Archive for Oktober, 2010

Wochenübersicht: 2010 KW 43 (25.10. – 31.10.)

31. Oktober 2010

Die Übersicht zu Laufwoche. Marathondistanz – auf vier Läufe…
Ho Hum.

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.
Di.
Mi.
Do. Mal wieder die Mir-fällt-nix-Besseres-ein”-Flachlandrunde ??? 10,1 km
Fr. Melibokusumrundung ??? 11,1 km
Sa. Melibokusgipfel ??? 10,1 km
So. Leicht alternative Felsbergumrundung ??? 11,1 km
Wochenlaufleistung 42,2 km

M.

Die Laufwoche KW 43 (10,1 km/11,1 km/10,1 km/11,1 km – und ein paar Fotos)

31. Oktober 2010

Tjoa, die nächste Laufwoche: Durchwachsen.

Pro: Schönes Wetter mit viel Sonne und milden Temperaturen, prächtiges Herbstlaub, vier Touren und immerhin sind´s am Ende über 40 km geworden.
Contra: Nur mehr oder weniger uninspirierte Standardstrecken. Nix Neues, Besonderes, Spannendes, und das, obwohl die Bedingungen richtig gut gewesen wären. Aber leider hab´ ich´s nicht geschafft, das gute Wetter und die tolle Herbststimmung in die nötige Abenteuerlust umzusetzen – war irgendwie zu unfit, zu uninspiriert, zu sehr im Klein-Klein drin. Jammerschade. Besonders, weil´s die letzte Woche mit Sommerzeit war. Seufz… 😦

Donnerstag 28.10.: Mal wieder die Mir-fällt-nix-Besseres-ein“-Flachlandrunde (10,1 km)
Der Flachlandzehner über die Sandwiese, Bickenbach das Schuldorf und Seeheim – ist inzwischen ausgelatscht wie ein alter, bequemer Schuh, nicht spannend oder besonders interessant, aber irgendwie so bequem und unkompliziert, dass man dabei auch nicht nachdenken muss. Hat irgendwie auch was, besonders wenn man in den Feldern bei Bickenbach einen netten bunten Sonnenuntergang mitnehmen kann. Schwergefallen isses aber trotzdem, dank mangelnder Fitness, Motivation und einer weiterhin knackenden und verspannten linken Schulter.
Naja, Business as usual halt…

Strecke: 10,1 km
Zeit: ???
Neue Strecke: Äh-äh
Karte:

Freitag 29.10.: Melibokusumrundung (11,1 km)
Wunderschöner Herbstnachmitttag, mit milchig-warmer Sonne auf den Indian-Summer-artigen Waldhängen der Bergstrasse. Richtig hübsch, deswegen mach ich mich in Richtung Melibokus auf, mit der Kamera in der Hand, in der Hoffnung, ein paar Bilder von meiner Lieblingsaussicht an der Südostseite des Gipfelkegels mitzunehmen (schließlich werd´ ich diese Aussicht ja nicht mehr lange in täglicher Laufweite haben…).

Auch heute läuft´s nicht so richtig gut, bin kurzatmig und fußlahm, die vier bis fünf Kilometer, die´s am Anfang der Runde bergauf geht, fallen schwer. Immerhin: Der bunte Wald und die schräge, warme Sonne, die von Westen über der nebligen Rheinebene hereinscheint, entschädigen für die Anstrengung. Richtig schön.
Nicht ganz so schön ist allerdings die Tatsache, dass ich den Akku der Kamera vor dem Loslaufen nicht gecheckt habe.
Das rächt sich, als ich schließlich mein Fotomotiv erreiche, die Lichtung im steilen Hang südwestlich der Melibokuskuppe ankomme, durch die man den grandiosen Ausblick in den Odenwald und die Bergstrasse hinunter hat – Batterie fast leer, entsprechend reicht´s nur noch für ein paar Bilder, bevor der Foto den Geist aufgibt.
Aber die sind hübsch, auch wenn das Licht schon etwas schwach und diffus ist:


Bild #1: Blick von der Melibokusrückseite nach Osten, übers Balkhäuser Tal (links unten: Balkhausen) auf den Felsberg

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Wochenübersicht: 2010 KW 42 (18.10. – 24.10.)

24. Oktober 2010

Ach Gott!
Jetzt hab´ ich schon Zeit und Ruhe und krieg die Wochenübersichten trotzdem nicht zeitnah hin.
Tssssk…

Der Hauptgrund dafür liegt wohl in der Tatsache, dass es läuferisch (und damit auch bloggerisch) immer noch nicht so rund läuft, wie mir das eigentlich lieb wäre – immer noch der verspannte Rücken, das hemmt und stört (und wird vom Laufen ehrlich gesagt nicht besser), deshalb hat´s auch diese Woche wieder nicht für die Vier (geschweige denn die Fünf) vor den Wochenkilometern gereicht.

