Archive for the '> 15 km & < 20 km' Category

Abschied von Hannover (mit Fotos, 15,1 km)

21. Juli 2012

Meine Wanderzeit durch Norddeutschland geht nach eineinhalb großartigen, spannenden, anstrengenden, unglaublich erlebnisreichen Jahren zu Ende.
Will heißen: Ab dem Spätsommer wird alles anders. Wieder mal.
Neues Arbeitsverhältnis, (mutmaßlich viel) mehr Geld, und ein fester Standort, von dem aus ich in Zukunft arbeiten werde (welcher? Lasst euch überraschen! Nur schonmal soviel: Es wird extreeeeem flach!!! ;)).
Nichts mehr mit „Jeden Monat anderswo sein“.

Einerseits freue ich mich riesig auf den Neustart. Nicht mehr aus dem Koffer leben und alle paar Wochen anderswo aufschlagen, sich endlich mal irgendwo richtig einarbeiten, ankommen, voll durchstarten. Das wird gut.
Aber andererseits bin ich auch ein bisschen traurig, denn es bedeutet, erstmal keine neuen Städte, Gegenden, Kollegen mehr kennenzulerenen, und auf viele Orte im Norden, die ich Mögen gelernt habe, zu verzichten.

Zum Beispiel Hannover. Hier hab´ ich die meiste Zeit der letzten 18 Monate verbracht, inklusive meiner letzten drei Arbeitswochen im alten Arbeitsverhältnis. Bis gestern. Da war letzter Arbeitstag. Komisches Gefühl.
Und heute reise ich ab. Und komme erstmal nicht mal her.
Vielleicht im Herbst wieder. Oder später/irgendwann/nie?
Mal schauen.
Ist auf jeden Fall schade. Hannover mag ich nämlich sehr gerne. Die Stadt ist viel besser als ihr Ruf, irgendwie angenehm entspannt und wenig allürenhaft (so hab´ ich es zumindest empfunden, auch wenn es Menschen gibt, die da anderer Meinung sind ;)), mit überraschend vielen hübschen Ecken (zusätzlich zu vielen nicht so hübschen. Aber das gehört auch dazu) und kurzen Wegen raus aus der Stadt ins Grüne.
Gute Stadt, zum Leben und zum Laufen, finde ich.
Deswegen will ich mich auch nicht ins Auto hocken und einfach abhauen.
„Bevor du weg bist“, denk ich mir, „machste noch´n Abschiedslauf. Und zwar nicht auf den ollen ausgetretenen Standartstrecken, die du seit eineinhalb Jahren läufst. Heute läufste nochmal anderswo. Mitten in die Stadt rein – da isses zwar nicht so wirklich hübsch, aber es ist neu und echt“.
Und genau das mach´ ich dann:


Bild #1: Start. Haustür des Hauses mit der Dienstwohnung, direkt hinterm Landesmuseum

Den Rest des Beitrags lesen »

Jubiläumslauf an der Weser: Ums Dreiländereck bei Bad Karlshafen (mit Fotos, 18,9 km)

1. Juli 2012

Heidenei.
1. Juli = Fünfjähriges!
Laufblog seit dem 1.7. 2007, das ist schon ´ne Hausnummer, oder? (Selbst wenn ich´s immer noch nicht wieder geschafft habe, fleißiger zu laufen und bloggen…)

Da muss natürlich auch wieder ein Jubiläumslauf her. Inzwischen ja schon Tradition, das gehört sich so!
Und zwar was Schönes, irgendwo wo ich noch nie gewesen bin, mit Sightseeing und Fotos undsoweiter.

