Der Rest vom Mai, Teil 1 – Hannover

1. Juni 2012

Okay, dass ich Schönwetterläufer bin, das hab´ ich hier schon hinlänglich ausgewalzt – wenn´s draußen grau, kalt, nass, hässlich ist, dann ist es um meine Motivation meist nicht so gut bestellt. War ja schon immer so.
Aber in der letzten Zeit frage ich mich, ob das wirklich nur eine Frage des Wetters ist…

Irgendwie stelle ich nämlich so langsam eine ziemliche Diskrepanz in meinem Laufverhalten fest:
Wenn ich an meinen jeweiligen Arbeitsorten bin, dann ist es eher ein bisschen zäh mit der Lauferei, ich starte seltener, bin meist deutlich kürzer unterwegs, und finde das oft auch noch anstrengender.
Zuhause treibt´s mich dagegen geradezu raus, möglichst viel, möglichst oft, und das auch noch mit weitereren (relativ gesehen, bin ja gerade eher unfit) Strecken.
Schon auffällig.
Klar, das liegt natürlich auch daran, dass ich frei habe, wenn zuhause bin, und es sich da grundsätzlich einfacher, entspannter und freier läuft als nach einem langen, stressigen Arbeitstag unter der Woche.
Aber ich merke auch: Daheim in Hessen, mit den Bergen und dem Wald, den kleinen Dörfern und den schönen Ausblicken ist es schon irgendwie idyllischer als in den mehr oder minder großen Großstädten, in denen ich oben im Norden unterwegs bin und arbeite – folgerichtig hab´ ich zuhause auch mehr Lust aufs Laufen.
Offenbar bin ich also nicht nur ein Schönwetterläufer, sondern irgendwie auch noch ein Schönelgegendläufer.
Kompliziert sein kann manchmal ganz schön kompliziert sein…

Um dit Janze nochmal zu illustrieren, können wir uns ja mal mein Laufpensum in der zweiten Maihälfte angucken.
Fangen wir mit Hannover an:

Ach ja, Hannover. Irgendwie komm´ ich hier ja immer wieder her, dieses Mal für drei Wochen Station in der (inzwischen schon sehr vertrauten) lokalen Dependance meines Arbeitgebers.
Läuferisch heißt das: Standardrunden um den Maschsee, inzwischen schon lange nichts Neues mehr, sondern fast schon ein bisschen Routine, wenn auch eine nette .
Schön zu laufen, an warmen Vorfrühsommerabenden angenehm unaufgeregt und durchaus idyllisch – länger werdende Schatten unter den Bäumen an der Uferpromenade, hier und da blüht noch was, reflektiertes Abendsonnenlicht auf dem Wasser, sinkende rote Abendsonne über dem Stadion am Westufer, entspannte Menschen spazieren, auf dem See dümpeln Enten und Ruderer, und der rege Autoverkehr auf der Straße am Ostufer fällt gar nicht weiter auf.
Läuft sich prima runter, aber so richtig oft irgendwie… nich´:

14.5./22.5.: Kleine Standardrunde einmal rundrum (7,1 Kilometer)
Der kurze Klassiker unter den Maschseerunden, immer wieder gern genommen, um nach Feierabend (oder – agrglrhmpf – vor der Arbeit) noch schnell mal in die Puschen zu kommen. Einmal aus der Südstadt ans Ostufer, dann links und im Uhrzeigersinn um den See, die schöne, schattige Uferpromenade runter bis ans Strandbard, dann rechts und solange das Südufer entlang bis es zum Westufer geworden ist, dann zwischen See und Leine (quasi vom Wasser umgeben) im Grünen nach Norden, dann schließlich auf dem kurzen, leicht mediterran wirkenden (besonders in der warmen Jahreszeit, wenn die Palmen draußen stehen) Norduferstück zurück ans Ostufer und die letzten Meter südwärts, bevor man wieder in die Südstadt einbiegt.
Damit das nicht zu vertraut wird, hab´ ich übrigens einen neuen Startpunkt, dieses Mal aus der Mozartstraße, die etwas weiter südlich und etwas weiter in der Südstadt drinnen liegt. Neue Dienstwohnung, folglich auch ein paar Meter neue Strecke, am Anfang auf dem Altenbeker Damm unter dichten Baumkronen an den See, am Ende dann über einen kleinen Fußweg vorbei an der Bismarckschule (DIE Entdeckung dieser Strecke, weil ein tolles altes Jugendstilgebäude, vor dem ich jedesmal kurz stehenbleibe und gucke – besonders angetan haben mir´s auch die glubschäugigen Hundestatuen an der Umfassungsmauer des Schulhofs. Richtig hübsch!).
Beim ersten Lauf ist es ein bisschen frisch und ich seh´ einen Igel auf dem kleinen Fußweg zur Bismarkschule, beim zweiten ist es so Bullenwarm, dass ich unterwegs am liebsten in den See hüpfen würde um mich abzukühlen.
Und bei beiden denke ich mir so ungefähr auf der Hälfte des Ostufers sowas wie „puuh, also so langsam könnte ich auch mal ankommen“.
Wohlgemerkt, nach vier bis fünf Kilometern!
Flachlandstrecken kosten mich einfach immer total viel Kraft. Wenn da ´ne anständige Steigung drin wäre, würde mir das sicher leichter fallen… 😉

Strecke. 7,1 km
Zeit: Hm, vielleicht jeweils so ne Dreiviertelstunde?
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: Beim ersten mal 20,14% (1,43 km von 7,1 km), danach 0%
Karte:

21.5.: Maschsee und Ricklinger Teiche (9,3 km)
Die etwas größere Variante mit mehr Natur. Geht los wie die kleine Maschseerunde, aber anstatt am Südufer abzubiegen, geht´s noch ein paar hundert Meter auf der Schützenstraße geradeaus, weg vom See in Richtung Hannover Döhren. Und dann: Rechts rein, in die Brachwiesen zwischen den südlichen Hannoveraner Stadtteilen, vorbei an Kleingärten und den hübschen Ricklinger Teichen, schließlich auf dem Lohrenbahnweg vorbei an Pferdeweiden bis an den Rand von Ricklingen und auf der Lodemannbrücke über die Ihme in den Sportpark an der AWD-Arena, von dem aus man dann wieder zum Maschsee kommt und die Strecke genau wie die kleine Uferrunde beenden kann.
Sehr hübsche Strecke, besonders bei Sonnenschein und Wärme (vgl. hier, Bilder #6-#34 sowie #55-#80 und #97-#108). Ist einfach schön, wie schnell man hier aus der Stadt raus ist (und die Wege auf einmal fast ganz allein für sich hat – der Hannoveraner Spaziergänger/Radfahrer/Jogger/Rollerblader an sich klebt nämlich gerne am Maschseeufer und lässt die Maschgebiete mit ihren Wiesen und Seen oft links liegen…).

Strecke: 9,3 km
Zeit: +/-Stunde?
Anteil der neuen/noch nie gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: Dank einem anderen Namenlosen Fußweg kurz vor der Bismarckschule 2,7% (0,25 km von 9,3 km)
Karte:

Und das war´s auch schon (irgendwie hab´ ich das Gefühl, noch eine Runde vergessen zu haben, aber wenn dann ist die nicht in meinem Kalender verzeichnet. Und bevor ich hier noch anfange, Laufkilometer aufgrund von vagen Bauchgefühlen einfach dazudichten, lass ich´s lieber…).
23,5 Kilometer, echt nicht viel für drei Wochen Hannover. Zugegeben, waren kurze drei Wochen, weil ständig irgendwelche verlängerten Wochenenden waren, die ich zum kurzen Heimurlaub genutzt habe. Aber da bin ich dann auch gleich viel mehr gelaufen. Das gucken wir uns dann demnächst nochmal an (dann auch mal wieder mit Fotos), zum Vergleich…

M.

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