Posts Tagged ‘Schannenbach’

Im Sturmschritt über die Knodener Höhe: Seidenbuch – Gadernheim (9 km)

6. Dezember 2009

Hach, es ist aber auch eine Crux mit diesem miesen, grauen Spätherbstwetter.

Nehmen wir mal diese Woche – nach dem relativ schönen Mittwoch gab´s nur noch Tage wie Schiefer – grau, dunkel, spröde, stumpf.
Da macht das Laufen einfach keinen Spaß.
Schlimmer noch: Mieses Wetter treibt mir auch jede Lust aus, Neuland oder zumindest weniger bekannte Gefilde zu erlaufen.
Warum soll ich mir auch die Mühe machen, irgendwohin zu fahren, wenn´s ohnehin mies wird…?

Entsprechend erzeugt dröges Wetter bei mir gleich doppelten Nachsaisons-Laufblues – einerseits weil´s mir an sich schon nicht gefällt, und andererseits, weil es dazu führt, dass ich lustlos irgendwelche ausgetretenen 08/15-Strecken laufe, die bei Sonnenschein noch ganz nett wären, aber bei Grau in Grau richtig furchtbar sind (zwar nicht von Natur aus, da sind meine Heimgründe eigentlich sogar sehr hübsch, sondern weil „Dröge“ und „Bekannt“ mich doppelt anöden und sich das dann potenziert).

Um so wertvoller sind da Anlässe, bei denen ich sowieso unterwegs bin und dabei dann eine Tour irgendwo anders einbauen kann.
Da mag das Wetter noch so mies sein, zumindest die Umgebung reisst es dann wieder raus.

Zum Beispiel heute.
Meine Mutter hat übers Wochende zusammen mit einer Freundin an einem Meditiationsseminar in Seidenbuch im Odenwald teilgenommen. Eigentlich wollte mein Vater sie von da abholen, aber da ich die Chance gesehen habe, bei der Gelegenheit noch ein bisschen durch den Odenwald zu rennen, hab´ ich das nur allzugerne übernommen.

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Blogger Team-up. Nibelungensteig Teil 2: Wilsmhausen – Gumpener Kreuz mit Gerd und Foto (24,4 km)

15. August 2009

So!
Samstag der 15. August, auf dem Plan steht das zweite Drittel vom Nibelungensteig mit Gerd.

Höchste Zeit, schließlich ist es inzwischen fast ein Vierteljahr her, dass wir das erste Drittel von Zwingenberg bis zum Hofgut Hohenstein gelaufen sind.
Aber wie das so ist – ich hatte zwischenzeitlich anderen Kram im Kopf, und der Gerd hat sich den Ellbogen mit dem Fahrrad zu Brei geschlagen (da sieht man mal wieder wie gefährlich diese Dinger sind [Fahrräder, nicht Ellbogen…] 😉 ) und musste rekonvaleszieren, entsprechend hat´s vorher irgendwie nie geklappt.

Machte aber nix, denn heute war ein beinahe perfekter Tag für so eine Unternehmung: Himmel blau (wenn auch ein bisschen diesig), Sonne strahlend (wenn auch ein bisschen heiß), Stimmung gut (kein „wenn auch“).

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Durchs Schlierbachtal nach Lindenfels (15,7 km)

29. Juni 2008

Einer der unendlich vielen Gründe, warum ich so gerne im Odenwald laufe, liegt darin, dass er zu Fuß eine völlig andere Geographie zu haben scheint als mit dem Auto.
Das ist wie mit einem Puzzle, das man auf zweierlei Arten zusammensetzen kann (oder vielleicht eins von diese Optische-Täuschungs-Bildern: Zwei Gesichter oder eine Vase?):

