt im Hirn hab´ bin ich noch nicht! 😀

    Aber nicht Laufen ist irgendwie auch keine Alternative, da wär´ ich dann halt total schlecht gelaunt weil ich faul bin.

    Außerdem muss ja irgendwer die lokale Läuferehre aufrechterhalten, wenn das Frollein von jenseits der Straßenbahn nicht in die Puschen kommt… 😉

  3. Heidi Says:

    Achwas. Ich muss mich ausruhen 😀
    Und überhaupt: Die Betitelung „Frollein jenseits der Straßenbahn“ verbitte ich mir. Pah. Frechheit.
    Pff.

    • matbs Says:

      Äh-häh.
      Ausruhen. Na denn… 😉

      Wenn ich die Phrase „ich verbitte mir XY“ höre, muss ich übrigens immer an Guido Westerwelle denken, der verbittet sich ja auch immer alles, wenn er nix Anständiges zu sagen hat und das mit ein bisschen gespielter Empörung übertünchen möchte (also fast immer).
      Angesichts dieser Konnotation bist du mit „Frollen von jenseits der Straßenbahn“ doch eigentlich noch ganz gut bedient, liebes Frollein von Jenseits der Straßenbahn… 😀


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