Und tatsächlich schwebt mir da auch schon was vor:
Seit fast eineinhalb Jahren pendele ich jetzt zwischen Hessen und dem Norden der Republik, und jedesmal wenn ich auf der A5 bzw. der A7 nordwärts durch das Berg- und Hügelland in Mittelhessen, Nordhessen und Südniedersachsen fahre, vorbei an den vielen braunen Autobahnschildern mit lokalen Sehenswürdigkeiten* („Fachwerkstadt Grünberg“, „Schloss Romrod“, „Waldhessen“, „Schloss Berlepsch – Tor zum Mittelalter“, „Roswithastadt Bad Gandersheim“), denk´ ich mir sowas wie „Hey, das sieht total hübsch aus hier, das würd´ ich unheimlich gerne mal erlaufen“.

Wär ja eigentlich auch gar nicht so kompliziert – vorher ´ne passende Wanderkarte besorgen und während der Fahrt einfach mal runter von der Autobahn, Laufschuhe an, und ein bisschen Drauflosjoggen bevor´s weitergeht. Hat aber bisher nie hingehauen. Schade eigentlich…
Aber heute ändert sich das.
Weil: Der 1.7. ist nicht nur Laufblogjubiläum sondern auch Reisetag.
Nach einem Monat Heimurlaub an der Bergstraße geht´s wieder nordwärts nach Hannover zur Arbeit.
Und unterwegs – so der Plan – mach´ ich heute meinen Jubiläumsläuf.

Das grobe Laufgebiet hab´ ich schnell ausgemacht:
Ich will über die Landesgrenze zwischen Hessen und Niedersachsen.
Die hab´ ich nämlich noch nie zu Fuß überquert, und außerdem ist es so schön symbolisch für mein Leben in den letzten 17 Monaten, als Grenzgänger zwischen dem Norden und der Mitte Deutschlands.

Schwieriger ist allerdings das „Wo Genau“…
Meine erste Idee ist die Sababurg bei Hofgeismar: Dornröschenschloss, Wildpark, ein Urwald – Sieht gut aus. Einziges Problem: Von hier aus kommt man zwar gut an die Grenze zu Niedersachsen (ca. 6 km Luftlinie) – aber nicht drüber (zumindest wenn man keinen Dreißiger laufen mag – und das kann ich zur Zeit einfach nicht). Die Trennlinie zwischen den Ländern verläuft hier nämlich mitten in der Weser, Brücken und Fähren über den Fluss sind allerdings dünn gesät.
Also gut, keine Sababurg, sondern Plan B.
Der ist auch gar nicht übel: Von Bad Karlshafen über die Weser und Nordwärts in den Solling bis zum Hutewald am Reiherbach, vielleicht ergänzt mit einem Schlenker nach Nordrhein-Westfalen auf dem Rückweg. Sieht reizvoll aus.
Blöd nur, dass es auch viel zu weit ist, wie eine grobe Messung zeigt (ich hab´ offensichtlich kein gutes Auge mehr für Distanzen. Wohl aus der Übung…). Wäre nämlich auch was zwischen 25 und 30 km. Geht grad nicht…

Also muss am Ende Plan C herhalten. Bad Karlshafen, seines Zeichens die nördlichste Stadt Hessens, aber anstatt von dortaus weit nach Niedersachsen vorzudringen, werd´ ich einfach an der Weser bleiben und eine Runde im Dreiländereck zwischen Hessen, Niedersachsen und NRW drehen. Sieht auch reizvoll aus, mit Burgen, Klippen, Aussicht, anständigen Steigungen, odentlich Natur und mutmaßlich hübschen kleinen Orten. Und die Distanz müsste über 15 aber unter 20 km sein – gute Länge für dicke, unfitte Laufblogjubiliare… 😉

Den Rest des Beitrags lesen »

Bäderbahnroute: Bad Doberan – Heiligendamm – Kühlungsborn mit Fotos (17,8 km)

21. August 2011

Wenn ich in diesem arg durchwachsenen Sommer in Norddeutschland Eins gelernt hab´, dann das:
Schönes Wetter muss man nutzen, weil es morgen wahrscheinlich schon wieder vorbei ist.
Und heute ist schönes Wetter, mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen deutlich oberhalb der 20 Grad.
Vielleicht der letzte Sommertag in diesem Jahr, und dann auch noch ein freier Sonntag – da ist Laufen quasi Pflicht, auch wenn mir die gestrige Tour an der Steilküste so ein klein bisschen in (und – dank der unzähligen Mückenstiche – vor allem auch AN) den Beinen steckt.

