Zum Jahresende: Ein Monat ohne Laufen

31. Dezember 2010

Oh Mann, was hab´ mir für die freie Zeit vor dem Antritt des neuen Jobs Anfang nächsten Jahres alles vorgenommen: Nochmal richtig genießen wollte ich die Zeit, mich einfach nur mal schön treiben lassen, und natürlich laufen, laufen, laufen, um noch möglichst viel von Zuhause und Drumrum mitzunehmen und möglichst viele Lücken im Streckennetz zu schließen.

Tja, aber wie das so ist im Leben, erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
Anstatt nochmal richtig durchzustarten hab ich seit Wochen die Laufschuhe nicht mehr angehabt, bin keinen einzigen Kilometer gelaufen.
Am liebsten würde ich ja irgendeine physische Blessur als Grund dafür präsentieren, ein gerissenes Band, oder eine gezerrte Wade, oder ein geklemmter Nerv, oder irgendwas in der Art.
Aber da gibt´s nichts. Körperlich ist alles gut.

Nein, die Wahrheit ist schlicht und einfach, dass mir in den letzten Wochen nicht nach Laufen war, und auch nicht nach Schreiben. Normalerweise ist diese Geschichte hier ja schon so ein bisschen was Kreatives für mich, und dafür braucht´s den richtigen Kopf, die richtige Laune, eine halbwegs ordentliche Stimmung.
Und damit war´s in den letzten Wochen einfach nicht besonders weit her – wollte nicht raus, konnte mich nicht aufraffen, war mit irgendwelchen Grübeleien beschäftigt, mit denen ich nicht unbedingt eine Stunde alleine im Wald oder auf den grauweißen Feldern verbringen wollte.
Deshalb nichts.
Nicht das, was ich mir für diese Zeit ausgemalt hatte, aber irgendwie ging´s halt nicht anders…
Inzwischen ist das zwar wieder deutlich besser, aber da das Jahr gerade mal noch vier Stunden hat und ich leicht erkältet bin, wird´s wohl trotzdem nichts mehr mit einer letzten Runde vor 2011.
Schade, aber vielleicht reicht´s ja morgen zu ein paar tradionellen Neujahrskilometern…

Entsprechend ernüchternd fällt auch meine Bilanz für 2010 aus.
Kein gutes Laufjahr.
Hat sich ja eigentlich schon im Frühsommer abgezeichnet, als ich gerade so richtig am Durchstarten war, um dann arbeitsbedingt den Faden zu verlieren und im läuferischen Kleinklein zu versinken, aus dem ich nur dann und wann wieder rausgekommen bin. Und jetzt auch noch die Hängepartie zum Jahresende…
Doll sieht anders aus.

Immerhin, ein paar Höhepunkte hat´s ja dieses Jahr gegeben, auch wenn die meisten schon viele Monate zurücklegen: Die Wurmbergbesteigung im Harz zum Beispiel, oder die Expedition in die fremdartigen Untiefen der großen, großen, großen Hauptstadt.
Dazu einige wunderschöne Touren in der mittelbaren Umgebung, entweder in Gesellschaft, wie mit Gerd auf dem Nibelungensteig oder mit Boris im Taunus, oder alleine, in der Pfalz, in Rheinhessen, im Odenwald oder der Rheinebene, ganz zu schweigen von der coolen Laufblog-Ausstellung in Bensheim.
Von daher: Ganz sicher kein Totalverlust, auch wenn sich´s nach dem Durchhänger am Jahresende gerade so ein bisschen danach anfühlt.
Aber eben auch lange nicht so gut, wie ich es mir gewünscht hätte (was man auch daran sieht, dass ich dank der Dezemberpause zum ersten Mal seit Jahren die 2000 Jahreskilometer verfehlt habe).

Aber vielleicht wird das ja nächstes Jahr wieder…

Ich wünsche euch einen guten Rutsch, und uns allen ein grandioses, wunderschönes Laufjahr 2011.

M.

