Posts Tagged ‘Ludwigsturm’

Unfreiwillig langer (aber trotzdem netter) Feierabendlauf zwischen Darmstadt, Mühltal und Eberstadt (18,2 km)

14. Juli 2010

Okay, so langsam zeichnet sich bei den geplanten Läufen mit den Kolleginnen nach Feierabend ein klares Muster ab:
Kollegin P. vergisst mit der Regelmäßigkeit eines leicht verträumten Uhrwerks ihre Sportsachen, Kollegin B. hat einen unabsagbar wichtigen Termin (optional entweder am Abend des Laufs selbst oder am nächsten Tag), und am Ende bleiben dann nur noch zwei von uns übrig, nämlich Juniorbelegschaftsseniorkollegin Julia und ich.

Gut (oder auch „GuuuUUUuut“ [in hoher aber gegen Ende leicht absinkender Tonlage, um die Juniorbelegschaftsseniorkollegin Julia zu zitieren]), laufen wir eben wieder alleine. Dann geht´s im Zweifelsfall auch ein bisschen weiter, ohne dass wir auf die weiterhin ungeprüfte (und möglicherweise ja auch etwas feige ;)) „Willjamitlaufenaberheutegehtsgradnicht“-Fraktion aus dem Büro Rücksicht nehmen müssen.

Na denn…

Start/Ziel ist heute mal nicht büronah im Martinsviertel sondern am Schnampelweg, auf dem Parkplatz vom Darmstädter Tiergarten Vivarium im äußersten der Stadt. Von hier aus soll´s dann süd- und ostwärts gehen, rüber an den Rand vom Mühltal, weiter zu den wunderschönen Eberstädter Streuobstwiesen und schließlich über die Ludwigshöhe und das Böllenfalltor zurück.
Eine Strecke mit ganz viel Wald, aber das tut heute Not, angesichts von sengender Abendsonne und knackigheißen 35° Celsisus, die das Autothermometer vermeldet, als wir uns gegen halb Sieben auf den Weg machen.

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Der Weg nach Frankreich, Teil 5: Edenkoben – Albersweiler mit Fotos (26 km)

21. Oktober 2009

Inzwischen ist es zwei Monate her, dass ich die letzte Etappe meines Weges nach Frankreich gelaufen bin.
Eigentlich wollte ich schon längst mal wieder runter in die Pfalz fahren und weitermachen, aber irgendwie ist immer was dazwischen gekommen. Keine Zeit, kein passendes Wetter, keine Lust, Erkältung, Wasauchimmer.
„Nur Geduld“, hab´ ich mir gesagt, „du wartest einfach, bis der perfekte Tag dafür ist, und dann machst du spontan weiter“.

Heute ist dieser perfekte Tag: Draußen scheint eine wunderbare Herbstsonne aus dem milchigblauen Himmel herunter, die Luft ist mild und leicht dunstig, das Laub an den Bäumen erstrahlt ein letztes Mal in warmen, hellen Farben.
Kurzum: Ein wunderschöner Oktobertag, ideal um endlich mein großes Projekt voranzutreiben und weiter nach Süden zu laufen.

Aber soll ich wirklich?

Irgendwie haben zwei Monate ohne Lauf in Richtung Frankreich eine gewisse… Unwilligkeit und eine ganze Menge Abers erzeugt:
Aber das ist doch sooo weit weg.
Aber das ist doch sooo kompliziert.
Aber die Saison ist doch im Prinzip vorbei, eigentlich bin ich ja gar nicht mehr so fit.
Aber wer weiss, wie das Wetter da unten ist, bloß weil´s in Hessen schön ist, muss es in der Pfalz ja noch lange nicht schön sein.
Aberaberaber…

Vor dem Fenster scheint die Vormittagsonne durch den schwachen Dunst, alles strahlt, ist hell, frisch, wunderschön.
Draußen ist goldener Oktober…
…und drinnen macht´s Klick in meinem Kopf:
Scheiss auf die Abers, scheiss auf kompliziert, scheiss auf unfit!
Heute hab´ ich die Zeit, heute ist vielleicht der letzte schöne Herbsttag in diesem Jahr.
Sowas schenkt man nicht her, bloß weil´s ein bisschen umständlich ist.

