Rostock die Zweite: Verirrt in der Südstadt (7,7 km)

17. August 2011

Die nächste Tour in Rostock. Der erste Lauf hier ist schon wieder viel zu langer her (hab´ ich´s früher wirklich geschafft, vier- oder fünfmal die Woche zu laufen? Gerade ist das irgendwie schwer zu glauben.), deshalb mach´ ich mich heute nach Feierabend auf die Socken. Bzw. die Schuhe. Ihr wisst schon, was ich meine… 😀

Nachdem ich beim letzten Mal Nord- und Ostwärts gestartet bin, will ich´s heute mal mit der anderen Richtung versuchen, also von meinem Appartement in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (oder, wie man hier sagt, KTV) eher nach Süden und Westen. Irgendwo da unten liegt der Barnstorfer Wald samt Zoo, der hat bei meinem Zoobesuch vorletztes WE einen hübschen Eindruck gemacht.

Auch heute starte ich erstmal mit der Fritz Reuter-Str. und der Ulmenstr., auf der ich bis zur Parkstr. beim Lindenpark laufe.
Lässt sich prima an, Beine sind gut (natürlich sind sie das, nach soviel Pause könnense ja gar nicht anders), das Wetter auch (ungewohnt, diesen Sommer), auch wenn die schräge Sonne schon nicht mehr über die mehrstöckigen Hochhäuser bis auf den Bürgersteig runter reicht. Abendstimmung eben, schön ruhig und entspannt, ideal zum Laufen.

An der Parkstraße angekommen leiste ich mir gleich mal einen Navigationsfehler. Sowas sollte man ja am besten immer gleich am Anfang des Laufes machen, dann hat man im Zweifelsfall mehr davon :-D. Anstatt scharf links die Parkstraße in Richtung Zoo und Barnstorfer Wald zu laufen, erwische ich irgendwie die halblinksig-geradeaus liegende Hundertmännerstraße, die am Westrand des Lindenparks vorbeiführt.
Das ist dann schon so´n bissken die falsche Richtung – aber ich mach mir erstmal keine Gedanken drüber (wenn auch vor allem deshalb, weil ich noch nicht kapiert habe, dass ich falsch bin…).

So ein bisschen wundere ich mich dann schon, als es auf einer Brücke über die Bahngleise geht (das war bei meinem Fußmarsch zum Zoo vor eineinhalb Wochen irgendwie anders, glaube ich…), und auch der Knick in der Straße und das Wohngebiet an der Erich-Schlesinger-Str., durch das ich gerade laufe, kommt mir irgendwie unbekannter vor, als es sollte.
Kurzer Blick aufs mitgebrachte Streckenplänchen… pfffjoaalsokeineAhnungwoichgradbin.
Hmmm…

Eigentlich ist es ja noch nicht zu weit zum Umkehren und am Lindenpark Neu Orientieren, aber das wär irgendwie blöd.
Dann lieber weiter und schauen, wo ich rauskomme, frei nach dem Motto „Vorwärts immer, Rückwärts nimmer“.
Oder auch „Den Matthias in seinem Lauf hält weder Straß noch Irrweg auf“.
(Notiz an mich selbst: Damit ist die Quote blödsinniger Ost-Kalauer für heute erfüllt, von jetzt an ohne weiter).

Also lauf´ ich ersmtal weiter die Schlesinger-Str. runter, durch stadträndisches Gebiet mit Kleingärten und Plattenbauten, bevor ich dann an der ersten Kreuzung auf mein Bauchgefühl höre („Mehr rechts, lauf mehr nach rechts!“) und rechts in die Albert-Einstein-Straße einbiege.

Uni-Viertel, links und rechts der Straße hat´s diverse Studentenwohnheime, naturwissenschaftliche Institute, und Baustellen, auf denen mehr naturwissenschaftliche Institute gebaut werden sollen. Wäre eine gute Orientierungshilfe, wenn ich den blassesten Schimmer hätte, wo genau auf meinem löchrigen mentalen Stadtplan von Rostock die Uni zu verorten ist. Hab´ ich aber nicht. Und die Sonne ist auch schon weg, entsprechend kann ich nicht mal mehr überprüfen, ob ich in die halbwegs richtige Himmelsrichtung laufe.
Na ja, wird schon richtig sein. Und wenn nicht, irgendwo findet sich sicher eine gemütliche Brücke, unter der ich übernachten kann, falls ich partout nicht mehr zurückfinde… 😀

Die Einstein-Str. ist fast einen Kilometer lang, am Ende warten eine große Zentralmensa, eine moderne Unibibliothek und der Rostocker Südring. Auch den kann ich nicht weiter einordnen, folge ihm aber einfach mal rechts hoch, in eine Richtung, die ich in Ermangelung besserer Alternativen einfach mal als „Norden“ bis „Nordosten“ definiere (übrigens zu Recht, wie die spätere Auswertung der Strecke auf Google Earth zeigt. Ha! Siehstewohl!).