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12 Antworten to “Zum Jahresende: Ein Monat ohne Laufen”

  1. Evchen Says:

    Lieber Matthias,

    erstmal wünsche ich Dir ein frohes neues Jahr! Spannend, neu und aufregend wird es für Dich auf alle Fälle. 🙂
    Ich zitiere mal meine bessere Hälfte: er geht nicht immer geradeaus.
    Klar ist es schade, daß Du Dich die letzten Wochen nicht aufraffen konntest, aber schau mal, wie viele Jahre Du schon konstant Deine Kilometer abgespult hast. Ich finde das stark.
    Gegen Jahresende geht es doch vielen so, daß die Dunkelheeit, das Wetter, das Fehlen von Heruasforderungen/Wettkampfzielen, der Weihnachts- und bei manchen (wie bei mir) der Jahresendstreß auf Schaffe einen etwas madig machen. Ich versuche dann, darüber hinweg an die Highlights des Jahres zu denken und vor Allem, mich auf die neuen zu freuen. Alles Gute Dir! 🙂 Und jetzt zieh die Laufschuhe an, kusch! 😉

    • matbs Says:

      Hey Eva,

      dasselbe wünsch ich zurück, und ja, spannend wird´s auf jeden Fall.

      Das Jahresendtief gibt´s wohl in der Tat bei vielen, mich hat´s dieses Jahr halt einfach ein bisschen mehr erwischt als sonst, passiert eben manchmal. Aber es wird tatsächlich schon wieder, zumindest einen winzigen Neujahrslauf hab ich schonmal hingelegt, trotz Erkältung, da sollte sich drauf aufbauen lassen… 😉

  2. docrunner Says:

    Lieber Matthias,
    das was Du beschreibst kommt mir sehr bekannt vor und ich denke fast jeder Hobby-Läufer kennt diese Phasen. Zurück schauen lohnt nicht und schon gar nicht hinterher trauern. Sei froh, dass sich Dein Berufsleben so positiv entwickelt und nimm die Auszeit im Dezember als Ruhe- und Konzentrationsphase vor dem großen Sprung 😉
    Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute für das neue Jahr, sowohl beruflich als auch läuferisch und gesundheitlich soll es Dir an Nichts fehlen, vielleicht wird es Dein bestes Laufjahr, denn oft bringen neue Belastungen in anderen Lebensbereichen zusätzliche Motivation für den Sport mit sich, als so long und

    Salut
    Christian

    PS: Ich habe Dich auf meinem „neuen Blog“ wieder verlinkt, wenn es Recht ist 😉

    • matbs Says:

      Eijo, kommt halt mal vor.
      So eine richtig geruhsame läuferische Auszeit war´s zwar nicht, aber immerhin hab´ ich jetzt wieder ein schönes Fitness-Defizit, das es abzuarbeiten gilt… 😉

      Vielen Dank für die guten Wünsche, mal schauen, wie sich das neue Leben im Norden so mit dem Sport verträgt…

      Und der neue Blog ist durchaus Recht, schön dass du wieder schreibst! 🙂

      Frohes Neues!

  3. dauerlaufen Says:

    Wo auch immer es dich hintreiebt, ich bin gespant wie es weitergeht. Viel Glück!

    • matbs Says:

      Im Prinzip mach ich das gleiche wie du, nur noch weiter, in der anderen Richtung und ohne regelmäßiges Pendeln – von Rhein-Main hoch in den flachen Norden.

      Dankeschön! 🙂

  4. Laufhannes Says:

    Dann schau doch lieber nicht auf die letzten Wochen sondern auf das, was davor lag. So grausam war das ja schließlich nicht.

    Und jetzt schnell an das Kommende denken, denn DAS ist es, was das Jahr 2011 doch so richtig schick machen wird. Ich wünsche es dir!

    • matbs Says:

      Klar, einen knappen Monat hab´ ich ja auch noch, da muss noch ein bissl was erledigt werden. Für Frankreich oder Lautern wird´s zwar nicht mehr reichen, aber so ein kleinere Touren müssten drin sein… 😉

      Und ab Februar werden die Karten dann ja eh komplett neu gemischt, das wird auf jeden Fall spannend!

  5. Daniel Kopp Says:

    Och die olle Lauferei. Tut ja auch mal ganz gut nichts zu machen, oder? Meine Tiefphase hat mich auch 5 Kilo gekostet, im Plus natürlich 🙂

    Man lebt eben nur einmal… Besser so als durch das Laufen gefesselt zu sein.

    Manche Läufer sind da wirklich richtiggehend süchtig und verbissen – das ist auch nicht schön!

    LG

    • matbs Says:

      Also auf die Waage bin ich noch nicht gestiegen, und werd´s wohl auch vermeiden. Schlimm genug, dass die Fitness gelitten hat, da muss ich nicht auch noch meinen Feiertagsspeck quantifizieren… 😀


  6. Mit dem neuen Jahr kommt meist auch die Motivation zurück. Ich bin gerade leider durch eine Erkältung ausgebremst. Das nervt dann wirklich.


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