Sonnenuntergang zwischen Steigerts und Beerbachtal – mit Fotos und (ausnahmsweise) ohne viel Geschwätz (9,6 km)

6. Oktober 2010

So, Kinder, heut machen wir´s mal anders!

Ich hab´ in letzter Zeit ja gelegentlich angemerkt, dass Laufberichte mit Fotos deutlich mehr Arbeit sind, weil man da zu dem üblichen Bloggedöns auch noch die Fotosichtung-, -auswahl und -bearbeitung hinzu kommt.
Und weil mir momentan recht häufig der Kopf für sowas fehlt (oder auch die Zeit. Oder die Muße, Touren zu laufen, wo sich der Aufwand auch wirklich lohnt), gibt´s in letzter Zeit nicht mehr so viele Fotolaufberichte.
Was ich eigentlich schon sehr schade finde, weil ich die ja eigentlich total gerne mache
Aber… naja, wie das halt so ist, geht halt nicht immer alles, was man so möchte…

Heute ist mir dann allerdings was aufgefallen: Laufberichte mit Foto sind ja vor allem deshalb mehr Aufwand, weil man sich eben um Text UND Bilder kümmern muss.
Bisher hab´ ich im zweifelsfall ja immer die Bilder weggelassen und den Text behalten, wenn dieser Aufwand nicht drin war.
Aber eigentlich geht´s ja auch andersrum:
Kein Text und einfach mal die Bilder für sich sprechen lassen.
Auch weniger Aufwand, aber eben auf eine andere Weise.

Und genau das probieren wir jetzt mal aus: Ein Laufbericht nur in Bildern, vollkommen unkommentiert, einfach nur mit den visuellen Eindrücken, die mir bei dieser Tour durch die sanften, bunten Mittelgebirgsslandschandschaften und vom Tag in die Nacht vor die Linse gekommen sind.

Wenn ihr´s auch nur zu einem Zehntel so schön findet wie ich, dann lohnt sich das… 😉

Wunderschöner Herbsttag mit viel milder Sonne und angenehmen Temperaturen.
Herrlich, deshalb starte ich gegen Abend zu einem ungezwungenen, kurzen Wohlfühlründchen oben in den Bergen hinter Seeheim-Jugenheim – von Steigerts in Richtung Stettbach, rüber nach Ober-Beerbach und auf der Hutzelstr. zurück.
Praktisch noch der eigene Hinterhof und dementsprechend nix Neues, aber trotzdem eine wunderschöne Ecke, besonders an so einem strahlenden, abgeklärten Herbstabend.
Weil´s so hübsch ist, pack´ ich einfach mal spontan den Foto ein, um die tolle Abendstimmung am Odenwaldrand mitzunehmen.
Das klappt dann auch (nicht immer perfekt, weil das schräge, diesige Licht und die aufziehende Dunkelheit meiner alten Kamera zu schaffen machen, aber gut genug [find ich]).

Und aussehen tut das dann so:

Hier ist dann Schluss.
Die Dunkelheit ist da, und außerdem macht der Foto-Akku nach zuvielen Blitzen und Restlichtaufnahmen schlapp.
Deshalb muss ich das allerletzte Bild, das ich gerne noch gemacht hätte, leider doch noch mal mit Worten beschreiben:

Kurz vor dem Steigerts erklimme ich die letzte Steigung, durch die dämmrigen Weiden ober dem Modautal zurück hinauf zur Hutzelstrasse auf dem offenen Höhensattel, vor dem sich die Rheinebene nach Westen hin öffnet.
Der Blick ist noch einmal wunderschön:
Am Himmel hängen die letzten Schlieren des ersterbenden Tages, intensiv glimmende Schlieren aus tiefem Karmesinrot, strahlendem Orange und rosigem Pink, ineinander verwoben und umrahmt vom satten Purpur der jungen Nacht, die nun unhaufhaltsam nach Westen drängt. Am Horizont darunter erkennt man noch scherenschnittartig die schwarzen Silhouetten des mächtigen Donnersbergs und der sanften Hügel jenseits des Rheins, auf deren Rücken sich die Windränder gegen den Abendhimmel abzeichen. Und davor liegt die Ebene, Felder, Wald und Orte, die langsam in tiefen, tintigblauen Nachtschatten versinken, durchzogen von den stecknadelkopfgroßen Lichtpunkten unzähliger Häuser und Strassenlaternen, die wie Diamanten in der Dunkelheit glitzern.
Manchmal ist Zuhause so schön, dass man heulen könnte.

(kitschig, ich weiß. Aber ich darf das, ich war dabei… ;))

Strecke: 9,6 km
Zeit: ?
Neue Strecke: Nein
Karte:

M.

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9 Antworten to “Sonnenuntergang zwischen Steigerts und Beerbachtal – mit Fotos und (ausnahmsweise) ohne viel Geschwätz (9,6 km)”

  1. Heidi Says:

    Dann sei mal froh, dass du nicht z.b. in Berlin wohnst…
    Außerdem bekommst du graue Haare.

  2. Heidi Says:

    Oh Sorry, ich nochmal. Ich glaube, so kommentiert man nicht.
    Also nochmal:
    Wun-der-schöne Fotos, Matthias! Vielen Dank, dass du uns auf diese tolle Reise mitgenommen hast! Danke! Es hat mich wahnsinnig gefreut, einfach nur virtuell dabei sein zu dürfen. Ich bin jetzt total glücklich.

    So. Verstehst jetzt wahrscheinlich nur Du *lach*

    • matbs Says:

      *räusper*

      Liebe Heidi,

      vielen Dank für den lieben Kommentar, welcher mich sehr gefreut hat.
      Es war toll, dich auf dieser feinen virtuellen Reise dabeihaben zu dürfen. Ich finde es aber auch ganz toll, dass du dich so auf so etwas einlassen kannst, das ist eine wunderbare Gabe, die nicht jeder hat. Da kannst du sehr stolz drauf sein.
      Ich bin jetzt auch total glücklich.

      Vielen lieben Dank und Bussi! 🙂

      M.

      PS: Grrrg, warum fühl ich mich denn jetzt auf einmal so klebrig… 😀 😉

      PPS: Wie, graue Haare? Das sind doch alles kommunistische Lügen, Frollein!!!!

  3. Heidi Says:

    Lieber Matthias, danke für den gedanklichen Austausch und auch dafür dass du mir deine eigene Meinung sagst bezgl der grauen Haare. Weißt du das gehört einfach dazu zum Leben und ich bin dir dankbar dass wir so offen reden.
    Ganz liebe Grüße Heidi

    PS: ich glaub bei dir hackt’s, mich hier der Lüge zu bezichtigen 😀 Uuuunglaublich!
    Und jetzt widme dich mal den wirklich wichtigen Dingen – mach ich jetzt auch (Ironman Hawaii gucken;-))

  4. matbs Says:

    Bin ja *gäääähn* dabei… 😀

  5. Laufhannes Says:

    Ach, nicht einmal durchnummeriert und auch keine noch so kleinen Bildunterschriften. Ist ja schon ein bisschen wenig, hm? 😉

    Aber schön war es – der Sonnenuntergang, dafür lohnt es sich zu sterben laufen!

  6. matbs Says:

    Ja sorry. Nächstes Mal lass ich es am besten ganz mit diesen doofen Fotos… 😀

    Oder ich mach´s wieder richtig.
    Mal schauen. 😉


  7. […] Herbsttag. Großartig! (falls ihr nochmal einen Eindruck von Strecke und Stimmung haben wollt, klickt doch mal hierher – die Fotos sind zwar inzwischen fast genau ein Jahr alt [aus der Zeit, als ich noch nicht […]


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