Andererseits, alles ist nicht schlecht, denn immerhin hab´ ich´s diese Woche mal wieder geschafft, sage und schreibe 7 neue Orte zu besuchen, soviel wie schon seit Monaten nicht mehr. Und dann auch noch den ersten Landkreis vollgemacht, das tröstet dann doch ein wenig über die mauen WKs hinweg… 😉

Neben den zwei gebloggten Touren habt´s nur noch für einen kurze Waldlauf mit Nemo gereicht, einmal in die Berge hinterm Haus, unterwegs von Unlust, Mattigkeit, Kopfweh und meiner knackend-schmerzigen linken Schulter geplagt worden, und deshalb am Ende nur 7,7 statt der anvisierten 10+ km gelaufen:

Sonntag 24.10.: Kleiner Waldlauf mit Hund
Strecke: 7,7 km
Zeit: Lahm
Neue Strecke: Nä
Karte:

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.
Di.
Mi.
Do. Mein erster ganzer Landkreis. Groß-Gerauer Stadteile: Dornberg – Berkach – Wallerstädten ??? 15 km
Fr.
Sa. Samstag im Zellertal: Harxheim – Bubenheim – Ottersheim – Immesheim – Albisheim – Einselthum ??? 12,8 km
So. Kleiner Waldlauf mit Hund ??? 7,7 km
Wochenlaufleistung 35,5 km

M.

Samstag im Zellertal: Harxheim – Bubenheim – Ottersheim – Immesheim – Albisheim – Einselthum (12,8 km)

23. Oktober 2010

Ach du je!
War mein letzter Samstagsmittagslauf in Rheinland-Pfalz wirklich im Juni?
Da wird´s aber mal wieder höchste Zeit, dass ich in die Hügel jenseits des Rheins komme!

Passenderweise bin ich heute mittag mal wieder drüben in Rheinhessen verabredet und nutze die Gelegenheit, um gleich mal ein paar nette Laufkilometerchen zwischen Weinbergen und Winzerdörfchen mitzunehmen.
Mal wieder im Zellertal, da wo Rheinhessen fast unmerklich in die Pfalz übergeht – wunderschöne Ecke, schon ein bisschen erlaufen aber mit noch ganz viel unbekanntem Terrain drumrum, genau das Richtige für heute!

Entsprechend finde ich mich am späten Nachmittag in Harxheim ein, einem kleinen alten Weinort am Ufer der Pfrimm im Grund des breiten, flachen Zellertals.
Hier geht´s dann los.
Und zwar auf dem Parkplatz der Zellertal-Schule, die eingerahmt von sanft aufsteigenden Weinhängen am Nordrand des Ortes liegt.
Von hier aus geht´s nach Süden, auf einer etwas überdimensioniert wirkenden Fußgängerbrücke über die B47, dann auf der Hauptstr. (die mit dem gelben Quadrat des Nibelungenwegs markiert ist) nach Harxheim rein.

Startet sich etwas zäh, so richtig fit fühl ich mich heute nicht, vor allem meine weiterhin verspannte linke Schulter murrt und mäkelt etwas zu viel, aber da muss ich jetzt durch. Aber wenigstens ist das Wetter nicht unfreundlich, mit ein bisschen fahler Herbstsonne, die zwischen den grauen Wolkenbanken am Himmel hervorlugt.

Harxheim kenne ich schon, von meinem Donnersberg-Projekt vor zweieinhalb Jahren. Ist hübsch, mit vielen schönen alten weinberankten Natursteinhäusern und Weinguthöfen, die sich dicht an die schmalen Pflastergassen drängen.

Ich folge der Hauptstr. vielleicht 250 m. leicht bergauf, mitten durchs Dorf, bevor ich rechts in die Zehntscheuergasse einbiege und langsam in die etwas neubaugebieterigen Randlagen von Harxheim komme, bevor es schließlich links unter den Bahnschienen durch und aus dem Dorf hinausgeht.

Asphaltweg, langsam aber stetig bergauf, am Rand der Talkerbe, in der der Ammelbach in Richtung Pfrimm fließt (das Violental, offensichtlich) – hinter mir bleibt Harxheim langsam zurück, rechts die kahle Hügelflanke, links ein Baumstreifen am Talufer, dahinter die Landstrasse und der nächste Hügel, über dem sich ein paar Windräder drehen.