Also fahr´ ich laufen.
Über Mittag, nach einem faulen Vormittag mit Ausschlafen und einem ordentlichen Frühstück.
Man gönnt sich ja sonst nix… 😉

Auch heute möchte ich natürlich ein bisschen was von Mecklenburg-Vorpommern sehen, deshalb hab´ ich mir eine mutmaßlich besonders reizvolle Strecke westlich von Rostock rausgesucht: Von Bad Doberan im Binnenland ins Seebad Heiligendamm, dann an der Ostseeküste weiter bis ins Seebad Kühlungsborn. Geht zwar nur als Einwegstrecke (hin und zurück wäre mir angesichts meiner beklagensert unfitten Jahresform schlichtweg zu weit), aber das ist überhaupt kein Problem, denn: Parallel zu meiner geplanten Route fährt der Molli, Mecklenburgs berühmte Bäderbahn, und mit dem plane ich dann ganz einfach zurück zum Ausgangspunkt zu dampfen, wenn ich erst mal am Ziel bin.
Guter Plan, finde ich, fehlt nur noch die Umsetzung!

Den Rest des Beitrags lesen »

Jubiläumslauf im Spessart: Am Ostufer des Mains von Obernburg nach Wörth (mit Fotos, 17,7 km)

3. Juli 2011

Laufblogjubiläum.
Vier Jahre mach´ ich das jetzt. Schon ´ne Hausnummer, find´ ich, wenn auch in den letzten Monaten arg auf Sparflamme.
Aber ich bin noch dabei, nicht mehr regelmäßig und nicht mehr so intensiv, wie ich gerne würde, aber hey… besser als nix isses allemal! 😉

Natürlich gehört dazu auch ein zünftiger Jubiläumslauf, das ist ja inzwischen schon gute Tradition.
Ganz Traditionell natürlich eigentlich am 1. Juli, also dem Tag, an dem wir hier vor vier Jahren zum ersten Mal online gegangen.
Das klappt allerdings dieses Jahr nicht: Der 1. 7. ist ein Freitag, an dem ich erst Frühschicht habe und dann auch noch über´s Wochenende von Hannover heim an die Bergstraße fahre. Will heißen: Aufstehen um vier Uhr morgens (nach deutlich zuwenig Schlaf), arbeiten, und dann noch vier Stunden auf der Autobahn nach Süden – da is´ nix mehr mit laufen (der halbgar angedachte Plan, auf der Heimfaht anzuhalten und eine Runde über die Grenze zwischen Hessen und Niedersachsen zu drehen, scheitern sowohl an meiner generellen Schlaffheit als auch der fehlenden Wanderkarte für das potentielle Zielgebiet).

Aaber gut. Mach´ ich meinen Jubiläumslauf halt zeitnah zwei Tage später. Kann ich nochmal schön im eigenen Bett ausschlafen. Und Sonntag ist ja eh viel netter…

Fehlt noch die Strecke.
Klar ist: So viel wie bei den beiden letzten Jubiläumsläufen soll´s eher nicht werden. Paarundzwanzig bis knappunterdreißig Kilometer, das krieg´ ich im Moment einach nicht hin. Da fehlt halt einfach ein Dreivierteljahr anständiges Training.