Eine Stunde später sitze ich im Auto.
Ich fahre nach Süden, in die Pfalz.
Heute lauf´ ich weiter in Richtung Frankreich!
Ohne Wenn und Aber!! 🙂

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Eberstädter Streuobstwiesen, Böllenfalltor, Ludwigshöhe (mit Fotos, 10,8 km)

11. Oktober 2008

Hmmjaaaa, doch, so langsam wird das mit dem Herbst. So richtig strahlend goldener Oktober war heute zwar auch noch nicht, aber nachdem sich der dicke Nebel von heute morgen halbwegs gelichtet hatte, schimmerte er zumindest schon mal auf leicht goldig vor sich hin.
Noch nicht gaaaanz perfekt genug für die herrlichen Weinberge hinter Bensheim (wahrscheinlich schieb´ ich die vor lauter Warten aufs Kaiserwetter jetzt so lange vor mir her, bis es endgültig zu spät ist 😉 ), aber fast – da wollte ich auf jeden Fall eine Strecke laufen, auf der das schöne Herbstwetter zur Geltung kommen würde.

Schneller Blick ins Archiv der geplanten Läufe und – et voilà – genau das Richtig gefunden: Durch Streuobstwiesen hinter Eberstadt (die sind immer total schön) und den hoffentlich standesgemäß herbstlichen Wald südostlich von Darmstadt bis auf die wunderbare Ludwigshöhe samt Ludwigsturm (den ich noch nie bestiegen hatte, das sollte sich heute ändern), und schließlich über die Marienhöhe und nochmal die Streuobstwiesen zurück nach Eberstadt runter.
Superschöne Gegend mit ein paar interessanten Sehenswürdigkeiten, schönes Herbstwetter, da packte ich gleich auch noch mal den Foto ein, wenn man schon mal da ist…

Start um kurz nach fünf am Eberstädter Ostrand, ganz am Ende der Thomasstr. Von hier aus dann geradewegs auf dem Wolfhartweg (Markierungen: Eb1 und Eb2) in die die Streuobstwiesen.
Wirklich eine tolle Landschaft: Urwüchsige Wiesen, garniert mit dichten Hecken und altem Baumbestand, unheimlich idyllisch in die freundliche, sanft gewellte Hügellandschaft zwischen Darmstadt und dem eigentlichen Anfang der Bergstrasse (= dem Frankenstein) eingebettet – wunderbar. Zumal auch das Wetter hielt, was es versprochen hatte: Warme, klare Herbstsonne im blauem Himmel, deren Strahlen von den leichten, diesigen Nebelresten in Bodennähe aufgefangen und diffundiert wurde, so dass eine zutiefst stimmungsvolle Herbstatmosphäre mit ganz weichem, rosigem Licht entstand (die sich leider in den Fotos nicht so gut einfangen liess, aber trotzdem…).
Total idyllisch, und ganz einfach herrlich!

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Projekt Westwärts Ende: Donnersberg (19,3 km)

18. Juni 2008

Projekt Westwärts war eine Serie von Läufen, mit denen ich in den etappenweise von Worms bis auf den Gipfel des Donnersbergs in der Nordpfalz gelaufen bin.

Es gibt ja so Tage, da ist man mies drauf, fühlt sich träge, matt, kraftlos, müde – und wenn man dann losjogged, ist das alles auf einmal wie weggeblasen und es flutscht wie geschmiert.
Dummerweise gibt´s dann aber auch Tage, da läuft´s genau ungekehrt: Eigentlich fühlt man sich ganz normal und sieht keine Probleme, aber sobald man am Laufen ist, geht irgendwie gar nichts mehr: Kein Rhythmus, keine Konzentration, keine Kraft. Tja, so einen Tag hab´ ich heute erwischt, das war nicht so richtig doll…

Aber von vorne: Eigentlich hatte ich die Woche ja mal ganz locker machen wollen, um meiner leicht strapazierten Physis ein paar laue Tage zur Erholung gönnen.
Aber heute war so wunderbares Wetter, mit Sonne, Wind, ein paar Wolken, 20 Grad…
Und dann hatte sich gestern auch noch kurzfristig rausgestellt, dass ich heute was in Mainz an der Uni regeln musste – und von Mainz kommt man ja immer so gut in die Pfalz…
Also entschied ich kurzentschlossen, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und heute das große Finale von Projekt: Westwärts anzupacken: Die Erstürmung des mächtigen Donnersbergs. Hab´ ich mich jetzt schon seit Wochen riesig drauf gefreut: Die Tour versparach anspruchsvolle Topographie, wunderschöne Landschaft mit viel Natur, eine Menge wirklich interessanter Sehenswürdigkeiten, und nicht zuletzt den höchsten Punkt meiner bisherigen Läuferkarriere.
Ausserdem ist der Donnersberg für mich persönlich auch noch was ganz Besonderes, praktisch der Rand meiner kleinen geografischen Welt: Der entfernteste Ort, den ich sehe, wenn ich an einem klaren Tag aus dem Fenster nach Westen gucke; dahinter beginnt die endgültig die Fremde, liegt die weite Welt – diesen Gedanken fand (und finde) ich unheimlich spannend.

Oh Mann, das würde ein Riesenlauf werden…

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