Fällt gar nicht so leicht, hier bergaufzulaufen, auch wenn die Steigung eigentlich minimal ist. Aber irgendwie bin ich wirklich nicht ganz taufrisch heute, vielleicht auch etwas zu schnell (wenn ja, dann vermutlich WEIL die Steigung eigentlich minimal ist), entsprechend werde ich so ein bisschen kurzatmig. Außerdem wird´s frisch, unten im Zellertal war Windstille, da bin ich ein bisschen geschwitzt, hier hinten weht der Herbstwind allerdings auf einmal wieder kräftig und eist mich so ein bisschen durch. Und die Sonne ist auch weg, verschwunden hinter einer schweren Front aus bleigrauen Wolken, die fast den gesamten riesigen Rheinhessisch/Pfälzischen Himmel bedeckt.
Aber auch wenn´s nicht gerade perfekt läuft: Spaß hab´ ich immer noch, ist einfach schön, endlich mal wieder weit weg von zuhause durch die Fremde zu laufen. 🙂

Knapp 1,5 km nach dem Ende von Harxheim knickt der Asphaltweg rechts runter ab, zu den nahen ersten Häusern des Dörfchens Bubenheim, das friedlich unter den grauen Wolken in die Talrinne zwischen den grünbraunen Hügelflanken drapiert liegt.

Am Ortseingang empfängt mich die für die Gegend fast schon obligatorische Jakobsweg-Infotafel mit ein paar Infos zur Dorfgeschichte – besonders wird auf die frühromanische Dorfkirche (angebliche die älteste in der Pfalz) aus dem 11. Jahrhundert hingewiesen, sogar von UNESCO steht da was (aber das erscheint mir ein bisschen geflunkert), also beschließe ich spontan, einfach mal zu schauen, ob ich die entdecken kann.
Schließlich kommt man (vermutlich) nur einmal im Leben nach Bubenheim in der Pfalz… 😉

Zuerst kurz den Sonnenhang runter, dann auf der Hauptstr. erst in die Talmulde rein, dann wieder aufwärts und bergauf, bis ich die Kirchgasse erreiche.
Das klingt nach Dorfkirche und wird folgerichtig mal ausprobiert.
Das Türmchen, das rechterhand zwischen den alten Steinhäusern steht, sieht allerdings nicht wirklich frühromanisch aus, und direkt dahinter ist Bubenheim auch schon wieder zu Ende.
Also dreh ich wieder rum (nicht wissend, dass die Dorfkirche ein paar Meter weiter zwischen den Bäumen auf mich gewartet hätte) und mache mich wieder an die ursprüngliche Route, die noch ein Stückchen weiter das Tal entlang nach Süden führt: Erst ein bisschen auf der Hintergasse, dann auf dem Gartenweg wieder runter zum Ammelbach am Talgrund, an dessen Ufer mich ein bequemer, grasiger Weg am Rand einer gepflegten Freizeitanlage in das gerade mal 300 m. entfernten Nachbardorf Ottersheim bringt.

Ottersheim ist noch kleiner, und scheint vor allem aus einer langen Hauptstr. zu bestehen, die sich vom Talgrund aus den Hügel hinaufzieht.
Auf der geht´s aufwärts, vorbei an hübscher Dorfkirche und Rathaus (Rheinland-Pfalz und seine Gemeindeordnung, bei der selbst 400-Seelen-Dörfer einen Bürgermeister und ein Rathaus haben – immer wieder interessant), bis ich eine kleine Fußgängertreppe erreiche, auf der es aus dem Oberdorf hinaus bis an die höher gelegene Landstrasse nach Immesheim weitergeht.

Der folge ich.
Typische Rheinland-Pfälzische Landstrasse, mit den üblichen Pros (Kaum Verkehr) und Contras (schmal, weder Seitenstreifen noch Fußweg), weiterhin aufwärts (irgendwie hab´ ich heute das Gefühl, nur bergauf zu laufen), über den breiten, flachen, offenen Hügelrücken voller brauner Stoppelfelder, bis ich nach einem knappen Kilometer in Immesheim ankomme.
Dieses Dorf ist noch kleiner als die beiden letzten, ein paar Dutzend Häuser auf der flachen Anhöhe, zwischen den Äckern, über dem Zellertal (auf das man von hier aus einen schönen Blick hat), unter dem weiten, grauen Wolkenhimmel.

Selbst mit kleinem Ehrenschlenker (Friedhofsweg, Harxheimer Str., Hauptstr.) dauert es nicht lange, bis Immesheim zu Ende ist und ich einen ordentlich steilen Feldweg runter ins Zellertal laufe, bis zu den Bahngleisen im Talgrund, denen ich nach links bis zum Anfang von Albisheim folge.