Aber die geografische Ecke, in der ich mich auf den Jubiläumstouren 2009 und 2010 umgetan habe, auf die hab´ ich schon Lust: Bayern nämlich, oder genauer gesagt: Franken. Ist schließlich schon was Besonderes – vorletztes Jubiläum bin ich zum ersten Mal rüber gelaufen, durch den Odenwald bis runter an den Main. Und letztes Jahr hab ich dann noch einen draufgesetzt, und zum ersten Mal den Main überquert, ans Ostufer, wo technisch gesehen der Odenwald vorbei ist und eigentlich schon der Spessart anfängt.
Da will ich dieses Mal dann auch wieder ansetzen: Von Obernburg, wo ich vor einem Jahr angekommen bin, weiter nach Osten, über den Main, durch die Spessartausläufer nach Süden bis Klingenberg, und dann – einfach um noch ein paar Extrakilometerchen draufzupacken – zurück ans Westufer und wieder ein bisschen nordwärts nach Wörth.
Sollten so zwischen 15 und 20 km sein, genau die richtige Distanz für meinen momentanen Trainingsstand…

Den Rest des Beitrags lesen »

Drei Mal durch den grünen Hamburger Norden (einmal mit Fotos) (12,4 km/12,1 km/18,7 km)

5. Juni 2011

So, dann fangen wir doch gleich mal mit was Positivem an: 😀

Tag Strecke Zeit Entfernung
Mo.
Di.
Mi.
Do. Von Wandsbek in den Hamburger Stadtpark ??? 12,4 km
Fr.
Sa.   Wandseaufwärts ??? 12,1 km
So. Ausflug im Hamburger Norden: Von Wellingsbüttel am Alsterufer und der Saselbeck nach Volksdorf – mit Fotos ??? 18,7 km
Wochenlaufleistung 43,2 km

Ja, genau, das ist eine Wochenübersicht!
Und dann auch noch eine mit ordentlich Strecke!!!

Das gab´s hier schon ´ne ganze Weile nicht mehr, aber endlich hat´s mal wieder mit den 40+ Wochenkilometern geklappt, die ich mir vor langer Zeit mal als Standardleistung während der Laufsaison definiert hab.
Und zwar nicht irgendwo draußen auf dem Land, sondern mittendrin in der zweitgrößten Metropole der Nation!
Geht doch!! 🙂

Wie genau, das erzähl ich euch nach dem Umbruch…
Den Rest des Beitrags lesen »

Wo das Flachland Berge hat: Fischbeker Heide und Schwarze Berge (18,6 km)

26. März 2011

Und schon geht er wieder zu Ende, der eine Monat in Deutschlands größter Hansestadt.
Viel laufen war ich nicht in dieser Zeit.
Schon wieder.
Natürlich – weiterhin viel zu tun, viel Neues mit- und aufzunehmen, wenig Muße für die Laufschuhe. Das war das Eine.
Aber eben nicht alles.

Um ganz ehrlich zu sein: So richtig wohl gefühlt hab´ ich mich nicht während diesem einen Monat.
Das war nicht wirklich Hamburgs Schuld, im Gegenteil – eigentlich hat sich die Stadt sogar richtig Mühe gegeben, ganz viel gutes Wetter aufgefahren, sich wenn nicht von ihrer besten dann doch von einer sehr guten Seite gezeigt.

Den Rest des Beitrags lesen »

Und los geht´s! Odenwälder Nordrand mit Hering, Hassenroth und Gerd (17 km)

9. Januar 2011

Ach menno…

Da wollte ich zum neuen Jahr endlich wieder einsteigen und loslegen, aber dann ist erstmal ´ne Erkältung dazwischen gekommen. Nicht wirklich schlimm, aber ein paar Tage mit (in chronologischer Reihenfolge) trockenem Hals, Halsweh, Rotz und schließlich Husten.
Da war´s erstmal nix mit „einsteigen und loslegen“.
Stattdessen: Abwarten und Tee Trinken, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes (Nicht dass mir das wirklich schwer gefallen wäre, angesichts des graukalten Januarwetters vor den Fenstern, aber trotzdem…).

Donnerstag: Husten, Röcheln, Krächzen ohne Ende. Ack.
Am Freitag hatte ich ´ne Verabredung zum Laufen im Weschnitztal, die ich dann aber schweren Herzens doch nochmal absagen musste (dann eben nächsten Freitag). Schade.
Samstag war schon wieder besser, aber lange noch nicht gut.