Zuerst mal gibt´s da die Kraftfahrerart, bei der man den langen, gewunden Landstrassen durch die Täler folgt (oftmals mit ordentlichen Umwegen), und nur selten mal über einen Pass von einem ins andere wechselt. Dadurch erlebt man die Gegend oft als eine Serie von schlauchartigen Tälern, die man untereinander kaum in Verbindung bringt. Was „Weit weg“ und was „Nah“ ist, hängt weniger von der objektiven Entfernung zwischen den Orten ab, sondern vielmehr davon, wie weit/nah/verschlungen/direkt der Fahrweg zwischen ihnen ist. Nehmen wir als Beispiel mal Gronau im Meerbachtal und Ober-Hambach hinter Heppenheim. Die sind gerade mal 2 km Luftlinie voneinander entfernt. Wenn man als Autofahrer allerdings von einem zum anderen möchte, muss man 13 km fahren, und dabei 4 andere Orte durchqueren – dass es eigentlich Nachbardörfer sind, würde einem dabei kaum in den Sinn kommen.
Entsprechend hat man als Autofahrer ein ganz eigenes Bild vom Odenwald, das zwar nicht falsch ist, aber eben irgendwie leicht verzerrt, weil es nicht so sehr von der objektiven Geographie geprägt ist, als vielmehr davon, wie die befahrbaren Strassen verlaufen.

Ganz anders als Läufer: Da muss man sich nicht um Täler und Strassen scheren, kann stattdessen frei und ungehindert geradewegs über Anhöhen und durch die Wälder laufen – und plötzlich sieht das scheinbar vom Autofahren bekannte Puzzle ganz anders aus, die seltsamen Verwerfungen der Landstrassenführung glätten sich auf einmal, man wird vom Odenwald regelrecht überrascht: Da läufst du von einem bekannten Ort aus über einen Berg und aus dem Wald raus, und findest dich auf einmal staunend über einem anderen bekannten Ort, den du irgendwie ganz woanders vermutest hättest, und auf einmal macht´s „klick“ im Kopf, und dein Bild von der Umgebung hat sich mit einem mal völlig verschoben.
Unheimlich spannend und faszinierend, und es passiert zumindest mir immer noch, obwohl ich mich inzwischen eingentlich recht gut auskenne und meine Strecken auf der Karte vorausplane (Im Kopf zu wissen, dass hinter dem Höhenzug dahinten Dorf XY liegt, und es vom Bauchgefühl her zu realisieren, sind nämlich gottseidank zwei ganz verschiedene Paar Schuhe… 🙂 ).

So.
Aber was soll das ganze Gelaber denn jetzt eigentlich (mag sich der ungeduldige Leser nun zurecht fragen)?
Ganz einfach (,lieber ungeduldiger Leser), heute hatte ich eine Tour geplant, auf die das oben beschriebene Phänomen haargenau zutrifft:
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Über dem Nebel: Ober-Hambach – Krehberg – Pfalzbachtal (12, 8 km)

22. Dezember 2007

Der Winter ist da. Und das nicht nur kalendarisch…
Hier unten, am Fuss der Bergstrasse, bedeutete das heute vor allem Nebel.
Und zwar nicht so ein herbstlich-romantischer „bisschen dunstig, verzieht sich bis Mittag“-Nebel, oh nein. Wir reden hier von einer kompakten, grauen Suppe, sowas wie der Rolls Royce unter den Nebeln: Sichtweite deutlich unter 100 m. So dicht, dass man ihn fast schon mit dem Messer schneiden konnte. So zäh, dass er sich den ganzen Tag kein bisschen rühren, geschweige denn auflösen, würde.
Und kalt, richtig fies kalt, Alles in dicken, pelzigen Rauhreif gehüllt, Temperaturen um die -7 Grad.

Brrr. Nicht unbedingt die besten Laufbedingungen.

Tja, aber wie heisst es doch so schön: Wenn die Sonne nicht zum Jogger kommt, muss der Jogger eben zur Sonne.
In diesem Fall bedeutete das: In die Höhenlagen, denn angesichts der immer noch herrschenden Inversionswetterlage bestand berechtigter Anlass zur Hoffnung, dass sich irgendwo über dem zähen Bodennebel ein wunderschöner Frühwintertag abspielte, man musste ihn nur finden.
Da traf es sich natürlich gut, dass Jost und ich für heute sowieso einen Lauf im Odenwald geplant hatten, von Ober Hambach über den Südkamm der Knodener Höhe auf den Krehberg, dann durchs Pfalzbachtal wieder zurück. Ein großteil der Strecke über 400 Metern Höhe, wenn heute irgendwo Sonne zu finden sein würde, dann da oben…
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