Albisheim ist größer (nicht groß, aber immerhin mit vierstelliger Einwohnerzahl, das ist schon was für hiesige Verhältnisse), entsprechend brauche ich ein klein wenig länger zu seiner Durchquerung: Erstmal die untere Bahnhofstr. runter, vorbei am Neubaugebiet im Süden des Ortes, über die fröhlich dahinplätschernde Pfrimm im Talgrund, dann die merklich ansteigende Ratsgasse hinauf bis zum Rathaus an der Hauptstr., der ich ein paar hundert Meter nach rechts folge, bis ich das Ortsende an der B47 erreiche.

Kurzes Warten an der Bundesstrasse, dann rüber und einen grob gepflasterten Feldweg hoch, der mit erklecklicher Steigung durch die Stoppeläcker an der riesigen offenen Hügelflanke des Osterbergs hinaufführt – der letzte Aufstieg für heute, und einer, der´s (angesichts meiner immer noch nicht besser gewordenen Tagesform) noch mal in sich hat, auch wenn´s eigentlich nur ein paar Dutzend Höhenmeter sind.

Nachdem ich ein paar Minuten japsend bergauf gerannt bin, stellen sich leichte Navigationsprobleme ein. Richtig verirren kann man sich hier zwar nicht (denn dank der offenen Landschaftsform und der eindeutigen Topografie lässt sich jederzeit feststellen, wo man ist), aber irgendwie korrespondieren die dürren Linien auf meinem Streckenplänchen nicht so ganz mit der tatsächlichen Realität der schmalen, schlammigen Feldwege, die leicht beliebig zwischen den schier unendlichen Äckern am Hang verlaufen (oder auch nicht).
Entsprechend muss ich improvisieren und mich grob in die ungefähr richtige Richtung eiern (über die Felder mag ich nicht laufen), auf die Dächer von Einselthum zu, die jenseits der Äcker über die Hügelseite ragen.
Klappt so halbwegs, auch wenn es mir ein bisschen viel unsicheres Auf und Ab in der Pampa einbringt.
Was ja nicht schlimm wäre, wenn´s hier draußen nicht so langsam ungemütlich würde – so langsam dämmert´s schon ein bisschen, aus der inzwischen vollkommen geschlossenen grauen Wolkendecke nieselt leicht ein kalter Novemberregen runter, und der eisige Wind aus Südwest erwischt die ungeschütze Bergflanke über dem Tal mit voller, klammer Wucht.
Außerdem tut meine spannende linke Schulter ein bisschen weh, mein Nacken ist ein Eisklumpen, ich hab´ Durst, und zu spät dran bin ich auch wieder mal.
So langsam könnt ich eigentlich mal ans Ziel kommen…

Erst mal komme ich allerdings nach Einselthum, dem letzten bisher unerlaufenen Dorf auf der heutigen Strecke. Das liegt auf halber Höhe am Hang, zwischen Weinbergen und Feldern über dem Zellertal. Ist natürlich klein und natürlich hübsch (soweit ich das in der graunieseligen Dämmerstimmung sagen kann), wie sich das hier hinten eben gehört.

Ab hier ist dann auch endgültig Schluss mit Bergauflaufen, abwärts ist angesagt. Erstmal die Wellerstr. runter in den Dorfkern, dann Ostwärts die schmale, aparte Hauptstr. entlang, die nach 150 m. einen scharfen Rechtsknick macht, hinter dem es durch ein neueres Wohngebiet an Schulstr. und „Am Vogelsang“ zum unteren Dorfende geht, und dann weiter, auf einem bequemen, asphaltierten Weg zwischen den rostrot verfärbten Weinlagen zurück in Richtung Harxheim und Talgrund.

Da ich inzwischen wirklich so ein bisschen genug habe, erlaube ich mir kurz vor dem Ziel noch eine kleine Abkürzung, die mich (auf etwas, was möglicherweise ein Pfad ist, möglicherweise aber auch nicht) zwischen den Rebenreihen hindurch geradewegs den Hang runterührt, bis zum Sportplatz an der Zellertalschule, von dem aus es dann nur noch ein paar Meter bis zum Schulparkplatz, dem wartenden Auto und dem Ziel sind.

Ordentliche Tour. Hübsche Gegend, neue Orte, abwechslungsreiche Topografie – nicht übel, auch wenn eine etwas bessere Physis und stabileres Wetter sicher nicht geschadet hätten.
Aber so ist das eben, in der Nachsaison: Nix perfekt, da muss man nehmen, was man kriegt…

Strecke: 12,8 km
Zeit: ???
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 93,05% (11,91 km von 12,8 km)
Karte:

M.

Mein erster ganzer Landkreis. Groß-Gerauer Stadteile: Dornberg – Berkach – Wallerstädten (15 km)

21. Oktober 2010

So.
Nachdem ich das viel zu lange nicht mehr gemacht habe, hab´ ich mich heute endlich mal einfach mal wieder ins Auto gesetzt und bin irgendwohin gefahren, wo ich noch nie vorher gelaufen bin.
Und da bin ich dann gelaufen.