Und dann ist auch schon Sonntagvormittag, und ich bin mit dem Gerd für eine Tour am Nordrand vom Odenwald verabredet. So richtig fit fühl´ ich mich ja immer noch nicht, aber andererseits ist es vielleicht unsere letzte Gelegenheit für eine gemeinsame Runde bevor´s mich in den Norden verschlägt. Und irgendwann muss man sich ja den Ruck geben und wieder anfangen, da ist so eine Gelegenheit im Prinzip genau das Richtige.

Also mach´ ich mich am Sonntagmorgen auf den Weg nach Groß-Zimmern, zum Gerd Aufsammeln, immer noch von unregelmäßigen Hustenattacken geplagt, aber entschlossen, das jetzt endlich mal wieder durchzuziehen.

Den Rest des Beitrags lesen »

Samstag im Zellertal: Harxheim – Bubenheim – Ottersheim – Immesheim – Albisheim – Einselthum (12,8 km)

23. Oktober 2010

Ach du je!
War mein letzter Samstagsmittagslauf in Rheinland-Pfalz wirklich im Juni?
Da wird´s aber mal wieder höchste Zeit, dass ich in die Hügel jenseits des Rheins komme!

Passenderweise bin ich heute mittag mal wieder drüben in Rheinhessen verabredet und nutze die Gelegenheit, um gleich mal ein paar nette Laufkilometerchen zwischen Weinbergen und Winzerdörfchen mitzunehmen.
Mal wieder im Zellertal, da wo Rheinhessen fast unmerklich in die Pfalz übergeht – wunderschöne Ecke, schon ein bisschen erlaufen aber mit noch ganz viel unbekanntem Terrain drumrum, genau das Richtige für heute!

Entsprechend finde ich mich am späten Nachmittag in Harxheim ein, einem kleinen alten Weinort am Ufer der Pfrimm im Grund des breiten, flachen Zellertals.
Hier geht´s dann los.
Und zwar auf dem Parkplatz der Zellertal-Schule, die eingerahmt von sanft aufsteigenden Weinhängen am Nordrand des Ortes liegt.
Von hier aus geht´s nach Süden, auf einer etwas überdimensioniert wirkenden Fußgängerbrücke über die B47, dann auf der Hauptstr. (die mit dem gelben Quadrat des Nibelungenwegs markiert ist) nach Harxheim rein.

Startet sich etwas zäh, so richtig fit fühl ich mich heute nicht, vor allem meine weiterhin verspannte linke Schulter murrt und mäkelt etwas zu viel, aber da muss ich jetzt durch. Aber wenigstens ist das Wetter nicht unfreundlich, mit ein bisschen fahler Herbstsonne, die zwischen den grauen Wolkenbanken am Himmel hervorlugt.

Harxheim kenne ich schon, von meinem Donnersberg-Projekt vor zweieinhalb Jahren. Ist hübsch, mit vielen schönen alten weinberankten Natursteinhäusern und Weinguthöfen, die sich dicht an die schmalen Pflastergassen drängen.

Ich folge der Hauptstr. vielleicht 250 m. leicht bergauf, mitten durchs Dorf, bevor ich rechts in die Zehntscheuergasse einbiege und langsam in die etwas neubaugebieterigen Randlagen von Harxheim komme, bevor es schließlich links unter den Bahnschienen durch und aus dem Dorf hinausgeht.

Asphaltweg, langsam aber stetig bergauf, am Rand der Talkerbe, in der der Ammelbach in Richtung Pfrimm fließt (das Violental, offensichtlich) – hinter mir bleibt Harxheim langsam zurück, rechts die kahle Hügelflanke, links ein Baumstreifen am Talufer, dahinter die Landstrasse und der nächste Hügel, über dem sich ein paar Windräder drehen.