Lange hält der Südring allerdings nicht, nach 400 m. endet er an der quer verlaufenden Satower Str.
Kenn ich natürlich auch nicht, auf dem Plänchen kann ich sie ebenfalls nicht finden (merke: Lieber einen größeren Ausschnitt ausdrucken, auf dem etwas mehr zu sehen ist als nur das Gebiet, in dem man zu laufen plant…).
Aber mit „Immer rechts abbiegen“ bin ich bisher nicht schlecht gefahren, als mach ich´s noch einmal.
Rechts.
Die Satower Str. hoch, links eine schöne Wiese und ein bisschen Wald (könnte das der Barnstorfer Wald sein?), rechts die Straßenbahn, die Straße und dahinter Wohnhäuser.
Eine Kurve später ist dann Schluss mit Blindflug. Auf einmal finde ich ich mich in der Parkstraße wieder, vor mir das Klock8 (eine Ausflugskneipe am Waldrand, die zu DDR-Zeiten mal ein Fernsehstudio war) und links die Einmündung in die Tiergartenallee durch den Barnstorfer Wald. Genau hier wollte ich hin, wenn auch laut ursprünglichem Plan aus der anderen Richtung kommen.
Na also, geht doch! 🙂

Von jetzt an kann ich wieder dem ursprünglichen Plan folgen. Der da lautet: Links, in die Tiergartenallee.
Schmale Straße zwischen hohen, knorrigen Waldbäumen, von Großstadt ist hier abgesehen von der Straßenbahntrasse links des Weges nicht mehr viel zu sehen. Ein paar Meter geht´s leicht bergauf, dann schön eben immer weiter westwärts durch den Wald, vorbei an einer Kirche im Wald und dem schön gelegenen Rostocker Zoo bis zur Trotzenburg, einem Ausflaugslokal am Waldrand vorm Haupteingang des Zoos. Theoretisch würde der Barnstorfer Wald noch ein gutes geradeaus noch ein gutes Stück weitergehen, aber da´s inzwischen wirklich schon stark dämmert, verzichte ich heute mal und mach´ mich stattdessen auf den Weg zurück in die Stadt.

Geradewegs nach Norden, erst die Rennbahnallee, dann den Trotzenburger Weg und die Tschaikowskystr. hoch.
Ruhige Ecke von Rostock, zumindest Mittwochs Abend. Wohngegend mit älteren Ein- und Mehrfamilienhäusern, ab der Tschaikowskystr. stehen links und rechts der Fahrbahn zwei Reihen als alten Bäumen, unter deren Kronen es schon sehr dunkel und schummrig ist.

Nach einem guten Kilometer kippt die Tschaikowskystr. nach rechts, ich folge ihr, vorbei an mehr schlichten Wohnhausreihen, bis an die breitere und stärker befahrene Hamburger Str., an der ich die Bahngleise am Holbeinplatz unterquere und gleich danach rechts auf einen schmalen Fußweg, der mit ein bisschen sämiger Hinterhofatmosphäre am Bahndamm auf den Thomas-Müntzer-Platz führt, eine dreieckige Grünanlage zwischen Backsteinmietshäusern. Von hier aus ist es dann nur noch ein Katzensprung bis zur Waldemarstraße, die mich dann geradewegs zurück zur Fritz Reuter-Str. und dem Ende des Laufs (oder Läufchens, denn besonders weit war´s ja dann eher doch nicht bringt), gerade rechtzeitig bevor´s endültig dunkel wird.

Strecke: 7,7 km
Zeit: Hmm, vielleicht 50 Minuten oder so.
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 92,73% (7,14 km von 7,7 km)
Karte:

M.

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5 Antworten to “Rostock die Zweite: Verirrt in der Südstadt (7,7 km)”


  1. Ja, das beste ist immer, man verläuft sich, wann trainiert man immer besonders lange!

  2. XYZ Says:

    Endlich mal wieder so eine richtig schöne Verirrung wie in früheren Zeiten. Gute Gelegenheit den Orientierungssinn zu testen, scheint aber noch recht ordentlich zu funktionieren.
    Ansonsten sehr schöne Ecke dort in Rostock u. deine Freude am Laufen und Erkunden fremder Orte kommt rüber. Wünsche dir noch viele entspannende und sonnige Läufe in MP.

  3. XYZ Says:

    Ja, Ja Ja, diese Abkürzungen!!! Ich habe immer Meck-Pomm im Kopf!! Jetzt sitzt es! MV, MV, MV!!!


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