Nichts Besonderes und auch nicht wirklich weit weg von zuhause, aber immerhin, mal wieder was Anderes als die ewig alten Standardstrecken: Südliches Groß-Gerau und die dazugehörigen Ortsteile, flach und unkompliziert, genau das Richtige für einen Kopf-Freikrieg-Lauf an einem sonnigen Herbstmittag (und an Flachland muss ich mich ja jetzt eh gewöhnen… ;))
Und als kleinen Bonus obendrauf gibt´s noch den netten Fakt, dass ich damit dann alle Orte im Landkreis Groß-Gerau besucht haben werde – der erste Landkreis, den ich vollständig erlaufen habe.
Nett ist das. 🙂

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The Times, they are a-changing…

20. Oktober 2010

Ich kann mich noch ganz gut an meine Tour am 1. Mai dieses Jahres erinnern:
Lauf im Weschnitztal, etwas unfit, doch trotz grauem, verregneten Wetter ist die Tour unterwegs immer besser geworden.
Bis dann nach knapp 10 km das hier passiert ist:

Gerade als ich das das Telefon wieder in der Gürteltasche verschwinden lassen und mich wieder auf den Weg machen will, sehe ich, dass noch eine Nachricht von gestern auf der Mailbox ist.
„Nanu“, denke ich mir, „wer kann mir denn da aufs virtuelle Band gesprochen haben? Das hör´ ich doch gleich mal ab!“

Keine gute Idee.
Damit ist der schöne Teil vom Lauf nämlich zu Ende.

Auf der Mailbox meldet sich eine freundliche Dame mit leicht norddeutschem Akzent und erklärt mir, dass sie im Auftrag eines potentiellen Arbeitgebers anruft, bei dem ich mich vor kurzem Beworben habe.
Und zwar nicht irgendein potentieller Arbeitgeber, es ist einer von den absoluten Oh-Mann-wenn-das-klappen-würde-wär-das-unglaublich-großartig-Arbeitgebern, zu denen jeder will, der im selben Metier wie ich Fuß fassen möchte.

Es gehe um meine Bewerbung, sagt sie, und ich soll doch bitte mal zurückrufen, ich könne sie bis Freitag 14:00 Uhr erreichen.

Freitag war gestern.

Freitag 14:00 Uhr ist fast 24 Stunden her.

Und ich höre die Nachricht gerade zum ersten Mal.
Folgerichtig hab´ nicht zurückgerufen!

Scheiße!
Scheiße!
OH SCHEISSE!

Meine Gedanken, die eben noch mit satten Hügelweiden und blühenden Obstbäumen und grünen Bergrücken unter rissigen Nebelwolken beschäftigt waren, kreisen plötzlich um ganz andere Dinge, von einem Moment auf den anderen hab´ ich gar keinen Kopf mehr für die Lauferei.

Rhythmus weg.
Muße weg.
Spaß am Laufen weg.

Dafür ist der Ärger wieder da, ein kalter, bleierner Klumpen in der Magengrube und im Kopf, der alles andere erstickt.
Ärger auf mich selbst („Warum hab´ ich das Dreckshandy nicht früher abgehört? Und warum hab´ ich da überhaupt noch eine Bewerbung mit meiner Handynummer verschickt, eigentlich hab´ ich die doch schon vor einiger Zeit aus genau so einem Grund aus Lebenslauf und Anschreiben getilgt?“), auf die freundliche Dame mit dem leicht norddeutschen Akzent, („Warum hat die denn nicht die Festnetznummer angerufen oder eine Mail geschickt, dann wär´ das alles nicht passiert!!“), auf die Situation („Prima, jetzt darf ich mich den Rest des Wochenendes ärgern und grübeln, bis ich am Montag morgen frühstmöglich zurückrufe“).
Garniert ist das Ganze noch mit einer gehörige Portion spontaner Unsicherheit („Warum rufen die überhaupt an? Normalerweise werden doch eher Briefe verschickt. Hab´ ich irgendwas schlimm falsch gemacht? Oder besonders gut richtig? Hab´ ich jetzt gerade eine Riesenchance vermasselt?“), et voilà – Matthias ist vollkommen von der Rolle.

Das ist inzwischen fast sechs Monate her.
Und in der Zwischenzeit ist viel passiert, auch mit dem Arbeitgeber, um den es seinerzeit ging:

Am Montag nach dem 1.Mai-Lauf hab´ ich dort angerufen und die Ungereimtheiten beseitigt.