Fällt gar nicht so leicht, hier bergaufzulaufen, auch wenn die Steigung eigentlich minimal ist. Aber irgendwie bin ich wirklich nicht ganz taufrisch heute, vielleicht auch etwas zu schnell (wenn ja, dann vermutlich WEIL die Steigung eigentlich minimal ist), entsprechend werde ich so ein bisschen kurzatmig. Außerdem wird´s frisch, unten im Zellertal war Windstille, da bin ich ein bisschen geschwitzt, hier hinten weht der Herbstwind allerdings auf einmal wieder kräftig und eist mich so ein bisschen durch. Und die Sonne ist auch weg, verschwunden hinter einer schweren Front aus bleigrauen Wolken, die fast den gesamten riesigen Rheinhessisch/Pfälzischen Himmel bedeckt.
Aber auch wenn´s nicht gerade perfekt läuft: Spaß hab´ ich immer noch, ist einfach schön, endlich mal wieder weit weg von zuhause durch die Fremde zu laufen. 🙂

Knapp 1,5 km nach dem Ende von Harxheim knickt der Asphaltweg rechts runter ab, zu den nahen ersten Häusern des Dörfchens Bubenheim, das friedlich unter den grauen Wolken in die Talrinne zwischen den grünbraunen Hügelflanken drapiert liegt.

Am Ortseingang empfängt mich die für die Gegend fast schon obligatorische Jakobsweg-Infotafel mit ein paar Infos zur Dorfgeschichte – besonders wird auf die frühromanische Dorfkirche (angebliche die älteste in der Pfalz) aus dem 11. Jahrhundert hingewiesen, sogar von UNESCO steht da was (aber das erscheint mir ein bisschen geflunkert), also beschließe ich spontan, einfach mal zu schauen, ob ich die entdecken kann.
Schließlich kommt man (vermutlich) nur einmal im Leben nach Bubenheim in der Pfalz… 😉

Zuerst kurz den Sonnenhang runter, dann auf der Hauptstr. erst in die Talmulde rein, dann wieder aufwärts und bergauf, bis ich die Kirchgasse erreiche.
Das klingt nach Dorfkirche und wird folgerichtig mal ausprobiert.
Das Türmchen, das rechterhand zwischen den alten Steinhäusern steht, sieht allerdings nicht wirklich frühromanisch aus, und direkt dahinter ist Bubenheim auch schon wieder zu Ende.
Also dreh ich wieder rum (nicht wissend, dass die Dorfkirche ein paar Meter weiter zwischen den Bäumen auf mich gewartet hätte) und mache mich wieder an die ursprüngliche Route, die noch ein Stückchen weiter das Tal entlang nach Süden führt: Erst ein bisschen auf der Hintergasse, dann auf dem Gartenweg wieder runter zum Ammelbach am Talgrund, an dessen Ufer mich ein bequemer, grasiger Weg am Rand einer gepflegten Freizeitanlage in das gerade mal 300 m. entfernten Nachbardorf Ottersheim bringt.

Ottersheim ist noch kleiner, und scheint vor allem aus einer langen Hauptstr. zu bestehen, die sich vom Talgrund aus den Hügel hinaufzieht.
Auf der geht´s aufwärts, vorbei an hübscher Dorfkirche und Rathaus (Rheinland-Pfalz und seine Gemeindeordnung, bei der selbst 400-Seelen-Dörfer einen Bürgermeister und ein Rathaus haben – immer wieder interessant), bis ich eine kleine Fußgängertreppe erreiche, auf der es aus dem Oberdorf hinaus bis an die höher gelegene Landstrasse nach Immesheim weitergeht.