Erfolgreich, denn einen Monat später hab´ ich die Aufgaben zur zweiten Bewerbungsrunde gekriegt.
Die hab´ ich gemeistert.

Zwei Monate danach bin ich zur dritten Bewerbungsrunde in Hannover eingeladen worden, komplett mit hartem Wissenstest und einem Tag Probearbeiten erstellen.
Das hat geklappt.

Und Mitte letzter Woche war ich dann in Hamburg, zur vierten und letzten Bewerbungsrunde, in der ich ein sechzehnköpfiges Gremium im Gespräch überzeugen musste, dass ich der Richtige für den Job bin.
Danach: Zwei Tage warten und hoffen und bangen.

Dann klingelt am Freitag Abend das Telefon.

Es ist wieder die freundliche Dame mit dem leicht norddeutschen Akzent, die mir vor fast einem halben Jahr zum ersten Mal auf die Mailbox gesprochen hat.

Und sie hat die beste Nachricht des Jahres für mich:
„Herzlichen Glückwunsch“, sagt sie, „falls Sie nichts Besseres vorhaben, sehen wir uns Anfang Februar in Hannover, wenn Sie Ihre neue Stelle bei uns antreten“.

Es hat geklappt!!!
Ich hab´ den Wunschjob beim Oh-Mann-wenn-das-klappen-würde-wär-das-unglaublich-großartig-Arbeitgeber, zu dem jeder will, der im selben Metier wie ich Fuß fassen möchte.

JAAAAAAAAAAAAAHAAAHAHAHAHAAAAAA!!!!!
antworte ich ihr.
Ziemlich laut und unbeherrscht.
Weil sich das so gehört, wenn man es tatsächlich geschafft hat, zu der Handvoll Leutchen aus Hunderten von Bewerbern zu gehören, die es am Ende geschafft haben.
Und weil es wirklich genau der Job ist, den ich mir seit Jahren wünsche.
Und weil´s endlich weitergeht.
Scheisegeil ist das, jawollja!!! 😀

Seitdem verdaue ich die gute Nachricht.
Genüsslich, und mit einer Melange aus Erleichterung, Vorfreude und Stolz.
Wird noch ein bisschen dauern, bis ich damit durch bin, aber immerhin fange ich so langsam an, zu realisieren, was diese Entwicklung an Veränderungen mit sich bringen wird.
Nämlich viele!

Übrigens auch für den Laufblog.

Kurzfristig erstmal das hier:
Zum ersten Mal seit Monaten muss ich mir keine Sorgen machen, ob es wann wie weitergeht.
Klingt vielleicht nach nicht viel, aber tatsächlich ist es eine Riesenlast, die sich da auf einmal in Wohlgefallen aufgelöst hat.
Entsprechend hoffe ich natürlich, in den drei Monaten bis es losgeht vielleicht doch noch mal befreit und ohne schlechtes Gewissen durchstarten zu können und einfach mal wieder unbeschwert draufloszulaufen, wo ich will und wie ich will.
(wobei das natürlich auch vom Wetter abhängt: Angesichts der trüben Trauertage momentan fällt das doch etwas schwer). Mal schauen, wie das so klappt.

Und mittelfristig?
Da werd´ ich wegziehen.
Fort von Odenwald, Bergstrasse, Ried und Rhein-Main, weit in den Norden der Republik, wo das Land flach ist und die Menschen anders sind, und wo es ganz, ganz Neues viel zu entdecken gibt (und ein bisschen Altes zu vermissen. Aber das gehört nun mal dazu, denke ich).
Das wird sicher Einiges an Umgewöhnung erfordern (allein schon der Sprachduktus: „Schlachter“ statt „Metzger“, „Sonnabend“ statt „Samstag“, „Hamburch“ statt „Hamburg“ :D), und wird zweifellos unglaublich spannend!
Da freu ich mich schon tierisch drauf.
Die Frage, ob und wie ich das ganze läuferisch und blogtechnisch verarbeite lasse ich allerdings nochmal offen.
Denn ich werd´ viel zu tun haben da oben zwischen Harz und Dänemark und Holland und Polen, sehr viel, und viel unterwegs sein.
Da müssen wir dann mal schauen, wieviel Zeit für den Sport und den Blog bleibt… 😉

M.

Erweiterte Wochenübersicht: 2010 KW 41 (11.10. – 17.10.)

17. Oktober 2010

Eine ganz schwache Laufwoche, allerdings mit gutem Grund: Am Mittwoch hatte ich meinen superwichtigen Termin in Hamburg – da war vorher intensivstes Vorbereiten angesagt, und hinterher intensivstes Drüber Nachgrübeln und Gedanken Machen bis Freitag Abend, als ich die Rückmeldung bekommen habe, wie der besagte Termin gelaufen ist.
Wie´s ausgegangen ist verrate ich noch nicht, dafür gibt´s die Tage noch einen eigenen Eintrag.
Nur soviel: Hier wird sich bald Einiges ändern… 😉

Blieb also nur noch das Wochenende zum Laufen.
Samstag war schweinekalt und dauerverregnet, das wollte ich mir nicht antun (wenn´s eh eine schwache Woche ist, dann muss man sich ja nicht noch quälen…) und hab´ folgerichtig verzichtet.
Der Sonntag war immerhin besser, das hat dann noch für eine kleine Runde gereicht:

Sonntag 17.10.: Standardmelibokusumrundung (11,1 km)
Mannmannmann, ist das kalt geworden draußen, und dann auch gleich noch so eine klamme, feuchte Herbstkälte mit steifer Brise, die einem durch Mark und Bein geht, selbst wenn man die langen Klamotten und ein leichtes Jäckchen drüber hat (so wie ich heute).
Brrr…

Start zu einer Zeit, die ich vor ein paar Wochen noch als späten Nachmittag bezeichnet hätte, die inzwischen dank der kürzer werdenden Tage eigentlich schon zum Abend gehört. Wetter ist hellgrau mit einem wärmlichen Gelbstich, vor allem da wo die blasse Sonne durch den Dunst und die Wolkendecke zu erkennen ist. Kein Kaiserwetter, aber okay, vor allem wenn man eine Woche Pause in den Beinen hat.

Ich bin leider ziemlich unfit. Viel Anspannung in den letzten Tagen, das hat sich mein Körper zu Herzen genommen und mitgespannt, vor allem meine linke Schulter ist verspannt, knackt seltsam und tut ein bisschen weh, außerdem bin ich ein bisschen matt und unlustig. Da geht nicht viel, deshalb mach ich mich einfach mal zur Standardrunde um den Melibokus auf.

Zum Glück wird´s netter, je weiter ich nach oben komme. Ab dem Darsbergtal wird der Dunst merklich dünner, die Sonne scheint immer kräftiger durch die grünbraunroten Herbstwipfel und die graue Wolkendecke, und bringt dadurch den diffusen Wasserdampf, der in den Waldtälern an der Hangseite liegt, zum Strahlen. Das ist hübsch.

Trotz unwilliger Schulter fallen die paar hundert Höhenmeter auf dem Pürschweg heute leicht, je länger ich laufe, desto mehr fallen die Müdigkeit und die Anspannung der letzten Tage von mir ab, das tut richtig gut.
Noch besser tut allerdings der Blick, die mich an der großen Hangschneise an der Ostseite des Melibokus erwartet.
Sowieso einer der schönsten Aussichtspunkte weit und breit, heute allerdings Extranett: Panoramasicht in den Odenwald, zu Felsberg und Krehbergmassiv, dazwischen Lauter- und Meerbachtal, in deren lieblichen Einbuchtungen wabernder Herbstnebel im schrägen Sonnenlicht leuchtet, während die Rheinebene schräg vorraus ganz in gelblich-diesige Luminiszenz getaucht ist. Herrlich!!

Danach ist auch schon wieder Rückweg. Ich umrunde den Melibokus einmal und folge dann wieder dem Pürschweg nach Hause.
Der Abstieg ist unangenehm, dank meiner Schulter, die nun wirklich gar nicht mehr will und sich verspannt, schmerzig und komisch anfühlt. Macht keinen echten Spaß mehr, aber immerhin komme ich vor Sonnenuntergang wieder zuhause an, nicht wirklich ausgepowert, aber zumindest mal ein bisschen erfrischt und erholt.
Das muss für heute – und diese Woche – reichen.
Gut möglich, dass die nächsten Wochen wieder deutlich besser werden…

Strecke: 11,1 km
Zeit:???
Neue Strecke: Nein
Karte:

Summa Summarum macht das dann… eher wenig:

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.
Di.
Mi.
Do.
Fr.
Sa.
So. Standardmelibokusumrundung ??? 11,1 km
Wochenlaufleistung 11,1 km

M.

Erweiterte Wochenübersicht: 2010 KW 40 (04.10. – 10.10.)

10. Oktober 2010

Schwache Woche, trotz traumhaftem Herbstwetter – aber wenn in der Folgewoche ein superwichtiger Termin ansteht, auf den man sich vorbereiten will und muss, dann bleibt der Sport nun mal auf der Strecke…

Außer dem schönen Fotolauf durchs Seeheim-Jugenheimer Hinterland am Mittwoch hat´s deshalb auch nur noch zu zwei kleinen, sehr unambitionierten Strecken gereicht:

Freitag 8.10.: Standardrunde im Jägersburger Wald (10 km)
Nix Neues, eine von den Strecken, die ich immer mal wieder Laufe, wenn´s schnell und einfach gehen soll: 10 Kilometer durch den Flachlandwald und die Felder bei Maria Einsiedel, mit schöner Sonne und ordentlichem Tempo.