Der folge ich.
Typische Rheinland-Pfälzische Landstrasse, mit den üblichen Pros (Kaum Verkehr) und Contras (schmal, weder Seitenstreifen noch Fußweg), weiterhin aufwärts (irgendwie hab´ ich heute das Gefühl, nur bergauf zu laufen), über den breiten, flachen, offenen Hügelrücken voller brauner Stoppelfelder, bis ich nach einem knappen Kilometer in Immesheim ankomme.
Dieses Dorf ist noch kleiner als die beiden letzten, ein paar Dutzend Häuser auf der flachen Anhöhe, zwischen den Äckern, über dem Zellertal (auf das man von hier aus einen schönen Blick hat), unter dem weiten, grauen Wolkenhimmel.

Selbst mit kleinem Ehrenschlenker (Friedhofsweg, Harxheimer Str., Hauptstr.) dauert es nicht lange, bis Immesheim zu Ende ist und ich einen ordentlich steilen Feldweg runter ins Zellertal laufe, bis zu den Bahngleisen im Talgrund, denen ich nach links bis zum Anfang von Albisheim folge.

Albisheim ist größer (nicht groß, aber immerhin mit vierstelliger Einwohnerzahl, das ist schon was für hiesige Verhältnisse), entsprechend brauche ich ein klein wenig länger zu seiner Durchquerung: Erstmal die untere Bahnhofstr. runter, vorbei am Neubaugebiet im Süden des Ortes, über die fröhlich dahinplätschernde Pfrimm im Talgrund, dann die merklich ansteigende Ratsgasse hinauf bis zum Rathaus an der Hauptstr., der ich ein paar hundert Meter nach rechts folge, bis ich das Ortsende an der B47 erreiche.

Kurzes Warten an der Bundesstrasse, dann rüber und einen grob gepflasterten Feldweg hoch, der mit erklecklicher Steigung durch die Stoppeläcker an der riesigen offenen Hügelflanke des Osterbergs hinaufführt – der letzte Aufstieg für heute, und einer, der´s (angesichts meiner immer noch nicht besser gewordenen Tagesform) noch mal in sich hat, auch wenn´s eigentlich nur ein paar Dutzend Höhenmeter sind.

Nachdem ich ein paar Minuten japsend bergauf gerannt bin, stellen sich leichte Navigationsprobleme ein. Richtig verirren kann man sich hier zwar nicht (denn dank der offenen Landschaftsform und der eindeutigen Topografie lässt sich jederzeit feststellen, wo man ist), aber irgendwie korrespondieren die dürren Linien auf meinem Streckenplänchen nicht so ganz mit der tatsächlichen Realität der schmalen, schlammigen Feldwege, die leicht beliebig zwischen den schier unendlichen Äckern am Hang verlaufen (oder auch nicht).
Entsprechend muss ich improvisieren und mich grob in die ungefähr richtige Richtung eiern (über die Felder mag ich nicht laufen), auf die Dächer von Einselthum zu, die jenseits der Äcker über die Hügelseite ragen.
Klappt so halbwegs, auch wenn es mir ein bisschen viel unsicheres Auf und Ab in der Pampa einbringt.
Was ja nicht schlimm wäre, wenn´s hier draußen nicht so langsam ungemütlich würde – so langsam dämmert´s schon ein bisschen, aus der inzwischen vollkommen geschlossenen grauen Wolkendecke nieselt leicht ein kalter Novemberregen runter, und der eisige Wind aus Südwest erwischt die ungeschütze Bergflanke über dem Tal mit voller, klammer Wucht.
Außerdem tut meine spannende linke Schulter ein bisschen weh, mein Nacken ist ein Eisklumpen, ich hab´ Durst, und zu spät dran bin ich auch wieder mal.
So langsam könnt ich eigentlich mal ans Ziel kommen…

Erst mal komme ich allerdings nach Einselthum, dem letzten bisher unerlaufenen Dorf auf der heutigen Strecke. Das liegt auf halber Höhe am Hang, zwischen Weinbergen und Feldern über dem Zellertal. Ist natürlich klein und natürlich hübsch (soweit ich das in der graunieseligen Dämmerstimmung sagen kann), wie sich das hier hinten eben gehört.

Ab hier ist dann auch endgültig Schluss mit Bergauflaufen, abwärts ist angesagt. Erstmal die Wellerstr. runter in den Dorfkern, dann Ostwärts die schmale, aparte Hauptstr. entlang, die nach 150 m. einen scharfen Rechtsknick macht, hinter dem es durch ein neueres Wohngebiet an Schulstr. und „Am Vogelsang“ zum unteren Dorfende geht, und dann weiter, auf einem bequemen, asphaltierten Weg zwischen den rostrot verfärbten Weinlagen zurück in Richtung Harxheim und Talgrund.

Da ich inzwischen wirklich so ein bisschen genug habe, erlaube ich mir kurz vor dem Ziel noch eine kleine Abkürzung, die mich (auf etwas, was möglicherweise ein Pfad ist, möglicherweise aber auch nicht) zwischen den Rebenreihen hindurch geradewegs den Hang runterührt, bis zum Sportplatz an der Zellertalschule, von dem aus es dann nur noch ein paar Meter bis zum Schulparkplatz, dem wartenden Auto und dem Ziel sind.

Ordentliche Tour. Hübsche Gegend, neue Orte, abwechslungsreiche Topografie – nicht übel, auch wenn eine etwas bessere Physis und stabileres Wetter sicher nicht geschadet hätten.
Aber so ist das eben, in der Nachsaison: Nix perfekt, da muss man nehmen, was man kriegt…

Strecke: 12,8 km
Zeit: ???
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 93,05% (11,91 km von 12,8 km)
Karte:

M.

Mein erster ganzer Landkreis. Groß-Gerauer Stadteile: Dornberg – Berkach – Wallerstädten (15 km)

21. Oktober 2010

So.
Nachdem ich das viel zu lange nicht mehr gemacht habe, hab´ ich mich heute endlich mal einfach mal wieder ins Auto gesetzt und bin irgendwohin gefahren, wo ich noch nie vorher gelaufen bin.
Und da bin ich dann gelaufen.

Nichts Besonderes und auch nicht wirklich weit weg von zuhause, aber immerhin, mal wieder was Anderes als die ewig alten Standardstrecken: Südliches Groß-Gerau und die dazugehörigen Ortsteile, flach und unkompliziert, genau das Richtige für einen Kopf-Freikrieg-Lauf an einem sonnigen Herbstmittag (und an Flachland muss ich mich ja jetzt eh gewöhnen… ;))
Und als kleinen Bonus obendrauf gibt´s noch den netten Fakt, dass ich damit dann alle Orte im Landkreis Groß-Gerau besucht haben werde – der erste Landkreis, den ich vollständig erlaufen habe.
Nett ist das. 🙂

Den Rest des Beitrags lesen »

Die Laufwoche KW 38 – erst gut, dann eher nicht so (16,9 km/7,9 km/9 km/9km)

26. September 2010

Mittwoch 22.9.: Spontane Wohlführunde im Ried (16,9 km)
Die Laufwoche fängt prima an.

Mittwoch Vorabend schnüre ich zum ersten Mal in dieser Woche und mach´ mich auf den Weg.
Kein fester Plan, nur einfach mal grob nordwärts, vielleicht ein netter Zwölfer um Seeheim rum oder sowas, denk ich mir…

Schon auf den ersten paar hundert Metern ist klar, dass das heute richtig gut werden wird – ich fühle mich frisch, spritzig ausgeruht, die Bewegung tut gut und macht einfach nur Spaß, alles fliesst.
Kein Wunder, denn es herrscht ja (immer noch, yaaay!) perfektes Laufwetter: Sonne (schon leicht schräg und herbstlich mild), blauer Himmel (etwas milchig vom Dunst, aber wolkenlos), Wärme (21° im freundlichen Abendlicht, herrlich).
Das wirkt, wie üblich:
Mir geht´s gut, es läuft sich großartig!! 😀

Den Rest des Beitrags lesen »