Strecke: 10 km
Zeit: Zügig
Neue Strecke: Keine
Karte:
Gewitterrunde Jaegersburger Wald

—-

Samstag 9.10: Jossa und Alsbach (6,2 km)
Keine Zeit und kein Kopf für Nix, bin in Gedanken schon in der Mitte der nächsten Woche beim großen, wichtigen Tag auf den ich mich vorbereite. Da geht nicht viel, nur einmal hoch in den Wald, die vertrauten, ausgelatschten Wege an der Jossa entlang, durchs Hasselbachtal runter, rüber zum Sperbergrund und schließlich durch Alsbach zurück.
Nicht mal sechseinhalb Kilometer in der viel zu frühen Dämmerung (darf gar nicht an die Zeitumstellung Ende Oktober denken…), die aber trotzdem ganz gut tun, als kleine Unterbrechung der ganzen intensiven Vorbereitei…

Strecke: 6,2 km
Zeit: ??
Neue Strecke: Nö
Karte:

—-

Nächste Woche wird wahrscheinlich auch nicht besser. Aber vielleicht wird´s ja danach, da hängt auch davon ab, wie der Termin verläuft…

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.
Di.
Mi. Sonnenuntergang zwischen Steigerts und Beerbachtal – mit Fotos und (ausnahmsweise) ohne viel Geschwätz ??? 9,6 km
Do.
Fr. Standardrunde im Jägersburger Wald ??? 10 km
Sa. Jossa und Alsbach ??? 6,2 km
So.
Wochenlaufleistung 25,8 km

M.

Mehr Gegreine…

10. Oktober 2010

Oh Mann!

Der goldene Oktober ist da, draußen ist es atemberaubend herrlich und eigentlich würd´ ich nichts lieber machen als noch einmal ein paar richtig schöne lange anstrengende spannende Touren durch fremde Berge und bunte Herbstwälder irgendwo weit, weit weg laufen.

Mach ich aber nicht.
Keine Zeit.
Keinen Kopf.
Keine Muße.
Kein Laufen.

Nächste Woche ist wieder einer von diesen ultrawichtigen Terminen, die mich schon Tage vorher geistig in Beschlag nehmen und gut vorbereitet sein wollen.
Da ist nichts mit viel raus, stattdessen haben andere Dinge Vorrang, auch wenn´s ein bisschen weh tut, wenn ich aus dem Fenster gucke…

*Seufz* 😦

Aber vielleicht hält das Wetter ja noch ein bisschen…

M.

Sonnenuntergang zwischen Steigerts und Beerbachtal – mit Fotos und (ausnahmsweise) ohne viel Geschwätz (9,6 km)

6. Oktober 2010

So, Kinder, heut machen wir´s mal anders!

Ich hab´ in letzter Zeit ja gelegentlich angemerkt, dass Laufberichte mit Fotos deutlich mehr Arbeit sind, weil man da zu dem üblichen Bloggedöns auch noch die Fotosichtung-, -auswahl und -bearbeitung hinzu kommt.
Und weil mir momentan recht häufig der Kopf für sowas fehlt (oder auch die Zeit. Oder die Muße, Touren zu laufen, wo sich der Aufwand auch wirklich lohnt), gibt´s in letzter Zeit nicht mehr so viele Fotolaufberichte.
Was ich eigentlich schon sehr schade finde, weil ich die ja eigentlich total gerne mache
Aber… naja, wie das halt so ist, geht halt nicht immer alles, was man so möchte…

Heute ist mir dann allerdings was aufgefallen: Laufberichte mit Foto sind ja vor allem deshalb mehr Aufwand, weil man sich eben um Text UND Bilder kümmern muss.
Bisher hab´ ich im zweifelsfall ja immer die Bilder weggelassen und den Text behalten, wenn dieser Aufwand nicht drin war.
Aber eigentlich geht´s ja auch andersrum:
Kein Text und einfach mal die Bilder für sich sprechen lassen.
Auch weniger Aufwand, aber eben auf eine andere Weise.

Und genau das probieren wir jetzt mal aus: Ein Laufbericht nur in Bildern, vollkommen unkommentiert, einfach nur mit den visuellen Eindrücken, die mir bei dieser Tour durch die sanften, bunten Mittelgebirgsslandschandschaften und vom Tag in die Nacht vor die Linse gekommen sind.

Wenn ihr´s auch nur zu einem Zehntel so schön findet wie ich, dann lohnt sich das… 😉

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